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Commerzbank – Ausbruch!?

Die Commerzbank braucht keine Staatshilfe! Das dürfte für viele geschundene Anlegerseelen, die in den letzten Wochen herbe Buchverluste mit der Aktie hinnehmen mussten wohl die beste Nachricht seit langer Zeit sein. Wie heute in einem Bericht in der Tageszeitung „Die Welt“ zu lesen war will das Bankhaus die kürzlich ermittelte Kapitallücke in Höhe von 5 Milliarden Euro aus eigener Kraft schließen. Damit würde Herr Blessing nicht nur zu seinem Wort stehen und könnte seinen Job behalten, sondern wohl auch die ganzen Skeptiker positiv überraschen. Heute will der Vorstand die wesentlichen Maßnahmen, die die von der Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke schließen könnten, dem Aufsichtsrat präsentieren.

Laut dem Bericht will der DAX-Konzern bis zum 30. Juni 2012 rund eine Milliarde Euro an Gewinnen einbehalten. Unter den heutigen Gesichtspunkten dürften sich die Aktionäre mit dieser Maßnahme wohl einstimmig einverstanden erklären, da die Alternativen allesamt nicht rosig sind. Zudem will die Commerzbank vergebene Kredite in der Höhe von rund 30 Milliarden Euro abbauen, wodurch Kernkapital von etwa drei Milliarden Euro freigesetzt werden würde. Darüber hinaus will die Bank den  Kunden in strategisch weniger wichtigen Märkten, wie Tschechien, Ungarn, Russland, Frankreich und den USA anbieten, ihre Kredite vorzeitig zurückzuzahlen.

Das Neugeschäft bei der Problemtochter Eurohypo soll bis auf weiteres auf Eis gelegt werden, und allein fünf bis sechs Milliarden Euro an zusätzlichem Kernkapital gewonnen werden, indem sie Hybridkapital umwandelt. Bisher war hier nur von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

Die Commerzbank verzichtet mit diesen Maßnahmen natürlich in naher Zukunft auf gewinnbringende Geschäfte mit Krediten. Dies wird sich auch in den künftigen Bilanzen des Unternehmens niederschlagen. Dennoch hat man erkannt, das es im Moment nichts wichtigeres gibt als die Kernkapital-Quote des Unternehmens zu stärken. Nun darf man gespannt sein wie der Aufsichtsrat reagieren wird, und was letztlich aus den Plänen dann auch wird. Martin Blessing steht zu seinem Wort und tut offenbar alles was nun nötig ist. Der Commerzbank Aktie tut diese Nachricht heute gut. Mit dem Überschreiten der Marke bei 1,40 Euro wurde das starke Kaufsignal nun bestätigt. Nächstes Kursziel ist somit der Widerstand bei 1,52 Euro.

Solar Millennium – droht jetzt der Ausverkauf?

Die Solar Millennium AG war einst der große Hoffnungsträger einer Gemeinde von Solaranlegern, die sich die Zukunft der Energieversorgung in den schillerndsten Farben ausgemalt haben. Jedoch scheint es in dem Unternehmen, trotz aller operativen Erfolge, immer mehr Probleme zu geben. Nachdem der Solarprojektierer im letzten Jahr bereits massiver Kritik ausgesetzt war, weil Kurzzeit-Vorstand Utz Claassen, nach nur wenigen Tagen Amtszeit, den Job hin geschmissen hat dafür aber die volle Abfindung kassierte, geht nun auch der Finanzvorstand Oliver Blamberger überraschend. Für Blamberger wird nun kurzfristig Martin Löffler einspringen.

Und als wäre das alles nicht schon bedenklich genug, ermittelt nun auch noch die BaFin wegen eines Insidergeschäfts des Firmengründers und Großaktionärs Hannes Kuhn, der zudem im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt. Als Anleger stellt man sich wohl spätestens jetzt zwangsläufig die Frage ob sich bei der Solar Millennium Aktie um ein solides Investment handelt. Es sind in der Vergangenheit seitens der Unternehmensführung viele Fehler gemacht worden, teilweise waren diese Fehler massiv und haben sich deutlich auf das Unternehmensergebnis ausgewirkt. Die „Abfindung“ für Utz Claassen stand, nach meinem persönlichen Dafürhalten, in keinem Verhältnis zu der erbrachten Leistung! Dies ist aber nur eines der Beispiele für die Fehlentscheidungen des Managements…

Heute steht Hannes Kuhn im Fokus der Ermittlungen der BaFin. Der Firmengründer soll wenige Wochen vor der Berufung Claassens zum Vorstand ein Termingeschäft über 150.000 Solar-Millennium-Aktien getätigt haben. Kuhn gibt dies laut Presseberichten auch zu, und gab an dass es geplant gewesen sei die Aktien, als Teil der Vorstandsvergütung, später an Claassen weiter zu geben. Utz Claassen wiederum bestreitet davon irgend etwas gewusst zu haben. Man darf also weiterhin gespannt sein wie der Solar Millennium Krimi weitergehen wird!

Letztlich führten diese Ereignisse auch heute wieder zu einem massiven Abschlag bei der Aktie, die mit einem Minus von über 13 Prozent gefährlich nahe am letzten Tief liegt. Ausgehend davon, dass sowohl das Börsenumfeld, insbesondere für Solarwerte, als auch die Nachrichtenlage des Unternehmens deutlich negativ sind rechnen wir nun mit weiteren Kursabschlägen bei der Aktie. Hinzu kommt sicherlich noch das der Wert relativ markteng ist und somit bereits mit kleineren Stückzahlen deutliche Kursbewegungen ausgelöst werden können. Unterschreitet der Titel nun die runde Marke von 10,- Euro, dürften die nächsten Unterstützungen bei 8,60 Euro sowie das Allzeit-Tief bei 6,90 Euro als mögliches Kursziel immer wahrscheinlicher werden. Heute wurde eine neues Verkaufssignal bei der Solar Millennium Aktie generiert!

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  • oliver blamberger

Solar Millennium Aktie – ist der Kurssprung gerechtfertigt?

Heute ist es mal wieder die Solar Millennium Aktie die meine Aufmerksamkeit erregt hat. Nicht nur weil sich einige Börsenbriefe nun dieser Aktie angenommen haben, sondern auch weil am Wochenende sogar in den Nachrichten der tagesschau über den ersten Spatenstich des Blythe Projektes in der Wüste Nevadas berichtet wurde. Dementsprechend war dann auch das Medienecho heute früh, bzw. die Reaktion einiger Börsenbriefe. Letztlich bleibt festzuhalten, dass der Baubeginn in Kalifornien ja bereits seit längerem so geplant war, und auch die Errichtung des größten Solarkraftwerkes der Welt keine wirklich neue Nachricht darstellt. Dennoch, die Aktie konnte heute im frühen Handel deutlich zulegen und schoss bis auf 18,55 Euro im Frankfurter Handel.

Der Schlusskurs am Freitag hatte noch bei 16,50 Euro gelegen. Hier wurde also ein deutliches Gap gerissen, dass es nun erst einmal zu schließen gilt bevor die Aktie weiter ansteigen kann. Wer also in Solar Millennium und das genannte Blythe Projekt investieren will, der sollte nicht heute zu diesen Kursen einsteigen sondern auf einen Rücksetzter bis auf mindestens 16,67 Euro warten. Vergessen sollte man allerdings bei aller Euphorie wohl auch nicht, dass bei dem Unternehmen zuletzt nicht immer alles glatt gelaufen ist!

Sowohl die Finanzierung dürfte noch nicht in trockenen Tüchern sein als auch die ganze Geschichte um die Millionenabfindungen des Kurzzeit-Chefs Utz Claassen werfen kein gutes Licht auf das Management. Wie die “Süddeutsche Zeitung” kürzlich berichtete, ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg wegen Untreue gegen drei Mitglieder des Aufsichtsrates. Laut dem Bericht drohen den Mitgliedern des Kontrollrates nun eventuell strafrechtliche Konsequenzen. Das sollten Anleger zumindest wohl wissen und in Ihre Investmentüberlegungen mit einbeziehen. Sollte es hier zu einer Verurteilung kommen dürfte das nicht ohne Wirkung auf den Aktienkurs der Solar Millennium AG bleiben…

Pfleiderer zerfällt…Aufsichtsräte legen Ihre Ämter nieder

Die Probleme der Pfleiderer AG scheinen ungebrochen groß zu sein.  Nun legten auch noch zwei Aufsichtsräte ihr Amt nieder. Dies ist sicherlich kein gutes Anzeichen dafür, dass man bei Pfleiderer ernsthaft der Meinung ist der Lage wieder Herr werden zu können.. Das Unternehmen ist hoch verschuldet, schreibt weiterhin rote Zahlen, hat die Banken im Nacken sitzen, und selbst die Gründerfamilie steht offenbar nicht mehr so ganz hinter dem Konzern und verkauft ihre Anteile. Nun legen auch noch die Aufsichtsräte  ihre Ämter nieder! Christopher von Hugo (Aufsichtsratsvorsitzender!) , und Helmut Burmester werden zum 17. Februar als Aufsichtsrat nicht mehr zur Verfügung stehen. Hugo und Burmester vertreten den Pfleiderer-Großaktionär One Equity Partners und wollen nach eigenen Angaben künftige Interessenkonflikte vermeiden, was letztlich alles mögliche heißen kann. Selbst eine Zerschlagung und Filetierung des Konzerns halte ich persönlich nun nicht mehr für ausgeschlossen. Für die Aktionäre bedeutet dies meistens weitere herbe Verluste.

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