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Was ist bei der Hochtief Aktie los… ?

Heute war wahrlich kein besonders guter Tag für Hochtief Aktionäre. Einmal mehr bereitet die australische Tochter Leighton Probleme… Jahrelang soll das Unternehmen Korruptionsgelder bezahlt haben um sich Großaufträge zu sichern, berichtete die Mediengruppe Fairfax. Nach folgendem Bericht in der australischen Zeitung “ The Sydney Morning Herald“ geht man offenbar auch davon aus, dass einige hochrangige Manager des Tochterunternehmens Leighton, sehr wohl gewusst oder geduldet haben, dass es Korruption im Unternehmen gebe. Der frühere Leighton Chef Wal King hat hingegen bereits ernsthaft dementiert von solchen Machenschaften in seinem Unternehmen gewusst zu haben.

Die Leighton Holding ist eine 56,39 – prozentige Tochter von Hochtief. Die Leighton Aktie verlor nach den Presseberichten gestern runde 15 Prozent an Wert. Die Aktie des deutschen Baukonzerns kam ebenfalls kräftig unter Druck, und verlor in der Spitze bis heute zu 11 Prozent. Zum Handelsende konnte sich die Hochtief Aktie wieder etwas erholen und schloss über der psychologisch wichtigen 60,- Euro Marke. Dennoch stand am Ende des Tages ein immer noch sattes Minus von 7,88 Prozent auf dem Kurszettel.

Hochtief Aktie Chart

Die Vorwürfe sind zwar schwerwiegend, die Reaktion des Marktes bei der Hochtief Aktie dürfte aber etwas übertrieben gewesen sein… und ich bin mir relativ sicher, dass Hochtief , bzw. der Mutterkonzern ACS hier entsprechend schnell reagieren wird. Zudem hat die Aktie durch den Kursrutsch nun mustergültig die Unterstützungszone zwischen 57,90 und  58,55 Euro „getestet“, die offenbar einen ersten ernsthaften Haltepunkt darstellt. Aus rein charttechnischer Betrachtung sollte diese Marke halten. Im negativen Falle würde wohl auch noch der Bereich um die 55,75 Euro getestet werden. An einen Test der unteren Begrenzung des Aufwärtstrend-Kanals glaube ich persönlich in den starken Umfeld also nicht. Grundsätzlich würde ich diesen Rücksetzer also als willkommene Einstiegsgelegenheit sehen! Ob ich damit Recht behalten werde, wird wohl der morgige Handelstag zeigen… Auf jeden Fall intensiv beobachten! Mehr zum Thema auch hier..!

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Griechenland – es reicht !

Als Nachtrag zu meinem Marktkommentar von gestern Abend heute Morgen noch ein persönliches Statement zum Thema Griechenland. Ich habe dafür nur zwei Worte übrig : ES REICHT !

Ich habe schon vor Wochen geschrieben, dass Griechenland in meinen Augen schnellstmöglich aus dem Euro muss. Dieses Land hat sich durch gefälschte Bilanzen in die Eurozone herein geschlichen und ist in meinen Augen von Korruption und Günstlingswirtschaft zerfressen und ohne funktionierende Staatsorgane. Man muss sich das vorstellen, das Land kennt nicht einmal ein Grundbuch ! Das Land gehört in meinen Augen nicht in den Euro.

Und nun dieses Ding mit der Volksabstimmung. Als ob das Papandreou und Co. nicht schon längst als Option auf dem Radar gehabt hätten. Aber nein, erst einmal die anderen Europäer sich abmühen lassen, das Geld freigegeben lassen und dann den Partnern auf diese Art und Weise in den Rücken fallen.

Ich habe ja kein Problem mit der Überlegung, das Thema mit einer Volksabstimmung abzusichern, das ist nachvollziehbar und wahrscheinlich nötig. Was mich aufregt ist der Umgang mit den europäischen Partnern, die gerade durch grösste Mühen gehen um Griechenland zu retten. Und die Folge davon ist natürlich Verunsicherung und das ist die grösste Gefahr für die Wirtschaft der Euro-Zone. Dem Versuch die Eurozone zu stabilisieren ist so der Boden entzogen worden. Möglicherweise ist damit die kalte Berechnung verbunden, dass Europa ja noch bessere Konditionen gewähren wird, um dem griechischen Volk die Zustimmung zu ermöglichen.

Unglaublich was die sich erlauben. Ich würde mir das nicht bieten lassen, zumal wenn ich der Zahlmeister bin.

Für die Börsen ist das natürlich ein Dolchstoss in den Rücken. Damit ist auch meine Gelassenheit von gestern Abend völlig hinfällig. Nun ist alles anders und die Börsen müssen sich auf weitere lähmende Monate der Unsicherheit in Europa einstellen. Die vom EU Gipfel ausgehende Sicherheit ist definitiv weg. Wir dürfen uns dafür mal wieder bei unseren griechischen “Freunden” bedanken. Ich frage mich, wie lange Europa sich noch so veräppeln lassen will. Während sich zum Beispiel die Portugiesen ehrlich abmühen und unsere Hilfe und Solidarität verdient haben, werden wir von der griechischen Regierung in meinen Augen an der Nase herum geführt.

ES REICHT ! (HS)

Volkswagen-Telekom Korruptionsaffäre drückt auch bei Porsche die Stimmung

Unschöne Geschichten hört man da seit gestern aus Wolfsburg… Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei ehemalige Manager der Telekom-Tochter T-Systems, einen Berater sowie zwei VW-Beschäftigte, weil diese sich Verträge mit einem Gegenwert von mehreren 100 Millionen  Euro zugeschachert haben sollen. Unter anderem sollen sich die betreffenden Mitarbeiter verabredet haben, T-Systems Großaufträge von VW zukommen zu lassen wenn die Telekom im Gegenzug einen millionenschweren Sponsoring-Vertrag mit dem VfL Wolfsburg verlängert. Beide Unternehmen sind um Schadensbegrenzung bemüht und versprechen der Öffentlichkeit uneingeschränkte Aufklärung der Vorwürfe. Sicherlich der beste Weg damit umzugehen, auch wenn die Unternehmensführungen beider Konzerne beteuern nichts davon gewusst zu haben bleibt dennoch ein etwas fader Beigeschmack.

Im Falle der Telekom kann und will ich mich dazu nicht äußern, da ich dieses Unternehmen schlicht und ergreifend nicht beobachte. Treue Leser von Investors Inside wissen auch warum! Im Falle VW versuche ich das ganze eher nüchtern, und realistisch zu betrachten. Natürlich sind solche Absprachen einzelner Mitarbeiter auch für das Image des Gesamtunternehmens nicht unbedingt positiv und wenn diese dann bekannt werden kurzfristig auch belastend für den Aktienkurs. Dennoch, was passiert im schlimmsten Fall? Die Ermittlungen werden sich über Monate hinziehen, und die meisten Anleger werden bis zur Veröffentlichung des Ergebnisses schon gar nicht mehr daran denken. Die Unternehmen werden gegebenenfalls eine Strafe zahlen müssen, die meistens eine Höhe hat, die für die Unternehmen noch aus der Portokasse zu bezahlen ist.

Völlig unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang der Kursverlust bei der Porsche Aktie gestern. Das Unternehmen hat zwar auch so seine rechtlichen Altlasten durch die gescheiterte Übernahmen von VW zu tragen, eine Sippenhaft mit dem Mutterkonzern wegen der jüngsten Korruptionsaffäre macht aber wenig Sinn. Diese offensichtliche Betrachtungsweise vieler Anleger zeigt aber auch, dass die jüngsten Diskussionen über die baldige Fusion beider Unternehmen eigentlich völlig überflüssig sind, denn die Fusion hat in den Köpfen der Anleger schon längst stattgefunden. Der tatsächliche Schritt der Verschmelzung wird wohl kommen und zwar bald. Ich habe gestern Abend, im späten Xetra Handel,  beide Titel gekauft und setze auf einen kurzfristigen Rebound der VW und vor allem der Porsche Aktie.

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