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Alibaba und Yahoo – Absturz mit Ansage

Alibaba wächst weiterhin kräftig, hat aber ein Gewinnproblem! Die heutige Veröffentlichung der Zahlen zum abgelaufenen Quartal schlug doch eher ein wie eine Bombe. Vorbörslich notiert die Aktie des chinesischen Internet-Riesen deutlich im Minus und man darf durchaus gespannt sein wie dieser Handelstag für die Alibaba und natürlich auch Yahoo Aktionäre ausgehen wird… Ein Blick auf den Chart verriet schon in den letzten Tagen, dass hier irgend etwas „im Busch“ sein muss. Die Performance der Yahoo Aktie am gestrigen Tag war ebenfalls wenig vertrauenserweckend…

Nun liegen die Zahlen auf dem Tisch. Alibaba hat im dritten Quartal einen Gewinneinbruch zu verkraften, der mit ca. 28 Prozent nicht gerade klein ausfällt. Immerhin wurden in dem Berichtszeitraum noch 0,37 Dollar je Aktie verdient, was sogar einem Rückgang um ca 35 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Der Umsatz konnte in diesem Zeitraum hingegen um stolze 40 Prozent auf 4,33 Milliarden Dollar gesteigert werden. Leider auch etwas zu wenig, denn Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 4,45 Milliarden Dollar und einem Gewinn von ca 0,75 Dollar je Aktie gerechnet.

Alibaba Aktie Chart Analyse mit Trendlinien

Dementsprechend stark verliert die Alibaba Aktie heute bereits vorbörslich um fast 8 Prozent, auch die Aktie des Hauptaktionärs Yahoo ist kräftig unter Druck und steuert nun – wie angenommen – zielgerichtet auf die runde 40,- Dollar Marke zu (40,29 um genau zu sein). Klar wird den meisten Anlegern spätestens heute wie abhängig die Kursentwicklung der Yahoo Aktie von den Entwicklungen bei Alibaba sein wird. Klar wird auch, dass die zuvor sehr hohen Wachstumsraten der Chinesen wahrscheinlich nicht auf Dauer zu halten sein werden, bzw. eben nur zu Lasten des Gewinns…

Die starke Expansion des Konzerns – nicht nur im heimischen Markt – fordert eben seinen Tribut. Ähnlich wie beim US Konkurrenten Amazon heut noch nicht absehbar ist wie sich dies dauerhaft auf die Gewinne des Konzerns auswirken wird. Dennoch gibt es zwei wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Konzernen. Alibaba schreibt Gewinne und hat auf dem heimischen Markt eine gewisse „Monopolstellung“ Sprich… in China betreiben nur die wenigsten Einzel- und Großhändler eigene Online-Shops, sondern wickeln Ihre Geschäfte überwiegend über die Plattformen von u.a. Alibaba ab. Und genau damit wird Alibaba auch künftig kräftig an den meisten Online-Transaktionen in China mitverdienen!

Die Aktie dürfte nach dem aktuellen Rücksetzer ein Kauf sein! Unterstützungslinien befinden sich nun im Bereich 91,58 Dollar nach dem zu erwartenden Gap Close, bei 88,39 Dollar sowie 85,78 und 82,82 Dollar. Eine dieser Marken sollte den aktuellen Kurssturz abfangen können…!

Was haben Wacker Chemie, Drägerwerk und Linde gemeinsam?

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren und hinterlässt Spuren auf dem Kurszettel. Denn, immer deutliche wird, dass der starke Euro die Ergebnisse deutscher, bzw. europäischer Konzerne deutlich belastet. So auch beispielsweise bei dem Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk… Der Konzern musste einen Gewinnrückgang von 43,6 auf nur noch 32 Millionen Euro hinnehmen. Nach steuern und Zinsen bleiben nur noch 17,3 Millionen Euro übrig, was ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 8 Millionen Euro entspricht. Der Umsatz ging leicht von 573,9 auf 555,4 Millionen Euro zurück.

Wesentlich dramatischer ist  wohl aber dass die Lübecker die EDIT-Marge für dieses Jahr nur noch bei 8 bis 10 Prozent sehen. Wie das allerdings angesichts einer erzielten Rendite von 5,8 im dritten und 7 Prozent im zweifern Quartal klappen soll bleibt fraglich. Die gelieferten Daten waren nicht berauschend und lassen Spielraum für weiter nachgebende Kurse. Die spannende Frage ist nun ob die Aktie nach der Zahlenvorlage den längerfristigen Aufwärtstrend  halten kann, der momentan bei ca. 83,50 Euro verläuft. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass hier kurzfristig noch das offene Gap bei 81,79 Euro geschlossen wird, bevor es dann wieder aufwärts gehen kann.

Beim Spezialchemie Unternehmen Wacker Chemie kommt es noch dicker. Nicht nur dass die ohnehin schon geringen Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt wurden, sondern auch dass das Unternehmen offensichtlich von dem neuen Solar-Boom so gar nicht profitieren konnte, gibt zu denken. Der Gewinn im dritten Quartal ist überraschend stark auf nur noch 5,4 Millionen Euro eingebrochen, Analysten hatten wenigstens 12 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz ging nur leicht zurück was darauf schließen lässt dass Wacker Chemie offenbar nach wie vor große Probleme mit den aktuellen Preisen für Silizium und für Halbleiterscheiben hat.

Vorstandschef Rudolf Staudigl bekräftigte noch einmal die Jahresziele für  2013, wonach der Umsatz bei rund 4,5 Milliarden Euro liegen werde, und das Jahresergebnis  „leicht positiv“ sein soll. Meine persönliche Meinung dazu habe ich ja bereits in den Kommentaren kund getan…Kurse über 60,- Euro halte ich persönlich für das was hier geliefert wurde für deutlich zu hoch. Die Wacker Chemie Aktie hat in den letzten Monaten viele Vorschusslorbeeren in Erwartung besserer Zahlen bekommen, die aber so offensichtlich nicht gerechtfertigt waren.

Die Linde AG ist ebenfalls einer der Titel, die zuletzt deutlich unter Währungseffekten zu leiden hatte. Nach einem kurzen Aufbäumen nach den Quartalszahlen befindet sich die Aktie nun weiterhin auf Tauchstation. Fundamental betrachtet handelt es sich bei Linde um ein stocksolides Investment. Aus rein charttechnischer Betrachtung stellt die 140,- Euro Marke eine sehr wichtige Unterstützung dar. Wird diese unterschritten könnten wir auch ganz schnell Kurse zwischen 135,- und 137,- Euro sehen. Hier sollte dann allerdings spätestens ein tragfähiger Boden gebildet werden, den man auch mal wieder kaufen kann. Denn damit wäre der untere Bereich der langjährigen Aufwärtsbewegung erneut mustergültig getestet worden. Für einen Einstieg könnte es also noch ein kleines bisschen zu früh sein!

Alle drei Aktien leiden unter dem starken Euro. Dieser unerwünschte Nebeneffekt wird sich wohl auch noch bis ins Frühjahr 2014 hineinziehen und könnte in den kommenden beiden Quartalen somit für einigen Wirbel sorgen. Ansonsten halten sich die Gemeinsamkeiten dieser Unternehmen doch einigermaßen in Grenzen. Aus rein operativer Sicht gibt es doch ein paar deutliche Unterschiede zwischen den hier genannten Unternehmen. Linde ist zur richtigen Zeit daher für mich persönlich eher ein Kauf, Drägerwerk vorerst eine Halteposition, nach dem heutigen Kursrutsch und Wacker Chemie bis auf weiters eher eine Verkaufs-Position.

E.ON und RWE – kein Ende der Talfahrt?

Aus unserer letzten Newsletter Ausgabe:  „E.ON und RWE legen diese Woche ihre Quartalsbilanzen vor. Analysten erwarten hier nicht viel Gutes, ich auch nicht. Dennoch könnten beide Aktien für einen Einstieg unter langfristigen Gesichtspunkten demnächst interessant werden, sofern ein erneuter Kursrutsch auf die Daten folgen sollte. Auch eine starke Bewegung nach oben könnte hier die Initialzündung für eine Trendwende sein. Allerdings würde ich hier eher von dem Negativ-Szenario ausgehen, da die Phantasie vor den Bundestagswahlen doch sehr begrenzt erscheint. Erst wenn neue Eckdaten zur Energiewende gegen Ende des Jahres feststehen, lässt sich im Deutschen Energiesektor wohl wieder eine halbwegs seriöse Prognose aufstellen…

Letztlich wird kurzfristig alles davon abhängen wie der Markt die gelieferten Zahlen deutet und dabei ist auch dieses Szenario grundsätzlich noch denkbar. Für RWE kann ich mir kurzfristig auch noch Kurse unter 19,- Euro vorstellen… Unbedingt genau beobachten, beide Titel sind vor den Zahlen für mich kein Kauf!“

RWE Aktie Chart kurzfristig

Die Zahlen wurden geliefert und waren in beiden Fällen erwartungsgemäß schlecht. Am RWE Chart kann man die Schwäche wohl am deutlichsten sehen. Jeder Stabilisisierungsversuch der letzten Wochen ist gescheitert. Flaggen wurden immer wieder nach unten aufgelöst, und es sieht so aus als wäre es auch dieses mal der Fall, nachdem der Ausbruch nach oben erneut gescheitert ist. Der E.ON Chart (unten) verspricht aber ebenfalls nicht viel Freude für Anleger. Wie man deutlich sehen kann, gibt es eine deutliche Abwärtstrendlinie, die mit einem erneuten Kursrutsch unter die 12,- Euro Marke wieder aufgenommen wird. Wird also die Unterstützungslinie (orange) hier unterschritten dürfte es ebenfalls noch ein Stockwerk tiefer gehen.

EON Chart Analyse

Weder bei E.ON noch bei RWE lässt sich ein Ende der rückläufigen Gewinne, und damit wohl auch ein Ende des Trauerspiels absehen.Vorläufig halte ich das weitere Abwärtspotenzial nun zwar für nur noch begrenzt. (s.o.) Das mögliche Potenzial auf der Oberseite allerdings auch. Man wird nun erst einmal sehen müssen wie sich die sinkenden Gewinne auf die immer noch attraktive Dividendenrendite der beiden Energiekonzerne auswirken wird. Um die hohe Verschuldung weiter zurück zu fahren dürfte nach meiner Ansicht in diesem Umfeld keine große Alternative zu weiteren Kürzungen bestehen. Wie diese dann von den Anlegern mit Fokus auf eine hohe Dividende verdaut werden bleibt noch abzuwarten.

Beide Aktien verbleiben somit nur auf der Watchlist, sind für bereits investierte Anleger maximal eine Halteposition und sollten knapp unterhalb der relevanten Marken abgesichert werden. Ich hatte mich ja bereits vor einer ganzen Weile (ab Anfang 2011) zu den Perspektiven der beiden Energieversorger etwas genauer geäussert… Den letzten Artikel zu diesem Thema können Sie  > hier < noch einmal nachlesen. An dieser Einschätzung hat sich bis heute auch nicht viel geändert.

Wacker Chemie – maue Zahlen und ein gefährlicher Chart…

Der Spezialchemie-Anbieter Wacker Chemie ist im ersten Quartal dieses Jahres noch tiefer abgerutscht als von mir persönlich erwartet. Den heute veröffentlichten Zahlen zufolge musste das Unternehmen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Gewinneinbruch um satte 88 Prozent auf nur noch 5,1 Millionen Euro verkraften. Der Umsatz sank im Berichtszeitraum hingegen nur um 10 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro, was laut Unternehmensangaben auf eine wieder anziehende Nachfrage nach Reinstsilizium zurück zu führen ist. Dennoch sind die Preise für dieses Rohmaterial weiterhin eher am unteren Ende der zu erwartenden Preisspanne, was auch künftig auf die Margen des Konzerns drücken dürfte. Und dann wäre da noch das hier:

Wacker Chemie Chart

Konzernchef Rudolf Staudigl bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr, verwies aber auch noch einmal auf die großen Herausforderungen die das Solar-Geschäft mit sich bringen. Insgesamt lagen die heute gelieferten Daten aber im Rahmen der Erwartungen der Analysten , die mit einem etwas höheren Umsatz und etwas weniger Gewinn gerechnet haben.

Aus meiner persönlichen Sicht gibt es hier wenig Anlass zur Freude. Die weiterhin sehr unsichere Situation im Solargeschäft kann sich jederzeit noch einmal durch einen schwelenden Handelskonflikt mit China verschärfen, was dann auch deutliche Auswirkungen auf die Bilanz des Konzerns haben dürfte. Die Risiken bleiben Erhalten während die Chancen auf Sicht der nächsten 12 Monate offensichtlich begrenzt erscheinen. Die Charttechnik verheißt hier ebenfalls nicht viel Gutes…Eine Mischung die man nicht unbedingt im Depot haben muss, auch wenn die Wacker Chemie Aktie zwischendurch immer mal wieder zu einem Freudensprung ansetzt.

Die Commerzbank Aktie bleibt wohl auf lange Sicht eher kein „Kauf“

Ansich sind die heute präsentierten Zahlen der Commerzbank nicht weiter überraschend. Deutschlands zweitgrößte Bank hat weiterhin extreme Probleme im Privatkunden-Geschäft. Alleine in dieser Sparte, in der die Bank eigentlich gegenüber anderen Banken in Zukunft punkten wollte, brach der operative Gewinn um knapp die Hälfte auf nur noch 245 Millionen Euro ein. Weitere Abschreibungen führten dazu dass die CoBa nur noch einen Gewinn von 6 Millionen Euro ausweisen konnte. Na immerhin, dürfte sich so manch leidgeplagter Aktionär beim Lesen dieser Daten gedacht haben…! Dennoch klingt ein Gewinneinbruch um 99 Prozent im ersten Moment schon eher nach einem Pennystock, der kurz davor ist bald Insolvenz anmelden zu müssen, und nicht nach Deutschlands zweitgrößter Privatbank.

Natürlich ist die Commerzbank davon aber weit entfernt! Martin Blessing ist weiterhin bemüht die Bank zurück auf den Pfad der Profitabilität zu führern, betonte aber auch das es noch ein langer Weg werden dürfte, dies zu erreichen. Bis 2016 will der Vorstand nun operativ die Kehrtwende schaffen. Wegen der schlechten Ertragslage werden die Boni der Commerzbanker um bis 20 % gekürzt. Martin Blessing verzichtete sogar komplett auf seinen Prämienzahlung. Ob diese Solidaritätsbekundungen am Ende reichen werden bleibt allerdings abzuwarten. Der Gegenwind für Blessing und seine Mannschaft nimmt weiter zu. Es ist also durchaus möglich dass sich hier ein baldiger Führungswechsel bei der Commerzbank anbahnen könnte, sollten die gesteckten Ziele nicht schnell und effizient umgesetzt werden.

Wie heute in der „WirtschaftsWoche“ zu lesen war, findet auch der Aufsichtsratschef, Klaus-Peter Müller nun langsam deutlichere Worte, um seinem Unmut über die immer noch unbefriedigende Situation bei der Bank etwas Luft zu verschaffen. Zitat: „Eines ist klar: Wenn der Vorstand seine Ziele ohne sehr triftigen Grund verfehlt und die erwartete Leistung nicht bringt, muss der Aufsichtsrat handeln“ Deutlicher kann man es wohl nicht sagen.Auch der Ratingriese Standard & Poor’s zeigte sich heute wenig überzeugt von den Plänen Blessings. Demnach werde der Konzernumbau  deutlich komplexer und zeitraubender sein als zunächst gedacht. S&P drohte heute mit einer weiteren Herabstufung der Bank.

Es bleibt also wohl auch in den kommenden Jahren für Commerzbank Aktionäre – zumindest operativ – alles so wie es ist. Die Ertragslage bleibt schwach, und das bisschen Gewinn dass die Bank abwirft, dürfte auch in Zukunft für Abschreibungen und Aufwendungen für die geplanten Entlassungen verwendet werden. Ob die Restrukturierung dann im Jahr 2016 unter Martin Blessing erfolgreich abgeschlossen werden kann oder nicht, wage ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Zur Commerzbank Aktie habe ich hingegen eine klare Meinung, die ich Ihnen ja zuletzt auch mehrfach hier präsentiert habe.

Die Aktie kann sich am heutige Handelstag sogar relativ gut behaupten, nachdem nun die harten Fakten auf dem Tisch liegen. Mittelfristig ist hier aber wohl nicht mehr allzu viel Positives zu erwarten. Die Aktie bleibt daher, aus meiner persönlichen Sicht, weiterhin eine die man nicht im Depot haben muss! In zwei bis drei Jahren sieht das vielleicht schon wieder anders aus. Bis dahin ist das zu investierende Kapital aber wohl an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt…!

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Fettes Minus bei der Deutschen Bank…!

Es hatte wohl niemand mit richtig guten Zahlen bei Deutschlands größtem Bankhaus gerechnet, aber was die Deutsche Bank heute abgeliefert hat dürfte dem ein oder anderen Analysten wohl doch sauer aufstoßen. Der Verlust im abgelaufenen Quartal beläuft sich auf 2,1 Milliarden Euro. Nicht nur die Höhe sondern auch der Grund der Sonderbelastungen die die DB im letzten Quartal verbucht hat sind dabei durchaus bemerkenswert. Insgesamt wurde das Ergebnis alleine durch die diversen Rechtsstreitigkeiten (und davon gibt es ja auch weiterhin genug!) um eine Milliarden Euro belastet. Sonstige „Sonderbelastungen“ wie die Kosten für die Umstrukturierung des Bankhauses oder auch des Skandals um manipulierte Referenzzinsen beliefen sich demnach auf weitere 1,9 Milliarden Euro.

Über das Jahr gesehen brach der Gewinn der Deutschen Bank damit um satte 85 Prozent, auf nur noch 655 Millionen Euro ein. Auch die Investmentbank fuhr im abgelaufenen Quartal einen Verlust ein, was ich angesichts des hervorragenden Quartals an den Börsen ebenfalls bemerkenswert finde. Die ohnehin schwächelnde Vermögensverwaltung blieb ebenfalls weiterhin ein Verlustbringer für Deutschlands größtes Bankhaus.

Viele der  heute sehr teuren „Problemfälle“ und Rechtsstreitigkeiten hat Anshu Jain wohl zu einem gewissen Teil direkt mit zu verantworten, da viele Prozesse in seinen ehemaligen Bereich, das Investmentbanking fallen. Ob mit diesem Quartalsergebnis nun aber schon alle Altlasten aufarbeitet wurden, wage ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Ich bleibe aber angesichts der Fülle von Verfehlungen und schwebenden Ermittlungen auch für die kommenden Quartale eher skeptisch. Der Imageverlust durch die verschiedenen Skandale sollte aus meiner persönlichen Sicht nicht unterschätzt werden.

Die beiden Vorstände Jain und Fitschen versprachen den Anlegern heute dennoch eine Dividende in gewohnter Höhe von 75  Cent, um die Anteilseigner weiterhin bei Laune zu halten. Aus meiner Sicht ein weiterer Schritt in die falsche Richtung..! Ob das am Ende reichen wird, um die Aktie auf dem aktuellen Niveau zu halten, bleibt noch abzuwarten. Nach dem heutigen Quartalsergebnis habe ich mein erwartetes Kursziel für die DB Aktie nun von 34 auf 32,50 Euro weiter reduziert – auch wenn der Markt heute Morgen offensichtlich anderer Meinung ist! Die Aussichten dass die DB nun doch erst einmal ohne Kapitalerhöhung ausommen will, reicht manchen Anlegern offenbar.

…Was ist nur aus den guten alten und völlig überzogenen Renditeversprechen Josef Ackermanns geworden?

Google hats gründlich vergeigt…Apple weiterhin schwach

Eigentlich waren die US Aktienmärkte gestern, nach vier starken Handelstagen, weiterhin auf einem guten Weg einen erneuten Angriff auf die Höchststände zu unternehmen. Der S&P 500 hatte mit dem Tageshoch von 1.464 Punkten die kritische Hürde bei 1.460 Punkten bereits hinter sich gelassen, bis dann plötzlich Unruhe und hektisches Treiben diese Bewegung wieder zerstörten. Der Grund war eine Panne bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Online Riesen Google. Nicht nur dass die Zahlen ungefähr vier Stunden zu früh den Markt erreichten, offenbar war das Zahlenwerk auch noch nicht von Firmenchef Larry Page abgesegnet und für die Öffentlichkeit freigegeben worden.Ebenso schlimm wie diese Panne empfand der Markt aber wohl auch den Inhalt der Pressemeldung.

Demnach hat Google im dritten Quartal einen unerwarteten Gewinnrückgang von 20 Prozent auf nur noch 2,18 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Vor allem die hohen Entwicklungskosten für die neuen Smartphones mit dem Googles Betriebssystem Android haben die Gewinne des Konzerns deutlich belastet. Hinzu kommt auch, dass Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte. Das zeigt ganz deutlich dass auch eine Cash Cow wie Google nicht ewig auf der Erfolgsspur bleiben kann. Zwar sind die Zahlen immer noch recht ordentlich, aber die erfolgsverwöhnten Aktionäre drückten umgehend den Verkaufsknopf, nach der Veröffentlichung der Daten. Die Aktie rauschte ungebremst bis zu 10,5 Prozent in die Tiefe und wurden vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Später konnte sich das Google Papier wieder etwas erholen und schloss mit einem Minus von „nur“ noch 8 Prozent.

Der Online Werbemarkt im allgemeinen und Google im speziellen galt in den letzten Jahren immer als verlässlicher Gewinnproduzent. Auch hier scheint die Krise aber so allmählich erste Bremsspuren zu hinterlassen und der Wachstumsmarkt Internet stößt offenbar langsam an seine Grenzen. Mit dem (zu früh) veröffentlichten Zahlenwerk von Google werden aus meiner Sicht nun einige Fragen aufgeworfen.   Die Feststellung dass solch peinliche Pannen auch Weltkonzernen wie Google passieren können bleibt dabei nur eine Randnotiz. Beispielsweise bleibt für mich, neben meinen Überlegungen zum Online Werbemarkt, die Frage: Was passiert eigentlich mit der Apple Aktie wenn hier die ersten leichten Enttäuschungen kommen? Und sie werden kommen, früher oder später – die Frage ist nur wann! Und was passiert dann mit dem Gesamtmarkt? Die Apple Aktie gab auch gestern wieder 1,86 Prozent ab und bleibt im Abwärtstrend…!

Porsche verachtfacht Gewinn, BMW mit deutlichem Gewinneinbruch

Porsche erzielte im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn der achtmal so hoch ist wie im letzten Jahr. Unterm Strich bleiben 1,15 Milliarden Euro nach zuvor 149 Millionen Euro in der Kasse der Porsche SE. Wie der einmal wurde das Ergebnis durch die gegenseitigen Optionsrechte zwischen VW und Porsche deutlich geschmälert, da die Werte für diese Optionen regelmäßig neu bewertet werden müssen. In diesem Quartal schlugen die Kaufrechte für den zweiten Teil des Sportwagengeschäfts von Porsche mit satten 1,38 Milliarden Euro zu buche. Nun holt die Porsche Muttergesellschaft zum Befreiungsschlag aus. Mit dem Komplettverkauf des Porsche-Sportwagengeschäfts ergibt sich kurzfristig im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von bis zu sieben Milliarden Euro, wie die Porsche Automobil Holding SE gestern mitteilte. Dadurch dürfte die Porsche SE dann schuldenfrei sein und zudem einen Großteil der Risiken aus den ausstehenden Klagen gegen das Unternehmen abgedeckt haben. Verbleiben wird nach der Transaktion dann die Hälfte aller VW Stammaktien bei der Porsche SE. Dieser Teil wird momentan mit 18 Milliarden Euro an der Börse bewertet…!

BMW verbucht mit der Vorlage der Quartalszahlen heute einen Gewinneinbruch, sieht sich aber weiterhin im Plan auch in diesem Jahr ein Rekordergebnis erzielen zu können. Dabei fiel der Rückgang beim Gewinn mit einem deutlichen Minus von 28 Prozent schon recht deutlich aus. Im zweiten Quartal wurden nur noch 1,28 Milliarden Euro verdient, deutlich weniger als bspw. bei Porsche! Der operative Gewinn belief sich auf 2,3 Milliarden Euro, was ungefähr 19 Prozent weniger ist als im Vorjahr. Beim Umsatz konnte BMW weiter zulegen. Hier wurde der Wert um 7,3 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro gesteigert. Auch die Gesamtzahl der abgesetzten Autos wurde um 5,4 Prozent auf 475.011 Einheiten gesteigert.

Der Gewinnrückgang wurde zwar von den meisten Marktteilnehmern so erwartet, dennoch bleibt für mich ein fader Beigeschmack dieses Zahlenwerkes. Offensichtlich muss BMW inzwischen deutlich höhere Rabatte auf seine Modelle gewähren als die vergleichbare Konkurrenz von VW oder Audi. Anders ist die Steigerung bei Absatz und Umsatz bei gleichzeitige deutlichem Gewinnrückgang für mich nicht zu erklären. Auch VW, Porsche und Audi hatten kürzlich Zahlen verkündet, die sich wesentlich stabiler präsentieren. Mein Fazit bleibt somit weiterhin wie gehabt: BMW ist der einzige deutsche Autobauer der sich nicht in meinem Depot befindet, und das wird auch so bleiben. Grundsätzlich sollten sich Anleger wohl die Frage stellen ob sie langfristig nicht bei Audi und VW bessere Chancen vorfinden. Insbesondere die nun anstehende Fusion von VW und Porsche bietet in meinen Augen eine ganz neue Chance. Vielleicht lesen Sie dazu den oberen Teil dieses Artikels noch einmal genau…

Commerzbank vs Deutsche Bank – Wer restrukturiert schneller und solider?

Die Commerzbank hat im abgelaufenen Quartal wieder deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr hatten hohe Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen das Ergebnis noch deutlich belastet. Nun rechnet man bei der CoBa wieder mit einem Quartalsgewinn in Höhe von 450 Millionen Euro. Die genauen Zahlen gibt es zwar erst am 09. August, dennoch gab das Unternehmen bereits gestern erste Eckdaten bekannt. Demnach verdiente die Commerzbank im ersten halben Jahr nun ca. 900 Millionen Euro nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Belastet wurde das Ergebnis auch in diesem Quartal durch weitere „Aufräumarbeiten“. So mussten auf den Verkauf der ukrainischen Tochterbank Forum, die nun an die Smart Group veräussert wird, Abschreibungen in Höhe von 86 Millionen Euro vorgenommen werden. Weitere Belastungen in Höhe von geschätzten 200 Millionen Euro werden in den kommenden Quartalen noch auf die CoBa zukommen wenn die Transaktion dann abgeschlossen wird. Der Verkauf hat laut Angaben der Commerzbank aber nur geringe Auswirkungen auf das Kernkapital der Bank. Martin Blessing sieht sein Unternehmen hier weiterhin auf einem guten Weg. Die harte Kernkapitalquote lag Ende März bei 11,3 Prozent. Für Ende Juni 2012 rechnet die Commerzbank mit einer Steigerung auf 12 Prozent.

Auch die Deutsche Bank will die Kapitalanforderungen nach Basel III weiterhin aus eigener Kraft erfüllen, schafft es aber nach eigenen Angaben bis Anfang 2013 nur auf 7,2 Prozent, was deutlich unter den Vergleichswerten anderer Geldhäuser liegt. Zwar wäre dies gerade genug um die Anforderungen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen, Anleger und Analysten befürchten aber wegen dieser schwachen Quote weiterhin eine Kapitalerhöhung. Die Konzernleitung setzt hingegen darauf die Kapitalanforderungen durch den Abbau von Risikopositionen und die erzielten Gewinne zu stärken. So wurde heute bekannt dass man das Engagement in spanischen Staatsanleihen im letzten Quartal von 1,4 Milliarden auf nun 873 Millionen Euro reduziert hat. Auch in den übrigen Krisenländern Portugal, Irland, und Griechenland wurde das Engagement weiter zurückgefahren. Einzig in Italien hat die DB in den letzten drei Monaten die Investitionen von 2 auf 2,5 Milliarden Euro erhöht.

Im Fokus stehen heute aber zunächst einmal die Geschäftszahlen des deutschen Branchenprimus. Die Deutsche Bank musste heute einen geradezu dramatischen Gewinneinbruch im Investmentbanking bekannt geben. Demnach brach der Vorsteuergewinn um satte 63 Prozent gegenüber  dem Vorjahr, auf nur noch 357 Millionen Euro ein. Die Eurokrise würde weiterhin hohe Belastungen für das Unternehmen mit sich bringen, hieß es in dem Pressebericht. Eine gravierende Verbesserung der Situation erwarten die beiden neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen in nächster Zeit nicht.

Angesichts der weiteren Kapitalanforderungen die auch aus den Gewinnen (welchen?) der Deutsche Bank realisiert werden sollen und den sehr wahrscheinlichen Strafzahlungen aus dem Libor Skandal, die demnächst auf das Unternehmen zukommen werden, scheint mir das Polster der Bank inzwischen sehr dünn zu sein. Eine baldige Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank sollte man wohl aus diesem Grunde nicht mehr kategorisch ausschließen. Die Commerzbank hingegen mausert sich weiterhin zu einem soliden Bankhaus im klassischen Sinn, auch wenn der eigeschlagene Weg noch etwas steinig bleiben dürfte. Letztlich haben beide Banken die Erwartungen damit verfehlt. Insgesamt gewinne ich aber inzwischen den Eindruck dass die Truppe um Blessing etwas solider und schneller restrukturiert als die um Fitschen und Jain und das dürfte in diesen Zeiten ein ganz wesentlicher Faktor sein…!

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SMA Solar – Gewinn und Marge bricht ein

Ich möchte heute noch einmal an meinen Artikel vom 0.2.03.12 über die Aussichten bei der SMA Solar Aktie erinnern. Heute hat der Hersteller von Wechselrichtern seine Bilanz vorgelegt, und wie erwartet enttäuscht. Der Aktienkurs hält sich heute mit einem Minus von „nur 5 Prozent“ noch verhältnismäßig gut, was aber nicht so bleiben muss. Insgesamt bestätigen die Umsatzzahlen bei der SMA Solar Technology AG das schwache Bild des gesamten Sektors. Bei einem Umsatz von 1,676 Milliarden Euro brach der operative Gewinn auf 240,3 Millionen ein. Im Vorjahre wurde noch ein Umsatz von 1,92 Milliarden Euro und ein Gewinn von 516,8 Millionen Euro erzielt. Unterm Strich verdiente SMA nach 365 Millionen Euro zuvor nur noch 166 Millionen Euro.

Der Solartechnikkonzern konnte nach diesem Zahlenwerk den Absturz der Aktie durch einen bestätigten Ausblick und eine trotzdem gezahlte Dividende in Höhe von 1,30 Euro je Anteilsschein offensichtlich verhindern. Für das laufende Jahr rechnet man weiterhin mit 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro Umsatz, allerdings wird die EBIT-Marge weiter unter Druck bleiben und nur noch bei 5 bis 10 Prozent liegen. Im Optimalfall ergibt sich daraus ein rechnerischer gewinn von 150 Millionen Euro. Wie gesagt, im Optimalfall, rechnet man mit einem weiteren Rückgang der Ebit Marge auf fünf Prozent oder gar darunter dann dürfte die Luft für SMA Aktionäre verdammt dünn werden. Wo dann der Nettogewinn liegen soll, oder ob das Unternehmen dann überhaupt noch Gewinne ausweisen kann, wage ich nicht zu beurteilen.

Bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 1,3 Milliarden Euro und einem derart schlechten Umfeld, und mit einem unsicheren Gewinn für das Gesamtjahr, halte ich die Aktie nach wie vor für ambitioniert bewertet. Der momentane Auftragsschub der Branche  bei Aufdachanlagen dürfte den sogenannten Vorzieheffekten geschuldet sein. Somit könnte das Ergebnis zum zweiten Quartal noch recht ordentlich aussehen, obwohl das Geschäft mit großen Solaranlagen, die künftig nicht mehr gefördert werden sollen, bereits stark rückläufig ist. Für das Gesamtjahr darf man aber durchaus skeptisch sein, denn nach dem Auslaufen der aktuellen Förderung droht weiteres Ungemach für die gesamte Branche. Meiner Meinung nach überwiegen bei der SMA Aktie weiterhin die Risiken deutlich die möglichen Chancen…Kurse unter 30,- Euro halten ich für sehr wahrscheinlich!

Allianz Deutschland AG mit deutlichem Gewinneinbruch

Dass es um die Versicherungsbranche nicht gut stehen würde hatten wir ja in den vergangenen Monaten immer wieder mal angesprochen. Heute legte der deutschen Branchenprimus, die für das Deutschlandgeschäft der Allianz SE verantwortliche Allianz AG Ihr Zahlenwerk vor, und überraschte die Anleger im negativen Sinne. Die Allianz Deutschland AG musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Das operative Ergebnis ging um stolze 18,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Der Nettogewinn brach somit, ähnlich wie bei der Muttergesellschaft, um fast die Hälfte auf nur noch 700 Millionen Euro ein.

Damit liegt das Deutschland-Geschäft noch einmal deutlich unter der ohnehin schon reduzierten Prognose des Konzerns. Der Vorstandsvorsitzende der größten Allianz-Tochter, Markus Rieß, bezeichnete 2011 als ein schwieriges Jahr für die Branche, zeigte sich aber für die Zukunft zuversichtlich. Er sprach von neuer Wachstumsdynamik über fast alle Geschäftsbereiche hinweg, sowie von einer Trendwende bei den Sachversicherungen. Ich hingegen bleibe weiterhin skeptisch was die Versicherungsbranche generell anbelangt. Eine Reihe von deutlich geänderten Rahmenbedingungen spricht einfach dafür, dass die Versicherer die besten Zeiten erst einmal hinter sich haben könnten.

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