Jackson Hole, oder die 100 Milliarden Dollar Frage

Am Ende dieser Woche steht für die Märkte eine entscheidende Wegmarke an – die jährliche Notenbanker Tagung in Jackson Hole. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung wird sicher Ben Bernankes Rede am Freitag 26.08.2011 sein. Letztes Jahr, zur selben Zeit, hat Bernanke hier QE2 angekündigt, und damit den Startschuss für eine monatelange Rally der Märkte gegeben. In diesem Jahr schaut der Markt, insbesndere nach den turbulenzen der vergangenen vier Wochen,  hin- und her gerissen zwischen Panik und Hoffnung auf Jackson Hole.

Was immer Bernanke also macht oder nicht macht, wird die Märkte danach mit Sicherheit massiv bewegen, und mit hoher Wahrscheinlichkeit die weitere Tendenz an den internationalen Finanzmärkten bis zum Jahresende bestimmen. Für die  Märkte wird das Ereignis Jackson Hole somit die alles entscheidende 100 Milliarden Dollar Frage beantworten. Und für Trader, ebenso wie für Anleger, wird es deshalb extrem wichtig sein sich zu diesem Zeitpunkt richtig zu verhalten und die  richtigen Entscheidungen zu treffen .

Ich will mich hier nicht an den Spekulationen beteiligen, was die FED machen oder nicht machen wird. Dazu gibt es schon genügend Text überall im Web und ich habe dazu nichts wirklich viel Neues beizutragen. Ob die Programme der FED wirklich wirken (ich bezweifele das ) oder nicht, ist für Anleger zunächst auch völlig nebensächlich. Entscheidend ist nur wie der Markt – insbesondere also das BigMoney  – darauf reagieren wird. Die ganzen volkswirtschaftlichen Diskussionen zum Pro und Contra solcher Maßnahmen kann man also, mit einem Zeithorizont von ein paar Monaten, getrost überlesen, ohne als Anleger etwas zu verpassen. Volkswirte sind oftmals eher Kontraindikatoren für die Märkte 😉

Ich möchte statt dessen hier einige Gedanken zu möglichen Marktreaktionen mitteilen, die mir wichtig erscheinen:

1.       Mittlerweile hat der Markt wahrgenommen, dass QE2 keineswegs die Konjunktur in den USA positiv beeinflusst hat. Es wurden nur kurzzeitig die Asset-Preise aufgeblasen. Diese Luft entweicht gerade wieder. Deshalb würde eine einfache Fortführung des alten Programms als „QE3“ mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Markt nicht goutiert werden. Sollte Bernanke also einfach weiter machen, wäre das wohl eher ein Grund in den kommenden Wochen von weiter fallenden Kursen auszugehen.

2.       Das schlimmste Szenario wäre, wenn Bernanke dem Thema QE3 aus dem Weg geht und gar nichts dazu sagt. Das wäre verheerend und würde vom Markt als Hilflosigkeit der FED interpretiert.  Zudem würde wohl der Eindruck entstehen Benanke hätte sich dem politischen Druck seitens der Republikaner gebeugt. Ein Crash wäre dann vorprogrammiert – Dax Kursziele von 4.500 oder gar 3.000 Punkten wären dann möglich.

3.       Sollte Bernanke einen Bluff wagen, und mit gespieltem Selbstbewusstsein sagen das die Konjunktur kein weiteres QE mehr benötigt da die konjunkturellen Ängste übertrieben seien – wäre dies ein Ritt auf der Rasierklinge. Wie bei jedem guten Bluff kann es aber funktionieren und ausreichen die Märkte zu beruhigen. Ebenso gut kann eine solche Strategie aber auch nach hinten los gehen…

4.       Somit gibt es eigentlich nur ein Szenario auf das der Markt mit relativer Sicherheit mit einer Rally reagieren würde: Wenn Bernanke ein völlig neues Programm auflegt, dass in seiner Art und dem Umfang historisch beispiellos ist. Dies könnte beispielsweise der direkte Kauf von Assets, wie Aktien, durch die FED sein. Darauf würde der Markt mit Sicherheit begeistert reagieren!

Würde es alleine nach Ben Bernanke gehen, würde es mit Sicherheit eine Alternative 4 geben. Dafür hat er sich schon zu eindeutig festgelegt und letztlich geht es jetzt auch um seine ganz persönliche Reputation, und seinen Platz in den Geschichtsbüchern. Aber man darf nicht vergessen, dass Bernanke nicht mehr alleine der Herr der Entscheidungen ist. Die Opposition gegen sein Gelddrucken wächst und wächst, innerhalb der FED und politisch ausserhalb. Es ist also durchaus vorstellbar, dass Bernanke am Ende gar nicht so kann, wie er selber gerne würde.

Letztlich wissen wir aber nicht, was am Freitag in Jackson Hole und darauf am Montag an den Märkten passieren wird. Alles ist möglich, sicher ist bisher aber nur extreme Volatilität.

Es bringt deswegen auch keinen wirklichen Vorteil, sich am  allgemeinen Wettraten selbsternannter „Gurus“ zu beteiligen. Wir sind alle keine Insider der FED, und werden es kurzfristig auch nicht werden. Es gibt aber einen Aspekt der das Potential hat für Anleger und Trader viel wichtiger zu sein – das Verhalten des Marktes in den Tagen vor Jackson Hole.

Wie fast immer kann man es im Vorfeld solcher strategisch wichtigen Entscheidungen als gesichert ansehen, dass die Planungen der FED bei BigBoys der Wallstreet durchsickern werden, und als direkte Folge daraus bereits in den tagen vor dem eigentlichen Ereignis das sogenannte „Frontrunning“ gibt. Die FED ist mit den Spitzen der Wallstreet zu stark verknüpft, als das so eine entscheidende Weichenstellung wirklich geheim bleiben kann. Ausserdem diskutiert Bernanke seine Pläne im Vorfeld mit Sicherheit mit dem Oval Office. Alleine schon dadurch steigt die Zahl der Mithörer exponentiell.

Wir müssen daher in dieser Woche den US Markt unbedingt sehr aufmerksam beobachten! Springt er weiter panisch hin- und her, spricht das für Unsicherheit, und dafür dass noch nichts durchgesickert ist. Bewegt sich der Markt aber diese Woche konsistent über mehrere Tage in die gleiche Richtung, schiebt der S&P500 also Richtung 1200 Punkte hoch, oder läuft dieser durch die Unterstützung bei 1100 nachhaltig nach unten, kann man davon ausgehen, dass hier wieder das BigMoney am Werk ist.

Dann sollte man sich in meinen Augen für die Woche nach Jackson Hole genau in die vorher eingeschlagene Richtung positionieren. Ein Musterbeispiel dafür war die Woche vor der Herabstufung des US Ratings – das Big Money wusste natürlich vorher schon längst was kommt. Es bleibt wie es ist… Die Märkte sind kein fairer Ort, und Frontrunning von BigMoney ist der Weg mit dem die grossen Gewinne erzeugt werden. Demenstprechend muss man als Kleinanleger versuchen in solchen Situationen dem großen Geld zu folgen, und nicht sich gegen den Trend zu positionieren.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Erfolg in den kommenden Tagen, und die richtigen Entscheidungen! Denken Sie immer daran: The Trend is your friend ! Das gilt auch wenn er nach unten zeigt! HS

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71 Comments

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  4. Hari Seldon said:

    Jackson Hole ganz frisch, schneller als die grosse Presse ….

    Bernanke hat wie in meinem letzten Post zum Thema Jackson Hole erwartet, nichts wesentlich Überraschendes gesagt.

    Die Möglichkeit weiterer Massnahmen bleibt offen, ist aber auf das FED Meeting im September verschoben, das auf 2 Tage verlängert wird. Sprich dort wird richtig diskutiert. Jackson Hole war also der Non-Event den ich zuletzt erwartet habe.

    Im Wesentlichen schiebt er die Verantwortung für additive Konjunkturmassnahmen auf die Politik und hat damit in meinen Augen recht. Die Geldpolitik kann nicht eine gute Wirtschaftspolitik ersetzen.

    Die Märkte reagieren darauf leicht negativ, man sieht aber dass der Markt schon nicht mehr wirklich mit einem grossen Knall gerechnet hatte. Das hatte ja auch das Marktverhalten vorher signalisiert. Die Theorie das die Märkte eigentlich schon vorher signalisieren was kommt, wurde wieder bestätigt.

    Da die Märkte dazu neigen das die Anfangsbewegung nach solchen Terminen in die falsche Richtung geht, könnte es gut sein das wir im Laufe des Tages noch nach oben drehen. Das ist aber nur ein Bauchgefühl aus Erfahrung und hat keine wirkliche Relevanz. Ich werde darauf auf jeden Fall keinen Trade bauen, das wäre ein „wild-goose-chase“ und so zu agieren wäre unprofessionell.

    Am Wochenende werden die ganzen institutionellen Investoren sicher Strategie-Meetings durchführen, so dass man erst am Montag im Laufe des Tages wirklich sehen kann wohin Big Money nun sein Geld schiebt und welche Schlüsse gezogen werden. Erst dann wird es interessant.

    Für mich macht es daher auch keinen Sinn mehr hier heute noch viel Zeit im Markt zu verbringen. Alles was Heute passiert ist nun irrelevant, ich denke der Markt wird nur noch hin und her springen. Der auf Long Island zuziehende gewaltige Wirbelsturm wird sein Übriges tun, dass der Handel heute schneller versiegt.

    Ich geniesse nun den letzten richtigen Hochsommertag diesen Jahres. Das habe ich mir verdient, ich habe in den letzten Wochen genug vor der Kiste gehockt.

    Bis bald.

    Hari

    PS: LOL, jemand im Markt scheint meine Kommentare zu lesen, soeben 16:23 Uhr schiebt der Markt hoch …… aber jetzt geht der PC wirklich aus, an meiner Einschätzung ändert keine Zuckung nach oben oder unten heute noch etwas.

  5. Felix said:

    Danke für den Hinweis, sehe ich absolut genauso!
    Und Mr. Buffet denke ich auch 😉 Er verfolgt ja langfristig auch ähnliche Strategien, Unternehmen wie Coca-Cola, Münchener Rück uvm. hält er ja auch schon ewig und wenn es Mr.Market hergibt, kauft er auch immer schön nach!
    Ich halte es für mich persönlich nur wesentlich schwieriger zufünftige Cash-Flows zu schätzen, Dividenden haben da doch eher eine gewisse Beständigkeit, die die Sache vereinfachen!
    Vorteil an hohen Dividenden ist aber, dass man nicht so sehr vom Kurs ahängig ist um Erträge zu realisieren. Im Prinzip kann man sich doch solche Dividendentitel als variabel verzinsliche Wertpapiere mit variablen Rückzahlungszeitpunkt vorstellen! Falls dann doch ein Unternehmen wie die Allianz einmal tatsächlich keine Dividende zahlen sollte oder sogar pleite geht, ich glaube, dann haben wir ganz andere Probleme, als ein paar wertlose Aktien 😉

  6. Hari Seldon said:

    Doch Marco, hat sie. Auf 104 Seiten nach monatelangen Untersuchungen ! Siehe hier:

    http://www.sec.gov/news/studies/2010/marketevents-report.pdf

    Ob man nun die Findings richtig oder falsch findet ist eine andere Frage. Aber in den USA wurde das Problem ernst genommen und ernsthaft nachgeschaut was los war.

    In Deutschland schnarcht dagegen der Amtsschimmel.

  7. Marco said:

    Nunja bezüglich des Flash-Crashes vom letzten Jahr in den USA ist mir aber nicht bekannt das die SEC hier reagiert hat. Eine Reglementierung, das z. B. jede Order mindestens 1 oder 0,5 Sekunden im Orderbuch gezeigt werden muss würde ja die gesamte HFT Branche zerstören, oder nicht?
    Trotzdem wäre ein radikaler Schritt ratsam da hier viel mehr Schaden angerichtet wird.

  8. Hari Seldon said:

    Hallo Felix, willkommen auch von mir.

    Kleiner Tip: beschäftige Dich mal mit dem Cashflow der Unternehmen. Eine dauerhaft hohe Dividende setzt immer zwingend einen hohen positiven Cashflow voraus. Aus einem hohen Cashflow muss aber nicht zwingend eine hohe Dividende folgen. Denn das Management kann ja Investitionsmöglichkeiten sehen, die den Firmenwert besser steigern als das Geld auszuschütten.

    Das berühmte Gegenbeispiel warum eine Dividende alleine nicht reicht, sind die Telekom-Unternehmen. Riesige Dividenden weil sie mit dem Geld nicht wissen wohin. Gleichzeitig aber so hoch, dass sie teilweise aus der Substanz gezahlt werden. Als Folge sinkt der Firmenwert und die vermeintlich hohen Dividenden werden durch fallende Kurse konterkariert.

    Das positive Beispiel dagegen Nestle. Riesiger Cashflow. Ausschüttung nur deutlich unter 50%. Die anderen Mittel gehen in richtig gute Investitionen, die dafür sorgen, dass der Firmenwert jedes Jahr steigt UND gleichzeitig eine angemessene Dividende gezahlt wird. Am Ende hat der Aktionär so viel, viel mehr verdient.

    Wenn Du Dir den Cashflow anschaust – was ohne Frage viel schwieriger ist als einfach eine Dividendenzahl zu vergleichen und gewisse bilanzielle Kenntnisse erfordert – dann wirst Du feststellen, das viele der Dividendenstars auch einen guten Cashflow haben und insofern wirklich gute Langfristkäufe sind. Einige aber eben nicht ! Und deshalb ist der Unterschied so entscheidend.

    Umgedreht gibt es Unternehmen mit gewaltigem Cashflow die nie eine Dividende gezahlt haben. Das Musterbeispiel ist die Berkshire Hathaway der Legende Warren Buffet. Berkshire ist extrem Cashflow stark ! Buffet hat NIE eine Dividende gezahlt, weil er immer der Überzeugung war, dass er die Mittel im Sinne der Aktionäre besser investieren kann. Und Berkshire Hathaway hat sich in den letzten 30 Jahren unglaublich vervielfacht und hat den Aktionäre viel mehr Wohlstand gebracht als jeder der normalen Konzerne ala Allianz !

    Also, der Cashflow ist die Mutter aller Erträge. Die Dividende ist davon eine Ableitung, nahe daran, aber definitiv nicht der Kern der Sache. Als schnelle Annäherung an den Cashflow ist die Dividende sicher in Ordnung, die Aussagekraft ist aber beschränkt.

  9. Hari Seldon said:

    Übrigens noch einmal kurz zu gestern, DAS hier hört sich glaubhaft und vernünftig an. Und deckt sich mit meinen Beobachtungen, dass es nur in den DAX einschlug und alle anderen Börsen erst dann nachzogen.

    http://www.boerse-express.com/cat/pages/1192460/fullstory

    Das wäre dann ein sogenannter Kollateralschaden des ach so wichtigen ShortSelling Banns. Und wenn die Erklärung passt, wäre das der Auftakt für nun öfter auftretende Einschläge dieser Art im DAX.

    Und was schreiben unsere ganzen sogenannten „Fachmedien“ ala Handelsblatt, FTD, FAZ etc mit ihren sozial perfekt geschützten Redakteuren ? Nur kompletten Unfug. „Schäuble“ als Ursache, dümmer gehts nimmer.

    Von der BAFIN ist scheinbar auch nichts zu erwarten, die sind wahrscheinlich damit beschäftigt die neuen Formulare nach „AnsFuG“ zu sortieren. Ist ja auch wichtiger als so komischer „Börsenkram“.
    Das Ganze passt gut zu dem Kommentar von Lohrke, in den USA wäre die SEC schon lange mit einer Pressemitteilung raus und hätte Untersuchungen eröffnet.

    PS: Langsam kommen unsere „Fachmedien“ scheinbar auch drauf. Sinnvolle Berichte mehren sich jetzt. Naja, was lange währt ….

  10. Felix said:

    Hallo Lars!

    Also in meiner Auswahl befinden sich einige der üblichen Verdächtigen:
    Deutsche Post, Allianz, RWE VZ, wobei ich mir bewusst bin, dass bei den letzten beiden mittelfristige Kursverluste durchaus wahrscheinlich sind! trotzdem denke ich, dass die durchschnittlich Dividendenrendite in den nächsten 3 Jahren deutlich über 5% liegen wird bei einem Kurs von ca. 69 bzw. 22 Euro.
    Außerdem Dividendenmäßig interessant BASF und Aixtron bei Kursen um 45 bzw. 13,50, erster auch gerade wegen der ganzen Insiderkäufe!
    Finde im allgemeinen, dass eine Betrachtung (erwarteter) Div.rendite bei so unsicheren (konjunkturellen) Bedingungen eine sehr ordentliche Analyse darstellt (im Vergleich zu Charttechnik oder auch KGV), vorrausgesetzt man hat den entsprechenden langen Atem und gerade den haben anscheinend gerade viele professionelle Investoren anscheinend nicht mehr(oder noch nie gehabt) angesichts hocher Verschuldungsgrade!

    Beste Grüße, Felix

  11. Hari Seldon said:

    Lach ! Und den Nagel auf den Kopf getroffen. Und ob die Rente wirklich „sicher“ ist, das wird sich noch zeigen….

    Auf dem Papier ist sie sicher, die 500, 1000 oder 2000€ die man auf dem Papier als Rentenanspruch ausgewiesen bekommt, die bekommt man auch sicher gezahlt.

    Die Frage ist nur, was diese Zahl auf Papier in 20 Jahren dann noch als Kaufkraft wert ist. „Gelobt sei was hart macht“, eigentlich gilt das auch für Währungen, aber das haben wohl einige vergessen ….

    In Go(l)d we trust, oder so ähnlich 😉

  12. Hari Seldon said:

    Aus Charles Kirks heutigem Aftermarket Report. Der Spruch von William Bernstein ist so gut, den muss ich einfach kopieren. Enjoy:

    „There are two kinds of investors, be they
    large or small: those who don’t know where
    the market is headed and those who don’t
    know that they don’t know. Then again,
    there is a third type of investor – the
    investment professional, who indeed knows
    that he or she doesn’t know, but whose
    livelihood depends upon appearing to know.“
    – William Bernstein

    Ich habe ja schon an anderer Stelle geschrieben, die Aufgabe ist nicht sich einzubilden man könnte die Zukunft vorhersehen. Die Aufgabe ist die Gegenwart so gut zu verstehen, dass man daraus einen Vorteil für die Positionierung in die Zukunft ziehen kann.

    Mit bestem Gruss an alle „Investment Professionals“ egal ob Sie Otte, Ken Fisher, Cramer oder wie auch immer heissen. 😉

    • Lars said:

      Ich stelle hier heute mal einen Kommentar von Norbert Lohrke ein, den ich sehr schätze und dessen Meinung den Nagel nicht selten auf dem Kopf trifft:

      Europa hat noch Hoffnungsträger. Das kleine Finnland im hohen Norden weigert sich – nun nachdem die Eurozone sein Anliegen eines Pfands für die Griechenlandhilfe abgelehnt hat, zu helfen. Die Begründung? „Die Gründungsverträge der Europäischen Union legen fest, dass jedes Land selbst für seine Schulden und Verpflichtungen verantwortlich ist. Daran wird sich Finnland jetzt und auch in Zukunft halten.“

      Und so ist es beinahe sicher, dass die Finnen dem Hilfspaket nicht zustimmen werden. Respekt kann ich da nur sagen. Es scheint in unserer „Werte-“ Gemeinschaft noch Europäer zu geben, die sich an Verträge sowie Recht und Gesetz halten. Und während die Griechen selbst ihrem Land nicht mehr vertrauen und Geld außer Landes schaffen, was die Abnahme der Kundeneinlagen bei griechischen Banken zeigt, besucht unser Wirtschaftsminister Rößler die Wiege der Demokratie um über Investitions- und Wachstumsoffensiven zu sprechen. Was schon etwas Absurdes hat und mindestens ein Jahrzehnt zu spät kommt. Man kann sich die Braut bekanntlich aber auch schön saufen.

      Während also die Griechen Reißaus nehmen, zeigt Warren Buffett auf der anderen Seite des großen Tümpels, wie man wirtschaftliche Interessen mit Patriotismus unter Einklang bringt. Satte 5 Mrd. Dollar an die Bank of America sind ein deutlicher Vertrauensbeweis in eine Bank, denen die Marktteilnehmer bis vor kurzem nicht zugetraut haben, dass sie selbst in der Lage ist, das dringend notwendige Kapital aufzubringen. Das hat schon etwas. Wenngleich ich persönlich nicht in die BofA investiert hätte. Wobei man dagegen halten muss, dass Warren damals auch bei Goldman Sachs richtig lag…Ja die Amerikaner. Da ruft nicht gleich jeder untertänig nach dem Staat.

      „Ihr müsst herausfinden was Ihr liebt. Eure Arbeit macht einen großen Teil Eures Lebens aus und der einzige Weg wirklich zufrieden zu sein, ist das zu tun, was Ihr für großartige Arbeit haltet. Eure Zeit ist begrenzt, lebt nicht das Leben eines anderen!“ Habt den Mut, Eurem Herzen und Eurem Gefühl zu folgen. Alles andere ist nebensächlich. Bleibt hungrig, bleibt tollkühn“ Auch das hat ein Amerikaner gesagt. Und zwar Steve Jobs.

      Bei uns auf Deutsch müsste das heißen: „Such Dir einen Job, der Dir viel Geld bringt und wo Du sicher bist. Am Besten fängst Du bei einer Bank oder Versicherung an. Halt den Mund und mache das was man Dir sagt. Und stell Dich nicht so an. Andere wären froh, wenn Sie diesen Job hätten. Was Du nach der Arbeit machst ist Deine Sache. Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps. „

      Diese stark überzeichnete Gegenüberstellung zeigt, warum ich derzeit weit mehr Vertrauen in die USA als in Europa habe. Weil wir hierzulande verlernt haben, dass zu tun, was in uns steckt und wovon wir träumen. Weil man hierzulande schon mit 20 an seine staatliche Rente denkt. Obwohl die zwar sicher, aber äußerst gering ausfallen wird…

  13. Felix said:

    Hallo zusammen!
    Finde den Artikel und die Diskussion hier äußerst interessant und obwohl ich ein Neuling in der Börsenwelt bin und auch die ganzen Tricks der Profis nicht kenne, meine Meinung zu den angesprochenen Punkten:

    1. In einer turbulenten Börsenphase ist es auch im Nachhinein sehr schwierig konkrete Gründe für Kursbewegungen zu bestimmen (nach dem Motto: „gute Zahlen => Kurs steigt)
    2. Automatisierter (gehebelter) Handel verstärkt offensichtlich solche nicht-nachvollziehbaren Bewegungen, u.a. weil nach bekannten Mustern der Vergangenheit gehandelt wird, obwohl die in der neuen Situation nicht optimal sind (z.B. Stopp-Loss unter geänderten Volatilität oder auch falscher „Verteilungsannahme“).
    3. Marktteilnehmer, die solche und andere Vorgänge ausnutzen, prinzipiell vom Markt gewollt, jedoch wenn gezielt Situationen herbeigeführt werden, sicherlich unfair und illeagl! Wie auch immer, gerade im kurzfristigen Trading wird unter den aktuellen Rahmenbedingungen das auch in Zukunft so bleiben… die Frage ist doch dann nur ob man sowas noch haben will bzw. wem nutzt eine solche Börse? Profitiert davon tatsächlich die Wirtschaft, die Gesellschaft und/oder der Kleinanleger? Ich denke eher nicht und deswegen muss und wird sich früher oder später etwas am System ändern!

    4. Was heißt das für den Privatinvestor oder Trader? Beispiel ETFs: Obwohl sie mMn theoretisch eine tolle Sache für langfristige Sparer darstellen würden, gerade im Vergleich zu einem mittelmäßig gemanageten aktiven Fond, sind deren Probleme schon seit langem bekannt. Sie werden von Profis gnadenlos wie oben von Hari beschrieben ausgenuzt, sei es doch zu langsame Handelsgeschwindigkeit oder auch durch die Antizipierbarkeit derer Handlungen z.B. bei Änderungen in der Zusammensetzung. Ich will nicht wissen, wie viele Milliarden ETF-Anleger dadurch verloren haben, zum Teil auch selbst verschuldet, weil sie nicht erkennen, dass der DAX ein Performance-Index ist und nur bedint als „Investment“-Index geeignet ist!

    5. Zum eigentlichen Thema „Jackson Hole“: Mir persönlich wäre es in der momentanen Marktlage absolut zu riskant auf irgendein Szenario und daraus resultierenden Trend zu wetten. Da kann ich mich nur dem Apell an die „Geduld“ anschließen und mich freuen den ein oder anderen Dividendentitel günstig eingesackt zu haben, was soll man sich da aufregen, wenn das Spiel eh unfair ist!

    Beste Grüße und Viel Erfolg!

    • Lars said:

      Hallo Felix,

      allem voran erst einmal ein herzliches Willkommen hier im Blog. Ich muss schon sagen dass Dein Beitrag hier darauf hindeutet dass Du für einen Börsenneuling sehr weit bist, und Deine Gedanken zu den genannten Themen entsprechend klar wirken. Damit hast Du im Vergleich zu vielen Newsbees schon eine gute Strecke des Weges zurückgelegt. Gratulation! Was mich an dieser Stelle natürlich interessieren würde ist eine kleine Auswahl Deiner Dividendentitel 😉

      Sicherlich ist eine abwartende Haltung momentan die beste und vernünftigste Position die man als besonnener Trader oder Investor haben kann. Ich gehe auch nicht mehr von einem schnellen Anstieg bei positiver Nachrichtenlage aus. Soll heißen, auch wenn Ben heute etwas positives andeutet wird eine Umsetzung und Verarbeitung dieser neuen Informationen einige Tage dauern. Im Gegenzug dürfte die Markt sehr enttäuscht reagieren wenn keine Andeutungen einer Unterstützung des Marktes kommt. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob dies dann wirklich noch einmal in einem deutlichen Abverkauf münden würde.

      Hinzu kommt wohl noch, dass solange es solche Tage wie gestern geben kann, und wir gehen mal davon aus dass hier jemand kräftig manipuliert hat, es schlicht und ergreifend nicht mehr möglich ist eine sinnvolle Anlageentscheidung zu treffen. Jegliche charttechnische, fundamentale Analyse ist somit leider Nonsens. Wie ich gestern schon geschrieben habe sollte man einen Markt den man nicht mehr verstehen kann besser auch nicht traden. Langfristig wird sich die Börse wohl erst dann wieder zu einem Platz an dem u.a. „Unternehmensbeteiligungen“ gehandelt werden entwickeln wenn die Politik die Rahmenbedingungen dafür geschaffen hat. Und hier dürfte dann wohl auch nur eine globale Lösung helfen die zumindest mal an den wichtigsten Börsen dieser Welt umgesetzt wird. Was wir nicht brauchen ist ein neuer Alleingang Deutschlands in irgendeine Richtung…

      viele Grüße, Lars

  14. Hari Seldon said:

    Oh Mann, was ein Tag.

    Die Erwartung von ruhigem Fahrwasser bis Freitag können wir ja wohl erst einmal ad acta legen.

    Bis ca. 16 Uhr verlief auch alles nach Plan. Den überraschenden Abgang von Steve Jobs hatte der Markt ja noch gut verdaut, die Indizes waren wie erwartet leicht im Minus, die Banken wegen des Einstiegs von Warren Buffet bei Bank of America im Plus und alles sah immer noch sehr gut und nach einer Fortsetzung der Rally aus. Die Marktmechanik war völlig in Ordnung und Positiv. Die sicheren Häfen in Gold und Silber wurden weiter verkauft.

    Und dann kam dieses „Ding“ im Dax.

    Ich hatte hier schon einen Beitrag vorbereitet, in dem ich mich insbesondere mit dieser in meinen Augen unsinnigen und bewusst zur Ablenkung in die Welt gesetzten Theorie es sei „Schäuble“ auseinander setze. Seit wann führt auch die Angst vor einem ShortSell Bann zu etwas anderem als Short Covering = steigenden Kursen ? Seit wann stürzt wegen so etwas nur der DAX ab und alle anderen Indizes Weltweit erst mit Zeitverzögerung ? Aber ich habe mich dazu entschlossen das nicht zu veröffentlichen, weil es ist vergossene Milch und lenkt Euch und mich nur vom Wesentlichen ab: Morgen wieder Geld an den Märkten zu verdienen und nicht zu verlieren. Und wenn unsere glorreiche Behörde Bafin es nicht für nötig befindet sich damit zu befassen, werde ich sie nicht zwingen können. Also Schwamm drüber.

    Danach war schlicht Chaos, plötzlich waren die wilden Swings wie letzte Woche wieder da. Gold und Silber wurden wieder gekauft und das alte Angstmuster der letzten Woche war wieder an allen Märkten. Wer immer dieses Ding inszeniert hat, er hat die Märkte wunderbar abgeschossen und ins Schneckenhaus zurück gebracht, genau in dem Moment wo sie Vertrauen schöpften. Ich war glücklicherweise in diesem Moment des Absturzes aus dem Markt, aber das war reines Glück, sonst hätte es mich auch erwischt und ich wäre einige Prozent tiefer böse ausgestoppt worden.

    Im Ergebnis sieht es im DAX zwar böse aus, in allen anderen Indizes aber lange nicht so schlimm. Die amerikanischen Indizes konnten ihre kurzfristigen Kaufsignale halten, wenn auch nur knapp. Wenn Morgen alles wie bis heute Vormittag weiter geht, war es nur ein halbtägiger Spuk was wir ab 16 Uhr erlebt haben. Wenn …

    Wir sind damit in jeder Hinsicht im Niemandsland. Es gibt keinen klaren Trend, weder nach oben noch nach unten. Und es gibt keine mir bekannte Daten, die in irgend einer Weise einen Edge verschaffen. Und so gehen wir nun in die Rede des grossen Meisters des Quantitative Easing – seiner Eminenz Professor Ben Bernanke Morgen 16 Uhr.

    Da es keinen Trend und keinen sonstigen sichtbaren Edge gibt, gibt es auch keinen Grund sich dem Risiko auszusetzen. Ich werde mir die Rede Morgen also im TradingDepot völlig an der Seitenlinie anschauen und erst danach entscheiden, ob und was zu tun ist. Im Investmentdepot bin ich wie gesagt immer mit einigen gross kapitalisierten Titeln Long und werde das auch frühestens am Montag in Ruhe anpassen.

    In diesem Sinne gute Nacht. Bis Morgen hoffentlich in alter Frische.

  15. Hari Seldon said:

    @ Ramsi, ein letztes Wort zum Thema.

    Zitat:
    „Gier, Angst, Hoffnung und Wut sind meine ständigen Begleiter, aber ich glaube ich kann sie mehr und mehr unterdrücken und Entwicklungen an der Börse rational nüchterner betrachten.“

    Du bist ein Mensch und deswegen kannst Du sie nicht unterdrücken und solltest es auch nicht versuchen. Im Gegenteil, diese Gefühle machen dich stark !

    Du darfst nur nicht vorschnell und unüberlegt nach ihnen handeln ! Das ist der Punkt !

    Diese Gefühle können beim Erfolg an den Märkten eine grosse Hilfe sein, wenn Du sie in Dir erkennst und daraus Deine Schlüsse ziehen. Denn wenn Du Gier oder Angst spürst, spüren es die anderen Marktteilnehmer in der Regel ja auch. Wenn Du das erkennst, Deine Gefühle wahrnimmst, und dann mit kaltem Kopf daraus Deine Schlüsse ziehst, dann bist Du irgendwann derjeniege der dem auf der anderen Seite des Trades – dem Panik schiebenden Handelspartner – die Aktie zu einem unverschämt billigen Kurs abgenommen hat.

    Also nicht die Gefühle unterdrücken ist die Lösung, sondern sie mit klarem Kopf als Indikator nutzen ! Diese Gefühle sagen Dir nämlich extrem viel darüber wie sich auch der Markt fühlt, denn Du bist Teil der Herde.

  16. Ramsi said:

    Danke für deine Kommentare, Hari.

    Zu 1) Es ist sehr beruhigend zu hören, dass es auch erfolgreichen Tradern und Investoren zu Beginn ihres Tuns mal so ergangen ist. Ich erinnere mich an ein Zitat Kostolanys, das in etwa so lautete: „Wer nicht mindestens zwei Mal sein Geld verloren hat, ist kein echter Spekulant“. Kann man glauben, oder nicht.

    Zu 2) Ich denke auch, dass dieses „Revenge-Trading“ (den Begriff kannte ich noch nicht) sehr gefährlich ist. Ich ertappe mich manchmal auch dabei in einer Mischung aus Frust und Resignation wild und ohne Verstand Entscheidungen zu treffen, oft auch überhastig. Ich denke aber, dass ich wie du bereits sagtest, mich von dieser emotionalen Barriere lösen muss um nach vorne schauen zu können.

    Zu 3) Das Geld, dass ich durch solche Dummheiten verloren habe, muss ich später erstmal verdienen. Ich rede nicht von Taschengeldern 😀 Aber nunja, auch diese Summe ist es mir wert, wenn ich denn nun hoffentlich die richtigen Schlüsse aus dieser Sache gezogen habe.

    Ich denke ich werde hier noch viel lernen können, aber ich könnte mir auch noch einiges mit Verstand selbst beibringen, wenn ich aus der Tatsache, dass meine überhastig getroffenen Entscheidungen der Vergangenheit meistens ******** waren, auch endlich mal entsprechende Erkenntnisse ziehe. Gier, Angst, Hoffnung und Wut sind meine ständigen Begleiter, aber ich glaube ich kann sie mehr und mehr unterdrücken und Entwicklungen an der Börse rational nüchterner betrachten.

    Vielen Dank für deine Worte soweit

  17. tantris said:

    Hallo Lars,
    danke für Deine informativen Antworten. Es gibt im Augenblick viele, die in Ackerbau und Viehzucht die grosse Zukunft sehen. Leider versteh ich zuwenig davon.
    P.S. Coca-Cola gehört heute zu den Tagesverlierern. Freitag bin ich damit flat. Aber es kommt ja immer anders als man denkt.

    • Lars said:

      Ich hatte vor ein paar Monaten mal die Idee mir ein Stück Wald in Dunkeldeutschland zu kaufen, der ging gerade günstig her. Hätte ich vielleicht mal tun sollen. Wald finde ich persönlich fast noch interessanter als Acker. Ist auch irgendwie streßfreier als sich täglich um Vieh oder Gemüse kümmern zu müssen 🙂

      • Lars said:

        „Vorübergehend stürzte der DAX um 4% ins Minus bis auf 5.461 Punkte, ausgelöst laut Teilnehmern von Aussagen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Dieser hatte sich dafür ausgesprochen, eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte notfalls zunächst im europäischen Alleingang voranzutreiben. Das löste Spekulationen aus, auch in Deutschland werde ein verschärftes Leerverkaufsverbot eingeführt. Die Verbote in Spanien, Italien und Frankreich liefen am Abend aus und wurden nach Handelsende wie erwartet bis zum 30. September verlängert.“ hmmm, ob das wirklich der Grund war? Aber das war zumindest mein erster Gedanke, dass irgendein Politiker wieder komisches Zeugs geredet hat…als zweite Wahl wäre mir dann eine Abstufung eines Landes durch eine Ratingagentur eingefallen.

        Grundsätzlich sind wir ja hier auch für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte, Aber man kann nicht immer nur irgend welche wagen Äusserungen in den Markt schmeißen. Wann kommt der Punkt an dem ein Herr Schäuble auch mal konkret wird und genau sagt was er damit meint? Ebenso wie unsere Kanzlerin die sich gerne mal bedeckt hält.Ist es denn so schwer zu verstehen, dass der Markt einfach nur mal was handfestes haben will, egal wie übel das im ersten Moment auch sein mag? Das hätte dann wenigstens den Effekt das jeder weiß woran er ist, und würde den Börsen letztlich auch wieder die nötige Stabilität verschaffen. Das weitere Rumgeeiere ohne Konzept wird aber genau das Gegenteil bewirken. Ist doch irgendwie faszinierend in welchem Polit-Sumpf wir hier feststecken.

        Letztlich ist es auch egal ob erst Herr Schäuble oder die Arbitragegeschäfte da waren. Hari vielleicht solltest Du Herrn Schäuble mal Deine Theorie per Mail schicken 😉

  18. Hari Seldon said:

    Naja, was ist denn noch „solide“ Geldanlage ausser dem Acker und Gold ?

    Eine preislich heissgelaufene Immobilie ebenso wenig wie eine Staatsanleihe. In München werden problemlos 10.000€pro qm für eine Wohnung aufgerufen, das ist doch nur noch Unfug und wird niemand langfristig wieder bekommen. Warum Leute noch Deutschland für 2% über 10 Jahre Kredit geben, obwohl wir schon längst für die PIGS mithaften ist mir sowieso ein Rätsel.

    Da finde ich den weltweiten Konzern mit hohem Cashflow und Dividendenrendite oberhalb 4% am Ende immer noch recht solide. Etwas fürs Investmentdepot eben.

  19. tantris said:

    Hallo Lars,
    das sehe ich leider auch so. Meiner Meinung nach begann das, als man auf dem Parkett nur noch Computer eingesetzt hat. Die verkaufen einfach blind aufgrund von Signalen. So kam auch der aberwitzige Absturz von Klöckner zustande. Man kann also nur noch ohne SL handeln, sonst fliegt man vorzeitig raus. Ist aber auch gefährlich. Nennte man das noch „solide Geldanlage“ ?

    • Lars said:

      Hi tantris, der Gedanke ist mir heute auch schon einmal durch den Kopf geschossen. Seitdem der klassische Parketthandel abgeschafft wurde ist der Markt deutlich volatiler und die Ausschläge enorm. Auch wenn da vorher nur noch ein paar Hanseln gesessen sind in kontrolliert haben was die Computer so treiben war es doch anders. ich habe es vor Kurzem schon einmal hier geschrieben, das hat einen hauch von „Terminator“ – als die Maschinen die Macht übernommen haben. Auch das ist wieder ein Produkt unseres kranken Bankensystems, schneller höher weiter und letztlich in Richtung finanziellem Supergau..

  20. Hari Seldon said:

    Das sagt uns das der Markt nicht fair ist. Aber das ist nichts Neues.

    Und das normale Stops in diesem HFT Markt ein zunehmendes Risiko werden. Siehe auch den FlashCrash vor einem Jahr. Wer da einen Stop 5% unter dem Kurs hatte war der Gelackmeierte.

    Man sollte also entweder Aktien mittelfristig halten und Stops nicht im Handelssystems sondern nur gedanklich auf Papier haben. Oder beim Trading mit dem Stop so nah genug dran sein, dass man wirklich sofort draussen ist. Die Spaltung in Investment und Trading die ich schon vorgenommen habe.

    Ansonsten sagt es uns in meinen Augen nichts. Kopf hoch.

    Wichtig wäre, dass unsere Politik jetzt endlich mal von Erleuchtung gesegnet wird, aber ich habe wenig Hoffnung. Der Mangel an Kompetenz was die Finanzmärkte angeht ist in Deutschland erschreckend. Kein Wunder dass wir weder Kandidaten für die EZB noch für den IWF oder jede andere wichtige Finanzinstitution haben.

    Achja, und es sagt uns es ist unsere Pflicht als Bürger alles in unserer Macht stehende dafür zu tun, dass die Verantwortlichen mit der Mistgabel verfolgt werden.

    Warum in Gottes Namen regt sich niemand darüber auf, dass Börsen Marktteilnehmern die genügend zahlen einen Zeitvorteil einräumen ? Diese Marktteilnehmer sehen unsere Orders bevor wir sie selber im System sehen können. Was ist das für ein Verständnis von Markt und Börse ?

    Also alle an die Tasten, das ist alles was wir machen können. Und in der heutigen Welt mit Foren und Blogs ist das viel mehr als man früher machen konnte !

  21. Hari Seldon said:

    ach was Lars, dann trifft es nicht nur den DAX. Ich habe die Minute genau verfolgt. Es hat sich NUR der DAX bewegt, nichts sonst, kein MDAX, kein Eurostoxx, kein DOWJONES. Das war eine eindeutige Manipulation des DAX oder der Wurstfinger an einem ETF. Da der Wurstfinger aber immer wieder gerne als Entschuldigung benutzt wird, glaube ich an den nicht. Den Arbitrage-Trade gibt es aber wirklich.

    Das jetzt im Nachgang alle weltweit vor Schreck erst einmal wieder vorsichtiger werden und nun alle Börsen im Minus sind ist nur normal. So völlig unbeobachtet wie die Börse der Mongolei ist der DAX dann ja doch nicht. Ich habe jetzt auch keinen Finger mehr gerührt bevor nicht klar wurde was los ist. Wie sollen da die Börsen steigen ?

    • Lars said:

      Na gut, angenommen Du hast Recht, was sagt uns das jetzt für die ganz nahe Zukunft? Ich bin gerade geneigt alles in den Sack zu hauen 😉 weil das absolut nichts mehr mit sinnvoller Anlage zu tun hat, und die Börsen offenbar zum Spielcasino verkommen.

  22. tantris said:

    Hallo Lars,
    War das jetzt der Vorgeschmack auf die Rede von Bernanke oder wollen „die“ uns einfach nur nochmal richtig Angst machen, bvevor es nach oben schiesst ?

    • Lars said:

      Wenn dann würde ich mal sagen dass Ihnen das gelungen ist. 🙂 Fast schon scheint es als ob irgendeine höhere Macht nun versucht Europa auf diesem Wege zu zerstören, und offensichtlich steht der DAX ganz oben auf der Abschussliste. Ich habe wirklich keine Ahnung mehr was hier abgeht, aber als trauriges Fazit bleibt wohl das man einen Markt den man nicht versteht auch nicht mehr traden sollte…

    • Lars said:

      …könnte natürlich auch sein das bereits irgend etwas von Bazooka-Bens Rede morgen durchgesickert ist…???

  23. Hari Seldon said:

    Kurznachricht: Mögliche Marktmanipulation !

    Was gerade passiert ist habe ich noch nie gesehen. Der DAX wird brutal um über 3% aus dem Nichts abverkauft, während alle Indizes drum herum von MDAX bis S&P500 oder Eurostoxx sich ganz normal halten. Keine Nachricht, nichts, die das erklären würde ! Sofort fällt auf, dass es die Titel um so mehr trifft, je mehr Gewicht sie im DAX haben, also Telekom und BASF zuerst. Da denkt man sofort an einen ETF und an grosse Adressen die hier abgeben.

    Ein Kontakt in einer Grossbank bringt mich dann auf den Trichter. Es gibt schon seit Wochen grosse Adressen die Arbitrage-Trades machen und sich die Langsamkeit der ETFs bei der Umsetzung der Replizierung zu Nutze machen. Der Trade lautet also : DAX ETF kaufen und Titel direkt verkaufen – oder umgekehrt. Und aus der Zeitverögerung ohne Risiko Kapital schlagen. Hier verkauft also niemand wirklich, hier wird auf eine miese Art und Weise ein unfairer Vorteil ausgenutzt. Dieses mal hat es wohl jemand übertrieben und das war so deutlich, dass das Thema jetzt hoffentlich an die Oberfläche kommt.

    So etwas zerstört in meinen Augen die Finanzmärkte und jedes Vertrauen ! Ich sage schon lange dass dem HFT (High Frequency Trading) dringend das Handwerk gelegt werden muss, ebenso wie der Unart der Börsenbetreiber, die bestimmten Marktteilnehmern gegen Geld unfaire Vorteile im Millisekundenbereich verschaffen. Ohne diese Millisekunden die ein ETF Anbieter bei der Replizierung hinten dran hängt, wären solche Manipulationen gar nicht möglich !

    Der wirklich Schuldige sind nach meiner ersten Analyse hier also die Börsenbetreiber die HFT promoten und damit Geld verdienen. Und der Geschädigte sind alle Anleger und im Besonderen der ETF Anbieter. Da es sich um einen replizierenden ETF handeln muss, ist möglicherweise Blackrock mit iShares hier der Leidtragende, aber auch Comstage hat meines Wissen replizierende ETFs auf den DAX. Frontrunning gegen Geld ist ein Skandal ! Es ist absolut entscheidend für die Stabilität der Märkte, dass ein ebenes und gleiches Spielfeld für alle existiert. DAS sollten unsere hyperklugen Finanzpolitiker mal begreifen, statt sich um Nebensächlichkeiten wie Shortselling zu kümmern. Und endlich die Börsenbetreiber an die Kandarre nehmen und die DarkPools schliessen !

    Soweit meine Kurzanalyse, schaun wir mal ob mein Tipgeber Recht hatte. Ich hoffe dass dieser Skandal nun endlich dazu führt, dass das unerträgliche Thema des von den Börsen geförderten Frontrunnings im Millisekundenbereich auf die Agenda kommt !

    • Lars said:

      „Am Markt wird über den Grund ebenfalls noch gerätselt. Nach Angaben der Deutschen Börse war es kein technisches Problem.“ Ich lach mich schlapp, jetzt kommt bestimmt wieder die Fat Finger Theorie in den Nachrichten. Hier wird auch noch das letzte Anlegervertrauen verspielt, und unsere Politiker schauen einfach weiterhin zu. Unglaublich!

  24. Hari Seldon said:

    @ Ramsi, vielen Dank und ich ziehe meinen Hut vor Deiner Ehrlichkeit.

    Nur ein paar Gedanken dazu, in der Hoffnung Dir damit zu helfen:

    1. Jeder erfolgreiche Anleger hat am Anfang solche oder ähnliche Fehler gemacht und dabei Gras gefressen. Ich auch übrigens Anfang/Mitte der 90er Jahre. Aber die einen lernen daraus und die anderen nicht. Nicht der Fehler ist das wirkliche Problem, sondern wie man danach damit umgeht.

    2. Es ist ganz wichtig, dass Du Dich von diesem emotionalen Verlust-Gefühl löst und in die Zukunft schaust. Ich weiss das ist schwierig, aber es ist alles vergossene Milch. Du hast HEUTE eine bestimmte Menge Kapital und mit der kannst Du entweder gut oder schlecht umgehen. Alles andere zählt nicht mehr ! Gerade Bemühungen einen Fehler direkt wieder gut zu machen ziehen einen in der Regel noch weiter runter. Man nennt das den „Revenge-Trade“ und der ist brandgefährlich.

    3. Mit dieser Erkenntnis die Du hier so offen beschreibst, bist Du weiter als viele Laien die sich am Markt tummeln, glaub mir. Es ist nie zu spät gute Entscheidungen zu treffen und Du wirst in Deinem Leben noch viel Geld verdienen, dass Du dann besser anlegen kannst. Am Ende war dieser Verlust am Anfang möglicherweise das Beste was Dir passieren konnte, um Dich später mit viel höheren Summen von einem ähnlichen Desaster abzuhalten.

  25. Ramsi said:

    „Wer sich seine eigenen Fehler nicht gnadenlos eingestehen kann, hat definitiv keine Chance auf dauerhaften Erfolg.“

    Nicht nur das, sondern auch dumm. Warum soll ich mich selbst belügen anstatt der Wahrheit ins Auge zu sehen?

    Was du da analysierst ist ziemlich gut. Wenn ich darüber nachdenke, glaube ich, dass du damit ausnahmslos recht hast. Bei mir besteht ein Konflikt zwischen verschiedenen Anlagephilosophien, mit denen ich mich in Form von Literatur auseinandergesetzt habe. Auf der einen Seite gibt es hier erfolgreiche Trader wie Lars oder dich, nach denen ich mich orientieren kann, zumindest so lange, bis ich nach dem Studium die Zeit habe, mich selbst intensiver damit auseinander zu fassen. Auf der anderen Seite gibt es Bücher vieler sehr erfolgreicher Investoren, die sich in einer Sache fast ausnahmslos einig sind – die Panik kaufen, wenn die Fundamentaldaten langfristig vielversprechend sind.

    Nun habe ich das Problem, dass ich mich 2009 als Börsengrünling direkt ins kalte Wasser gestürzt und wild spekuliert habe – und das sogar mit großen Summen. Ich bin kein Freund von Diversifikation und werde es wahrscheinlich nie sein. Aber was ich damals gemacht habe, war schlicht und ergreifend dumm. Vor etwas über einem Jahr habe ich den gesamten Betrag in Solar Millennium investiert. Kurz danach kam der Zusammenbruch des Kurses weil CEO Utz Claasen nach 74 Tagen das Handtuch geworfen hat. Um Kurse bei 17,30 € habe ich im Mai diesen Jahres den Ausstieg gefunden. Schaut man sich die heutigen Kurse an kann man mich dabei noch einen Glückspils nennen.

    Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass ich durch ein anfängertypisches Fehlinvestment knapp 50% Miese gemacht habe. Ich kann es mir schlicht und ergreifend nicht mehr leisten noch mehr Kapital zu verlieren. Die 100% Performance zum Ausgleich kann ich in einigen Jahren vielleicht schaffen, wenn ich den richtigen Leuten zuhöre und vernünftige Entscheidungen treffe. Aber sollte ich jetzt noch mehr Kapital verlieren, wird das eine unlösbare Aufgabe für mich. Das ist der eigentliche emotionale Konflikt dahinter und der macht mir beim Investieren ganz schön zu schaffen.

  26. Hari Seldon said:

    Richtig Lars, und nicht vergessen darf man, dass der Abgang von iGod Jobs auch kurzfristig belasten wird, nicht nur den Nasdaq in dem Apple immer noch 10% schwer ist. Für uns in Europa ist das eine interessante Nachricht, nicht mehr. Für viele in Amerika ist Jobs aber eine Ikone Amerikas, ein echter iGod. Dessen Vergänglichkeit macht traurig.

    Alle Trader werden sich jetzt fragen, wie sich das auf die ganze Kette an Zulieferer und Apple selber auswirkt und das wird am Anfang die Kurse dämpfen.

    Aber solche Stimmungen verziehen schnell und sollte eine deartige Anfangsschwäche tatsächlich kommen, könnte das ein sehr guter Long Einstiegspunkt für den Rest des Tages werden.

  27. Hans said:

    Auch ich will mich als passiver Leser hier mal in die Liste der Dankenden eintragen. Bin seit ein paar Jahren am Markt aktiv und lese seit einiger Zeit hier mit. Die Einschaetzungen und Begruendungen von Hari sind mit Abstand das sinnollste was ich seit Anfang August zum Thema Boerse gelesen habe. Besten Dank fuer die Einblicke und vielen wertvollen Tips, die du uns hier gibst!

    Und an dieser Stelle auch besten Dank an Lars, dt. Maschinenbau + Auto und Banken sind genau die Branchen, in denen ich auch meistens investiere. Daher, deine Artikel sind fuer mich absolut lesenswert! 🙂

    • Lars said:

      Hallo Hans, vielen Dank für die wohltuenden Worte.

      Heute dürfte für die genannten Branchen ein guter Tag werden, insbesondere bei den Banken Aktien rechne ich mit einer weiteren Erholung. @Ramsi Autobauer bleiben meine kurzfristigen Favoriten und es ist wirklich egal ob man VW für 102 oder 104 gekauft hat. Besser wäre allerdings gewesen die Stämme zu 93,- zu nehmen, wenn man kurzfristig orientiert ist. Denn die Wahrscheinlichkeit das die Stämme wieder über die 100,- gehievt werden musste war sehr hoch. Damit wäre man dann heute 7 Euro je Aktie vorne und könnte auch einen schönen Stopp platzieren.

      Bei den Vorzügen liegt die Unterstützung immer noch bei 103,- Euro, also befindest Du dich selbst nach einem Rückgang auf 102,- Euro immer noch in einer komfortablen Situation. Grundsätzlich gilt wohl bei der VW Aktie das man Kursbewegungen von 7-8 Euro am Tag, nach oben und nach unten aushalten muss, sonst macht das keinen Sinn, da hat Hari absolut Recht.

    • Lars said:

      Die leichte Schwächeanfall gerade dürfte den heutigen US Arbeitsmarktdaten geschuldet sein, und zeigt erneut die Angst der Anleger vor schlechten Nachrichten. Bis 14:30 bleibt es wohl erst einmal wieder etwas unruhig an den Märkten. Die Tendenz stimmt aber, das zeigt nicht zuletzt der Goldpreis und der Bund Future…Finanzwerte sind seit gestern offensichtlich weltweit wieder auf der Kaufliste 😉

  28. Hari Seldon said:

    @ Ramsi, noch ein Nachtrag zu Deinen ehrlichen Zeilen zu VW, Zitat: „Ich habe natürlich aus Angst vor Kapitalverlust nach einem VW Kauf bei 104,50 bei 102,50 schon wieder verkauft.“ Diese Ehrlichkeit mit sich selber ist übrigens eine ganz entscheidende Grundlage für Erfolg an den Märkten. Wer sich seine eigenen Fehler nicht gnadenlos eingestehen kann, hat definitiv keine Chance auf dauerhaften Erfolg. Denn nur so kann man lernen. Insofern kannst Du darauf Stolz sein.

    Ich will mit dem Folgenden Dich auch nicht belehren sondern wirklich nur helfen, weil für mich da ein ganz typischer Fehler durchscheint, den ich Dir nun versuche Nahe zu bringen:

    Der Fehler ist ein Diskrepanz zwischen dem Anlagehorizont und der Anlagephilosophie, verstärkt mit Mangel an Disziplin. Lass mich erklären:

    Ich nehme an Du hast VW gekauft, weil Du die Argumentation von Lars nachvollziehen kannst, dass VW unterbewertet ist. Das sind fundamentale Argumente und wenn Du eine Aktie nach guter Überlegung danach kaufst, darf es keinen Unterschied machen ob sie zwei Tage danach ein paar Prozent tiefer steht ! Das Eine passt nicht zum Anderen !

    Was wahrscheinlich wirklich passiert ist, ist das Dir VW fundamental attraktiv erschien, Dich dann aber doch kurzfristig die Emotion übermannt hat, das ist der Teil mit dem Mangel an Disziplin.

    Glaub mir, wenn Du diesen Konflikt nicht auflöst, wird Dir das immer wieder passieren.

    Entweder Du kaufst eine Aktie aus fundamentalen Erwägungen. Dann hast Du keine Ahnung wie sie sich kurzfristig entwickelt und es ist Dir auch egal. Denn dann weisst Du nach ausführlicher Analyse, dass Du höhere Kurse irgendwann sehen wirst. So eine Entscheidung nach kurzer Zeit wieder um zu schmeissen weil sich der Kurs ein wenig bewegt, sagt doch dass Du Dir selber nicht traust und Deine fundamentale Entscheidung von vor wenigen Tagen kurz danach für Unfug hälst. Das kann nicht gut gehen !

    Oder Du kaufst eine Aktie taktisch zum traden. Dann ist es OK diese schon nach 2 Stunden wieder zu verkaufen. Dann sind aber auch fundamentale Argumente völlig irrelevant, dann zählt nur Marktmechanik und sonst gar nichts. Und es gibt dann auch keinen Grund unbedingt VW zu traden. Im Gegenteil, die aktuelle Schwäche der Autobauer spricht im Moment gegen kurzfristige Longtrades mit denen, dafür gibt es bessere Vehikel.

    Am Ende hast Du also die Aktie aus ganz anderen Gründen verkauft, als Du Sie gekauft hast. Das kann und wird nie gut gehen.

    Dieses Dilemma hast aber nicht nur Du, es ist ein ganz typisches Problem dass jeder irgendwann erlebt, auch ich kenne das. Die einen lernen daraus, die anderen nicht und machen den Fehler noch x-mal.

    Ich habe das Problem für mich genau durch diese Trennung in Investment- und Trading-Depot gelöst. Und ich zwinge mich da zur Disziplin.

    Übrigens noch zu VW konkret. Fundamental und langfristig ist es völlig egal ob Du zu 102 oder 104 gekauft hast. Beides ist wahrscheinlich ein guter Kurs mit guten Chancen den Titel in Zukunft mit Gewinn zu verkaufen. Kurzfrsitig in dieser Baisse-Phase kann aber VW durchaus auf 80 oder sogar auf 60 fallen. Keiner kann Dir das vorhersagen.

    Beides ist wahr, wenn Du Dich nicht diszipliniert dafür entscheidest welches Spiel Du spielen willst, wird Dir das Mischen dieser beiden Stile immer wieder solche unnötigen Verluste bescheeren.

  29. Hari Seldon said:

    Tja, Mister Market macht es einem nicht einfach. Aber war das jemals anders 😉

    Die Rally von Gestern wurde heute an der Wallstreet bestätigt. Nach einem starken Anstieg wurde dieser wieder abverkauft und die Indizes sogar ins Minus getrieben. Dann aber setzten sich doch die Kaufprogramme durch und es wurde mit ca. 1,5% ein guter Tag.

    Positiv war, dass es auch heute den zweiten Tag keine starken Einschläge nach unten mehr gab, wie sie für Bärenphasen so typisch sind. Statt dessen kamen die starken Bewegungen nach oben, nach unten bröselte es nur. Ein sehr gutes Zeichen, das Momentum hat gedreht und zeigt nach oben.
    Positiv war auch erneut, dass es wieder keinen Abgabedruck in den letzten Minuten gab. Die Longs wurden nun schon den zweiten Tage Overnight gehalten – ein ganz eindeutig positive Änderung der Marktmechanik.

    Positiv war auch, dass der Gold und Silber Trade nun zerlegt wird. Gold und Silber fielen heute 4-7%, das ist fast ein Crash für Gold. Da können wir in den nächsten Tagen möglicherweise noch tiefrote Tage erleben, denn jetzt werden gerade die schwachen Hände die zuletzt gekauft haben um sich „wohl“ zu fühlen in Panik verfallen. Es ist halt mit so parabolischen Anstiegen immer das gleiche und manche lernen es nie. Ich erwarte diesen Absturz nun seit gut 2 Wochen und habe darüber hier auch geschrieben, jetzt kommt er.

    Positiv ist das Zusammenbrechen des Gold-Trades, weil es bestätigt dass die grosse Angst etwas aus dem Markt weicht und Beruhigung eintritt. Und weil es mir ermöglicht in 1-3 Wochen Gold und Silber und die Minen zu viel niedrigeren Kursen wieder aufzusammeln 😉 Denn mittel und langfristig sind die Treiber für die Precious Metals völlig intakt. Wer also mal wirklich sich etwas ins Depot legen will, dass er dann beruhigt einfach drin lassen kann, der sollte jetzt warten bis demnächst die Schlagzeilen der Medien marktschreierisch vom „Platzen“ der Gold“blase“ schwafeln. Dann kann er beruhigt kaufen, dann ist die Korrektur weit genug gelaufen. Es kann gut sein, dass wir bis dahin 1500USD wiedersehen. Wenn Interesse besteht kann ich hier mal ein Gold und Silber Depot zusammen stellen, mit dem man in meinen Augen in den nächsten Anstieg gehen sollte.

    In Summe sind wir also in ruhigeres Fahrwasser eingetreten mit leichter Tendenz nach oben. Das ist schon einmal eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten Tagen. Wer jetzt will und das Risiko aushalten kann, kann jetzt also Long im Markt sein, aber immer an den Notausgang denken !

    Trotz dieses akzeptablen Followups ist der Jackson Hole Trade für mich NICHT aktiv. Und zwar weil das Upside Heute zwar gut, aber dafür nicht gut genug war ! Denn wenn hier wirklich positive Nachrichten durchgesickert wären, dann hätten wir heute wie ein Messer durch Butter durch die 1200 im S&P500 schneiden müssen, alle anderen Inkredenzien für so eine Rally waren 100% da. Was der Markt geschafft hat, ist aber nicht mehr als eine eher lahme bzw vorsichtige Erholung.

    Da ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass die Spitzen der Wallstreet schon längst den Tenor der Ansprache von Bernanke in Jackson Hole kennen, lässt das nur einen Schluss zu:

    Bernanke wird für keine Überraschung sorgen, er wird weder enttäuschen, noch wird er ein konkretes QE3 ankündigen. Er wird statt dessen warme Worte finden und die Hoffnung auf ein QE3 am Leben erhalten, nicht mehr und nicht weniger. Das ist das wahrscheinliche Ergebnis, was uns Mr. Market mit seinem Verhalten im Moment andeutet. Jackson Hole wird also potentiell ein „Non-Event“. Damit habe ich aber auch keinen Edge bei der Einschätzung was der Markt dann nächste Woche macht und damit macht es auch keinen Sinn das Risiko zu gehen sich während bzw vor der Rede schon zu positionieren.

    Zusammengefasst heisst das für den DAX:

    Vorbehaltlich der „üblichen“ Überraschungen wie das nun Italien endgültig Pleite ist ;-), haben wir definitiv ruhiges Fahrwasser mit positiver Tendenz bis Freitag. Wer das spielen will kann das in meinen Augen tun, wenn er seine Defensive nicht vernachlässigt. Der Markt sagt uns aber, dass er vor Bernanke auf weitere Zusammenbrüche wohl verzichten wird 😉

    Was danach passieren wird, dafür gibt die jetzige Datenlage nichts her, was einem einen echten Vorteil verschaffen würde. Dazu nur zwei grundsätzliche Anmerkungen:

    1. Gegenbewegungen in Bärenmärkten dauern eigentlich immer ein paar Wochen und beginnen immer so zögerlich wie heute. Insofern ist es gut möglich (nicht sicher!) dass wir nun einen ganz guten September bekommen der uns im DAX wieder in die oberen 6000er bringen kann.

    2. Es spricht nach wie vor fast alles dafür (in meinen Augen nach wie vor 80:20), dass wir uns in einem Bärenmarkt befinden. Sprich die unter 1. beschriebene temporäre Stärke wird irgendwann auslaufen und dann folgt das ganz dicke Ende und wir sehen noch viel tiefere Kurse als Heute.

    Viel Glück und gutes Gelingen für Morgen !

  30. Ramsi said:

    Also ich bin zwar kein Markttechnik-Profi aber das was der Dow Jones da zum Handelsschluss abgezogen hat sieht für mich ziemlich nach einem Signal aus

  31. Hari Seldon said:

    @ Ramsi, ich bin nicht „ausgestiegen“. Vom Verständnis her:

    Ich habe ein Investmentdepot. In diesem Depot agiere ich mit Horizont von Monaten und in diesem Depot bin ich derzeit ca. 45% Long. Mindestens 20-30% Long bin ich da aber immer, auch in Baisse-Phasen, die Frage ist halt nur mit welchen Aktien. Im Moment habe ich dort nur Werte die den Kriterien genügen die ich an anderer Stelle erläutert habe. Keine Konjunktur, grosser Cashflow, Erträge ausserhalb Euro etc, ich hatte das Beispiel Johnson&Johnson gegeben. In einem Bullenmarkt ist das Investmentdepot zu 100% investiert mit den High-Beta Werten. In einem wahrscheinlichen Bärenmarkt halt nur mit maximal 50% und das nur sehr defensive Werte, wie heute. Mit meinem Investmentdepot reagiere ich aber nicht auf Tagesschwankungen und reagiere auch erst auf Bernanke wenn sich der Rauch verzogen hat, also frühestens nächste Woche.

    Daneben habe ich ein Tradingdepot. In diesem agiere ich taktisch mit Haltedauer Intraday bis wenige Tage. Wenn ich mich hier zur Tagesstrategie äussere oder einen Trade rund um Jackson Hole beschreibe, dann ist das taktisches, kurzfristiges Verhalten, das ich in meinem Tradingdepot abbilde.

    Heute Morgen war ich in diesem Tradingdepot Long, eben wg der guten Vorgaben der Wallstreet. Und ich habe mich sehr gefreut, dass der DAX erst so schwach eröffnet hat, weil mir das ermöglicht hat die Longs zu sehr guten Kursen zu bekommen. Diese sehr netten Tagesgewinne habe ich heute gegen 17 Uhr mitgenommen, weil mir die Price-Action an der Wallstreet nicht ausreichend gefallen hat. Das heisst aber nicht das ich „raus“ aus dem Markt bin oder den negativ sehe, sondern nur, dass ich temporär meine Positionen glatt gestellt hatte. Im Moment reite ich schon wieder ein paar Longs in den Close. Ich kann hier aber unmöglich jegliche Wendung mitteilen, das macht auch keinen Sinn, weil ihr dem sowieso nicht folgen könnt. Ausserdem will ich gar nicht, dass mir jemand folgt, jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ich will ja gerade helfen, dass Ihr Euren eigenen Weg findet und gerade lernt anderen vermeintlichen „Gurus“ nicht einfach zu folgen.

    Was ich mit meinen taktischen Posts bezwecke ist zweierlei:
    1. Für ein bischen gedankliche Orientierung in dieser Phase grosser Unsicherheit zu sorgen
    2. Zu zeigen, dass man auch in solchen Phasen den Markt gut navigieren kann, wenn man sich an die Zahlen, Fakten und Marktmechanik hält, statt Meinungen zu verbreiten und sich einzubilden man könnte die Zukunft vorhersehen.

    Es ist eben ein weit verbreitetes Missverständnis zu glauben dass erfolgreiche Geldanlage bzw Trading damit zu tun hätte, das man die Zukunft richtig vorhersieht. Eine ganze Industrie an Medien, Volkswirten etc lebt davon. Völlig falsch, keiner kann die Zukunft vorhersehen, alles nur Geschwätz. Blind die Zukunft zu tippen, wäre dann auch wirklich nur blindes Zocken und das sollte man nicht mit Geld machen, das einem wichtig ist.

    Die wirklich Aufgabe ist die Gegenwart so gut zu verstehen, dass man daraus einen Vorteil für die Positionierung in die Zukunft ziehen kann. Ein himmelweiter Unterschied zu all dem Prognosen Unfug, der permanent durch die Medien getrieben wird. Das hat viel mehr mit Daten, Analyse und harter Arbeit zu tun als mit leicht daher gesagter Meinung. Das versuche ich am Beispiel meiner Marktanalysen klar zu machen.

    Zu meiner prinzipiellen Einschätzung schreibe ich heute noch nach 22 Uhr und je nachdem wann Lars das freischaltet, könnt Ihr es heute vor 23 Uhr noch lesen. Da schreibe ich dann auch meine Gedanken zu Jackson Hole.

    Ich hoffe das erklärt einiges.

  32. Holgersen said:

    @Ramsi: So ging es mir vor kurzem auch – rein, raus, rein – immer zum falschen Zeitpunkt. Mittlerweile sieht es etwas anders aus, aber mein Anlageverhalten hat sich auch (durch die „Krise“ und damit einhergehende Verluste) komplett geändert. Aktuell meine ich, dass ich etwas mehr Gefühl für das ewige Wiegen der Indices habe als noch vor ein paar Wochen (obwohl es im Moment eher kein Wiegen ist, sondern eher an- und ablaufende Tsunamis sind).

    Hari meint (ich hoffe, er verzeiht mir die Antwort), dass der DJ heute nur rumeiert und keine klaren Signale sendet. Da dies unruhige Zeiten sind und man ständig Attacken aus dem Off in Form von fallenden Kursen ausgesetzt ist, geht Kapitalsicherung über alles. Lieber auf ein paar Prozente verzichten, also böse mit Vollgas überrollt zu werden.

  33. Ramsi said:

    Klar, dass deine Beiträge ein Gewinn für Jeden von uns sind hielt ich gar nicht mehr extra für erwähnenswert 😀 Ich schließe mich der Liste an Bedankungen an. Ich habe natürlich aus Angst vor Kapitalverlust nach einem VW Kauf bei 104,50 bei 102,50 schon wieder verkauft. Heute dachte ich mir „Mensch, du bist total dämlich, was meinst du denn wo VW in 12 Monaten steht“. Ich will also einkaufen und in genau dem Moment geht es gleich einen ganzen Euro hoch und ich darf draufzahlen. Das reiht sich perfekt in die centgenaue Stop-Loss-Aktivierung von vor ein paar Tagen ein. Ich bin halt ein Glückspils *Achtung Ironie*
    So, ich kotz mich hier gerne aus, verzeiht mir das bitte 😀
    Nachdem du aber gesagt hast, man solle die Bewegungen im Vorfeld von Jacksonville genau beobachten, verstehe ich jetzt nicht so genau wieso du aussteigst. Kannst du mir das nochmal erklären?
    Und der Kirk-Report wird mich sicher bereichern, ist für mich während meines Studiums zur Zeit aber (leider) kein Thema. Ich hoffe, dass es die Seite in 2 Jahren noch gibt und bedanke mich ebenfalls für deinen Wissenstipp.

  34. Hari Seldon said:

    Vielen Dank Lars und John, ich würde lügen wenn ich behaupte das täte nicht gut !

    Und John, es gibt ja für alles schöne Sprichwörter und das was Du meinst lautet:

    „Um auf den Gipfel zu kommen, ist der erste Schritt der Wichtigste !“

    In diesem Sinne hast Du den ersten Schritt gemacht, im Gegensatz zu einer langen Liste von pseudoklugen Schwätzern die man gerade in Deutschland zum Thema Finanzen in grosser Zahl findet. Es dient halt dem eigenen Ego zu allem die Wahrheit gepachtet zu haben, Erfolg an den Märkten verschafft es nicht.

    Geldanlage und Trading kann man lernen. Aber es ist ein langer Weg über Jahre, ist nicht einfach, hat viel mit Ehrlichkeit mit sich selber zu tun und gar nichts mit Ego und dem Wunsch zu allem Recht zu haben. In diesem Sinne meinen Glückwunsch zum ersten Schritt, bei Charles Kirk bist Du in den besten Händen die ich auf diesem Planeten kenne.

    Und übrigens, der Weg ist nie zu Ende. Ich lerne auch, jeden Tag. Wer aufhört zu lernen, ist dem Sarg näher als er ahnt.

    Zur Sache habe ich soeben meine Tagesgewinne mitgenommen und die Positionen geschlossen, weil mir das Gebrösel an der Wallstreet nicht so richtig gefällt und Sicherheit geht dieser Tag über alles. Ein Followup sieht auf jeden Fall anders aus, als das was gerade passiert. Aber vielleicht kommt es ja am Abend. Mehr Einschätzung nach 22 Uhr.

  35. John Smith said:

    Hallo,

    dem kann ich mich absolut anschließen. Mal abgesehen davon, dass die Beiträge sensationell sind, war auch der Tipp mit dem Kirk Report sehr hilfreich. Die Erkenntnis das man an der Börse von nix einen Plan hat ist erstmal ernüchternd. Aber wie heißt es so schön „Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt …“ oder so ähnlich 😉

    Also auch von meiner Seite ein riesen Dankeschön!!
    (Ich hoffe die Ausrufezeichen sind ok, Lars ;))

  36. Hari Seldon said:

    Guten Morgen,

    etwas Schwäche heute Morgen ist gut. Auch um 15.30 Uhr wenn die Wallstreet aufmacht, wäre ein Versuch der Bären diese Rally abzuschiessen völlig normal.

    Derartiges Verhalten wäre positiv für den Ausblick der nächsten Tage. Negativ wäre es, wenn wir heute einfach steil hochlaufen, das würde das Risiko dass wir erneut einen Intraday Reversal bekommen stark erhöhen.

    Der statistische Hintergrund dazu ist, dass echte Rallies eher „slow and steady“ sind – so wie gestern die US Indizes. Volatile Swings gehören nicht dazu, die sprechen eher gegen ein gutes Umfeld für Longs.

    Nachdem die erste Stunde an der Wallstreet rum ist, also so gegen 16-17 Uhr, werden wir dann sehen ob wir heute die positive Bestätigung von Gestern bekommen oder nicht. Sollte die Bestätigung kommen, trotz solcher Nachrichten wie Lars sie oben genannt hat, dann wäre das in meinen Augen ein kurzfristiges Long Signal.

    Kurzfristig heisst dann bis Freitag Nachmittag. Ob man es dann riskiert mit Positionen in den Bernanke Speech zu gehen muss jeder selber wissen. Ich werde es dann möglicherweise mit einer kleinen Position tun, falls sich das Long Signal bestätigt. Aber es muss ganz klar sein, ich bin am Freitag schon kurz nach der Rede sofort wieder aus dem Markt, sollte der Markt mir signalisieren das ihm das Gehörte nicht gefällt !

    Wer also am Freitag keine Zeit hat sich Live die Reaktion des Marktes anzuschauen, ist in meinen Augen besser beraten aus dem Markt zu sein und erst einmal in Ruhe den Montag Morgen abzuwarten !

    • Lars said:

      Lieber Hari,

      an dieser Stelle wird es wohl einmal Zeit mich in meinem und im Namen aller Mitleser ganz herzlich bei Dir zu bedanken. Nicht nur dass ich Deine regelmäßigen Kommentare hier als echte Bereicherung empfinden, sondern auch Marktgespür in dieser unruhigen Phase ist legendär! So wie es momentan aussieht hast Du mit Deinen Annahmen genau ins Schwarze getroffen. Der Markt bleibt zwar nervös, aber die Richtung scheint stimmt. Bei einigen Aktien – auch im Deutschen Markt – wurden heute neue kräftige Kaufsignale generiert. Am Freitag könnte nun also der große Showdown sein, und bis dahin dürfte sich auch der DAX weiter erholen, wenn das Niveau in Amerika heute gehalten werden kann. Die Bank of America legt gerade wieder 8,5 Prozent zu, was ich bei der Nachrichtenlage ziemlich interessant finde. 😉 Mal schaun was die CoBa und die Deutsche die nächsten Tage so treiben…

      Ich freue mich jetzt erst einmal über einen grünen Tag, nach so langer Zeit, und wünsche Dir gute Trades.

      viele Grüße. Lars

  37. Ramsi said:

    Hm Hari, war das einer dieser Tage, die das Ergebnis vom Freitag bereits erahnen lassen? DJ hat auf Tageshoch geschlossen

  38. Hari Seldon said:

    Na endlich !

    Nach endlosen volatilen Swings und abstürzenden Kursen hatten wir heute an der Wallstreet den ersten positiven Trendtag seit Wochen ! Ich wusste gar nicht mehr, wie sich so ein Trendtag ohne giftigen „Reversal to the Mean“ anfühlt. Aber es ist ein schönes Gefühl.

    Und noch etwas Positives – wir hatten keinerlei „Selling on Strength“, die institutionellen Anleger sind also bei dieser Rally heute an Bord gewesen und haben mit hoch gepresst.

    Als Sahnehäubchen wurden dann die letzten Minuten vor 22Uhr auch nicht mehr benutzt um die Longs zu dumpen, sondern der Markt geht mit aktiven Longs in die Nacht und der S&P500 hat auf Tages-Höchstständen mit3,5%+ geschlossen – ein sehr gutes Zeichen !

    Die Hoffnung auf Jackson Hole beflügelt offensichtlich die Märkte, verbunden damit, dass heute mal keine neuen Katastrophen-Meldungen reinkamen, das alleine ist für die Märkte schon positiv.

    Extrem wichtig ist nun, dass dieser positive Tag Morgen bestätigt wird. Sprich das der positive GAP mit dem der DAX eröffnen wird nicht sofort wieder verkauft wird, sondern die Märkte erneut langsam hochschieben. Denn ohne Bestätigung ist auch dieser positive Tag nichts wert, das sollte jedem ganz klar sein. Wenn wir Morgen wieder drehen, hat dieser Tag keinerlei Bedeutung !

    Sollte aber Morgen die Bestätigung kommen, kann man ernsthaft anfangen über den Jackson-Hole Long Trade nachzudenken, den ich im Blog skizziert habe.

    Bis Morgen !

    • Lars said:

      „Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Japans herabgestuft. Die Bonität sinkt um eine Note von „Aa2“ auf „Aa3“, wie die Agentur mitteilte. Der Ausblick für die Bonität der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bleibt „stabil“. Moody’s begründet die Herabstufung mit Japans hohem Haushaltsdefizit sowie dem Anstieg der Staatsschulden seit der globalen Rezession im Jahr 2009.“

      „Der Euro bricht auseinander“, sagte Greenspan am Dienstag in Washington. „Das Ende des Euro wird Schwierigkeiten hervorrufen.“ Die Probleme in der Eurozone könnten die Gewinne von US-Unternehmen belasten. Das derzeitige hohe Niveau an Unsicherheit dämpfe das US-Wirtschaftswachstum“

      …ein kleiner Abriss zum Thema Katastrophen-Meldungen von heute 😉

  39. Hari Seldon said:

    🙂 Auch das ist ein Missverständnis. Natürlich gibt es Statistiken und ein Trader der die Tendenz zum Gap-Closing nicht kennt, sollte lieber Häkeln gehen – das ist ja wohl klar hoffe ich 😉

    Aber für mich hat Deine Frage etwas anderes impliziert – „Deuten“ impliziert für mich Aussagen über Hintergründe und die sind Intraday auch bei einem GAP-Close völlig wurscht. Der Trade tritt entweder ein oder nicht. Warum interessiert keinen. Es gibt keinen Indikator der Welt der mir jetzt um 13:45 Uhr sagen könnte, ob der GAP im SPX heute geschlossen wird oder nicht. Es gibt nur historische Daten über Wahrscheinlichkeiten der Vergangenheit. Erst wenn der GAP-Fill Trade dann vielleicht um 15.45 Uhr läuft, dann kann ich ihn auch erkennen und es macht dann in Anbetracht der historischen Wahrscheinlichkeiten Sinn ihn Intraday zu traden. Deshalb war das Wort „deuten“ für mich missleading.

    Sei mir bitte nicht böse, aber Du bist mit dem was Du da machst zu weit weg von meiner Trading Strategie, als das ich einen Sinn darin sehe das Thema jetzt hier weiter zu vertiefen. Meine Erfahrung mit solchen Strategie sagt mir, dass es das „easy money“ kaum gibt, dass Du an diese Stelle suchst. Zumindest habe ich es persönlich bisher nicht gefunden und ich bin auch an der Eurex unterwegs und kenne verschiedene dieser Strategien und ein paar habe ich schon ausprobiert 😉 Mir ist aber klar, dass es Spezialisten gibt, die ihren Trade so perfektioniert haben und auf so leistungsfähigen Systemen sitzen, dass sie auch an dieser Stelle einen regelmässigen Ertrag generieren können. Wenn Du so einer bist, meinen Glückwunsch ! Mein persönlicher Stil ist das aber nicht.

    Aber ich will damit keineswegs über Deinen Stil urteilen, sondern nur artikulieren: ich verfolge derartige Strategien nicht (mehr) und möchte daher auch nicht meine Zeit damit verbringen das jetzt tiefer zu analysieren was Du da machst. Denn wenn ich jetzt im Detail auf Deine Antwort eingehe, dann sitze ich hier noch in 2 Stunden beim Schreiben. Ich bitte um Verständnis.

    Übrigens den Begriff „Spread“ habe ich umgangssprachlich benutzt, als die Summe der Kosten die Dir vom MarketMaker aufs Auge gedrückt werden. Aus Deiner Frage wurde mir nämlich zunächst nicht klar, ob Du von echten Optionen an der Eurex redest (das scheint mir nun so nach Deiner Antwort) oder doch nur von den Optionsscheinen die die ganzen Banken an Kleinanleger verkaufen (so hörte sich Deine Frage zunächst für mich an).

    Bei den Optionsscheinen ist es nämlich tatsächlich so, dass der Marketmaker damit zu Lasten des Anlegers in eigener Willkür „spielt“ um im Angesicht der für ihn offen liegenden Orderbücher seinen Ertrag zu optimieren. Gerade vor so Terminen bei denen die Marketmaker davon ausgehen können, dass die Anleger Verkaufsoptionen kaufen, wird dann gerne mal die Vola „Schwupps“ hochgesetzt um den Einstieg zu verteuern. Defacto ist das ein Spread, denn so wirkt er sich dann beim Anleger aus wenn die Vola hinterher wieder runter gesetzt wird – auch wenn der Spread im Kurs versteckt wird. Ich sage ja immer wo ich kann, die normalen Optionsscheine sind eine Art Abzocke-System, weil man mit jemandem handelt, der gleichzeitig Gegenpartei und Preisrichter ist und den Preis mit eherblicher Willkür beeinflussen kann. Die professionellen Optionen an der Eurex sind da eine ganz andere Geschichte.

    Aber wie auch immer, genug davon 😉 Viel Erfolg bei Deiner Strategie. Und wenn Du den anderen hier im Forum etwas mitgeben willst, dann kannst Du ja mal Deine Strategie strukturiert aufschreiben. Dann aber bitte genau mit den wirklich verwendeten Instrumenten und Schritt für Schritt, damit man Deiner Strategie auch wirklich folgen kann. Das Kernproblem unseres kurzen Dialogs war nämlich hier für mich, dass ich Deine Frage zunächst nicht richtig einordnen konnte, weil ich zuwenig wusste wo Du Dich überhaupt bewegst.

  40. Marco said:

    “ das “Deuten” eines GAPs – wonach Du gefragt hast – hat bei so Intraday Trades wenig bis null Bedeutung.“

    Das sehe ich allerdings ganz anders. Es gibt ja Statistiken die sich mit GAP-Closing beschäftigen, und gerade bei solch großen GAP´s in den US-Futures besteht die Tendenz das diese auch früher oder später geschlossen werden. Dies wird ja auch sehr oft bestätigt.

    Momentan sind im Dax-Future 73.500 Kontr. gehandelt worden und im ES-Future 309.600. Auch wenn man die höhere Kontraktgröße im Dax berücksichtigt kann man nicht sagen das in den US-Futures nichts passiert. Und hier kommt ja erst noch das Volumen.

    “ Denn die Volatilität um das Ergeignis herum wird so gnadenlos sein, dass es Dir jedwede Sicherungsstrategie zerfetzt“

    Bei einem Einfachen Long Straddle ist jeder Kursausbruch erwünscht. Nach einer ersten Bewegung kann man auch Teile der in den Gewinn gelaufenen Kontrakte, also entweder Puts oder Calls verkaufen. Läuft es weiter in die Richtung wird das Delta der Gewinntrades umso größer wodurch man eigentlich auch auf der sicheren Seite ist, gehts zurück ist die andere Seite halt übergewichtet. Einziges Risiko ist hier die intraday-Volatilität.

    „musst aber erst einmal den riesigen Spread überwinden.“

    Welche Spreads meinst du? Bid/Ask? Die sind absolut vernachlässigbar…

    Vola in den SPX-Optionen am Geld der jeweiligen Laufzeiten:

    26.Aug 44%
    17.Sept 36%
    22 Oct 33%

    Hier zeigt sich schon das die Kurzläufer natürlich am teuersten sind.

  41. Hari Seldon said:

    @ Marco, jetzt verstehe ich. Dann hat mich Deine Frage in die falsche Richtung geführt. Denn das „Deuten“ eines GAPs – wonach Du gefragt hast – hat bei so Intraday Trades wenig bis null Bedeutung. Intraday schaut man auf die Kursbewegungen und die technischen Indikatoren und das wars. „Warum“ eine Bewegung kommt, ist letztlich wurscht. Es würde auch viel zu lange dauern es heraus zu finden, während dessen hat sich der Kurs schon massiv bewegt.

    Ich selber trade solche Wegmarken übrigens nicht. Gerade nicht Intraday. Denn die Volatilität um das Ergeignis herum wird so gnadenlos sein, dass es Dir jedwede Sicherungsstrategie zerfetzt. Stops gehen da gar nicht, weil die hektischen Swings des Marktes dich nur am falschen Platz ausstoppen. Ohne Stops sich auf eine Richtung lehnen geht auch nicht, wenn man die falsche Richtung erwischt. Und wenn Du den Straddle richtungsneutral gestaltest, kaufst Du damit zwar Volatilität, musst aber erst einmal den riesigen Spread überwinden. Denn die Banken werden natürlich VOR Jackson Hole die Vola aller Derivate erst einmal massiv hochsetzen, darauf kannst Du sicher sein. Wenn überhaupt kann man direkt die Vola über den VIX kaufen, aber siehe oben, die Spreads sind ein Problem.

    Meine goldene Regel in solch kursbewegenden Momenten lautet daher: Ruhe und Geduld. Das gute Geld im Sinne „Low Risk/High Reward“ wird verdient, wenn sich der Trend etabliert hat und nicht in der wilden Phase direkt um den Termin, in dem der Markt erst einmal aussortiert wie er das interpretieren soll. Das gilt ausdrücklich auch für Intraday Operationen. Mit dem Tages-Trend sind die immer erfolgsträchtiger.

    Aber das ist nur meine Strategie, der Weg der Yedi 😉 Es gibt viele Wege nach Rom und keine absolute Wahrheit. Insofern viel Erfolg mit Deiner Strategie.

  42. Marco said:

    Hallo Hari,

    meine Rede ist natürlich von Long Straddles, und zwar nur intraday mit kurzlaufenden Opitonen die dann natürlich nicht overnight aufgrund des hohen Zeitwertverfalls gehalten werden sondern vor Handelsschluß wieder geschlossen werden. Für den Freitag bieten sich da evtl. sogar die ES-Optionen an die auch am Freitag verfallen, obwohl am letzten Handelstag der Zeitwertverfall auch intraday extrem ist wenn die große Bewegung eben ausbleibt. Im intradaybereich würde ich auf jeden Fall so gut wie nie mit dem Future und der bekannten stopp-loss-Lösung zocken sondern immer mit diesen kurzlaufenden Optionen. Bei diesen Volatilitäten (V-Dax) kann zu wenig Action aber auch intraday zu Verlusten führen.

    Insgesamt ist der Handel mit Optionen aber viel ruhiger als ständig irgendwelchen Marken hinterherhecheln zu müssen. Mangelnde Disziplin sind die Hauptursache für mich gewesen warum der Ansatz anfänglich zwar profitabel war, es dann aber aus besagtem Grund gedreht hat. In die eine Richtung mehr gewinnen – bei gleicher Dax-Bewegung – als in die andere verlieren ist die Devise.

  43. Hari Seldon said:

    PS: Marco: das Spielen der derzeitigen Trading Range mit Straddles kann durchaus Sinn machen, solange die Trading Range eben hält. Im Vorfeld der „Walze“ Jackson Hole würde ich mich persönlich aber ungern vor die Walze stellen und abwarten ob sie mich überrollt. Es reicht doch dass heute nachmittag etwas durchsickert und *BUMM* und die Trading Range ist Geschichte. In meinen Augen ist Geduld im Moment die entscheidende Tugend !

  44. Hari Seldon said:

    @ Marco, der GAP kommt nur von dem was in Europa passiert. Wirklich aussagekräftig sind die US Futures erst wenn es an der Ostküste hell wird, also ab Mittags unserer Zeit. Ich halte heute einen starken Trendtag an der Wallstreet für möglich, würde da aber noch nicht zu viel hinein interpretieren. Ein echte Trend würde über Tage erhalten bleiben und das habe ich noch nicht gesehen.

    Vorsicht deshalb mit dem „jucken“ im Finger. Man gewinnt mehr am Markt, wenn man erste abwartet bis sich ein Trend etabliert hat und dann aufspringt. Die paar Prozent am Anfang kann man verschmerzen. Der Versuch klüger zu sein und schon vorher den Wendepunkt zu treffen ist von Glückstreffern abgesehen zum Scheitern verurteilt.

    Schau Dir doch diesen Absturz in den letzten Wochen an. Wäre es wirklich ein Problem gewesen erst beim Durchbrechen der 7000 nach unten massiv short zu gehen ? Wohl kaum oder, die paar Prozent vorher hätten den Kohl nicht fett gemacht. Und wie oft hat Dir während des Absturzes schon der Finger gejuckt und nun sind die Kurse noch tiefer ?

    Trends sind etwas sehr mächtiges, im Zeitalter der Algos sowieso. Um mit den Jedis zu sprechen:

    Geduld Du üben musst, junger Padawan ! 😉

  45. Hari Seldon said:

    @ Ramsi, am „günstigsten“ sind immer noch die grossen Händler wie ProAurum. Wobei günstig nicht das richtige Wort ist, „am wenigsten teuer“ wäre besser beschrieben. Denn die Spannen beim physischen Verkauf sind auch da heftig.
    http://www.proaurum.de/

    Die mit Abstand beste Methode war es bis 2010, einfach die 10€ Silbermünzen von der Bundesbank zu kaufen. Die hatten damals ca. 16-17g Silber und sind daher rein vom Materialwert derzeit mit über 15€ mehr wert als der aufgedruckte Nennwert ! 🙂 Diese geniale Möglichkeit hat die Bundesbank jetzt aber geschlossen, da die neuen Silbermünzen nur noch 10g haben und in Zukunft möglicherweise gar kein Silber mehr drin ist. Wenn Deine Eltern aber Glück haben, können Sie am freien Markt vielleicht noch ein paar ergattern denn die wenigstens kennen diesen Geheimtip. Das wäre dann mit Abstand die beste Methode Silber zu kaufen, zumal die Münze ja gleichzeitig offizielles Zahlungsmittel ist !
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gedenkm%C3%BCnzen_der_Bundesrepublik_Deutschland

  46. Ramsi said:

    Kann mir jemand sagen, wo ich zu einem fairen Preis physisches Silber kaufen kann, also z.B. in Form von Silberbarren?
    Meine Eltern würden sich gerne ein nicht-überhitztes Edelmetall zulegen – nur für den Ernstfall.

  47. Marco said:

    Hallo Hari,

    wie deutest du aufgrund deiner Indikatoren das derzeitge große Up-Gap in den US-Futures? Mich juckt es da immer in den Fingern das eine Weile laufen zu lassen um dann mit kurzlaufenden Optionen (ohne Stoppkurs!) short zu gehen. Bei der Entscheidung bez. Freitag scheinen mir Straddles eine interessante Wahl…

  48. Hari Seldon said:

    Das Buying on Weekness Signal von Freitag wurde am Montag wieder invalidiert.
    Bis heute Morgen hat es keine grössere Kaufwelle institutioneller Anleger gegeben. Es gibt bisher auch keine Indikation dafür, dass Infos zum Freitag schon in den Markt geleckt sind.

    Damit sind wir wieder im Niemandsland und müssen einfach abwarten. Geduld ist gefragt – nichts zu tun ist in diesen Tagen auch eine Entscheidung.

  49. Ramsi said:

    Lars, warum is die Börse heute wieder so gemein zu mir? 🙁
    Erst erwisch ich mit meinem SL auf den Cent genau den Tiefstkurs und als ich ein kleines anderes Invest wage, kracht die Hütte wieder nach unten.
    So … musste mal eben raus.

    • Lars said:

      Tja Ramsi, ich glaube mit diesem Schicksal bist Du in diesen Tagen nicht alleine 😉 StoppLoss Orders sind manchmal die beste Möglichkeit kurzfristig Geld zu verlieren. Und in einem solchen Markt wird es den Jungs ja auch leicht gemacht diese abzufischen. Das Spiel scheint auch in dieser Woche so weiter zu gehen…

  50. tantris said:

    Hallo Hari,

    Danke für die ausführliche Info. Finde ich sehr interessant.

  51. Hari Seldon said:

    @ Tantris, ja und nein.

    Die Frage ist immer ob es eine Nachricht ist die kurzfristig aus Daten erzeugt wird, wie zb Arbeitsmarktdaten – oder eine Entscheidung die von vielen Leuten intern hin und her gewogen wird, bevor sie dann verkündet wird.

    Im ersten Fall gelten die alten Regeln, Schwäche vor der Entscheidung bereitet den Boden für eine positive Überraschung. Und umgekehrt. Im zweiten Fall, wie bei der S&P Rating Entscheidung oder der FED, diskutieren aber vorher zu viele mit als das es geheim bleiben kann.

    Und auch richtig, wenn BigMoney weiss dass ein Katalysator kommt, versuchen sie zunächst noch die Herde in die Gegenrichtung zu treiben. Durch Analysten die noch Herabstufungen machen und zb in dem der Markt kurzzeitig unter eine wichtige Marke gedrückt wird um die ganzen Stops abzufischen und dann in die grosse Liquidität der poppenden Stops seine eigenen Käufe zu drücken. Insofern wäre ich nicht einmal überrascht, wenn wir heute oder morgen noch kurz unter S&P500 1100 schauen.

    Am Ende aber muss auch Big Money sich real am Markt positionieren und kann nicht nur darüber sabbeln. Und deswegen ist es so wichtig, dass man sich nicht von dem ganzen Gerede und von den Meinungen der ganzen selbsternannten „Gurus“ beeinflussen lässt, sondern die kalten, harten Marktdaten sprechen lässt und sich nur daran orientiert.

    Einer der Faktoren an denen man BigMoney erkennen kann ist dabei der sogenannte „Money Flow“. Man kann den sehr gut hier tracken.
    http://online.wsj.com/mdc/public/page/2_3022-mfgppl-moneyflow.html?mod=topnav_2_3000

    Wir hatten am Freitag einen deutlichen „Buying on Weakness“ Tag im S&P500 ! Das bedeutet, obwohl der S&P500 gefallen ist, hat das Volumen der Käufe über die Verkäufe überwogen, sprich grosse Orders waren Long ! Das ist einer der wichtigen „Big Money“ Indikatoren und hat perfekt die heutige Stärke vorhergesagt. Man sieht auch schön, wie die grossen Cashflow starken US Aktien ala IBM und CocaCola am Freitag in die Schwäche hinein von grossen Orders akkumuliert wurden.

    Umgedreht hatten wir im Gold (GLD) am Freitag ein starkes „Selling on Strenght“. Big Money verlässt also den Gold Trade im Moment.
    http://online.wsj.com/mdc/public/page/2_3022-mflppg-moneyflow.html?mod=topnav_2_3000

    Wenn das „Buying on Weekness“ diese Woche noch mehrmals passiert, wäre das so ein sachliches Signal. Man kann sich darauf nicht 100% verlassen, aber es ist ein wichtiger Indikator. Es gibt noch weitere in dieser Art, aber ich muss ja nun nicht alle Tricks sofort ausplaudern, sonst gibt es hier bald nichts mehr zu schreiben 😉

    Auf das Gerede in Medien sollte man ohne Frage gar nichts geben. Das weist uns wenn überhaupt in die Gegenrichtung.

  52. tantris said:

    Vorsicht ! Natürlich gibt es Insider, die mehr wissen als wir, so auch über die Pläne der FED. Ich habe aber schon oft beobachtet, dass vor guten Nachrichten der Trend erst mal nach unten ging und umgekehrt. Wäre ich Insider / Big Player und wüsste, dass die Aktien aufgrund einer Tatasache XYZ in die Höhe gehen werden, würde ich allen abraten, Aktien zu kaufen und zuraten zu verkaufen ! Warum ? Weil ich sie dann noch billiger bekomme …

  53. Hari Seldon said:

    PS: und noch etwas, damit es keine Missverständnisse gibt. Sollte der „Trendtrade“ sich dann am Montag nicht bestäigen, bin ich auch sofort wieder draussen ! Recht haben zu wollen ist an den Märkten tötlich, besonders im Moment.

    Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass es InfoLecks und Frontrunning zu Jackson Hole geben wird, kann diese Annahme nur dann funktionieren, wenn es innerhalb der FED auch einen konkreten Plan und eine konkrete Richtungsentscheidung geben wird auf die BigMoney dann aufsattelt. Und das wissen wir aber nicht. Keine Entscheidung innerhalb der FED ist für alle daher die schwierigste Situation und würde meine Trendfolge-Modell völlig invalidieren.

    Also bei aller Überzeugung für InfoLecks im Vorfeld: Vorsicht und grosse gedankliche Flexibilität ist im Moment die Mutter aller Fähigkeiten.

  54. Hari Seldon said:

    @ Ramsi, es gibt keine feste Marke dafür. Wenn es so weit ist, werde ich es wissen. Wenn sich also diese Woche ein Trend etabliert und ich Grund zur Annahme habe, dass der Trend von Big Money getragen wird (dazu gibt es Indikatoren) dann werde ich tatsächlich noch vor Jackson Hole teilweise auf den Trend springen.

  55. Ramsi said:

    Also darf ich das so verstehen, dass du dich mit begrenzten Beträgen positionieren wirst, falls der Dax in den nächsten 3 Tagen über sagen wir mal 5.700 Punkte steigt?

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