Author Archives: Lars

DAX – Bounce, seitwärts oder weiter abwärts?

Die Horrorwoche im DAX ist am Freitag noch etwas versöhnlich ausgegangen. Somit bleibt nun etwas Zeit erst einmal durch zu atmen, die Lage neu zu sondieren und sich einen Schlachtplan für die kommenden Wochen zurecht zu legen. Wir auch in der letzten Woche geht es nicht darum Recht zu behalten, sondern viel mehr sich zwei mögliche Szenarien zu überlegen, an denen man sich orientieren kann, um nicht erneut auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Natürlich sind diese ermäßigten Kursniveaus nun äußerst interessant für lang- bis mittelfristig orientierte Anleger, und natürlich stellt sich jeder Investor nun die Frage ob es das schon gewesen ist…Auf der anderen Seite sitzt der Schock bei den meisten Anlegern noch tief, und die Angst erneut Geld zu verlieren ist größer als die Angst etwas verpassen zu können. Dies ist aber aus rein psychologischer Sicht die optimale Voraussetzung für eine Stabilisierung der Märkte!

Letzte Woche schrieb ich Ihnen in unserem Börsen Newsletter: „Im Dow Jones liegt ein mögliches Kursziel nun für die kommende Woche beim gleitenden Durchschnitt auf der Marke von ca. 10.900 Punkten, für den S&P 500 könnte sich dann noch kurzzeitig ein Kursziel unter 1.156 Punkten ergeben, eventuell sogar 1.100 Punkte. Für den Dax würde das in jedem Falle eine weitere Abwärtsbewegung bedeuten die unter die Marke von 6.000 Punkten führen dürfte. Ein mögliches Ziel wäre hier die Unterstützung bei 5.915 Punkten. Letztlich halten wir es nun für durchaus möglich das in den nächsten Wochen auch noch die nächste Marke bei 5.625 getestet werden kann, oder gar das Tief aus dem Februar 2010 bei ca 5.500 Punkten, bevor dann wieder eine neue “echte” Aufwärtsbewegung starten kann.“

Wie wir heute wissen wurde also die massive Unterstützung bei 5.500 Punkten im DAX, ebenso wie die 1.100 Punkte im S&P 500, bereits jetzt sehr schnell und dynamisch getestet. Das Gute daran ist, das sich beide Marken zum einen vorläufig als wichtige Unterstützungen etabliert haben, und dass diese beiden Marken gleich mehrfach getestet worden sind,  sich also somit hier ein Doppelboden ausgebildet hat. Alle weiteren Annahmen sollte man also nun auf dieser Basis treffen.

Auch wenn aufgrund des übertriebenen, und äußerst heftigen Ausverkaufs an den Märkten nun richtig Luft abgelassen wurde, was auch technischer Sicht durchaus gesund ist, bleibt also die Frage ob man nun kurzfristig auf einen Bounce setzen sollte, oder lieber die weitere Entwicklung abwartet. Niemand dürfte momentan eine wirklich fundierte Antwort auf diese Frage parat haben, auch ich nicht! Letztlich muss man sich in solchen Phasen fragen ob die ursprüngliche Strategie, die man vor der Krise hatte, auch gut genug ist um auch in solchen turbulenten Phasen zu bestehen. Die erste und wichtigste Frage dürfte dabei sein: War meine Risikokontrolle, bzw. mein Risikomanagement ausreichend. Meistens beantwortet ein kurzer Blick in das eigene Depot diese Frage sehr schnell und gnadenlos ehrlich!

Die zweite Frage ist die nach der richtigen Auswahl der Depotwerte. Passt dieses Depot noch zur aktuellen Lage unter der Annahme das wir a.) wirklich in eine erneute Rezession schliddern, c.) wir nun für einen längeren Zeitraum in eine Seitwärtsphase übergehen, oder c.) dies alles nur ein kurzer gesunder Rücksetzer war der, ebenso wie nach dem Erdbeben in Japan, schnell wieder gekauft wird. In den kommenden Tagen werden wieder einige konjunkturelle und politische Ereignisse auf dem Markt einwirken, deren Reaktion des Marktes wohl nicht mehr vorher zu sehen ist. Auch vermeintlich positive Ereignisse müssen in solchen Phasen nicht zwingend einen positiven Effekt auf die Kapitalmärkte haben! Solange die Börsen sich also in einer solchen irrationalen Phase befinden ist grundsätzlich alles möglich, auch das vorher Undenkbare!

Denken Sie also bitte immer daran, und bleiben Sie weiterhin vorsichtig!

Ich persönlich gehe momentan (und das schreibe ich ganz bewusst so, weil sich meine Meinung diesbezüglich morgen schon wieder geändert haben kann!) nicht davon aus, dass wir eine starke Erholungsbewegung sehen werden, die uns wieder in den Bereich um die 7.000 Punkte im Dax führen wird. Viel mehr sehe ich nun erst einmal eine Seitwärtsphase auf uns zukommen, in der sich der Deutsche Leitindex, im Kern,  zwischen 5.700 und 6.300 Punkten bewegen wird. Die obere Begrenzung dürfte dabei nun das Fukushima -Tief bei 6.488 Punkten und die untere der besagte Doppelboden bei 5.500 Punkten bilden. In den nächsten Tagen kann es also durchaus sinnvoller sein sich zunächst auf kurzfristige Aktivitäten zu beschränken, und die beschriebene Trading-Range gezielt zu nutzen! Zunächst muss erst einmal die Hürde bei 6.130 Punkten im DAX wieder überwunden werden…

Eine vorsichtig optimistische Grundhaltung dürfte aber eine gute Strategie für die kommenden Wochen sein! Einen Rat möchte ich Ihnen aber gerne noch mit auf den Weg geben. Analysieren Sie bevor Sie sich wieder in den Markt wagen welche Fehler Sie kürzlich gemacht haben, und wo Sie – aus welchen Gründen auch immer – die falschen Entscheidungen getroffen haben. Ziehen Sie Ihre Schlüsse und Konsequenzen daraus, und Sie werden wesentlich besser durch die Turbulenzen der kommenden Wochen und Monate kommen. Treten Sie einmal einen Schritt zurück und beobachten Sie aus einer neutralen Position Ihr eigenes Handeln. Machen Sie auch mal eine Pause wenn Sie momentan nicht investiert sind, beschäftigen Sie sich mit anderen Dingen, und versuchen Sie dann mit neuer Kraft gezielt die Chancen zu nutzen die sich Ihnen durch diese erneute Krise bieten werden!

Achtes Sie dabei insbesondere auf Aktien die sich am Donnerstag und Freitag kräftig erholen konnten sowie Titel die hoffnungslos über verkauft waren, oder es noch sind. Wir hatten in der letzten Woche ja bereits auf diese Situationen beispielsweise bei VW, Porsche, Bauer und Klöckner & Co. in unserem Börsenblog aufmerksam gemacht…Seitdem konnte die Bauer AG Aktie bereits um knapp 25 Prozent zulegen, Klöckner um ca. 20 Prozent, Porsche und VW jeweils knapp 15 Prozent.

The Good, the Bad and the Ugly…

…Fangen wir mit dem Guten des Tages an und auch wenn es kaum zu glauben ist, da gibt es doch etwas…

Zum Beispiel, dass die (Börsen-)Welt wie wir sie kennen (noch) nicht untergegangen ist, und Morgen wieder die Sonne aufgeht (ich gehe zumindest aufgrund technischer Indikatoren davon aus). Ernsthaft, trotz der schrecklichen Gerüchte um Bankpleiten und der großen Verunsicherung hat der Markt gestern die Tiefs nicht wieder erreicht. Im S&P500 hatte er sogar die Andeutung eines IHS (Inverse Head and Shouldern) Patterns ausgebildet, der typischerweise einen Wendepunkt signalisiert. Die Schwächer der letzten Stunde hat das dann leider vorerst wieder zunichte gemacht. Dennoch, nach Börsenschluss in den USA hat CISCO recht gute Zahlen abgeliefert, die Aktie ist nachbörslich ca 3 Prozent im Plus. Bei der Cisco Aktie sieht es nun nach einem Turnaround aus. Die US Futures notieren heute vor Börsenbeginn in Europa wieder im Plus, und auch aus Asien kommt eine eher uneinheitliches Signal, bisher also keine Spur eines weiteren Absturzes!

In Summe sieht der Markt technisch gesehen nach wie vor so aus, als ob er einen Boden ausbilden will. Eigentlich eine riesige Chance für hohe Kursgewinne, wenn …..

Wenn, ja wenn, das Schlechte nicht wäre, und davon gibt es momentan genug. Die Banken wurden gestern völlig zerlegt, Französische Grossbanken mit bis zu 20% Minus. Deutsche Bank -7%, aber auch E.ON -11% ! Mit solchen Einschlägen, und der Angst vor einem Bank-Run ist ein Bounce unmöglich. Auffällig war allerdings, dass sich MDAX (und erst Recht SDAX) viel besser gehalten haben als der DAX. Bei den kleineren deutschen Unternehmen im Bereich der klassischen deutschen Stärken (Maschinenbau, Ingenieurswesen, Autos) scheinen schon erste Schnäppchenkäufer am Werk zu sein. Das Schlimmste könnte also zumindest in Teilbereichen vorbei sein. Aber solange diese Einschläge aus Politik und Finanzsystem nicht aufhören, hat der Markt keine Chance auf eine „echte“ Erholung, insofern ist die Markttechnik an solchen Tagen nur bedingt aussagefähig.

Kommen wir zum Hässlichen, oder Üblen. Das Üble ist, an den Gerüchten um Liquiditätsprobleme der französischer Grossbanken, insbesondere der Societe General, kann durchaus etwas dran sein. Das sind nicht nur wilde Gerüchte ohne Grundlage, sie müssen so nicht stimmen, aber sie haben wahrscheinlich einen wahren Kern. Eine brauchbare und kompetente Erklärung dazu was gestern im Bankensektor abgegangen ist, kann man hier bei Reuters nachlesen. In Europas Medien wird mir das Thema zu sehr totgeschwiegen bzw. eher auf Ängste Frankreichs vor dem Verlust des Top-Bonitäts-Ratings AAA verwiesen, was mich eher nachdenklich macht. Stille ist manchmal sehr beredt.

Es ist Fakt, dass sich das Misstrauen zwischen den Banken erneut einem kritischen Niveau nähert, und es bereits seit Tagen oder Wochen im Interbankenmarkt knirscht, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Ob die SocGen jetzt wirklich kurz vor dem Kippen ist, weiss ausser den Insidern niemand. Dementiert wurde es, sogar vehement, aber was sind solche Dementis heute noch wert? Der Markt schießt zuerst auf das schwächste Mitglied der Herde, und da ist die SocGen definitiv mit dabei. Ein Kursverlust von 20 Prozent an einem Tag zeigt deutlich dass nicht alles in Ordnung ist, wie man uns glauben machen will.

Diese Risiko einer Grossbankenpleite ist richtig ÜBEL. Wenn uns eine Bankpleite ala Lehman bei einer europäischen Grossbank ereilt, dann sehen wir uns im DAX bei 2000 wieder. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein. Und dann steht mehr in Frage als ein paar Konten und Zertifikate bei einer ausländischen Bank ala Lehmann wie 2008. Denn die Staaten und Notenbanken sind heute in weit schlechterem Zustand als 2008, finanziell und vor allem politisch. Der Markt weiss dass und wird im Falle einer echten Schieflage der Societe General, oder einer anderen europäischen Großbank noch tiefer abtauchen. Von den Bildern von Kilometer langen Schlangen vor Bankschaltern Europaweit ganz zu schweigen…!

Ich persönlich glaube aber nicht, dass es kurzfristig so weit kommt, weil die Staaten und Notenbanken dass mit letzter Energie abwenden werden. Das grundsätzliche Problem bleibt aber bestehen. Solange die Politik nicht die Kraft findet bei bestimmten Themen mal ein Ende mit Schrecken durchzuziehen und damit auch wieder eine vernünftige Grundlage für einen sauberen Neuanfang zu legen, wird sich immer wieder Angst und Schrecken an den Börsen ausbreiten können.

Wie gesagt, rein technisch gesehen geht heute die Sonne wieder auf. Aber bei Europas genialen Finanzpolitikern weiss man ja nie ….HS

Börsenchaos – Wie gehts weiter bei DAX & Co. ?

Was für eine Woche! Wir haben im negativen Sinne eine Börsenwoche der Rekorde gesehen. Noch nie haben die Indizes im August so stark nachgegeben. Die Panik ist zu vergleichen mit dem Börsencrash von 1987 und liegt bereits jetzt schon, in Ihrer Heftigkeit, vor der ersten Woche nach der Lehman Pleite. Auf der positiven Seite verzeichnete der Goldpreis natürlich ein neues Hoch und der Trend scheint sich nun noch einmal nach oben zu beschleunigen. Auslöser für diese rapide Kehrtwende an den Aktienmärkten waren die Ereignisse über die wir in den letzten Wochen berichtet hatten. Natürlich haben aber auch wir nicht mit einer derartigen Reaktion der Märkte gerechnet. Letztlich bleibt also momentan nur das traurige Fazit, dass die für das laufende Jahr ausgegebenen Kursziele damit allesamt hinfällig geworden sind, weitere seriöse Langfrist-Prognosen sind schlicht und ergreifend zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich!

Momentan stellen sich weltweit alle Anleger wohl die Frage, wie es jetzt nun weitergehen kann. Die Politik hat einmal mehr bewiesen das sie momentan nicht in der Lage ist der Situation Herr zu werden. Nicht nur dass man sich in den USA lange nicht einigen konnte – genau so wie auch in Europa -die richtigen Schritte zu unternehmen, sondern auch dass in beiden Fällen versucht worden ist diese inzwischen sehr bedrohliche Situation für die Weltwirtschaft durch einen halbherzigen Kompromiss zu lösen, waren schlicht und ergreifend falsch! Inzwischen haben dies wohl auch die politischen Häupter der führenden Wirtschaftsnationen erkannt, und werden hier in naher Zukunft deutlich nachbessern müssen. Und das muss jetzt schnell gehen!

Am Freitag stufte zu allem Überfluss noch die US Ratingagentur Standard & Poors die Bonität der USA auf AA+ herab und versah dem weiteren Ausblick mit dem Rating „negativ“. Rund um den Globus hat dies natürlich noch einmal für eine weiterhin deutlich zunehmende Nervosität gesorgt. Die Börsen in Dubai und Saudi Arabien sind am Wochenende bereits erneut um fünf Prozent abgestürzt, was nicht viel Gutes für den Montag erwarten lässt. In Asien ist man ebenfalls schon in Alarmbereitschaft was man zumindest momentan den Berichten aus dem asiatischem Raum entnehmen kann. Ob die FED Sitzung am Dienstag Abend tatsächlich die Wende bringen kann bleibt ebenfalls noch abzuwarten. Es wird erwartet das Fed Chef Ben Bernanke nun wenigstens Andeutungen über eine geplante Ausweitung des Ankaufprogramms (QE3) machen wird. Bleibt dies aus könnte auch hier die Enttäuschung der Anleger groß sein…

Im Dow Jones liegt ein mögliches Kursziel nun für die kommende Woche beim gleitenden Durchschnitt auf der Marke von ca. 10.900 Punkten, für den S&P 500 könnte sich dann noch kurzzeitig ein Kursziel unter 1.156 Punkten ergeben, eventuell sogar 1.100 Punkte. Für den Dax würde das in jedem Falle eine weitere Abwärtsbewegung bedeuten die unter die Marke von 6.000 Punkten führen dürfte. Ein mögliches Ziel wäre hier die Unterstützung bei 5.915 Punkten. Letztlich halten wir es nun für durchaus möglich das in den nächsten Wochen auch noch die nächste Marke bei 5.625 getestet werden kann, oder gar das Tief aus dem Februar 2010 bei ca 5.500 Punkten, bevor dann wieder eine neue „echte“ Aufwärtsbewegung starten kann.

Möglich wäre auch das demnächst eine starke Gegenbewegung einsetzten wird, die den Dax noch einmal bis in den Bereich 6.800 Punkte führen kann. Allerdings sollte dieser Bounce nur kurzzeitig, und eher technischer Natur sein. Eine langfristige Gegenbewegung wird es nach unserem Dafürhalten erst dann geben wenn die Politik die entsprechenden und vor allem klaren Signale gesandt hat. Wie schon oben gesagt ist eine seriöse Prognose nicht mehr möglich, viel mehr handelt es sich hierbei um unser ganz persönliches Wost-Case-Szenario. Wer kurzfristig auf einen Bounce der Märkte spekulieren will sollte sich des Risikos bewusst sein, denn der Markt wird dann wohl schnell rauf aber auch entsprechend dynamisch wieder runter gehen.

Leider ist es auch in solchen Börsenphasen immer wieder so, das es nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt welche Aktien Sie im Depot haben, und ob diese fundamental günstig sind oder nicht. Zunächst wird im Zuge der allgemeinen Verkaufspanik alles ähnlich stark verkauft bis sich der Markt wieder beruhigt hat. Allerdings werden die fundamental günstigen Aktien dann wohl bei einer entsprechenden Gegenbewegung überproportional profitieren können. Politische Börsen haben ja bekanntlich kurze Beine, Aktien von fundamental unterbewerteten Unternehmen werden somit auch wieder irgendwann auf ein angemessenes Niveau steigen können.

Wir gehen also somit momentan nicht von einer V-förmigen Erholung der Märkte aus, wie nach dem Erdbeben in Japan, sondern viel mehr von einem „W“, einer Bodenbildung mit erneutem Test der Tiefststände bevor es wieder nach oben geht. Auf welchem Niveau sich dieser Boden bilden kann ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös zu prognostizieren! Es dürfte also durchaus sinnvoll sein sich die Zeit bis zur Beruhigung der Märkte damit zu vertreiben die Hausaufgaben zu machen, und jetzt schon in Ruhe ein entsprechendes Depot zusammenzustellen, das man dann zur richtigen Zeit auch wieder guten Gewissens aufbauen kann. Vorerst bleibt Cash aber fesch!

Englisches Forschungsinstitut beschwört Zahlungsunfähigkeit Italiens herauf

Das britische Forschungsinstitut CEBR rechnet damit das Italien seine Zahlungsunfähigkeit wahrscheinlich nicht mehr abwenden kann. Laut CEBR werde Italien trotz der zuletzt beschlossenen Sparbemühungen angesichts des Schuldenbergs und den momentan stark anziehenden Zinsen darauf nur dann eine mögliche Pleite vermeiden können, wenn die italienische Wirtschaft entsprechend kräftig wachse. Dies sei aber momentan nicht der Fall. Im ersten Quartal 2011 ist die italienische Wirtschaft nur um 0,1% gewachsen. „Realistisch betrachtet steht Italien die Zahlungsunfähigkeit bevor“, lautet somit das Fazit des Centre for Economics and Business Research. bei den Berechnungen der möglichen Szenarien seien laut CEBR sowohl optimistische als auch pessimistische Erwartungen durchgespielt worden. Den ausführlichen Text können Sie auf finanzen.net lesen.

Nun was soll man dazu noch sagen…solange permanent irgendeine Sau durchs Dorf getrieben wird werden sich auch die Börsen nicht beruhigen können. Momentan scheinen auch nach dem Abverkauf die Risiken die Chancen deutlich zu überwiegen. Diese Meldung dürfte heute wohl mal wieder eine von denen sein die für die Turbulenzen an den Finanzmärkten verantwortlich ist. Etwas tröstliches gibt es aber auch noch, Spanien scheint laut CEBR kein Pleitekandidat zu sein!

Laut sieht CEBR die Lage etwas entspannter als in Italien. Spanien könne „gerade noch davonkommen“ heißt es wörtlich, und eine Zahlungsunfähigkeit vermeiden. Als Grund für die besser Einschätzung sieht CEBR die deutlich niedrigere Gesamtschuldenlast. Das Fazit lautet somit das in Spanien auch bei einer angenommene schlechten Entwicklung würde der Schuldenberg nicht auf über 75% des BIP anwachsen würde. Ob uns das jetzt alle so wirklich beruhigen kann bleibt mal dahingestellt…

Wird die DAX Talfahrt heute gebremst?

Nur ganz kurz am Morgen ein paar Beobachtungen zur aktuellen Situation. Die US Indizes haben auf Tagestief geschlossen wobei sich der Abverkauf gegen Handelsende noch einmal beschleunigt hat. Das waren wirklich keine guten Vorzeichen für den heutigen Handelstag wenn auch einige Faktoren nun erfüllt sind die zumindest die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Märkte aufkeimen lassen. Der S&P 500 ist gestern bis auf seinen letzten Tiefstand bei 1.248 Punkte abgetaucht. Das war mein persönliches Worst Case Szenario dennoch hatte ich gestern einen sehr unruhigen Abend da ich nicht ganz davon überzeugt war das der Kursverfall hier nun wirklich stoppen könnte. Sehen Sie dazu folgenden Chart der zeigt das der S&P nun bereits zum dritten mal abgetaucht ist dann aber letztlich wieder nach oben gedreht hat. Die Marke von 1.250 Punkte hat also eine sehr große Bedeutung für den weiteren Verlauf der Börsen in den kommenden Tagen.

Heute Morgen steht der S&P Future immer noch ungefähr da wo er gestern gegen 22 Uhr aus dem Handel ging was ich zunächst positiv werten würde, da ich schon einen erneuten Rutsch über Nacht auf 1.235 Punkte befürchtet hatte. Sollte dies also so bleiben besteht eine gute Chance auf eine Stabilisierung der US Märkte auf diesem niedrigen Niveau. Die asiatischen Märkte haben inzwischen ebenfalls deutlich nachgegeben. Bis auf den Shanghai Composite notieren alle Indizes im Minus – wen wunderts? Sollte der S&P Future allerdings heute im Tagesverlauf weiter nach unten drehen ist höchste Vorsicht geboten.

Für den Dax heißt das wohl das er nicht – wie ich gestern Abend noch erwartet habe heute bei 6.500 Punkten notieren wird – auch das war mein absolutes Worst Case Szenario – sondern sich zunächst knapp über der Marke von 6.700 Punkten stabilisieren kann. Nachdem der Dax dem S&P in den letzten Tagen im negativen Sinne „vorausgelaufen“ ist und die Verluste in den US Indizes bereits vorweg genommen hatte würde wohl schon eine leichte Gegenbewegung des Future dafür sogen das der Deutsche Leitindex zumindest die Marke von 6.800 Punkten zurückerobern kann. Halten die besagten Marken nicht geht es sehr schnell auf 6.500 Punkte runter.

Fazit: Um auf eine Rebound zu setzen ist es vielleicht noch zu früh, allerdings würde ich auf diesem Niveau auch nicht mehr meine soliden Langfrist-Aktien verschleudern. Wie ein Kommentator auf Investors Inside gestern so schön bemerkt hat. „Die Firmen die hier zum Teil 10-20% verloren haben sind immer noch die selben“ Grundsätzlich gilt: Es bringt nichts sich von der allgemeinen Panik anstecken zu lassen, der Markt ist deutlich überverkauft und eine Gegenbewegung längst überfällig!

Neues aus Lummerland…

Ich hoffe mal das außer mir noch ein paar US Abgeordnete wissen das sie dem Bärenlager mit Ihrem unprofessionellen Verhalten in den letzten Wochen eine Steilvorlage geliefert haben wie sie schöner nicht sein könnte. Erste Anzeichen für die Erkenntnis sind da, wenn auch viel zu spät!  „Bitte denkt daran, was passiert, wenn wir zahlungsunfähig werden“, mahnte die Fraktionschefin der demokratischen Partei, Nancy Pelosi. „Beide Parteien sind für den Schlamassel verantwortlich, beide müssen zusammenarbeiten, um uns aus dem Schlamassel wieder herauszuholen“, sagte ein Republikaner.

Nach wochenlangem Nervenkrieg scheint eine drohende Staatspleite der USA so gut wie abgewendet. Der US Kongress stimmte dem Schuldenkompromiss von Demokraten und Republikanern heute Nacht zu. Nun steht heute Abend gegen 18:00 Uhr noch die Zustimmung des Senats aus, und es bleibt zu hoffen das nicht wieder ein paar Politiker mit radikaler Gesinnung alles über den Haufen werfen. Eigentlich sollte die Entscheidung nun wirklich durch sein, aber man weiß ja nie…Kommt es heute nicht zu einer Unterschrift Obamas auf diesem unsäglichen Stück Papier dann steht zu befürchten das die Bären gewonnen haben, endgültig! Und wieder keimt Hoffnung in mir auf das sich die Beteiligten, ebenso wie ich, dessen bewusst sind!

Auch der Präsident zeigte sich erleichtert und gleichzeitig erbost über das politische Taktieren der letzten Wochen… Die Einigung erlaube es, „die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden und die Krise zu beenden, die Washington dem Rest der Amerikaner aufgedrückt hat“, sagte der Präsident. Er nannte den Schuldenstreit einen „Schlamassel“ was ich persönlich noch deutlich zu milde finde. Andere sprachen da schon eher von einem „Affenzirkus“ und dergleichen, die Betitelung einzelner Abgeordneter möchte ich hier nicht wiedergeben.

Der zuletzt vereinbarte Kompromiss sieht nun vor, dass das Schuldenlimit in zwei Etappen um insgesamt bis zu 2,4 Billionen Dollar erhöht wird. Der Kongress soll zwar die Möglichkeit einer Ablehnung erhalten, Präsident Obama könnte aber sein Veto einlegen. Damit würden – entsprechend der Forderung des Präsidenten – vor 2013 allerdings keine weiteren Verhandlungen über den Kreditrahmen mehr nötig. Den Aktienmarkt scheint dies alles im Moment wenig zu überzeugen, vorbörslich notiert der S&P 500 erneut deutlich im Minus. Die Frage ist nun haben die Bären schon gewonnen, oder will der Markt dem Amis damit ein deutliches Zeichen geben nun endlich in die Pötte zu kommen?

Am Ende bleibt wirklich nur noch die Hoffnung das Jim Knopf und die wilde Dreizehn Lummerland nicht voll gegen die Wand fahren!

…von der Augsburger Puppenkiste zurück ins Kasperle-Theater

Was für ein Tag! So etwas in dieser Form dürften viele von uns schon seit längerem nicht mehr erlebt haben. Zunächst deutete sich zum Handelsbeginn eine klassische Relief-Rally an die dann aber, am Nachmittag nach der Veröffentlichung des sehr schwachen ISM Index, die Börsen regelrecht abstürzen ließ. Bemerkenswert an dieser Stelle war allerdings das die plötzlich aufkommende Panik eher an de europäischen Aktienmärkten herrschte und nicht in den USA, obwohl die Anleger jenseits des Atlantik wohl derzeit mehr Grund hätten in Panik zu verfallen. Letztlich schlossen die US Indizes also nur mit einem leichten Abschlag, was angesichts der Nachrichtenlage und den Streitigkeiten um die Erhöhung der Schuldenobergrenze ebenfalls bemerkenswert ist.

Der S&P 500 tauchte im Handelsverlauf gestern kurzzeitig unter den 200er EMA, konnte dann aber darüber schließen. Ein wichtiger Punkt der darauf schließen lässt das es heute eine Gegenbewegung geben könnte die den DAX dann ebenfalls wieder über die 7.000 Punkte Marke führen sollte.Besser wäre ein erneuter Schlusstand des deutschen Leitindex über der Marke von 7.080 Punkten, dann wäre aus charttechnischer Sicht, außer einem kurzzeitigen „Überschießer“ eben nicht viel passiert.

Auch die heutige Meldung das man nun das Votum für eine Anhebung der Schuldengrenze zur finalen Verabschiedung von der Augsburger Puppenkiste zurück ins Kasperle-Theater geben will und dann gegen 18 Uhr heute Abend eine unterschriftsreife Version für Barack Obama vorliegen soll könnten nun zusätzlich für etwas Erleichterung, oder zumindest Stabilität sorgen. Man möge mir diesen Vergleich verzeihen, aber ich bin fest der Meinung das die USA durch das Hickhack der letzten Wochen einiges an politischem Ansehen in der Welt eingebüßt hat. Und bei so einem teilweise sehr unprofessionellen Verhalten, insbesondere dem der Tea Party Anhänger, muss man wohl in Zukunft mit etwas mehr Spot und Häme für diese stolze Nation rechnen. Der Schaden für das Land wurde unabhängig vom Ergebnis bereits angerichtet!

Die Vorzeichen aus Asien sind heute tiefrot, allerdings sollte dies nicht überbewertet werden denn dort wurden heute Nacht letztlich nur die Gewinne wieder abgebaut die man gestern aufgrund der zu erwartenden Einigung in den USA aufgebaut hatte. Der Markt hat heute also eine gute Chance auf Erholung. Sollte dies nicht gelingen und auch die US Indizes wieder schwächer tendieren muss man allerdings über einen generellen Strategiewechsel nachdenken!

Goldman Sachs hebt den Zielkurs für VW erneut auf 260,- Euro an!

Die Analysten von Goldman Sachs haben das Kursziel für die VW Vorzugsaktien nun erneut angehoben nachdem erst kürzlich das Kursziel auf 245,- gesetzt wurde. Grund für die erneut positive Stimmung bei der Aktie waren die in der vergangenen Woche gelieferten Zahlen von VW zum abgelaufenen zweiten Quartal. Laut Aussage der Analysten ist Volkswagen einer der global am besten positionierten Automobilkonzerne weltweit und dürfte von dem weiterhin starken Ansatztrend auch in den kommenden Jahren überproportional profitieren. Die Gewinnschätzungen je Aktie lägen für die Jahre 2011 bis 2013 durchschnittlich 15 Prozent über den Markterwartungen, hieß es in der Studie.

Zudem spiegele der aktuelle Aktienkurs lediglich eine operative Marge von 3,8 Prozent wider, während man bei Goldman Sachs alleine im Jahr 2011 mit 7,9 Prozent rechne. Die künftig zu erwartenden zusätzlichen Profite aus den  Synergieeffekten scheinen laut Goldman Sachs somit noch nicht eingepreist zu sein. Der Meldung ist nach unserer Auffassung nicht viel hinzu zu fügen. Die VW Aktie bleibt ein „must have“ in jedem gut strukturierten Depot. Ob der genannte Kurs in absehbarer Zeit erreicht werden kann oder vielleicht zu ambitioniert ist wird sich raus stellen. Wir gehen aber davon aus das die runde Marke von 200,- Euro auf Sicht von 6 -12 Monaten zu knacken ist.

Die VW Stammaktien sollten dann wenigstens bei ca. 185,- Euro notieren und für Porsche Aktionäre die 100,- Euro Marke unter Berücksichtigung des zuletzt stark anziehenden operativen Geschäftes sowie der Beteiligung an der Volkswagen AG in greifbare Nähe rücken.

HeidelbergCement – wie gehts hier nun weiter?

Die Zahlen der HeidelbergCement AG zum zweiten Quartal 2011 waren so wie es der Aktienkurs zuletzt erwarten ließ. Das operative Ergebnis ging um mehr als zehn Prozent auf 441 Millionen zurück. Die Schätzungen hatten zuletzt bei 478 Millionen Euro gelegen. Dementsprechend enttäuscht zeigten sich die Anleger am Freitag und schickten die Aktie des Baustoffherstellers zunächst weiter in Richtung Süden bevor dann gegen Handelsende eine leichte Erholung eintrat. Der Konzern leidet nach eigenen Angaben weiterhin unter den hohen Energiepreisen sowie den steigenden Personalkosten in den Schwellenländern. Zwar läuft das selbst auferlegte Sparprogramm planmäßig jedoch konnten dieses Sonderfaktoren dadurch nicht vollständig abgefedert werden. HeidelCement will nun mit Preiserhöhungen gegensteuern. Ob sich dies allerdings gerade jetzt durchsetzen lässt bleibt vorerst fraglich.

Ähnlich wie bei den Konkurrenten Lafarge, Cemex und Holcim schwächelt der US Markt. Gerade heute nachdem die Amerikaner voraussichtlich ein umfassendes Sparpaket verabschieden werden stellt sich natürlich die Frage inwieweit dies nun auch auf die Baubranche Einfluss haben wird. ich gehe mal davon aus, dass es auch in den kommenden Jahren schwierig werden wird die Umsätze in den USA zu steigern. Und so liegt eine der großen Hoffnungen des Konzerns wohl in der anziehenden Nachfrage aus Afrika, Osteuropa  und anderen Schwellenländern.

Positiv zu bemerken ist wohl der Schuldenabbau des Konzerns. Der Schuldenberg von 8,6 Milliarden Euro konnte im vergangenen Jahr um runde 500 Millionen Euro verringert werden. Nach den ersten beiden Quartalen liegen die Erlöse insgesamt im positiven Bereich. Mit knapp sechs Milliarden Euro liegt der Umsatz neun Prozent über Vorjahr, der operative Gewinn mit 501 Millionen Euro sechs Prozent höher. Insgesamt ergibt sich somit ein eher gemischtes Bild bei der Aktie. Der Chart deutet darauf hin dass die nächste Unterstützung bei 35,20 Euro noch erreicht werden könnte. Die Aktie befindet sich immer noch in einem intakten Verkaufssignal. Zwar ist die Aktie mit einem KGV von 8 für 2012 günstig bewertet eine Bodenbildung sollte jedoch unbedingt abgewartet werden.

US Schuldenstreit – es bewegt sich was!

An diesem Wochenende erscheint der Marktbericht etwas später als gewohnt weil ich bewusst noch darauf gewartet habe das es Neuigkeiten aus den USA gibt. Nach ersten Berichten scheint sich nun eine Einigung in der letzten Minute ergeben zu haben, und somit scheint das Szenario auf das ich gesetzt habe aufzugehen. Laut US Medienberichten einigten sich die Verhandlungsführer nun auf eine Rahmenvereinbarung die einen Umfang von 3 Billionen Dollar haben soll. Die Schuldenobergrenze soll angehoben werden und weitere Maßnahmen bis nach der Wahl im Jahr 2012 verschoben werden.

Insbesondere dieser Punkt ist wichtig weil sich Präsident Obama damit zumindest teilweise durchgesetzt hat und nun nicht befürchtet werden muss das die Republikaner diesen Umstand für den nächsten Wahlkampf missbrauchen können – zumindest wohl nicht in dem Umfang wie es wohl offensichtlich geplant war. Letztlich würde ein solches Abkommen die Position Obamas wieder stärken, und vor allem Schlimmeres verhindert werden. Die Anhebung der Schuldenobergrenze von derzeit 14,3 Billionen US Dollar soll dennoch in zwei Schritten passieren, wobei der US Präsident bei der zweiten Erhöhung dann nicht mehr auf den Kongress angewiesen sein soll.

Steuererhöhungen enthält das geplante Maßnahmenpaket laut Medienangaben nicht, im Gegenzug war von sofortigen Einsparungen in Höhe von ca. einer Billion Dollar jährlich die Rede. Weitere Einsparungen beim US Haushalt in ähnlicher Höhe würden in Kürze beschlossen, hieß es weiter. Bislang sind diese Aussagen alle noch nicht offiziell bestätigt worden. Der Kongress tagt weiter. Heute gegen 19 bis 20 Uhr werden erste konkrete Ergebnisse erwartet. Man darf also durchaus gespannt sein.

Letztlich sind die Einzelheiten dieses Kompromisses – zumindest für die akute Situation in der er es eine internationale Katastrophe zu verhindern gilt – gar nicht so entscheidend. Wie ich ihnen in der vergangenen Woche bereits geschrieben hatte geht es, ähnlich wie in Europa, darum überhaupt eine Lösung zu finden und sich somit aus einer politischen Krise zu befreien. Dies scheint nun offenbar gelungen zu sein und die Börsen sollten das in der kommenden Woche entsprechend honorieren. Auch wenn ich nicht dazu neige mich zu früh zu freuen sondern auf die harten Fakten warte bin ich nun etwas entspannter 🙂

Natürlich würde ich mir wünschen das nun auch seitens der Ratingagenturen etwas Schützenhilfe kommt, und man in den kommenden Tagen oder Wochen auf weitere Herbstufungen verzichtet um den Finanzmärkten die Gelegenheit zu geben sich wieder zu stabilisieren. Die Berichtssaison läuft weiter auf Hochtouren, und auch in der komemnden Woche sind wieder einige spanndende Ergebnisse von amerikanischen und deutschen Unternehmen auf der Agenda. Bleibt also zu hoffen das man sich in den USA heute wirklich noch einigen kann, damit wir uns alle wieder auf das Wesentliche konzentrieren können.

Die Bankenewerte, die sich bereits am Freitag stark präsentiert haben dürften von dieser Entwicklung profitieren, denn nichts ist an der Börse so schädlich wie die Ungewissheit! Dieser „Risikofaktor“ scheint nun vorerst gebannt zu sein. Weiterhin gut laufen sollten auch die Automobilaktien die zusätzlich in dieser Woche Unterstützung von den BMW Zahlen bekommen. Technologiewerte sehe ich ebenfalls deutlich erholt. Bei Pharmawerten und anderen eher konservativen Investments wäre ich hingegen eher vorsichtig. Für die deutsche Pharmaindustrie gab es schlechte Nachrichten aus Griechenland. Medienberichten zufolge ist zu befürchten das deutsche Pharmawerte im Zuge der Sparbemühungen Griechenlands wohl auf Forderungen im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro verzichten müssen…

In diesem Sinne wünsche ich ihnen allen eine erholsame und erfolgreiche Börsenwoche! Alles weitere sowie Trading Updates und berichte zu den einzelnen Aktien können Sie dann wie gewohnt auf Investors Inside lesen.

Trading Update Dialog Semiconductor, Klöckner & Co. und Aixtron

Gestern war mal wieder einer dieser Tage an denen die Panik regierte und auch der heutige Börsentag könnte erneut schwierig werden. Da die Amerikaner offensichtlich nicht in der Lage sind die einzig richtige Entscheidung zu treffen wird der Druck am Aktienmarkt hoch bleiben. Eine Lösung oder zumindest ein Ansatz für einen Kompromiss vor dem Wochenende wäre wichtig gewesen! Offensichtlich beherrscht somit auch eher die Angst das Geschehen an den Finanzmärkten als vernünftige Überlegungen. Beispiele dafür gab es bereits gestern genügend und ich möchte an dieser Stelle nur die VW Vorzugsaktien erwähnen die bis auf 133,15 Euro runtergerauscht sind…Wie immer in solchen Zeiten können sich aber genau dadurch gute Tradingchancen für mutige Anleger ergeben! Allen voran möchte ich heute die Aixtron Aktie Kurs beleuchten die ja ebenfalls in den letzten Tagen durch Kurskapriolen auf sich aufmerksam gemacht hat. Intraday bewegte sich der Aktienkurs des Anlagenbauers um satte 14 Prozent rauf und runter!

Die Aktie ist in der letzten Woche deutlich unter die Marke von 20,- Euro abgetaucht weil der Markt angenommen hat das das Unternehmen in Kürze eine Gewinnwarnung veröffentlichen wird. Gestern nun kamen die tatsächlichen Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal und die waren zwar nicht doll aber deutlich besser als erwartet. Insbesondere der Auftragsbestand konnte glänzen und lässt eine weiterhin positive Entwicklung des Unternehmens erwarten. Das die operativen Daten schwächer ausfallen würden war klar, von einer Gewinnwarnung fehlt aber jede Spur. Im Gegenteil der Konzern bleibt weiter bei seiner ursprünglichen Planung für das Gesamtjahr und bestätigte die Prognose heute erneut. Fundamental betrachtet ist die Aixtron Aktie für einen Wachstumswert günstig, dementsprechend hoch auch das mögliche Potenzial der Aktie. Die Kursziele der Analysten liegen nicht selten im Bereich um die 40,- Euro.

Gestern ist die Aixtron Aktie zum Handelsbeginn über die Widerstandsmarke bei 20,50 Euro ausgebrochen um anschließend bis auf 17,65 Euro abzustürzen und abends wieder bei fast 20,-. Euro zu schließen. Wie soll man das nun werten? Zunächst einmal ist es wohl offensichtlich das die Anleger das Zahlenwerk ganz unterschiedlich gedeutet haben. Dann führte eins zum anderen, bedingt durch den allgemein schwachen Handelstag wurde eine Reihe von StoppLoss Orders ausgeführt und die Aktie entsprechend durchgereicht. Grund genug also sich die Aixtron Aktie nun mit etwas Abstand einmal genauer anzusehen.

Letztlich ist aus charttechnischer Sicht somit nichts passiert! Der MACD und der Slow Stochastics Indikator zeigen ebenfalls ein sehr deutliches Kaufsignal mit einem möglichen Trading Ziel von zunächst 24,50 Euro. Bei 22,90 Euro liegt der nächste Widerstand den es zu überwinden gilt, sobald die 20,50 Euro überschritten wurde. Alles in allem würden wir die Aixtron Aktie momentan als einen der interessantesten Rebound Kandidaten im Hightech-Bereich sehen, und haben unsere Position gestern nach den Zahlen noch einmal aufgestockt. Unser erstes Kursziel liegt zunächst bei 27,50 Euro.

Etwas anders hingegen sieht es bei der Klöckner& Co. Aktie aus die in den vergangenen beiden Handelstagen regelrecht unter die Räder gekommen ist. Hier scheint im Moment ein großer Verkäufer aktiv zu sein. Die Aktie des Stahlhändlers bleibt aus charttechnischer Sicht deutlich angeschlagen. Mit dem unterschreiten der Marke von 17,50 Euro scheint der Titel nun den Abwärtstrend zu bestätigen. das nächste Kursziel liegt bei runden 16,- Euro der nächste nennenswerte Widerstand danach erst bei 15,20 Euro. Fundamental betrachtet erscheint die Aktie weiterhin günstig zu sein, jedoch sollte man sich hier wohl erst einmal nicht gegen den Trend stellen. Fällt der Titel nun auf Tagesbasis unter 16,70 Euro ist ein Test der genannten Marken in den kommenden Tagen sehr wahrscheinlich!

Bei der Dialog Semiconductor Aktie gibt es eigentlich nicht viel Neues, außer das ich mich recht herzlich bedanken möchte das ich meine Position zu diesen Kursen noch etwas aufstocken konnte. Der Abverkauf der letzten beiden Tage ist mir völlig unverständlich. Neben hervorragenden Quartalszahlen und besten Zukunftsaussichten sowie nur positiven Analystenstimmen gibt es seit Kurzem eine Intensive Partnerschaft mit Lenovo, die im Übrigen gerade dabei sind Medion zu übernehmen, und in China Marktführer sind 😉  und Gerüchte über eine baldige Kooperation mit Samsung was die Abhängigkeit von Apple deutlich reduzieren und die Umsätze deutlich steigern sollte. Alles zusammen wohl ein Mix aus Nachrichten der nur einen Schluss zulässt…und da ist es fast schon egal was die Amis entscheiden oder nicht entscheiden!

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Praktiker – das sieht wirklich nicht gut aus!

Praktiker hat die Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal veröffentlicht. Das hier nicht viel Gutes zu erwarten war konnte man ja bereits seit der kürzlich ausgesprochenen Gewinnwarnung erahnen, letztlich kam es dann aber noch schlimmer. Das zweite Quartal ist im Normalfall für die Baumarktbranche das beste des Gesamtjahres. Kunden strömen in die Gartencenter und kaufen Baumaterial um Haus und Garten einem Frühjahresputz zu unterziehen. Nicht so bei Praktiker, der Betreiber von Heimwerkermärkten verpatzte den Start in ein besseres Geschäftsjahr erneut. Der Umsatz sank um 7,9 Prozent und letztlich musste ein deutlicher Verlust in Höhe von 307 Millionen Euro verbucht werden.

Zur Verdeutlichung dieser Zahl sei noch angemerkt das Praktiker derzeit mit nur noch 174 Millionen Euro an der Börse bewertet wird! Nun ist die buchhalterische Katze sozusagen aus dem Sack. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner hat mittlerweile die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten, wird das Amt aber bis auf weiteres kommissarisch ausüben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Die Frage dürfte nun sein ob alle schlechten Nachrichten in dem aktuellen Aktienkurs bereits enthalten sind oder nicht. Fundamental betrachtet erscheint die Aktie nach den heute gelieferten Zahlen immer noch zu teure zu sein. Wir senken unser persönliches Kursziel für die Praktiker Aktie zunächst auf unter zwei Euro.

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