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Wird die DAX Talfahrt heute gebremst?

Nur ganz kurz am Morgen ein paar Beobachtungen zur aktuellen Situation. Die US Indizes haben auf Tagestief geschlossen wobei sich der Abverkauf gegen Handelsende noch einmal beschleunigt hat. Das waren wirklich keine guten Vorzeichen für den heutigen Handelstag wenn auch einige Faktoren nun erfüllt sind die zumindest die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Märkte aufkeimen lassen. Der S&P 500 ist gestern bis auf seinen letzten Tiefstand bei 1.248 Punkte abgetaucht. Das war mein persönliches Worst Case Szenario dennoch hatte ich gestern einen sehr unruhigen Abend da ich nicht ganz davon überzeugt war das der Kursverfall hier nun wirklich stoppen könnte. Sehen Sie dazu folgenden Chart der zeigt das der S&P nun bereits zum dritten mal abgetaucht ist dann aber letztlich wieder nach oben gedreht hat. Die Marke von 1.250 Punkte hat also eine sehr große Bedeutung für den weiteren Verlauf der Börsen in den kommenden Tagen.

Heute Morgen steht der S&P Future immer noch ungefähr da wo er gestern gegen 22 Uhr aus dem Handel ging was ich zunächst positiv werten würde, da ich schon einen erneuten Rutsch über Nacht auf 1.235 Punkte befürchtet hatte. Sollte dies also so bleiben besteht eine gute Chance auf eine Stabilisierung der US Märkte auf diesem niedrigen Niveau. Die asiatischen Märkte haben inzwischen ebenfalls deutlich nachgegeben. Bis auf den Shanghai Composite notieren alle Indizes im Minus – wen wunderts? Sollte der S&P Future allerdings heute im Tagesverlauf weiter nach unten drehen ist höchste Vorsicht geboten.

Für den Dax heißt das wohl das er nicht – wie ich gestern Abend noch erwartet habe heute bei 6.500 Punkten notieren wird – auch das war mein absolutes Worst Case Szenario – sondern sich zunächst knapp über der Marke von 6.700 Punkten stabilisieren kann. Nachdem der Dax dem S&P in den letzten Tagen im negativen Sinne „vorausgelaufen“ ist und die Verluste in den US Indizes bereits vorweg genommen hatte würde wohl schon eine leichte Gegenbewegung des Future dafür sogen das der Deutsche Leitindex zumindest die Marke von 6.800 Punkten zurückerobern kann. Halten die besagten Marken nicht geht es sehr schnell auf 6.500 Punkte runter.

Fazit: Um auf eine Rebound zu setzen ist es vielleicht noch zu früh, allerdings würde ich auf diesem Niveau auch nicht mehr meine soliden Langfrist-Aktien verschleudern. Wie ein Kommentator auf Investors Inside gestern so schön bemerkt hat. „Die Firmen die hier zum Teil 10-20% verloren haben sind immer noch die selben“ Grundsätzlich gilt: Es bringt nichts sich von der allgemeinen Panik anstecken zu lassen, der Markt ist deutlich überverkauft und eine Gegenbewegung längst überfällig!

..und auf einmal ist alles wieder anders!

Die Börse ist schon ein launisches Wesen…sah es gestern Morgen noch so aus, als ob die Märkte nun nach oben ausbrechen könnten passierte am Abend genau das Gegenteil. Erneut waren es die schwachen US Konjunkturdaten, die diese Wende verursacht haben. Schwache Daten von der US-Industrie und ein überraschend schlechter Einkaufsmanagerindex zogen Dow-Jones, S&P und Co. um mehr als zwei Prozent in die Tiefe. Insbesondere die schwäche am Arbeitsmarkt beunruhigte die Anleger. Der Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP berichtete gestern, dass die Zahl der neu geschaffenen non-farm Arbeitsplätze in den USA statt den erwarteten 178.000 neu geschaffene Stellen lediglich 38.000 betrug.

Kurz darauf wurde der ISM Herstellungsindex/Einkaufsmanagerindex veröffentlicht, der ebenfalls unter den Erwartungen lag. Letztlich sollte man diesen Einbruch vielleicht nicht über bewerten, da es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich nur um eine vorübergehende Schwäche handelt, die mit der Atomkatastrophe in Fukushima zusammenhängen dürfte. Nichts desto trotz befürchten nun die meisten Marktteilnehmern, dass die offiziellen Arbeitsmarktdaten die am Freitag veröffentlicht werden ebenso schlecht sein werden. Die ADP-Daten dienen gern als Indikator für die zu erwartende Tendenz. Zwar gab es hier in der Vergangenheit dann doch noch positive Überraschung, aber man sollte wohl momentan nicht darauf setzen…

Gestern Morgen präsentierte sich ebenfalls der Euro mit einem EUR/USD Wechselkurs von über 1,44 zunächst wieder sehr stark, nachdem die Zusagen der Bundesregierung zu weiteren Hilfen erst einmal für etwas Entspannung in der Griechenland-Frage sorgen konnte. Das konnte natürlich von amerikanischer Seite wiedermal nur mit einer Herabstufung quittiert werden. Die Bonität Griechenlands wurde gestern durch die Ratingagentur Moody’s auf „Ramschstatus“ (Caa1) erneut abgestuft. Es hat schon fast etwas lächerliches langsam, aber so sind sie halt – die Amerikaner! Die gute Nachricht ist nun, dass das Rating für Griechenland jetzt ganz unten ist, und zumindest Moodys künftig nur noch begrenzt Schaden anrichten kann!

Die Börsen dürften also auch heute wohl unter Druck bleiben. In Asien kann man bereits die Auswirkungen des gestrigen Handelstages sehen. Der Shanghai Composite Index verliert zum Mittag 2% auf 2.690 Punkte und liegt damit unter der psychologisch bedeutsamen 2.700er Marke. In Hongkong geht es für den HSI um 1,6% nach unten auf 23.252 Punkte. Der Nikkei hingegen hält sich noch verhältnismäßig gut, allerdings wurden bereits gestern Aktien in Japan eher verkauft.

Trotz all dieser widrigen Umstände gibt es aber auch positives zu berichten. So konnten beispielsweise unsere beiden Depotwerte VW und Porsche die prozentual besten Absatzergebnisse in den USA für den Monat Mai verbuchen. Bitte lesen Sie dazu auch die entsprechenden Berichte auf Investors Inside. Die Aktien der beiden Autobauer gehören zu unseren Top Favoriten für das weitere Jahr. Beide Aktien waren gestern bereits charttechnisch nach oben ausgebrochen, bevor die Börsen anfingen zu wackeln. Die Solaraktien fallen allerdings wie erwartet nach einer kurzen Hype wieder in sich zusammen. Ich hoffe Sie sind unserem Rat gefolgt und haben hier nur sehr kurzfristig und mit überschaubaren Beträgen agiert!

Ebenfalls weiterhin hoch interessant bleiben die beiden Aktien Klöckner & Co. sowie natürlich die Commerzbank Aktie. Auch diesen beiden Titeln muss man in den kommenden Tagen verstärkt Aufmerksamkeit schenken. Beide befinden sich in einer ähnlichen Situation wenn auch unter komplett anderen Vorzeichen. Die Kapitalerhöhungen laufen auf Hochtouren, bei der Commerzbank noch bis zum 06.06.11 und bei Klöckner bis 09.06.11. Bei beiden Aktien sollte es in den kommenden Tagen zu verstärkten Kursbewegungen kommen.

Wie auch immer diese Woche ausgehen wird, wir bleiben zunächst positiv für unsere Depotwerte, insbesondere VW und Porsche, gestimmt. Bleiben Sie weiterhin vorsichtig und achten Sie verstärkt darauf sich Qualitätsaktien ins Depot zu legen. Denn diese werden sich auch nach einem Rücksetzer an den Börsen immer wieder entsprechend schnell erholen. Ansonsten wünsche ich Ihnen alle einen erholsamen Feiertag und für die Männer natürlich viel Spaß am Vatertag!!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

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