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Machtwechsel in China – Hoffnung für Trina Solar, Suntech, LDK, Yingli und Solarworld?

Die letzten beiden Tage waren  war mal wieder nicht die der Solarwerte, wie schon so oft in letzter Zeit. Der deutsche Branchenprimus Solarworld ist nun auch, nach erneut enttäuschenden Zahlen, auf dem besten Weg zum Pennystock zu werden und auch bei den konkurrierenden Unternehmen aus China sieht es nicht viel besser aus. Inzwischen notieren viele Aktien der einstigen Highflyer aus China unter einem Dollar, andere wiederum sind zielstrebig auf dem Weg in diese unterirdischen Kursregionen. Besonders schlimm traf es in dieser Woche erneut die Aktien von Trina Solar, Yingli Green, Suntech Power, LDK Solar, JaSolar, aber auch Canadian Solar und ReneSola. Der Auslöser könnte die bereits am Montag deutlich reduzierte Prognose von Trina Solar gewesen sein. Man weiß es nicht genau, aber das spielt auch eine eher untergeordnete Rolle. Denn grundsätzlich bin ich persönlich schon lange der Meinung dass diese Branche systematisch kaputt gemacht wurde und keine echten Überlebenschance mehr hat. Zu lange hat man nichts getan, zu lange um jeden Preis versucht Marktanteile zu gewinnen. Der Untergang ist nun wohl nur noch eine Frage der Zeit…

Es dürfte inzwischen wirklich jedem Anleger klar geworden sein, dass die genannten Unternehmen große Probleme mit Überkapazitäten haben. Der dauerhafte und sehr extreme Preisverfallen der hergestellten Produkte ist zwar gut für die Abnehmer aber weniger gut für die herstellenden Unternehmen. Da auch klar sein dürfte das sich diese Faktoren nicht mal so eben ändern lassen ist eine Pleitewelle für die notwendige Marktbereinigung aus meiner Sicht unausweichlich. Bislang scheint die chinesische Regierung sich aber noch vehement dagegen stemmt und stützt die nahezu bankrotten Unternehmen des Reiches weiterhin mit Krediten, wohl wissend das diese wohl nie zurück gezahlt werden. Erst wenn hier ein umdenken stattfindet können ein paar der oben genannten Unternehmen vielleicht überleben. Mit dem Machtwechsel in China besteht nun zumindest die Hoffnung auf Veränderung. Ob Reformen dieser Art allerdings möglich sein werden muss noch abgewartet werden.

Bis es soweit ist sollten Anleger wohl weiterhin einen großen Bogen um klassische Solarwerte machen. Auch auf diesem Niveau sind die Aktien aus meiner Sicht inzwischen brandgefährlich. Eine Pleitewelle kann jederzeit kommen, faktisch sind viele der genannten Unternehmen sowieso schon bankrott. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist somit sehr wahrscheinlich. Egal wie das große Spiel um Marktanteile am Ende ausgehen wird – es wird keine Gewinner geben! Man kann nur hoffen dass alle Beteiligten aus den Ereignissen der letzten Jahre gelernt haben, denn ich sehe da schon die nächste Branche in Gefahr….(!) Mal schaun ob die neue Regierung in China etwas mehr Weitsicht beweisen wird. Für Solarworld Aktionäre könnte heute erst einmal eine Premiere auf dem Programm stehen. Das einstige deutsche Vorzeigeunternehmen notiert bereits wenige Cents über der 1,- Euro Marke und wird möglicherweise nun auch zum Pennystock! Das ist irgendwie traurig und wäre wohl vermeidbar gewesen..!

Der Silber-Gold-Öl-Euro-Crash..

Lange hat es gedauert – seit Wochen schreibe ich hier darüber, dass in einzelnen Märkten unglaubliche Übertreibungen stattfinden. Seit zwei/drei Tagen scheinen sich diese Übertreibungen nun endlich wieder zu relativieren. Die Rede ist natürlich in erster Linie von den Rohstoffen, und hier insbesondere die beiden Edelmetalle Gold und Silber sowie Öl. Alle drei Anlageinstrumente sind in den vergangenen beiden Tagen kräftig unter die Räder bekommen. Am härtesten dürfte es dabei die Anleger erwischt haben die beim Silber zu Kursen knapp unter 50,- Dollar noch auf einen weitere Anstieg gesetzt haben. Der Silberpreis ist nach der dramatischen Rallye der letzten Wochen ebenso dramatisch wieder eingebrochen, und notiert heute rund 30 Prozent niedriger als noch letzte Woche. In seinem Schlepptau das Edelmetall Gold. Mit 1.485,- Dollar je Feinunze notiert Gold heute um satte 85,- Dollar niedriger als noch letzte Woche.

Natürlich führten diese starken Kursbewegungen bei den Rohstoffen auch zu entsprechenden Verwerfungen an den Devisenmärkten. Notierte der Euro gegenüber dem Dollar noch am Wochenanfang bei knapp 1,50 mussten auch hier deutliche Abschläge hingenommen werden. Inzwischen hat sich die europäische Leitwährung bei 1,45 vorläufig eingependelt. Der Ölpreis stürzte ebenfalls dramatisch ab, Brent kostet nur noch 111 und WTI rund 100 Dollar und damit mehr als zehn Prozent weniger als noch vor kurzem.

Über die tatsächlichen Auslöser dieser extremen Kursbewegungen spekuliert der Markt nun in alle Richtungen. Die zuletzt schwachen Zahlen des US Arbeitsmarktes lassen neue Befürchtungen eines sogenannten „Double Dip“ erneut aufkeimen, hieß es unter anderem. Der starke Abschlag wurde als Zeichen für eine kommende Schwäche der US-Wirtschaft gewertet. Die Euroschwäche sowie der nachgebende Ölpreis hingegen sind natürlich deutlich positive Zeichen für exportorientierte deutsche Firmen, und könnten nach einer baldigen Stabilisierung der Rohstoffmärkte für einen neuen Schub sorgen. Natürlich bleiben diese Verwerfungen aber zunächst nicht ohne Wirkung auf die Aktienmärkte! Ich bin somit sehr gespannt wie weit die Korrektur dieser überhitzten Märkte noch gehen wird, um dann zu gegebener Zeit in die Profiteure dieser Entwicklung zu investieren…

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Nokia – charttechnisch schwer angeschlagen!

Seit der Ankündigung das Nokia sich nun zusammen mit Microsoft für den Kampf gegen Apple und Google rüsten will ist die Aktie des finnischen Handyherstellers regelrecht abgestürzt. Man will künftig  bei Smartphones auf das Betriebssystem von Microsoft aufsetzen hieß es in der Pressemeldung vom Freitag. Analysten sind sich einig, das eine Kooperation mit Google eventuell besser gewesen wäre. An der Börse kam diese Zusammenarbeit nicht besonders gut an. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der einstige Weltmarktführer bei Handys die Entwicklung bei den Smartphones komplett unterschätzt, und den Anschluss an die Weltspitze verpasst hat. Aus diesem Grund gehört die Nokia Aktie bereits seit Jahren nicht zu unseren Favoriten im Technologiesektor, und wird auch nicht mehr beobachtet. Aus gegebenem Anlass habe ich mir aber dennoch den Chart heute mal wieder etwas näher angesehen.

Die Nokia Aktie ist charttechnisch massiv angeschlagen. Die aktuelle Unterstützung der Aktie verläuft bei 6,60 Euro. Diese wurde heute bereits mehrfach unterschritten. Damit wurde gleichzeitig ein neues Zehnjahres-Tief markiert. Gelingt es nicht den Aktienkurs hier zu stabilisieren so drohen weitere Kursverluste bis zunächst in den Bereich um die 5,75 Euro. Erst eine nachhaltige Rückkehr über 7,50 Euro würde das kurzfristige Chartbild wieder etwas aufhellen und könnte eine erneute Aufwärtsbewegung bis ca 8,50 Euro-Marke zulassen. Die Nokia Aktie ist mit einem aktuellen KGV von 11 moderat, aber nicht günstig, bewertet. Wir würden die Aktie unter den gegebenen Umständen vorerst nicht anfassen. Einen starken Rebound in den kommenden Tagen würden wir ausschließen, vielmehr stellt sich die Frage wie weit die Aktie im Zuge einer Konsolidierung des Gesamtmarktes noch fallen kann.

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