Tag Archives: Heinrich Hiesinger

Kursbewegendes bei Evonik, Dürr, Metro und ThyssenKrupp

Evonik senkt die Prognose

Nach einem schwachen ersten Halbjahr sieht sich das Spezialchemie-Unternehmen offenbar nicht mehr in der Lage die zuvor ausgegebene Prognose zu erfüllen. Der Umsatz ging im abgelaufenen Quartal um 5 Prozent zurück, der Gewinn reduzierte sich um 23 Prozent auf 489 Millionen Euro. Netto bleiben gar nur noch 191 Millionen Euro übrig, was einem Rückgang um 28 Prozent entspricht. Konzernchef Klaus Engel geht nun nur noch von einem Gesamtumsatz in Höhe von 13 Milliarden Euro und einem Gewinn von ca. 2 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr konnte bei gleich hohem Umsatz noch ein Gewinn von 2,4 Milliarden Euro erzielt werden.

Dürr – solide abgeliefert

Auch das Wachstum beim Anlagenbauer Dürr kann nicht ewig anhalten…Der im zweiten Quartal lag bei 589,2 Millionen Euro etwas unter dem Vorjahreswert von 600,9 Millionen. Der Gewinn konnte hingegen leicht von 42,7 auf 46,4 Millionen Euro gesteigert werden. Der Auftragseingang ging  von 725,2 auf 613,1 Millionen Euro deutlich zurück. Dürr-Chef Ralf Dieter bekräftigte noch einmal die Jahresprognose, kündigte aber auch an künftig mehr Geld für Investitionen ausgeben zu wollen. Genauere Zahlen hierzu wurden nicht bekannt. Insgesamt ein sehr solides Ergebnis. Der Rückgang beim Auftragseingang war nach dem starken Vorjahr wohl so erwartet worden.

Metro leidet unter Praktiker

Für den Handelskonzern läuft es trotz aller Bemühungen, weiterhin nicht rund. Wegen der anhaltenden Konsumflaute in Europa musste Firmenchef Olaf Koch heute erneut einen Rückgang beim Umsatz und Gewinn verkünden. Also besonderer Belastungsfaktor erwies sich der Umstand das Metro noch eine ganze Reihe an Immobilien an die inzwischen insolvente Ex-Tochter Praktiker vermietet hat. Aber auch operativ waren die Daten weiterhin rückläufig. Der Umsatz ging um 3,6 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro zurück, der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen nahm ebenfalls von 315 auf 276 Millionen Euro ab. Beim Nettogewinn legte Metro etwas zu…nach einem Verlust im Vorjahr konnte nun ein Gewinn in Höhe von 33 Millionen Euro ausgewiesen werden. Anleger hatten hier offenbar Schlimmeres erwartet – die Aktie kann vorbörslich kräftig zulegen.

ThyssenKrupp trauert um Berthold Beitz

Die Aktie von ThyssenKrupp ist heute erneut unter Druck nachdem gestern bekannt wurde dass der Firmenpatriarch Berthold Beitz bereits am Dienstag im Alter von 99 Jahren gestorben ist. Damit geht eine Ära zu Ende, und die Sorge um die künftige Führung des Konzerns ist entfacht. Viele sehen ThyssenKrupp nun als Schiff ohne Kapitän im Sturm…ich denke Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat etwas mehr Vertrauen verdient. Die Aktie bleibt aber erst einmal anfällig für weitere Rückschläge.

ThyssenKrupp – Ein Stück deutsche Geschichte mit ungewisser Zukunft

Etwas verwundert durfte man gestern Morgen schon bei der Betrachtung der vorläufigen Kurse der ThyssenKrupp Aktie sein…Das sind so Tage an denen ich mich frage ob nur ich die Meldungen richtig gelesen habe. Denn nach wirklich schlechten Quartalszahlen und einer angedrohten Kapitalerhöhung sowie einem massiven Stellenabbau in Folge der Managementfehler vergangener Tage  konnte der Aktienkurs zunächst deutlich zulegen. Zu Beginn des Handels lag die ThyssenKrupp Aktie noch satt im Plus bei ca. 15,90 Euro, bevor dann aber doch etwas Vernunft Einzug hielt. Am Abend notierte die Aktie des größten Stahlproduzenten Deutschlands dann bereits wieder deutlich tiefer (14,80 Euro), dürfte damit aber immer noch recht ambitioniert bewertet sein, wenn man die Nachrichtenlage um den Konzern etwas genauer unter die Lupe nimmt.

Nicht nur massive Fehlinvestitionen in Amerika, haben den einst stolzen Traditionskonzern ThyssenKrupp in die roten Zahlen getrieben. Auch einige Skandale durch das massive Fehlverhalten einiger Führungskräfte haben „dem deutschen Industriekonzern“ schwere Schaden zugefügt. Preisabsprachen, Korruption und das mitten im Herzen Deutschlands in einer Größenordnung die seinesgleichen sucht. Das soganannte Schienenkartell ist dabei offenbar nur eines von mehreren Kartellen mit dem ThyssenKrupp versucht hat, sich illegal Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Zusätzliche Rückstellungen für drohende Strafen und Schadenersatzforderungen mussten nun gebildet werden, womöglich werden auch die Aktionäre demnächst angezapft um die Zeche dafür zu bezahlen. Womit allerdings das Ende dieser unrühmlichen Geschichten aus meiner Sicht auch dann keinesfalls besiegelt ist…

Die Folgen all dieser Misswirtschaft müssen nun erst einmal die Mitarbeiter ausbaden, die nun gar keine Schuld an der ganzen Misere trifft, dennoch aber Ihren Arbeitsplatz verlieren. Insgesamt 3.000 Angestellte des Stahlkonzerns werden gehen müssen, davon alleine 1.500 in Deutschland. Die Verantwortlichen hingegen sitzen bereits wieder in führenden Positionen in deutschen Konzernen und beziehen weiterhin dicke Gehälter, ohne dass diese wirklich zur Rechenschaft gezogen wurden. Zudem werden die Aktionäre, wie oben schon erwähnt, wohl demnächst „gebeten“ dem Konzern finanziell etwas unter die Arme zu greifen, in dem sie sich an einer Kapitalerhöhung, deren Ausmaß noch völlig offen ist, beteiligen. Die Geldvernichtung mit den beiden schwerverkäuflichen Stahlwerken in Amerika hat derart monströse Ausmaße angenommen, dass wohl nur noch dieser Weg bleiben dürfte um den Tanker wieder flott zu kriegen…

All diese Umstände sind aus meiner persönlichen Warte nicht gerade eine Werbesendung für „solides Investieren“ in Deutschland und so sollte man wohl auch als Privatanleger eher davon Abstand nehmen in ein solches Unternehmen zu investieren. Konzernchef Heinrich Hiesinger hat nun ein Sparprogramm ausgerufen mit dem bis zum Jahr 2015 rund zwei Milliarden Euro eingespart werden sollen. Das dürfte aber angesichts des deutliche höheren Betrages, der alleine in Amerika versenkt wurde, eher nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein sein. Zumal die Stahlkonjunktur weiterhin lahmt und somit wenig Schützenhilfe von dieser Seite zu erwarten ist.

Maßgeblich entscheidend – für oder gegen-  eine Kapitalerhöhung wird nun laut Hiesinger der tatsächlich erzielte Kaufpreis für die beiden Stahlwerke in Brasilien und den USA sein. Bis dieser Prozess endlich abgeschlossen ist, und die Fakten auf dem Tisch liegen, sollte man wohl auch als Anleger die Füsse eher still halten, auch wenn sich einige Analysten bereits gestern wieder erstaunlich positiv zu der Aktie geäussert haben. Grundsätzlich bleibt aber aus meiner Sicht auch die Frage ob man hier überhaupt investiert sein möchte, und vor allem auch ob es nicht etwas Besseres auf dem deutschen Kurszettel zu finden ist, in das es sich lohnen könnte zu investieren….Und, da bin ich mir ganz sicher, findet man dann doch ein paar solide Alternativen…!

ThyssenKrupp – nicht viel zu lachen!

Ich frage mich ja schon seit mehreren Wochen was genau die Anleger an der ThyssenKrupp Story momentan noch glauben macht, dass wir hier in absehbarer Zeit deutlich steigende Kurse sehen werden. Aber ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren, wenn die Aktie nun unverhofft zu einem neuen Höhenflug ansetzten sollte. Auch den gestrigen Kursanstieg habe ich auch mal wieder nicht verstanden. Da wird in der Presse berichtet dass der Bieterkreis für die beiden Werke in Amerika immer kleiner wird, der mögliche Verkaufspreis sinkt weiterhin und ein Bieter will sowieso nur eines der beiden Werke kaufen… Das sind wirklich keine guten Nachrichten, liebe Anleger!

Vielleicht wollen die meisten Aktionäre aber auch nur noch eine Erledigung dieses lästigen Problems sehen – und da ist dann jede Lösung recht. Möglicherweise stört es die breite Masse auch nicht, dass noch immer nicht geklärt werden konnte, wer genau dieses Debakel zu verantworten hat. Zwar wurden ein paar „Schuldige“ entlassen, was aber offenbar nicht zur vollständigen Befriedigung einiger Aktionärsvertreter beigetragen hat. Die direkte Kritik an dem Chefauseher Cromme wird nun immer lauter…!

In Bochum fand heute die Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG statt. Aufsichtsratsvorsitzender Cromme räumt zum ersten Mal Fehler ein und versucht das Ganze Debakel um Steel America mit “ Ja, wir haben zu lange vertraut, wir hätten früher handeln können“ zu entschuldigen. Cromme fügt aber dann noch hinzu: „Wir haben die Kraft gehabt, Fehler zu erkennen, zu korrigieren und die Weichen für die Zukunft zu stellen“. Somit ist aus meiner Sicht auch klar geworden, dass Cromme, trotz der immer lauter werdenden Rücktrittsforderungen, weiter machen will.

Der Vorstandschef des Konzerns, Heinrich Hiesinger sprach von großen Herausforderungen für das kommende Geschäftsjahr. Eine durchgreifende Belebung der Weltwirtschaft sei auch in den kommenden 12 Monaten nicht in Sicht, sagte Hiesinger. Weiterhin sei man in der Stahlindustrie Mengenrückgängen und Preisdruck ausgesetzt. Bei ThyssenKrupp geht man zudem von einer „rückläufigen Dynamik“ in der Automobilbranche aus. Hiesinger stellte ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund einer Milliarde Euro in Aussicht, nach 1,4 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2012/2013 werde sich auf dem Vorjahresniveau bei rund 40 Milliarden Euro bewegen. Auch operativ also wenig wirklich erfreuliches…!

So lange die Werke in Amerika nicht definitiv und zu einem akzeptablen Preis verkauft wurden, und Gerhard Cromme an seinem Stuhl klebt, dürfte die ThyssenKrupp Aktie wohl noch eine ganze Weile eher auf niedrigem Niveau vor sich hindümpeln. Erst wenn man auch den Mut hat die Fehler nicht nur einzugestehen sondern auch die Konsequenzen daraus zu ziehen, werden die Anleger wohl wieder neues Vertrauen in die Qualität des Unternehmens fassen. Ein Verkauf der beiden Werke in Amerika wäre als erster Schritt sicherlich schon mal ganz hilfreich, um nicht noch weitere Kosten mit diesen Milliardengräbern zu verursachen. Dem Aktienkurs dürfte eine entsprechende Nachricht – zumindest kurzzeitig – gut tun, ebenso wie ein möglicher Führungswechsel.

Nun hat ThyssenKupp die Bieter aufgefordert seine Offerten noch einmal nachzubessern , weil der Kaufpreis offenbar nicht angemessen erscheint, berichtet heute das Handelsblatt. Laut diesem Bericht will der Essener Stahlkocher beim Verkauf zumindest den Buchwert der beiden Werke erlösen, der inzwischen (nach Abschreibungen in Höhe von knapp 6 Milliarden Euro!) auf ca. 3,9 Milliarden Euro gesunken ist. Angesichts der angespannten Lage und der mangelnden Nachfrage sollte Herr Cromme hier aber wohl nicht zu hoch pokern, sonst steht er am Ende wohlmöglich ganz ohne einen potenziellen Käufer da – und spätestens dann dürfte der Stuhl auf dem er sitzt wohl doch erheblich ins Wanken geraten.

Es gab somit heute nicht viel zu lachen für die Aktionäre, ausser an der Stelle als Cromme seiner persönlichen Betroffenheit Ausdruck verlieh, und dies damit untermauerte dass der Aufsichtsrat in der heutigen Sitzung beschlossen hat im Geschäftsjahr 11/12 auf die Hälfte seiner Bezüge zu verzichten. Er selbst bezeichnete den Schritt als Geste der „Betroffenheit und Solidarität“…!

ThyssenKrupp und Salzgitter – kaufen, oder lieber doch nicht…?

Es war nicht das Jahr für ThyssenKrupp Aktionäre, soviel kann man vorab wohl mal festhalten. Managementfehler aus der jüngsten Vergangenheit des traditionsreichsten Stahlkochers Deutschlands haben eine völlige Neubewertung der Aktie erforderlich gemacht. Die beiden in Übersee errichteten Stahlwerke erwiesen sich als Milliardengrab und sollen nun schnellstmöglich wieder verkauft werden. Der Thyssen Vorstand träumt immer noch davon diese wenigstens wieder zum Buchwert ( knapp 7 Milliarden Euro!) an den Mann bringen zu können und hat nun die zweite Runde im Bieterverfahren eingeläutet. Ich persönlich gehe nicht davon aus dass es dem Unternehmen gelingen wird in dem Umfeld und unter dem allgemein bekannten Druck auf das Unternehmen den gewünschten Preis zu erzielen. Auch Analysten zeigten sich diesbezüglich eher deutlich skeptischer. Hier geht man eher von einem Verkaufserlös zwischen drei und vier Milliarden Euro aus, was ich auch für realistisch halte. Zuletzt war zu lesen dass auch die Anzahl der interessierten Bieter von sechs auf fünf geschrumpft ist.

Heute berichtet die Presse über eine mögliche Welle von Schadensersatzklagen gegen das Unternehmen. Grund hierfür sind angeblich illegale Preisabsprachen im Schienengeschäft. Die zwischen 1998 und 2011 geschädigten Länder und Gemeinden wollen nun das zuviel bezahlte Geld von ThyssenKrupp zurück fordern, die Höhe der möglichen Forderung, ebenso wie die der Vertragsstrafe ist aber noch unbekannt. Alles in allem also eher keine gute Nachrichtenlage, die in naher Zukunft deutlich steigende Aktienkurse bei der ThyssenKrupp Aktie erwarten lässt. Von dem allgemein schwachen Umfeld und den niedrigen Stahlpreisen möchte ich an dieser Stelle ja gar nicht mehr reden…!

ThyssenKrupp versucht sich bereits seit längerem unter Konzernchef Heinrich Hiesinger umzustrukturieren. Erst kürzlich wurde die gesamte Edelstahlsparten des Konzerns verkauft, die Technologiesparte soll hingegen weiter ausgebaut werden. Die Strategie mag richtig sein, die Umsetzung wird aber noch etwas dauern. In Kürze legt Deutschlands Stahlunternehmen Nummer 1 die Quartalszahlen vor und beeendet damit die aktuelle Berichtssaison. Hier würde ich persönlich erst einmal die harten Fakten abwarten, bevor ich über einen Kauf der Aktie nachdenke. Inzwischen notiert die Aktie nur noch um die 16,- Euro, nachdem zwischenzeitlich allerdings schon Kurse unter 12,- Euro gesehen wurden. Dennoch sieht der Chart (> hier <) weiterhin nicht sehr vielversprechend aus. Ein erneuter Rückgang der Aktie auf unter 15,- Euro erscheint aus meiner Sicht durchaus denkbar. Der Test des langfristigen Trends bei 15,30 Euro in Kürze sehr wahrscheinlich.

Auch bei der Nummer zwei in Deutschland, der Salzgitter AG, sieht es, aus meinem persönlichen Blickwinkel, gerade alles andere als rosig aus. Die schwache Stahlnachfrage ebenso wie die niedrigen Preise und die Aussichten auf chinesische Strafzölle auf Röhrenprodukte haben auch in diesem Chart deutliche Spuren hinterlassen. Inzwischen dürfte die kurzfristige Richtung damit klar sein. Einen Test des kurzfristigen Aufwärtstrends bei ca. 29,50 Euro halte ich für sehr wahrscheinlich, einen Rückgang bis auf 28,20 Euro für möglich. Ob sich die Aktie dem langfristig negativem Trend irgendwann entziehen kann bleibt weiterhin fraglich. Erst ein nachhaltiges Überwinden der Zone um die 35,- Euro würde das Chartbild wieder deutlich aufhellen. Vorher geht es aber wohl erst einmal noch ein Stückchen nach unten…! Den Chart dazu sehen Sie (> hier < )

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Klöckner & Co, ThyssenKrupp, JFE Holdings, Nippon Steel – Stahlaktien mit trübem Ausblick

Wer diesen Blog schon länger liest weiß dass ich ein echter Fan von zyklischen Werten, insbesondere Stahlaktien, bin. Die Nachrichtenlage in dem Sektor hat sich aber inzwischen deutlich eingetrübt sodass auch ich meine Strategie für die Branceh überdenken muss. Erst kürzlich kam die Stahlhändler Klöckner & Co. mit der Meldung an den Markt dass man in diesem Jahr mit einem bis zu fünf Prozent schwächeren Stahlgeschäft in Europa rechne. Zwar will der Konzern aus Duisburg diesen Rückgang mit Zukäufen abfedern, sicher dass dies auch gelingen kann ist man sich aber offenbar nicht.

Denn Sechs Prozent der weltweit rund 11.500 Stellen  also ungefähr 700 sollen nun wegfallen Noch im Herbst vergangenen Jahres war man bei Klöckner & Co auch bezüglich der künftigen Mitarbeiterzahl deutlich optimistischer. Der Prognose von Klöckner Chef Gisbert Rühl wird am Markt große Bedeutung beigemessen – Dank des kurzfristigen Bestellverhaltens seiner Kunden spürt Klöckner & Co größere Skepsis auf der Nachfrageseite früher als andere.

Sorgen bereiten auch die großen japanischen Stahlhersteller. Offenbar stehen diese angesichts einer schwächeren Weltkonjunktur zunehmend mit dem Rücken zur Wand. Der zweitgrößte Stahlproduzent des Landes JFE Holdings Inc warnte gestern vor dem ersten Nettoverlust seit Bestehen des Unternehmens. Auch der Ausblick für das kommende Geschäftsjahr nahm JFE deutlich zurück.

Mitbewerber Nippon Steel  leidet hingegen offiziell unter Währungsturbulenzen. Der starken Yen führte zu deutlich roten Zahlen im dritten Quartal. Der Stahlriese hofft nun durch ein abschließendes starkes Quartal das Ruder rumreißen zu können während bei JFE schon fest steht dass ein Nettoverlust von 40 Milliarden Yen ( 398 Millionen Euro ) anfallen wird.  Im Vorjahr konnte der Stahlkocher noch mit einem Gewinn von 58,61 Milliarden Yen glänzen.

Auch im Stahlmarkt scheinen die Japaner, und natürlich auch andere große Stahlhersteller weltweit zunehmend Konkurrenz aus Südkorea und China zu bekommen. Diese vermiest nicht nur das Geschäft bei Stahlexporten, sondern überschwemmen inzwischen auch deren Binnenmarkt mit billigem Stahl. Bei JFE Holdings Inc spricht man inzwischen offiziell von einem deutlichen Überangebot auf dem Stahlmarkt. Der Konzern geht im kommenden Jahr von einem Rückgang der Stahlproduktion um 8 Prozent aus.

Alles in allem also keine besonders ermutigenden Nachrichten um in diesem Jahr weiterhin verstärkt auf Stahlaktien zu setzen. ThyssenKrupp veräußert seine Edelstahlsparte Inoxum, und macht sich nach dem Brasilien Desaster wieder etwas liquide. Damit gehen auch 100 Jahre Firmengeschichte nun in die Hände von Outokumpo. Der finnische Wettbewerber wird damit Weltmarktführer. Das neue Unternehmen erzielt nun voraussichtlich einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger setzt mit dem Verkauf des Sorgenkindes weiterhin darauf den Schuldenberg des Essener Konzerns zügig abzubauen, und rüstet sich ebenfalls für schlechtere Zeiten…

Blicke in den DAX – ThyssenKrupp, Deutsche Bank, BASF, Deutsche Telekom, Lufthansa

Die ThyssenKrupp-Aktie war in der abgelaufenen Börsenwoche mit einem Aufschlag von 8,5 Prozent auf 32,36 Euro mit Abstand der stärkste Gewinner im DAX. Firmenchef Heinrich Hiesinger stellte die Pläne für den Konzernumbau vor, und diese kamen bei den Anlegern gut an. Der frühere Siemens-Manager, Heinrich Hiesinger will die schwächelnde Edelstahlsparte und weitere Bereiche mit einem Umsatz von insgesamt zehn Milliarden Euro abstoßen, um die Verschuldung des Konzerns drastisch zu senken. Es wird erwartet, dass Hiesinger nun dem Technologiegeschäft gegenüber dem Stahlgeschäft eine stärkere Rolle zuweist. Das hoch profitable Geschäft mit Aufzügen will er durch Zukäufe vorantreiben..

BASF meldete für das erste Quartal einen Gewinnsprung. Die Aktie notierte am Freitag bei 67,39 Euro mit 2,1 Prozent im Plus. Das gelieferte Zahlenwerk lässt keine nennenswerten Schwächen erkennen. Mit einem Umsatzwachstum von 25 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro knüpft die BASF nahtlos an die Dynamik aus dem Vorjahr an und zeigt eindrucksvoll, dass Preissteigerungen am Rohstoffmarkt sowie erhöhte Energiekosten an die Kunden weitergegeben werden können. Der Gewinn lag bei 2,55 Milliarden und damit knapp 39 Prozent höher als im Vorjahr.

Die Deutsche Telekom musste erneut einen Umsatzeinbruch in Europa hinnehmen. Außerdem belaste die Gebührensenkungen in Deutschland das Geschäft, hieß es. Die Quartalszahlen verfehlten die Erwartungen der Analysten deutlich und ließen die Aktie zunächst fallen bevor diesen dann zum Wochenschluss, um 0,4 Prozent auf 11,21 Euro aus dem Handel ging. Die expansive Strategie die man in den letzten Jahren massiv vorangetrieben hat scheint sich immer mehr als Flop zu entpuppen. Sowohl in den USA als auch in Europa, insbesondere den südosteuropäischen Ländern, brechen immer mehr Umsätze weg. Immerhin versprach René Obermann, die prognostizierten Jahresziele zu erreichen…

Die Deutsche Bank ist weiterhin in der Kritik, und es drohen erneute Klagen aus den USA. Dieses Mal ist es der Staat Kalifornien der dem deutschen Geldinstitut vorwirft ganze Stadteile von zwangsenteigneten Immobilien verwahrlosen zu lassen, und somit der jeweiligen Region durch eine verstärkte Abwanderung von Hausbesitzern enormen Schaden zuzufügen. Dem Aktienkurs schadete dies wenig. Trotz vermehrt schlechter Presse entwickelt die DB Aktie bereits seit Tagen neue Stärke..

Deutschlands größte Airline Lufthansa flog im ersten Quartal einen operativen Verlust von 227 Mio. Euro ein, obwohl der Umsatz von 5,2 auf 6,4 Mrd. Euro gestiegen ist. Grund sind die hohen Kerosinpreise sowie die Flaute bei Ferienflügen nach Nordafrika und Flügen nach Japan. Dennoch geht die Lufthansa weiterhin von einer Steigerung des Ergebnisses im Gesamtjahr aus. Die Anleger sehen das weniger optimistisch, die Lufthansa-Aktie zählt seit Mittwoch zu den schwächsten Papieren im DAX.

ThyssenKrupp CFO Alan Hippe geht – Aktie unter Druck

ThyssenKrupp Finanzvorstand Alan Hippe verlässt das Unternehmen um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen hieß es in der Pressemeldung. Am 21.01.2011 wird der langjährige Vorstandschef Ekkehard Schulz die Führung des ThyssenKrupp Konzerns an den ehemaligen Siemens-Manager Heinrich Hiesinger übergeben. Offenbar hatte auch Hippe sich eine Chance auf den Vorstandsposten erhofft und zieht nun die Konsequenzen aus seiner Nichtnominierung. Die Aktie geriet daraufhin heute deutlich unter Druck und notierte in der Spitze fast 4 Prozent im Minus. Wie immer wenn einen Finanzvorstand das Unternehmen verlässt ist die Unsicherheit der Anleger groß, dass dies eventuell mit der nächsten Bilanz oder sonstigen Altlasten in Verbindung stehen könnte.

Ich denke hier liegt der Fall wie oben beschrieben anders, und gehe davon aus das die Aktie sich bald wieder von dieser Meldung erholen wird. Spekulationen zufolge soll Hippe demnächst bei Daimler oder Roche anheuern, was man dem Mann wohl nicht verdenken kann. ThyssenKrupp ist ein solides Unternehmen mit guten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Grund genug heute eine kleine Trading Position auf den Wert einzugehen.

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