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VW, Audi, Porsche – Gemeinsam stark, einzeln eher nicht!

Premiumtochter Audi musste im letzten Quartal einen Umsatzrückgang von 7 Prozent verkraften, der operative Gewinn gab sogar um 17 Prozent auf noch knapp 1,1 Milliarden Euro nach. Auch die Kernmarke VW stagnierte, die Tochter Seat ist immer noch defizitär. Nur der kürzlich einverleibte Sportwagenbauer Porsche glänzte erneut mit starken Zahlen und rettete für damit wohl letztlich auch das Ergebnis für den Gesamtkonzern. Der Konzernumsatz bei VW lag im Berichtszeitraum bei 46,9 Milliarden Euro, der Gewinn konnte deutlich um 20 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro gesteigert werden, was aber wohl auch an diversen Währungseffekten lag. Nach Steuern verdienten die Niedersachsen mit rund 1,9 Milliarden Euro erwartungsgemäß deutlich weniger als im Vorjahr.

Positiv fiel auf, dass der Cash-Flow sich deutlich verbessert hat. mit einem Plus von 3,22 Milliarden Euro lag der Netto-Cashflow im dritten Quartal deutlich über dem Wert des Vorjahres von minus 1,4 Milliarden Euro. Die Nettoliquidität kletterte demnach in den ersten neun Monaten um 81 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. Ohne Zweifel ein starker Wert! Zudem wurden durch die Einführung des „Modulare Querbaukastens“ konzernweit 1,1 Milliarden Euro bei der Produktion eingespart – und das bei einem höheren Ausstoß!

Ich halte es heute dennoch mit Herrn Pieper, Fachanalyst vom Bankhaus Metzler für den Automobilsektor…. Die heute gelieferten Zahlen von VW waren insgesamt stark, bei genauerer Betrachtung von Teilbereichen, aber nicht so, dass sie eine entsprechende Marktreaktion, wie wir sie heute gesehen haben, rechtfertigen würden. Zwar war das Ergebnis „solide“, aber es zeigt auch, dass es einige Schwächen im Konzern gibt, die man nicht übersehen sollte. An seinen Geschäftszielen für 2013 hält Volkswagen weiterhin fest und das war wohl auch ausschlaggebend für den heutigen Kursanstieg. Demnach sollen Auslieferungen und Umsatz steigen und der Betriebsgewinn, die im Vorjahr erzielten 11,5 Milliarden Euro wieder erreichen. Angesichts eines 9-Monats Ergebnisses in Höhe von 6,7 Milliarden Euro ein durchaus ambitioniertes Ziel!

Aus rein charttechnsicher Sicht ist der heutige Anstieg der Aktie natürlich zunächst ein starkes Signal. Gelingt der Sprung  über die Marke von 183,35 Euro auf Tagesschlussbasis könnte der kurzfristige Abwärtstrend damit nach oben verlassen werden. dann gerät auch das Hoch bei 187,40 Euro wieder in greifbare Nähe. Fällt die Aktie hingegen nach der ersten Euphorie wieder in den Trend zurück, droht ein erneuter Rücksetzer bis in den Bereich um die 163,- Euro.

Die heute gelieferten Daten haben bei mir ein paar Fragezeichen aufgeworfen, die mich an der kurzfristigen Entwicklung der Aktie zweifeln lassen. Wäre Porsche noch ein börsennotierter Sportwagenbauer in den man direkt investieren kann, würde ich die Aktie ganz klar kaufen. Denn die Tochter steuerte alleine in den ersten neun Monaten satte 9,65 Milliarden Euro zum erzielten Umsatz bei. Doch leider ist die Aktie PAH003 nur noch eine Beteiligungsgesellschaft mit einem deutlichen Überhang an VW Aktien!

SMA Solar verkraftet die Solarkrise besser als erwartet, aber…!

Heute hat der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt, die auf den ersten Blick ungefähr so ausgefallen sind wie es erwartet wurde. Trotz der anhaltenden Flaute in der gesamten Solarindustrie gelang es dem Unternehmen die zuvor abgegebene Umsatzprognose zu erfüllen, wovon sicherlich nicht jeder Marktbeobachter ausgegangen ist. Das Jahr 2012 war insgesamt geprägt von weltweiten Überkapazitäten im Solarmarkt sowie verschärftem Wettbewerb und zunehmendem Preisdruck, hieß es in der Meldung.

Dennoch weisen die heute vorgelegten Zahlen durchaus ein paar Highlights auf, die man nicht übersehen sollte… Auch unter diesen ambitionierten Bedingungen gelang es dem Unternehmen einen positiven Free Cashflow zu erzielen. Die erneut gesteigerte Eigenkapitalquote von 61,8 Prozent ist weiterhin beeindruckend und verdeutlicht dass das Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen in der Lage ist sich rechtzeitig umzuorganisieren und flexibel auf die Marktgegebenheiten zu reagieren.

Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz am oberen Ende der Prognose in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr konnten noch 1,7 Milliarden Euro umgesetzt werden. Das operative Ergebnis ging von 240,3 Millionen Euro in 2011 auf nunmehr 102 Millionen Euro zurück. Damit lag die EBIT-Marge bei 7,0 Prozent und somit deutlich unter dem Vorjahr (2011: 14,3 %). Die Nettoliquidität des Unternehmens ging leicht von 473 auf 446 Millionen Euro zurück. Der SMA Vorstand bestätigt die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Jahr 2013, rechnet aber auch 2013 mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld. Der Umsatz soll dann nur noch zwischen 0,9 Mrd. Euro bis 1,3 Mrd. Euro betragen.

Man darf gespannt sein wie der Aktienkurs heute auf diese Zahlen reagieren wird. Nicht vergessen sollte man dass die Firma derzeit mit nur noch knapp 690 Millionen Euro an der Börse bewertet wird. Vor knapp einem Jahr war diese Kennzahl,  und damit natürlich auch der Aktienkurs, noch doppelt so hoch….Ich gehe davon aus dass sowohl die Solarindustrie als auch die SMA Solar Aktie bald die Talsohle durchschritten haben dürfte. Das Unternehmen hat aus meiner Sicht mit den heutigen Zahlen einmal mehr bewiesen dass es überlebensfähig ist, und am Ende sogar zu den großen Gewinnern gehören könnte. Allerdings wird das wohl noch ein wenig dauern..!

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