US Haushaltsstreit – Milliarden für heiße Luft… !

Die US Indizes haben bereits gestern eine extrem schwache Vorstellung geliefert die nicht unbedingt zu der Nachrichtenlage gepasst hat. In den letzten Monaten waren die Anleger daran gewöhnt, dass sämtliche Statements der FED über eine Fortführung des Ankaufprogramms sofort mit steigenden Kursen an den Börsen quittiert wurden. Ebenso ist der Markt bereits seit Monaten der Meinung dass eine Nominierung Janet Yellen´s zur nächsten FED Chefin zur direkten Folge haben würde, dass in der Zukunft noch exzessiver mit frischem FED-Geld rumgeworfen wird als zur Zeit Ben Bernankes. Beide Faktoren hätten unter „normalen“ Umständen also zu starken Käufen an der Wall Street geführt…haben sie aber nicht! Der „Yellen-Effekt“, über den ich gestern geschrieben habe, hielt erwartungsgemäß nur sehr kurz an, bzw. wurde bis zum Handelsschluss in den USA wieder vollständig abverkauft.

Insgesamt gab es auch bei der gestrigen FED Sitzung mal wieder keine großen Überraschungen. Die US Notenbank hat in ihrer gestrigen Sitzung erneut klar gemacht, dass sie eine Drosselung der Anleihekäufe noch in diesem Jahr ausdrücklich wünscht…(offensichtlich aber nicht kann!) bzw. war bereits dem Protokoll (FED Minutes) der Sitzung am 17. und 18. September diesen Jahres zu entnehmen, dass die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für eine schrittweise Drosselung waren, und dann ein Komplettausstieg bis Mitte 2014 erfolgen sollte… Wir erinnern uns: Das war die FED Sitzung bei der im Vorfeld wohl die ganze Welt davon ausgegangen ist, dass das Tappering nun eingeleitet wird!

Das „Chicken Game“ zwischen Barack Obama und den Republikanern geht ebenfalls in die nächste Runde. Das Treffen des US Präsidenten mit einigen Repräsentanten der Republikaner im Weissen Haus sorgte zunächst für große Hoffnung darauf, dass im US Haushaltsstreit doch noch kurzfristig eine Lösung gefunden werden könnte, und ließ die Aktienmärkte heute bereits in freudiger Erwartung einer Lösung kräftig steigen. Das „Ergebnis“ hingegen könnte ernüchternder wohl nicht sein! Offensichtlich hat aber die Aussage, dass man sich auf eine vorübergehende Anhebung der Schuldenobergrenze geeinigt habe und sich somit „nur“ um einen vorübergehenden Shutdown handeln würde, gereicht um die Käufer kräftig zu motivieren. Eine echte Einigung scheint aber weiterhin nicht in Sicht zu sein. Man spielt wieder einmal auf Zeit.

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Mal ehrlich – wer ist nicht davon ausgegangen dass es sich um ein temporäres Ereignis handeln könnte? Wohl niemand ist hat ernsthaft geglaubt dass Barack Obama den Laden nun zusperrt und anschließend den Schlüssel wegwirft..! Es ist also das gleiche Spiel wie schon die letzten Male, keinesfalls überraschend und sicherlich einer Wirtschaftsnation wie den USA mehr als unwürdig. Der Markt hätte dieses Hickhack eigentlich heute mit einer entsprechenden Reaktion quittieren sollen, alleine schon um den Druck weiter aufrecht zu erhalten. Stattdessen schalten die Börsen in den Ralley-Modus und verharrt auf hohem Niveau, was keinesfalls gut für ein zufriedenstellendes und zeitnahes Ergebnis sein kann. Ob dies allerdings nun auch so bleiben wird, bleibt noch abzuwarten.

In den USA wird ab heute also eher die neue Hoffnung gespielt dass ein temporärer Shutdown zumindest das geplante Tapering der FED nach hinten verschieben wird, und somit weiterhin Liquidität in Hülle und Fülle erhalten bleibt. Die kommenden Wochen dürften volatil werden und neue Chancen bieten.

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