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RWE, Salzgitter, K+S, Nordex, – Viel Licht und ein ganz dunkler Schatten…

RWE – wie erwartet

E.ON und RWE bleiben die großen Verlierer der aktuellen Hausse. Nach den schlechten Vorgaben von E.ON gestern waren wohl auch bei RWE heute keine großen Erwartungen mehr vorhanden. Die Quartalszahlen der beiden Versorger zeigen einen ganz deutlichen Trend und dieser dürfte auch bis auf Weiteres Bestand haben. RWE und E.ON verdienen, bedingt durch die sinkenden Strompreise und die wachsende Konkurrenz alternativer Stromanbieter immer weniger. Bereinigt um diverse Sondereffekte der Vorquartale fielen die Zahlen rein operativ betrachtet wirklich schlecht aus. U.a ein Rückgang des Stromabsatzes um vier Prozent ließ das Betriebsergebnis um rund 31 Prozent auf nur noch 2,9 Milliarden Euro schrumpfen. Für das Gesamtjahr zeigte sich RWE somit nun skeptischer als ursprünglich geplant. Der Konzern erwartet einen Rückgang des Betriebsergebnisses auf ca. 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von nur noch 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro. Diesen Erwartungen sollten die Anleger wohl auch weiterhin entsprechend Rechnung tragen.

Salzgitter- endlich wieder schwarze Zahlen

Analysten hatten beim Stahlhersteller wieder einmal mit einem Verlust gerechnet. Umso positiver wirkt die heutige Bekanntgabe der Quartalszahlen bei der das Unternehmen nun endlich wieder einen kleinen Gewinn in Höhe von 3,8 Millionen Euro verkünden konnte. Im Vorjahr stand hier noch ein kräftiger Verlust von 67 Millionen Euro in den Büchern. Das Sparprogramm „Salzgitter 2015“ dass dem Konzern jährliche Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro bringen soll, zeigt also bereits erste Wirkung. Operativ bleibt die Lage weiterhin etwas angespannt. Salzgitter erlöste im dritten Quartal 2,26 Milliarden Euro und damit rund 2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde ansatzweise aufrecht erhalten. Statt den ursprünglich angepeilten 10 Milliarden Euro Umsatz rechnet man nun nur noch mit rund 9 Milliarden. Alles in allem waren dies durchaus Zahlen die neue Hoffnungen auf eine Trendwende wecken und einen Kauf der Aktie auf diesem ermäßigten Niveau durchaus rechtfertigen.

K+S – positive Überraschung

Der Düngemittel-Hersteller Kali und Salz hat heute nicht nur positiv überrascht sondern auch gleich seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben angepasst. Sowohl der Gewinn als auch der Umsatz konnten im dritten Quartal wieder gesteigert werden. Analysten hatten mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Unter dem Strich wurden wieder 76 Millionen Euro nach 72 Millionen Euro im Vorjahr verdient. Das EBIT für das Gesamtjahr soll nun zwischen 580 und 640 Millionen Euro liegen, der Umsatz soll zwischen 3,7 und 3,9 Milliarden Euro betragen. Ob das nun einen vorbörslichen Kurssprung von teilweise über 6 Prozent rechtfertig sei dahingestellt. Zumindest stimmt aber die Richtung wieder, womit man durchaus auf diesem Niveau erneut auf einen Turanarround bei der Aktie spekulieren kann.

Nordex – vor dem Sprung?

Lange wurden die Zahlen des Windanlagenbauers erwartet. Nachdem das Unternehmen zuletzt eigentlich nur mit positiven Nachrichten aufwarten konnte, sollten sich diese Nachrichten auch irgendwann im Aktienkurs wiederfinden. Und dem war auch so: Der Umsatz wurde in den ersten neun Monaten des Jahres um stolze 20,5 Prozent auf 1,266 Milliarden Euro gesteigert. Das EBIT konnte in diesem Berichtszeitraum auf knappe 60 Millionen Euro verdoppelt werden. Der Konzern erwartet somit nun einen um etwa 10 Prozent gesteigerten Umsatz von bis zu 1,75 Milliarden Euro für das Gesamtjahr Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass einige Marktteilnehmer hier noch mehr erwartet haben. Dementsprechend muss man den heutigen Kursverlauf bei der Nordex Aktie sehr genau beobachten. Ein Sprung über die 14,82 Euro setzt neues Potenzial bis in den Bereich um die 16,- Euro frei, obwohl sich diese Marke weiterhin als harte Nuss erweisen könnte.

Lufthansa – Absturz mit charttechnischen Folgen…

Die Lufthansa Aktie gerät heute kräftig unter Druck nachdem das Unternehmen die Prognose für das laufende Jahr und 2015 gekappt hat. Die anhaltende Schwäche im Passagier- und Frachtgeschäft macht Deutschlands Airline Nummer 1 weiterhin kräftig zu schaffen. Zwar hatten viele Marktbeobachter bereits mit einer eher verhaltenen Prognose für die kommenden Quartale gerechnet, der Umfang der heute erfolgten Gewinnwarnung hat den Markt dann aber doch auf dem falschen Fuss erwischt. Die Lufthansa Aktie rauschte zwischenzeitlich um bis zu 13 Prozent in die Tiefe.

Bei Lufthansa  erwartet man nun nur noch ein operatives Ergebnis in Höhe von ca. einer Milliarde Euro. Bislang ist man noch davon ausgegangen dass man hier den Bereich zwischen 1,3 und 1,5  Milliarden Euro erreichen könnte. Ebenso düster ist die Prognose für das kommenden Geschäftsjahr 2015. Statt der angepeilten 2,65 Milliarden Euro Gewinn werden nun nur noch knapp 2 Milliarden Euro Überschuss erwartet. Um diese Ziele allerdings zu erreichen hält Carsten Spohr eine Verschärfung der Sparbemühungen für erforderlich…!

Nach dieser Nachricht ist es somit auch nicht weiter verwunderlich, dass der DAX heute erstmals wieder zur Schwäche neigt und die runde Marke von 10.000 Punkten zwischenzeitlich aufgeben muß. Dennoch besteht wohl kein Grund zur Panik, denn die Verwerfungen bei der Lufthansa Aktie dürfte nur kurz nachhallen, bis dann die allgemein gute Stimmung für Aktien den Index wieder in den fünfstelligen Bereich vordringen lässt.

Für Lufthansa Aktionäre hingegen dürfte die Luft aus der kurzfristigen Perspektive nun deutlich dünner geworden sein. Die Aussichten für die kommenden Quartale sind alles andere als prickelnd und aus rein charttechnischer Betrachtung besteht zudem weitere Luft nach unten. Wie bereits vor längerer Zeit hier im Blog erwähnt, gehe ich davon aus, dass das offene Gap knapp über der 16,- Euro Marke noch geschlossen wird. Jetzt dürfte die Zeit dafür reif sein!

Kann die Unterstützungsmarke bei 17,30 Euro also nicht gehalten werden, ist der Bereich um die 16,- Euro das nächstmögliche Ziel. Auch ein weiterer Rutsch in Richtung 15,- Euro kann nicht ausgeschlossen werden. Für bereits investierte Anleger heißt das nichts Gutes, für Anleger die auf ein baldiges Comeback der Lufthansa Aktie setzen möchten, stellt dieser Bereich möglicherweise ein interessantes Niveau für eine erste Position dar. Letztlich bietet sich die Aktie, nach der heutigen Gewinnwarnung, aber auch dann nur für langfristig orientierte Anleger mit der nötigen Geduld an.mit charttechnischen Folgen

K+S – Das sind gute „schlechte Zahlen“

Endlich sind sie da, die vom Markt lange ersehnten Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal bei Kali und Salz. Erwartungsgemäß wurde das Unternehmen von den Verwerfungen am Kali-Markt kräftig durchgeschüttelt. Daran hat wohl im Vorfeld der Zahlenvorlage auch niemand gezweifelt, und genau darin lag auch die Chance für einige mutige Anleger. Denn, hier haben sich einige HedgeFonds auf der Short-Seite positioniert, die nun möglicherweise einen Teil ihre Positionen wieder auflösen werden, weil die Quartalsdaten zwar schlecht waren, aber immer noch deutlich besser als dies vom Markt, bzw. den Analysten, befürchtet wurde!

Das Düngemittel-Geschäft ist in den Monaten Juli bis September diesen Jahres eingebrochen. Der Umsatz ging um 10,8 Prozent auf 817,7 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis ging um gute 25 Prozent auf 115,8 Millionen Euro zurück, und der bereinigte Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 27 Prozent auf 71,6 Millionen Euro. Von den Analysten wurden laut einer Umfrage von Dow Jones Newswire folgende Durchschnitts-Werte erwartet: Umsatz 813 Millionen, EBIT 94 Millionen Euro und ein Nettogewinnen Höhe von 47 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet K+S nun einen annähernd stabilen Umsatz von rund 3,9 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet der K+S Konzern nun einoperatives EBIT in Höhe von ca. 600 Millionen Euro, nach 804 Millionen Euro im Vorjahr. Bereinigt dürfte dabei ein Gewinn von etwas weniger als 400 Millionen Euro übrig bleiben. Angesichts einer aktuellen Marktkapitalisierung von 3,917 Milliarden euro ist das sicherlich kein schlechter Wert. Zudem hat die Konzernführung heute ein zusätzliches Sparprogramm ausgerufen, womit man innerhalb der nächsten drei Jahre insgesamt zusätzliche 500 Millionen Euro einsparen will. Im Jahr 2014 sollen vorrangig im Bereich Sachaufwendungen alleine Einsparungen von gut 150 Millionen Euro vorgenommen werden.

Die heutige Zahlenvorlage ist sicherlich kein Grund um als K+S Anleger in Ekstase zu verfallen, aber der Markt hatte wohl noch Schlimmeres befürchtet und die Shorties dürften sich nun langsam wieder aus der Aktie zurückziehen, da die Phantasie für weiter deutlich fallende Kurse wohl vorerst nicht mehr gegeben ist. Die Analysten, die zuletzt so schön nervig und marktschreierisch Kursziele knapp über der 10,- Euro Marke ausgerufen, haben werden ihren Rechenschieber wohl ebenfalls noch einmal bemühen müssen, und demnächst eine neue Zahl rauswürfen und publizieren. Insgesamt bleibe ich also weiterhin positiv für eine deutliche Erholung der Aktie in den kommende Monaten.

Bauer AG – Eine herbe Enttäuschung

Erneut enttäuscht der Spezialtiefbau Konzern Bauer seine Anleger. Mit dem heute veröffentlichten Zahlenwerk zum dritten Quartal dürfte deutlich geworden sein, dass mit dieser Aktie wohl auch in den kommenden Monaten keine großartigen Gewinne erzielt werden können. Wegen der weiterhin schwachen Nachfrage im Spezialmaschinen-Geschäft, schlechter Witterung zum Jahresbeginn und Problemen bei einem Brunnen-Projekt in Jordanien, bei dem der Konzern auf ca. 20 Millionen Euro „Sonderkosten“ sitzen geblieben ist, wurde die Prognose für das Gesamtjahr erneut gekappt.  Die Bauer AG erwartet nun für das Jahr 2013 einen Verlust nach Steuern von ca. 20 Millionen Euro nach einem Gewinn in Höhe von 25,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz soll weiterhin bei ca. 1,5 Milliarden Euro liegen.

Bauer Chart 3 Jahre

Der letzte Kursanstieg der Aktie wurde mit den heute gelieferten Daten wieder komplett vernichtet, der charttechnische Ausbruch also erneut im Keim erstickt. Man muss wohl nicht extra betonen, dass die heute abgelieferten Zahlen eine große Enttäuschung darstellen. Die Aktie ist entsprechend mit über 16 Prozent Minus deutlich unter Druck und dürfte nun wohl wieder den unteren Bereich der seit nunmehr über 2 Jahren bestehenden Seitwärts-Range (rot) anlaufen.

Es ist wie es bereits die letzten Jahre immer wieder mal war. Die Konzernleitung der Bauer AG muss deutlich mehr tun um wieder Anleger für den eigentlich sehr interessanten Konzern zu gewinnen. Dazu gehört nach meiner Auffassung eine etwas transparentere und regelmäßigere Informationspolitik, ebenso wie deutliche Einsparungen und der Ausbau von innovativen Geschäftsfeldern wie bspw. die Tiefbohrungen für Geothermie, etc. Die heute angekündigten und etwas halbherzigen Einsparungen in Höhe von 20 Millionen Euro dürften somit eher ein Tropfen auf den heißen Stein sein… und nicht wirklich geeignet um die Anleger ernsthaft zu beruhigen…!

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  • tiefenbohrungen inden letzten jahren

Daimler vor erneuter Gewinnwarnung? – Kurzfristig mehr Risiken als Chancen

Die Daimler Aktie handelt heute im frühen Handel Ex Dividende in Höhe von 2,20 Euro und damit in etwa fünf Prozent tiefer als zum gestrigen Xetra Schlusskurs. Ungefähr um diesen Betrag konnte die Aktie gestern auch zulegen, und das nachdem Daimler Chef Dieter Zetsche die Anleger auf der Hauptversammlung in Berlin eher auf trübere Zeiten in naher Zukunft eingestimmt hatte. Die Absatzkrise in Europa hinterlässt auch bei Daimler deutliche Spuren…“Seit Jahresbeginn ist die Nachfrage in den europäischen Märkten stärker zurückgegangen als erwartet.“ „Deshalb werden wir überprüfen, ob unsere bisherigen marktbezogenen Annahmen für 2013 noch Gültigkeit haben.“ verkündete der Firmenchef.. Das sind keine besonders guten Vorzeichen für die kommenden Monate, würde ich mal vermuten!

Der Markt befürchtet nun eine weitere Gewinnwarnung des Konzerns, was angesichts der sich weiter eintrübenden Lage auf dem europäischen Automarkt wohl auch nicht ganz unbegründet ist. Obwohl man auch festhalten sollte, dass Daimler trotz rückläufiger Verkäufe in Europa beim Absatz insgesamt immer noch mit gut drei Prozent über dem Wert des letzten Jahres liegt. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres wurden somit insgesamt 350.000 Fahrzeuge abgesetzt, wenn auch überwiegend die kleineren Modelle A- und B-Klasse, die deutlich weniger Marge abwerfen als beispielsweise die E- oder S- Klasse.

Daimler Aktie Chart 5 Jahre

In knapp zwei Wochen will sich Daimler Chef Zetsche nun konkret zur Jahresplanung für das Gesamtjahr 2013 äussern. Bislang ging man davon aus dass das Ergebnis der Autosparte in etwa auf dem Vorjahresniveau bei 4,4 Milliarden Euro liegen werde – eventuell etwas darunter. Weitere Rückgänge sollen hier auch durch das umfangreiche Sparprogramm bei Daimler aufgefangen werden. Der Blick in die  nahe Zukunft des Automobil-Konzerns bleibt somit weiterhin ungewiss. Ein Grund sich heute mal wieder den Chart der Daimler Aktie etwas genauer anzusehen:

Daimler Chart 6 Monate

 

Wie Sie im oberen 5-Jahres Chart sehen können, befindet sich die Aktie seit Jahren in einer Keilformation, aus der es auch zuletzt nicht gelungen ist nach oben auszubrechen. (Zum Vergrößern der Charts bitte 2 x klicken) Die hier eingezeichnete hellgrüne Linie markiert aus meiner Sicht nun das nächste wahrscheinliche Kursziel der Aktie, bevor dann ein weiterer Ausbruchsversuch nach oben folgen könnte. In der vergrößerten und kurzfristigen Darstellung unten ist zu erkennen, dass die Aktie gerade im Begriff ist zunächst den mittelfristigen Abwärtstrend wieder aufzunehmen. Selbstverständlich ist es auch denkbar dass die Aktie hier nun wieder nach oben abdreht. Hierzu darf aber keinesfalls das Kursniveau um die 39,85 Euro unterschritten werden. Denn dann wären eher Kurse um die 37,- Euro kurzfristig wieder in Reichweite.

Das Daimler Chartbild hat sich zuletzt wieder deutlich eingetrübt. Grundsätzlich würde ich hier lieber abwarten was Dieter Zetsche in knapp zwei Wochen zu verkünden hat. Die Risiken im Automobilsektor insgesamt haben in den letzten Tagen weiter zugenommen. Und ich gehe davon aus, dass erst die zweite Jahreshälfte wieder zeigen wird dass die deutschen Autobauer der Krise auch weiterhin trotzen können. Kurzfristig überwiegen aus meiner Sicht also über den Sommer hinweg die Risiken. Zudem bleibt Daimler wohl auch weiterhin die schwächste Aktie aller deutschen Automobilhersteller. Ein Rücksetzer auf ca. 37,- Euro bietet sich aber unter langfristigen Gesichtspunkten durchaus wieder zum Kauf einer ersten Position an.

Daimler – Kursziel 46,25 Euro

Heute möchte ich mich aus gegebenem Anlass mal wieder etwas mehr der deutschen Automobilbranche widmen. Denn, die Nachrichten aus der Branche überschlagen sich geradezu und lassen teilweise auch etwas Raum für ungewöhnliche Spekulationen. Zunächst wären da die gestern veröffentlichten Zahlen von Daimler, die zwar die Erwartungen des Marktes offenbar leicht schlagen konnten, insgesamt aber durchaus Anlass zu einer gewissen Skepsis geben. Der Autobauer konnte einen operativen Gewinn von 8,6 Milliarden Euro im letzten Geschäftsjahr verbuchen, was wahrlich kein schlechtes Ergebnis ist. Dennoch waren es rund zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor und ein Anteil von 709 Millionen Euro entfielen alleine auf den Verkauf des 7,5-Prozent-Anteils am Luft- und Rüstungskonzern EADS. Der Umsatz hingegen stieg um knapp sieben Prozent auf 114,3 Milliarden Euro.

Wie fast immer fand Konzernlenker Dieter Zetsche, dessen Vertrag gerade um weitere fünf Jahre verlängert wurde, hoffnungsvolle Worte über die Zukunft des Konzerns. Die Parole, dass Daimler bis 2020 wieder die Nummer eins in dem Segment sein möchte, hat weiterhin Bestand. Letztlich will der Premium Hersteller nun mit einem Sparprogramm zu den beiden führenden Herstellern BMW und Audi aufschließen. Operativ scheint man in dem Konzern keine wirklich schlagkräftigen Waffen gegen die Konkurrenz parat zu haben. Wen kümmert es wenn die Aktie weiter steigt…Analysten zeigten sich durchaus positiv überrascht von dem Zahlenwerk und haben zuletzt ihre Kursziele nach oben geschraubt. Das ist ein Grund mal wieder etwas genauer hinzusehen:

Daimler Chart langfristig

 

Wie man deutlich sehen kann gelang es der Daimler Aktie zuletzt mehrere wichtige Widerstände nach oben zu durchbrechen. Gelingt der Aktie nun ein weiterer Anstieg über die letzte Hürde bei derzeit ca. 46,25 Euro wäre der Weg nach oben hin endgültig frei. Ich rechne nun damit dass diese Marke zumindest von unten getestet wird, bevor die eigentliche Entscheidung fällt. Ich gehe aber auch nicht davon aus dass diese im ersten Anlauf genommen werden kann. Dennoch hat sich das Chartbild bei den Stuttgartern in den letzten Wochen nun wieder deutlich aufgehellt. Erst ein Rückfall der Aktie unter die letzte Widerstandsmarke bei ca. 42,- Euro würde dieses positive Bild deutlich eintrüben. Die Chancen scheinen aber momentan die Risiken zu überwiegen.

Solarworld – wie lange noch?

Es ist und bleibt ein Fass ohne Boden! Der deutsche Branchenprimus Solarworld hat heute seinen Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt. Um es kurz zu machen, unterm Strich stand ein kräftiger Verlust in Höhe von 68,7 Millionen Euro nach „nur“ 11 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz sackte weiter deutlich auf 128,8 Millionen Euro ab, was einem Rückgang um 41 Prozent entspricht.. Das EBIT lag bei einem Minus von knapp 46 Millionen Euro nach einem Plus von 19,2 Millionen Euro vor einem Jahr. Konzernchef Frank Asbeck erwartet auch für das Gesamtjahr nun „deutlich“ weniger Umsatz und Gewinn, bzw einen hohe operativen Verlust. Zwar will der Konzernchef nun weiter gegensteuern indem er auf die Kostenbremse tritt, ob dieses Sparprogramm allerdings die nötigen Verbesserungen bringen wird um operativ wieder auf eine schwarze Null zu kommen, darf aber zumindest bezweifelt werden. Der Weg des einstigen Highflyers scheint damit weiterhin vorgezeichnet zu sein. Ich persönlich lasse auf jeden Fall weiterhin die Finger von der Aktie!

VW und Porsche hui – Daimler pfui ?

Über die gestern veröffentlichten Volkswagen Quartalszahlen muss man nicht mehr viel sagen. Wie ich Ihnen gestern ja schon >hier< berichtet hatte gehe ich davon aus dass diese nun der Startschuss für einen nachhaltigen Ausbruch der Aktie nach oben sein könnten. Natürlich immer vorausgesetzt der Gesamtmarkt spielt auch mit! Dennoch will ich Sie heute noch einmal kurz darauf hinweisen dass die VW Stammaktien gerade genau das getan haben, falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte. Mit dem heutigen Kursniveau von fast 144,.- Euro wurde ein neues und sehr deutliches Hoch ausgebildet. Das dürfte auch der Porsche Aktie weiter auf die Sprünge helfen, deren tatsächlicher Wert immer noch undefiniert ist. Ich habe gestern mal wieder versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Den Artikel können Sie >hier< noch einmal lesen. Aus meiner persönlichen Sicht würde demnach der heutige Anstieg bei den VW Stammaktien einen Kurssprung bei Porsche über die 50,- Euro Marke rechtfertigen.

Die heutige Aufregung um die Daimler Aktie finde ich persönlich auch mal wieder sehr bemerkenswert. Daimler hat die Jahresziele kassiert – wie erwartet! Der Vorstand um Dieter Zetsche hat heute bekannt gegeben dass die gesteckten Ziele nicht mehr zu halten sind. Auch die ausgegebene Guidance für das kommende Jahr haben die Stuttgarter zurückgenommen. Dabei wurden die gesteckten Ziele nicht vollständig verworfen, sie soll sich lediglich etwas nach hinten verschieben. Von der Veröffentlichungs-Panne a la Google mal abgesehen hatte der Markt eigentlich ein noch viel schlechteres Ergebnis erwartet. Daimler konnte einen Absatzanstieg von 8 Prozent im letzten Quartal verbuchen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 528.600 Pkw und Nutzfahrzeuge verkauft.

Wegen hoher Investitionen und des „intensiveren Wettbewerbs“ auf einigen Märkten sank der operative Gewinn jedoch um 2 Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro. Auch bei Daimler sind die Margen zuletzt deutlich unter Druck gekommen. Mit nur noch 6,4 Prozent lag der Wert deutlich unter den 8 Prozent aus dem Vorjahr und vor allem signifikant unter den angestrebten 10 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Konzernergebnis von etwa 1,2 Milliarden Euro was einem leichten Rückgang um gut zehn Prozent entspricht. Bis 2014 sollen deshalb 2 Milliarden Euro eingespart werden. Weitere Details zum Programm „Fit for Leadership“ wurden nicht bekannt, sollten aber in den kommenden Wochen folgen um die Glaubhaftigkeit dieser Kostensenkungsmaßnahmen auch zu belegen.

Dieter Zetsche zeigt sich weiterhin zuversichtlich für seinen Konzern und rechnet mit einem guten Ergebnis für Daimler in 2012. Statt etwa 8,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr hält der Stuttgarter DAX-Konzern 2012 noch einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 8 Milliarden Euro für möglich. Die veröffentlichten Zahlen dürften im Rahmen der Erwartungen ausgefallen sein. Der heutige Kursrutsch bei der Daimler Aktie überrascht somit etwas. Aus charttechnischer Sicht sollte die Aktie heute wieder über der wichtigen Marke von 36,75 Euro schließen um ein weiteres Abrutschen des Aktienkurses zu verhindern. Besser wäre ein Schlusskurs über 37,35 Euro – dann kann man wohl davon ausgehen dass es sich bei der heutigen Kursbewegung um eine Bärenfalle gehandelt hat. Ansonsten droht ein Rutsch der Aktie bis auf den langfristigen Aufwärtstrend bei ca. 35,35 Euro.

KLöckner & Co. – jetzt kaufen?

Die Klöckner & Co. Aktie ist bereits seit Tagen unter Druck. Insbesondere Gestern wurde die Aktie noch einmal mit einem Minus von 7,4 Prozent regelrecht verprügelt. Heute wissen wir nun auch warum! Der Verfall bei den Stahlpreisen hat dem Duisburger Stahlhändler im vergangenen Jahr weiter stark zugesetzt. Der Überschuss des Unternehmens brach im Jahr 2011 um rund 85 Prozent auf 12 Millionen Euro ein, im Abschlussquartal stand unter dem Strich ein Verlust von 27 Millionen Euro in den Büchern. Zwar waren die Zahlen für den Markt keine große Überraschung mehr, und wurden ungefähr in dieser Höhe erwartet, jedoch dürfte der ein oder andere Anleger wohl trotzdem insgeheim auf bessere Daten gehofft haben.

Kurzfristig belastend für den Aktienkurs dürfte aber auch bei KlöKo der fehlende Ausblick sein. Das laufende Jahr bezeichnete Vorstandschef Gisbert Rühl als „nicht minder herausfordernd als 2011“, traute sich aber keine konkrete Prognose zu. Rühl rechnet aber mit einer deutlich besseren Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent. Dank entsprechender Zukäufe in den USA und Brasilien legte der Umsatz im Jahr 2011 bereits um 36,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis sackte im gleichen Zeitraum aber um rund 9 Prozent auf 217 Millionen Euro ab. Das nun eingeleitete Sparprogramm soll in 2012 erste Früchte tragen und künftig knapp 70 Millionen Euro zum Betriebsergebnis beisteuern.

So schlecht die Zahlen auf den ersten Blick auch sein mögen, eine wirkliche Überraschung waren sie nicht. Auch die Analysten hatten bereits mit Ergebnissen auf diesem Niveau gerechnet. Es besteht somit grundsätzlich eine gute Chance darauf dass nun alle schlechten Nachrichten bei den Duisburgern im Kurs enthalten sind. Die künftige Phantasie durch die getätigten Zukäufe sollte nicht unterschätzt werden. In den kommenden Quartalen könnte sich alleine der Zukauf von Macsteel in den USA als der richtige Schritt zur richtigen Zeit erweisen. Zudem verfügt das Unternehmen immer noch über ein dickes Kapitalpolster das den Aktienkurs nach unten einigermaßen gut absichert. Der aktuelle Rücksetzer könnte sich für mutige Anleger somit als gute Kaufgelegenheit erweisen.

HeidelbergCement – Gute Zahlen dank Sparprogramm

HeidelCement hat heute die Zahlen für das Schlussquartal 2011 vorgelegt, und konnte die Analysten positiv überraschen. Vor allem dank der weiterhin guten Nachfrage in den Schwellenländern hat der Baustoffkonzern mehr verdient als im Jahr zuvor. Die Wachstumsmärkte hätten sich weiterhin positiv entwickelt, berichtete der Konzern heute. Insbesondere in den Industriestaaten wie Nordamerikas und Europas setze sich die Erholung weiter fort. Zudem profitierte das Unternehmen im letzten Quartal von den eingeleiteten  Kosteneinsparungen und einem ungewöhnlich milden Winter, hieß es in der Pressemeldung.

Der Umsatz kletterte somit von Oktober bis Dezember um 14 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Absatz bei Zement stieg um 15 Prozent auf 22,4 Millionen Tonnen. Neben einer starken Nachfrage in den klassischen Schwellenländern profitierte HeidelbergCement auch von einer Erholung Afrika. Der operative Gewinn vor Abschreibungen ist nach vorläufigen Zahlen um knapp sieben Prozent auf 639 Millionen Euro gestiegen. Analysten waren im Schnitt von nur 564 Millionen Euro nach 598 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ausgegangen. Nach Abschreibungen stand im operativen Geschäft am Ende ein Gewinn von 410 Millionen Euro, was einem Plus von 6,9 Prozenten entspricht.

Während der milde Winter wohl eher ein Einmaileffekt bleibt wird es spannend sein, bei der Vorlage der endgültigen Zahlen am 15.März, zu erfahren wie sich die Kosteneinsparungen hier tatsächlich ausgewirkt haben. Laut Konzernangaben macht dieser Posten einen wesentlichen Teil der erzielten Gewinne aus, was ich persönlich nicht unbedingt als guten Indikator für die Effizienz des operativen Geschäftes werten würde. Auch der fehlende Ausblick auf das laufende Gesamtjahr ist eher negativ. Dennoch, die HeidelbergCement Aktie kann heute vorbörslich kräftig zulegen und dürfte wohl die 40,-Euro Marke zumindest kurz testen. Im weiteren Verlauf würde ich eher davon ausgehen dass die Aktie heute schwächer tendiert.

Q-Cells, Conergy, Solon und Co. – Kommt jetzt das Ende?

Es war ein kurzer heftiger Bounce in der Solarbranche Anfang Januar, als neue Euphorie aufkam und es hieß der Solarsektor könne sich nachhaltig erholen. Wie wir heute sehen war dies nicht der Fall. Genau so schnell wie die Aktien aus dem Segment gestiegen sind wurden sie auch in den kommenden Tagen wieder abverkauft. Noch notieren einige Titel über den letzten Tiefstständen, aber die jüngsten Nachrichten aus der EU lassen auf für dieses Jahr nicht viel Gutes erahnen. Einspeisevergütungen werden immer weiter gekürzt. Der neue Sparwille in Euroland wird sich wohl zuerst bei diversen Förderprogrammen zeigen. Um die Schuldenbremse, die nun teilweise in den Verfassungen einzelner Nationen verankert wird, auch definitiv erreichen zu können, werden die Staaten den Rotstift gerade hier kräftig ansetzen.

Erste Anzeichen dafür gibt es bereits aus den Sonnenstaaten Italien und Spanien. Die beiden Länder wollen Ihre Einspeise Programme für Solar-Neuinstallationen teilweise gar komplett aussetzen. Zwar wird momentan noch von einer vorübergehenden Aussetzung geredet, die Wiederaufnahme ist aber keinesfalls definiert. Damit fallen zwei ganz entscheidende Absatzmärkte für die Solarbranche bis auf Weiteres weg. Insbesondere auch die angeschlagenen deutschen Hersteller Conergy, Q-Cells und Co. dürfte dies in den kommenden Monaten in ernsthafte Bedrängnis bringen. Denn weltweit dürfte der Druck auf die Modulpreise durch diesen Ausfall von bisher fest eingeplanten Weltmärkten anhalten, da die Überkapazitäten weiter hoch bleiben.

Inzwischen verdunkelt sich der Himmel für die gesamte Branche geradezu dramatisch. Wie bereits seit Monaten hier geschrieben werden wir den gesamten Sektor bis auf Weiteres meiden. Einzelne Aktien von Spezialanbietern, oder Zulieferern können wieder interessant sein nachdem die zu erwartende Konsolidierungswelle über die Branche hinweggefegt ist. Die Aktien von Conergy, Q-Cells. Solon und Co sind inzwischen zu reinen Zockeraktien verkommen. Alle anderen Vertreter der Zunft sind wohl auch nur geeignet für Anleger mit starken Nerven, viel Optimismus und einem sehr langem Atem. Denn auch die chinesischen Unternehmen LDK, STP. TSL, YGE und Co. werden unter dieser Entwicklung kräftig leiden.

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