Author Archives: Lars

Bauer AG – Eine herbe Enttäuschung

Erneut enttäuscht der Spezialtiefbau Konzern Bauer seine Anleger. Mit dem heute veröffentlichten Zahlenwerk zum dritten Quartal dürfte deutlich geworden sein, dass mit dieser Aktie wohl auch in den kommenden Monaten keine großartigen Gewinne erzielt werden können. Wegen der weiterhin schwachen Nachfrage im Spezialmaschinen-Geschäft, schlechter Witterung zum Jahresbeginn und Problemen bei einem Brunnen-Projekt in Jordanien, bei dem der Konzern auf ca. 20 Millionen Euro „Sonderkosten“ sitzen geblieben ist, wurde die Prognose für das Gesamtjahr erneut gekappt.  Die Bauer AG erwartet nun für das Jahr 2013 einen Verlust nach Steuern von ca. 20 Millionen Euro nach einem Gewinn in Höhe von 25,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz soll weiterhin bei ca. 1,5 Milliarden Euro liegen.

Bauer Chart 3 Jahre

Der letzte Kursanstieg der Aktie wurde mit den heute gelieferten Daten wieder komplett vernichtet, der charttechnische Ausbruch also erneut im Keim erstickt. Man muss wohl nicht extra betonen, dass die heute abgelieferten Zahlen eine große Enttäuschung darstellen. Die Aktie ist entsprechend mit über 16 Prozent Minus deutlich unter Druck und dürfte nun wohl wieder den unteren Bereich der seit nunmehr über 2 Jahren bestehenden Seitwärts-Range (rot) anlaufen.

Es ist wie es bereits die letzten Jahre immer wieder mal war. Die Konzernleitung der Bauer AG muss deutlich mehr tun um wieder Anleger für den eigentlich sehr interessanten Konzern zu gewinnen. Dazu gehört nach meiner Auffassung eine etwas transparentere und regelmäßigere Informationspolitik, ebenso wie deutliche Einsparungen und der Ausbau von innovativen Geschäftsfeldern wie bspw. die Tiefbohrungen für Geothermie, etc. Die heute angekündigten und etwas halbherzigen Einsparungen in Höhe von 20 Millionen Euro dürften somit eher ein Tropfen auf den heißen Stein sein… und nicht wirklich geeignet um die Anleger ernsthaft zu beruhigen…!

Wacker Chemie – Jetzt wird es brenzlig!

Seit Tagen bereits zeigt die Wacker Chemie Aktie ernsthafte Schwäche gegenüber dem Gesamtmarkt und das in einer Phase in der insbesondere die weltweite Solarmarkt täglich neue Kurs-Partys feiert. Nicht dass ich die Aktie in diesen Sektor einsortieren würde, aber der allgemeine Marktkonsens ist nach wie vor, dass es sich bei Wacker Chemie um ein Solarunternehmen handelt. Was natürlich so nicht richtig ist. Viel mehr handelt es sich um ein relativ breit aufgestelltes Spezialchemie-Unternehmen…. Aber das nur am Rande.

Ein Blick auf den Chart verrät, dass Anleger offenbar größten Respekt vor den bald erscheinenden Quartalszahlen (31.10) haben. Mancherorts wird davon ausgegangen, dass Wacker Chemie einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnen könnte. Insgesamt herrscht aber wohl bei wenigen Aktien so große Uneinigkeit unter den Analysten wie bei dieser. Kursziele zwischen 40,- und 84,- Euro werden momentan herumgereicht. Auf gut Deutsch – Nichts genaues weiß man nicht!

Wacker Chemie Chart mit Fibo
Was wir aktuell sehen ist nach meiner Ansicht nicht die Abbildung einer möglichen Bullenflagge, wie man es mancherorts lesen kann, sondern viel mehr ein mögliches „Rounding-Top“, dass im Endergebnis eigentlich dann zu Kursen um die 60,50 Euro führen sollte. Die Unterstützung, die ich Ihnen hier als blaue Linie eingezeichnet haben sollte halten, nachdem die hellblaue Linie offenbar nicht halten wird. Zudem würde mit einer solchen Bewegung die untere Begrenzung des Aufwärtstrends noch einmal mustergültig getestet!

Wie immer bei einer Aktie wie der von Wacker Chemie, die relativ markteng ist, kann eine solche Bewegung sehr schnell und dynamisch vollzogen werden. Somit ist hier meiner Meinung nach nun erhöhte Vorsicht geboten. Ein möglicher und vorzeitiger Wendepunkt vor dem Erreichen der Unterstützung bei 60,50 Euro liegt beim 50er Fibonacci Retracement, bei 64,88 Euro,

DAX Chartanalyse – logarithmisch oder arithmetisch?

Nach meiner gestrigen Darstellung der aktuellen Situation im S&P 500 und auch im DAX, möchte ich heute Ihren Blickwinkel auf eine andere Art von Beobachtung richten, die man gelegentlich auf den Seiten einiger Charttechnicker finden kann. Es geht weiterhin um die spannende Frage wo genau, oder wenigstens ungefähr, wir uns im aktuellen Börsenzyklus befinden KÖNNTEN. Ob demnächst ein starker Rücksetzer, eine Konsolidierung oder die Fortsetzung der starken Aufwärtsbewegung zu erwarten ist kann auch dadurch nicht abschließend beurteilt werden. Dennoch ermöglicht diese Art der Analyse aber zumindest einen anderen Blickwinkel auf so manchen Chart.

Um sich ein etwas klareres Bild zu verschaffen nutzen manche Charttechniker bei der Betrachtung eines Trends oder übergeordneten Musters gerne die logarithmische Darstellung eines Charts. Das hat auch durchaus in manchen Fällen seine Daseinsberechtigung. Denn anstelle der arithmetischen Betrachtung (Die Veränderung des tatsächlichen Punktenstandes oder Kurses) eines Charts, bildet dieser dann die prozentuale Veränderung eines Index oder einer Aktie ab.

Der Unterschied ist schnell anhand eines einfachen Beispiels erklärt… Steigt der DAX von 5.000 auf 6.000 Punkte hat er 20 Prozent zugelegt, ein Anstieg von bspw. 7.000 Punkten auf 8.000 Punkte entspricht aber nur einem Zuwachs von 14,2 Prozent. Diese unterschiedlichen Wertzuwächse werden in einem arithmetischen Chart also nicht entsprechend dargestellt, weil in beiden Fällen 1.000 Punkte hinzu gewonnen wurden. Der Gewinn für den Anleger war aber im zweiten Fall deutlich geringer.

 

Dax Chart langfristig logarithmisch

 

Dennoch möchte ich Ihnen heute kurz zeigen, warum ich die Beurteilung der aktuellen Lage auf der logarithmischen Basis für ungeeignet halte. Unabhängig davon, verschafft ein logarithmischer Chart jedem Anleger aber ein etwas besseres Bild davon, wie stark der Anstieg des Dax in den letzten 12 Monaten tatsächlich gewesen ist und alleine das ist schon eine wichtige Erkenntnis. Denn schenkt man den medialen Super-Rally-Artikeln und TV Beiträgen allzu viel Aufmerksamkeit, ohne das Gehörte ins rechte Licht zur rücken, kann man als Anleger schon mal leicht die Orientierung verlieren…!

Der Chart zeigt den DAX in der wöchentlichen Darstellung. Hier habe ich – genau wie gestern – ein paar Linien eingezogen die als Orientierungshilfe dienen sollen. Der Trend ist klar aufwärts gerichtet, wenn auch deutlich zu erkennen ist, dass die prozentuale Dynamik in der Aufwärtsbewegung 2009 bis 2011 deutlich größer war, als dies in der aktuellen Hausse-Phase der Fall ist. Denn hätten wir heute eine ähnliche Dynamik, müsste der DAX bereits bei ca. 10.500 Punkte stehen (siehe Projektion in pink) Auch vom zeitlichen Ablauf wäre der übergeordnete Zyklus (türkis) bereits im Juli beendet gewesen, wenn man davon ausgeht dass sich Zyklen in ähnlicher Weise wiederholen.

Am Ende sollte man auch nicht vergessen, dass es sich bei dem durch die Lehman-Pleite verursachten Absturz der Börsen bis in das Jahr 2009 hinein, um ein ungewöhnliches Ereignis gehandelt hat, dass zu vorübergehenden Übertreibung nach unten führte. Diese Übertreibungsphase wurde in der Hausse 2009 bis 2011 weitestgehend korrigiert und war somit auch entsprechend dynamisch. Gleiches ist dann im Jahr 2011 noch einmal durch die Euro Krise entstanden. Der erste Anstieg war somit auch hier dynamischer als der stetige Zuwachs des Jahres 2013.

Grundsätzlich stellt sich mir also die Frage, warum man den DAX heute eher aus logarithmischer als aus arithmetischer Sicht betrachten sollte? Dies würde ja auch bedeuten, dass die Gewinne und damit die Bewertungen aller im Deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen, entsprechend linear wachsen müssten. Was sicherlich nicht der Fall ist und schon gar nicht in diesem Umfeld!

Somit habe ich mir erlaubt am Ende noch einen weiteren Zyklus in den Chart einzuzeichnen, denn ich – wenn überhaupt -für wahrscheinlicher halte als einen direkten Anstieg bis an die obere Begrenzung des Trendkanals. Mit einem so dargestellten und möglichen Kursverlauf wäre dann auch den diversen Wellen-Theorien genüge getan und am Ende würde die Projektion auch unter logarithmischen Gesichtspunkten wieder etwas mehr Sinn ergeben. Grundsätzlich halte ich aber einen rein mathematischen Ansatz zu Berechnung von künftigen Kurszielen bei einem Index für eher unsinnig. Bei einem global aufgestellten Unternehmen mit entsprechend stetigen Gewinnen mag das andres sein.

Denken Sie also daran, wenn Sie demnächst mal wieder einen logarithmischen DAX Chart präsentiert bekommen.

Die härteste Währung der Welt: Diamanten statt Gold und Silber?

Diamanten werden als die härteste Währung der Welt bezeichnet und das nicht nur wegen ihres Härtegrades sondern auch weil sie gegenüber den landläufigen Vermögenssicherungs-Instrumenten wie bspw. Edelmetalle ein paar unschätzbare Vorteile aufweisen. Allen voran wäre da wohl die Handlichkeit der berühmten Steinchen zu nennen. Während Sie bei einer Investition in Gold für 350.000,- Euro einen 10 Kilo Barren erwerben können, lässt sich der gleiche Wert auch in nur einem einzigen Diamanten von 4 Karat (0,8 Gramm) für die Zukunft konservieren. Diamanten stellen somit den maximalsten Wert auf kleinstem Raum dar. Zudem sind Diamanten mit erstklassiger Expertise weltweit anerkannt, liquide handelbar und bieten hohen Inflationsschutz.

Der Diamantenmarkt unterliegt nicht den extremen Schwankungen denen Gold und Silber teilweise ausgesetzt sind, und ist zudem auch nicht manipulierbar. Der Preis von Diamanten wird nur durch die physische Nachfrage der Schmuckbranche und des Edelsteinhandels ermittelt und kann nicht durch kurzfristige Spekulationen mittels eines ETF o.ä. beeinflusst werden. In den letzten 25 Jahren hat sich der Wert von Diamanten somit, bis auf ein paar kleinerer Konjunkturdellen, stetig nach oben entwickelt. Nicht zuletzt die starke Nachfrage aus den aufstrebenden Regionen in Asien und den USA werden wohl in Zukunft für weiter steigende Preise bei einem immer knapper werdenden Angebot sorgen. Denn, bereits heute schätzen Fachleute, dass die künftige Nachfrage aus China und Indien nach geschliffenen Diamanten und Rohdiamanten in den kommenden zehn Jahren etwa auf das heutige Niveau der USA (40 Prozent des Weltmarktes) anwachsen könnte.

Worauf man achten sollte:

Größe und Qualität sind wichtig. Die Diamanten werden grundsätzlich in unterschiedliche Gewichtsklassen eingeteilt. Jeder Gewichtsklasse ist ein Preis pro Karat, und natürlich Qualität, zugeteilt. Je größer also der Diamant ist, desto wertvoller ist er, auch im direkten Vergleich mit einem Stein der selben Qualität aber geringerer Größe. Ein größerer Diamant kann also durchaus einen dreimal höheren Preis pro Karat aufweisen, als ein kleinerer. Zum Beispiel können zwei Halbkaräter also durchaus nur ein Drittel so viel wert sein wie ein Einkaräter. Ein weiterer und wesentlich wertbestimmender Faktor ist aber die Reinheit eines Diamanten. Die Edelsteine werden in unterschiedliche Reinheitsgrade unterteilt, je reiner desto teurer, bzw. wertvoller. Genauere Angaben von Flawless bis Piqué können Sie diesem Link entnehmen, ebenso wie die unterschiedlichen Einstufungen der Farbe eines Diamanten von River über Top Wesselton bis hin zu Cape.

Von farbigen Diamanten sollte der ungeschulte Anleger lieber die Finger lassen, da der Markt für Diamanten mit dem Zusatz pink, yellow oder blue viel zu speziell ist und allenfalls in einem Schmuckstück für die liebe Gattin Verwendung finden sollte, nicht aber als jederzeit handelbare Wertanlage. Beim Schliff des Edelsteins sollten Sie den Brilliantschliff  mit 24 Facetten im unteren Bereich und 32 Facetten im oberen Bereich und einer Tafel bevorzugen, da dies die gängigste aller Schliffformen ist.

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Risiken:

Bei allen positiven Aspekten einer Investition in Diamanten sollte nicht vergessen werden, dass die aktuelle Situation der extrem hohen Staatsverschuldungen in vielen Regionen dieser Welt auch zu deutlich deflationären Tendenzen führen könnte. Hier gilt also das gleiche Prinzip wie beim Gold- oder Silberkauf. Nur wenn sich die expansive Geldpolitik Europas und der USA letztlich in einer deutlichen Inflation entlädt, werden auch die Preise für Diamanten und Edelmetalle sehr wahrscheinlich deutlich steigen. Zudem wird der Preis von Diamanten weltweit in Dollar berechnet, was für europäische Anleger eine zusätzliche Chance, aber auch ein Risiko sein kann.

Chancen:

Seit Jahren werden keine nennenswerten neuen Diamanten-Vorkommen mehr erschlossen. Während sich inzwischen auch Rohstoffkonzerne wie Rio Tinto oder BHP Billiton in dem Segment tummeln, sind die bislang beherrschenden Schürfungen aus Südafrika somit weiterhin prozentual rückläufig. Fachleute nehmen an, dass die Nachfrage nach Diamanten jährlich um ca. 6 bis 7 Prozent wächst, das Angebot kann jedoch unter den aktuellen Bedingungen nur um ca. 2,6 Prozent jährlich gesteigert werden, was früher oder später zu einer Verknappung führen dürfte. Hinzu kommt noch die nicht ganz unerhebliche Veränderungen der zu erwartenden Preise im Falle einer Inflation.


300 x 250 Diamanten günstig kaufen
Grundsätzliches: 

Wenn Sie sich für den Kauf von Diamanten entscheiden sollten, achten Sie unbedingt darauf, dass sie diese von einem seriösen und zertifizierten Händler erwerben! Ebenso sollten die Edelsteine selber über ein Zertifikat einer renommierten Prüfstelle verfügen. Kaufen Sie niemals Diamanten die Ihnen am Telefon oder anderweitig unaufgefordert angeboten werden. Lassen Sie im Optimalfall noch einmal einen Fachmann Ihres Vertrauens eine unabhängige Expertise erstellen, sofern es sich um eine größere Summe handelt, die Sie anlegen wollen.

Der Kauf von Diamanten ist nicht meldepflichtig, unterliegt aber der Umsatzsteuer, die allerdings je nachdem in welchem Land man die Edelsteine erwirbt recht unterschiedlich ausfallen kann. Die Gewinne aus dem Verkauf von Diamanten sind hingegen für privat handelnde Personen hierzulande steuerfrei, sofern die Haltedauer mehr als ein Jahr beträgt.

Abschließend sei noch einmal erwähnt, dass sich Diamanten grundsätzlich eher nicht als Spekulationsobjekt eignen, sondern viel mehr einen Teil ihres langfristigen Vermögenssicherung in einem ausgewogenen Depot darstellen sollten. ebenso wie die beiden Edelmetalle Gold und Silber, die in keinem Depot fehlen sollten. Der Anteil an Edelsteinen sollte in Ihrem gut diversifiziertem Portfolio aber nicht mehr als 5 bis 10 Prozent betragen. Der Gesamtanteil von Edelmetallen und Edelsteinen sollte nicht größer als 20 Prozent sein.

DAX und S&P 500 vor der Gezeitenwende? Droht eine Korrektur bis auf 6.337 bzw. 1.482 Punkte?

Wie Sie vielleicht gemerkt haben war es in den letzten Tagen etwas ruhiger in unserem Blog. Das hatte zum einen natürlich seinen Grund darin, dass ich entgegen der Meinung vieler Analysten hier zunehmend Gefahren sehe, und Ihnen somit nicht mehr guten Gewissens Aktien vorstellen wollte die ausreichende Chancen bei einem überschaubaren Risiko bieten. Zum anderen habe ich in den letzten Wochen intensiv an meinem Trading-Plan für die kommenden Monate gearbeitet, sprich viel recherchiert, analysiert und ausgewertet. Herausgekommen sind einige neue Erkenntnisse, die ich hier gerne in den kommenden Wochen mit Ihnen teilen möchte. Wie immer ist es bei einer gewissen Menge an Informationen nicht einfach einen vernünftigen Leitfaden zu finden und die Ergebnisse auch schlüssig für Dritte darzustellen, aber ich werde mein Bestes versuchen…!

Starten möchte ich heute mit einem durchaus interessanten übergeordneten Bild: Inzwischen befinden wir uns sowohl beim DAX als auch beim S&P 500 auf einem Niveau, dass ich Ihnen hier grafisch einmal darstellen möchte… Wie wir alle wissen bewegt sich die Börse in gewissen Zyklen, die oftmals bei rückwirkender Betrachtung eine erstaunliche Symmetrie aufweisen. Hierzu gehören im übergeordneten Bild auch gelegentliche Betrachtungen der einzelnen Wellen einer langjährigen Hausse, wie wir sie nun gerade vorfinden. Und so kommt es dass ich Ihnen heute folgende zwei Charts präsentieren möchte, die ich schon seit Wochen „vorbereitet“ habe. Ich musst nur noch auf den richtigen Zeitpunkt warten… Denn der DAX hat gestern als erstes das hier anvisierte Ziel nahezu erreicht, der S&P 500 befindet sich nur noch wenige Punkte davon entfernt.

DAX Masterplan

Was ich hier gemacht habe, mag für den ein oder anderen „Fachmann“ nun banal klingen, hat aber grundsätzlich seine Daseinsberechtigung, wenn man mal etwas weiter in die Vergangenheit zurückschaut und die einzelnen Schwünge von Aufwärts- oder Abwärstbewegungen miteinander vergleicht. Die Hoch- und Tiefpunkte der Hausse von März 2009 bis April 2011 wurde mit zwei Linien verbunden und diese in exakt dem gleichen Winkel mit exakt der gleichen Länge der Strecken auf die aktuelle Situation projiziert. Daraus ergibt sich dann der entsprechende Zielbereich und das mögliche Korrekturpotenzial für die Indizes, unter der Voraussetzung dass es sich bei der aktuellen Situation um einen ähnlichen Zyklus wie zuvor handelt. Keines der Kursziele ist dabei in Stein gemeißelt, sondern liefert lediglich einen Anhaltspunkt für eine mögliche Entwicklung. Zur genaueren Betrachtung dieser Ziele und möglichen Unterstützungen (blau) bitte zweimal auf den jeweiligen Chart klicken…!

S&P 500 Masterplan

Grundsätzlich würde ich dem DAX somit noch ein paar Pünktchen zubilligen bis der S&P 500 dieses Ziel ebenfalls nun auch abgearbeitet hat. Die beiden Charts sollen aber an dieser Stelle nur eine erste Warnung an alle Super-Optimisten darstellen und haben natürlich auch keinen Anspruch auf hundertprozentige Erfüllung. Auch wenn der DAX heute deutlich schwächer notiert und somit mustergültig abgeprallt wäre. Letztlich will ich Ihnen nur aufzeigen wo wir uns aktuell befinden KÖNNTEN. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios halte ich persönlich, gerade wegen des unerschütterlichen Optimismus vieler Marktteilnehmer, für durchaus gegeben.

Auffällig ist auch, dass der Dax mit seinen täglichen neuen Hochständen irgendwie ein Eigenleben zu führen scheint. Den Grund dafür hatte ich ja bereits im letzten Newsletter angesprochen. Viele Aktien die die Hausse bislang angeführt haben sind nun nicht mehr in der Lage mit dem steilen Anstieg der Indizes Schritt zu halten. Die meisten Vertreter dieser Gattung sind noch ein gutes Stück von ihren ehemaligen Hochständen entfernt, bzw. befinden sich teilweise schon wieder auf dem Weg in die andere Richtung. In den USA kann man ähnliches beobachten… Es gibt ein paar Ausnahmen wie Google, aber grundsätzlich überwiegt auch die hier genannte Tendenz. Das jüngste Negativ-Beispiel ist wohl die Netflix Aktie.

Auffällig ist weiterhin, dass es zuletzt eher die Rohrkrepierer der vorangegangenen Hausse waren, die nun endlich auch mal gestiegen sind. Aktien wie E.ON, RWE, Metro, SAP, Salzgitter, ThyssenKrupp usw. profitieren hier wohl in erster Linie davon, dass Anleger diese vermeintlich noch „billigen“ Titel in Ihre Depots gelegt haben. Auch das ist ein typisches „Verhalten“ in der Endphase einer Hausse! In den beiden letzten Phasen der Top-Bildung (roter Kreis) hatten wir genau die selben Erscheinungen bevor es dann, nach wochenlangem Hin und Her, zu einer deutlichen Korrektur gekommen ist.

Ich bin somit weiterhin der Meinung, dass wir uns nun in der letzten Phase, sprich der Übertreibungsphase, der aktuellen Hausse befinden KÖNNTEN. Diese kann sicherlich länger dauern als man annehmen möchte, aber inzwischen sprechen so viele Faktoren gegen einen weiteren deutlichen Anstieg, dass man diese besser permanent im Hinterkopf behalten sollte. Investments auf der long Seite beinhalten aus dem oben genannten Gründen ein höheres Risiko als Short-Spekulationen – man sollte sich aber dennoch vorerst nicht gegen einen solchen irrationalen Markt und die FED/EZB stellen. Einzelne Kurzfrist-Spekulationen sind weiterhin interessant, grundsätzlich scheint mir die Seitenlinie aber vorerst der richtige Ort zu sein, um das weitere Schauspiel zu betrachten und auf das nächste ernsthafte Signal zu warten.

Vielleicht muss ja die viel gepriesene runde Marke von 9.000 Punkten im Dax unbedingt noch abgearbeitet werden, bevor hier überhaupt eine ernsthafte Entscheidung fallen kann! Vielleicht aber auch nicht, und das würde so einige (große) Marktteilnehmer wohl richtig auf dem falschen Fuss erwischen…!

Die Netflix Aktie fährt Achterbahn…!

Es ist schon immer wieder faszinierend welche Auswirkungen die Handlungen von Börsengurus wie Warren Buffet, Ken Fisher oder auch Carl Icahn haben können. Gestern war es mal wieder soweit, nachdem bekannt wurde das Carl Icahn die Hälfte seiner Position bei Netflix aufgelöst hat, konnten die restlichen Anleger eine wahre Achterbahnfahrt bei der Aktie „genießen“. Das eigentlich Üble daran war aber, dass die Aktie zuvor noch einen sehr kräftigen Schub nach oben gemacht hat, bevor es dann gegen Handelsende an der Wall Street nur noch bergab ging. RBC Capital hatte den Titel vor Handelsbeginn erneut auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 440,- Dollar angegeben.

Die Folge dieser Hochstufung war ein reges Kaufinteresse, das die Aktie zunächst auf 389,- Dollar steigen ließ. Nach der Meldung über Icahns Ausstieg verlor die Netflix Aktien dann nicht nur die kräftigen Tagesgewinne, sondern musste den Handel mit einem deutlichen Minus von über neun Prozent bei 322,- Dollar beenden. Wehe dem der da zum Handelsbeginn gekauft hatte..!

Nach diesem Schock dürfte die Aktie heute auch weiterhin eher schwächer tendieren, auch wenn bei solchen Highflyern jederzeit alles möglich erscheint. Die Marke um 318,- Dollar sollte eine erste Unterstützung bieten, hält diese nicht dürfte die untere Begrenzung des hier eingezeichneten Trendkanals erneut getestet werden. Erst unterhalb der Marke von 290,- Dollar muss man sich dann wohl richtige Sorgen machen. Denn wie man hier sehen kann befinden sich noch zwei größere Gaps in diesem Aktienchart die dann geschlossen werden könnten. Zumindest die Kurslücke bei 176,50 Dollar scheint dann in greifbare Nähe zu rücken, da die runde Marke von 200,- Dollar eigentlich die erste „echte“ Unterstützung bei der Aktie darstellt.

Die Analysten von Jeffries haben ihr Rating für die Aktie nach den Ereignissen von gestern überarbeitet und das Kursziel von 160,- auf 215 Dollar angehoben, andere bleiben mit Kursen über 300,- Dollar etwas optimistischer. Ich persönlich halte die Aktie schon seit längerem für deutlich überbewertet, wie offenbar wohl auch die Insider, die seit Monaten nur noch verkaufen…!

Ist Oracle die bessere SAP ?

Am Montag wird Deutschlands Software-Haus Nummer Eins die Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal präsentieren. Nachdem bereits das zweite Quartal eher schwach ausgefallen ist, warten die Anleger somit nun auf neue Signale, die die Aktie dann auch in die ein oder andere Richtung bewegen könnten. Zuletzt zeigte der Titel deutliche Schwäche, insbesondere wenn man die starke Performance des Gesamtmarktes berücksichtigt. Nach nunmehr zwei schwachen Quartalen rechnen die meisten Marktbeobachter aber trotzdem wieder mit einer Verbesserung beim Umsatz und Ergebnis. Dem Konsens nach soll der Umsatz leicht von 3,95 auf ca. 4,15 Milliarden Euro gestiegen sein, beim Gewinn erwarten die Analysten sogar wieder eine deutlichere Steigerung von 626 auf 921 Millionen Euro.

Woher dieser Optimismus kommt ist mir nicht ganz klar, denn nach wie vor leidet das Unternehmen an einem schwächelnden Absatz in Asien, insbesondere in China und Japan, während es im nordamerikanischen Markt offenbar weiterhin gut läuft. Hinzu kommen in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Quartal negative Währungseffekte durch den zuletzt sehr festen Euro-Kurs. Es dürfte somit nicht ganz einfach sein die gesteckten Ziele auch tatsächlich zu erreichen…!

Die Vorgaben für die SAP Aktie sind damit klar abgesteckt. Sollten die Walldorfer im letzten Quartal nicht einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen, und die Eckdaten deutlich gegenüber dem zweiten Quartal verbessert haben, droht den Anlegern wohl die Kappung der Gesamtjahresprognose. Wie weit diese neuen Daten dann bereits in dem eher schwachen Aktienkurs eingepreist sind, bleibt noch abzuwarten. Aus charttechnsicher Sicht wäre bei einer weiteren Enttäuschung durchaus noch Platz bis in den Bereich um die 45,- Euro. Gelingt es hingegen, die erwarteten Daten zu erreichen oder gar zu toppen, bestünde wohl wieder etwas Aufwärtspotenzial für die SAP Aktie, allerdings wohl nur wenn auch die Prognose für das Gesamtjahr erneut bestätigt wird.

Anleger sollten somit bei der Zahlenvorlage am Montag genau hinsehen, ob das Erreichen der bereits reduzierten Jahresziele für 2013 tatsächlich noch möglich erscheint, oder nicht. Das Betriebsergebnis für das Gesamtjahr soll auf 5,85 bis 5,95 Milliarden, von 5,21 Milliarden Euro im Vorjahr, steigen. Die Erlöse aus Software und dazugehörigen Wartungsdienstleistungen sollen um mindestens 10 Prozent zulegen. Sollten die Zahlen zum dritten Quartal nicht wenigstens so ausfallen wie von den Analysten angenommen, müsste die Software-Schmiede wohl im vierten Quartal regelrecht zaubern… was in diesem Umfeld nicht ganz einfach sein dürfte.

Mein Fazit lautet somit: Sowohl aus fundamentalen Überlegungen als auch aus charttechnischen Gesichtspunkten und insbesondere bei der Berücksichtigung von Währungseffekten scheint der US amerikanische Konkurrent Oracle für europäische Anleger momentan wohl die bessere Wahl zu sein. Der freundliche Euro/Dollar Wechselkurs eröffnet somit mittelfristig zusätzliches Gewinnpotenzial für Anleger, wenn man davon ausgeht dass der Euro nicht weiter dramatisch zulegen wird. Zudem sieht dieser Chart etwas vielversprechender aus:

Die Nachricht vom Wochenende über die Einstellung der SAP Mittelstandssoftware „Business by Design“ lässt ebenfalls aufhorchen. Laut einem Bericht in der „Wirtschaftswoche“ hat die Entwicklung der Software bislang ca 3 Milliarden Euro verschlugen, während der dadurch erzielte Umsatz lediglich auf knapp 23 Millionen Euro beziffert werden kann. In dem Bericht wurde Business by Design somit auch als der größte Flop in der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Ich gehe somit davon aus, dass man auch Abschreibungen aus diesem Projekt wohl demnächst in der Bilanz des SAP Konzerns wiederfinden kann.Vorsicht ist also durchaus angebracht..!

DAX – Anleger zwischen Sorglosigkeit und Gier

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen bei der Betrachtung eines DAX bei 8.800 Punkten und dem gleichzeitigen Untergangsszenario in den USA geht, aber ein wenig befremdlich darf man die Ereignisse der letzten Tage wohl schon finden. Ich fühle mich mal wieder ein wenig an die Zeit erinnert als man noch Aktien kaufen konnte ohne sich darüber großartige Gedanken machen zu müssen, denn es stiegen ja sowieso alle Kurse. Das war das letzte Mal in den späten Neunzigern bzw. zur Jahrtausendwende der Fall. Der ein oder andere von Ihnen ,erinnert sich vielleicht noch schmerzlich an das was danach kam… Die aktuelle Situation erinnert auch ein wenig an die Vortage der Lehman-Pleite. Ich befand mich damals im Urlaub in den USA und habe das ganze Drama sozusagen hautnah miterlebt. Niemand, mit dem ich damals gesprochen habe wäre davon ausgegangen, dass man Lehmann wirklich pleite gehen lässt! Und niemand hat sich damals wohl die Folgen dieser Entscheidung reiflich überlegt, die die Weltgemeinde bis heute einige Billionen gekostet hat!

Nicht dass ich hier nun etwa sagen will, dass uns ähnliches in naher Zukunft erwartet, aber es ist schon bemerkenswert, wie sicher sich die Finanzwelt in diesem Punkt zu sein scheint. Trotzdem wir nun, einen Tag vor Ablauf der Frist, noch immer keine greifbare Lösung im Haushaltsstreit der USA haben, haussieren die Börsen weiter. Jede noch so kleine und unbedeutende Aussage eines Abgeordneten wird sofort stürmisch gefeiert. Das Lager der Bullen hat in den letzten Tagen den höchsten Zuwachs seit langer Zeit verzeichnet…Kurzum alle gehen fest davon aus, dass rechtzeitig eine Lösung gefunden wird, und wir dann anschließend eine weitere Rally sehen werden. Und dabei wird so gerne vergessen dass selbst eine kurzzeitige Erhöhung der Schuldenobergrenze nicht ansatzweise eine Lösung für die teilweise massiven Probleme der USA sind, sondern das Problem damit lediglich einmal mehr nach hinten verlagert wird.

Und, wenn sie Mehrheit der Marktteilnehmer fest davon ausgeht dass ein Ereignis eintritt, dann hat dieser Teil der Spieler an den Kapitalmärkten sich meistens bereits vor dem eigentlichen Ereignis dementsprechend positioniert. Diese Anleger haben den positiven Ausgang der Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten somit bereits in Form von stark steigenden Kursen antizipiert. Es ist also naheliegend, dass selbst im Falle einer positiven Meldung, innerhalb der nächsten 48 Stunden, die Kurse dann nach einem kurzen Freudenhüpfer wieder deutlich nach unten tendieren werden, da die Nachricht auf die man zuvor gesetzt hat wieder verkauft wird. Anleger, deren Glückshormone gerade etwas verrückt spielen, sollten sich dieses Szenario zumindest einmal im Hinterkopf behalten!

Und dann wäre da noch die zweite Variante – an die niemand glauben will. Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen wird die Börse einbrechen. Wie tief und wie weit kann dann nicht seriös prognostiziert werden, denn es ist sehr wahrscheinlich dass der Markt dann sofort auf eine tiefe Rezession in den USA setzen würde. Die USA selber würden ihre Top-Bonität umgehend verlieren und der Dollar damit seinen bislang noch unangefochtenen Stand als „die Weltwährung“ ernsthaft in Frage stellen, im Anleihemarkt würde ein Tsunami ungeahnten Ausmaßes losbrechen. Der Schaden wäre wohl immens und hätte auch deutliche Auswirkungen auf den Rest der Welt. Alle Krisenmaßnahmen der letzten Jahre könnten damit ganz schnell null und nichtig sein. Die Dramatik dieser Prognose erklärt wohl auch warum dieser Fall höchstwahrscheinlich nicht eintreten wird.

Dennoch, man hat schon die berühmten Pferde vor der Apotheke gesehen und man sollte an der Börse niemals leichtfertig davon ausgehen dass ein Ereignis nicht eintreten kann, denn so etwas kann jahrelange Arbeit in einem Depot in wenigen Tagen vernichten! Nicht ohne Grund bereiten sich die Notenbanken dieser Welt gerade auf einen solches Szenario vor. Anzumerken ist hier wohl auch noch, dass der Ablauf des sogenannten Shutdown dieses Mal anders ist als sonst…! An der Börse wurde bislang die Chance verpasst den nötigen Druck auf die Politiker auf beiden Seiten auszuüben, um diese zu einer schnellen Einigung zu bewegen. Die letzten Male als wir mal wieder vor dem finanziellen Abgrund in den USA standen, fielen die Aktienkurse im Vorfeld dieser Entscheidung so lange bis die Entscheidung getroffen werden musste, um noch größeren Schaden abzuwenden. Diese Chance wurde aber leider verpasst.

Heute bewegen wir uns aber in einem Umfeld größter Sorglosigkeit, die sich nach fast 12 Monaten nur steigender Aktienkurse breit gemacht hat. Sämtliche negativen Signale werden missachtet, seien es die durchwachsenen Konjunkturdaten, rückläufige Unternehmensgewinne, diverse unübersehbare Divergenzen, plötzlich starke Veränderungen im Sentiment oder was auch immer. Nichts passt mehr wirklich zusammen, bzw, vieles was uns Anleger warnen sollte, wird von der breiten Masse einfach ignoriert. Die Börsenmedien leisten hierzu ebenfalls ihren Beitrag indem immer höhere Kursziele für DAX & Co. ausgerufen werden. Eine Jahresende-Rally scheint ausgemachte Sache zu sein, kurzfristig geht offenbar jeder davon aus, dass der DAX die 9.000 Punkte Marke knackt, usw…!?

Am Ende sollte sich jeder Anleger hier nun wohl die Frage stellen, ob das Risiko in den kommenden 48 Stunden die möglichen Chancen nicht vielleicht überwiegt. Nicht etwa, dass ich an einen Zusammenbruch des Finanzsystems glauben würde (zumindest nicht in nächster Zeit) sondern alleine der Umstand, dass hier viel zu viel Optimismus in einem überkauften Markt am Werke ist, lässt mich nun deutlich vorsichtiger werden. Generell bleibt ein Markt der bereits seit Monaten eher darauf wettet, dass die Finanzwelt nicht zusammenbricht, anstatt sich auf fundamentale Rahmendaten zu konzentrieren, ein extrem gefährlicher Markt.

Abschließend möchte ich Ihnen noch einen Gedanken mit auf den Weg geben, der nicht ganz unwichtig sein dürfte. Viele US Anleger haben sich in den letzten Wochen verstärkt u.a. im DAX engagiert, um zum einen dem weiteren Verfall des Dollar vorzubeugen und das Anlagerisiko im heimischen Markt zu reduzieren. Das erklärt auch die unglaubliche Stärke des deutschen und anderer europäischer Leitindizes in letzter Zeit. Die spannende Frage ist nun also wohin sich sowohl der Dollar als auch der Dax bewegen werden, wenn eine Einigung im US Haushaltsstreit erzielt wird. Sehr naheliegend wäre, dass das geparkte Geld dann wieder aus den „anderen“ Märkten zurück in die USA geholt wird. Aber, was ist in diesem Umfeld schon noch naheliegend…!?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die richtigen Entscheidungen in den kommenden Tagen.

US Haushaltsstreit – Milliarden für heiße Luft… !

Die US Indizes haben bereits gestern eine extrem schwache Vorstellung geliefert die nicht unbedingt zu der Nachrichtenlage gepasst hat. In den letzten Monaten waren die Anleger daran gewöhnt, dass sämtliche Statements der FED über eine Fortführung des Ankaufprogramms sofort mit steigenden Kursen an den Börsen quittiert wurden. Ebenso ist der Markt bereits seit Monaten der Meinung dass eine Nominierung Janet Yellen´s zur nächsten FED Chefin zur direkten Folge haben würde, dass in der Zukunft noch exzessiver mit frischem FED-Geld rumgeworfen wird als zur Zeit Ben Bernankes. Beide Faktoren hätten unter „normalen“ Umständen also zu starken Käufen an der Wall Street geführt…haben sie aber nicht! Der „Yellen-Effekt“, über den ich gestern geschrieben habe, hielt erwartungsgemäß nur sehr kurz an, bzw. wurde bis zum Handelsschluss in den USA wieder vollständig abverkauft.

Insgesamt gab es auch bei der gestrigen FED Sitzung mal wieder keine großen Überraschungen. Die US Notenbank hat in ihrer gestrigen Sitzung erneut klar gemacht, dass sie eine Drosselung der Anleihekäufe noch in diesem Jahr ausdrücklich wünscht…(offensichtlich aber nicht kann!) bzw. war bereits dem Protokoll (FED Minutes) der Sitzung am 17. und 18. September diesen Jahres zu entnehmen, dass die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für eine schrittweise Drosselung waren, und dann ein Komplettausstieg bis Mitte 2014 erfolgen sollte… Wir erinnern uns: Das war die FED Sitzung bei der im Vorfeld wohl die ganze Welt davon ausgegangen ist, dass das Tappering nun eingeleitet wird!

Das „Chicken Game“ zwischen Barack Obama und den Republikanern geht ebenfalls in die nächste Runde. Das Treffen des US Präsidenten mit einigen Repräsentanten der Republikaner im Weissen Haus sorgte zunächst für große Hoffnung darauf, dass im US Haushaltsstreit doch noch kurzfristig eine Lösung gefunden werden könnte, und ließ die Aktienmärkte heute bereits in freudiger Erwartung einer Lösung kräftig steigen. Das „Ergebnis“ hingegen könnte ernüchternder wohl nicht sein! Offensichtlich hat aber die Aussage, dass man sich auf eine vorübergehende Anhebung der Schuldenobergrenze geeinigt habe und sich somit „nur“ um einen vorübergehenden Shutdown handeln würde, gereicht um die Käufer kräftig zu motivieren. Eine echte Einigung scheint aber weiterhin nicht in Sicht zu sein. Man spielt wieder einmal auf Zeit.

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Mal ehrlich – wer ist nicht davon ausgegangen dass es sich um ein temporäres Ereignis handeln könnte? Wohl niemand ist hat ernsthaft geglaubt dass Barack Obama den Laden nun zusperrt und anschließend den Schlüssel wegwirft..! Es ist also das gleiche Spiel wie schon die letzten Male, keinesfalls überraschend und sicherlich einer Wirtschaftsnation wie den USA mehr als unwürdig. Der Markt hätte dieses Hickhack eigentlich heute mit einer entsprechenden Reaktion quittieren sollen, alleine schon um den Druck weiter aufrecht zu erhalten. Stattdessen schalten die Börsen in den Ralley-Modus und verharrt auf hohem Niveau, was keinesfalls gut für ein zufriedenstellendes und zeitnahes Ergebnis sein kann. Ob dies allerdings nun auch so bleiben wird, bleibt noch abzuwarten.

In den USA wird ab heute also eher die neue Hoffnung gespielt dass ein temporärer Shutdown zumindest das geplante Tapering der FED nach hinten verschieben wird, und somit weiterhin Liquidität in Hülle und Fülle erhalten bleibt. Die kommenden Wochen dürften volatil werden und neue Chancen bieten.

S&P 500 mit deutlichem Rückschlagspotenzial – Kommt der Yellen-Effekt?

Wie unsere Newsletter Abonnenten ja bereits seit Sonntag wissen, habe ich genau das was wir gestern an der Wall Street gesehen haben so auch erwartet. Die Nervosität an den Kapitalmärkten nimmt weiter zu, je länger die fruchtlose Debatte um den US Haushalt anhalten wird. Der Kursrutsch gestern war somit erst einmal nicht überraschend. Der Schlusskurs des S&P 500 hingegen schon. Denn eigentlich hätte dieser erste Schub vorerst bei ca. 1660 Punkten enden sollen, wenn man weiter an ein bullishes Szenario glaubt. Die US Indizes sind aber bereits im ersten Schritt weiter abgetaucht als dies vom Markt erwartet wurde. Somit sind die Bären nun etwas im Vorteil, auch wenn heute bereits vorbörslich wieder Kurse über der 1.660 Punkte Marke erreicht werden.

Der Hauptgrund für diese kurzfristige Entwicklung ist nicht etwa darin zu sehen, dass Alcoa heute Nacht ganz passable Zahlen geliefert hat, sondern wohl viel mehr damit begründet, dass der Markt nun auf die Ernennung von Janet Yellen zur neuen FED Chefin setzt. Laut einem Sprecher des Weissen Hauses wird die Ökonomin heute offiziell von Barack Obama nominiert werden. Janet Yellen gilt als Wunschkandidatin der Bullen, da sie die Lockere Geldpolitik von Noch-FED-Chef Bernanke sehr wahrscheinlich weiterführen wird.

S&P 500 Chart Trendbruch

Der Zeitpunkt der Nominierung dürfte nicht etwa zufällig gewählt worden sein. Obama setzt damit auf eine Stabilisierung des Marktes, während die Verhandlungen über den Staatshaushalt und die Schuldenobergrenze in die nächste und vielleicht entscheidende Phase gehen. Ob dies allerdings reichen wird um den inzwischen auf der Kippe stehenden Bullenmarkt weiter anzuheizen ist fraglich. Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, dass es zu einem kurzfristigen Yellen-Effekt kommen wird, sobald der Senat die Nominierung ebenfalls abgesegnet hat. Dennoch sollte man wohl nicht allzu viel Hoffnungen darauf setzen, dass dieses Ereignis ein echter Game-Changer wird.

Wie man in obigem Chart des S&P500 deutlich sehen kann ist der seit November 2012 bestehende Aufwärtstrend erstmalig ernsthaft in Gefahr, und damit auch eine Fortsetzung der Hausse. Der Dax hält sich (noch?) vergleichsweise gut in diesem Umfeld. Allerdings kann man auch hier erste deutliche Ermüdungszeichen erkennen, wie bereits im letzten Artikel beschrieben. Sollten die US Indizes nun weiter schwächeln, wird sich auch der Deutsche Leitindex dieser Entwicklung nicht dauerhaft entziehen können. Entsprechende „Vorsichtsmaßnahmen“ sind also weiterhin angeraten bis sich ein überzeugenderes Setup für die nächsten Trades ergibt.

Die Welt schaut nach Amerika – Alcoa, JP Morgan Wells Fargo im Fokus

Aus unserem Newsletter vom Wochenende… Das beherrschende Thema der letzten Woche, und wohl auch in der kommenden, ist und bleibt der US Haushaltsstreit. Momentan scheint die ganze Welt einfach auf eine Lösung dieser Patt-Situation in den USA fokussiert zu sein. Nichts geht wirklich vorwärts oder rückwärts. Doch das könnte sich bald ändern. Denn, sollten die fruchtlosen Debatten auch in einigen Tagen weiterhin so ergebnislos verlaufen, wird die Nervosität an den Kapitalmärkten entsprechend zunehmen. Einen leichtenVorgeschmack darauf, was uns dann noch erwarten könnte, haben wir bereits in den letzten Handelstagen gesehen. Zahlreiche Highflyer standen zuletzt deutlich unter Druck, Gewinnmitnahmen prägten das übergeordnete Bild.

Lediglich am Freitag haben die Märkte wohl darauf gesetzt, dass es nun an diesem Wochenende doch noch zu einer überraschenden Einigung kommen könnte, bzw. gehe ich persönlich eher davon aus, dass der leichte Kursanstieg bei den Indizes vorrangig dadurch verursacht wurde, dass hier Short-Positionen in größerem Umfang eingedeckt wurden. Wer will schon riskieren dass seine Position am Montag mit einem kräftigen Minus eröffnet, falls doch überraschen eine Einigung zustande kommt. Das wäre in einer politischen Lage wie dieser wohl auch eher eine Harakiri-Strategie.

S&P 500 Chart Korrekturpotenzial

Ich gehe nicht davon aus, dass hier kurzfristig eine Lösung präsentiert wird, ebenso wenig erwarte ich nun bereits in der kommenden Woche wieder einen deutlichen Anstieg der Indizes, bzw. Aktienkurse. Es dürfte also weiterhin eine gute Strategie sein sich in Geduld zu üben und auf den richtigen Moment zu warten. Man sollte auch keinesfalls vergessen, dass offenbar die große Mehrzahl der Marktteilnehmer fest davon ausgeht dass es kurzfristig zu einer Lösung des Streits zwischen Republikanern und Demokraten kommt. Und wie wir alle aus langjähriger Erfahrung wissen, geschieht an der Börse selten das was die Mehrheit erwartet…! Am Ende wird es eine Lösung geben…das ist zumindest naheliegend, denn die Wirtschaftsnation Nummer Eins kann sich eine faktische Pleite sicherlich nicht leisten.

Die abgelaufene Woche könnte also nur ein erster Testballon gewesen sein, den der Markt ausgesandt hat um die festgefahrenen Gemüter im US Kongress zu einer Einigung zu bewegen. Offenbar war dieser leichte Druck bislang aber noch nicht ausreichend. Denn, je näher der 17.Oktober (9 Handelstage !) rückt desto dünner wird die Luft für die Entscheider im US Kongress, und je deutlicher die Kurse im Vorfeld dieser Entscheidung fallen, desto eher werden die US Politiker sich tatsächlich zu einer Einigung durchringen. Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen, dass der Markt den Druck auf die beiden Parteien demnächst noch deutlich erhöhen wird. Das wäre dann der klassische Erpresser-Trade, den wir in den vergangenen Jahren schon des öfteren gesehen haben, wenn wichtige politische Entscheidungen anstanden, die zunächst aber von allen Beteiligten auf die lange Bank geschoben wurden.

Es besteht, wie oben bereits erwähnt, nun eine realistische Chance darauf, dass wir demnächst den Pullback sehen werden, den viele Marktteilnehmer sehnlichst erwarten. Die eigentlich spannende Frage, die sich dann stellt, ist aber die nach dem „richtigen Zeitpunkt“ für den Einstieg… neben dem nicht ganz unwichtigen Auswahl der richtigen Aktien, natürlich! Denn es ist wohl grundsätzlich ohne Frage, dass die Rally sehr wahrscheinlich weiter gehen wird, nachdem der Markt etwas durchgeatmet hat. Und der Grund dafür werden auch weiterhin die Notenbanken sein und nicht fundamentale Überlegungen. Viele Marktteilnehmer werden bereits die ersten Dips wieder aggressiv kaufen, andere warten geduldig ab, bis der Rauch sich gelegt hat und suchen dann erst ihre Chance.

Dax Chart mit offenen Gaps

Ich persönlich gehöre eher zu der zweiten Kategorie, da ein Rücksetzer theoretisch auch deutlicher ausfallen kann, als man sich das heute vielleicht vorstellen möchte. Die Indizes befinden sich weiterhin in fast schwindelerregender Höhe und auch die Hindernisse auf der Oberseite scheinen sehr massiv zu sein. Auf der Unterseite warten hingegen – gerade beim DAX – noch diverse offene Gaps auf Schließung, die der starke Anstieg der vergangenen Wochen in den Charts hinterlassen hat. Viele der ehemaligen Kurstreiber im Dax haben zudem bereits Verkaufssignale generiert, andere wiederum stehen unmittelbar davor. Gleiches gilt im Übrigen für den US Markt. Gerade einige BlueChips haben zuletzt charttechnische Muster ausgebildet, die auf eine Top-Bildung hindeuten… Die heiß geliebten Momentum-Aktien der letzten Monate wie YELP, Facebook und Co. dürften im Falle eines Kursrutsches zunächst am kräftigsten wieder an Wert verlieren. Es ist also nicht unbedingt an der Zeit sich nun weit aus dem Fenster zu lehnen, oder (zu) früh auf die nächste Gegenbewegung nach oben zu setzen.

Sollte es hingegen nun doch – wider Erwarten – zu einer schnellen Einigung in Washington kommen, so wird der Markt dies natürlich kurzfristig mit einer entsprechenden Bewegung nach oben quittieren. Ob diese dann nachhaltig sein wird ist aber ebenfalls fraglich, denn die Flut an Wirtschaftsdaten, die wegen des drohenden Shutdown in den letzten Tagen ausgeblieben ist, muss dann erst einmal in den Kursen verarbeitet werden. Dagegen würde auch die Erwartung des Marktes sprechen, dass genau das im Falle einer Einigung passieren wird. Sprich wenn alle an eine Rallye  glauben wird diese höchstwahrscheinlich nicht kommen, oder zumindest nicht nachhaltig sein.

Zudem startet die Berichtssaison zum abgelaufenen dritten Quartal in der kommenden Woche mit Alcoa, JP Morgan Wells Fargo. Somit werden wir auch von dieser Seite nun wieder verstärkt neu Impulse sehen. Allerdings bin ich nicht sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Quartal große Sprünge bei den Gewinnen sehen werden. Sie erinnern sich vielleicht dass ich bereits vor Monaten auf ein schwieriges drittes Quartal hingewiesen habe…!

Insgesamt empfinde ich somit das aktuelle Chance-Risiko-Verhältnis nicht mehr als besonders attraktiv. Es gibt bessere Setups auf die man geduldig warten sollte. Ein paar wenige Einzelwerte sind, wie bspw. die DB oder auch Hochtief und die beiden Energieversorger E.ON und RWE sind davon ausdrücklich ausgenommen. Dennoch muss man jetzt unbedingt seine Hausaufgaben machen, und sich die Aktien bereits jetzt raussuchen die man dann am Tag x für Kurs Y kaufen möchte. Achten Sie unbedingt auf relative Stärke bei einigen Aktien in einer weiteren Abwärtsbewegung! Bereits in der letzten Woche konnte ich einige Kandidaten identifizieren die ich nun auf meiner Intensiv-Watchlist habe. Über diese werde ich zu gegebener Zeit im Blog oder unserem Newsletter berichten und Ihnen ein charttechnisches Update mit den relevanten Marken erstellen, auf die man jetzt achten sollte.

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K+S, Mosaic, Potash im Aufwind – Uralkali-Turbulenzen bald beendet?

Die Kali Branche befindet sich seit gestern wieder im Aufwind. Hintergrund dieses Kursanstiegs war ein Bericht im „Wall Street Journal“, wonach nun keine weiteren ausländischen Investoren als möglicher Käufer für den 22-prozentigen Anteil am Weltmarktführer Uralkali zum Zuge kommen sollen. Dem Bericht zufolge soll der Großaktionär Suleiman Kerimov seinen 22-prozentigen Anteil  offenbar an heimische Käufer abtreten, was auch verhindern würde dass der chinesische Staatsfonds China Investment Corp seinen Einfluss auf Uralkali, und damit möglicherweise auch auf die Kali-Preise weiter erhöhen kann. Zuletzt waren die Chinesen mit Hilfe einer ausgeübten Wandelanleihe mit 12,5 Prozent bei Uralkali eingestiegen und wollten Ihren Anteil auf 25 Prozent ausbauen.

Zudem wird nun erneut offen darüber diskutiert dass man die Gespräche mit den weißrussischen Konkurrenten Belaruskali über künftige Kooperationen nun wieder aufnehmen will. Sowohl Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko, als auch der Kreml seien sehr daran interessiert die Differenzen schnell beizulegen, die zum Zusammenbruch des früheren Preiskartells geführt hatten. Laut informierten Kreisen sei der Kauf des Uralkali Anteils zudem ganz klar an eine Einigung, bzw. den Wiederaufbau einer Vertriebskooperation mit den Weissrussen gebunden. Zwei gute Nachrichten die in der Kali Branche für  erneute Hoffnung auf baldige Besserung gesorgt hat…und das sieht dann so aus:

Auch die Kali und Salz Aktie befindet sich heute wieder im Aufwind und kann von den guten Nachrichten profitieren. Zuvor hatte die Aktie eigentlich ein erneutes Verkaufsignal generiert, wie Sie im Stunden-Chart sehen können. Mit dem heutigen Anstieg ist die Kuh zwar noch nicht vom Eis, es besteht jedoch berechtigte Hoffnung auf eine nachhaltige Wende bei den Kali Aktien. Für die K+S Aktie heißt das nun konkret, dass die Aktie nun erst einmal zurück in den leicht aufwärts gerichteten Trend gefunden hat. Das Trendwende-Signal wäre aber erst bei einem Anstieg über 20,35 Euro perfekt.

Die kommenden Tage dürften für Kali-Anleger somit extrem spannend werden.

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