Author Archives: Lars

VW verkündet neuen Absatzrekord, plus 244 Prozent im Mai!

Einer Meldung auf Yahoo Finance zufolge verkündete der Volkswagen-Konzern einen neuen Absatzrekord in Indien, bzw. eine Absatzsteigerung von satten 244 Prozent im Monat Mai. Insgesamt wurden demnach 6.185 Einheiten verkauft. Eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat als nur 1.796 Fahrzeuge abgesetzt wurden. Weiter heißt es in der Meldung, dass 5,889 Fahrzeuge der Baureihe Polo und  Vento sowie 184 Einheiten des Passat BlueMotion verkauft wurden. Insgesamt verkaufte VW somit von Januar bis Mai 33,958 Einheiten gegenüber 32,627 in der selben Periode des Vorjahres.

Laut einer dpa Meldung von heute sind die Zeiten für die Schnäppchenjäger bei Neuwagenkäufern bald vorbei. Der deutsche Automarkt erholt sich laut einer Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen weiterhin, weswegen die Hersteller ihre Fahrzeuge zunehmend ohne massive Nachlässe verkaufen können. “Für die deutschen Autobauer ist dies eine gute Nachricht, die sich auch auf die Ergebnisse im zweiten Quartal auswirken wird”, sagte Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer. Im deutschen Automarkt werde wieder mehr am Auto verdient. Das sei auch für die Aktionäre eine gute Nachricht, die von einem Rückgang der Vertriebskosten profitierten.

Wir hatten ja bereits gestern, und heute Morgen darauf hingewiesen das es bei den VW Aktien demnächst zu einem Ausbruch nach oben kommen könnte. Heute präsentieren sich alle Aktien in entsprechend guter Verfassung, und können weiter zulegen. Bei den Stammaktien ist der Ausbruch bereits geglückt, Porsche scheint heute noch zu folgen, und die Vorzugsaktien werden wohl in Kürze nachziehen…Wenn der Gesamtmarkt heute mitspielt!

Klöckner & Co. – Starke Kapitalerhöhung!

Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co. ist zuletzt wegen der geplanten Kapitalerhöhung deutlich zurückgekommen., Nachdem Firmenchef Gisbert Rühl zunächst betont hatte, dass man nicht unbedingt und zu jedem Preis eine Kapitalerhöhung durchführen würde kam diese dann doch – für viele überraschend – kurzfristig! Mit der geplanten Kapitalmaßnahme will das Unternehmen insgesamt 527 Millionen Euro einzunehmen, um für weitere Akquisitionen im hochinteressanten Stahlmarkt gerüstet zu sein.

Kürzlich wurden die entsprechenden Bezugsrechte für die neuen Aktien in die Depots der Altaktionäre eingebucht. Für je zwei alte Aktien, bzw. zwei Bezugsrechte kann man bis zum 09.Juni.2011 eine neue Aktie zum Preis von 15,85 Euro erwerben. Die Bezugsrechte sind seit einigen Tagen unter der WKN A1KRDK an der Börse handelbar. Ganz im Gegensatz zu den in der letzten Zeit „üblichen“ Kapitalerhöhungen wurden die Bezugsrechte für die jungen Aktien der Klöckner & Co. AG seit der Emission verstärkt gekauft. Dementsprechend entwickelte sich auch der Aktienkurs der Klöckner Aktie seit Bekanntgabe der Kapitalerhöhung, bereinigt um die Bezugsrechte und die ausgeschüttet Dividende, positiv.

Mit dem gestrigen Ausbruch nach oben bis auf 20,60 Euro hat die Klöckner Aktie nun ein neues Kaufsignal generiert. Der Verlauf des Handels mit den Bezugsrechten lässt schon jetzt einen sehr positiven Abschluss der Kapitalmaßnahme vermuten. Die Klöckner Aktie sollte kurzfristig die Marke von 21,50 Euro wieder überwinden können. Ein erstes Kursziel nach der Kapitalerhöhung sehen wir bei 23,- Euro.

Commerzbank – da tut sich was!

Alle guten Dinge sind drei, deswegen noch eine Meldung zu einer weiteren Transaktion im Xetra Schlusshandel die ich zumindest bemerkenswert finde. Bei der Commerzbank Aktie gingen gestern Abend noch schnell 16.846.919 Aktien als letzte Order über den Tisch und zogen den Kurs der Aktie ein Stück nach oben. Ob es sich hierbei um eine weiteren großen Eindeckungskauf handelt kann ich nicht beurteilen, die Ordergröße ist aber ungewöhnlich. Bereits am 23.05 konnte man extreme Umsätze bei der Commerzbank Aktie sichten, allerdings eher zu Handelsbeginn mit darauf folgend kräftig fallenden Kursen am Folgetag.

Charttechnisch präsentiert sich die Aktie, nicht zuletzt durch diese große Kauforder, wieder etwas freundlicher. Gelingt nun ein weiterer Anstieg über 3,23 Euro besteht die Chance auf einen anschließenden Zugewinn der Aktie bis in den Bereich um die 3,63 Euro. Ich rechne aber damit, dass es bis zum Abschluss der Kapitalerhöhung durchaus noch einmal turbulent werden könnte. Auch ein erneutes Abtauchen unter 3,- Euro ist also jederzeit möglich, allerdings dürfte die Commerzbank Aktie heute erst einmal von dem allgemein positiven Umfeld profitieren können. In den kommenden Tagen sollten die Umsätze bei der Aktie etwas genauer beobachtet werden…

VW, Porsche – wer kaufte gestern 1,6 Millionen VW Aktien??

Ebenfalls auffällig war die Xetra Schlussauktion bei den VW Vorzugsaktien gestern. Nachdem sich die Vorzugsaktie bereits im Tagesverlauf deutlich schwächer als die Stammaktien präsentiert hatten, wurde der Aktienkurs der Vorzüge gegen Handelsschluss noch einmal kräftig von 125,- auf 122,75 Euro gedrückt um dann in der Schlussauktion eine satte Kauforder von 1.600.000 Stücken zu platzieren. Immerhin ein Volumen von knapp unter 200 Millionen Euro! Somit drängt sich die Frage wohl auf wer hier so massiv eingestiegen ist? Derzeit würde ich eher dem Kurs der Stammaktien trauen, da bei den Vorzügen offensichtlich schon seit Tagen massiv Kurse bewegt werden.

Ich könnte mir also gut vorstellen, dass hier eine größere Adresse nach der Ankündigung der geplanten MAN Übernahme noch günstig eingestiegen ist. Alle drei VW Aktien, sprich die Vorzüge, die Stämme und Porsche sind weiterhin extrem interessante Ausbruchskandidaten. Die Porsche Aktie hat sich gestern erneut stark präsentiert und konnte bis auf 48,77 Euro ansteigen, Bei 49,10 Euro wartet die nächste Hürde die -wenn sie überwunden wird – weiteres Potenzial bis 53,40 Euro eröffnet. Die VW Stammaktien sollte in Kürze den Sprung über die 117,- Euro schaffen und damit ein neues Kursziel von 122,60 generieren. Dementsprechend dürften auch die Vorzüge wieder durchstarten wenn der Käufer fertig ist.

Pfleiderer – gehen jetzt die Lichter aus?

Nicht viel Gutes verheißt die gestrige Schlussauktion bei der Pfleiderer Aktie. Nachdem es zuletzt, seit Ausbruch der Krise bei dem Holzverarbeiter recht ruhig geworden ist wurden in der Schlussauktion noch schnell ca. 350.000 Aktien verkauft und schickten den Aktienkurs damit erneut um zehn Prozent tiefer auf ein neuen Tiefstand. Damit generierte die Aktie ein neues, klares Verkaufssignal. Der ehemalige Weltmarktführer wird somit nur noch mit 43 Millionen Euro an der Börse bewertet. Charttechnisch bedingt dürfte nun die Marke von 0,54 Euro in den Fokus der Anleger rücken. Grund für den erneuten Kurssturz könnte die gestern veröffentlichte Einladung zu einer Gläubigerversammlung am 14.Juni sein.

Das Management der Pfleiderer AG schlägt den Gläubigern schon fast zwingend vor, dass die Inhaber der 2007 an den Markt gebrachten Anleihe, die ein Gesamtvolumen von 275 Millionen Euro hatte komplett auf ihre Ansprüche verzichten sollen, und im Gegenzug – nach allen vorgesehenen Kapitalmaßnahmen – zusammen vier Prozent der Aktien des Unternehmens dafür bekommen würden. Stimmen die Gläubiger dem nicht zu stünde auch das restliche Rettungspaket für den angeschlagenen Konzern auf sehr wackeligen Füßen. Am 14 Juni könnte hier also wohl eine finale Entscheidung über eine Fortführung des Unternehmens anstehen. Einige Anleger scheinend diese offenbar nicht abwarten zu wollen…

First Solar, Yingli, Suntech, Trina, LDK Solar und Hanwah vor dem Rebound?

Ich hatte ja bereits vor einigen Tagen über die chinesischen Branchenvertreter der Solarindustrie, Yingli Green Energy, Suntech Power, Trina Solar, LDK Solar und Hanwah Solarone berichtet, bzw. letztere wurde umfangreich auf Investors Inside diskutiert. Die Aktien aller Titel konnten sich in den letzten Tagen, teilweise deutlich, von Ihren Tiefstständen lösen, bleiben aber vorerst charttechnisch angeschlagen. Man darf nun gespannt sein wie der amerikanische Markt die Neuigkeiten aus Deutschland aufnehmen wird. Sicherlich warten einiger Anleger deutscher Solarwerte heute schon auf eine vermeintlich fulminante Börseneröffnung in den USA, die auch den deutschen Aktien noch einmal einen zusätzlichen Schub verleiht. Bereits heute zeigen sich nämlich nach der gestrigen Rally schon wieder erste Ermüdungserscheinungen!

Im direkten Vergleich zu den deutschen Unternehmen, die scheinbar in manchen Bereichen den Anschluss verloren haben dürften die chinesischen Werte weiterhin grundsätzlich interessant bleiben. Die Aktien von YGE, STP, TSL, LDK, notieren teilweise über 50 Prozent unter Ihrem letzten Hoch, andere sind zuletzt deutlich unter wichtige Unterstützungslinien gefallen. Vorbörslich sieht es allerdings nicht danach aus, dass heute bereits eine Rally zu erwarten ist. Etwas Zurückhaltung scheint demnach angebracht zu sein. Es bleibt somit erst einmal abzuwarten ob die etwas unausgereiften Pläne der Bundesregierung auch internationalen Anklang finden. Dennoch empfehle ich nach wie vor die genannten Titel in den nächsten Tagen etwas intensiver zu beobachten. Allen voran First Solar, den unangefochtenen Marktführer in den USA, nachhaltige Bewegungen dürften sich zuerst hier zeigen…

VW will MAN – Aktie vor dem Ausbruch?

Volkswagen legte heute das Übernahmeangebot für den Lastwagen- und Maschinenbaukonzerns MAN vor. Demnach bieten die Wolfsburger 95,00 Euro je Stammaktie und 59,90 Euro je Vorzugsaktie, also weniger als den jeweils aktuellen Aktienkurs des Münchner DAX-Unternehmens. Für VW reicht diese Offerte aber zunächst aus, denn dem VW Konzern gehören bereits 30 Prozent am MAN Konzern somit handelt es sich wohl lediglich um ein Pflichtangebot. Es geht viel mehr darum die grundsätzliche Freigabe für eine Übernahme von der Kartellbehörde zu bekommen. VW will offenbar zunächst alle möglichen Hindernisse für eine engere Zusammenarbeit der beiden Lkw-Konzerne aus dem Weg räumen, denn durch einen zentralen Einkauf von MAN und Scania könnten sich jährliche Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro ergeben.

Zusätzlich würde die Allianz aus VW, MAN uns Scania dann eine ähnliche Marktmacht wie die Konkurrenten Daimler oder Volvo erreichen. Bislang hatten Vorstandchef Martin Winterkorn und Ferdinand Piëch immer wieder betont, dass eine Übernahme erst dann in Betracht gezogen werde, wenn der Schmiergeldskandal bei der ehemaligen MAN-Tochter Ferrostaal ausgeräumt sei. Somit kam die heutige Meldung wohl für die meisten Anleger überraschen. Der VW Konzern bleibt somit weiterhin auf Spur bei seinem Ziel in den nächsten Jahren der größte Autobauer dieser Welt zu werden. Die VW Aktien quittieren diese Meldung heute mit weiteren Aufschlägen. Kann nun bei den Vorzügen die Marke von 126,- Euro wieder nachhaltig überwunden werden sollte es schnell wieder in Richtung 130,- Euro gehen…

RWE, E.on – Der atomare Rückwärtssalto und die Folgen

Man darf gespannt sein, wann dieses Mal der solare Kater nach der gestrigen Börsenparty einsetzen wird. Letztlich bin ich mir nicht sicher ob die Pläne unserer Regierung so umgesetzt werden wie das momentan in den Medien präsentiert wir, bzw. ob diese überhaupt umsetzbar sind. Der Atomausstieg dürfte für uns Bürger und die Industrie weitreichende Folgen haben. Zum einen ist jetzt schon klar, dass wir bald mehr für Strom zahlen müssen, zum anderen werden die Emissionen, sprich die produzierten Treibhausgase, zunächst wohl weiter ansteigen was von uns allen nicht gewollt sein kann. Denn überwiegend wird die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie mit Gas- und Kohlekraftwerken abpuffern müssen , nicht mit regenerativen Energien. Zumindest vorerst nicht, oder in dem Maße in dem sich dies die Anleger von Solaraktien gerade erhoffen. Hinzu kommt der geplante Ausbau der Stromnetze etc. und am Ende bleibt die Frage – wer soll das alles bezahlen, und was kostet das überhaupt?

Die künftige Förderung von Energieprojekten steht dann sicherlich unter strenger Aufsicht, sprich gerade die Photovoltaik, die ja in den vergangenen Jahren am meisten Förderungen abbekommen hat, wird sich an anderen Energiegewinnungsformen messen müssen, die eine höhere Effizienz aufweisen. Gerade für die Zellen- und Modulhersteller dürfte es nicht wohl einfach werden im künftigen Wettbewerb zu bestehen. Politisch ist man sich weiter uneins, auch wenn die Energiewende offiziell beschlossen scheint. Die Grünen fordern dass man die wegfallenden Kapazitäten nicht durch Kohle, sondern durch erneuerbare Energien ersetzt. Ein tolles Ziel, aber machbar und bezahlbar..?

Der Großteil der Atommeiler soll bis 2021 vom Netz. Falls es Probleme bei der Energiewende gibt, könnten die letzten drei Meiler erst zum 31. Dezember 2022 abgeschaltet werden. Deutschlands größte Energieversorger E.on und RWE wollen, aus verständlichen Gründen, die Atomausstiegspläne der Bundesregierung nicht so einfach hinnehmen. Wie das Handelsblatt mit Verweis auf informierte Kreise berichtet, will sich E.on nun juristisch wehren und gegen die Brennelementesteuer klagen, RWE dürfte sich hier schnell anschließen. Welche Kosten aus dieser Richtung auf den Steuerzahler zukommen werden ist wohl noch nicht absehbar. Die Aktien der beiden Unternehmen können sich heute von dem gestrigen Schock leicht erholen, dürften aber unter Druck bleiben.

Bereits gestern wurde auch offen über bald steigende Strompreise diskutiert. Was bedeutet dies für die Unternehmen die für die Herstellung Ihrer Produkte einen erhöhten Energiebedarf haben? Einzelne Konzerne lassen bereits jetzt prüfen ob es dann künftig nicht günstiger sei die Produktion in Länder mit deutlich günstigeren Energiekosten zu verlegen… Was das für den Wirtschaftsstandort Deutschland bedeuten könnte weiß wohl auch niemand so genau, bzw. habe ich nicht den Eindruck dass man ernsthaft darüber nachgedacht hat. Für Freitag hat unsere Kanzlerin nun die Bundesländer zu einem Energiegipfel geladen, um für die Unterstützung der Beschlüsse von Union und FDP zu werben. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, dementsprechend könnte es mal wieder die falsche Strategie sein sich jetzt verstärkt in der Solarbranche zu engagieren…

Nicht dass ich grundsätzlich gegen einen Atomausstieg bin, im Gegenteil, lediglich die Art und Weise wie hier vorgegangen wird schockiert mich. Bereits in der jüngsten Vergangenheit ist Deutschland mit dem ein- oder anderen Thema vorgeprescht um dann später festzustellen, das der wilde Aktionismus nicht gebracht hat. Erschütternd finde ich zudem, dass es in Deutschland nicht einmal mehr eine einzige politische Kraft zu geben scheint, die vernünftig auf die Kosten und Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland hinweist. Hier sehe ich in der Tat die größten Probleme auf uns zukommen. Ich persönlich bin auch gespannt, wie die Regierung verhindern will, dass wir demnächst den teuren Strom beziehen der doch aus AKWs stammt, die dann eben in Frankreich oder dem Osten Europas stehen?  Und so finde ich es ernsthaft besorgniserregend, wenn wieder alle in die gleiche Richtung marschieren, ohne das geplante Vorhaben kritisch zu hinterfragen!

E.ON und RWE vs. Solarworld, Q-Cells, Solon, Conergy

Es sieht weiterhin nicht gut aus für die Aktien der großen Energieversorger E.ON und RWE. Nachdem nun am Wochenende der lang diskutierte Plan für einen Atomausstieg Deutschlands verabschiedet wurde steht zu befürchten, dass die Aktien in den kommenden Wochen noch weiter nachgeben werden. Bis spätestens 2022 soll in Deutschlands der letzte Atommeiler abgeschaltet sein, bis dahin will der Staat aber weiterhin noch die Brennelemente-Steuer von den Anbietern kassieren. Das ist wohl der schlimmste anzunehmende Fall für E.ON und RWE sowie natürlich deren Aktionäre. Wir hatten ja bereits im Januar davor gewarnt bei den beiden Werten allzu optimistisch zu sein. Sie erinnern sich, im Januar haben einige Fachleute verstärkt einen Sektorenwechsel weg von Zyklikern, hin zu den konservativen Werten empfohlen…

Damals, als noch niemand wusste, das die gesamte Diskussion um einen Atomausstieg überhaupt entstehen würde war uns bereits klar, dass es für die Energieversorgern nicht werden würde. Die Ereignisse in Fukushima haben dem Ganzen natürlich noch zusätzlich eine neue Qualität verliehen. Nun ist die Katze aus dem Sack und man muss die beiden Anbieter wohl noch einmal komplett neu bewerten. Auch wenn ich nicht glaube, dass EON und RWE sich so einfach kampflos ergeben werden, sprich ich rechne fest damit, dass hier nun Milliarden-Klagen auf den Bund (also auf die Steuerzahler) zukommen werden.

Fasziniert darf man heute mal wieder von der allgemeinen Euphorie bei den Solarwerten sein. Bereits nach der atomaren Katastrophe in Fukushima haben die Aktien einen ungeahnten Run hingelegt, der aber wenige Tage später wieder in sich zusammen fiel. Offenbar wieder schnell vergessen sind die aktuellen Probleme der Branche wie weiterhin sinkende Margen und eine enorm große und starke Konkurrenz aus China. Einzig die Möglichkeit, dass sich unsere Regierung die Höhe der Einspeisevergütung noch einmal durch den Kopf gehen lässt, könnte hier das Gesamtbild wohl momentan etwas aufhellen. Konsequent wäre dies nun allemal, darf man aber wohl nicht unbedingt erwarten … Ich bin gespannt wie weit die neue Euphorie nun dieses mal die Aktien von Q-Cells, Solon, Conergy und Co. treiben kann…

Es ist also grundsätzlich zu begrüßen, das nun etwas mehr Klarheit bezüglich des weiteren Kurses der deutschen Regierung in der Energiefrage herrscht, eine schonende Umsetzung für die deutsche Wirtschaft wäre wünschenswert. Letztlich hat die Arbeit nun erst begonnen und ich hege die Hoffnung, das dieser Weg auch konsequent eingehalten und vor allem vernünftig umgesetzt wird. Für EON Und RWE dürfte die Zukunft aber wohl holprig werden, und für die Solarwerte….?

Verzweifelte Dollar-Rettungsversuche der US Ratingagenturen?

Da die US Börsen und London heute aufgrund eines Feiertages geschlossen bleiben, ist eher mit einem sehr ruhigen Handelsverlauf heute zu rechnen. So richtig los geht es also erst am Dienstag. Bis dahin kann man sich auch mal wieder mit anderen Themen beschäftigen und es dürfte heute reichen nur ein Auge am Markt zu haben… Es ist schon erstaunlich wie intensiv sich Moodys, Fitch und Co. dann doch immer wieder im richtigen Moment für den schwächelnden Dollar auf Ihre Ratingtätigkeit besinnen, und die vermeintlich angeschlagenen Eurostaaten abstufen. Zu diesem Thema möchte ich heute gerne einen sehr gelungenen Beitrag von Halvers Kapitalmarkt hier heute veröffentlichen, den ich sehr passend finde.

„Ich kann mich einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass immer dann, wenn etwas Ruhe an den euroländischen Finanzmärkten eingekehrt ist bzw. man ihnen etwas Ruhe gönnen sollte, der mit besonders viel PS ausgestattete Rasenmäher der US-Rating-Agenturen angeworfen wird, um auch ja den kleinsten euroländischen Keimling zu köpfen. In den Genuss dieses Turbo-Epiliergeräts kamen zuletzt Italien und Belgien sowie eine französische Großbank.

Für mich ist es nicht mehr ausgeschlossen, dass bis Ende des Jahres selbst Deutschland mit Blick auf seine Kredite und Bürgschaften für die Euro-Familie angeschossen oder, diplomatisch ausgedrückt, mit negativem Ausblick versehen wird. In jedem Fall dürfte der Rasenmäher weiter wüten. Ja, natürlich haben Euroland und einige seiner Familienmitglieder große wirtschaftliche und Schuldenprobleme. Das ganze Gebilde durchlebt seinen ultimativen Stresstest. Aber im relativen Vergleich besteht überhaupt kein Grund für westatlantische Selbstgerechtigkeit. Haben etwa die Vereinigten Staaten von Amerika keine Probleme? Der Verschuldungsstand der Amerikaner hat Ausmaße erreicht, die vom Maastricht-Kriterium so weit entfernt sind wie die Erde vom Neptun.

Ein anderes Anekdötchen ist, dass sich Demokraten und Republikaner nicht auf eine Erhöhung des Schuldenlimits einigen können. So greift man zur Bezahlung von Rechnungen der Regierung einfach mal in die staatlichen Rentenkassen. Überhaupt inflationiert man sich aus der Schuldenkrise heraus. Nennt man so etwas Stabilität? Mit welcher Argumentation behalten die USA ihr dreifaches A-Rating? Ein Freund von mir in den USA wundert sich schon seit geraumer Zeit, warum wir uns diese Ungleichbehandlung gefallen lassen. Die Probleme in den USA sind nicht minder groß. Er meint sogar, dass mindestens 15 US-Bundesstaaten mühelos in Peloponnes South, Attica North oder New Greece umbenannt werden könnten.

Aber zumindest kann man den Amerikanern nicht mangelnden Zusammenhalt bei Problemen vorwerfen. Und genau darauf kommt es in schwierigen Zeiten an. Den haben wir Euroländer kaum. Das merkt man spätestens an den mittlerweile üblichen Umgangsformen der Euro-Politiker untereinander. Statt diplomatisch feiner Note nähern wir uns zunehmend den Schlachtgesängen der Süd- und Nordkurve.

So haben die US-Rating-Agenturen leichtes Spiel, von den eigenen Schwächen der USA abzulenken und den Finger auf uns zu richten. Da ist es wenig überzeugend, wenn der EU-Ratspräsident von Rompuy sagt „Wir lassen den Euro nicht sterben“. Dies wirkt dann eher als hilfsloser Versuch, sich bei der Schlacht um das euroländische Büffet schützend über die griechischen Oliven zu werfen. Es fehlt an einem glaubwürdigen europäischen Gesamtkonzept, an Führung, die Perspektiven bietet und der Gegenseite die Munition nimmt.“ Von einer echten Gemeinschaft ist die Europäische Union noch sehr weit entfernt, aber Sie ist ja auch noch so jung…

Noch kurz zum Markt: Obwohl also auch in der kommenden Woche keine großen neuen Nachrichten den DAX beflügeln dürften, sollte es zu einer leichten Erholung kommen. Die Märkte sind derzeit stark überverkauft und zahlreiche negative Meldungen sollten auf dem aktuellen Kursniveau bereits eingepreist sein. Aus psychologischer Sicht ist deshalb mit einer leichten Kurskorrektur nach oben in den nächsten Handelstagen zu rechnen. Bereits am Freitag konnte man diese Entwicklung bei einzelnen Werte wieder beobachten, und es sind genau die von denen ich Ihnen letzte Woche berichtet hatte…

Wie es allerdings mittelfristig dann weitergeht, und ob es dem Dax gelingen wird sich wieder oberhalb der wichtigen Marke von 7.251 Punkten zu etablieren, oder gar die 7.400 in Angriff zu nehmen hängt sehr stark von der Entwicklung der Rohstoffpreise, den neuen Nachrichten zur wirtschaftlichen- und konjunkturellen Entwicklung, insbesondere in Europa, und natürlich somit auch von der  Entwicklung des Eurokurses ab. Bis der Markt seine Richtung gefunden hat sollte man sich weiterhin in erster Linie an der Charttechnik orientieren, die in diesen Tagen noch der einzig verlässliche Partner zu sein scheint.

Manz Automation Aktie schmiert ab

Es hat über zwei Jahre gedauert heute war es dann soweit, die Aktie von Manz Automation notiert deutlich unter der 40,- Euro Marke. Schon lange erschien mir die Aktie recht teuer im Branchenvergleich zu sein. Nicht nur die geringen Umsätze in der Aktie und die hohe Volatilität bargen ein zusätzliche Risiko sondern auch die Kennzahlen konnten mich nicht überzeugen. Zuletzt vermeldete das Unternehmen erneut gemischte Zahlen. Der Umsatz zog deutlich an, dennoch wurden rote Zahlen geschrieben, auch wenn das Unternehmen operativ den Sprung in die Gewinnzone geschafft hat.

Mit den Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal wurde auch die Prognose erneut bestätigt. Diese liegt nun bei einem Umsatz zwischen 240 und 250 Millionen Euro. Die Gewinnmarge bei dem Solarindustrie-Ausrüster soll ca. fünf Prozent betragen. Analysten erwarten für das Jahr 2011 einen Gewinn je Aktie von knapp 2,-Euro. Bezogen auf den derzeitigen Aktienkurs von 38,- würde dies aber immer noch ein sattes KGV von 19 bedeuten. Sicherlich kann man darüber streiten wie hoch das KGV eines Wachstumswertes sein darf, mir persönlich ist dies immer noch deutlich zu teuer.

Manz ist sicherlich breiter aufgestellt als so mancher Mitbewerber, dennoch ist es bislang nicht gelungen die Profitabilität entsprechend zu verbessern und die Entwicklung in den schwächeren Geschäftsfeldern durch andere Bereiche zu kompensieren. Angesichts der nachlassenden Auftragsdynamik und des zunehmenden Wettbewerbs bleiben die Aussichten auch weiterhin eher lau. Mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 38,- Euro dürfte heute weiteres Abwärtspotenzial generiert werden, wenn die Manz Aktie diese nicht zurückerobern kann… Die nächste Unterstützung liegt dann bei 35,80 Euro!

Phoenix Solar – der Name ist Programm…

Phoenix Solar – der Name ist Programm. Ich denke da an den wunderbaren Film „Der Flug des Phönix“ (natürlich die Originalversion aus dem Jahre 1965) Die Handlung für diejenigen die den Film nicht kennen ist schnell erzählt…Ein Flugzeug stürzt in der Wüste ab, aus den Trümmern wird von einer handvoll Männer wieder ein flugfähiges Gerät gebaut mit dem die Überlebenden dann letztlich wieder abheben. So oder so ähnlich müssen sich wohl die Aktionäre von Phoenix Solar gerade fühlen. Sicherlich fragt sich der ein oder andere, ob der Aufprall erst noch kommt oder bereits passiert ist! Investierte Anleger mögen mir diesen Vergleich verzeihen, aber ich gehe davon aus, das wir uns gerade in der Phase befinden in der das Flugzeug das erste mal in eine Sanddüne rauscht. Bis das Gefährt dann zum Stehen kommt dauert es also noch ein wenig.

Konkret soll das heißen, das es gut möglich ist, das sich die Aktie im Bereich um die 13,50 Euro wieder stabilisieren kann. Auch ein weiteres Abrutschen bis auf 12,30 Euro, dem Tiefpunkt vom Juni 2006 ist durchaus auch charttechnischer Sicht vorstellbar, und sollte mit in die Anlageentscheidung einbezogen werden.  Ob oder wie schnell man nach der harten Landung dann wieder durchstarten kann bleibt noch abzuwarten. Das zuletzt gelieferte Zahlenwerk war eine herbe Enttäuschung. Technisch betrachtet halte ich den Kursverlauf nun allmählich für übertrieben, zumindest sollte eine technische Gegenreaktion an den genannten Marken erfolgen. Aber wie heißt es so schön – der Markt hat immer Recht, oder auch „Never catch a falling knife“!

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