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Lanxess, Metro und Siemens im Fokus

Lanxess wechselt den Chef, perfektes Timing

Lanxess wechselt relativ spontan den Firmenchef Axel Heilmann aus, und das schon zum Ende des kommenden Monats. Klaut Pressemitteilung erfolgt die Trennung einvernehmlich. Der neue Chef Matthias Zachert will den Laden nun operativ wieder nach vorne bringen. Sicherlich keine einfache Aufgabe, aber der Börse gefällt es. Frei nach dem Motto: „Schlimmer geht Nimmer!“ erwarten hier einige Marktteilnehmer offenbar frischen Wind für die Aktie euch einen Führungswechsel. Die Lanxess Aktie kann heute in einem erneut eher schwachen Markt über acht Prozent zulegen. Mein Einstieg in der letzten Woche war somit offenbar ein Volltreffer, auch wenn ich das sicherlich nicht auf der Rechnung hatte!

Metro ist nicht mehr die Nummer Eins

Die Metro Gruppe ist nicht mehr Deutschlands größter Einzelhändler. Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe zur er unter anderem Lidl und Kaufland gehört, hat den Metro-Konzern im Umsatz überholt und ist damit zum größten deutschen Handelskonzern aufgestiegen. Presseberichten zufolge erzielte die Schwarz-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 67,6 Milliarden Euro, Metro brachte es „nur“ auf ca. 65 Milliarden Euro. Die Meldung mag zwar für die meisten Beobachter unwichtig erscheinen, ist sie aber aus meiner Sicht nicht! Die Metro Aktie ist zuletzt, trotz der Russland-Phantasie, deutlich unter Druck gekommen und dürfte nun aus charttechnischer Sicht höchstwahrscheinlich auch noch einmal unter die runde Marke von 30,- Euro rutschen.

Wenn Cromme geht kann man Siemens wieder kaufen

Bei Siemens könnte nun bald auch wieder etwas mehr Bewegung in den Aktienkurs kommen. Heutigen Meldungen zufolge wollen einige wichtigen Aktionäre des Münchener Technologiekonzerns eine baldige Nachfolgeregelung für den heute inzwischen 71 jährigen Chefaufseher Cromme treffen, dessen Vertrag aber eigentlich noch bis 2018 läuft. Eine Vorzeitige Ablösung würde dem Konzern in Sachen Anlegervertrauen sicherlich gut tun, da sich Cromme in ähnlichem Job bei ThyssenKrupp aus meiner Sicht nicht gerade mit Rum bekleckert hat. Zudem hat Siemens-Chef Joe Käser angedeutet, dass die ersten drei Monate des Geschäftsjahres erfreulich verlaufen sind. Morgen werden sich Vorstand und Aufsichtsrat in München bei der Hauptversammlung den kritischen Fragen der Aktionäre stellen. Beobachten!

Lanxess rauf und Leoni runter?

Heute hat das Spezialchemie-Unternehmen Lanxess die Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt, und die waren erwartungsgemäß schlecht. Im Jahresvergleich musste ein Rückgang des EBITDA von 26,4 Prozent auf nur noch 187 Millionen Euro verbucht werden. Der Umsatz war ebenfalls um zwei Prozent rückläufig und erreichte 2,05 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben somit nur 11 Millionen Euro in der Kasse, was einem satten Rückgang um 88 Prozent entspricht. Lanxess Chef Axel Heilmann präzisierte die Prognose für das laufende Jahr und erwartet nun ein operatives Ergebnis zwischen 710 und 760 Millionen Euro, was immer noch in der zuvor angepeilten Spanne zwischen 700 und 800 Millionen Euro liegt.

Dennoch muss der Weltmarktführer für synthetisches Kautschuk weiterhin mit einer eher verhalten Nachfrage nach seinen Produkten im vierten Quartal rechnen. Insbesondere für die Auto- und Reifenbranche sei ein weiter schwieriges Umfeld zu erwarten, hieß es. Die Bauindustrie hingegen dürfte in Europa die Talsohle nahezu durchschritten haben und die Nachfrage nach Agrochemikalien bleibt weiterhin hoch. Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben somit insgesamt robust. Von einer echten Trendwende wollte Heilmann aber noch nicht sprechen.

Bei dem Kabelspezialisten Leoni zeigen sich ebenfalls erste deutliche Bremsspuren in der Bilanz. In den letzten drei Monaten konnte der Umsatz nur noch minimal auf 958 Millionen Euro gesteigert werden, der Gewinn vor Steuern und Zinsen sackte um 30 Prozent ab. Nach Steuern fiel der Rückgang sogar noch etwas größer aus und betrug 40 Prozent. Um die Jahresprognose noch erfüllen zu können muss Leonie nun im letzten Quartals des Jahres einen Überschuss in Höhe von 55 Millionen Euro erwirtschaften. Die Jahresprognose wurde heute erneut bestätigt. Die Aktie ist in den vergangenen Monaten hervorragend gelaufen und könnte nun auch einmal zu einer mehrtägigen Verschnaufpause ansetzen, da die Erwartungen des Marktes den heute vorgelegten Zahlen wohl etwas vorausgelaufen sind.

Während also bei der Leoni Aktie auch aus charttechnischer Sicht der Anstieg nun erst einmal ausgereizt sein könnte, besteht bei der Lanxess Aktie heute mal wieder die Möglichkeit, dass die Vorlage der Zahlen einen Wendepunkt zum Besseren markiert. Die Zahlen waren nicht so doll, die Erwartungen des Marktes aber ebenfalls so gering, dass diese nun durchaus als positive Überraschung gewertet werden könnten. Das ist zwar nur bedingt logisch, war aber in den letzten Wochen bei vielen anderen Aktien ebenfalls zu beobachten. Ich bin selber sehr gespannt, wie der Markt hier reagieren wird… !

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