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Nur ein kurzes Strohfeuer bei Solon, Q-Cells, Solarworld, Phoenix Solar und Sunways?

Die abgelaufene Woche war offensichtlich die Comeback-Woche der Solarwerte wie Q-Cells, Solarworld, Phoenix Solar und Sunways. Alle Titel konnten kräftig zulegen und damit hat sich auch das charttechnische Bild teilweise wieder deutlich aufgehellt. Allen voran scheint die Q-Cells Aktie wieder verstärkt Anhänger zu finden. Mit einem kräftigen Finale verabschiedete sich die Aktie aus der letzten Handelswoche und erreichte dabei sogar fast wieder die 200-Tage-Linie, die derzeit bei ca. 3,60 Euro verläuft. Das diese Marke im ersten Anlauf genommen werden kann halte ich persönlich für eher unwahrscheinliche, ebenso wie der nächste massive Widerstand, der bereits bei 3,80 Euro auf die Aktie warten dürfte. Viel mehr ist nach dem starken Anstieg eine erneute Konsolidierung bis in den Bereich um die 3,- Euro vorstellbar, bevor es dann – vielleicht – wieder nach oben geht.

Auch die Solarworld Aktie konnte sich in den letzten Tagen weiterhin erholen und sogar die wichtige 200-Tage-Linie überschreiten. Dennoch bleibt auch hier ein etwas fader Beigeschmack. Es ist immer noch ein Gap bei ca 7,82 Euro offen, das eventuell noch geschlossen werden könnte! Heute tauchen die Kurse der meisten Papiere aus dem Solarsektor nach den starken Kursgewinnen der letzten Tage wieder ab. Ich rechne immer noch damit, das es am Markt, vielleicht sogar schon in dieser Woche, zu einer stärkeren Konsolidierung kommen kann. Dann würden natürlich auch die Solarwerte nicht verschont bleiben. Allzu viel Euphorie ist also nicht unbedingt angebracht, oder zumindest gefährlich.

Grundsätzlich gilt es also neben der richtigen Auswahl der Solartitel das richtige Timing beim Einstieg zu finden. Sollte die Korrektur wie erwartet eintreten könnte sich der Tiefpunkt dieser dann anstehenden Bewegung, den ich spätestens bei 6.800 Punkten erwarte, also als interessante Einstiegsmöglichkeit in den deutschen Solarsektor erweisen. Die genannten Titel bleiben auch für uns interessant wobei wir Solon und Q-Cells eher als kurzfristige und spekulative Anlage sehen würden. Solarworld und Phoenix Solar bleiben eine Basisinvestment in dem Sektor. Ebenso interessant könnte Sunways nach den zuletzt gelieferten Zahlen sein. Der Hersteller von Solarzellen und Inverter konnte den Umsatz im abgelaufenen Jahr um 26 Prozent auf 223 Millionen Euro deutlich steigern. Die Anlagebauer Centrotherm sowie Roth und Rau bleiben ganz oben auf unserer Kauf-Liste.

Warten auf das „Blow off Top“ oder das „Finale Furioso“

Mir fehlt eigentlich noch das „Finale Furioso“ im Dax. Soll heißen, ein kurzer heftiger Anstieg bis auf 7.500 Punkte oder gar darüber, um den Index dann anschließend in sich zusammenfallen zu lassen, und die von vielen Marktteilnehmern inzwischen lang ersehnte Marktkorrektur einzuleiten. Es wäre auch nicht untypisch wenn dieses den Bullen Szenario vorher noch einmal einen Ausbruch nach oben vorgaukeln würde. Für mich dürfte dies dann der Zeitpunkt sein an dem ich erste Shortpositionen aufbaue. Viel scheint derzeit nicht mehr nach oben möglich zu sein. Aktien laufen überwiegend auf hohem Niveau Seitwärts, ebenso wie die Indizes. Wie schon vor ein paar Tagen geschrieben steigt damit das Risiko einer Korrektur des Marktes täglich etwas mehr. Erfahrungsgemäß fällt die Bewegung, je länger diese „Findungsphase“ dauert, dann oftmals sehr dynamisch aus. Bleiben Sie also vorsichtig! Ich habe die Longpositionen in dieser Woche auf ein Mindestmaß zurück gefahren und entsprechend knapp abgesichert.

Dennoch ist es sicherlich noch zu früh sich nun verstärkt in Shortpositionen zu engagieren. Grundsätzlich bleibt die Devise „the trend is your friend“ oder besser gesagt „nerver fight the trend“ Auch wenn der Markt komplett überkauft ist heißt das nicht, dass solche Übertreibungsphasen nicht länger dauern können als angenommen. Warten Sie auf den richtigen Moment, fangen Sie mit kleinen Positionsgrößen an, die dann sukzessive Ausgebaut werden sobald  sich die Erstposition bereits schön im Gewinn befindet. Zusätzlich kann man bereits jetzt entsprechende Abstauberorders in den Markt geben die aus heutige Sicht weit unter den aktuellen Kursen an charttechnisch relevanten Marken positioniert werden. Dies ist insofern nicht ganz ungefährlich falls die Korrektur doch deutlich stärker ausfällt als erwartet. Auch hier gilt – vorerst nur mit kleinen Positionsgrößen arbeiten, und schön weit unten anfangen, nachziehen kann man immer noch wenn der Markt sich schneller fängt als gedacht!

Sollte also bald eine Korrektur kommt werden die zyklischen Werte, die ich immer noch bevorzuge, wohl am schnellsten und weitesten fallen, und in der anschließenden Erholung auch dementsprechend wieder am stärksten steigen. Was will man mehr für einen erfolgreichen Swing-Trade. Automobilwerte wie VW, Porsche, BMW und Daimler aber auch Unternehmen wie Continental, Elring Klinger und Leoni, sind in einem solchen Szenario wohl die richtige Auswahl. Eventuell könnten dann auch Solarwerte wiederum für einen kurzfristigen Trade interessant sein. Centrotherm, Phoenix Solar sowie Roth und Rau würden wir hier weiterhin bevorzugen. Weiter Kandidaten wären dann zu gegebener Zeit Klöckner & Co. Dialog Semicondutor, und eventuell Solar Millennium. Noch ist es nicht soweit, aber es könnte sich lohnen diese Werte nun wieder etwas intensiver zu beobachten.

Citigroup sieht großes Abwärtsrisiko bei der Aixtron Aktie

Die Aixtron Aktie erscheint mir seit langem etwas teuer zu sein. Heute haben die Analysten der Citigroup den Hersteller von LED Produktionsanlagen mit dem Rating „sell“ versehen und das Kursziel deutlich auf 20,- Euro zurückgenommen. Die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn für die kommenden beiden Geschäftsjahre liegen nach Angaben der Citigroup nun deutlich unter den aktuellen Marktprognosen, hieß es in der Meldung weiter. Das Abwärtsrisiko bezifferten die Analysten auf Grund der deutlichen Überbewertung mit ca. 35 Prozent. Grundsätzlich würde ich Analysten-Meinungen ja nicht allzu viel Gewicht beimessen, in diesem Falle jedoch mache ich eine Ausnahme. bereits vor knapp drei Monaten habe ich auf die offensichtliche Überbewertung hingewiesen, und bis heute nicht wirklich verstanden warum diese Aktie so gestiegen ist.

Auch die Zahlenwerke der beiden Mitbewerber Cree und Veeco Instruments haben zuletzt enttäuscht. Keine guten Vorgaben also für die im März zu veröffentliche Geschäftszahlen. Zu den negativen Kommentaren kommt heute noch eine äußerst interessante Chartsituation hinzu. Die Aktie hat den Aufwärtstrend, der zuletzt in einem sich zuspitzenden Keil bewegte nun nach unten verlassen, und damit ein kräftiges Verkaufssignal generiert. erste Kursziele kann man somit nun knapp unter 29,- Euro sowie bei ca 25,70 Euro ausmachen. Auch wenn es nun nicht zu einem Abverkauf bis auf 20,- Euro kommen mag halte ich das erreichen der 25,70 Euro kurzfristig für möglich. Auch bedingt durch das aktuelle KGV von stolzen 15,6 scheint hier noch einiges an Luft für eine entsprechende Kursbewegung zu sein.

Sind E.ON und RWE ein Kauf?

Seit dem Gerücht das zyklische Aktien „Out“ sind waren auf dem Parkett kurzzeitig die defensiveren Werte wieder stärker gefragt. Allen voran die Versorger-Aktien von RWE und E.ON. Doch die jüngsten Gewinne sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei diesen beiden Titeln um die Underperformer des Jahres 2010 im Dax handelt. Das E.ON-Papier war mit einem Minus von knapp 22% einer der schwächsten DAX-Werte. Ist es also wirklich ratsam in Versorgeraktien zu investieren, die zwar eine hohe Dividendenrendite aufweise, aber keinerlei sonstige Kurssteigerung der Aktie zeigen. Ganz im Gegenteil, während Anleger mit Automobilaktien bis zu 100 Prozent Rendite einfuhren mussten Anleger die defensive Werte im Depot hatten sogar Verluste hinnehmen.

Die Charttechnik versprach in den letzten Wochen kurzzeitig dass für die E.ON-Aktionäre nun wieder bessere Zeiten anbrechen könnten, jedoch sind die Kursgewinne doch eher überschaubar ausgefallen. Ebenso lief es bei der RWE Aktie. Ich traue beiden Titeln auch in diesem Jahr nur sehr moderate Zuwächse zu. Zunächst gehe ich davon aus, dass die zarten Kursgewinne der letzten Wochen erst einmal wieder abverkauft werden könnten, wenn es zu einer Konsolidierung des Gesamtmarktes kommt. Von dort aus könnten beide Titel dann , wie der Rest des Marktes, eine Erholungsrallye zeigen, die bei EON , zumindest kurzfristig, aber nicht über 27,50 Euro und bei RWE nicht über 58,- Euro führen sollte.

Wie immer liegt der Gewinn im Einkauf, sprich ein Investment in Versorgeraktien kann kurzfristig interessant sein, wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt. Beispielsweise könnte ein Trade zu 48 bis 50,- Euro bei der RWE Aktie mit einem Kursziel von ca. 58,- Euro eine Rendite von ungefähr 20 Prozent abwerfen. Auch wenn ich glaube, dass es Blue Chips mit deutlich mehr Potenzial am deutschen Markt gibt, sicherlich keine schlechte Rendite. Vergessen Sie Dividenden, denn am Folgetag der Ausschüttung sind diese meistens voll im Aktienkurs eingepreist, und Sie haben de facto nichts verdient.

Hoffnung macht hingegen bei der EON Aktie, dass man sich diese nun von Unternehmensteilen trennen will, und somit bald ordentlich Geld in die Kasse kommen könnte. Mehrere Interessenten sind bei EON an dem zum Verkauf stehenden britischen Stromnetz interessiert. Darunter wohl auch der Hongkonger Milliardär Li Ka-Shing, der erwägt bis zu 3,5 Mrd. Pfund (rund 4 Mrd. Euro) dafür  zu bieten. E.ON-Chef Teyssen hat angekündigt, bis Ende 2013 Beteiligungen im Wert von 15 Mrd. Euro abzustoßen. Der Zeitpunkt für solche Verkäufe ist sicherlich nicht schlecht gewählt und sollte den Konzern finanziell dauerhaft stärken.

bwin.party – viel zu günstig, laut Morgan Stanley

Morgan Stanley hält die aktuelle Bewertung der bwin Aktie im Zuge der bald anstehenden Fusion mit Party Gaming zu dem neuen Unternehmen bwin. party für „viel zu niedrig“ und rät die Titel des Unternehmens über zu gewichten. Auch das deckt sich mit meinen Vorstellung bei einem der wenigen Titel die ich noch unter längerfristigen Gesichtspunkten im Depot habe! Die Analysten von Morgan Stanley sehen das Kursziel der neuen Aktie bei 340p bis 350p. Die Aktie startet den Handel an der Börse in London am 1. April 2011.

Zuletzt hatten Unsicherheiten bezüglich der künftigen Handelbarkeit der Aktie auf den Kurs gedrückt. Eine Zweitnotiz an der Wiener Börse ist vorerst nicht mehr geplant. Deswegen trennten sich sowohl Indexfonds die den ATX abbilden als auch Privatanleger die ihre Aktie nicht an der Londoner Börse handeln wollen in den letzten Tagen verstärkt von der Aktie.

Die Analysten verwiesen weiter auf die zu erwartenden Synergieeffekte, nach dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen, von ca 20 Prozent die sich in den kommenden Jahren positiv auf das Ergebnis auswirken werden, sowie der bald zu erwartenden Deregulierung des Online Wettmarktes in den Kernländern in denen die Gesellschaft verstärkt tätig ist. Ich gehe davon aus, dass die bwin.party Aktie in den kommenden Jahren zu den großen Gewinnern an der Börse gehören wird, wenn die Unruhen um die Fusion erst einmal beendet sind, und habe mich bereits jetzt entsprechend positioniert. Kurse unter 30,- Euro sind Schnäppchenkurse!

Achtung bei Daimler – jetzt wird es eng!

Die Daimler Aktie ging gestern trotz ordentlicher Zahlen über vier Prozent in den Keller. Eigentlich wäre dies noch nicht weiter tragisch, da die vorangegangenen Gewinne in der Aktie ja entsprechend hoch gewesen sind. Die Charttechnik mahnt nun aber zur Vorsicht! Kurzfristig ist die Aktie bearish einzuschätzen und die Unterstützung bei ca 53,15 steht jetzt verstärkt im Fokus. Gestern Abend wurden in der Xetra Schlussauktion nochmal satte 2 Mio Stücke geschmissen und drückten den Kurs fast bis auf diese wichtige Marke runter. Rutscht die Aktie nun unter 53,- Euro eröffnet dies weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich der unteren Begrenzung des Bollinger-Bandes, das derzeit knapp unter 52,- Euro befindet. Die Tendenz bleibt also erst einmal leicht seitwärts bis negativ. Hinzu kommt noch das der Gesamtmarkt unbedingt beobachtet werden muss. Sollte dieser einknicken geratene sicherlich noch die Unterstützungen bei 51,25 Euro und 50,60 Euro sowie glatten 50,- Euro als weitere Auffangmarken in den Fokus.

Tesla Motors verdreifacht den Verlust

Mit Spannung habe ich heute Nacht die Zahlen von Tesla Motors erwartet. Meinen Erwartungen entsprechend musste die Elektroauto-Schmiede einen deutlich höheren Verlust für das Geschäftsjahr 2010 ausweisen, als dies von den meisten Analysten gewünscht wurde. Die Kosten für Marketing, Ausbau des Händlernetzwerks und Produktion von zusätzlichen Baureihen führten zu einem deutlich höheren Verlust als noch im Geschäftsjahr 2009. Mit einem satten Minus von 154,3 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum in dem noch ein Minus von 55,7 Millionen Dollar ausgewiesen wurde hat sich der Verlust des Unternehmens nahezu verdreifacht. Alleine im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2010 wurde ein Verlust in Höhe von 51,4 Millionen Dollar ausgewiesen.

Tesla Motors bleibt eine interessante Firma und die Fahrzeuge sicherlich die interessantesten aus dem Bereich der alternativen Fahrzeugtechnik, das Unternehmen scheint anhand der gelieferten Zahlen aber auch heute immer noch deutlich überbewertet zu sein. Tesla weist heute knapp 1,6 Milliarden Euro Börsenwert auf. Ich gehe davon aus das es noch einige Quartale dauern wird bis dieses junge Unternehmen in die Gewinnzone vorstoßen kann. Für heute rechne ich mit einem weiteren Rücksetzer der Aktie die inzwischen von den Höchstständen bei 36,42 Dollar sehr deutlich bis auf unter 23,- Dollar je Aktie zurückgekommen ist. Mein ursprünglich angepeilter Kaufpreis von 22,- Dollar dürfte nun noch einmal deutlich unterschritten werden. Unter 20,- Dollar je Aktie könnten sich dann kurzfristig eventuell interessante Trading-Chancen ergeben.

Volkswagen-Telekom Korruptionsaffäre drückt auch bei Porsche die Stimmung

Unschöne Geschichten hört man da seit gestern aus Wolfsburg… Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei ehemalige Manager der Telekom-Tochter T-Systems, einen Berater sowie zwei VW-Beschäftigte, weil diese sich Verträge mit einem Gegenwert von mehreren 100 Millionen  Euro zugeschachert haben sollen. Unter anderem sollen sich die betreffenden Mitarbeiter verabredet haben, T-Systems Großaufträge von VW zukommen zu lassen wenn die Telekom im Gegenzug einen millionenschweren Sponsoring-Vertrag mit dem VfL Wolfsburg verlängert. Beide Unternehmen sind um Schadensbegrenzung bemüht und versprechen der Öffentlichkeit uneingeschränkte Aufklärung der Vorwürfe. Sicherlich der beste Weg damit umzugehen, auch wenn die Unternehmensführungen beider Konzerne beteuern nichts davon gewusst zu haben bleibt dennoch ein etwas fader Beigeschmack.

Im Falle der Telekom kann und will ich mich dazu nicht äußern, da ich dieses Unternehmen schlicht und ergreifend nicht beobachte. Treue Leser von Investors Inside wissen auch warum! Im Falle VW versuche ich das ganze eher nüchtern, und realistisch zu betrachten. Natürlich sind solche Absprachen einzelner Mitarbeiter auch für das Image des Gesamtunternehmens nicht unbedingt positiv und wenn diese dann bekannt werden kurzfristig auch belastend für den Aktienkurs. Dennoch, was passiert im schlimmsten Fall? Die Ermittlungen werden sich über Monate hinziehen, und die meisten Anleger werden bis zur Veröffentlichung des Ergebnisses schon gar nicht mehr daran denken. Die Unternehmen werden gegebenenfalls eine Strafe zahlen müssen, die meistens eine Höhe hat, die für die Unternehmen noch aus der Portokasse zu bezahlen ist.

Völlig unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang der Kursverlust bei der Porsche Aktie gestern. Das Unternehmen hat zwar auch so seine rechtlichen Altlasten durch die gescheiterte Übernahmen von VW zu tragen, eine Sippenhaft mit dem Mutterkonzern wegen der jüngsten Korruptionsaffäre macht aber wenig Sinn. Diese offensichtliche Betrachtungsweise vieler Anleger zeigt aber auch, dass die jüngsten Diskussionen über die baldige Fusion beider Unternehmen eigentlich völlig überflüssig sind, denn die Fusion hat in den Köpfen der Anleger schon längst stattgefunden. Der tatsächliche Schritt der Verschmelzung wird wohl kommen und zwar bald. Ich habe gestern Abend, im späten Xetra Handel,  beide Titel gekauft und setze auf einen kurzfristigen Rebound der VW und vor allem der Porsche Aktie.

Das nächste Schweinchen heißt… Thielert

Das nächste Schweinchen heißt Thielert… passend zu meinem gestrigen Artikel …„Solon, Vivacon, Pfleiderer welches Schweinchen hätten Sie gerne?“ muss ich jetzt wohl eine tägliche „Schweinchen Kolumne“ daraus machen. Nicht nur wegen der großen Resonanz auf den Artikel, sondern viel mehr weil sich nun jeden Tag ein solches Schweinchen, dass von ertragsorientierten Schweinehirten durchs Dorf getrieben wird, finden lässt. Gestern im späten Handel haben sich diese Hirten nun auf den Flugzeugmotoren-Hersteller Thielert gestürzt und den Kurs kräftig angetrieben. Wohlgemerkt ohne irgendwelche neuen Nachrichten oder fundamentalen Begründungen. Über 30 Prozent konnte das eigentlich insolvente Unternehmen gestern an Wert zulegen. Respekt!! Das hatten wir doch bereits vor einigen Wochen schon mal bei Thielert, doch offenbar gibt es immer wieder neue Anleger die das Spiel mitmachen.

Oder es sind gar die alten die sich bereits beim letzten Mal die Finger verbrannt haben und nun Ihr Geld zurück haben wollen. Das wäre allerdings noch dümmer! Nun ja ich orakle mal das neue Spiel „Schweinchenrennen“ wohl wie beim letzten Mal für die meisten Anleger nicht gut ausgehen wird…wünsche aber allen Investierten trotzdem viel Glück! Für mich ist dies ein weiteres untrügerisches Zeichen dafür, dass wir uns am Ende der aktuellen Aufwärtsbewegung befinden. Die Gier bremst den Verstand, und es scheinen wieder verstärkt unerfahrene Anleger am Markt zu agieren, die das Spiel gegen die erfahrenen Schweinchenhirten immer wieder verlieren werden…

Nokia – charttechnisch schwer angeschlagen!

Seit der Ankündigung das Nokia sich nun zusammen mit Microsoft für den Kampf gegen Apple und Google rüsten will ist die Aktie des finnischen Handyherstellers regelrecht abgestürzt. Man will künftig  bei Smartphones auf das Betriebssystem von Microsoft aufsetzen hieß es in der Pressemeldung vom Freitag. Analysten sind sich einig, das eine Kooperation mit Google eventuell besser gewesen wäre. An der Börse kam diese Zusammenarbeit nicht besonders gut an. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der einstige Weltmarktführer bei Handys die Entwicklung bei den Smartphones komplett unterschätzt, und den Anschluss an die Weltspitze verpasst hat. Aus diesem Grund gehört die Nokia Aktie bereits seit Jahren nicht zu unseren Favoriten im Technologiesektor, und wird auch nicht mehr beobachtet. Aus gegebenem Anlass habe ich mir aber dennoch den Chart heute mal wieder etwas näher angesehen.

Die Nokia Aktie ist charttechnisch massiv angeschlagen. Die aktuelle Unterstützung der Aktie verläuft bei 6,60 Euro. Diese wurde heute bereits mehrfach unterschritten. Damit wurde gleichzeitig ein neues Zehnjahres-Tief markiert. Gelingt es nicht den Aktienkurs hier zu stabilisieren so drohen weitere Kursverluste bis zunächst in den Bereich um die 5,75 Euro. Erst eine nachhaltige Rückkehr über 7,50 Euro würde das kurzfristige Chartbild wieder etwas aufhellen und könnte eine erneute Aufwärtsbewegung bis ca 8,50 Euro-Marke zulassen. Die Nokia Aktie ist mit einem aktuellen KGV von 11 moderat, aber nicht günstig, bewertet. Wir würden die Aktie unter den gegebenen Umständen vorerst nicht anfassen. Einen starken Rebound in den kommenden Tagen würden wir ausschließen, vielmehr stellt sich die Frage wie weit die Aktie im Zuge einer Konsolidierung des Gesamtmarktes noch fallen kann.

Korrektur mit Ansage? Cisco, Sierra Wireless, Smith Micro und Novatel

Schaut man sich heute mal unseren Realtime Börsenkalender etwas näher an stellt man sich zwangsweise die Frage warum der Dax noch da notiert wo er gerade ist. Überwiegend rote Vorzeichen prägen heute die Konjunkturlandschaft. Und dabei sind einige Daten die einem aufmerksamen Anleger zu denken geben sollten. Angefangen hat dieser Zahlenreigen heute früh morgens mit dem chinesischen Verbraucherpreisindex, der mit 4,9 Prozent unter den Erwartungen lag und weiterhin auf stark inflationäre Tendenzen in China hinweist. Das deutsche BIP ist schwächer ausgefallen als erwartet, der ZEW Index stieg hingegen zum vierten Mal in Folge, deutet aber ebenfalls auf eine deutliche Verlangsamung des Wirtschaftsaufschwungs hin. Mit 15,70 Punkten lag der Wert deutlich unter den von Analysten erwarteten 20,20 Punkten.

Griechenland bleibt weiterhin das Sorgenkind der Währungsunion. Das griechische BIP sank deutlich auf minus 6,60 Prozent, hier waren Fachleute von „nur“ minus fünf Prozent ausgegangen. Die „Termine des Tages“ sind also bislang überwiegend schlechter ausgefallen als erwartet. Mit Spannung wird nun heute Nachmittag die Veröffentlichung des Empire State Index, die Einzelhandelsumsätze und Importpreise der USA erwartet. Vielleicht können diese Daten nun Klarheit über die weitere Richtung der Indizes bieten. Spätestens am Freitag, wenn erneut die Arbeitsmarktdaten der USA auf der Agenda stehen rechne ich aber mit einer klaren Bewegung in die ein oder andere Richtung.

Auch die Charts einzelner Indizes und Aktien warnen zumindest weiterhin zur Vorsicht. Die leichten Gewinne im S&P 500 wurden im nachbörslichen Handel bereits wieder abverkauft. Insgesamt bleibt Festzuhalten, dass bereits seit nunmehr zweieinhalb Handelstagen die Dynamik deutlich nachgelassen hat. Besondere Aufmerksamkeit verdient wohl auch der Technologiesektor. Zahlreiche namhafte Unternehmen wie Cisco, Sierra Wireless, Smith Micro oder Novatel hat es in den letzten Tagen übelst erwischt. Heftige Kurseinbrüche von bis zu 40 Prozent vermitteln ein ungefähres Bild davon wie schnell und dynamisch eine Korrektur im Technologiesektor ausfallen kann, wenn die Zahlen oder der Ausblick nicht den Vorstellungen der Aktionäre entsprechen. Vielleicht sind solche Einbrüche bereits Vorboten für einen baldigen Trendwechsel im Technologiesektor insgesamt? In anderen Sektoren sollte eine solche Korrektur allerdings etwas ziviler ablaufen!

Solon, Vivacon, Pfleiderer – welchens Schweinchen hätten Sie gerne?

Es scheint bald wieder soweit zu sein. Jedes mal gegen Ende einer längeren Aufwärtsbewegung an den Börsen werden noch schnell ein paar Säue durchs Dorf getrieben. Diese „Säue“ heißen in den letzten Tagen unter anderem Solon, Vivacon, und  Pfleiderer, über die wir ja auch zuletzt berichtet hatten. Die Kursverläufe dieser Aktien sind mit normalen, fundamental begründeten, Argumenten wohl nicht zu erklären. Bei Vivacon hatten Anleger auf eine deutliche und nachhaltige Wende des operativen Geschäftes im Vorfeld der gestern veröffentlichten Zahlen gesetzt, und wurden enttäuscht. Das kann man noch irgendwie nachvollziehen, auch wenn der vorangegangene Kursanstieg von ca. 100 Prozent bei einem Fast-Pleite-Unternehmen etwas heftig erscheint. Die Pleite sei nun abgewendet hieß es in der Presse, einen echten Beweis dafür konnte das Unternehmen mir persönlich mit dem Zahlenwerk aber nicht liefern.

Bei der arg gebeutelten Pfleiderer AG  sehnen sich die Anleger nach Rettung und der Hoffnung auf bessere Zeiten. Gestern konnte die Aktie um 16 Prozent zulegen und rettete somit das Chartbild vorübergehend. Zuvor sah eher alles nach einem Absturz in Richtung einem Euro aus. Ob diese neu eingeschlagene Richtung nun beibehalten werden kann darf zumindest bezweifelt werden. Die gestrige Meldung, dass man nun den Sanierungsspezialisten Hans Joachim Ziems für eine Restrukturierung des Konzerns gewinnen konnte ist sicherlich positiv zu werten. Ob sich hier nun allerdings schnelle Erfolge einstellen werden..? Ich bin gespannt! Normalerweise ist ein beliebter Spruch bei Sanierern „Erstmal wird alles noch viel schlimmer, bevor es dann besser wird.“

Nüchtern betrachtet befindet sich der Aktienkurs aktuell in einer Trading-Range zwischen 1,25 und 1,78 Euro und steht ziemlich genau in der Mitte dieser. Die nächsten Handelstage werden zeigen welche dieser Marken erreicht werden soll. Man sollte beachten, dass die gestrigen Umsätze in der Aktie nicht allzu hoch waren, und auch die Positionsgrößen eher darauf schließen lassen, dass hier verstärkt Trader, und nicht etwa Großinvestoren, am Werk sind.

Das heftigste Beispiel für die Sau-durchs-Dorf-Theorie lieferte gestern wohl die Solon Aktie. Das Unternehmen hat nach wie vor die gleichen Probleme wie vorher! Der Aktienkurs legte gestern noch einmal um satte 42 Prozent zu, nachdem die Aktie seit dem 04.02 bereits kräftig gestiegen ist. Inzwischen hat sich der Aktienkurs nun mehr als verdoppelt. Erstaunlich dabei ist nicht unbedingt die Tatsache an sich, sondern viel mehr die Dynamik mit der dies passiert. Die Kursbewegung deutet also eher auf einen Short Squeeze hin. Nachrichten die diesen Kursverlauf wirklich begründen würden gibt es nicht. Ich hatte ja bereits mein Unverständnis darüber geäußert. Wie auch immer, für diejenigen die dabei waren freut es mich, aber bitte daran denken auch irgendwann wieder ab zuspringen! Solon könnte aus charttechnischen Gründen noch bis 6,- Euro steigen, und wäre spätestens dann für mich persönlich wohl eher ein außerordentlich interessanter Short-Kandidat. Mal schauen wer das nächste Schweinchen wird…

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