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Die Psychologie einer Rally

Das ewige Wechselspiel zwischen den Anleihemärkten und den Aktienmärkten lässt eine gewisse Regelmäßigkeit erkennen, die im Zusammenhang mit der Psychologie der Anleger durchaus Sinn macht. Daraus lassen sich vortreffliche Prognosen ableiten – zumindest für die Fälle, in denen alles so läuft, wie immer. Heute geht es um die Frage, wie eine Aufwärtsbewegung in eben diesem Wechselspiel idealtypisch verläuft. Um eins vorweg zu nehmen: Bis einschließlich heute ist dieser typische Verlauf in den deutschen Märkten eindeutig zu erkennen und das lässt den Schluss zu, dass sich die Märkte auch weiterhin entsprechend den bekannten Vorgaben entwickeln.

Um die Logik hinter einer Aufwärtsbewegung zu verstehen, hilft eben der Vergleich zwischen Anleihe- und Aktienmärkten. Welcher dieser Märkte ansteigt oder fällt, wird von der Anlegerpsychologie entschieden. Dazu die beiden wichtigsten Fragestellungen: Erstens: Welcher dieser Märkte hat das beste Rendite/Risikoverhältnis?

Ein Beispiel dazu: Durchschnittlich soll man im DAX angeblich 7 % Rendite pro Jahr erzielen können. Doch in den letzten 10 Jahren war es nicht möglich, eine solche Rendite ohne beständiges Umschichten zu erreichen. Es existiert also ein gewisses Risiko, wenn Sie im Aktienmarkt Geld anlegen. Wenn Sie nun im Anleihemarkt mit sicheren Staatsanleihen 5 % Rendite erzielen können und das ohne Risiko, für welche Rendite würden Sie sich entscheiden? Verzichten Sie auf 2 Prozentpunkte um risikolos Rendite zu erwirtschaften oder gehen Sie das Risiko Aktienmarkt ein?

Den meisten institutionellen Anlegern stellt sich die Frage jedoch etwas anders: Wie hoch gewichten diese ihren Aktien- und wie hoch ihren Anleiheanteil im Depot. Bei einer Rendite von 5 % für Staatsanleihen wird der Depotanteil im Anleihemarkt deutlich zulegen, während der im Aktienmarkt sinkt. Da viele so denken, wird also Geld aus dem Aktien- in den Anleihemarkt fließen, wenn die Zinsen ein solches Niveau erreichen.

Das zeigt, dass der Geldfluss zwischen Aktien- und Anleihemarkt einer gewissen Gesetzmäßigkeit unterliegt: Je höher die Zinsen, desto mehr Geld fließt aus den Aktien- in die Anleihemärkte. Je niedriger die Zinsen, desto mehr Geld fließt aus den Anleihe- in die Aktienmärkte. Aus diesem Grund sind niedrige Zinsen meistens gut für die Aktienmärkte, während hohe Zinsen eine Gefahr für eine Rally darstellen.

Aber es gibt noch einen zweiten Punkt: Angst und Gier. Wie wir in der aktuellen Situation sehen, kann es sogar trotz niedriger Zinsen dazu kommen, dass immer noch viel Geld in die Anleihemärkte fließt. Dann nämlich, wenn viele Marktteilnehmer und Anleger, sowie institutionelle Investoren Angst haben! Angst vor den drei großen K`s: Krisen, Kriege, Katastrophen.

Umgekehrt kann es sein, dass trotz hoher Zinsen nur wenig Geld in die Anleihemärkte fließt. Das geschieht, wenn die Euphorie einer Aktienhausse das Hausfrauenrally-Niveau erreicht. Ende 1999 und Anfang 2000 wollte niemand, trotz zum Teil höchst ambitionierter Bewertungen von Aktien, langweilige Staatsanleihen besitzen, obwohl diese damals sehr attraktive Renditen boten.

Die beiden oben genannten Punkte, die mit der Entwicklung von Anleihe- und Aktienmärkten zu tun haben, sind also offensichtlich psychologischer Natur. Und da wir wissen, dass wir Menschen doch einfacher gestrickt sind, als eigentlich wünschenswert wäre und wir oft immer nach gleichen Mustern handeln, sollte es nicht abwegig sein, in dem Hin und Her zwischen Anleihe- und Aktienmarkt wiederkehrende Strukturen zu erkennen.

Und tatsächlich, diese Muster finden sich. Dazu habe ich hier einmal den DAX der letzten 10 Jahre mit dem Bund-Future verglichen. Dazu ein Hinweis: Der Bund-Future spiegelt die Entwicklung der Zinsen invers wieder. Je höher der Bund-Future notiert, desto niedriger stehen die Zinsen und umgekehrt.

Im oberen Chart sehen Sie die Entwicklung des DAX (rote Linie) und die des Bund-Futures (schwarze Linie) von 1999-2008, im unteren Chart von 2007 bis heute. Es werden also jeweils der Crash und die anschließende Aufwärtsbewegung in diesen Jahren dargestellt.

Und tatsächlich kann man drei Phasen erkennen.

1. Phase (rotes Rechteck)

Im roten Rechteck ist der Aktien-Crash noch voll im Gange. Der Bund-Future bildet in dieser Zeit einen Boden aus und fängt im letzten Drittel der Krise an, deutlicher zu steigen (dementsprechend sinken die Zinsen). Dann nämlich, wenn die Anleger das Vertrauen in die Aktienmärkte verlieren und ihr Geld in den Anleihemarkt umschichten. Hier erkennt man eine typisch menschliche Reaktion der privaten Anleger, die aus drei Komponenten besteht: Störrisches Negieren, verzweifeltes aber tatenloses Hoffen, hektisches und panisches Reagieren.

Nachdem man jahrelang gute Gewinne mit der alten Rally gemacht hat, brechen die Kurse ein. Zunächst ist natürlich noch nicht klar, dass es sich um einen Crash handelt. Es könnte schließlich auch eine einfache Konsolidierung sein. Aber auch wenn schon deutlicher geworden ist, dass etwas nicht mehr stimmt, wird immer noch an der alten bullishen Haltung festgehalten. „Das kommt schon wieder!“, hört man, und manche ehemalige Tradingposition rutscht ins „Langfristdepot“.

Gehen die Verluste weiter, wird aus dem Negieren Verzweiflung. Seltsamerweise führt das aber nicht dazu, dass gehandelt wird. Viele Anleger erleiden in dieser Situation eine Art Angststarre und tun nichts, außer verzweifelt zu hoffen.

Erst in der dritten Phase, wenn die Verluste allzu schmerzhaft sind, werden die letzten Positionen verkauft und erst dann wird das Geld in die „sicheren“ Anleihemärkte umgeschichtet. Und somit sieht man erst in dieser dritten Phase, also im letzten Drittel eines Crashs einen deutlicheren Anstieg im Bund Future (siehe beide roten Rechtecke.)

Logisch ist also, dass die Rally im Bund-Future bereits deutlich bevor die Aktienmärkte einen Boden ausbilden, startet. Während der Boden in den Aktienmärkten gefunden wird, sind die meisten Anleger immer noch damit beschäftigt, ihr Geld aus den Aktienmärkten in die Sicherheit der Anleihemärkte zu bringen. Und damit treten wir in die zweite Phase ein:

2. Phase (blaues Rechteck)

In der zweiten Phase steigen die Aktien- und die Anleihemärkte oft parallel. Das hat mit zwei Faktoren zu tun: Zunächst werden in einem Crash in den meisten Fällen die Leitzinsen gesenkt. Das führt dazu, dass mehr Geld in Umlauf kommt, das angelegt werden will. Ein Teil dieses Geldes landet in den Anleihemärkten. Dies deshalb, weil in dieser zweiten Phase die normalen Anleger dem Boden und damit der jungen Rally nicht trauen. Tatsächlich ist diese zweite Phase zumeist von weiteren Erschütterungen, die direkte oder indirekte Folgen des Crashs sind, geprägt. Das können politische, wirtschaftliche und andere Probleme sein (aktuell z.B. Staatsverschuldung, u. ä.). In dieser Zeit haben also viele Anleger „Angst“ und suchen deswegen eher die Sicherheit von Staatsanleihen und das trotz niedriger Zinsen.< /p>

Sofern die Erschütterungen dieser Zeit nicht so gravierend werden, dass sie die Aktienrally abwürgen, wird trotz der allgemein verbreiteten Ängste und der negativen Berichterstattung in den Medien der Anstieg der Aktienkurse weiter gehen. Und dieser trotzige Anstieg der Aktienkurse, scheinbar gegen jede Vernunft angesichts der immer noch prekären Lage, ist das Typische für eben diese zweite Phase. Mit diesen immer weiter steigenden Kursen begreifen immer mehr Anleger (meistens wieder erst im letzten Drittel dieser Phase), dass man am Aktienmarkt mehr Rendite erwirtschaften kann, als bei den aktuell sehr niedrigen Zinsen. Und damit rutschen wir in die dritte Phase.

3. Phase (grünes Rechteck)

Die dritte Phase ist von Gier gekennzeichnet. Mittlerweile hat der Aktienmarkt einen erheblichen Anstieg hinter sich. Derweil sind die Zinsen gleichzeitig immer weiter gesunken. Zunächst kommt es zu einer Gewöhnung an die Krisen, also einer Art „Krisenmüdigkeit“. Etwas später werden die meisten Krisenherde sogar tatsächlich beseitig oder treten in den Hintergrund (typisches Thema dafür interessanterweise: Staatsverschuldung).. Für die Anleger bedeutet das: Eine hohe Rendite auf dem Aktienmarkt in einem scheinbar sicheren Umfeld steht einer niedrigen Rendite auf dem Anleihemarkt entgegen. Somit entscheiden sich immer mehr Anleger dafür, ihr Geld aus dem Anleihemarkt nach und nach abzuziehen, um es in die Aktienmärkte zu investieren.

Diese dritte Phase führt damit zu einem fallenden Bund-Future (und damit nach langer Zeit zu wieder steigenden Zinsen) und einem meist sehr dynamischen Anstieg im Aktienmarkt (Euphorie-Phase). Das sieht man schön in dem oberen grünen Rechteck.

Auch wenn Sie sich den Chartvergleich anschauen, wird klar, dass wir uns am Ende der zweiten Phase befinden. In den nächsten Wochen / Monaten werden wir in die dritte Phase übergehen. Deutlich ist zu erkennen, dass der Bund-Future mittlerweile Schwäche zeigt, während der Kurs des DAX massiv anstiegt. Die Auflösung des bisherigen Gleichlaufs ist das entscheidende Zeichen für den Eintritt in die dritte Phase (und das ist natürlich auch der Grund für diesen Text heute).

Wenn die Schuldenkrise in der EU egal auf welche Art und Weise gelöst wird oder in den Hintergrund rückt, müssen wir also davon ausgehen, dass irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten die typische dynamische Aktienrally der dritten Phase einsetzt. Und dann sollten Sie unbedingt dabei sein!

Interessanterweise passt dieses Szenario wiederum zum bekannten US-Präsidentschaftszyklus (ich hatte hier davon berichtet). Das Vorwahljahr (übernächstes Jahr finden wieder US-Präsidentschaftswahlen statt) zählt zu den besten Jahren für die Aktienmärkte.

Fazit

Natürlich sind die Schuldenkrisen und andere Krisenthemen ernstzunehmende Faktoren, die im Fall einer Eskalation jede Rally im Keim ersticken könnten. Aber grundsätzlich verläuft das Wechselspiel zwischen Anleihemarkt und Aktienmarkt sowie die aktuelle Rally trotz (oder gerade wegen) dieser Krisen noch genauso, wie es soll. Und das ist beachtlich genug! Betrachten Sie dazu einfach in Ruhe den obigen Chartvergleich.

Solange die aktuelle Entwicklung der Anleihe- und Aktienmärkte weiter derart idealtypisch verläuft, müssen wir einfach von der Euphorie-Rally ausgehen – egal, was Sie auch gerade in den Medien hören.

Natürlich muss man trotz dieser eindrucksvollen Fakten immer vorsichtig bleiben. Wie gesagt, die Krisen sind in der zweiten Phase real und gefährlich. Das müssen sie sein, sonst würden sie nicht so viele Menschen davon abhalten, Aktien zu kaufen. Und niemand kann Ihnen versprechen, dass diese Krisen nicht doch eskalieren und zu einem Börsencrash führen. Aber Sicherheit gibt es an den Börsen nicht, es bleibt ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten…(Quelle: stockstreet.de)

Viele Grüße

Jochen Steffens

Daimler, VW, BMW und Porsche – Augen auf beim Aktienkauf

Wir hatten ja bereits in unserem Börsen Newsletter vor einigen Wochen geschrieben, dass die Aktien der Autobauer eine mögliche Jahresendrally anführen könnten. Heute scheint sich diese Theorie einmal mehr zu bestätigen. Die Aktien von Daimler, VW, BMW und Porsche bleiben weiterhin im Blickfeld der Anleger. Eine heute veröffentlichte Studie zu den Automobilaktien von Nomura sorgt für frischen Wind in der Branche. Die dort geäußerten Einschätzungen teilen wir nahezu uneingeschränkt. Jedoch sind wir grundsätzlich eher der Meinung, dass man verstärkt auf die Gewinner von morgen setzen sollte. Soll heißen, dass insbesondere der bald entstehende VW-Porsche Konzern für uns nach wie vor die größte Phantasie birgt.

Auch das Jahr 2011 könnte ein weiteres gutes Jahr für die Autobauer werden. Bei BMW gehen wir zwar eher davon aus, das hier das weitere Potenzial eher begrenzt erscheint, jedoch kann die BMW Aktie durchaus noch in den allgemein freundlichen Umfeld bis 70,- Euro ansteigen. Hier sollte dann aber langsam Schluss sein. Bei Daimler hinkt man der seit Wochen laufenden Hausse noch etwas hinterher. Auch wenn die Aktie im direkten Vergleich mit der Konkurrenz etwas langweilig erscheint sehen wir hier ein gewisses Nachholpotenzial. Das Kursziel für die BMW-Aktie hat Nomura nun auf 61,00 Euro angehoben und die Daimler-Aktie mit einem Kursziel von 50,00 Euro versehen. Die Analysten von Cheuvreux hingegen sind mit 60,- Euro für Daimler etwas optimistischer.

Allen voran bleibt die Porsche Aktie auf der Überholspur. Nach der gestrigen Hauptversammlung und der nun beschlossenen Kapitalerhöhung kann der Titel erneut stark zulegen und notiert aktuell über der 61,- Euro Marke. Das nächste Kursziel dürfte nun bei ca. 66,- Euro liegen, danach bei 72,- Euro. Der Markt hat offenbar inzwischen erkannt, dass nicht nur operativ beim Sportwagenbauer wieder alles wie geschmiert läuft, sondern auch die Neuausrichtung des Konzerns mit der fünften Baureihe und den Synergieeffekten mit dem Mutterkonzern einiges an Kursphantasien eröffnet. Nicht vergessen sollte man wohl auch den Anteil den Porsche am VW Konzern momentan hält, dieser wird ebenfalls fast täglich mehr wert. In diesem Sinne – genießen Sie Ihre Gewinne!

Haftbefehl – Wikileaks Gründer Assange von Interpol gesucht

Es kam so wie es kommen musste, wenn man sich mit den richtig Mächtigen dieser Welt anlegen will. Wikileaks Gründer Julian Assange befindet sich Presseberichten zufolge seit heute offiziell auf der Flucht. Bereits vor den jüngsten Veröffentlichungen der zumeist für die USA peinlichen Geheimdokumente hatte der 39-jährige schon mehrfach geäußert sich bedroht zu fühlen. Die letzten Wochen hatte er offenbar intensiv darüber nachgedacht in der Schweiz Asyl zu beantragen. Heute dann taucht eine völlig neue Komponente in der Presse auf. Interpol sucht den Wikileaks Gründer wegen des Verdachtes auf Vergewaltigung. Er soll in Schweden kürzlich zwei Frauen vergewaltigt und sexuell genötigt haben. Der Australier hat die Vorwürfe zurückgewiesen und befürchtet öffentlich einen Komplott der US Regierung gegen Ihn.

Die Ganze Geschichte hat mal wieder einen etwas faden Beigeschmack. Man mag geteilter Meinung sein über die Veröffentlichung der Geheimdokumente, ob diese hilfreich sind, oder eher mehr Schaden anrichten, und nur einer kleinen Gruppe von Journalisten wirklich von Nutzen sind, sei einmal dahin gestellt. Letztlich war es wohl sehr blauäugig von dem Australier zu glauben, dass er durch diese Veröffentlichungen nicht umgehend zum Staatsfeind Nummer 1 der USA erklärt werden würde.

Assange hatte dem „Time“-Magazin  kürzlich ebenfalls ein Interview gegeben in dem er den Rücktritt von US-Außenministerin Hillary Clinton forderte. „Wenn Clinton für die von Wikileaks aufgedeckten Spionage-Anweisungen verantwortlich sei, müsse sie dafür auch die Verantwortung übernehmen“, sagte Assange, der das Telefonat von einem unbekannten Ort aus führte.

Gestern hat der Australier noch zudem angekündigt sehr bald sehr unangenehme, oder vielmehr katastrophale Dokumente über eines der größten Finanzinstitute der USA veröffentlichen zu wollen, die eine gewisse Sprengkraft besitzen. Gemunkelt wurde, dass es sich hierbei um die Bank of America handeln könnte. Das letzte was die USA wohl jetzt brauchen kann ist ein erneuter Bankenskandal der das Zarte Pflänzchen Aufschwung wieder zerstört, und natürlich auch an den Börsen für heftige Turbulenzen sorgen könnte.

Ob an der Vorwürfen der Vergewaltigung etwas dran ist oder nicht werden wir wohl so schnell nicht erfahren. Jedoch dürfte die „Öffentlichkeitsarbeit“ von Assange nun deutliche eingeschränkt sein. Assanges schwedischer Anwalt hat angekündigt, eine Aufhebung des schwedischen Haftbefehls vor dem Obersten Gericht in Stockholm erwirken zu wollen. Der Haftbefehl war vorher in zwei Instanzen bestätigt worden.

VW – Porsche Fusion rückt näher, auch die Vorzugsaktionäre stimmen der Kapitalerhöhung zu

Auf der gestrigen Hauptversammlung der Porsche AG in Stuttgart haben die Aktionäre gestern für die Kapitalerhöhung bei dem Sportwagenbauer in Höhe von fünf Milliarden Euro gestimmt. Damit haben die Stamm- und Vorzugsaktionäre, die jeweils zur Hälfte an der Kapitalmaßnahme teilnehmen werden, den Weg für einen intergrierten VW-Porsche Konzern geebnet. Allerdings muss auch die VW-Hauptversammlung dieses Vorhaben noch absegnen. Die Familien Porsche und Piëch hatten schon vor Monaten zugesagt, bei der Kapitalerhöhung den Teil der Stammaktionäre von bis zu 2,5 Milliarden Euro zu tragen, nun haben auch die Vorzugsaktionäre zugestimmt. Letztlich blieb auch wohl keine Alternative…

Mit frischem Geld soll der Schuldenberg in Höhe von sechs Milliarden Euro der Porsche Holding auf ein erträgliches Maß zurückgefahren werden, um das Unternehmen baldmöglichst mit Europas größtem Autobauer verschmelzen zu können. Die Kapitalerhöhung soll bis Ende Mai kommenden Jahres stattfinden, spätestens aber bis Ende August. Der im Anschluss geplante Aktientausch mit VW könnte sich jedoch wegen rechtlicher und steuerlicher Risiken über das Jahresende 2011 hinaus bis 2014 verzögern. Gemeinsam mit dem Sport- und Geländewagenbauer Porsche will VW-Chef Martin Winterkorn dann bis zum Jahr 2018 zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen und Toyota vom Thron stoßen.

Solarworld AG – im Rausch der Tiefe

Mit einem erneuten Minus von fast sechs Prozent rauscht der Aktienkurs des Branchenprimus der deutschen Solarbranche in Richtung der sieben Euro Marke. Bei ca 7,05 Euro dürfte noch einemal eine Unterstützung zu finden sein, auch wenn eine Analyse des wertes anhand von Charttechnik beinahe schon nicht mehr möglich ist. Sollte diese Marke auch fallen dürfte es zügig in Richtung 6,42 Euro gehen. Die Analysten von Merrill Lynch haben heute erneut das Kursziel für Solarworld von 6,00 auf 5,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Underperform“ belassen. Sie verwiesen darauf, dass weitere Kürzung der Solarsubventionen in Deutschland nach einem kürzlich erschienenen Bericht der „Financial Times Deutschland“ immer wahrscheinlicher werden. Die Solarbranche bleibt somit unter schwerem Beschuss, ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht, und man sollte vor einem Neueinstieg wohl erst einmal abwarten wo die Reise endet.

VW und Porsche nach HV kräftig im Aufwind, der Cajun kommt!

Bereits gestern wurde bekannt, dass der Sportwagenbauer Porsche in Zukunft im VW Konzern eine deutlich gewichtigere Rolle spielen soll. Volkswagen setzt voll und ganz auf die Kompetenz der Zuffenhausener in Sachen Sportwagen hieß es gestern. Heute auf der Hauptversammlung wurden weitere Details zur Integration von Porsche bekannt gegeben. man wolle nun die Schirmherrschaft für die Marken Bugatti und Bentley ebenfalls an Porsche übertragen, hieß es.Die beiden Luxus-Pkw-Marken werden sich künftig eine Architektur-Plattform mit dem Porsche Panamera teilen, den sogenannten Standardbaukasten für heck- und allrad-getriebene große Limousinen. Die Porsche Entwicklungsabteilung soll im ersten Schritt mit 150 Millionen Euro weiter ausgebaut werden, und ca. 100 weitere Ingenieure sollen eingestellt werden.

Ebenfalls gestern wurde bekannt, dass Porsche nun mit der Produktion der fünften Baureihe beginnen werde. Der „Cajun“ kommt also etwas schneller als erwartet. Mit dem kleinen Geländewagen, der preislich unterhalb des Kassenschlagers „Cayenne“ angesiedelt werden soll, will sich Porsche für eine jüngere, weniger zahlungskräftige Kundschaft öffnen. Der Aufsichtsrat gab am Montag grünes Licht zur Entwicklung der Modellreihe. VW-Chef Martin Winterkorn ließ es sich nicht nehmen, die frohen Botschaften den Entwicklern von Porsche am gestrigen Montag selbst zu überbringen. Mit der Neuausrichtung des Konzerns gerät die Marke Audi nun bei der Konzeption von Sportwagen etwas ins Hintertreffen was den Ingolstättern nicht unbedingt behagen dürfte. Dennoch wird die Marke Audi wohl auch in Zukunft eines der wesentlichen Zugpferde des Volkswagen-Konzerns bleiben.

Der Zeitpunkt all dieser guten Nachrichten ist natürlich nicht zufällig gewählt. Die Konzernführung möchte damit die Zukunft des Konzerns in den schillerndsten Farben malen, um für die anstehende Kapitalerhöhung bei dem Sportwagenbauer zu werben. Insgesamt sollen 5 Milliarden Euro eingenommen werden, um die Schuldenlast von knapp 6 Milliarden schnellstmöglich deutlich zu drücken. Die Familien Porsche und Piech haben sich bereits bereit erklärt einen Großteil dieser Kapitalerhöhung mit zu tragen. Der Optimismus ist wohl auch berechtigt. Die Synergien die sich durch einen integrierten Automobilkonzern erzielen ließen, dürften die Gewinne in den kommenden Jahren, nachdem man sich der Altlasten entledigt hat, weiterhin kräftig sprudeln lassen.

Sowohl die Aktien von VW als auch von Porsche bleiben weiterhin gefragt. Analysten diverser Bankhäuser setzen permanent ihre Kursziele für alle Aktiengattungen der beiden Unternehmen nach oben, (bis auf ein paar wenige Ausnahmen) Wir gehen davon aus, dass dieser Trend weiter anhalten dürfte und die VW-Porsche Story auch im kommenden Jahr eine der interessantesten überhaupt sein dürfte. Wir bleiben natürlich dabei, und werden ggf. weiter aufstocken!

Wirtschaftswachstum, Korea, Irland und Wikileaks

Heute korrigierte die EU Kommission noch einmal ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren in der Eurozone deutlich nach oben. Deutschland bleibt der Wachstumsmotor in der Region und profitiert überproportional am Aufschwung. Im Jahr 2012 sollen erstmals seit dem Jahr 2007 in allen 27 EU-Staaten Wirtschaftswachstum geben. Dabei attestierte die Kommission allen Mitgliedstaaten ein durchschnittliches Wachstum von 2,0 Prozent. Allen voran soll Deutschland mit satten 3,7 Prozent in diesem Jahr und 2,2 Prozent für das kommende Jahr weiterhin kräftig zu dieser gemeinschaftlichen Wirtschaftsleistung beitragen. Noch im Mai gingen die Fachleute lediglich von Wachstumsraten von 1,2 und 1.6 Prozent für die deutsche Wirtschaft aus.

Im laufenden Jahr rechnet die EU-Kommission laut ihrer neuesten Konjunkturprognose in den 27 EU-Staaten mit 1,8 Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. In den 16 Staaten mit Euro-Währung sollen es 1,7 Prozent sein. Auch hier hatte die Kommission vor Kurzem noch mit deutlich niedrigeren Raten von jeweils ca. einem Prozent Wachstum gerechnet. Für das kommende Jahr rechnet man nun mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent für die Gesamtleistung aller EU Staaten, sowie 1,5 Prozent in der Eurozone. Diese soll dann in 2012 auf 2,0 beziehungsweise 1,8 Prozent steigen. Bleibt festzuhalten, dass es doch offenbar viel besser um Europa bestellt ist, als dies derzeit angenommen wird. Schwache Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal oder auch Spanien könnten das Gesamtergebnis zwischendurch etwas belasten, die Richtung für die Gemeinschaft stimmt aber.

Andere Faktoren belasten das eigentlich eher positive Bild an den Börsen aber zunehmend. Da wäre zum einen natürlich die finanzielle Rettung Irlands, die einen faden Beigeschmack behält. Eigentlich hätte dies den Euro heute etwas stärken sollen, jedoch bleibt die Charttechnik wohl zunächst einmal im Vordergrund. Demnach müsste der Wechselkurs der europäischen Gemeinschaftswährung zum Dollar wohl unbedingt noch das Kursziel von 1.31 abarbeiten, und somit die untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends noch einmal bestätigen. Auch fundamental spricht vieles dafür, dass der Wechselkurs hier dann wieder drehen sollte.

Zudem haben die Amerikaner heute ein nicht ganz ungewichtiges Problem mit der Veröffentlichungen der Geheimdokumente auf Wikileaks. Die Auswirkungen dieser Dokumente auf die politischen Beziehungen zwischen einigen Nationen dürften wohl nicht ohne sein. Bereits heute kann man in den ersten Videos und Artikel dazu sehen und lesen das sich die USA nun wieder in der Opferrolle sehen, was einer gewissen Komik nicht entbehrt.

Und dann waren da noch die Gefechtsübungen vor der Küste Koreas. Eigentlich der einzige Faktor der mir persönlich ernsthafte Sorgen bereitet. Wiedermal stehen die Nord- und die Südkoreaner am Rande eines Krieges. Wiedermal wollen beide Seiten ihre Macht demonstrieren, und riskieren dabei eine internationale Eskalation. Die Amerikaner sind inzwischen mit einem Flugzeugträger vor Ort um ebenfalls Entschlossenheit zu demonstrieren. Die Chinesen haben sich heute verhältnismäßig besonnen dazu geäußert, es bleibt also für uns alle, und insbesondere für die Koreaner zu hoffen, dass dieser Konflikt schnellstmöglich beigelegt werden kann!

Zum Abschluss noch etwas Positives. Wir befinden wir uns nun, nach den Feiertagen um Thanksgiving in einer sehr spannenden Phase. Der sogenannten „Black Friday“ hat gezeigt, dass sowohl in Europa als auch in den USA wieder kräftig konsumiert wird. Somit sollte einem guten Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels eigentlich nicht mehr viel im Wege stehen. Hierzulande sprachen einige Vertreter von Einzelhandelsketten gar bislang von extrem guten Umsatzzahlen. In den USA ist das Bild ähnlich, nichts braucht diese Nation so dringend wie einen starken Konsum um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, und dieser Wunsch scheint nun, zumindest im Weihnachtsgeschäft, in Erfüllung zu gehen. In dieser Börsenwoche ist also wieder einmal für Spannung gesorgt!

Deutsche Bank – war das jetzt das Finale?

Seit Wochen dümpelt die Aktie der Deutschen Bank nur noch hin und her, mit weiter fallender Tendenz. Bei Kursen um die 40,- Euro waren sich die meisten Marktteilnehmer einig, dass diese Marke halten sollte. Die Unterstützung lag im Bereich um die 38,50 Euro. Heute gab es, nachdem diese vor ein paar Tagen unterschritten wurde, einen erneuten heftigen Abverkauf der Aktie unter hohen Umsätzen. Bis in den Bereich um die 36,50 Euro rutschte der Kurs des deutschen Bankenprimus innerhalb weniger Minuten. Auf diesem Niveau fanden sich sofort große Käufer die hunderttausende Stücke sofort dankbar gekauft haben. Hier lag dann auch die letzte Unterstützung die wir uns spätestens als möglichen Kaufkurs notiert hatten. Es ist also nun durchaus möglich, dass wir den finalen Ausverkauf bei der DB Aktie gesehen haben könnten. Wir setzen auf einen baldigen Rebound und haben heute gekauft!

Alles in allem ist der Kursverlauf wohl für die meisten Anhänger von Ackermann und Co. in den letzten Wochen eher unbefriedigend gewesen. Nun muss sich zeigen, ob nicht nur die Kapitalerhöhung verdaut ist, sondern auch die Postbank-Übernahme sowie die Risiken aus den diversen schwachen europäischen Staaten wie Irland usw. Anleger befürchten offenbar, dass hier noch eine ganze Menge Risiken schlummern könnten, die auf das Deutsche Geldhaus in nächster Zukunft zukommen werden. Fundamental ist die Deutsche Bank wohl immer noch eines der günstigsten Unternehmen aus dem Bankensektor weltweit, wenn sich der zu erwartende Schaden halbwegs in Grenzen hält. Die 400,- Millionen Euro die in Irland offenbar versenkt wurden kann man wohl in der heutigen Zeit eher als „Peanuts“ bezeichnen.

Weitere Belastungen für Solarworld, Q-Cells, Conergy & Co.

Seit heute herrscht wieder verstärkt Unruhe im Solarsektor. Als wäre diese Branche in den letzten Wochen nicht schon genug unter die Räder geraten, konnte man erneut die jüngsten Pläne unserer Regierung über eine erneute Kürzung der Einspeisevergütung in Zeitungsberichten lesen. Diese neu angefachte Diskussion könnte den gesamten Sektor wohl zu Beginn der Woche wieder belasten. Zwar ist das Thema nicht neu und wurde bereits vor Wochen schon einmal angeschnitten, jetzt scheinen die Pläne wohl aber etwas konkreter zu werden. Ob man angesichts dieser erneut aufkommenden Diskussion, weiteres Geld einzusparen, nun in Panik verfallen sollte? Nein sicherlich nicht, das Thema war schon länger bekannt, allerdings verwundert immer wieder das offensichtlich komplett fehlende Fingerspitzengefühl einiger Politiker…

Auch die Analysten von Goldman Sachs sind im Rahmen ihrer jüngsten Branchenstudie somit zu keinem wirklich guten Ergebnis für den Solarsektor gekommen. Die Experten sehen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Kürzung der Einspeisevergütung bis Mitte des Jahres 2011. Dieses Szenario führt dann wohl auch zu geringeren  Investitionen in neue Solarfabriken – Goldman erwartet dann einen weiteren starken Preisverfall.“ Sollte also die Förderung weiter gekürzt werden, hätte dies direkte Folgen für die Margen des gesamten Solarsektors.“ hieß es in der Meldung. Ich gehe mal davon aus, dass die Analysten damit vorrangig den deutschen Solarsektor gemeint haben könnten.

Wie bereits in dem letzten Artikel dargestellt dürfte den deutschen Herstellern von Solarzellen und -modulen weiterhin der Wind kräftig ins Gesicht blasen. Im Gegensatz zu den chinesischen Branchenkollegen, Yingli,  Trina Solar, und LDK Solar, um nur ein paar zu nennen, dürfte die Förderkürzungen andauern. Die chinesischen Unternehmen werden weiterhin mit billigem Geld versorgt, bauen riesige Produktionsanlagen und vertreiben Ihre Produkte deutlich unter den bei deutschen Solarunternehmen marktüblichen Preisen. Für uns bleiben somit nur die Maschinenbauer Roth und Rau sowie Centrotherm langfristig interessant.

Conergy – wie gehts weiter?

Das hochverschuldete Solarunternehmen Conergy bleibt offenbar von einer Pleite verschont, und wird laut einem Zeitungsbericht voraussichtlich bald von mindestens zwei Hedge-Fonds kontrolliert. Der „Financial Times Deutschland“ zufolge soll es sich dabei um die beiden Investoren York Capital und Sothic Capital handeln. Die Hauptgläubiger des offenbar angeschlagenen Solarunternehmens hätten sich im Grundsatz darauf geeinigt, ihre Kredite demnächst in entsprechende Aktienpakete umtauschen zu können, berichtete die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Freitagausgabe. Ziel sei es eine drohende Pleite des Konzerns unter allen Umständen zu verhindern, hieß es weiter.

Bereits seit Wochen gibt es Gespräche mit dem größten Kreditgeber und gleichzeitig dem größten Anteilseigner, der Commerzbank, die rund 30 Prozent der Conergy-Aktien hält. Auch die Deutsche Bank, die Experten zufolge im größeren Umfang Verbindlichkeiten von anderen Gläubigern übernommen hatte, dürfte hier wohl mit am runden Tisch sitzen. Sowohl Conergy selbst als auch die Commerzbank als Hauptaktionär wollten die aktuellen Entwicklungen nicht kommentieren.

Conergy hatte nach den ersten neun Monaten dieses Jahres eine Nettoverschuldung von 261,7 Mio EUR. In diesem Zeitraum machte das Unternehmen nach Steuern 5 Mio EUR Verlust – bei einem Umsatz von 665 Mio EUR. Der Solarkonzern hatte sich erst im Juli mit mehreren Banken auf Kredite in Höhe von 250 Millionen und Bürgschaften im Volumen von 200 Millionen Euro geeinigt, um das weitere Überleben zu sichern. Allerdings geschah dies damals nur unter der Prämisse, dass der Kapitalbedarf damit nun gedeckt sei…

Die Übernahme durch die beiden Hedgefonds muss zwar  nicht zwangsläufig Personalabbau oder eine Zerschlagung zur Folge haben, die Befürchtung darf man aber zumindest als Angestellter der Firma haben. Auch wenn Fachleute glauben dass die Fonds nach etwa zwei Jahren versuchen werden, Conergy mit Gewinn wieder zu verkaufen, und bis dahin der Konzern als Ganzes erhalten bleibt, weiß man ja das in solchen Fällen auch nicht gerade selten die Filetierung des Unternehmens die lukrativere Alternative ist. Zurück bleibt dann oftmals ein leerer Mantel ohne nennenswerte operative Leistung..

Bleibt zu hoffen, dass die Ganze Story um den einstigen Highflyer Conergy im Sinne aller Beteiligten noch ein positives Ende findet. Die Banken und HedgeFonds werden Ihre Schnitte wohl noch machen, bei den Mitarbeitern bin ich mir da nicht so sicher. Die Aktionäre verlieren hier bereits seit Jahren, und das dürfte sich bis auf ein paar gelegentliche Zocks um ein paar Cent wohl so schnell auch nicht ändern.

ifo Präsident Werner Sinn zu Irland, Portugal und dem Euro

Die Irland-Krise ist nach den Worten von ifo-Präsident Hans Werner Sinn nicht so dramatisch wie dargestellt. «Die Lage ist überhaupt nicht so schlimm, wie getan wird», sagte der Ökonom. Die Probleme der deutschen Banken im Fall Irland würden überdramatisiert: «Es wird immer von 130 Milliarden Euro geredet; so hoch seien die Forderungen der deutschen Banken, die angeblich gefährdet sind. Davon sind aber 100 Milliarden Euro Forderungen der Banken gegenüber ihren eigenen Zweckgesellschaften, die in Irland sitzen.» Diese hätten ihr Geld in der weiten Welt investiert und mit den irischen Problemen nichts zu tun.

Sinn erwartet, dass Irland in der Lage sein wird, seine Haushaltsprobleme aus eigener Kraft zu lösen. «Irland hat eine starke Wirtschaft. Die irische Wirtschaftsleistung pro Kopf ist fast 20 Prozent höher als die deutsche; selbst jetzt, nachdem die irische Wirtschaft eingebrochen ist», betonte er. Er empfahl der irischen Regierung die Steuersätze zu erhöhen: «Hätten sie unsere Abgabenquote, die immerhin um elf Prozentpunkte höher ist, würden sie im Geld schwimmen. Sie hätten jedes Jahr 17 Milliarden Euro mehr im Staatssäckel.»

Sinn erwartet, dass die Schuldenprobleme den Euro-Raum nachhaltig verändern werden: «Es wird den Euro in zehn Jahren noch geben», erklärte er. Vermutlich werde Griechenland dann aber nicht mehr dabei sein, ob Portugal dann noch dabei sein werde, wisse er nicht. Quelle: dpa-AFX

Pfleiderer AG – die wundersame Auferstehung einer Totgesagten

Es kam wie es kommen musste, oder zumindest sprach einiges dafür. Die Pfleiderer Aktie befindet sich seit gestern im Rallymodus, Noch am Montag munkelte man über eine mögliche Insolvenz des Unternehmens, seitdem konnte der Titel satte 55 Prozent zulegen. Was ist passiert? Unsere Vermutung, das es sich bei dem „Gemunkele“ um eine gezielt gestreute Ente handeln könnte, scheint nicht so falsch gewesen zu sein. Auch die massiven Probleme bei der weiteren Finanzierung des Unternehmens dürften nur eine Momentaufnahme sein, und wie gestern schon gesagt, ein unkooperatives Verhalten der finanzierenden Banken schlichtweg dumm. Da Banken aber meistens, bis auf ein paar Ausnahmen, alles andere als dumm sind gehen wir von einer baldigen Meldung der Refinanzierung bzw. Verlängerung der Kredite bei der Pfleiderer AG aus.

Die Aktie des Weltmarktführers konnte heute nicht nur bis 2,20 Euro ansteigen wie von uns im ersten Zuge vermutet, sondern auch die charttechnisch äußerst relevante Marke bei 2,53 Euro wieder überschreiten. Hier wurde nun sogar ein starkes Kaufsignal ausgelöst welches zunächst wieder bis in den Bereich von 3,15 Euro führen könnte. Hier verläuft aktuell die 30 Tage Linie. Wie gestern schon geschrieben geht es hier nicht um einen Insolvenzzock sondern viel mehr darum, dass das Unternehmen die zwar für einige Mitarbeiter schmerzlichen, aber offenbar notwendigen Weichen für die Zukunft gestellt hat. Dies sollte das Ergebnis in den kommenden Jahren deutlich positive beeinflussen. Ich freue mich für unsere Newsletter Leser die meiner Einschätzung vom Montag gefolgt sind! Dabei bleiben und Stopps nachziehen!

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