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Gastkommentar: Rosneft vs. Exxon Mobil

Es geht um die Marktmacht der größten Öl- und Energiekonzerne der Welt und darum, wer künftig in unserer neuen, multipolaren Welt das Sagen in Sachen Preispolitik der wichtigsten Energieressource hat. Das mit Abstand größte Ölgeschäft der globalisierten Welt 2012 ist jetzt fast perfekt. Mit der Übernahme des Öl-Joint Ventures TNK-BP steigt Rosneft (Роснефть) mit Sitz in Moskau zum weltgrößten Energieunternehmen auf. Für 55 Milliarden US-Dollar (42 Mrd. Euro) wird Rosneft die drittgrößte russische Ölfirma TNK-BP schlucken. Sie gehört bislang zu gleichen Teilen BP und AAR, einem Konsortium aus vier Oligarchen. Das Geschäft habe insgesamt ein Volumen von 61 Milliarden US-Dollar (46,76 Mrd Euro), sagte der Chef des russischen Staatskonzerns Rosneft, Igor Setschin, im Rahmen eines Treffens mit Präsident Wladimir Putin. Rosneft kauft vom britischen Energiekonzern BP sowie vom russischen Oligarchen-Konsortium AAR jeweils 50 Prozent an TNK-BP. Auf 4,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag schätzen Analysten die Fördermenge des neuen Megakonzerns. Es handelt sich um den größten Deal der Ölbranche seit dem Zusammenschluss von Exxon und Mobil 1999. Ex-Vizeregierungschef Setschin ist ein enger Vertrauter von Präsident Putin.

BP plc London steigt zugleich zum zweitgrößten Rosneft-Aktionär – nach dem russischen Staat – auf. Zudem bekommt der britische Konzern zwei Sitze im Aufsichtsrat des Staatskonzerns. Das Geschäft muss nach britischem Recht nicht von den BP-Aktionären genehmigt werden. Mehrere Investoren drängten darauf, die Einnahmen als Dividende weiterzugeben. BP plc teilte in einer Stellungnahme mit, der Konzern würde noch „prüfen, wie das Geld eingesetzt werden soll“. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, seine „progressive Dividendenpolitik fortzuführen“. Es gilt als wahrscheinlich, dass BP plc einen Teil des Geldes als Reserve behalten wird.

Experten erwarten, dass das neue Russland somit aktiver in die Preisfindung und Marktmacht der globalen Ölindustrie eingreifen wird. Analysten aus der Militär- und Sicherheitsbranche warnen bereits seit Monaten vor einer neuer Formierung und der damit verbundenen Marktmachtkonzentration im besonders sensiblen sowie volatilen Energiesektor in unserer neuen, sich weiter formierenden multipolaren Weltordnung. Die politische Führung in Russland will über den Energiesektor internationalen Einfluss zurückgewinnen. Bilaterale Kooperationen – beispielsweise mit Venezuela und anderen Staaten, die bislang in der besonderen Einflusssphäre mit der ehemaligen UDSSR-Außenpolitik,  werden von Igor Setschin im Auftrage der politischen Kräfte in Moskau konsequent umgesetzt. Wirtschaftlich gesehen geht es um strategische Allianzen.

Geographisch und strategisch gesehen nähert sich das neue Russland dem Ziel, gemeinsam mit den russischen Staatskonzernen und westlichen Partnern, wie BP, die wertvollen Energiereserven im russischen Nordpolarmeer erschließen. Analysten vermuten dort rund ein Fünftel der weltweiten bislang unentdeckten Ölvorkommen. Und vor allem Norwegen fördert dort sehr erfolgreich. Die Norweger hatten erst vor wenigen Monaten einen neuen Fund in der Nähe eines bereits im April 2012 entdeckten Ölfelds erschlossen. In den beiden Förderfeldern “Havis” und “Skrugard” mindestens 400 bis 600 Millionen Barrel gelagert sein. “Havis” sei der zweite ergiebige Fund in der Barentssee innerhalb von neun Monaten, berichtete der CEO von Statoil, Helge Lund. Partner bei dem neuen Ölfeld sind nach Angaben von Statoil mit einer Beteiligung von 30 % der italienische Eni-Konzerntochter “Eni Norge” (Agip) und die norwegische Staatsfirma “Petoro”, die 20 %  halten wird.

Die Förderung soll noch vor Ende des Jahrzehnts beginnen. Lund zufolge ist es wahrscheinlich, dass die Förderung bei den Feldern “Skrugard” und “Havis” gemeinsam vorbereitet wird. Neben diesen Vorkommen entdeckte Statoil zuletzt mit der schwedischen Lundin Petroleum die Felder “Aldous Major South” und “Avaldsness” in der Nordsee. Allerdings wurde noch bis in die jüngste Vergangenheit heftig über den Verlauf der Seegrenzen in der Arktis gestritten. Russland und Norwegen haben gerade erst vor wenigen Monaten den Streit über den Verlauf ihrer Seegrenze in der Arktis beigelegt und damit den Weg für die Öl- und Gasförderung in der Barentssee frei gemacht. Die Nachbarländer unterzeichneten einen Vertrag auf der Grundlage eines Kompromiss, der die Aufteilung eines Gebiets regelt, das etwa halb so groß wie Deutschland ist. „Es hat 40 Jahre gedauert, um zu diesem Abkommen zu gelangen“, sagte kürzlich noch der vormalige russische Präsident Dmitri Medwedjew.

Société Générale Group S.A. stuft aktuell die Rosneft-Aktie (ISIN US67812M2070/ WKN A0J3N5) auf „buy“ mit einem Kursziel bei 8,00 US-Dollar ein. Mit 5,40 Euro pro Anteilsschein liegt Rosneft über dem 52-Wochen-Tief von 4,595 Euro (Stichtag 12.12.) und diese Prognose verspricht eine gute Performance. Sandro Valecchi, Analyst

Facebook – 22 oder 15 Dollar nach den Zahlen ?

Es läuft nicht gerade rund für Mark Zuckerberg und seine Kumpanen bei Facebook. Zumindest aus beruflicher Sicht hat der Firmengründer momentan alles andere als einen leichten Stand. Seit dem Börsengang hat die Facebook Aktie kräftig an Wert verloren, ein Ende des negativen Trend ist aus meiner Sicht auch noch nicht zu erkennen. Morgen ist die erste richtige Bewährungsprobe für den Konzern. zum zweiten Mal seit dem Börsengang legt der Internetkonzern Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Hier müssen nun harte Fakten sprechen. Die beruhigenden Worte Zuckerbergs, ebenso wie die Ankündigung in naher Zukunft keine Aktien zu veräussern, werden jetzt wohl alleine nicht mehr reichen.

Um dem schwächelnden Aktienkurs auf die Beine zu helfen versucht der Konzern bereits seit längerem, insbesondere sein Angebot für mobile Endgeräte, weiterhin zu optimieren. Unabhängig von dem tatsächlichen Zahlenwerk wird der Markt also genau diesem Punkt besondere Beachtung schenken. Es wird somit ganz entscheidend sein wie überzeugend Mark Zuckerberg die neue Strategie seines Unternehmens und den damit verbundenen Ausblick auf die kommenden Quartalen präsentieren kann. Denn nach der Meinung vieler Analysten wird der Erfolg oder Misserfolg des Sozialen Netzwerkes in der Zukunft alleine durch die Mobility-Stragie entschieden. Bereits heute greifen über 600 Millionen Facebook Anwender mobil auf das Netzwerk zu.

Heute wurde bekannt dass der Konzern nun auch noch seine Europa Chefin verloren hat. Die US Börsenaufsicht hingegen entlastete das Unternehmen heute gegen die Vorwürfe beim verpatzten Börsengang gravierende Fehler gemacht zu haben. Facebook wurde von zahlreichen Investoren vorgeworfen, ihnen wichtige Informationen vorenthalten, und die Geschäftsaussichten geschönt dargestellt zu haben…. Es wird wohl noch eine Weile dauern bis endlich etwas Ruhe bei Facebook einkehrt. Auch wenn Facebook ein Internet-Gigant ist, merkt man eben doch dass es sich hier um ein noch junges Unternehmen handelt. Ich erwarte ehrlich gesagt keine Wunder für den morgigen Tag. Hinzu kommt noch dass die Aktie aus meiner Sicht selbst jetzt noch deutlich zu teuer sein dürfte… Wer Lust hat sieht sich mal vergleichsweise die Kursentwicklung bei Groupon seit dem Börsengang an.

Commerzbank will und muss sparen, Deutsche Bank profitiert von Kurszielanhebung

Erfreuliche Nachrichten für Commerzbank Aktionäre, schlechte für einen Teil der Commerzbank Mitarbeiter. Die Commerzbank will in den kommenden Jahren kräftig sparen. Insgesamt soll dabei rund eine Milliarde Euro in den kommenden Jahren eingespart werden. Am 08.November will Commerzbank Chef Martin Blessing die neue Strategie des Konzerns vorstellen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Nicht die aktuellen Kosten sind mit diesen geplanten Maßnahme gemeint, sondern viel mehr die zu erwartenden Kostensteigerungen in den kommenden Jahren! Der Hebung dieses Sparpotentials liegt eine Berechnung zugrunde wonach sich die Kosten im Allgemeinen um ca. 3 bis 5 Prozent jährlich erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen sollen ersten unkommentierten Presseberichten zufolge insgesamt 1000 bis 1800 Stellen im Privatkundengeschäft auf dem Prüfstand stehen. Ich kann nicht sagen dass mich diese Meldung nun überrascht oder gar verwundert und schon gar nicht begeistert, aber dem Markt gefällts. CoBa Aktionäre zeigen sich heute erfreut von den Plänen der Bank und lassen den Aktienkurs wieder deutlich freundlicher tendieren, als noch am Freitag. Damit hat sich auch das charttechnische Bild wieder deutlich aufgehellt. Das Erreichen der Zielmarke bei 1,655 Euro erscheint nun wieder möglich zu sein.

Für Aktionäre der Deutschen Bank sollte der positive Trend nach dem kleinen Rücksetzer am Freitag ebenfalls weiter gehen. Charttechnisch betrachtet stehen die Ampeln weiterhin auf grün. Auch die positiven Analystenstimmen mehren sich nun allmählich wieder. So hat beispielsweise die Société Générale das Kursziel der Deutschen-Bank-Aktie heute von 36,- auf 42,- Euro angehoben. Der Aufwärtstrend der Aktie ist unverändert intakt. Damit ergibt sich nun die Chance, dass die Aktie wieder nach oben dreht und kurzfristig „wie geplant“ in Richtung 35,40 und später in Richtung 39,50 Euro ansteigt. Erst ein Abrutschen unter die Unterstützung bei 32,80 Euro würde das bereits in der letzten Woche hier auf Investors Inside geschilderte Szenario negieren. Beide Aktien befinden sich nach wie vor in einer sehr interessanten Ausgangslage für einen erfolgreichen Jahresendspurt am Aktienmarkt. Mehr dazu können Sie >hier< noch einmal nachlesen.

Google, Microsoft, Intel und IBM enttäuschen – Was ist mit VW, Daimler, SAP, BASF, Peugeot, Renault und Wacker Chemie?

Der Ausklang der letzten Börsenwoche hat viele Anleger wieder etwas nervös werden lassen. Reihenweise wurden am Freitag Stopps ausgelöst oder Aktien aktiv verkauft. Schwergewichte wie General Electric und Mc Donalds gehörten zu den großen verlierern ebenos wie die Aktie der Citigroup. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass die eigentliche Schwäche fast ausschließlich aus dem Technologie Sektor kommt. bereits seit Wochen sind Technologieaktien unter Druck. Egal ob HP, Dell oder AMD, wir haben es hier mit eiber echten Korrektur in dem Sektor zu tun die wahrscheinlich bald auslaufen wird, nachdem nun auch die Schwergewichte unter Beschuss geraten. Sehen Sie selber, deutlicher könnte es nicht sein:

Nach dem verpatzten Start der gesamten Technologie Elite in die Berichtssaison kommen nun wohl selbst bei den hartgesottene Bullen erste Zweifel auf. Mit Google, Microsoft, Intel und IBM enttäuschte bisher alle großen Player in Ihrem Segment mit den Zahlen für das dritte bzw. dem Ausblick für das vierte Quartal. Auch SMA Solar, und Nokia lieferten aus meiner Sicht katastrophale Zahlen und/oder Ausblicke ab. Das ist aber nur eine Randnotiz. Allmählich kippt damit die zuvor eher neutrale Tendenz der Berichtssaison weiter in den negativen Bereich. Mit Spannung darf somit in dieser Woche die nun auch in Deutschland richtig startenden Berichtssaison erwartet werden.

Schwergewichte wie VW, Daimler, SAP, BASF, Puma und auch Wacker Chemie werden Ihre Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal veröffentlichen. Auch hier, und insbesondere bei den beiden Autobauern, dürfte der weitere Ausblick auf das letzte Quartal 2012 ebenso interessant sein wie eine Vorschau auf das Marktumfeld in 2013. Während ich mir bei dem Volkswagen Konzern da wenig ernsthafte Sorgen mache, haben mich die jüngsten Nachrichten aus dem Hause Daimler doch einigermaßen skeptisch werden lassen. Richtig unruhig werden hingegen wohl die Aktionäre von Peugeot Citroen am Mittwoch und Renault am Donnerstag auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen warten…!

Bei SAP und BASF  gehe ich hingegen davon aus dass diese Unternehmen eher eine saubere Bilanz abliefern werden. Puma hingegen dürfte einen Gewinnrückgang verkünden. Bei Wacker Chemie scheiden sich hingegen die Geister. Wie wird sich die Schwäche im Solarsektor tatsächlich auf die Ergebnisse des Spezialchemie- Unternehmens ausgewirkt haben? Zuletzt hat der Aktienkurs in Erwartung schlechter Zahlen noch einmal deutlich nachgegeben und das 10-Jahres Tief erneut getestet. Der bereits erfolgte Kursrutsch der letzten Wochen sollte allerdings aus meiner Sicht nun das Schlimmste schon eingepreist haben. So gesehen könnten die Überraschungen hier nun eher auf der positiven Seite zu finden sein…Die kommende Woche verspricht mal wieder sehr spannend zu werden….!

Wochenrückblick – Dürr, Rheinmetall, Deutsche Bank, Commerzbank, VW und Daimler im Fokus

Die Börsenwoche letzte fing eigentlich sehr gut an. Bankenwerte und auch zyklische Titel, wie beispielsweise die Autobauer, haben sich im Vergleich zum Gesamtmarkt gut entwickelt. Dabei gelang es auch der Deutschen Bank Aktie über das letzte Hoch auszubrechen und nun Kurs auf die 40,- Euro Marke zu nehmen. Das Sorgenkind Commerzbank entwickelte sich ebenfalls sehr erfreulich und erreichte zuletzt wieder Kurse um die 1,60 Euro. Bereits am Montag hatte ich ja im Blog darauf spekuliert dass der Aufwärtstrend bestätigt werden sollte. Noch am Donnerstag Morgen sah auch alles danach aus als ob beide Bankaktien nun zu neuen Höchstständen aufbrechen könnten. Auch charttechnischer Sicht war der Weg sowohl für die DB Aktie als auch für die CoBa frei. Doch dann kam erneut völlig unvermittelt und komischer Weise zu genau diesem Zeitpunkt die Ratingagentur Moody´s mit einem negativen Bericht zu deutschen Bankaktien daher. Was im Anschluss passiert ist wissen wir ja alle. Über die Sinnhaftigkeit von Ratings und den jeweils gewähltem Zeitpunkt habe ich mich ja in letzter Zeit schon zu Genüge ausgelassen und enthalte mich hier eines weiteren Kommentars…!

Aber auch ansonsten gab es, oder gibt es noch einige sehr interessante Setups die es heute zu erwähnen gilt. Über die aus meiner Sicht interessantesten habe ich auf Investors Inside jeweils einen Artikel in den letzten Tagen verfasst. Allen voran wäre da natürlich die Apple Aktie zu erwähnen, ebenso wie der peinliche Patzer bei Google, der letztlich wohl auch der Auslöser für den Kursrutsch am Freitag gewesen ist. Weiterhin spannend bleibt auch die Frage ob die deutschen Autobauer, VW, BMW, Daimler und Porsche dauerhaft der Krise trotzen können. Am kommenden Mittwoch und Donnerstag werden beide Unternehmen ihre Daten zum abgelaufenen Quartal bekant geben.

Bei den Automobilzulieferern zeigen sich bereits erste Bremsspuren, bzw. genau genommen werden dieser erwartet, was bislang aber noch nicht bestätigt wurde. Die Aktien von Leoni, Continental und auch Rheinmetall haben unter dieser Annahme aber bereits kräftig gelitten. Hier dürften sich demnächst sehr interessante Einstiegsgelegenheiten ergeben. Zur Rheinmetall Aktie sei noch kurz erwähnt dass die Wahrscheinlichkeit für ein“Gap Close Szenario“, wie von mir vor Monaten schon geschrieben, nun immer größer wird.

Die Dürr Aktie gefällt mir persönlich weiterhin sehr gut. Den Titel habe ich Ihnen Anfang der letzten Woche auch noch einmal in unsere neuen Kategorie „Chart der Woche“ auf Investors Inside vorgestellt. Kürzlich ist der Titel, nach dem Ausbruch nach oben, noch einmal deutlich unter die 60,- Euro Marke gerutscht  was wahrscheinlich eine hervorragende Kaufgelegenheit für längerfristig orientierte Anleger gewesen sein dürfte. Eher von der negativen Stimmung erfasst wurde zwischenzeitlich die Lanxess Aktie, die in den letzten Tagen kräftig korrigiert hat. Am Freitag ist die Aktie aber bereits wieder gegen den allgemein vorherrschenden Trend aus der Abwärtsbewegung ausgebrochen. Nun sollte allerdings noch abgewartet werden ob dieser Ausbruch bestätigt wird, denn der kommende Montag lässt, nach den schlechten Vorgaben aus Übersee, zunächst einmal nicht viel gutes Erwarten.

Alles schaut auf die Apple Aktie !

….Die größte Enttäuschung der letzten Woche dürfte wohl der 20%ige Gewinneinbruch bei Google gewesen sein. Die Cash Cow der Wallstreet hat zum ersten Mal so richtig enttäuscht. Gleiches fürchtet der Markt nun wohl auch im Falle Apple. Denn der Aktienkurs folgt weiterhin dem technischen Muster dass ich Ihnen in unserem kostenlosen Börsenbrief bereits vor zwei Wochen vorgestellt habe. Bitte >hier< noch einmal nachlesen!

Nach wie vor messe ich der Entwicklung des Aktienkurses von Apple eine enorme Bedeutung bei. Deswegen möchte ich heute Ihre Aufmerksamkeit auch noch einmal kurz auf dieses Thema lenken. Denn am Freitag hat nicht zuletzt der Kursrutsch bei Apple dafür gesorgt dass die US Indizes entsprechend schwach aus dem Rennen gegangen sind. Ob wir es nun also mit einer ausgedehnteren Korrektur zu tun haben werden, oder ob es sich lediglich um eine technisch bedingte Korrektur handelt, die beendet ist wenn auch die Apple Aktie wieder nach oben dreht, werden wir wohl bereits in der kommenden Woche wissen. Dass die Apple Aktie das von mir vor zwei Wochen genannte Kursziel von ca. 605 Dollar erreichen wird betrachte ich als so gut wie sicher. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 609,84 Dollar! Die spannende Frage ist aber aus meiner Sicht immer noch: Was ist wenn die Apple Aktie doch weiter korrigiert? (Zum Vergrößern des Chart bitte 2x klicken)

 

 

Wie immer ist das ganze natürlich ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, möchte ich an dieser Stelle vorausschicken. Ich gehe immer noch davon aus dass sich die Aktie der 605 ,- Dollar Marke nähern wird und damit zunächst das Measured Move Target aus der aktuellen Chartformation erreicht ist. Die Dynamik der Bewegung vom Freitag dürfte einige Apple Fans schon etwas beunruhigt haben. Auch wenn die Aktie erneut ganz oben auf der Liste der bei Schwäche gekauften Aktien stand, bleibt für mich die Frage offen ob es das dann schon gewesen ist. Ich halte zumindest einen Test der runden Marke von 600,- Dollar für möglich, da solche Marken oftmals eine magische Anziehungskraft ausüben. Darunter wären noch das 61,80 Fibonacci Retracement bei 592,- Dollar ebenso wie das letzte signifikante Tief bei 565,- Dollar als mögliche Kursziele denkbar. Der seit Jahren bestehende Aufwärtstrend verläuft (unten rechts eingezeichnet!)  nun bei ca. 500,- Dollar. Dies ist auch der Bereich in dem dann nach erfolgtem Einstieg die Stopps platziert werden sollten.

Ob diese Marken noch erreicht werden kann ich Ihnen natürlich auch nicht verbindlich sagen. Oftmals ist es aber so dass sich Anleger bei so teuren Aktien etwas schwer mit den tatsächlichen Relationen tun. Deswegen noch einmal eine Hilfestellung an dieser Stelle von mir. Eine Korrektur bis auf 565,- Dollar wären, ausgehend vom Schlusskurs am Freitag, lediglich ca. 7 Prozent. Erinnern Sie sich bitte daran was mit Google diese Woche passiert ist. Es ist also theoretisch möglich, sollte Apple mit den Quartalszahlen enttäuschen! Auch ein Test des langfristigen Aufwärtstrends ist „nur“ ca. 17 Prozent entfernt. Der mittelfristige Trend seit Dezember 2011 wurde bereist gebrochen, was nicht gut ist.

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder auf die Bedeutung der Apple Aktie für die Entwicklung der US Indizes (insbesondere des Nasdaq natürlich!) hingewiesen. Der Multi Milliarden Dollar Konzern und die daran hängende gesamten Lieferkette für iPad, iPhone & Co. werden den weiteren Weg der US Indizes in den kommenden Tagen maßgeblich beeinflussen. Am kommenden Donnerstag, den 25.10.2012 wird Apple seine Quartalszahlen vorlegen und dabei wohl auch einen Ausblick auf das Weihnachtsquartal und das Gesamtjahr liefern. Der zu erwartende Aktienkurs der nächsten beiden Tage könnte sich also, in Erwartung guter Daten, als hervorragender Einstiegskurs in eine Aktie erweisen, die jeder schon immer haben wollte. Die relevanten Marken habe ich Ihnen genannt, handeln müssen Sie nun selber.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die richtigen Entscheidungen und eine erfolgreiche Börsenwoche!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

5 Jahre Investors Inside und kein bisschen leise…!

Am letzten Samstag war ein besonderer Tag für dieses(n) Blog. Es(r) ist nämlich fünf Jahre alt geworden. Unglaublich wie die Zeit vergeht!

Was macht man an einem solchen Jahrestag, habe ich überlegt. Gehe ich jetzt doll feiern und lasse es mal richtig krachen? Zuerst habe ich sogar darüber nachgedacht ob ich das überhaupt hier erwähnen sollte, was auch den zeitlichen Versatz erklärt. Schließlich war es ja schon am 13ten Oktober soweit…Nun habe ich mich also doch entschlossen ein paar Zeilen darüber zu schreiben. Ich möchte Sie aber nicht mit irgendwelchen Bilanzen und Statistiken langweilen. Viel mehr bin ich stolz darauf auch heute nach fünf Jahren immer noch mit dem gleichen Elan für die immer zahlreicher werdenden Blogleser Artikel und Analysen zu schreiben. Und natürlich möchte ich mich heute bei Ihnen allen für die regelmäßigen Besuche auf Investors Inside herzlich bedanken.

In den letzten fünf Jahren habe ich viele Webprojekte und Blogs kommen und gehen sehen und immer wieder festgestellt dass es offenbar nicht allen Blogbetreibern gelingt dauerhaft die Zeit und natürlich auch die Lust aufzubringen ihren Blog regelmäßig mit Texten zu füllen. Auch mich hat gelegentlich eine kurze Schreibblockade befallen, oder ich hatte schlicht und ergreifend manchmal auch keine Zeit in der gewohnten Häufigkeit hier zu posten. Dennoch hat es mir immer Freude bereitet meine Beobachtungen an den Kapitalmärkten mit Ihnen zu teilen, wenn es etwas zu teilen gab! Manche Leute spielen eben Golf oder Tennis und ich betreibe in meiner Freizeit diesen Blog…

Fünf Jahre sind in menschlichen Maßstäben jung aber in der schnelllebigen Internetwelt schon fast eine Ewigkeit! Ich freue mich somit heute vor allem darüber, dass es diesen Blog überhaupt noch gibt! Ich würde nicht behaupten dass Investors Inside ein Urgestein des Internets ist, aber als Blog im Finanz- und Wirtschaftbereich doch inzwischen einer der ältesten. Die Leser und deren vielfältigen Rückmeldungen waren stets die beste Motivation für mich und machen den Kern eines Blogs aus. Daher gilt mein ganz großer Dank vor allem Ihnen, für die Kommentare, die Kritik, das Klicken, die zahlreichen Newsletter Anmeldungen und für die vielen interessanten persönlichen Kontakte, die sich daraus im Laufe der Zeit ergeben haben.

Und natürlich freut mich die besondere Wahrnehmung von Investors Inside in den Medien, die inzwischen vielen tausend regelmäßigen Leser und die erreichten Anerkennungen in Form von Awards und Preisen für meine tägliche Arbeit hier. Heute kann ich somit sagen, es macht mir immer noch viel Spaß diesen Blog zu betreiben! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein schönes Wochenende.

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Google hats gründlich vergeigt…Apple weiterhin schwach

Eigentlich waren die US Aktienmärkte gestern, nach vier starken Handelstagen, weiterhin auf einem guten Weg einen erneuten Angriff auf die Höchststände zu unternehmen. Der S&P 500 hatte mit dem Tageshoch von 1.464 Punkten die kritische Hürde bei 1.460 Punkten bereits hinter sich gelassen, bis dann plötzlich Unruhe und hektisches Treiben diese Bewegung wieder zerstörten. Der Grund war eine Panne bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Online Riesen Google. Nicht nur dass die Zahlen ungefähr vier Stunden zu früh den Markt erreichten, offenbar war das Zahlenwerk auch noch nicht von Firmenchef Larry Page abgesegnet und für die Öffentlichkeit freigegeben worden.Ebenso schlimm wie diese Panne empfand der Markt aber wohl auch den Inhalt der Pressemeldung.

Demnach hat Google im dritten Quartal einen unerwarteten Gewinnrückgang von 20 Prozent auf nur noch 2,18 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Vor allem die hohen Entwicklungskosten für die neuen Smartphones mit dem Googles Betriebssystem Android haben die Gewinne des Konzerns deutlich belastet. Hinzu kommt auch, dass Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte. Das zeigt ganz deutlich dass auch eine Cash Cow wie Google nicht ewig auf der Erfolgsspur bleiben kann. Zwar sind die Zahlen immer noch recht ordentlich, aber die erfolgsverwöhnten Aktionäre drückten umgehend den Verkaufsknopf, nach der Veröffentlichung der Daten. Die Aktie rauschte ungebremst bis zu 10,5 Prozent in die Tiefe und wurden vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Später konnte sich das Google Papier wieder etwas erholen und schloss mit einem Minus von „nur“ noch 8 Prozent.

Der Online Werbemarkt im allgemeinen und Google im speziellen galt in den letzten Jahren immer als verlässlicher Gewinnproduzent. Auch hier scheint die Krise aber so allmählich erste Bremsspuren zu hinterlassen und der Wachstumsmarkt Internet stößt offenbar langsam an seine Grenzen. Mit dem (zu früh) veröffentlichten Zahlenwerk von Google werden aus meiner Sicht nun einige Fragen aufgeworfen.   Die Feststellung dass solch peinliche Pannen auch Weltkonzernen wie Google passieren können bleibt dabei nur eine Randnotiz. Beispielsweise bleibt für mich, neben meinen Überlegungen zum Online Werbemarkt, die Frage: Was passiert eigentlich mit der Apple Aktie wenn hier die ersten leichten Enttäuschungen kommen? Und sie werden kommen, früher oder später – die Frage ist nur wann! Und was passiert dann mit dem Gesamtmarkt? Die Apple Aktie gab auch gestern wieder 1,86 Prozent ab und bleibt im Abwärtstrend…!

SMA Solar kappt Prognose, erst 2014 wieder profitabel?

Heute hat es auch den ehemaligen Börsen Highflyer SMA Solar erwischt. Kein Unternehmen dass nur ansatzweise mit der Solarindustrie verknüpft ist kann sich offensichtlich dem negativen Trend entziehen. So nun auch geschehen bei dem Weltmarktführer für Wechselrichter, SMA Solar. Das Unternehmen kappte seine Prognose und erwartet für das Gesamtjahr jetzt nur noch ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis. Auch ein Verlust scheint offenbar möglich zu sein. Der Nachfragerückgang, insbesondere in Europa sowie der immer weiter zunehmende Preisdruck in der Branche lasten schwer auf der Bilanz des Solarunternehmens. Der Umsatz wird  im laufenden Jahr auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro zurück gehen, hieß es in der Pressemitteilung. Für das kommende Jahr wird gar nur noch einUmsatz in Höhe von 0,9 bis 1,3 Milliarden Euro erwartet.

SMA Solar wird sich nun im Zuge einer Restrukturierung und weiteren Kostensenkung schrittweise von insgesamt 450 Mitarbeitern trennen. Gleichzeitig werden insgesamt 600 Zeitarbeitsverträge wohl nicht mehr verlängert. Zum Schluss der Presseerklärung gab es dann noch ein paar aufbauende Worte vom Vorstandssprecher: „Wenn es uns gelingt, die Herstellungskosten zu reduzieren und den Markt für Energiemanagement- und Solar-Diesel-Hybrid-Systeme zu erschließen, werden wir ab 2014 wieder zur Profitabilität zurückkehren können“, erklärt Pierre-Pascal Urbon. Für meinen Geschmack sind das etwas zu viele „wenns“… Der Aktienkurs der SMA Solar AG brach gestern nachbörslich bereits kräftig ein. Kurse unter 20,- Euro dürften kurzfristig wohl Realität werden. Die Aktie muss man wohl unter den gegebenen Umständen in den nächsten zwei Jahren nicht im Depot haben.

Commerzbank Aktie mit neuem Kursziel bei 1,655 Euro – Deutsche Bank Aktie bestätigt den Ausbruch

Die Commerzbank Aktie folgt ebenso wie der große Bruder, die Aktie der Deutschen Bank, unbeirrt weiter dem vorherrschenden Trend. Gestern hatte ich Ihnen ja bereits die aus meiner Sicht aussergewöhnlich bullishe Situation bei der Deutschen Bank Aktie hier im Blog geschildert. Daran konnten auch die negativen Analystenkommentare von JP Morgan heute nicht viel ändern. Die Deutsche Bank Aktie ist ausgebrochen, das nächste Kursziel liegt bei 39,50 Euro, respektive 40,- Euro. Näheres dazu können Sie >hier< noch einmal nachlesen. Die für die meisten Leser unseres Blogs aber noch spannender Frage ist nach wie vor, wohin die Reise bei der Commerzbank Aktie gehen könnte. Dazu habe ich Ihnen heute folgenden aktualisierten Chart mitgebracht: (zum Vergrößern einfach 2 x auf den Chart klicken)

 

 

Zuletzt habe ich hier folgendes zur Commerzbank Aktie am vergangenen Montag zum besten gegeben: „Die Commerzbank Aktie knabbert aktuell gerade an der so wichtigen Marke von 1,496 Euro. Diese gilt es nun zu überwinden nachdem zuvor bereits die Widerstandszone zwischen 1,465 und 1,48 Euro genommen werden konnte. Gelingt nun auch noch der weitere Anstieg bis über die nächste Widerstandslinie bei 1,516 Euro wäre der Weg frei bis zum noch offenen Gap zwischen 1,55 und 1,562 Euro. Hier verläuft zusätzlich noch das 23,60er Fibonacci Retracement, weswegen ich der Aktie einen Test dieser Marke in nächste Zeit eine hohe Wahrscheinlichkeit einräumen würde.“ (Artikel vom 15.10.2012 )

Heute befindet sich die Commerzbank Aktie bereits über der letzten nennenswerten Hürde bei 1,586 Euro. Gelingt es nun diese Marke auch noch auf Tagesschlussbasis zu überwinden steht einem Test des letzten Hochs aus charttechnischer Sicht nichts mehr im Wege. Damit ist das nächste Kursziel bei 1,655 Euro klar definiert. Die eigentlich spannende Frage ist aber wohl was danach passieren wird. leider kann ich Ihnen diese zu diesem Zeitpunkt auch nicht seriös beantworten, ich räume der Aktie aber ,in dem gegebenen Umfeld, die Fähigkeit zu einen Bruch des letzten Hochs ein. Die weiteren Kursziele lägen dann bei 1,79 und 1,996 Euro bevor irgendwann das Januar-Hoch bei 2,20 Euro in Angriff genommen werden kann.

Lange Rede kurzer Sinn. The trend is your friend, auch bei der Commerzbank Aktie. Der Ausbruch und der weitere Anstieg der Deutschen Bank Aktie, ebenso wie das freundliche Umfeld für Finanztitel in den USA dürften die CoBa Aktie weiterhin mit nach oben ziehen. Schlechte Nachrichten sind in nächster Zeit hier nicht zu erwarten. Bis zur Vorlage der Quartalszahlen und der Präsentation der neuen Strategie der Bank am 8. November hat die Aktie jetzt aus charttechnischer Sicht Rückenwind, natürlich immer vorausgesetzt dass der Gesamtmarkt freundlich bleibt…!

Nokia – heute ist Showdown!

In ca 2 Stunden wird Nokia, der ehemals größte Handyhersteller dieser Welt seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentieren, die vom Markt bereits mit großer Spannung erwartet werden. Bereits seit Woche wird ja eigentlich nur noch über die tatsächliche Höhe des Verlustes spekuliert den Nokia heute bekannt geben wird. Analysten rechnen im Schmitt mit Erlösen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro und einem Ergebnis von minus 233 Millionen Euro. Unter dem Strich soll also ein Verlust von 0,11 Euro pro Aktie angefallen sein. Das wäre noch einigermaßen verträglich…sollte der Verlust deutlich höher ausfallen werden wir das wohl auch umgehend im Aktienkurs sehen…!

Viel entscheidender als das Ergebnis des letzten Quartals ist aber wohl die grundsätzliche Aussicht dass es dem ehemaligen Weltmarktführer gelingen kann wieder den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen. Der ehemalige Microsoft Manager und jetzige Nokia-Chef Stephen Elop hat mit den neuen Lumia-Modellen mit Windows Phone zum finalen Angriff auf Apple und Co geblasen. Die Vorbestellungen für die neuen Nokia Geräte Lumia 920 sollen Presseberichten zufolge sehr vielversprechend sein. Trotz des vergleichsweise hohen Preises von 649,- Euro! In den USA wird das neue Lumia 920 zunächst exklusiv über den US-Mobilfunk-Carrier AT&T vermarktet.

Ganz wesentlich für die weitere Entwicklung des Aktienkurses werden also schon bald  Hinweise darauf sein wie gut die neue Lumina Generation vom Markt tatsächlich angenommen wird. Ab Anfang November soll die neue Generation des Nokia Flaggschiffs mit Windows Phone 8 dann tatsächlich erhältlich sein. Somit kann man wahrscheinlich erst nach dem Weihnachtsquartal eine halbwegs brauchbare Aussage darüber treffen ob es Nokia gelingen wird wieder im Markt für mobile Endgeräte ernsthaft mitzuspielen. Spekulativ orientierte Anleger können heute  bereits vor der Veröffentlichung der Zahlen auf ein Comeback von Nokia setzen, vorsichtigere Naturen warten die Zahlen oder das Weihnachtsquartal lieber erst einmal ab! Aus meiner persönlichen Sicht gibt es hier weiterhin keinen Handlungsbedarf.

Conti leidet unter Nokian und Delticom – Merrill Lynch, Deutsche Bank, Lampe und Morgan Stanley bleiben positiv

Ich bin etwas verwundert darüber dass die Nachrichten, die unter anderem auch die Continental Aktie kurzzeitig zu Fall brachten immer noch nicht wirklich wahrgenommen werden. Deswegen möchte ich das hier kurz nachholen um Sie auf dem Laufenden zu halten. Nicht nur die negativen Acea-Zahlen und die Aussagen zu der Entwicklung bzw. dem Automobilabsatz in Europa dürfte für den Kurssturz von über 5 Prozent verantwortlich gewesen sein, sondern viel eher die Meldung des finnischen Mitbewerber Nokian Tyres. Dieser hatte am Dienstag gewarnt, dass der operative Gewinn im zweiten Halbjahr unter dem des Vorjahres liegen werde. Die Nokian Aktien brachen daraufhin um über 11 Prozent an der Heimatbörse ein und lösten eine wahre Flut von Kursstürzen bei nahezu allen namhaften Reifenherstellern aus. Ebenso wie bei Conti gaben auch die Aktien von Pirelli kurzzeitig deutlich nach.

Auch der Online Reifenhändler Delticom hatte heute nicht viel Gutes zu verkünden. Demnach ist der Umsatz wegen des schleppenden Winterreifen Geschäftes um stolze 12 Prozent auf Jahresbasis eingebrochen. Es konnten nun noch 87,2 Millionen Euro im letzten Quartal und damit 280,4 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres umgesetzt werden. Wesentlich dramatischer schlug sich diese Veränderung bei der operativen Marge des Unternehmens nieder. Statt der gewohnten 9,5 Prozent Ebit Marge sank die operative Rendite nun auf nur noch 4,9 Prozent. Die im Sommer bereits gesenkte Jahresprognose musste nun erneut gekappt werden…

Inzwischen hat sich der Continental Aktienkurs wieder etwas erholt, notiert aber immer noch unweit des letzten Tiefs. Wichtig wäre jetzt dass das vorangegangene Tief bei 77,- Euro, das nun unterschritten wurde, kurzfristig wieder überschritten werden kann um den charttechnischen Schaden einigermaßen in Grenzen zu halten. Aus meiner Sicht ist der jüngste Kursverlauf deutlich überzogen gewesen, denn schließlich besteht Continental schon lange nicht mehr nur aus dem Reifengeschäft. Wie wir alle wissen hat Conti in den letzten Quartalen hervorragende Zahlen geliefert. Ich gehe weiterhin davon aus dass das Unternehmen auch bei der nächsten Vorlage der Geschäftszahlen eher positive überraschen wird. Conti Chef Elmar Degenhart sieht sein Unternehmen weiterhin auf Kurs und hat diese Annahme gestern noch einmal bestätigt..

Die Analysten von Merrill Lynch haben das Kursziel für die Continental Aktie kürzlich bei 88,- Euro taxiert, die Deutsche Bank erwartet dass der Aktienkurs noch in den dreistelligen Bereich vordringen kann und bestätigte das Kursziel von 100,- Euro, ebenso wie das Bankhaus Lampe das Kursziel von 105,- Euro. Gestern hat Morgan Stanley den Conti Aktienkurs auf 98,- Euro taxiert. Diese positive Grundstimmung unter den Analysten sollte den Aktienkurs weiterhin stützen…!

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