Author Archives: Lars

DAX – die Woche der Entscheidung

In der Wochenendausgabe unseres Newsletters haben wir folgenden Chart analysiert. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit wird der DAX wieder in den abwärts gerichteten Trendkanal zurückfallen nachdem es in der letzten Handelswoche nicht gelungen ist aus diesem Trendkanal nach oben auszubrechen. der kurzzeitige Anstieg über die Marke von 5.600 Punkten wurde sofort wieder abverkauft. Aus charttechnischer Betrachtung ist der Index damit nicht nur am Trendkanal abgeprallt, sondern hat auch das 50ger Fibonacci Retracement, bei aktuell 5594 Punkten, mustergültig getestet. Ein erneutes Abtauchen des Dax in den kommenden Tagen wäre somit die nun logische Folge.

Am heutigen Montag sind die Vorgaben nach dem relativ unspektakulären Verfallstag am Freitag erwartungsgemäß schwach. Die asiatischen Märkte befinden sich ebenfalls allesamt im Minus, und der Euro dürfte weiter korrigieren. Die erneut aufgeschobene Entscheidung des Bundestages über den Eurorettungsschirm, sowie das – vorsichtig formuliert –  eher unterkühlte Treffen der EU-Finanzminister mit ihrem US-Kollegen, Timothy Geithner am Wochenende dürfte heute Spuren an den Finanzmärkten hinterlassen. Weiterhin ist keine praktikable Lösung in Sicht, dafür scheint aber die politische Zerrissenheit bald einen neuen Höhepunkt zu finden. An eine globale Lösung ist nicht zu denken.

Aber es gibt auch durchaus berechtigte Hoffnungsschimmer in dieser Handelswoche. Am 20.und 21. September findet die nächste große FED Sitzung statt von der sich nicht wenige Anleger im Ergebnis eine erneute Lockerung der US Geldpolitik erhoffen. Sollte Ben Bernanke sich also ein weiteres Mal klar zu einer solchen Maßnahme entschließen, würde dies die Märkte sicherlich erneut befeuern, und die Indizes nach oben ausbrechen. Doch Vorsicht, nicht selten spielen die Börsen ein erwartetes, positives Ergebnis bereits im Vorfeld des eigentlichen Ereignisses durch, um dann die tatsächliche Nachricht bereits wieder zu verkaufen. Bleibt das Ereignis gar komplett aus ist das Endtäuschungspotenzial entsprechend groß.

Für den DAX dürfte dies eine weitere Woche der Entscheidung sein, man möchte fast „Schicksalswoche“ schreiben..Gelingt der Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend mit einem anschließenden Anstieg bis über den Trendwiderstand bei 5.783 Punkten so ist der Weg bis zu 6.000er Marke frei. damit könnte dann auch die Bodenbildung bereits abgeschlossen sein. Fällt der Index hingegen wieder zurück bis unter die Marke von 5.320 Punkten dürfte die Kreuzunterstützung im Bereich 5.136 bis 5.215 Punkte schnell wieder erreicht sein. Bislang bietet die runde Marke von 5.000 Punkten noch einen guten Halt. Richtig kritisch würde es erst bei einem nachhaltigen Unterschreiten der Marke bei 4.885 Punkten. Wir favorisieren (leider) das zweites Szenario, und gehen in der Folge von einem erneuten Test der Tiefststände aus.

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„Unsere“ Rettung wird immer teurer!

„Unsere“ Rettung wird immer teurer..Neuesten Berechnungen zufolge würden deutsche Steuerzahler mit bis zu 465 Milliarden Euro für Rettungsmaßnahmen der Eurozone haften. Sowohl die Deutsche Bank als auch der ifo Chef Hans Werner Sinn haben noch einmal Ihren Taschenrechner bemüht, und kommen zu diesem katastrophalen Ergebnis. Bis vor kurzem war noch von 400 Millarden Euro die Rede und man kann wohl davon ausgehen das die Summe bald weiter über die 5-hunderter Marke korrigiert wird. Wie immer bei solchen Planspielen zeigt die Erfahrung das die tatsächliche Summe dann noch einmal deutlich höher ist. Ich muss ganz ehrlich gestehen dass ich allmählich müde werde immer wieder über die ausufernden Prognosen der europäischen Misere zu berichten.

Im Klartext heißt dies, die Summe ist mir letztlich wurscht, weil ich immer noch daran glauben möchte das es dazu gar nicht kommen wird. Weil alles andere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem katastrophalen Ende führen wird, und weil schon heute die meisten Wirtschaftsgelehrten wissen, dass ein geordneter Rückzug, ohne Dominoffekt, Flächenbrand oder ähnliches, für nicht mal 20 Prozent dieser Summe erreicht werden kann. Ende September werden die Weichen für die Zukunft unseres Landes neu gestellt.. Heute möchte ich Ihnen einen Textauszug aus Halvers Kapitalmarkt-Moitor schicken, der die Sache einmal mehr treffend beleuchtet..

„Der Politik muss klar sein, dass das sogenannte „alternativlose“ Festhalten an der Euro-Mitgliedschaft Griechenlands überhaupt keine Gewähr dafür ist, dass der Dominoeffekt auf andere Länder verhindert wird. Denn mittlerweile ist die politische Skepsis gegenüber weiteren Hilfszusagen in den Staaten der Europäischen Union so groß, dass die Gefahr einer Ablehnung durch die Parlamente der Geberländer durchaus gegeben ist. Dann wäre ein politisches Ende der Eurozone kaum mehr aufzuhalten. Die Folgen an den Staatsanleihemärkten wären im Vergleich zum Austritt von lediglich zwei Ländern sicherlich weit schlimmer.

Wenn man an der fundamental klaren Erkenntnis nicht vorbei kommt, dass eine Staatsinsolvenz Griechenlands nicht zu vermeiden ist, dann sollte sich die Politik schnellstmöglich um einen sinnvollen Plan B kümmern, der verhindert, dass es in der Folge zu unkontrollierbaren Verwerfungen kommt. Anstatt kostspielige Garantieerklärungen für Staatsschulden nach dem Gießkannenprinzip, die ohnehin nicht fruchten, abzugeben, ist der Königsweg die gezielte Rekapitalisierung von denjenigen Banken, die bei einem Austritt von Euro-Ländern in Schieflage geraten.

Der Ausfall auch nur einer systemrelevanten Bank kann heute gravierendere Konsequenzen an den Finanzmärkten auslösen, als dies nach der Lehman-Pleite der Fall war. Ein Übergreifen auf die Realwirtschaft lässt schließlich ganze Volkswirtschaften in Schieflage geraten. Der negative Dominoeffekt auf weitere Euro-Länder wäre in Gang gesetzt. Genau diese Abfolge konnte z.B. in Deutschland beobachtet werden. Noch im Sommer 2008 strotzte die deutsche Volkswirtschaft vor lauter Kraft. Und ein Jahr später befand sich Deutschland in der schlimmsten Nachkriegsrezession..

..Die Euro-Politik steht jetzt vor der alles entscheidenden Frage, ob sie die Kraft für die Bankenrekapitalisierung aufbringt oder die bisherigen, wenig fruchtenden Rettungsaktionen fortsetzt. Allerdings sollte man sich schnell zügig um deren Umsetzung kümmern. Die Finanzmärkte werden das Zeitfenster nicht mehr allzu lange aufhalten.“

Oh Herr, lass es Hirn regnen!

Die besten Hypothekenzinsen für Ihre Immobilie

Immer wieder werde ich gefragt ob in diesen unsicheren Zeiten an der Börse nicht etwa eine Immobilie oder Gold die bessere Anlage ist, heute möchte ich kurz darauf eingehen, da das Thema offenbar aktueller ist denn je. Meine Einschätzung zum Goldpreis, und Gold als Inflationsschutz habe ich ja bereits mehrfach in letzter Zeit auf unserem Blog erwähnt, deswegen konzentriere ich mich heute auf das Thema eigen Immobilienkauf. Vorab möchte ich sagen, dass eine eigen genutzte Immobilie natürlich ein ganz wesentlicher Beitrag zur Altersvorsorge ist, den man anstreben sollte sofern es die persönlichen Einkommensverhältnisse zulassen. Ich persönlich halte aber nicht viel davon eine Immobilie nur aus dem vermeintlichen Sicherheitsgedanken heraus zu erwerben. Viel mehr sollte man sich beim Kauf bewusst sein das es sich um eine Anlage handelt die man über viele Jahre hinweg halten sollte, und die auch in schlechteren Zeiten einen monatlichen Kapitaldienst erfordert.

Wesentliche weitere Punkte für eine erfolgreiche Immobilienanlage sind die Eigenkapitalquote zum Zeitpunkt des Objektkaufs und natürlich die Hypothekenzinsen. Grundsätzlich sollte man mit einem Eigenkapital das unter 30% des Anschaffungspreises liegt vorsichtig sein, da dadurch die Zinslast meistens zu hoch ist, besser wären natürlich 50 Prozent. Heute befinden wir uns aber in der glücklichen Situation, bedingt durch die Finanzkrise, dass Bauzinsen immer noch sehr günstig sind, sodass das Eigenkapital durchaus auch etwas niedriger ausfallen kann. Oftmals sind es nicht die Bankberater der Hausbank die Ihnen den günstigsten Zins bieten sondern unabhängige überregionale Anbieter die sich auf genau diese Kreditform spezialisiert haben. Vergleichen lohnt sich also und kann nicht selten am Ende Ihrer Immobilienfinanzierung einen schönen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Eine sehr gute Aufstellung und schnellen Überblick über die aktuellen Hypothekenzinsen findet man bei Immobilien Scout 24. Hier lassen sich auch weitere nützliche Informationen wie beispielsweise ein Tilgungsrechner und allgemeine Informationen zur Baufinanzierung finden. Für alle anderen Kreditarten würde ich CHECK24 empfehlen. Letztlich sollte jeder Anleger selbst entscheiden welche persönliche Risikoneigung er hat und wie viel Geld seines Ersparten er in welche Anlageklasse stecken möchte. Aktien sind zwar das deutlich flexiblere Instrument jedoch, wie wir alle wissen, mit gewissen Risiken behaftet. Gold ist und bleibt für mich ein Geldaufbewahrungsmittel für die ganz harten Zeiten, die wir hoffentlich nicht erleben müssen. Und die Immobilie, sofern man selber darin wohnt, ist ein Ort der einem die nötige Ruhe und Geborgenheit bieten kann die man braucht um den täglichen Wirren des Lebens mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen…

Die Macht der Psychologie…

Die spannende Frage, die viele Anleger im Moment um treibt ist wohl die nach dem Punkt an dem wir uns momentan befinden. Sprich ist in Kürze mit der Beendigung der Korrektur zu rechnen, sind wir bereits wieder im Aufwärtstrend, oder geht der Abverkauf weiter? Hierzu möchte ich heute noch einmal ein Bild hier einstellen, dass ich bereits am 09. März 2009 veröffentlicht habe. Damals war meine Vermutung das wir uns gerade in Phase 8 befinden könnten absolut zutreffend, wie die folgenden Monate gezeigt haben. Die richtige Strategie ist gerade in solchen Börsenphasen das entscheidende Kriterium für Erfolg oder Misserfolg an den Börsen!


Das Bild oben zeigt das typische Verhalten eines Anlegers ohne eine Strategie die auch in schwierigen Börsenphasen Bestand hat. Ich würde hier heute gerne einmal eine Umfrage starten. An welchem Punkt sind wir jetzt? In welcher Phase befinden Sie sich wenn Sie ganz ehrlich zu sich selbst sind? Haben Sie Angst, sind Sie frustriert, oder gar schon wieder euphorisch und deutlich optimistischer als noch letzte Woche? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion um einen kurze Einschätzung abzugeben…Natürlich freue ich mich über möglichst viele Antworten, und werde am Ende auch bekannt geben wo ich uns alle gerade sehe…

Anlagenbauer Aixtron – war es das wirklich schon?

Die deutlich reduzierte Gewinnprognose von Aixtron hat den Markt gestern geschockt. Die Aktie des Anlagebauers aus Herzogenrath stürzte im frühen Handel um über 20 Prozent auf 10,46 Euro ab, konnte sich aber im weiteren Handelsverlauf wieder bis auf über 12,- Euro erholen. Bereits im Vorfeld dieser Meldung gab es seit Wochen immer wieder auffällige Kursbewegungen, was uns letztlich auch veranlasst hat uns vor einigen Wochen bereits aus dem Titel zu verabschieden. Immer wenn man Kursbewegungen bei einer Aktie nicht einschätzen kann, oder einem etwas auffällig vorkommt, ist äusserste Vorsicht angesagt, denn meist folgt die Nachricht, die eine vorher unerklärliche Schwäche bei einer Aktie erklärt, dann umgehend.

Einige Marktteilnehmer hatten bereits mit einer Umsatz-und Gewinnwarnung im Vorfeld gerechnet, was letztlich zu diesem Absturz führte war aber das tatsächliche Ausmaß der Warnung, und vor allem wohl auch der damit einhergehende Vertrauensverlust der Anleger. Nachdem von Unternehmensseite bis zuletzt andere Töne zu hören waren, dürften die meisten Anleger hier auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Man muss also davon ausgehen, dass der Umsatzeinbruch zumindest für die Führungsriege des Unternehmens nicht ganz so überraschend gekommen ist. Das Ziel für das kommende zweite Halbjahr wurde glatt halbiert. Man hatte zwar für den deutschen Maschinenbau mit einer Abflachung des Wachstums in dem kommenden Monaten gerechnet, die Vorgelegten Zahlen verdienen aber wohl eher das Prädikat „Einbruch“.

Aixtron hatte gestern mitgeteilt, das angepeilte Umsatz- und Margenniveau für 2011 nicht zu erreichen sei. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von 600 Mio bis 650 Mio EUR bei einer EBIT-Marge von 25% bis 30%. Zuvor hatten die Aachener noch mit Erlösen von 800 Mio bis 900 Mio EUR und einer operative Marke von 35% gerechnet. Letztlich würde dies bedeuten, dass sich der zu erwartende Gewinn von ca 315 Mio Euro im Worst Case auf 150 Mio Euro reduzieren würde. Ungeachtet dessen bewegt sich Aixtron in einem Markt, der gerade erst am Anfang eines lang anhaltenden Booms für LEDs stehen sollte. Das Unternehmen muss nun aber offensichtlich sehr aufpassen, das es Ihm nicht ähnlich ergeht wie den Solaranlagenbauern. Marktanteile könnten auch in diesem Segment mehr und mehr an die Chinesen, und andere aufstrebende Nationen verloren werden. Noch können die Herzogenrather in diesem Markt ganz vorne mitspielen. Deswegen sollte man als Anleger in den kommenden Monaten die Umsatzentwicklung, vor allem aber die Verteilung der Marktanteile genauestens im Auge behalten.

Charttechnisch hat sich das Bild bei der Aktie natürlich nach dem gestrigen Kursrutsch deutlich eingetrübt.

Notierte die Aixtron Aktie noch zum Jahreswechsel bei ca 33,- Euro, hat der Titel inzwischen knapp zwei Drittel an Wert eingebüßt. Grundsätzlich ließe dieses Faktor also genug Spielraum für eine kräftige Erholung. Dennoch gehe ich persönlich nicht davon aus, dass dies in naher Zukunft passieren dürfte. Viel mehr kann ich mir einen baldigen erneuten Test der letztem Unterstützung bei 10,50 Euro vorstellen. Eine weitere unterstützende Marken wäre bei 9,30 Euro zu finden, sollte auch die runde Marke von 10,- Euro noch unterschritten werden. Die nächste deutliche Marke liegt dann erst wieder bei ca 7,50 Euro.

Wie man auch in obigem Chart sehen kann dürfte der jetzige Widerstand bei 12,50 Euro eine gewichtige Rolle spielen. Gelingt es, den Aktienkurs in einem weiterhin freundlichem Börsenumfeld, wieder über diese Marke zu hieven, könnte das Schlimmste verhindert werden. Bricht der Markt erneut ein, wird sich auch die Aixtron Aktie dieser Entwicklung nicht entziehen können. Die Aktie befindet sich in einem intakten Verkaufssignal und ist technisch gesehen nicht überverkauft! Nicht vergessen sollte man auch das bei einem deutlich gesunkenen Umsatz und einem nahezu halbierten Gewinn die Kostenstruktur des Unternehmens erste einmal die gleich bleiben wird, bzw. sich nur allmählich den neuen Bedingungen anpassen lässt…

Hexensabbat – DAX vor wichtiger Entscheidung?

Gestern musste man sich, bei der Betrachtung des Dax-Verlaufes, teilweise verwundert die Augen reiben. Bereits den zweiten Tag in Folge gelang es dem deutschen Börsenbarometer nun wieder deutlich stärker zu performen als die amerikanischen Indizes. Grund für den gestern erneut fast senkrechten Anstieg waren aber nicht etwa fundamental neue Erkenntnisse über den Zustand der Wirtschaft oder gar nachhaltige Neuerungen in Sachen Euro-Krise, sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, dass die Notenbanken sich zu einer konzentrierten Aktion entschlossen haben die Banken mit frischen Dollars in unbegrenzter Höhe versorgen zu können.

Gestern war ebenfalls der Tag an dem sich die Lehman Pleite zum dritten Mal jährte, und auch damals wurde ähnliches beschlossen um das Schlimmste zu verhindern. Der Grund warum also die Börsen gerade jetzt in den Party Modus übergehen bleibt mir etwas im Verborgenen. Letztlich heißt diese Maßnahme wohl nichts anderes als das man Institute, die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen, erneut bei der Beschaffung frischen Kapitals unterstützen muss. Die getroffenen Maßnahmen zeigen in welch grottenschlechtem Zustand die europäischen Banken sich offensichtlich befinden und welcher Vertrauensverlust ihnen weltweit erneut entgegen schlägt.

Genau genommen stehen wir im Gegensatz zu 2008 sogar deutlich schlechter da. Denn jetzt hat die EZB ein 140 Mrd. Dollar Problem an der Backe, die Schuldenlast zieht manche Staaten noch deutlicher als vorher nach unten, und auch die USA haben Ihr Pulver weitestgehend verschossen. Heute reist Timmothy Geithner an und will mit den führenden Häuptern über weitere Möglichkeiten reden die aktuelle Euro Krise zu bewältigen, von der eigenen Krise in den USA soll aber wohl keine Rede sein. Wir drehen uns also weiterhin fröhlich im Kreis, und schieben uns gegenseitig die Schuld für die Misere in die Schuhe.

Es ist schon beeindruckend was die Politiker in den letzten drei Jahren fundamental so alles NICHT bewegt haben! Das marode Bankensystem wurde nicht ansatzweise so reformiert wie wir es für die Zukunft unserer Kinder gebraut hätten, gleiches gilt für die EU Verträge. Letztlich steht zu befürchten das die Verantwortlichen in Berlin und Brüssel, in Ihrer ganzen Verzweiflung, es wohl doch noch hin bekommen könnten und dem völlig falschen ESM bzw. ESFS zustimmen. Was das Problem nicht lösen, sondern verzögern, und im Gegenteil noch deutlich verschlimmern wird. Dann wäre jeder europäische Staat wohl unwiderruflich, und bis zum bitteren Ende an die anderen Staaten der Währungsunion gekettet.

Natürlich würde eine solche Maßnahme erst einmal eine neue Kursrallye auslösen, die uns Anlegern eine wieder heile Welt vorgaukelt. Wir werden uns dann alle kurzzeitig wieder in Sicherheit wiegen, und auf momentan völlig absurde Richtwerte wie Fundamentaldaten, Gewinnprognosen, Charttechnik und ähnliches bei unseren Investments achten. Dementsprechend gebe ich auch zu bedenken, dass der wundersame Kursaufschwung an den Börsen nur von kurzer Dauer sein könnte. Nicht etwa weil Aktien nicht teilweise schon viel zu günstig sind, sondern nach wie vor wegen der offensichtlichen politischen Uneinigkeit von Nationen die eine Einheit bilden sollten, davon aber weiter entfernt sind als je zuvor.

Fundamental betrachtet ist der DAX so günstig wie lange nicht mehr oder noch niemals zuvor. So genau weiß das im Moment niemand! Dennoch ist immer noch zu viel Optimismus im Markt um eine Korrektur wirklich final abzuschließen. Hinzu kommt noch, dass auch aus charttechnischer Sicht keineswegs Entwarnung gegeben werden kann. Heute ist Hexensabbat, sprich großer Verfallstag, und damit ab Mittags mit deutlichen Kursbewegungen zu rechnen. Insbesondere nach einem Anstieg von 600 Punkten in der Spitze sollte der DAX von Turbulenzen nicht verschont bleiben. Fällt der Index wieder nachhaltig unter 5.550 Punkte droht der nächste Kursrutsch. Spannend dürfte es dann lediglich sein zu beobachten an welchem Punkt er sich dieses Mal fangen kann, und welche Schlüsse man daraus ziehen sollte…

Goldreserven als Pfand…Warum nicht?

Bis heute frage ich mich persönlich warum unsere Kanzlerin, im Falle einer „Rettung Griechenlands“ oder Unterstützung Italiens und Portugals, strikt gegen den kürzlich gemachten Vorschlag von Arbeitsministerin von der Leyen ist, dass Länder denen wir ja angeblich nur vorübergehend etwas unter die Arme greifen wollen, uns Ihre teilweise enormen Goldreserven als Sicherheit hinterlegen müssen?!? Diesem Thema haben wir uns auch kürzlich in unserem Börsenbrief angenommen. Der Anteil der Devisenreserven in Gold liegt beispielsweise in Italien bei stolzen 71,9 Prozent oder 2.451,8 Tonnen, ebenso wie in Portugal mit 84 Prozent oder 382,4 Tonnen und auch Griechenland mit 78,80 Prozent oder 111,4 Tonnen Gold. (Quelle: Wikipedia)

Die Goldreserven – Ein Pfand mit der Option diesen jederzeit gegen entsprechende Rückzahlungen wieder auslösen zu können, wäre ein faires Geschäft für beide Seiten, und würde letztlich wohl auch die Steuerzahler überzeugen, dass das eingesetzte Kapital zumindest nicht völlig ohne Sicherheiten investiert wird. Im Umkehrschluss hießt dies aber auch das jeder weiter Euro den wir ohne klares Konzept, und ohne entsprechende Sicherheit in die Rettung Griechenlands stecken ein verlorener Euro sein wird.

Für die kommenden Generationen wird es einen wesentlichen Unterschied machen ob diese Krise nun mittels einem geordneten und freiwilligen Austritts Griechenlands (und evt. Portugals) aus der Eurozone wirklich beendet wird, oder ob letztlich am Ende eines langen Leidensweges für alle Beteiligten ein Finanz Tsunami das gesamtem Finanzsystem zum Neustart zwingt. Natürlich würde der Austritt eines Landes aus der Währungsunion auch zu Verwerfungen an den Kapitalmärkten führen, diese sollte aber eher kurzzeitiger Natur sein. Letztlich werden die Finanzmärkte einen solchen Schritt wohl mit deutlichen Aufschlägen honorieren. Auch die Griechen dürften langsam ein ernsthaftes Interesse an einem Austritt haben um eine unkontrollierte Pleite des eigenen Landes zu vermeiden.

Moody`s bringt Deutsche Bank und Commerzbank erneut unter Druck

Die Ratingagentur Moody’s hat, wie bereits gestern schon vom Markt befürchtet, die  französischen Großbanken Credit Agricole sowie Societe Generale heruntergestuft. Begründet hat die Ratingagentur die Herabstufung vor allem mit den starken Engagement französischer Geldinstitute in Griechenland. Bei der dritten französischen Großbank, der BNP Paribas, will Moody’s das Rating in Kürze ebenfalls überprüfen. Dies dürfte heute einmal mehr Druck auf die Aktienkurse europäischer Banken ausüben, und den Gesamtmarkt belasten. Insbesondere nach dem ersten deutlichen Erholungstag des Bankensektors gestern, mit Kursgewinnen von teilweise fast zehn Prozent, ist das aktuelle Rating von Moodys einmal mehr ärgerlich für Anleger, und kommt damit erneut zu einem völlig falschen Zeitpunkt.

Dementsprechend wird auch der DAX heute wieder um knapp ein Prozent tiefer  zur Eröffnung erwartet. Die Vorgaben aus Asien waren ebenfalls nicht sehr hoffnungsvoll. Belastet von den Sorgen um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, und den dort ebenfalls abgebenden Bankenwerten, notieren die asiatischen Börsen allesamt im Minus. Der deutliche Rebound der Deutschen Bank Aktie am gestrigen Handelstag dürfte damit vorerst wieder beendet sein, ebenso wie die Kurserholung bei der Commerzbank Aktie, die im vorbörslichem Handel bereits wieder in Richtung 1,50 Euro tendiert. Die Herabstufung der französischen Banken wurde von vielen Marktteilnehmern bereits erwartet, bleibt also abzuwarten ob die negative Stimmung für Bankentitel heute anhalten wird.

Zusätzlich belasten heute Gerüchte dass die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens, wegen verfehlter Sparziele, herabstufen könnte die Märkte. Derzeit wird Spanien von Fitch noch mit der Bewertung „AA+“ und damit der zweitbesten Bewertung eingestuft. Trotz aller negativer Vorgaben für die Branche hat der gestrige Handelstag aber auch gezeigt wie hoch das Erholungspotenzial des Finanzsektors im Falle eines wieder drehenden Marktes sein könnte. Banken- und Versicherungswerte dürften, neben den zyklischen Werten, die nächste Erholung anführen, und den geduldigen Anlegern, die auf die richtige Gelegenheit zum Einstieg gewartet haben dann deutliche Gewinne bescheren. Noch ist es wohl nicht soweit, aber die beiden deutschen Banken sollten in den kommenden Tagen intensiv beobachtet werden…

Die Idee Euro und ein Untergang auf Raten

Auch die vergangene Woche brachte, wie von uns erwartet, keine entscheidende Wende an den Finanzmärkten. Barack Obama konnte mit seiner Rede zu dem geplanten Konjunkturpaket über insgesamt 450 Milliarden Dollar offenbar wenig überzeugen. Anleger weltweit befürchten dass auch dieses Maßnahmen-Paket durch die Republikaner abgeschmettert wird. Obama hat an zuletzt deutlich politischen Einfluss eingebüßt, und wird es schwer haben bis zu den kommenden Wahlen noch weitreichende Veränderungen durchzusetzen. Letztlich werden wir also warten müssen ob Ben Bernanke die US Märkte mit einem neuen Stimulus für die Finanzmärkte überraschen kann, bis dahin werden die Märkte weiterhin sehr nervös und extrem volatil bleiben.

Die Nachricht der Woche aber wahr der spontane Rücktritt des EZB Chefvolkswirts Jürgen Stark. Mit ihm schmeißt nun schon der dritte deutsche Vertreter in der EZB hin, und bringt damit erneut die Börsen unter Druck. Letztlich dürfte Stark wohl wegen mangelnder Unterstützung aus Berlin das Handtuch geworfen haben. Das mag zwar persönlich verständlich sein, aber letztlich ist es doch schade dass die Zahl der Entscheider im Euroraum mit einem gewissen wirtschaftlichem Weitblick immer kleiner wird, und die Gefahr eines politischen und wirtschaftlichen Verfalls der Eurozone dadurch weiter gestiegen ist.

Nach Bundesbank-Chef Axel Weber und Herrn Issing geht nun also auch Jürgen Stark. Offensichtlich sind die deutschen Vertreter in der EZB nicht bereit die dortigen Praktiken mit zu tragen. Konkret ging es immer wieder um die Ankäufe von Staatsanleihen maroder Staaten, einer Handlung die nicht in den Statuten der Europäischen Zentralbank verankert ist. Die EZB droht sich somit zu einer „Bad Bank“ Europas zu entwickeln, dies wollte auch Stark so anscheinend nicht hinnehmen. Zwar wurden für den Rücktritt offiziell private Gründe angegeben, glaubhaft ist dies in der jetzigen Situation aber nicht! Jürgen Stark war immer gegen den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB, und hat sich während seiner Amtszeit massiv für die Stabilität des Euros eingesetzt.

Zuletzt kaufte die Europäische Zentralbank sogar italienische Papiere ohne einen triftigen Grund, was letztlich, wie auch in den anderen Fällen, einer Belohnung der Verfehlungen dieser Länder gleichkommt. Nun hat auch Stark aufgegeben, da er offensichtlich nicht mehr bereit ist die Fehlentscheidungen der europäischen Politik im Allgemeinen und der EZB im Speziellen mit zu tragen. Die offensichtliche Uneinigkeit Europas stürzt die EZB zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in eine erneute Krise, und somit auch den Euro. Dieser fällt weiterhin wie ein Stein und markiert heute ein 10-Jahres-Tief gegenüber dem Yen…Wie es beim Euro weitergehen könnte lesen Sie bitte hier…

Das Vertrauen in die europäische Währung und in eine gemeinsame und nachhaltige Wirtschaftspolitik hat seit letzter Woche somit erneut schweren Schaden genommen. Die deutschen Vertreter scheiden reihenweise aus den führenden Gremien der Währungsunion aus, und dass obwohl Deutschland doch den Karren für alle aus dem Dreck ziehen soll. Das kann nicht funktionieren! Am Wochenende wurde dann zusätzlich noch bekannt dass der Chef der Euro Gruppe, Jean Claude Juncker,  sein Amt zur Verfügung stellen will, da er der Meinung ist dass das Krisenmanagement in der Eurozone nicht mehr nebenamtlich zu machen ist. Ab Oktober soll der umstrittene Italiener Mario Draghi die Nachfolge von Jean Claude Trichet antreten. Alles keine unbedingt beruhigenden Perspektiven für die Märkte.

Als trauriges Fazit von meiner Seite bleibt, dass die politische Krise in Europa offenbar viel tiefer gehend ist als wir alle bereits angenommen hatten. Ich halte den Rücktritt von Jürgen Stark für ein Ereignis mit deutlicher Signalwirkung, und gehe davon aus, dass der Markt dies in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich einpreisen wird.  Ebenso wie auch die neuesten Nachrichten aus dem Krisengebiet Griechenland, die nicht gerade zuversichtlich stimmen. Das Land hat kürzlich mitgeteilt, dass die Schuldenproblematik nicht zu lösen ist. Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 7,3 Prozent eingebrochen, die Schulden des Landes werden nicht sinken sondern voraussichtlich im Jahr 2011 um vier bis fünf Prozent steigen. Die Verzinsung für einjährige Staatsanleihen Griechenlands liegt inzwischen bei sagenhaften 96Prozent. Damit werden kurz und knapp zwei Dinge klar, Griechenland ist faktisch bankrott und auch nicht mehr zu retten.

Der Markt preist den wahrscheinlichsten Ausgang der griechischen Tragödie in Form einer nun unkontrollierten Pleite des Landes bereits jetzt voll ein, und rechnet innerhalb der nächsten 12 Monate (eher wohl deutlich weniger!) mit diesem Ereignis. Dennoch halten manche Politiker immer noch krampfhaft an einer Rettung des Mittelmeer-Staates fest, und sind bereit „unser“ Geld ohne Aussicht auf Erfolg, weiterhin in einem großen schwarzen Loch zu versenken, um Zeit zu gewinnen. Zeit wofür fragt man sich?? Ein geordneter und freiwilliger Ausstieg Griechenlands würde bei weitem nicht soviel Schaden angerichtet als das was jetzt wahrscheinlich kommen wird. Wiedermal…!

Bleibt nur zu hoffen das es den führenden Köpfen in Europa doch noch kurzfristig gelingen wird sich von der romantischen Vorstellung eine ewig währenden Liebesbeziehung aller europäischer Staaten zu lösen. Beziehungen scheitern, aus mangelnder Liebe oder weil einer der Partner betrogen hat, manchmal auch am Geld. Treffen alle drei Gründe zu ist spätestens dann eine Trennung unvermeidlich! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche. Bleiben Sie weiterhin vorsichtig, das dicke Ende kommt wohl noch, denn die Märkte werden den Druck auf die Politik so lange aufrecht erhalten bis die richtigen Entscheidungen getroffen werden!

VW-Porsche-Fusion wird verschoben – Vollbremsung mit Folgen!

Volkswagen und Porsche haben die Fusionspläne bis auf weiteres auf Eis gelegt. Heute wurde per Pflichtmitteilung von Porsche mitgeteilt, dass die Porsche SE und die Volkswagen AG sich bislang bezüglich der Rahmenbedingungen für eine Verschmelzung der beiden Konzerne weiterhin nicht einigen können. Insbesondere das mögliche Umtauschverhältnis scheint auch nach den neuesten Gesprächen weiterhin einer der strittigen Punkte zu sein, da eine Bewertung der Porsche SE zum momentanen Zeitpunkt offensichtlich nicht möglich ist. Hintergrund dafür sind die noch immer bestehende juristische Hürden, wie beide Autobauer am Donnerstagabend mitteilten.

Investoren in den USA fordern weiterhin Schadenersatz in Milliardenhöhe, und die Staatsanwaltschaft ermittelt in Deutschland gegen frühere Porsche-Manager. Die möglichen Risiken aus diesem Dilemma will der künftige Mutterkonzern aus verständlichen Gründen nicht tragen. Noch vor Kurzem aber war vom Mutterkonzern zu hören, dass man die Rahmenbedingungen für die Verschmelzung bis zum 31.12.2011 festgezurrt haben will. Der plötzliche Rückzug des ursprünglichen Planes stimmt nachdenklich, und sollte Anleger aufhorchen lassen, insbesondere die direkten Auswirkungen.

Zwar halten beide Konzerne trotz der Verzögerungen an der geplanten Fusion fest, die juristischen Probleme des Sportwagenbauers, sowie die daraus resultierende Verzögerung, führt aber zunächst zu einer nicht liquiditätswirksamen Anpassung der Bewertung der zwischen den Unternehmen vereinbarten Put- und Call-Optionen auf die bei der Porsche SE verbliebenen 50,1 % der Anteile an der Porsche Zwischenholding GmbH. Aufgrund eines buchhalterischen Effekts erwartet Porsche nun trotz einer weiterhin positiven operativen Entwicklung im Automobilgeschäft ein negatives Konzernergebnis für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2011!

Die Porsche Aktie dürfte heute einer der größten Tagesverlierer werden!

Weitere Turbulenzen im Dax und S&P zu erwarten – Krisenschutz mit den richtigen Aktien

Aus unserem letzten  Börsenbrief: Mit der erneuten Schwäche des US Marktes am Freitag wurden alle Kaufsignale wieder negiert. Insbesondere bei einigen BlueChips hat sich dieser letzte Handelstag der Woche extrem negativ ausgewirkt. Aus kurz zuvor generierten Kaufsignalen wurden umgehend wieder Verkaufssignale.  Somit befinden wir uns nun erneut wieder im charttechnischen Nirwana ohne klare Richtung, allerdings nun wieder mit deutlich negativer Tendenz. Die alte Tradingrange im S&P  zwischen 1100 – 1185 im S&P500 ist nun wieder aktiv, und es ist davon auszugehen, dass die technische Gegenbewegung in den USA bereits zu Ende sein könnte. Für den DAX heißt dies, nachdem der Index von der Erholung nahezu gar nicht profitieren konnte, dass hier nun weiteres deutliches Abwärtspotenzial besteht. Man sollte nicht verwundert sein, wenn das deutsche Börsenbarometer noch in diesem Jahr die 5.000 Punkte Marke deutlich unterschreitet.

Natürlich sind auch zwischenzeitliche Erholungen jederzeit möglich. Die Marktteilnehmer warten weiterhin gespannt auf das nächste Treffen der FED am 20. und 21. September. Nach den zuletzt katastrophalen Arbeitsmarktdaten, und einem historisch niedrigem Verbrauchervertrauen gehen nicht wenige Marktbeobachter davon aus, dass Ben Bernanke nun fast schon gezwungen sein könnte demnächst wieder die große Gelddruckmaschine an zuschmeißen. Das US Konsumentenvertrauen befindet sich inzwischen auf dem Tiefpunkt der letzten 25 Jahre und somit noch deutlich unter dem Niveau der Lehmann Pleite. Die FED könnte also mit einem QE3 Programm oder ähnlichem kurzfristig für Linderung sorgen. Langfristig wird aber auch diese Maßnahme das eigentliche Problem nicht lösen können, wie wir alle bereits wissen.

Ich persönlich bin noch nicht ganz davon überzeugt das wir in der kommenden FED-Sitzung etwas wirklich Konkretes hören werden. Viel mehr wird der FED Chef einmal mehr versuchen mit irgendwelchen Floskeln weiterhin Zeit zu gewinnen, und die Hoffnungen aufrecht zu halten. Wie auch die letzten Male könnte Ben Bernanke versuchen alles Weitere so zu verkaufen dass es vom Markt positiv aufgenommen wird. Ob dies allerdings erneut gelingen kann ist fraglich, auch wenn der Amerikaner darin offensichtlich deutlich geschickter ist als europäische Politiker. Bernanke sprach von weiteren Konjunktur stützenden Instrumenten, diese wird er nun zumindest konkretisieren müssen. Liefert die FED auch dieses mal nichts handfestes dürfte sich das sehr negativ auf die Märkte auswirken, und könnte einen weiteren Abwärtsschub auslösen.

Auch die Rede von Barack Obama am kommenden Donnerstag dürfte ein Ereignis sein auf das der Markt kurzfristig wetten könnte. Obama will den US Arbeitsmarkt reformieren und bis zu einer Million neue Arbeitsplätze schaffen. Die Rede wird mit Spannung erwartet, allerdings muss der US Präsident wohl schon ein ganz besonderes weißes Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, da die Republikaner mit hoher Wahrscheinlichkeit versuchen werden diesen Plan massiv zu torpedieren. Wie wir in den letzten Wochen gesehen haben reicht Obama keine gute Idee mehr um etwas zu bewegen, nachdem die Mehrheit im Parlament verloren ging. Ebenso wie Europa muss sich die USA aus dem politischen Stillstand befreien und das Machtgerangel auf Kosten der Allgemeinheit beenden. Erst dann können Reformen auch sinnvoll umgesetzt werden, und wieder positive Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben!

Insgesamt bleibt die Stimmung am deutschen Aktienmarkt weiterhin sehr nervös. Morgen wird bedingt durch den Labour Day, ein Tag ohne Handel an den US Börsen sein. Somit wird es interessant sein zu sehen, wie sich der DAX ohne die Amerikaner, und nach wirklich schlechten Vorgaben, schlagen wird. Ich gehe davon aus das die Unterstützung bei 5.400 Punkten oder gar 5.350 Punkten noch einmal getestet wird. Der weitere Weg des Deutschen Leitindex ist somit sehr ungewiss. In jedem Fall dürfte der September 2011 ein bedeutender Monat werden. Die unglückliche Debatte um die Verabschiedung des zweiten Rettungspakets im Bundestag, die weitere Diskussion über die Lösung der Euro-Krise, und die offensichtliche Uneinigkeit der Regierungen im Euroraum, sowie das Notenbanktreffen der Fed und die Rede Obamas werden die Masse der Anleger weiterhin abwartend agieren lassen. Seit dem Wahlergebnis in Mecklenburg Vorpommern gestern ist auch ganz offensichtlich klar geworden was das deutsche Volk von der Handlungsunfähigkeit der aktuellen Regierung hält…

Ebenfalls mit weiterhin deutlichen Bewegungen muss man wohl am Devisenmarkt rechnen. Der Euro zeigte zuletzt deutliche Schwäche, was anhand der politischen Verwerfungen auch nicht weiter verwunderlich ist. Hierzu möchte ich Ihnen heute einen Langfrist-Chart Euro/Dollar aus einem amerikanischen Blog präsentieren, den ich durchaus sehr aussagefähig finde. Sollte es Europa nicht gelingen wieder Vertrauen für den Euro zu schaffen, und die amerikanischen Investoren zurück in den DAX zu „locken“, halte ich das unten gezeichnete Szenario für sehr wahrscheinlich. Ein Kursverfall gegenüber dem Dollar bis hin zu Parität könnte die Folge sein.

Zum Abschluss noch ein erneuter Hinweis auf den einzigen echten Bullenmarkt im Moment. Nicht nur Gold/Silber sind heute wieder um 3 bzw 4% gestiegen, sondern auch die Minen haben einen eindeutigen Ausbruch aus einer monatelangen Konsolidierung vollzogen. Während ich bei Gold immer noch von einer baldigen Korrektur ausgehe erscheinen einige Minenwerte jetzt durchaus interessant zu sein. Das ist zusätzlich eine hervorragende Möglichkeit seine sonstigen Aktienpositionen zu hedgen, und die Verluste in einem weiter fallenden Markt zu kompensieren. Lesen Sie dazu bitte auch die kürzlich im Blog erschienenen Artikel, zu Rohstoff- und Krisenaktien, in denen wir unserem Lesern interessante Aktien vorgestellt haben. Zusätzlich haben wir Über fundamental günstige High-Tech Schwergewichte berichtet, ebenso wie hochinteressante, internationale Spezialwerte.

Auch die letzten Insidertransaktionen können aber ein guter Hinweis darauf sein bei welchen Aktien kurzfristig mit einem Rebound zu rechnen ist. Es bleibt dabei, in dieser Martphase muss man extrem schnell reagieren, und ständig bereit sein die Meinung und Sichtweise der Dinge spontan zu ändern. Wir haben uns nun ebenfalls entschieden vorerst nur noch kurzfristig zu agieren. Insbesondere die Bankenaktien sind im Moment als hochspekulativ einzuschätzen. Wer hätte das noch vor wenigen Monaten von einer Deutschen Bank Aktie gedacht…?

Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche Börsenwoche und stets die richtigen Entscheidungen! Wenn auch Sie in Zukunft von unserem kostenlosen Börsen Newsletter profitieren wollen melden Sie sich bitte jetzt hier unverbindlich an!

Die Finanzkrise mal ganz anders erklärt…

Einige von Euch werden das schon kennen, ich fand es aber wirklich witzig. Auch wenn es einen ähnlichen Ansatz bereits vorher gegeben hat, Chin Meyer bringt das Thema einfach gut und transparent rüber 🙂 An Tagen wie heute kann sicherlich jeder eine kleine Aufmunterung gebrauchen.

Schönes Wochenende Euch allen!

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