Englisches Forschungsinstitut beschwört Zahlungsunfähigkeit Italiens herauf

Das britische Forschungsinstitut CEBR rechnet damit das Italien seine Zahlungsunfähigkeit wahrscheinlich nicht mehr abwenden kann. Laut CEBR werde Italien trotz der zuletzt beschlossenen Sparbemühungen angesichts des Schuldenbergs und den momentan stark anziehenden Zinsen darauf nur dann eine mögliche Pleite vermeiden können, wenn die italienische Wirtschaft entsprechend kräftig wachse. Dies sei aber momentan nicht der Fall. Im ersten Quartal 2011 ist die italienische Wirtschaft nur um 0,1% gewachsen. „Realistisch betrachtet steht Italien die Zahlungsunfähigkeit bevor“, lautet somit das Fazit des Centre for Economics and Business Research. bei den Berechnungen der möglichen Szenarien seien laut CEBR sowohl optimistische als auch pessimistische Erwartungen durchgespielt worden. Den ausführlichen Text können Sie auf finanzen.net lesen.

Nun was soll man dazu noch sagen…solange permanent irgendeine Sau durchs Dorf getrieben wird werden sich auch die Börsen nicht beruhigen können. Momentan scheinen auch nach dem Abverkauf die Risiken die Chancen deutlich zu überwiegen. Diese Meldung dürfte heute wohl mal wieder eine von denen sein die für die Turbulenzen an den Finanzmärkten verantwortlich ist. Etwas tröstliches gibt es aber auch noch, Spanien scheint laut CEBR kein Pleitekandidat zu sein!

Laut sieht CEBR die Lage etwas entspannter als in Italien. Spanien könne „gerade noch davonkommen“ heißt es wörtlich, und eine Zahlungsunfähigkeit vermeiden. Als Grund für die besser Einschätzung sieht CEBR die deutlich niedrigere Gesamtschuldenlast. Das Fazit lautet somit das in Spanien auch bei einer angenommene schlechten Entwicklung würde der Schuldenberg nicht auf über 75% des BIP anwachsen würde. Ob uns das jetzt alle so wirklich beruhigen kann bleibt mal dahingestellt…

Related posts

23 Comments

  1. Thomas said:

    Langfristig sind wir alle tot 😉

    Endlich mal eine Prognose, die Hand und Fuß hat:-)

    Mein Depot soll in 10 Jahren Ertrag bringen. Ich habe vor kurzem einen mREIT verkauft, da ich den nicht mittelfristig (also vor meinem Tod) im Depot haben möchte. Das ist schon der Hintergrund zu meiner Meinung zum US$

    Was die USA anbelangt – Du wirst lachen – aber ich will da ja gar nicht Recht behalten, ganz im Gegenteil. Also schau’n mer ma in 5 Jahren wieder in das Thema nei.

    Auf morgen bin ich sehr gespannt. Keine Vorstellung, was passiert … Überraschung 🙂

  2. Hari Seldon said:

    Thomas, langfristig magst Du Recht haben mit dem Dollar. Mit Sicherheit wird er seinen Status als alleinige Leitwährung verlieren und nur noch Teil eines Korbes von was auch immer sein. Langfristig teile ich Deine Sicht aber langfristig sind wir auch alle tot 😉

    Nein ernsthaft, meine Darstellung bezog sich auf die kurz bis mittelfristige Sicht – also zb bis Jahresende. Der Zeitraum also, der für unsere nächsten Anlageentscheidungen entscheidend ist. Und in diesem Zeitraum glaube ich anhand meiner Projektion der Verpflechtung der Finanzströme eher an einen stärkeren Dollar. Ob ich recht habe, wir werden sehen – vielleicht ändere ich Morgen meine Meinung. Es passieren derzeit so viele Dinge ohne historische Vorlage, dass ich sehr demütig und vor allem opportunistisch bin und einfach schaue welche Überraschungen wir erleben werden. Wer heute mit Sicherheit vorhersagen will, was Morgen 08.08.11 passieren wird ist unseriös.

    Und wenn die chinesische Zentralbank es könnte, würde sie es vielleicht tun – aber das ist ein rein theoretisches Szenario ohne Realitätsmöglichkeit, weil es an Volumen und Liquidität weltweit schlicht keine Alternative zu US Bonds gibt. Ein schneller Ausstieg ist unmöglich, ein langsames rausdiffundieren über Jahre sehr wohl.

    Und zum Abschluss noch, Amerika ist nicht nur Dabjuh und auch nicht nur der Bibelgürtel. Ich vertraue immer noch auf die Kraft der Amerikaner sich selbst aus dem Dreck zu ziehen. Diese Gesellschaft hat imho immer noch viel mehr Kraft als unsere alt, fett und zufrieden gewordene. Einen Obama überhaupt zu wählen war ein Anfang, auch wenn ich mir da eine bessere Performance des OvalOffice wünschen würde. Ich bezweifel sehr, dass wir einen Obama in D überhaupt eine Chance geben würden. Wir wählen die farblosen, geschmeidigen Verwalter die uns etwas von Sicherheit ins Ohr säuseln und eine wohlige Gemütlichkeit verbreiten und nicht die Gestalter die dazu aufrufen nach den Sternen zu greifen. Deswegen sind wir in D derzeit zu weniger Ausschlägen als die US fähig, im Guten wie im Schlechten. Wenn die US durch eine Katastrophe wie Dabjuh nach unten ausschlagen, ist das unser Vorteil. Sobald sich Amerika wieder hinter einem Ziel eint, werden wir schnell merken wie wir zurück bleiben.

    Aber genug des Abstechers in politische Randbereiche, ich will das hier wie gesagt nicht – ich wollte Deinen Kommentar aber auch nicht totschweigen. Sprechen wir uns in 5 Jahre mal wieder, welche Volkswirtschaft dann gut da steht und welche weniger, lassen das Thema bis dahin ruhen. Beweisen kann sowieso niemand seine Thesen 😉

  3. Thomas said:

    „Ich habe durch eigenes Erleben der US ein ganz anderes Bild von den USA, als das was hier mit allerlei ungerechtfertigter Selbstgefälligkeit von den Medien transportiert wird und im Bereich der Linken und selbsternannten “Intelligenz” ja schon immer zum guten Ton gehörte.“

    Ich hatte hier vor kurzem auf einen Spiegel Artikel verwiesen (Es war einmal der Westen) und mich dabei gefragt, woher mein unterschwelliger Antiamerikanismus (?? – Ich weiß nicht, wie ich es umschreiben soll) herkommt. Für mich war der Artikel insoweit wichtig, als er sagt, Westen ist Europa und nicht mehr… Wenn das so ist, gibt es keinen Grund, Selbstgefällig zu sein sondern allein gute Gründe, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Mit der eigenen Regierung bin ich nicht zufrieden, habe sie nicht gewählt und werde sie auch nicht wählen. Ob Rot-Grün es besser macht? Ich hoffe zumindest, dass dann von Deutschland eine klare pro-Europäische Politik (mit Besinnung auf die Westlichen Werte kommt) ausgehen wird. Ich sage nicht, dass Europäer besser sind. Sie sind anders und sollten es daher selbst machen…

    Ich habe mir Deine Empfehlungen gemerkt und werde 2-3 der Werte wahrscheinlich in den Aktienanteil meines Depots aufnehmen. Nochmals besten Dank für Deine Darstellung der Erneuerbaren. Ich halte das i.ü. auch für DEN Megatrend der nächsten Jahre – wird kommen, langsam aber unaufhaltsam.

    Dollarparität 1,2-1,25: Das Verwunderliche dabei ist ja gerade die Überbewertung des Euros, trotz Abzugs der Mittel US Amerikanischer Investoren und der schwelenden Schuldenkrise. Ich teilte, mit dem hypothetischen Kauf von GE im März 2009, Deinen Optimismus, was die Widerstandskraft/Boom-Fähigkeit der Wirtschaft der USA anbelangt, noch in dieser Zeit. Einmal laut hurra geschrien, wir bauen jetzt Wind- und Sonnenkraftwerke, bauen das modernste Schnellbahnsystem der Welt etc. und ich hätte die USA wieder boomen sehen. Yes we can! Aber nichts dergleichen ist in den vergangen 3 Jahren geschehen. Mir ist, sieh mir das nach, der Glaube an den amerikanische Optimismus abhanden gekommen. Eher religiös-fundamentalistischer Streit schwappt über den großen Teich. Ich sehe schwarz für die USA (nicht unbedingt für einzelne Unternehmen).

    Stell Dir vor, die chinesische Zentralbank entschließt sich am Montag, ihre AA+ bewerteten US Bonds am Markt gegen Gold, norwegische Kronen oder CHF einzutauschen. Wo ist da der Dollar? Das wird nicht morgen und nicht an einem Tag geschehen. Für mich wird dies aber (schleichend so) kommen und die Zukunft des US$ ausmachen…

    Im Sinne von Anleihen kein Geld von mir in US$.

  4. Hari Seldon said:

    Ja, ich bin auch in GE. Aber eben aus anderen Erwägungen als die Energiewende. Als reiner „New-Energy“ Play macht GE keinen Sinn, ebensowenig wie Enel in meinen Augen. Das sind Nebengeschäfte für die beiden Konzerne, auch wenn aus Marketing-Gründen damit derzeit geklappert wird. Deswegen habe ich GE nicht erwähnt, weil es in meinen Augen nur peripher zum Thema NewEnergy gehört. Der Kurs von Enel ebenso wie von GE wird aber von anderen Erwägungen getrieben. Versorger sind für mich auf absehbare Zeit ein NoGo, deshalb Enel auf keinen Fall.

    GE ist halt ein direkter Play auf eine Renaissance der US Industrie. Eben deshalb bin ich seit einigen Wochen drin. Ich habe durch eigenes Erleben der US ein ganz anderes Bild von den USA, als das was hier mit allerlei ungerechtfertigter Selbstgefälligkeit von den Medien transportiert wird und im Bereich der Linken und selbsternannten „Intelligenz“ ja schon immer zum guten Ton gehörte. Manchmal erinnern mich diese Schriften an das Bild einiger Amerikaner, dass Deutsche ja alle in Lederhosen rumlaufen und Schuhplatter machen – so holzschitzartig ist das. Aber ich will hier wirklich keine weltanschauliche Diskussion vom Zaun brechen, jeder pflege seine Vorteile wie er mag, ich will nur sagen:

    Die Industrie der USA wird im Wettbewerb schneller wieder zurück kommen als sich die meisten vorstellen können. Und gerade weil das Problem der Deindustrialisierung in der Administration nun verstanden ist, kann eine Ikone wie GE auf massive Unterstützung hoffen. Abgehen davon gehe ich in den nächste Monaten von einer relativen Dollar-Stärke gegen den EUR aus, was diese Investition noch attraktiver macht. Denn EURUSD wird viel stärker durch die Geldströme beeinflusst, als durch die Schlagzeilen. Und US Geldmarktfonds sind die grössten Finanzierer viele europäischer, gerade französicher Banken, was defacto einem Kauf von EUR entspricht, denn die Fonds leihen Euro aus. Das hat den EUR im EURUSD Verhältnis so gestützt. Die echte Kaufkraftparität liegt dagegen bei ca. 1:1.2. Und in diesen Markt ist aktuell gewaltige Bewegung gekommen. Mit Sicht auf die nächsten Monate erwarte ich daher das Gegenteil von dem was in den Medien breit getreten wird: Dollar Stärke statt Schwäche gegenüber dem Euro. Zb hier als Hintergrund: http://www.handelsblatt.com/analyse-schuldenkrise-koennte-banken-die-finanzierung-erschweren-jpmorgan/4390380.html
    Und bei jeder echten Krise ist es nach wie vor so, dass der Dollar gekauft wird, einfach weil das US Finanzkapital aus der Welt nach Hause zurück strömt.
    Der Abgesang auf den Dollar ist verfrüht und abgesehen davon war es an der Börse noch nie einträglich eine Meinung zu handeln, die zum common sense geworden ist wie die USD Schwäche.

    Jetzt aber zurück zu NewEnergy. Die 4 die ich nannte sind meine absoluten Favoriten und die einzigen, die ich zum Thema auch bereit bin unter der Überschrift „Investment“ zu kaufen. Es gibt aber gerade in den US eine ganz Reihe ganz „heisser Reifen“ zum Thema, die wenn man sie richtig erwischt einem mal eben eine Vervielfachung des Kapitals schenken können, weil sie seit Monanten verprügelt werden. Neben der erwähnten Enernoc wäre A123 Systems so ein Fall. Aber diese Chance ist natürlich mit einem ebenso grossen Risiko verbunden und deswegen nichts fürs Investment-Depot, sondern eher ein netter Trade wenn die technischen Parameter mal passen sollten und eine Bodenbildung abgeschlossen ist.

    Ich habe Dir hier mal eine Liste von Ideen aus meinem Gedächtnis zusammengestellt und die ISINs dazu rausgesucht. Ohne weitere Kommentare, schau sie Dir selber an und entscheide ob etwas darunter ist wss Dir gefällt.
    http://www.FinViz.com ist mein StandardTool zum Screening von US Aktien, da ist alles an einem Platz. Was würde ich dafür geben so etwas auch in Europa zu haben.

    Enernoc US2927641074 ENOC

    Comverge US2058591015 COMV

    A123 Systems US03739T1088 AONE

    Emerson US2910111044 EMR

    Telvent ES0178495034 wurde von Schneider Electric übernommen. ES0178495034 Man sieht an der Kursentwicklung, welches Übernahmepotential in dem Thema steckt.

    Nexans FR0000044448 ist Prysmian Konkurrent

    Ich denke das ist erst einmal genug Futter zum Nachdenken 😉

    • Lars said:

      Guten Morgen zusammen, und Hari vielen Dank für die tollen Anregungen. Ich nutze Finviz auch bereits seit Jahren, insbesondere der Screener ist eine tolle Sache. Vor ca. 2 jahren habe ich mal darüber nachgedacht so etwas für den deutschen Markt zu machen weil es eben auch meiner Meinung nach nichts besseres gibt. Lange Rede kurzer Sinn, das ist nicht ganz so einfach und sehr aufwändig in der Umsetzung bzw die Datenversorgung das kostet richtig viel. Wenn Du einen Investoren findest der mal so ca. 200.000,- bis 300.000,- Euro da reinschmeißen kann dann kann man das realisieren. Sag Bescheid! 😉 ich wäre federführend dabei!

      Ergänzend wäre vielleicht ADVFN (.com) noch zu nennen um wichtige Informationen zu erhalten. Die Seite sollte man sich auf jeden Fall mal ansehen wenn man sie noch nicht kennt. Am Anfang ist die Benutzung noch etwas holprig, wenn man sich aber erst einmal daran gewöhnt hat aber auch durchaus sinnvoll. Mein klarer Favorit für Screening, Research ist aber natürlich Finviz!

      @Hari ich habe mir erlaubt die Verlinkungen Deines Kommentars etwas zu reduzieren, da so etwas meiner Seite nicht gut tut 😉 und an dieser Stelle ja auch nicht unbedingt sein muss. Also für alle Interessierten auf www. Finviz dot com rechts oben einfach das Kürzel eingeben und Ihr bekommt alles was Ihr braucht. Ich hoffe das ist so in Ordnung!

  5. Thomas said:

    PPS.: Was hälst Du von Enel? Einfach nur langweilig (Macht ja auch in Atomstrom) oder doch ne Idee?

  6. Thomas said:

    „Siemens macht natürlich ähnliche Geschäfte wie ABB, ist im Vergleich aber doch kein PurePlay im Bereich Energiewende, sondern immer noch eher ein Gemischtwarenladen ala GE – auch wenn Löscher sicher schon einiges konsolidiert hat. Insofern ziehe ich persönlich ABB klar vor.“

    Hari, noch einen…

    Im März 2009 diskutierte ich mit einem Verwandten: Jetzt 10.000 EU in GE??? Wenn die Konjuntur kommt, dann kommt sie aus den USA. Und so ner Gemischtwarenladen? Gibt kaum was besseres, Konjunktur zu spielen. Die 10T hatte ich damals nicht, so dass das nur hypotetisch war. Geschockt hat mich rückblickend, dass Siemens die etwas bessere Idee gewesen wäre. Bei Siemens gefällt mir a) der Gemischtwarenladencharakter b) Wenn Frau Kanzlerin die Nähe zu Siemens sucht, weil ein Großauftrag >>>an der Nordseeküste, am Plattdeutschen Strand <<< …

  7. Thomas said:

    Hallo Hari, besten Dank für die vielen Tips. Ich werde zwar im Augenblick nicht in Aktien investieren, aber Deine Ideen zu den Renewables gefallen mir sehr gut. Auch ITron finde ich von der Papierform her „sehr sexy“. Software und USA ist im Grunde ja auch ok. Ich mag nur Investitionen in Dollar (als Anleihe, als mREIT) nicht. Ich denke nur nicht so sehr an software, wenn ich an Erneuerbare/Energiewende etc. denke.

    Ich habe mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt: Nein, ich wollte hier keine Politik diskutieren sondern die Frage, wie man am besten in das Thema Erneuerbare (incl. Elektroautos (???), daraus resultierende Infrastruktur etc.) investiert. Meinen politischen Hintergrund hatte ich nur dazu gegeben, da ich in der Tat Lust (wenn nicht sogar „Weltanschauliche Gründe) hätte, in dieses Thema richtig zu investieren. Ich muss aber noch darüber nachdenken – wie und in welchem Umfang. Diese Jahr wahrscheinlich eh noch nicht…

    Du hast in einem anderen Post davon gesprochen, dass Du ein Investment- und ein Trading Depot hast. Ich selbst habe lediglich, in diesem Sinne, ein Investmentdepot. Es ist in etwas so ähnlich aufgestellt, wie Du Deines beschrieben hast. Für ein zusätzliches Trading Deopt habe ich (noch) nicht genügend Spielgeld … Lass mich mal nachdenken: Ich habe einen kleinen Aktienanteil im (Investment-) Depot… Es spricht nichts dagegen, etwas ABB (als Einzelaktie) oder Schneider (als Einzelaktie) aufzunehmen. Anleihen und Edelmetalle mag ich ja nicht wirklich (außer Silber). Ich werde mal über diesen Punkt nachdenken. Die Aktien würden aber im Sinne von buy and hold (für die nächsten 10 Jahre oder so) ins Depot wandern. Doch, die Idee gefällt mir sehr, sehr gut. Danke für die Anregungen!

    Ich werde jetzt mal Schneider näher studieren. Auf den ersten Blick gefällt mir sehr gut: 4% der Aktionäre sind Mitarbeiter.

  8. Hari Seldon said:

    Thomas, ja gibt es – die PSI AG aus Berlin (A0Z1JH). Ist mir aber mit MarketCap unter 300M€ zu klein. Ich kenne mich im Software Markt durch unternehmerische Vergangenheit exzellent aus, und die Risiken da in Absatzschwäche oder technologische Problem hinein zu laufen ist mir bei so einem MiniCap zu gross, wie man ja selbst bei der viel grösseren Software AG sehen konnte.

    Weitere in D kenne ich nicht. In US gibt es eine Menge weiterer interessanter Titel wie ENERNOC, aber da willst Du ja nicht hin.

    Ich würde mir mal Schneider Electric genauer anschauen. In Deutschland viel zu wenig bekannt,ein Weltkonzern. Auch die Fundamentaldaten (DivRendite >4% und MarketCap 25Milliarden€, sowie Buchwert pro Aktie alleine ca. 55€) sehen sehr gut aus. Das Geschäft ist breit aufgestellt und profitiert von Firmen und Immobilien die auf Energieeffizienz getrimmt werden.

    Schneider Electric und ABB sind in meiner persönlichen Top-Pick Liste und auch im Investment-Depot. Beide habe ich gestern aufgestockt. Itron ist auf meiner Buy-List ebenso wie Prysmian. Prysmian wird halt im Moment durch die ganzen passiven Indexfonds (ETFs) mit runter gezogen, weil es halt aus Italien stammt. Dabei hat das Geschäft damit herzlich wenig zu tun. Da tut sich auf dem Höhepunkt der Krise ohne Frage eine Kaufgelegenheit auf.

    Zu den politischen Fragen will ich mich hier nicht äussern bzw möchte die nicht diskutieren. Das ist vermintes Gelände in so Foren und verhindert nur, dass ich mich auf das konzentriere, womit man Geld verdienen kann. In einem direkten Gespräch Auge in Auge bin ich dazu immer bereit.

    Aber selbst ohne die politische Untermalung, sollte das uns nicht daran hindern uns angeregt über Aktien aus dem “NewEnergy” Umfeld auszutauschen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das ein massiver Zukunftsmarkt ist, der sich auch ohne dirigistische Eingriffe von alleine gebildet hätte, weil die langfristige Tendenz bei den Rohstoffkosten nach oben geht. Und damit zwangsläufig die wirtschaftlichen Einheiten zur Anpassung gezwungen werden. Das IST ein Megatrend an dem man gut verdienen kann.

  9. Thomas said:

    Grob gesprochen gehe ich davon aus, dass am Montag der Euro so in Richtung 1,45 gehen wird. Der Goldpreis in Dollar am Montag? Schwierig. Das in den Köpfen geisternde Szenario ist eine Deflation. Gold … wird in Euro oder CHF wohl eher „abwerten“. In Dollar bleibt’s wohl so um die 165(0) Dollar.

    Etwas ernster: Ich hatte mich hier ja schon mehrfach negativ zum quanto bei Edelmetallen geäußert. Mein Punkt dabei ist der, dass ich ja beim Kauf von Gold und Silber Gold oder Silber kaufen möchte und nicht gleichzeitig noch eine Versicherung. Was interessiert mich der US$ beim Kauf von Gold?

    Ganz simple gesprochen: Ich hatte mir vor ein paar Monaten genau 1,5499 Unzen Gold gekauft. Heute habe ich immer noch genau 1,5499 Unzen Gold. Wirft ja bekanntemaßen keine Dividende ab 🙂 Bei nem Quanto müsste ich jetzt rumrechnen, wie viel Gold ich tatsächlich habe.

    Noch ernster: Gold Bullen reden ja gerne von 2000 bis 5000 Dollar pro Unze in bälde. Ich schließe das auch nicht aus. Ich denke ja auch, dass der Dollar gegenüber dem Euro abwertet, meine 10:1 Theorie :-).

    Gold ist dennoch in einem Megatrend. Glaub’s mir doch endlich 😉

    Todernst: China ist sauer auf die Amerikaner. Genauso wie Angy dem Berlusconi gesagt hat, er soll sparen, sagen die Chinesen den Amis jetzt auch, sie sollen sparen, insbesondere bei der Rüstung. Ich glaube, die Chinesen, beachtlich cool in den letzten Tagen, werden jetzt auch nervös. Da hamse für Billionen oder Trillionen Tresuries im safe … und jetzt isses Ramsch. Hätten se bloß Gold gebunkert! 🙂 🙂 🙂

  10. Thomas said:

    Hallo Hari, besten Dank für die vielen Hinweise. Auf den ersten Blick gefallen mir ABB und ITron sehr (alphaCORE stammt aber wohl von IBM?!). Da ich selbst erst wieder in den US$ investiere, wenn man für 1 Euro 10 Dollar bekommt: Gibt es auch deutsche Softwarehersteller, die im Bereich smart grids tätig sind?

    Eine politische Anmerkung – ich habe mal vor ca. (mehr als) 25 Jahren einen Kreisverband Die Grünen in Bayern mit gegründet, keine Jugendsünde, bin allerdings auch kein Mitglied mehr…

    Es ist sicherlich richtig, dass das deutsche Stromnetz Neuinvstitionen bedarf. Den Punkt mit den Netzen in Norddeutschland/Nordsee, die den (Wind-) Strom nach Süddeutschland bringen sollen, halte ich nicht direkt für eine Mähr. Allerdings ist der entscheidende Punkt beim Atomausstieg auch der, dass damit das Konzept der zentralen/zentralisierten Energieversorgung teilweise verlassen wird (was RWE und E.ON so hart trifft). Die Anmerkung ist nicht schwarz-weiß gemeint. Vielmehr, kleines Beispiel, die von „Schwarzen“ regierten südlichen Bundesländer haben bisher fast noch keine Windenergie vor Ort. Das könnte sich aber z.B. in Baden-Würtemberg jetzt rasch ändern.

    Zudem spricht zur Zeit fast alles dafür, dass wir 2013 eine rot-grüne (oder gar grün-rote) Bundesregierung haben werden. Da werden die Karten der Energiewende noch mal neu gemischt. Ich gehe davon aus, dass dann mehr dezentrale Lösungen (incl. smart grids, gehören ja zum dezentral Gedanken) favorisiert werden.

    Ich wäre Dir i.ü. sehr dankbar für eine weitere Diskussion dieses Themas. Als (Ex-)“Grüner“ ist das fast schon eine Glaubensfrage, an die positiven Auswirkungen der Energiewende zu glauben. Ja, da würde ich in der Tat gerne investieren, d.h. mein Geld einbringen, dass „Gutes“ für die Zukunft geschaffen wird – natürlich mit Rendite, am liebsten nachhaltig 🙂

    • Lars said:

      kurze Frage von mir zu der 1 Euro für 10 Dollar Theorie…warum hältst Du Gold wenn das morgen nur noch 165,- Euro je Unze wert ist?…kleinerScherz 😉

  11. Hari Seldon said:

    Das Trumpfass sind bei solchen Umbrüchen immer die, die die Werkezeuge für den Umbruch herstellen – die „Enabler“ also.

    In der Landwirtschaft kannst Du mehr damit verdienen Traktoren zu verkaufen als mit dem Getreide. Siehe Agco vs Bunge oder ADM.

    Im Goldrausch des alten Wilden Westens haben sich die Hersteller von Schaufeln einen goldenen Hintern verdient. Die meistenn Digger waren am Ende Pleite.

    Im LED Markt hat AIXTRON immer noch gute Geschäfte, während CREE schon abgestürzt ist.

    Und so weiter und so weiter.

    Für die Enegriewende sind es daher in meinen Augen:

    1) Reine Energie-Infrastruktur Spezialistenn wie ABB (WKN 919730), die zwingend gebraucht werden um die neuen Netze überhaupt aufzubauen

    2) Spezialisten für Energieeffizienz wie Schneider Electric (860180).

    3) Spezialisten für Kabel (Tiefsee, Land) in jeder Coleur – zb Prysmian (A0MP84)

    4) Software Spezialisten im Bereich SmartGrid wie ITron (888379)

    usw usw.

    Wer dagegen direkt Solarpanels, Windräder etc herstellt, gerät früher oder später in einen brutalen Preisdruck. Im Bereich der „Enabler“ – siehe oben – lässt sich ein technologischer Vorsprung besser durchhalten und damit höhere Margen erzielen.

    Alle Aktien oben wurden letzte Woche genau so verprügelt wie der Rest der Welt und sind imho langfristige Kaufchancen, selbst wenn sie noch weiter fallen. Das ist ein Sektor bei dem die Staaten und Unternehmen gar nicht anders können als zu investieren, selbst wenn eine neue Rezession kommt.

    Siemens macht natürlich ähnliche Geschäfte wie ABB, ist im Vergleich aber doch kein PurePlay im Bereich Energiewende, sondern immer noch eher ein Gemischtwarenladen ala GE – auch wenn Löscher sicher schon einiges konsolidiert hat. Insofern ziehe ich persönlich ABB klar vor.

  12. Thomas said:

    „… bei Siemens bin ich mir da nicht so sicher. Zum Thema Gewinner der Energiewende eine Schlagzeile von heute:“

    Was würdest Du, mit sehr ruhiger Hand, spielen, um das Trumpf As bei der Energiewende in der Hand zu haben?

    Eines halte ich für sicher, sicherer als Gold: Die Energiewende kommt.

    • Lars said:

      Moin Thomas, das Thema sehe ich wirklich sehr zwiespältig…die Energiewende kommt da sind wir uns einig. Auch hier wird aber nun erst einmal als „Übergangslösung“ milliardenschwer in alte Technik investiert und weiter die Luft verpestet. Wie ich das vor ca 3 Jahren schon befürchtet habe, haben uns chinesische Firmen in einem Bereich in dem wir heute Weltmarktführer sein könnten, die Butter vom Brot genommen…Inwieweit nun Siemens als „Neueinsteiger“ hier noch wirklich etwas reißen kann bleibt fraglich. Sicherlich liegt der Vorteil aber in der Größe und Finanzkraft des Unternehmens!

  13. Thomas said:

    Aktiencheck.de: „RWE, E.ON und WindMW stellen Pläne für Betriebsbasis auf Helgoland für Offshore-Windkraftwerke vor.“

  14. Thomas said:

    FTD: „Finanzinvestor Blackstone steckt Milliarden in Windkraft“ (zur Vermeidung eines Links so gemacht).

    Meine Erwartungshaltung ist eher die, dass die erforderlichen Investitionen in Erneuerbare (+/- Gas-Kraft-Wärme-Kopplung) etwa … Mitte … (?) nächsten Jahres langsam zu greifen beginnen und so die Exportabhängigkeit DEs reduziert wird. Ich hoffe, das wirkt antizyklisch – hoffentlich hinreichend antizyklisch.

  15. Thomas said:

    Ich denke, es ergibt keinen tieferen Sinn, über PM (precious metals) im allgemeinen zu reden. Sicher, Palladium (und abgeschwächt Platin) hat vom Vorzeichen her nahezu immer die gleiche Richtung wie VW, BMW, Renault oder Toyota. Gold befindet sich in einem Megatrend und ich würd‘ ihm sogar mal erlauben, so 10% aus zu atmen. Silber mag ich persönlich besonders – weiß nie so recht ob’s nun Aktie oder Mini-Gold ist, folgt aber doch immer nach längerem Zögern dem großen Bruder. Kurz gesagt, Palladium bei 400 kann ich mir gut vorstellen, Silber bei 10 und Gold bei 2000 ergibt aber einfach keinen Sinn.

    Mich würden hier aber eher Meinungen zur deutschen Realwirtschaft in 1/2 bis 1 Jahr interessieren und nicht was die 3 Zocker an der Wallstreet gerade zu Gold oder Silber denken. Wir kaufen unser Gold i.ü. in Bangkok beim Chinesen 🙂

  16. Hari Seldon said:

    Das die Edelmetalle fallen hat zwei Gründe. Erstens war eine Korrektur schon letzte Woche fällig. Das wurde durch den Flight to Safety des aktuellen Absturzes verzögert und hat zu einem letzten Panik-Top geführt. Die PMs sind langfristig gut unterstützt, solange wir Währungs- und Staatskrisen haben – und das wird uns noch Jahre begleiten – zeigt der Trend bei den PMs im Kern hoch. Letztlich steigen die PMs ja auch nicht wirklich, sondern unser Geld wird weniger wert.

    Aber kurzfristig hat sich da einiges Korrekturpotential aufgestaut. Und die Minen divergieren schon seit Monaten gegenüber den PMs nach unten und zeigen die Richtung vor wie schon oft in der Geschichte.

    Der Absturz heute hat aber auch einen wichtigen anderen Grund. Heute haben an der Wallstreet erstmals die massiven Margin-Calls eingesetzt. Um die zu befriedigen wird der bisherige Safe-Haven PMs von Tradern liquidiert. Das ist tatsächlich wie bei Lehmann, wir erinnern uns: da ist auch alles runtergeprügelt worden – auch Gold. Obwohl es auch damals schon ein Safe-Haven war. Um so grösser wird aber die Chance in den PMs, wenn diese Phase vorbei ist, wie bei Lehmann.

    Aber mit Blick auf die nächsten Tage und Wochen heisst der Trend bei den PMs in meinen Augen nach unten. Vorbehaltlich erratisch unvorhersagbarer politischer oder Zentralbank Aktionen. Die können derzeit sowieso jede Einschätzung in Sekunden auf den Kopf stellen. Und Goldbesitz war auch schon einmal verboten. Wenn wir jetzt wirklich in eine neue Rezession abstürzen – was im Bereich des Möglichen liegt – dann ist von den Staaten alles an Panikreaktionen zu erwarten, auch das unerwartete. Die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich nur 😉

    Aber selbst wenn wir jetzt komplett abkippen wird dieser Weg an der Börse nie ein gerade Strich nach unten sein. Er wird unterbrochen durch scharfe Gegenrallys die extrem überzeugend aussehen werden. Und wieder wird man beim Top der Gegenrally denken: hmmm, wird nicht doch alles gut ? Und wird nicht verkaufen und short gehen. Das ewige Schicksal des Anlegers 😉 Oder erinnert sich keiner mehr an Spätsommer 2008 und den entspannenden Gegenanstieg auf 7300 ? Autsch 😉

  17. Thomas said:

    90% Umsatzeinbuße war ein Scherz – aber die ernste Frage ist, wie es mit der deutschen Realwirtschaft tatsächlich weitergeht. Der Markt sagt heute Rezession (in so ca. einem Jahr).

    Meine These zu Edelmetallen (außer Gold) ist, dass sie sich wie Aktien verhalten. Das sieht man heute besonders gut. Besonders lustig fand ich heute, dass Silber sich heute bis in den späten Nachmittag hinein seinem großen Bruder folgte und erst gegen 17 Uhr fand, es spielt doch lieber Aktie… Gold folgt einem ungebrochenen Megatrend. Silber wird sich in ein paar Monaten wieder entschließen, doch lieber seinem großen Bruder zu folgen.

    Griechische Staatsanleihen? Warum nicht? Der 50% haircut ist doch schon im Preis inbegriffen und die Coupons sind de facto ein wenig höher als bei Deutschen. Bei Deflation genau die richtige Wahl (hier aber wohl dann eher eine die auf EUR und nicht auf CHF lautet) 😉

    Und Deine Meinung zu der in einem Jahr anstehenden Rezession in DE? Oder doch die 10 goldenen Jahre nach dem Buch der Offenbarungen Herrn Sinns?

    • Lars said:

      „Und Deine Meinung zu der in einem Jahr anstehenden Rezession in DE? Oder doch die 10 goldenen Jahre nach dem Buch der Offenbarungen Herrn Sinns?“ Ich war immer der Meinung das der Markt in 2012 wieder zusammenbrechen könnte, weil dann der Zyklus komplett abgeschlossen ist, vorher hätten wir aber noch die dritte und ganz entscheidende Phase der Hausse mit einer deutlichen Übertreibung sehen sollen. Diese Szenario ist momentan wohl hinfällig, deswegen muss ich mir auch erst einmal in Ruhe Gedanken machen wie es jetzt mittelfristig weiter gehen kann…

  18. Thomas said:

    Ich will mal versuchen, wenn es jemanden interessiert, zu interpretieren, was am Markt eigentlich vorgeht. Gern hier, wo es darum geht, wie die geballte Kompetenz angelsächsische Wirtschaftsforschung die Finanzierungsquellen der italienischen Mafia in den letzten Jahrzehnten beurteilt…

    Ich habe heute zu einem Kollegen gesagt: Herr Sinn hat der deutschen Wirtschaft ein goldenes Jahrzehnt prophezeit. Daraufhin meinte mein Kollege: Da muss es ja wirklich schlecht um die Deutsche Wirtschaft stehen. Ich sagte: Genau, das war auch mein Gedanke! Und wir lachten laut. 🙂 🙂

    Die Frage, wie es tatsächlich um die deutsche Realwirtschaft steht, beschäftigt mich, wenn ich den Markt zur Zeit verstehen will. Ich glaube am Montag kommentierte ich die Entscheidung zu Schuldenobergrenze mit „Darum geht es doch nicht. Die USA haben vielmehr entschieden, sich ab sofort in die Rezession zu begeben.“

    Es gab QE1, es gab QE2 und es wird QE3 geben. Das Geld befand sich 2009 noch in den Emerging Markets und ist dann langsam in die entwickelten Märkte abgewandert, z.B. in den DAX. Heute war ich lange auf der Suche, wo sich denn das Geld befinden könnte. Gold wars nicht, CHF wars nicht, war auch nicht die Akte von Wall-Mart oder McDonalds… Leider habe ich keinen direkten Zugriff auf die Daten, aber ich gehe sehr stark davon aus, dass Treasuries sich gegenwärtig in Schwindel erregender Höhe befinden müssten. Das Europäische Gegenstück, der Bund Future hatte heute Morgen zwar leicht nachgegeben, befindet sich aber auch nur noch Millimeter von seinem Allzeithoch (134%, heute knapp 133) entfernt.

    Was wird da gespielt? Rezession und Deflation. Anleihen (nicht Gold) sind das ideale Instrument gegen die Deflation. Ok, aber steht gerade ne Deflation in den USA an? Ich sehe eher etwas, was ich Stagflation nennen würde: Steigende Preise bei sinkender Wirtschaftsleistung (siehe Griechenland), kurz gesagt weitere Verelendung der breiten Massen. Rezession USA? Ja, das hat man ja praktisch so am Montag beschlossen. Ergo wird das Geld bei einer Stagflation schon wieder aus den Tresuries raus wollen. Der Markt benötigt aber noch etwas, um dieses Szenario vollständig vor Augen zu haben.

    Dass der DAX dem Dow oder dem S&P 500 vornwegläuft (bzw. die Ausschläge heftiger sind) ist nicht verwunderlich. Der DAX im Langfristchart sieht eher einem Emerging Market Index denn dem Index eines entwickelten Marktes ähnlich (=hohe Volatilität). Zudem ist wenig von den 5 Billiarden Privatvermögen der Deutschen in Aktien.

    Wie ist es aber denn nun um die deutsche Realwirtschaft tatsächlich bestellt?

    War es vorgestern, da lass ich die Schlagzeile: „Porsche mit Rekordumsätzen in den USA“, darüber leuchtet gleichzeitig der Kurs der Porsche Aktie mit dicken fetten roten -5%.

    Muss daran gelegen haben, dass VW Umsatzeinbrüche von 90% in China verkraften muss?

    Heute fiel Silber, Palladium, Platin, Natural Gas (unter 4$!!), Öl …

    Also ist die Chinesische Wirtschaft in stottern gekommen?

    Mein Punkt ist der: Für die Deutsche Wirtschaft spielt seit 2-3 Jahren die chinesische Wirtschaft die Hauptrolle, nicht der Schnupfen in den USA der Deutschland mit 41 Grad Fieber ins Bett schickt.

    Ok, Kapital in Euro wird gerade in großen Mengen in den US$ (offensichtlich Bonds/Tresuries) umgeschichtet. Aber das hört irgendwann, eher bald als später, auch wieder auf.

    Der Aktionär empfahl, bei der Commerzbank einzusteigen, wenn sie bei 2,20 ist. Da isse jetzt. Deutsch Bank unter 40 ein Kauf. Zur Zeit also eigentlich ein strong buy. Siemens unter 90 … ooops, die ist sogar unter 80, für mich der heimliche Favorit um Energiewende in Deutschland erfolgreich zu spielen etc. etc. etc. Porsche bei 10 – dann tut Lars alle seine Kohle in Porsche und ich schwöre, wenn es mal die VW Stämme wieder für 80 gibt, lange auch ich da zu obschon ich geschworen hatte, vor meiner Pension nie wieder eine Einzelaktie an zulangen 🙂

    Kommt in Deutschland die Rezession (mit Deflation)? Dann ist es höchste Zeit, sich mit langläufigen Griechischen Staatsanleihen einzudecken…

    • Lars said:

      Kommt in Deutschland die Rezession (mit Deflation)? Dann ist es höchste Zeit, sich mit langläufigen Griechischen Staatsanleihen einzudecken…:-) ich weiß nicht ob das meine erste Wahl wäre, aber Porsche für 10 auf jeden Fall, VW für 80 auch schön bei Siemens bin ich mir da nicht so sicher. Zum Thema Gewinner der Energiewende eine Schlagzeile von heute: „Der Siemens-Konzern zieht die Konsequenzen aus dem enttäuschendem Lauf seiner Solarsparte und spaltet seinen Bereich für erneuerbare Energien auf.“ Das hört sich erstmal nicht so erfolgreich an. Ob die Trennung in Sonne und Wind letztlich zum Erfolg führt muss man sehen. Aber Siemens ist sicherlich ein Basisinvestment. „Muss daran gelegen haben, dass VW Umsatzeinbrüche von 90% in China verkraften muss?“ war ein Scherz nehme ich mal an, ich war schon kurzzeitig nervös 🙂

      Das eigentlich spannende finde ich heute das auch Edelmetalle fallen, nicht so dramatisch aber immerhin. Der Markt hat offensichtlich noch keine klare Richtung…

Kommentar verfassen

Top