Author Archives: Lars

Salzgitter – Die Krise kaufen…?

Das Stahlkonzern Salzgitter erwartet für das Gesamtjahr 2013 einen Verlust in Höhe von 400 Millionen Euro und dabei sind die Kosten für das Projekt ‚Salzgitter AG 2015‘, sprich das Sparprogramm, noch nicht einmal enthalten…! Was sich erst einmal dramatisch anhört, ist es auch und somit sicherlich auch nicht schön für die leidgeprüften Aktionäre. Denn, der Abwärtstrend beim Umsatz und Gewinn konnte zuletzt wieder etwas gebremst werden, was zumindest Hoffnung auf bessere Zeiten verbreitet.

Im letzten Quartal musste erneut ein Verlust in Höhe von 64,3 Millionen Euro ausgewiesen werden, wohingegen der Vorjahresverlust nur bei 24,5 Millionen Euro lag. Im Vergleich zum Vorquartal hingegen konnte der Verlust wieder deutlich eingedämmt werden. Der Umsatz sank auf Neunmonatssicht nun auf 2,26 Milliarden Euro nach dem Vorjahreswert von 2,6 Mrd. Euro. Ein deutlicher Rückgang – da gibt es nicht viel zu beschönigen! Alles in Allem also eher ein Zahlenwerk dass niemanden so richtig zum Kauf der Aktie animieren dürfte…!

Salzgitter Aktie mit Trend

Dennoch spricht, neben dem weiterhin geplanten Stellenabbau von 1.500 von insgesamt 23.000 Arbeitsplätzen und der reinen Hoffnung auf Besserung, so einiges dafür dass demnächst ein guter Einstiegstzeitpunkt bei der Aktie gekommen sein könnte. Der weltweite Stahlmarkt schein sich allmählich aus der Talsohle zu lösen, die Preise konnten zuletzt wieder leicht zulegen, und auch der Branchenführer ArcelorMittal zeigte sich jüngst wieder deutlich optimistischer für die kommenden Jahre. Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann sieht, laut der heutigen Pressemitteilung, zudem deutliche Anzeichen für eine Verbesserung der Nachfrage – auch in Europa.

Allem voran ist da aber ein vielversprechender Chart, den man sich einmal etwas näher ansehen sollte. Die schlechten Nachrichten sollten jetzt eigentlich weitestgehend im Kurs verarbeitet sein. Die Salzgitter Aktie befindet sich – nach wie vor – in einem klaren Aufwärtstrend. Dieser wird heute noch einmal intensiv getestet, wie man in dem Chart oben deutlich sehen kann. Sollte es heute gelingen diesen Trend zu halten, stehen die Chancen für eine Fortsetzung also nicht schlecht. Mit dem Überschreiten der Hürden bei 33,38 Euro und 34,30 Euro wäre der Weg nach oben dann theoretisch frei. Aus rein fundamentaler Betrachtung gibt es allerdings bessere und risikoärmere Aktien am deutschen Aktienmarkt. Und man sollte wohl erst einmal das nun folgende Analysten-Gewitter abwarten… Ein enger Stopp unterhalb der hier eingezeichneten blauen Linie sichert ab.

K+S – Das sind gute „schlechte Zahlen“

Endlich sind sie da, die vom Markt lange ersehnten Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal bei Kali und Salz. Erwartungsgemäß wurde das Unternehmen von den Verwerfungen am Kali-Markt kräftig durchgeschüttelt. Daran hat wohl im Vorfeld der Zahlenvorlage auch niemand gezweifelt, und genau darin lag auch die Chance für einige mutige Anleger. Denn, hier haben sich einige HedgeFonds auf der Short-Seite positioniert, die nun möglicherweise einen Teil ihre Positionen wieder auflösen werden, weil die Quartalsdaten zwar schlecht waren, aber immer noch deutlich besser als dies vom Markt, bzw. den Analysten, befürchtet wurde!

Das Düngemittel-Geschäft ist in den Monaten Juli bis September diesen Jahres eingebrochen. Der Umsatz ging um 10,8 Prozent auf 817,7 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis ging um gute 25 Prozent auf 115,8 Millionen Euro zurück, und der bereinigte Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 27 Prozent auf 71,6 Millionen Euro. Von den Analysten wurden laut einer Umfrage von Dow Jones Newswire folgende Durchschnitts-Werte erwartet: Umsatz 813 Millionen, EBIT 94 Millionen Euro und ein Nettogewinnen Höhe von 47 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet K+S nun einen annähernd stabilen Umsatz von rund 3,9 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet der K+S Konzern nun einoperatives EBIT in Höhe von ca. 600 Millionen Euro, nach 804 Millionen Euro im Vorjahr. Bereinigt dürfte dabei ein Gewinn von etwas weniger als 400 Millionen Euro übrig bleiben. Angesichts einer aktuellen Marktkapitalisierung von 3,917 Milliarden euro ist das sicherlich kein schlechter Wert. Zudem hat die Konzernführung heute ein zusätzliches Sparprogramm ausgerufen, womit man innerhalb der nächsten drei Jahre insgesamt zusätzliche 500 Millionen Euro einsparen will. Im Jahr 2014 sollen vorrangig im Bereich Sachaufwendungen alleine Einsparungen von gut 150 Millionen Euro vorgenommen werden.

Die heutige Zahlenvorlage ist sicherlich kein Grund um als K+S Anleger in Ekstase zu verfallen, aber der Markt hatte wohl noch Schlimmeres befürchtet und die Shorties dürften sich nun langsam wieder aus der Aktie zurückziehen, da die Phantasie für weiter deutlich fallende Kurse wohl vorerst nicht mehr gegeben ist. Die Analysten, die zuletzt so schön nervig und marktschreierisch Kursziele knapp über der 10,- Euro Marke ausgerufen, haben werden ihren Rechenschieber wohl ebenfalls noch einmal bemühen müssen, und demnächst eine neue Zahl rauswürfen und publizieren. Insgesamt bleibe ich also weiterhin positiv für eine deutliche Erholung der Aktie in den kommende Monaten.

Lanxess rauf und Leoni runter?

Heute hat das Spezialchemie-Unternehmen Lanxess die Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt, und die waren erwartungsgemäß schlecht. Im Jahresvergleich musste ein Rückgang des EBITDA von 26,4 Prozent auf nur noch 187 Millionen Euro verbucht werden. Der Umsatz war ebenfalls um zwei Prozent rückläufig und erreichte 2,05 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben somit nur 11 Millionen Euro in der Kasse, was einem satten Rückgang um 88 Prozent entspricht. Lanxess Chef Axel Heilmann präzisierte die Prognose für das laufende Jahr und erwartet nun ein operatives Ergebnis zwischen 710 und 760 Millionen Euro, was immer noch in der zuvor angepeilten Spanne zwischen 700 und 800 Millionen Euro liegt.

Dennoch muss der Weltmarktführer für synthetisches Kautschuk weiterhin mit einer eher verhalten Nachfrage nach seinen Produkten im vierten Quartal rechnen. Insbesondere für die Auto- und Reifenbranche sei ein weiter schwieriges Umfeld zu erwarten, hieß es. Die Bauindustrie hingegen dürfte in Europa die Talsohle nahezu durchschritten haben und die Nachfrage nach Agrochemikalien bleibt weiterhin hoch. Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben somit insgesamt robust. Von einer echten Trendwende wollte Heilmann aber noch nicht sprechen.

Bei dem Kabelspezialisten Leoni zeigen sich ebenfalls erste deutliche Bremsspuren in der Bilanz. In den letzten drei Monaten konnte der Umsatz nur noch minimal auf 958 Millionen Euro gesteigert werden, der Gewinn vor Steuern und Zinsen sackte um 30 Prozent ab. Nach Steuern fiel der Rückgang sogar noch etwas größer aus und betrug 40 Prozent. Um die Jahresprognose noch erfüllen zu können muss Leonie nun im letzten Quartals des Jahres einen Überschuss in Höhe von 55 Millionen Euro erwirtschaften. Die Jahresprognose wurde heute erneut bestätigt. Die Aktie ist in den vergangenen Monaten hervorragend gelaufen und könnte nun auch einmal zu einer mehrtägigen Verschnaufpause ansetzen, da die Erwartungen des Marktes den heute vorgelegten Zahlen wohl etwas vorausgelaufen sind.

Während also bei der Leoni Aktie auch aus charttechnischer Sicht der Anstieg nun erst einmal ausgereizt sein könnte, besteht bei der Lanxess Aktie heute mal wieder die Möglichkeit, dass die Vorlage der Zahlen einen Wendepunkt zum Besseren markiert. Die Zahlen waren nicht so doll, die Erwartungen des Marktes aber ebenfalls so gering, dass diese nun durchaus als positive Überraschung gewertet werden könnten. Das ist zwar nur bedingt logisch, war aber in den letzten Wochen bei vielen anderen Aktien ebenfalls zu beobachten. Ich bin selber sehr gespannt, wie der Markt hier reagieren wird… !

Nordex, Vestas, PNE Wind – Ist die Rallye vorbei?

Schlechte Nachrichten habe es am Wochenende für die Unternehmen, die im Bereich Windenergie tätig sind. Insbesondere bei der Förderung von Windkraft will die SPD nun deutliche Einsparungen vornehmen, was selbstverständlich nicht unbedingt positiv für Nordex und auch Vestas ist. SPD-Verhandlungsführerin und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft präzisierte die künftige Marschroute  für den Sektor Windkraft: Statt wie bislang kalkuliert 25 Gigawatt Leistung sollen nah den jüngsten Plänen im Jahr 2030 nur 15 Gigawatt installiert sein. Die Aktien aus dem Sektor reagieren bereits gestern vorbörslich entsprechend und gaben deutlich ab. Richtig hart erwischt hat es zuletzt die PNE Wind AG. Der Aktienkurs ist innerhalb kürzester Zeit von über 3,40 Euro auf unter 2,50 Euro eingebrochen und dürfte kurzfristig noch etwas weiter fallen. Bei 2,45 Euro ist allerdings eine starke Unterstützung.

Auch für den Solarsektor verdunkeln sich allmählich die Wolken, nachdem auch hier deutliche Kürzungen zur Debatte stehen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat sich öffentlich für eine Änderung des Energierechts ausgesprochen: „Es gibt kaum ein Land, in dem der staatliche Anteil am Strompreis so hoch ist“ Die Steuern sollten gerechter verteilt und für den Verbraucher gesenkt werden. Zudem kritisierte Oettinger den massiven Ausbau der Solarenergie, während die Infrastruktur wie Leitungen und Speichermöglichkeiten für die gewonnene Energie, weiterhin fehlen. Es könnte also durchs sein, dass auch in diesem Bereich demnächst mal etwas vom Gaspedal gegangen wird, was dann wohl ebenfalls deutliche Spuren im Solarsektor hinterlassen würde.

Insgesamt dürfte eine gründliche Überarbeitung des Schnellschusses „Energiewende“, nach der Atomkatastrophe in Fukushima zwar durchaus sinnvoll sein, gravierende Veränderungen wie diese sind aber nicht kurzfristig gemacht und brauchen etwas mehr Zeit. Für die Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, werden somit ein paar unruhige Wochen ins Haus stehen. Bis klar ist welche Schritte von politischer Seite nun tatsächlich eingeleitet werden, ist es daher unter Umständen aus kurzfristiger Sicht eine gute Idee erst einmal zumindest einen Teil der horrenden Gewinne bei den beiden Aktien von Vestas und Nordex einzustreichen, und abzuwarten wie sich die politische Lage nun weiter entwickelt. Bei der PNE Wind Aktie dürfte die Reaktion auf die jüngsten Zahlen etwas übertrieben gewesen sein. Hier bietet sich kurzfristig sogar wieder ein Kauf an. Die Nordex Aktie hingegen könnte noch bis ca. 9,- Euro fallen, bevor ein neuer Boden ausgebildet wird.

Letztlich ist hier zwar noch nichts in Stein gemeißelt, es dürfte aber wohl klar sein, dass es Veränderungen geben wird die zu Lasten des ein oder anderen Unternehmens gehen. Wie immer liegt auch hier der Teufel im Detail und in den Verhandlungen mit den einzelnen Bundesländern kann sich noch so manche Hürde auftun. Die spannende Frage ist somit wohl eher, ab wann die geplanten Änderungen in Kraft treten sollen. Bislang ist im Gespräch, die Tarife erst ab 2015 zu senken, ab 2018 soll dann eine neue Regelung ohne Einspeisevergütung in Kraft treten. Nachdem die aktuelle Diskussion demnächst wieder aus den Medien und damit dem Fokus der Anleger verschwunden sein wird, kann man also durchaus übers einen breiteren Wiedereinstieg in dem Sektor nachdenken.

Bitcoins – 3600 Prozent Rendite in 16 Monaten

Vor Kurzem hat die digitale Währung Bitcoin ein neues Hoch bei 250,- Dollar markiert und sich damit in der noch recht jungen Geschichte dieser Alternativwährung innerhalb weniger Jahre fast verzweihundertfacht. Ich hatte ja bereits darüber berichtet wie man an diesem neuen Trend teilhaben kann, doch aus heutiger Sicht ist eine Spekulation auf weiter steigende Kurse bei Bitcoins wohl noch interessanter denn je… Nicht nur die ständige Abwertung von „klassischen“ Währungen wie dem Euro, Yen oder auch dem Dollar spricht deutlich dafür sich doch mal mit alternativen Währungen auseinander zu setzen, sondern wohl auch die Ungewissheit darüber wohin diese Währungen generell steuern werden, und ob es diese in naher Zukunft in der jetzigen Form noch geben wird.

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Noch im Juli 2012 war ein – oder eine – Bitcoin (der Sprachgebrauch geht hier etwas auseinander, offenbar weiß niemand so genau ob ein Bitcoin nun männlich oder weiblich ist… ) nur etwa sieben Dollar wert. Heute steht die Internet-Währung bei 250,- Dollar, also 36 mal so hoch wie noch vor eineinhalb Jahren… Wer würde sich nicht eine solche Rendite wünschen, angesichts der offensichtlich drohenden Deflation im Euroraum, der Mario Draghi gestern so unerschütterlich entgegen gewirkt haben möchte. Die kaum mehr existenten Zinsen auf Ihrem Sparbuch, die wohl auch in nächster Zeit keine großen Steigerungsraten aufweisen werden, vernichten also langfristig unser Vermögen. Mal ganz abgesehen von dem kürzlich eingereichten Vorschlag des IWF alle Bürger Europas um zehn Prozent Ihres Ersparten zu erleichtern, um die Folgen der Finanzkrise bewältigen zu können…!

Kurzum die Risiken für die ohnehin schon arg strapazierten Sparer, steigen seit gestern noch einmal deutlich an. Um Rendite zu erzielen sind wir alle nun schon fast gezwungen in einen Aktienmarkt zu investieren, der sich ebenfalls in einem blasenähnlichen Zustand befindet, ob wir wollen oder nicht!  Vermögende Anleger werden wohl seit heute noch intensiver auf der Jagd nach Immobilien mit guter Rendite sein, die Mieten werden tendenziell steigen, etc. Der Immobilienmarkt dürfte sich somit angesichts der „Alternativlosigkeit“ nun endgültig in die Endphase einer Blase hinein bewegen, und somit vielleicht den Grundstein für die nächste große Krise liefern. Wo kann man sich also noch vor dem was kommt verstecken?

Die Antwort ist relativ einfach – Nirgendwo! Die Finanzwelt hat sich verändert und wird wohl auch in den kommenden Jahren für Sparer ein heißes Pflaster bleiben. Neben dem Kauf von Edelmetallen wie Gold und Silber, der ja zuletzt auch nicht gerade risikolos war, bieten eigengenutzte Immobilien zumindest eine gewisse Sicherheit. Im günstigsten Fall sogar etwas Rendite. Alle anderen Anlageklassen sind hingegen noch eher risikobehaftet, oder zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr so attraktiv wie noch vor einem Jahr.

Um nun wieder auf die eingangs erwähnten Bitcoins zu kommen…Hätten Sie als Beimischung für Ihr Depot vor eineinhalb Jahren, sagen wir mal 5.000,- Euro ihres Vermögens in Bitcoins gesteckt, könnten sie heute über 180.000,- Euro mehr verfügen, die die Verluste in anderen Anlageklassen wohl mehr als kompensiert hätten. Selbstverständlich lief auch diese exorbitanten Wertsteigerung nicht ohne Schwankungen ab. Und genau hier liegt eine weitere große Chance. Hätten Sie Bitcoins aktiv verfolgt und bei den entsprechenden Brokern gehandelt, wäre der Gewinn wohl noch deutlicher ausgefallen. Über eine weitere Möglichkeit von den kurzfristigen Schwankungen des Kurses zu profitieren, hatte ich ja bereits hier im Blog berichtet. Dies sollte allerdings nur als zusätzliches Instrument dienen um die Gesamtperformance mit kleinen, schnellen Gewinnen zu erhöhen.




Grundsätzlich muss man sich die Frage stellen ob die Investition mit einem Teil des Kapitals in alternative Währungen sinnvoll sein könnte. Denn Vorteile bieten solche Währungen gegenüber den klassischen allemal. Neben den oben bereits genannten, wäre da wohl einer zu nennen den man aus heutige Sicht nicht vernachlässigen sollte. Bitcoins sind für Dritte nicht nachverfolgbar und somit auch vor stattlichem Zugriff geschützt. Wer weiß, wenn irgendwann alle Stricke reißen, ist es vielleicht neben Gold und Silber Ihr Bitcoin Konto dass Ihre Familie sicher durch die Krise der Krisen bringt!? Und wenn wir dennoch heil aus diesem ganzen Schlamassel kommen, stellen Bitcoins möglicherweise trotzdem eine hervorragende Ergänzung zu ihrem diversifizierten Depot mit deutlichem Kurspotenzial dar. Zudem werden bei Auslandsüberweisungen via Bitcoins nur sehr geringe Gebühren aufgerufen…

Abschließen sei natürlich noch erwähnt, dass auch Bitcoins kein risikofreies Investment darstellen. Bislang hat sich der wert der Alternativwährung stetig nach oben bewegt, Rückschläge können dennoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Auch gibt es die zumindest theoretische Möglichkeit, dass Hacker auf Ihr Wallet zugreifen können, trotz sehr hoher Sicherheitsstandards. Manche Fachleute sind der Meinung, dass sich hier langfristig eine „echte“ Währung neben den klassischen Papierwährungen entwickeln könnte. Das Internet wird immer mehr zum zentralen Punkt unseres Lebens, in dem auch eine einfach und unkomplizierte Zahlungsabwicklung für unsere Online-Geschäfte ihre Daseinsberechtigung haben wird. Große US Konzerne wie EBAY überlegen bereits, ob sie Bitcoins als Zahlungsmittel in ihre Plattform integrieren. Trotzdem, Bitcoins werden die klassischen Währungen nicht ersetzen, könnten sich aber zu der Internet-Währung schlechthin entwickeln, was langfristig enormes Potenzial in sich birgt.

Wer also überlegt einen Teil seines Geldes in Bitcoins zu investieren, sollte, abhängig vom Analgehorizont, zwischen zwei Strategien entscheiden. Der Nachteil der klassischen Marktplätze ist meistens die lange Abwicklungszeit beim Kauf bzw. Verkauf von teilweise 2 bis 3 Tagen. Beim Handel mit Optionen bzw. CFDs ist der Broker hingegen verpflichtet Ihnen diese zum aktuellen Kurs jederzeit abzukaufen. Mehr Informationen über den die Möglichkeiten zum kurzfristigen Handeln mit Bitcoins erhalten Sie HIER! Und selbstverständlich gelten auch hier die 10 goldenen Regeln für den erfolgreichen Handel mit  Optionen!

Ein sehr interessantes Video wie der Handel mit Optionen auf Bitcoins funktioniert habe ich Ihnen hier beigefügt, damit Sie sich vorab informieren können.

 

K+S – Jetzt antizyklisch einsteigen?

Bereits seit Tagen zeigt sich die K+S Aktie als einer der stärksten DAX Titel und auch heute führt der Salz- und Düngemittelhersteller die Top-Liste an. Gründe für die neue Stärke der Aktie lassen sich im Moment so einige finden. Angefangen von den kürzlich kursierenden Gerüchten, dass der US Konzern, The Mosaic Company, an einer Übernahme von Kali und Salz interessiert wäre, bis hin zu den nun teilweise deutlich nach oben überarbeiteten Kurszielen der Analysten, die in Ihrer ersten Panik offensichtlich etwas über das Ziel hinaus geschossen waren.

Namhafte Analysehäuser wie bspw. JP Morgan haben ihr Kursziel nun von zuvor 12,- Euro auf 21,- Euro „überarbeitet“ Wie hoch die Qualität solcher Analysen im Allgemeinen ist, darf jeder für sich selbst entscheiden..! Letztlich bleiben aber, sowohl die Übernahme-Gerüchte als auch die Analystenmeinungen , ebenso wie auch die Prognosen über die Entwicklung der Kali-Preise oder auch Meldungen darüber welcher Hedgefonds wann welche Short-Position eröffnet oder geschlossen hat, reine Kaffesatzleserei.

Die Zahlenvorlage am 14.11.2013 soll nun Klarheit bringen. Auch hier sind die Hoffnungen allerdings wohl etwas überzogen, denn selbst das Management des Unternehmens dürfte, angesichts der kurzzeitigen Verwerfungen am Kali Markt und vor allen Dingen der weiterhin unklaren Situation in Russland, keinen klaren Blick auf die nahe Zukunft haben. Die Zahlen werden wohl schlecht bis grottenschlecht sein, was allerdings bereits hinreichend im Aktienkurs berücksichtigt wurde. Der Ausblick auf Kommendes ist somit wahrscheinlich aus den oben genannten Gründen auch eher wage. Eine klare Ansage der Konzernleitung wäre dennoch umso wichtiger und wird wohl der entscheidende Faktor für das Wohl oder Wehe der Aktie sein.

Bei einer Aktien-Story wie der von K+S spielt all das aber zumindest momentan eine eher untergeordnete Rolle, denn langfristig sollte der Konzern gute Gewinne in einem weiter wachsenden Markt verdienen. Kurzfristig könnten somit auch hier die Erleichterung über „...nicht so schlecht wie erwartete Daten„, überwiegen. Denn genau das ist es, was der Markt erwartet – eine Katastrophe, die aber bereits weitestgehend eingepreist sein dürfte. Hedge-Fonds haben sich entsprechend positioniert, was zusätzlichen Kurstreibstoff durch einen Short Squeeze bedeuten könnte, wenn die Position plötzlich gegen sie läuft.

Alles in Allem sehe ich hier gute Chancen für spekulativ orientierte Anleger,  auf deutliche Gewinne mit einem natürlich nicht zu verkennenden Risiko. Eher risikoaverse Anleger sollten vielleicht kurzfristig lieber an die Seitenlinie treten und sich erst positionieren, nachdem der Rauch sich wieder gelegt hat. Bei einem antizyklischen Einstieg vor der Zahlenvorlage müssen kurzzeitig starke Schwankungen und auch starke Verluste unbedingt einkalkuliert werden. Denn selbstverständlich ist auch ein deutliche Ausschlag in die andere Richtung möglich, wenn es die Konzernleitung nicht schaffen sollte den Druck auf die Aktie etwas zu reduzieren.

Commerzbank besser als Deutsche Bank – jede Nachricht wird gefeiert…!

Wenn die Latte erst einmal ganz weit unten liegt, fällt es entsprechend leicht die Finanzwelt positiv zu überraschen. So geschehen wohl heute bei der Commerzbank Aktie deren Anhänger die Zahlenvorlage  die Anleger offenbar bereits vorbörslich begeistert. Das abgeschlagene Bankhaus hat im letzten Quartal 77 Millionen Euro verdient, und damit immerhin mehr als die Deutsche Bank! (…was natürlich mal wieder ein Riesen-Aufhänger für die Presse ist.) Von den Analysten wurden im Vorfeld durchschnittlich 63 Millionen Euro erwartet. Im Vorjahr wurde ein Wert von 67 Millionen Euro erreicht. Hört sich zwar nicht gerade bombastisch an, aber zumindest wurden die geringe Erwartungen übertroffen…! Haupttreiber für dieses Ergebnis war offensichtlich die geringe Steuerlast des Konzerns in Höhe von nur 3 Millionen Euro. (Vorjahr 115 Millionen Euro) Die Kernkapitalqoute konnte im Berichtszeitraum von 8,4 auf 8,6 Prozent gesteigert werden, was aber auch an der reduzierten Bilanzsumme der Bank lag.

Beim operativen Ergebnis hingegen musste ein Rückgang von 50 Prozent von 208 Millionen Euro auf nunmehr 103 Millionen Euro verkündet werden. Zwar profitierte die Bank wohl davon mit ihren schrumpfenden Beständen an Schiffs-, Staats- und Immobilienkrediten weniger Verlust erwirtschaftet zu haben, dennoch ist dieses Ergebnis aus meiner Sicht weit davon entfernt als „gut“ bezeichnet zu werden. Das dritte Quartal fällt somit operativ gesehen deutlich schwächer aus als erwartet, und setzt aus meiner Sicht die Negativserie bei der CoBa unvermindert fort. Insbesondere die weiterhin rückläufigen Kernbank-Aktivitäten und -Ergebnisse sind doch eher besorgniserregend.

Konzernchef Martin Blessing wirbt weiterhin um das Vertrauen der Anleger und führt seinen Sparkurs fort. Rund 5.200 Mitarbeiter der Bank müssen ihren Arbeitsplatz in den kommenden Monaten räumen. Das wird aber auch Kosten produzieren, die den Gewinn auch in den kommenden Quartalen deutlich belasten. Man sollte sich also wohl nicht allzu viel erwarten! Die vorbörslichen Kurse heute signalisieren dass offenbar einige Anleger nicht dieser Meinung sind. Das ist nicht ungewöhnlich in diesen Tagen, in denen schlechte Nachrichten von Unternehmen gefeiert, und ansatzweise getroffene Prognosen oder Erwartungen mit einem Kursfeuerwerk begrüßt werden. Befürchtet wurden im Vorfeld der Zahlen offenbar erneute Katastrophen, die dieses Mal ausgeblieben sind…  Herzlichen Glückwunsch Herr Blessing!..

Heidelberger Druck – Die neue Kursrakete?

Was kann man nicht alles wieder lesen, in den letzten Tagen….nicht alles kann und will ich kommentieren, aber die Artikel zu dieser Aktie dann doch noch kurz. Heidelberger Druck, vermutlich von den Toten auferstanden, hat gestern Zahlen präsentiert, die durchaus ansehnlich waren. Heute kann man Überschriften wie: „Heideldruck: Die nächste Nordex?“ , „Gelddruckmaschine“ oder „Das Beste kommt noch“ lesen. Ein klassisches Zeichen dafür, wie süchtig manche Börsenmedien nach reißerischen Schlagzeilen und den damit erhofften hohen Klickraten sind…! Als Anlehnung daran habe ich mich spaßeshalber zu einer ähnlichen Headline hinreißen lassen 😉

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat ihren Umsatz im zweiten Quartal von 697 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 593 Millionen Euro eingedampft. Die Auftragseingänge lagen mit 614 Millionen Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert in Höhe von 667 Millionen Euro. Lediglich das EBIT konnte leicht in den positiven Bereich vordringen und lag bei 13 Millionen Euro. Dies ist allerdings wohl kein Wert von dem die Aktionäre in naher Zukunft abbeißen können.

Die Heidelberger Druck Aktie setzte gestern zu einer deutlichen Erholungsrally an, was auch angesichts der deutlichen Unsicherheiten im Vorfeld der Zahlenvorlage verständlich ist. Dennoch dürften die Bäume auch für Heideldruck-Aktionäre in nächster Zeit nicht in den Himmel wachsen. Vergleiche mit Nordex oder ähnlichem sind schlicht und ergreifend unsinnig, alleine schon weil das Geschäftsmodell von Heideldruck nicht gerade mit dem eines aufstrebenden Zukunftsmarktes vergleichbar ist. Eher das Gegenteil ist hier der Fall und das sollte auch nicht vergessen werden!

Aus rein charttechnsicher Sicht liegt bei 2.20 Euro eine Hürde, die es jetzt zu überwinden gilt. Spätestens bei 2,75 Euro dürfte dann aber vorerst wohl wieder Schluss mit „Gelddruckmaschine“ sein. Risikobereite Anleger können auf eine entsprechende Kursbewegung spekulieren. Langfristig orientierte Anleger sollten sich weiterhin eher die Frage stellen ob die Druckbranche insgesamt in den kommenden 10 bis 20 Jahren vor einem deutlichen Wachstumsschub steht – oder eben nicht!

Tesla unter Druck – der steinige Weg von der Vision zur Realität

Gestern nach Börsenschluss hat der US Elektroauto-Hersteller die Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert, die für die euphorischen Anhänger und Anleger wohl einen ersten ernsthaften Dämpfer darstellen dürften. Kurzum, die hoch gesteckten Ziele konnten nicht erreicht werden. Zwar haben es Elon Musk und seine Mannen fertig gebracht im dritten Quartal 5.500 Exemplare des Model S auszuliefern, was ansich schon mal eine respektable Leistung darstellt! Jedoch verblieb der Konzern auch nach einem deutlich gesteigertem operativen Ergebnis immer noch in den roten Zahlen. Nach einem Verlust in Höhe von 111 Millionen Dollar im Vorquartal fiel somit immer noch ein deutliches Minus von 38 Millionen Dollar an. Zudem hatten Analysten mit ca. 5.800 verkauften Fahrzeugen kalkuliert.

Anleger hatten sich hier offensichtlich mehr erwartet und sind wohl teilweise davon ausgegangen dass das Unternehmen nun allmählich in die schwarzen Zahlen kommen sollte. Bei einem deutlich – auf das Neunfache – gesteigertem Umsatz in Höhe von 431 Millionen Dollar, ist diese Marke aber offensichtlich noch nicht erreicht. Die Aktie rauschte nachbörslich in die Tiefe und verlor in der Spitze bis zu 11 Prozent. Zuvor war der Titel vor den Zahlen erneut stark gekauft worden.

Aus charttechnischer Sicht sieht es für die Tesla Aktionäre nun sehr kritisch aus, sofern nicht auch dieser Rücksetzer wieder umgehend gekauft wird. Nach dem nachbörslichen Kurssturz befindet sich der Titel nun wieder im Bereich der hier eingezeichneten blauen Trendlinie, die unbedingt halten sollte. Gelingt dies nicht, droht auch einmal ein deutlicherer Kursrutsch bis in den Bereich um die 115 bis 125 Dollar. Aus fundamentaler Betrachtung spricht momentan ebenfalls nicht viel für die zuletzt erzielten Aktienkurse. Selbst Elon Musk hat kürzlich, und wohl nicht zufällig unmittelbar vor der Zahlenbekanntgabe, öffentlich bekannt gegeben, dass er den Aktienkurs seines Unternehmens für zu ambitioniert hält – längerfristig erwartet der Visionär allerdings schon Kurse in diesen Regionen, aber erst wenn das operative Geschäft entsprechend ausgebaut wurde.

Die Warnung Musks wollte keiner so richtig hören, was für mich persönlich ein weiters Sinnbild für die Gier ist, die wir am Markt momentan vorfinden. Heute Nacht dürfte aber so einigen Anlegern klar geworden sein, dass das hohe Tempo der selbst gesteckten Ziele bei Tesla nicht ohne ein paar Schlaglöcher auf dem Weg dahin zu halten sein wird. Dennoch bleibt die Tesla-Story hochspannend und man sollte Visionäre wie Elon Musk niemals unterschätzen. Ein ernsthafter Rücksetzer würde der Aktie aus langfristiger Sicht sicherlich mal gut tun und ein wenig spekulative Luft aus dem Titel entweichen lassen. Denn, auch das gehört zu einer aussergewöhnlichen Wachstumsstory – nach der ersten Euphorie kommt Ernüchterung bevor dann irgendwann richtig Geld verdient wird!

Was haben Wacker Chemie, Drägerwerk und Linde gemeinsam?

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren und hinterlässt Spuren auf dem Kurszettel. Denn, immer deutliche wird, dass der starke Euro die Ergebnisse deutscher, bzw. europäischer Konzerne deutlich belastet. So auch beispielsweise bei dem Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk… Der Konzern musste einen Gewinnrückgang von 43,6 auf nur noch 32 Millionen Euro hinnehmen. Nach steuern und Zinsen bleiben nur noch 17,3 Millionen Euro übrig, was ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 8 Millionen Euro entspricht. Der Umsatz ging leicht von 573,9 auf 555,4 Millionen Euro zurück.

Wesentlich dramatischer ist  wohl aber dass die Lübecker die EDIT-Marge für dieses Jahr nur noch bei 8 bis 10 Prozent sehen. Wie das allerdings angesichts einer erzielten Rendite von 5,8 im dritten und 7 Prozent im zweifern Quartal klappen soll bleibt fraglich. Die gelieferten Daten waren nicht berauschend und lassen Spielraum für weiter nachgebende Kurse. Die spannende Frage ist nun ob die Aktie nach der Zahlenvorlage den längerfristigen Aufwärtstrend  halten kann, der momentan bei ca. 83,50 Euro verläuft. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass hier kurzfristig noch das offene Gap bei 81,79 Euro geschlossen wird, bevor es dann wieder aufwärts gehen kann.

Beim Spezialchemie Unternehmen Wacker Chemie kommt es noch dicker. Nicht nur dass die ohnehin schon geringen Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt wurden, sondern auch dass das Unternehmen offensichtlich von dem neuen Solar-Boom so gar nicht profitieren konnte, gibt zu denken. Der Gewinn im dritten Quartal ist überraschend stark auf nur noch 5,4 Millionen Euro eingebrochen, Analysten hatten wenigstens 12 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz ging nur leicht zurück was darauf schließen lässt dass Wacker Chemie offenbar nach wie vor große Probleme mit den aktuellen Preisen für Silizium und für Halbleiterscheiben hat.

Vorstandschef Rudolf Staudigl bekräftigte noch einmal die Jahresziele für  2013, wonach der Umsatz bei rund 4,5 Milliarden Euro liegen werde, und das Jahresergebnis  „leicht positiv“ sein soll. Meine persönliche Meinung dazu habe ich ja bereits in den Kommentaren kund getan…Kurse über 60,- Euro halte ich persönlich für das was hier geliefert wurde für deutlich zu hoch. Die Wacker Chemie Aktie hat in den letzten Monaten viele Vorschusslorbeeren in Erwartung besserer Zahlen bekommen, die aber so offensichtlich nicht gerechtfertigt waren.

Die Linde AG ist ebenfalls einer der Titel, die zuletzt deutlich unter Währungseffekten zu leiden hatte. Nach einem kurzen Aufbäumen nach den Quartalszahlen befindet sich die Aktie nun weiterhin auf Tauchstation. Fundamental betrachtet handelt es sich bei Linde um ein stocksolides Investment. Aus rein charttechnischer Betrachtung stellt die 140,- Euro Marke eine sehr wichtige Unterstützung dar. Wird diese unterschritten könnten wir auch ganz schnell Kurse zwischen 135,- und 137,- Euro sehen. Hier sollte dann allerdings spätestens ein tragfähiger Boden gebildet werden, den man auch mal wieder kaufen kann. Denn damit wäre der untere Bereich der langjährigen Aufwärtsbewegung erneut mustergültig getestet worden. Für einen Einstieg könnte es also noch ein kleines bisschen zu früh sein!

Alle drei Aktien leiden unter dem starken Euro. Dieser unerwünschte Nebeneffekt wird sich wohl auch noch bis ins Frühjahr 2014 hineinziehen und könnte in den kommenden beiden Quartalen somit für einigen Wirbel sorgen. Ansonsten halten sich die Gemeinsamkeiten dieser Unternehmen doch einigermaßen in Grenzen. Aus rein operativer Sicht gibt es doch ein paar deutliche Unterschiede zwischen den hier genannten Unternehmen. Linde ist zur richtigen Zeit daher für mich persönlich eher ein Kauf, Drägerwerk vorerst eine Halteposition, nach dem heutigen Kursrutsch und Wacker Chemie bis auf weiters eher eine Verkaufs-Position.

VW, Audi, Porsche – Gemeinsam stark, einzeln eher nicht!

Premiumtochter Audi musste im letzten Quartal einen Umsatzrückgang von 7 Prozent verkraften, der operative Gewinn gab sogar um 17 Prozent auf noch knapp 1,1 Milliarden Euro nach. Auch die Kernmarke VW stagnierte, die Tochter Seat ist immer noch defizitär. Nur der kürzlich einverleibte Sportwagenbauer Porsche glänzte erneut mit starken Zahlen und rettete für damit wohl letztlich auch das Ergebnis für den Gesamtkonzern. Der Konzernumsatz bei VW lag im Berichtszeitraum bei 46,9 Milliarden Euro, der Gewinn konnte deutlich um 20 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro gesteigert werden, was aber wohl auch an diversen Währungseffekten lag. Nach Steuern verdienten die Niedersachsen mit rund 1,9 Milliarden Euro erwartungsgemäß deutlich weniger als im Vorjahr.

Positiv fiel auf, dass der Cash-Flow sich deutlich verbessert hat. mit einem Plus von 3,22 Milliarden Euro lag der Netto-Cashflow im dritten Quartal deutlich über dem Wert des Vorjahres von minus 1,4 Milliarden Euro. Die Nettoliquidität kletterte demnach in den ersten neun Monaten um 81 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. Ohne Zweifel ein starker Wert! Zudem wurden durch die Einführung des „Modulare Querbaukastens“ konzernweit 1,1 Milliarden Euro bei der Produktion eingespart – und das bei einem höheren Ausstoß!

Ich halte es heute dennoch mit Herrn Pieper, Fachanalyst vom Bankhaus Metzler für den Automobilsektor…. Die heute gelieferten Zahlen von VW waren insgesamt stark, bei genauerer Betrachtung von Teilbereichen, aber nicht so, dass sie eine entsprechende Marktreaktion, wie wir sie heute gesehen haben, rechtfertigen würden. Zwar war das Ergebnis „solide“, aber es zeigt auch, dass es einige Schwächen im Konzern gibt, die man nicht übersehen sollte. An seinen Geschäftszielen für 2013 hält Volkswagen weiterhin fest und das war wohl auch ausschlaggebend für den heutigen Kursanstieg. Demnach sollen Auslieferungen und Umsatz steigen und der Betriebsgewinn, die im Vorjahr erzielten 11,5 Milliarden Euro wieder erreichen. Angesichts eines 9-Monats Ergebnisses in Höhe von 6,7 Milliarden Euro ein durchaus ambitioniertes Ziel!

Aus rein charttechnsicher Sicht ist der heutige Anstieg der Aktie natürlich zunächst ein starkes Signal. Gelingt der Sprung  über die Marke von 183,35 Euro auf Tagesschlussbasis könnte der kurzfristige Abwärtstrend damit nach oben verlassen werden. dann gerät auch das Hoch bei 187,40 Euro wieder in greifbare Nähe. Fällt die Aktie hingegen nach der ersten Euphorie wieder in den Trend zurück, droht ein erneuter Rücksetzer bis in den Bereich um die 163,- Euro.

Die heute gelieferten Daten haben bei mir ein paar Fragezeichen aufgeworfen, die mich an der kurzfristigen Entwicklung der Aktie zweifeln lassen. Wäre Porsche noch ein börsennotierter Sportwagenbauer in den man direkt investieren kann, würde ich die Aktie ganz klar kaufen. Denn die Tochter steuerte alleine in den ersten neun Monaten satte 9,65 Milliarden Euro zum erzielten Umsatz bei. Doch leider ist die Aktie PAH003 nur noch eine Beteiligungsgesellschaft mit einem deutlichen Überhang an VW Aktien!

Deutsche Bank – überraschend stark nach katastrophalen Zahlen!

Die Aktie der Deutschen Bank ist heute nach der Zahlenvorlage zunächst kräftig unter Druck gekommen, hält sich aber im weiteren Verlauf überraschend stark. Anshu Jain hatte ja bereits angekündigt, dass mit einem schwachen Ergebnis bei den Quartalszahlen zu rechnen ist, dass dieses allerdings so schwach ausfällt dürfte doch den ein oder anderen Anleger überrascht haben… Insbesondere die Rückstellungen für die juristischen Auseinandersetzungen des Bankhauses, haben den Gewinn regelrecht pulverisiert. Im letzten Quartal wurden weitere 1,2 Milliarden Euro für diverse Rechtsstreitigkeiten rückgestellt, womit diese Position nun inzwischen mit stolzen 4,1 Milliarden Euro in der Bilanz steht.

Je Aktie ist im vergangenen Quartal ein Überschuss von 0,04 Euro angefallen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 0,80 Euro je Anteilsschein. Insgesamt ist der Gewinn des deutschen Branchenprimus damit von 754 Millionen Euro auf nur noch 51 Millionen Euro zusammengeschmolzen, was einem Rückgang von satten 93 Prozent entspricht! Auch der Gesamtertrag ist von 8,65 Milliarden Euro auf knapp 7,75 Milliarden Euro zurück gegangen. Die Risikovorsorge des Geldhauses fiel geringer aus als noch drei Monate zuvor, die Kernkapitalquote beziffert die Deutsche Bank aktuell auf 9,7 Prozent.

DB Chart mit Trends

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Soweit zu den Fakten… offenbar haben Deutsche Bank Anleger aber inzwischen ein ziemlich dickes Fell, denn der Aktienkurs gab nur kurzzeitig etwas nach. Die Deutsche Bank Aktie hat damit einen weiteren Schock erneut souverän verdaut. Wie man in dem Chart sehen kann, hat sowohl der kurzfristige Aufwärtstrend (schwarz) gehalten, als auch die obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrends (hellgrün). Vorausgesetzt das bleibt so, befindet sich der Titel somit immer noch in einer hervorragenden Position um bald das zulaufende Dreieck nach oben zu verlassen.

Die spannende Frage ist nun wie die Analysten auf das Zahlenwerk reagieren werden. Die Aktie einfach nur weiterhin als fundamental günstig einzustufen, dürfte nach diesem Quartalsbericht wohl eher ein gewagtes Argument für den Kauf des Titels sein. Aus rein charttechnischer Betrachtung ergibt sich aber weiterhin ein unverändert freundliches Bild.

Mann muss die gelieferten Zahlen der Deutschen Bank sicherlich nicht begeistert feiern, aber die heutige Stärke sollte man respektieren. Sollte die Aktie also demnächst wieder über der blauen Unterstützungslinie bei 35,68 Euro notieren, wäre aus heutiger Sicht ein baldiger Ausbruch nach oben sehr wahrscheinlich, da nun alle schlechten Nachrichten im Kurs verarbeitet wurden. Frei nach dem Motto…“Schlechter gehts nimmer!“, könnte sich ein kurzfristiger Einstieg in die Aktie somit nun lohnen. Ein Stopp in der Nähe der Unterstützung bei 32,- Euro sichert ab!

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