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Der DAX dreht, oder doch nicht? – VW bleibt im Fokus

Einige Anleger haben die Aktienbewegungen gestern nicht so ganz verstanden, weswegen ich hier kurz zur Aufklärung beitragen möchte… Es ging schon am Morgen mit der großen Freude bei den Autobauern los, die ja dann größtenteils gegen Abend in Trauer umgeschlagen sein dürfte, wenn man mal wieder zum Höchstkurs gekauft hat… Grund für die gestrige Aufwärtsbewegung war ganz klar und offensichtlich die Spekulation auf ein Doppelboden im Bereich der 9.300 Punkte Marke, mit anschließender W-Formation und dem Beginn eines neuen Aufwärtstrends – soweit so gut! Ob dieser Plan aufgehen wird bleibt aus meiner Sicht aber noch abzuwarten. Denn es sprechen auch einige Faktoren dafür, dass es das noch nicht gewesen sein könnte…!

Unabhängig davon dass insbesondere die Automobil-Aktien im Moment ein eher risikobehafteter Platz sind, an dem man sich als Trader oder Anleger befinden kann, ist für meinen Geschmack immer noch deutlich zu viel Optimismus im Markt. Die jahrelang antrainierten Denkmuster den Dip zu kaufen funktionieren offensichtlich immer noch. Erst wenn ein Dip an einer entscheidenden Marke wie dieser nicht mehr gekauft wird und ein Hauch von Panik über das Börsenparkett weht, ist der Markt normalerweise bereinigt und kann eine nachhaltige Trendwende vollziehen. Diese Chance wurde vorläufig verpasst, ein kurzzeitiger Rutsch unter die Marke von 9.300 Punkten, wäre aus meiner Sicht die bessere Variante gewesen.

Denn, Salami-Korrekturen – wie die zuletzt gesehene – mit einer vorerst noch zaghaften Bodenbildung haben die unangenehme Eigenschaft die Nerven der Marktteilnehmer auch weiterhin zu drangsalieren, da ein klarer Richtungswechsel nicht erkennbar ist. Täglich raffen sich neue Player auf Aktien zu kaufen ,die sie dann umgehend eng absichern um nicht alsbald wieder auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Dies führt wiederum dazu, dass der Markt von permanenten Korrekturen begleitete wird, die diese Absicherungen regelmäßig wieder abfischen. Bis zu dem Tag an dem erneut das große Kapital zurück und die Märkte strömt…

Doch davon scheinen wir noch weit entfernt zu sein. Insbesondere im Dax, der von ausländischen Investoren aus verständlichen Gründen derzeit eher gemieden wird. Nach wie vor sind die Umsätze eher dünn, ebenso wie an den US Börsen. Dieser Faktor ist grundsätzlich kein gutes Zeichen für eine nachhaltige Bewegung an den Börsen. Hinzu kommt das oben erwähnte Sentiment und ein Hauch von Saisonalität mit einem Spritzer Charttechnik…

DER DAX vor der Entscheidung im Herbst 2015

DAX Trendwende oder nur eine kurze Gegenbewegung?

Die US Indizes befinden sich in einer ebenso entscheidenden Situation wie die hiesigen Börsen. Auch hier ist die Kuh keinesfalls vom Eis, denn sowohl das letzte Tief aus dem August wurde nicht noch einmal getestet, als auch das verbleibende offene Gap auf der Unterseite stimmen nachdenklich. Ähnlich verhält es sich im Dax, der nun zwei Kurslücken hinterlassen hat, die ggf. noch geschlossen werden müssen. Ein erneuter Rutsch in den Bereich um die 9.400 Punkte würde diese charttechnische Ungereimtheit dann aber wieder aufheben und eröffnet die Möglichkeit für eine Umkehrformation, wie oben im Chart eingezeichnet.

Mein Fazit: Die Kursgewinne der letzten beiden Handelstage sind höchstwahrscheinlich eher dem Window Dressing geschuldet, über das ich ja kürzlich hier berichtet hatte. Die Verlierer des dritten Quartals wurden zuletzt verstärkt verkauft, um die Portfolios der Investmentgesellschaften gut aussehen zu lassen. Dieselben Verlierer werden dann wieder zurückgekauft, was eben regelmäßig um den Quartalswechsel der Fall ist. Dieser Sondereffekt sollte also nicht zwingend als Trendwende gesehen werden, sondern schlicht als das was es ist… eine technisch bedingte Umschichtung um die Bilanzen von Fonds etc. anzuhübschen. Ich gehe somit davon aus dass die Nachhaltigkeit der jüngsten Aufwärtsbewegung erst noch bewiesen werden muss. Dementsprechend sollte man vorerst wachsam bleiben!

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Die VW Aktie gehört unumstritten zu den Verlierern des dritten Quartals und dürfte jetzt wieder in die Portfolios einiger Anleger wandern. Ob dieser Einmaleffekt zum Quartalswechsel allerdings reicht bliebt noch abzuwarten. Achten Sie unbedingt darauf ob es der Volkswagen Vz. Aktie gelingt die runde Marke von 100,- Euro nachhaltig zurück zu erobern. Ein Scheitern an dieser Marke zum vierten Mal in Folge wäre kein gutes Zeichen!

Commerzbank – Gute Ausgangslage

Das Sentiment für die Commerzbank Aktie scheint in den letzten Woche fast zusehends schlechter zu werden, und das obwohl die Charttechnik durchaus hoffnungsvolle Signale sendet…. Immer mehr Analysten und Marktbeobachter äussern sich in letzter Zeit eher negativ, wenige sehr verhalten optimistisch zu der Aktie des zweitgrößten Bankhauses Deutschlands. Auch das aktuelle Handelsvolumen an der Eurex weist ein aktuelles Put-Call-Ratio von 11,44 auf und liegt somit nun im extrem negativen Bereich. Es ist also durchaus Vorsicht bei der Aktie angebracht um nicht durch eine plötzliche Kursbewegung völlig auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Dennoch stehen die Zeichen gar nicht so schlecht wie uns solchen Nachrichten auf den ersten Blick glauben machen wollen.

Commerzbank Chart Analyse September 2014

Die Aktie hat auch in der Schwächephase des Dax eher zu relativer Stärke geneigt und befindet sich nun aus charttechnischer Betrachtung erneut in einer (abgeschlossenen) Bodenbildungs-Phase. Das Tief bei ca. 10,20 Euro hat entgegen meiner ursprünglichen Annahme gehalten, die Aktie konnte danach wieder über die wichtige Unterstützungslinie bei 10,72 Euro ansteigen. Inzwischen konnte nun auch der seit April diesen Jahres bestehende Abwärtstrend wieder nach oben verlassen werden.

Die nächste echte Hürde wartet somit nun im Bereich um die 11,80 Euro. Kann diese überwunden werden, winken Kursgewinne bis in den Bereich um die 13,35 Euro, die sich aus der hier eingezeichneten Tassenformation ergeben. Der hier in Form eines grünen Pfeils eingezeichnete Measured-Move ergibt sich aus der Berechnung des letzten Tiefs bei 10,19 Euro und den letzten beiden Verlaufshochs bei ca. 11,77 Euro. Achten Sie also in den kommenden Tagen sehr genau auf den Bereich um die 11,75 bis 11,90 Euro! Gelingt der Anstieg über den Widerstand dürften die Shorties hier ganz schnell wieder von Ihren kürzlich eingegangenen Positionen ablassen!

DAX – Anleger zwischen Sorglosigkeit und Gier

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen bei der Betrachtung eines DAX bei 8.800 Punkten und dem gleichzeitigen Untergangsszenario in den USA geht, aber ein wenig befremdlich darf man die Ereignisse der letzten Tage wohl schon finden. Ich fühle mich mal wieder ein wenig an die Zeit erinnert als man noch Aktien kaufen konnte ohne sich darüber großartige Gedanken machen zu müssen, denn es stiegen ja sowieso alle Kurse. Das war das letzte Mal in den späten Neunzigern bzw. zur Jahrtausendwende der Fall. Der ein oder andere von Ihnen ,erinnert sich vielleicht noch schmerzlich an das was danach kam… Die aktuelle Situation erinnert auch ein wenig an die Vortage der Lehman-Pleite. Ich befand mich damals im Urlaub in den USA und habe das ganze Drama sozusagen hautnah miterlebt. Niemand, mit dem ich damals gesprochen habe wäre davon ausgegangen, dass man Lehmann wirklich pleite gehen lässt! Und niemand hat sich damals wohl die Folgen dieser Entscheidung reiflich überlegt, die die Weltgemeinde bis heute einige Billionen gekostet hat!

Nicht dass ich hier nun etwa sagen will, dass uns ähnliches in naher Zukunft erwartet, aber es ist schon bemerkenswert, wie sicher sich die Finanzwelt in diesem Punkt zu sein scheint. Trotzdem wir nun, einen Tag vor Ablauf der Frist, noch immer keine greifbare Lösung im Haushaltsstreit der USA haben, haussieren die Börsen weiter. Jede noch so kleine und unbedeutende Aussage eines Abgeordneten wird sofort stürmisch gefeiert. Das Lager der Bullen hat in den letzten Tagen den höchsten Zuwachs seit langer Zeit verzeichnet…Kurzum alle gehen fest davon aus, dass rechtzeitig eine Lösung gefunden wird, und wir dann anschließend eine weitere Rally sehen werden. Und dabei wird so gerne vergessen dass selbst eine kurzzeitige Erhöhung der Schuldenobergrenze nicht ansatzweise eine Lösung für die teilweise massiven Probleme der USA sind, sondern das Problem damit lediglich einmal mehr nach hinten verlagert wird.

Und, wenn sie Mehrheit der Marktteilnehmer fest davon ausgeht dass ein Ereignis eintritt, dann hat dieser Teil der Spieler an den Kapitalmärkten sich meistens bereits vor dem eigentlichen Ereignis dementsprechend positioniert. Diese Anleger haben den positiven Ausgang der Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten somit bereits in Form von stark steigenden Kursen antizipiert. Es ist also naheliegend, dass selbst im Falle einer positiven Meldung, innerhalb der nächsten 48 Stunden, die Kurse dann nach einem kurzen Freudenhüpfer wieder deutlich nach unten tendieren werden, da die Nachricht auf die man zuvor gesetzt hat wieder verkauft wird. Anleger, deren Glückshormone gerade etwas verrückt spielen, sollten sich dieses Szenario zumindest einmal im Hinterkopf behalten!

Und dann wäre da noch die zweite Variante – an die niemand glauben will. Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen wird die Börse einbrechen. Wie tief und wie weit kann dann nicht seriös prognostiziert werden, denn es ist sehr wahrscheinlich dass der Markt dann sofort auf eine tiefe Rezession in den USA setzen würde. Die USA selber würden ihre Top-Bonität umgehend verlieren und der Dollar damit seinen bislang noch unangefochtenen Stand als „die Weltwährung“ ernsthaft in Frage stellen, im Anleihemarkt würde ein Tsunami ungeahnten Ausmaßes losbrechen. Der Schaden wäre wohl immens und hätte auch deutliche Auswirkungen auf den Rest der Welt. Alle Krisenmaßnahmen der letzten Jahre könnten damit ganz schnell null und nichtig sein. Die Dramatik dieser Prognose erklärt wohl auch warum dieser Fall höchstwahrscheinlich nicht eintreten wird.

Dennoch, man hat schon die berühmten Pferde vor der Apotheke gesehen und man sollte an der Börse niemals leichtfertig davon ausgehen dass ein Ereignis nicht eintreten kann, denn so etwas kann jahrelange Arbeit in einem Depot in wenigen Tagen vernichten! Nicht ohne Grund bereiten sich die Notenbanken dieser Welt gerade auf einen solches Szenario vor. Anzumerken ist hier wohl auch noch, dass der Ablauf des sogenannten Shutdown dieses Mal anders ist als sonst…! An der Börse wurde bislang die Chance verpasst den nötigen Druck auf die Politiker auf beiden Seiten auszuüben, um diese zu einer schnellen Einigung zu bewegen. Die letzten Male als wir mal wieder vor dem finanziellen Abgrund in den USA standen, fielen die Aktienkurse im Vorfeld dieser Entscheidung so lange bis die Entscheidung getroffen werden musste, um noch größeren Schaden abzuwenden. Diese Chance wurde aber leider verpasst.

Heute bewegen wir uns aber in einem Umfeld größter Sorglosigkeit, die sich nach fast 12 Monaten nur steigender Aktienkurse breit gemacht hat. Sämtliche negativen Signale werden missachtet, seien es die durchwachsenen Konjunkturdaten, rückläufige Unternehmensgewinne, diverse unübersehbare Divergenzen, plötzlich starke Veränderungen im Sentiment oder was auch immer. Nichts passt mehr wirklich zusammen, bzw, vieles was uns Anleger warnen sollte, wird von der breiten Masse einfach ignoriert. Die Börsenmedien leisten hierzu ebenfalls ihren Beitrag indem immer höhere Kursziele für DAX & Co. ausgerufen werden. Eine Jahresende-Rally scheint ausgemachte Sache zu sein, kurzfristig geht offenbar jeder davon aus, dass der DAX die 9.000 Punkte Marke knackt, usw…!?

Am Ende sollte sich jeder Anleger hier nun wohl die Frage stellen, ob das Risiko in den kommenden 48 Stunden die möglichen Chancen nicht vielleicht überwiegt. Nicht etwa, dass ich an einen Zusammenbruch des Finanzsystems glauben würde (zumindest nicht in nächster Zeit) sondern alleine der Umstand, dass hier viel zu viel Optimismus in einem überkauften Markt am Werke ist, lässt mich nun deutlich vorsichtiger werden. Generell bleibt ein Markt der bereits seit Monaten eher darauf wettet, dass die Finanzwelt nicht zusammenbricht, anstatt sich auf fundamentale Rahmendaten zu konzentrieren, ein extrem gefährlicher Markt.

Abschließend möchte ich Ihnen noch einen Gedanken mit auf den Weg geben, der nicht ganz unwichtig sein dürfte. Viele US Anleger haben sich in den letzten Wochen verstärkt u.a. im DAX engagiert, um zum einen dem weiteren Verfall des Dollar vorzubeugen und das Anlagerisiko im heimischen Markt zu reduzieren. Das erklärt auch die unglaubliche Stärke des deutschen und anderer europäischer Leitindizes in letzter Zeit. Die spannende Frage ist nun also wohin sich sowohl der Dollar als auch der Dax bewegen werden, wenn eine Einigung im US Haushaltsstreit erzielt wird. Sehr naheliegend wäre, dass das geparkte Geld dann wieder aus den „anderen“ Märkten zurück in die USA geholt wird. Aber, was ist in diesem Umfeld schon noch naheliegend…!?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die richtigen Entscheidungen in den kommenden Tagen.

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DAX – Wann ist die Party vorbei ?

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen beim Lesen der Schlagzeilen in den letzten Tagen ging, aber mir wird so langsam etwas komisch zumute. Überall kann man nun von neuen tollen Kurszielen lesen, und dass sich ja nun die Börsenwelt wieder grundlegend geändert haben soll. Nicht dass ich mir das nicht auch wünschen würde, aber ich habe irgendwie einen anderen Blick auf die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten. Im Einzelnen möchte ich hier nun gar nicht aufzählen was ich so komisch daran finde, es gibt aber neben den üblichen Verdächtigen wie Griechenland, Iran, Portugal, oder auch den jüngsten Frühindikatoren aus der Transportbranche erste Meldungen die mich heute mal wieder besonders nachdenklich gemacht haben.

Unter anderem war in der Presse kürzlich zu lesen, dass nun wieder verstärkt institutionelle Investoren, getrieben durch die verbesserten Konjunkturaussichten und die gestiegene Wertwahrnehmung, in den Markt drängen würden. Manche Medien riefen sogar schon wieder die „Lizenz zum Kaufen!“ und Ähnliches aus. Unseriöse Börsenbriefe haben plötzlich die „ultimative Gelddruckmaschine“ erfunden und so weiter. Soll heißen dass Anleger nun wieder verstärkt auf Aktien setzen sollten, oder? Der Investitionsgrad im Profilager habe sich inzwischen auf 73,5 Prozent erhöht, hieß es kürzlich in einer Sentix Analyse. Dieser nähere sich damit den Niveaus vom Sommer 2011 an, hieß es zur Begründung.  Hmmm, Sommer 2011, da war doch was…! Nebenbei gesagt deckt sich diese Aussage nicht unbedingt mit den tatsächlichen Börsenumsätzen der letzten Wochen.

Bemerkenswert dabei finde ich auch dass das berichtende Institut, als Urheber dieser Sentiment-Analyse, noch vor einer Woche darüber berichtet hatte dass sich insbesondere die Stimmung bei institutionellen Investoren weiter deutlich verschlechtert habe. Folgerichtig wurde auch auf eine Divergenz zwischen privaten und institutionellen Investoren hingewiesen, die durchaus das Potenzial für einen deutlichen Rücksetzer an den Börsen haben dürfte. Offensichtlich hat sich das Bild der erhobenen Sentiment-Analyse also in den letzten Tagen deutlich verändert. Was dazu geführt haben soll kann ich nicht abschließend beurteilen. Die jüngsten Maßnahmen der FED, weiterhin billiges Geld zur Verfügung zu stellen, wäre eine Erklärung. Für mich im Moment auch die einzige Erklärung für weiter steigende Kurse…

Meine persönlichen Beobachtungen gehen, unabhängig von ein paar Veränderungen im Sentiment, aber eher in eine andere Richtung. Die von uns genannten Kursziele für den DAX wurden erreicht, konnten aber nicht überschritten werden. Sowohl aus charttechnischer als auch psychologischer Sicht sehe ich auf dem aktuellen Niveau eher die Gefahr eines Rücksetzers, als die Chance auf einen weiteren deutlichen Anstieg. Ausstehende politische Ereignisse, ebenso wie eine bislang schwächer als erwartet verlaufende Berichtssaison dürften die Euphorie kurzfristig bremsen. In den einzelnen Charts der Aktien ist deutlich erkennbar dass der Wind bereits gedreht hat, oder bald kräftig drehen könnte. Denn die Charts vieler Blue Chips stehen sozusagen auf der Kippe. Theoretisch reicht inzwischen ein richtig schlechter Tag, um reihenweise Verkaufssignale zu generieren.

Es bleibt also abschließend immer noch die Frage offen ob es sich bei dem Anstieg der letzten Wochen doch nur um eine Bärenmarktrally gehandelt haben könnte? Dies kann wohl zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös ausschließen. In jedem Falle sollte man nun wohl deutlich vorsichtiger werden, und sich nicht medial locken lassen diesen Kursen noch, auf Teufel komm raus, hinterher zu rennen. Die Party könnte erst einmal vorbei sein, was natürlich nicht heißen soll das in diesem Jahr nicht noch einmal kräftig gefeiert wird. Wie in der letzten Ausgabe unseres Newsletters bereits erwähnt rechne ich spätestens im zweiten Quartal noch einmal mit einem deutlichen Rücksetzer, und anschließend mit einem starken Jahresausklang. Vorher kann es auch durchaus noch etwas nach oben gehen. Liquidität treibt eben Kurse!

In oben genannter Pressemeldung heißt es abschließend dann auch „Unter bestimmten Umständen kann ein zu hoher kurzfristiger Optimismus der Anleger ein Kontraindikator, ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein.“ Und damit kommen wir wieder zum Kern der Sache. Die Stimmung ist für meinen Geschmack inzwischen wieder zu gut, um nicht bald schon in einer entsprechenden Kursbewegung zu enden. Nicht selten herrscht ein gewisses Maß an Euphorie bevor diese außerordentlich gute Stimmung dann ganz schnell wieder ins Gegenteil kippt. Das war übrigens auch im Sommer 2011 der Fall. Wir hatten den besten Januar seit 1999, was mich für das Gesamtjahr sehr positiv stimmt, kurzfristig aber ermahnt nicht zu viel zu erwarten.

Fazit: Spätestens wenn Sie wieder die ersten Schlagzeilen mit dem Tenor „Börsenrally“ in der Boulevard-Presse lesen, sollten Sie gaaaaaanz vorsichtig werden! Für die zuletzt hier besprochenen Positionen hat sich das Bild inzwischen teilweise bereits deutlich verändert. Bleiben Sie also weiterhin vorsichtig und betrachten Sie die Schlagzeilen mit einer gesunden Skepsis.

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