Author Archives: Lars

Kursbewegendes bei Solarworld, Google, Microsoft, AMD und K+S

Solarworld, kein Licht am Ende des Tunnels

Der angeschlagene Modulhersteller Solarworld rutscht immer tiefer in die Krise. Auch im ersten Halbjahr hat man bei dem deutschen Branchenprimus einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Dabei sanken die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um weitere 41 Prozent auf nur noch 201 Millionen Euro. Der Verlust belief sich in diese Zeitraum auf 69 Millionen Euro, nachdem man im Vorjahreszeitraum noch 144 Millionen Euro abschreiben musste. Solarworld versucht sich zudem mittels eines Rettungsplans aus der angespannten Situation zu befreien, indem unter anderem die Anleihegläubiger auf 55 Prozent ihrer Forderungen verzichten sollen. Ob das deutsche Wirtschafts-Märchen aber dadurch am Ende doch noch gut ausgehen wird oder nicht bleibt noch abzuwarten. Gestern verlor die Aktie erneut 15 Prozent nach Bekanntgabe der Quartalszahlen….Weiterhin ein Titel die ich unbedingt meiden würde!

Google verdient prächtig

Der weltgrößte Internetkonzern Google verdient weiterhin prächtig. Im zweiten Quartal wuchs der Gesamtumsatz des Suchmaschinenprimus um stolze 19 Prozent auf 14,1 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf unterm Strich 3,2 Milliarden Dollar. Aber…Anleger zeigten sich aber unzufrieden mit den Wachstumsraten und schickten die Aktie nachbörslich um fünf Prozent in den Keller. So ist es wohl wenn man ganz oben ist, wir haben das auch schon bei anderen Highflyern erlebt. Die Luft wird dünner und irgendwann kippt die Stimmung. Ob die Google Aktie noch die 1.000,- Dollar Marke überschreiten kann oder nicht muss nun abgewartet werden. Spätestens da sollte man dann auch mal die Gewinne einstreichen.

Microsoft enttäuscht auf hohem Niveau

Das stark rückläufige PC Geschäft macht auch Microsoft zu schaffen und im Tablet Geschäft läuft es ebenfalls nicht rund. Im letzten Quartals sollen die Auslieferungen von PCs um 11 Prozent zurück gegangen sein, was dem fünften Rückgang beim Absatz von Tischrechnern entsprach. Somit verkaufte Microsoft auch deutlich weniger Betriebssysteme. Insbesondere auch bei den Surface Tablet PCs lief es nicht mehr rund. Hier zeichnet sich immer mehr ab dass das Produkt aus dem Hause Microsoft am Markt nicht ankommt. Trotz Preissenkungen bleibt das Surface ein Ladenhüter. Die Abschriebungen für Microsoft sind entsprechend hoch. Im vierten Geschäftsquartal konnte der Software-Riese dennoch seinen Umsatz dennoch um 10 Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar steigern und erzielte dabei einen Gewinn von 5,0 Milliarden Dollar. Der Markt hatte mehr erwartet – die Aktie dürfte heute kräftig unter Druck kommen.

AMD verbrennt Geld

Ähnlich erging es in den letzten drei Monaten dem Chiphersteller AMD. Auch hier hinterlässt die schwache PC-Nachfrage tiefe Spuren in der Bilanz. Der Umsatz fiel um 18 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar, der Verlust im zweiten Quartal lag bei somit erneut deutlich höher als erwartet bei 74 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen unterm Strich noch 37 Millionen Dollar verdient. Auch bei der AMD Aktie ist heute wohl nicht viel Gutes zu erwarten…!

K+S Trendwende nach dem Fakeout?

Abschließend noch eine eher persönliche Beobachtung, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Ich beobachte seit Wochen intensiv die Kali und Salz Aktie. Dabei habe ich insbesondere das Kursverhalten, die Ordergrößen etc. Verfolgt und bin am Ende meiner Recherche fest davon überzeugt gewesen dass der Aktienkurs hier von irgend einer „höheren Macht“ in die gewünschte Richtung bewegt wurde. Wer wissen will wer dahinter stecken könnte, sollte sich die zuletzt angebotenen Optionsscheine mal etwas genauer ansehen, und natürlich die Analysten-Empfehlungen…Gestern wurde nun in einer Trendbeschleunigung kurzzeitig meine Zielmarke von 25,- Euro unterschritten. Ich denke das könnte es nun gewesen sein und habe eine erste Position gekauft. Grundsätzlich halte ich das Risiko auf diesem Niveau für sehr überschaubar, da die fundamentalen Daten des Unternehmens die aktuellen Kurse keinesfalls rechtfertigen.

Fast 100 Prozent mit Peugeot Aktien – Und jetzt?

Die Peugeot Aktie befindet sch weiterhin im Rally Modus. Wie vermutet war der Boden hier im Dezember erreicht, als ich unseren Newsletter Lesern die Aktie zum ersten Mal als attraktive Rebound-Chance vorgestellt habe. Seitdem hat unser Depotwert nun beinahe 100 Prozent zugelegt. Investors Inside Leser die die ganzen Turbulenzen der letzten Monate durchgestanden haben, dürften sich somit über diese erfreuliche Entwicklung wohl freuen. Die spannende Frage ist nun aber wie es bei dem zugegebener Maßen angeschlagenen Autobauer weiter geht. Dazu nur ganz kurz an dieser Stelle: Das zuletzt von mir genannte Kursziel von 7,40 Euro wurde nun inzwischen deutlich übertroffen und die Aktie konnte daraufhin auch in den letzten Tagen weiter sehr dynamisch zulegen. Nächste Ziele liegen nun bei 9,15 und 9,95 Euro…Die Marke von 7,55 Euro sichert nach unten ab.

Grundsätzlich sollte man einen solchen Lauf natürlich nicht vorzeitig beenden, denn langfristig rechne ich persönlich mit einem Comeback der Franzosen. Aber – wie heißt es so schön – an Gewinnmitnahmen ist noch keiner gestorben. Somit erwäge ich momentan einen Ausstieg aus aus der Position mit der Hälfte meiner Aktien. Die verbleibende Hälfte wäre dann praktisch kostenlos in mein Depot gewandert und ich kann mir die langfristige Entwicklung der Aktie ganz gelöst ansehen. Denn, die Lage bei dem französischen Autobauer bleibt vorerst angespannt, das sollte nicht vergessen werden. Aber es gibt auch Nachrichten die mich grundsätzlich erwarten lassen dass es hier weiter kräftig aufwärts gehen könnte. Ich werde also den Markt für mich entscheiden lassen indem ich einen engen StoppLoss setze, den ich nun successsive nachziehe.

Die hervorragende Entwicklung der Aktie zeigt aber auch, wie wichtig es ist, eine Idee die man hat auch gegen den Mainstream durchzuziehen, und vor allem dann auch dabei zu bleiben, auch wenn es manchmal schwer fällt. Die richtigen Gewinne erzielt man eben nur da wo die breite Maße gerade nicht hinschaut, oder aber bewusst wegschaut. In diesem Sinne freue ich mich für unsere Leser des kostenlosen Börsenbriefes über eine satte Rendite innerhalb eines halben Jahres, und natürlich auch ein wenig darüber Recht behalten zu haben. viele Grüße, Ihr Lars Röhrig

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Kursbewegendes bei Nokia, E.ON, Wacker Chemie und SAP

Nokia – Angst vor den Zahlen?

Die Aktie des finnischen Handy Herstellers machte zuletzt durch diverse Gerüchte auf sich aufmerksam. Zudem präsentiert der Konzern am laufenden Band immer neue Smartphones mit immer besseren Digitalkamera-Eigenschaften. Der große Knalleffekt bei der letzten Präsentation des Super-Smartphones Lumina 1020 blieb aber leider aus, da bereits zuvor Bilder des neuen Gerätes im Internet erscheinen waren. Seitdem dümpelt die Aktie langsam wieder Richtung Süden. Neue Impulse fehlen. Heute wird der Konzern nun die Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Im vorangegangenen Quartal konnte der Umsatzrückgang in der Handy-Sparte (32 Prozent) noch nicht durch vermehrte Verkäufe der Smartphones kompensiert werden. Und so bleibt abzuwarten ob sich an dieser Situation grundlegend etwas geändert hat. Für mich bleibt Nokia auch weiterhin eine Aktie die Ihren ertragswert erst noch unter Beweis stellen muss. Heute Abend wissen wir mehr…

E.ON Wechsel des Finanzvorstandes

Der Finanzvorstand von Deutschlands größtem Energiekonzern E.ON, Marcus Schenck, wechselt zurück zu seinem alten Arbeitgeber Goldman Sachs. Demnach übernimmt ab Oktober der bisherige Chef der konzerneigenen Handelssparte, Klaus Schäfer  dann das Amt. Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Wenning äußerte sein Bedauern über den Weggang Schencks: „Unter seiner Führung wurde das Desinvestitionsprogramm mit einem über alle Erwartungen hinausgehenden Erfolg abgeschlossen“, sagte der Aufsichtsratschef über den Finanzvorstand. Schencks Vertrag mit E.ON hätte turnusgemäß erst zum Ende des Jahres 2014 auslaufen sollen. Der ausserplanmäßige Wechsel eines Finanzvorstandes ist immer etwas was man als Anleger skeptisch betrachten sollte…Ich warte weiterhin ab, da es aus meine Sicht aktuell keinen Grund gibt in der E.ON Aktie investiert zu sein.

Stimmungsmache bei Wacker Chemie

Die Aktie des Spezialchemie Unternehmens ist seit gestern erneut etwas unter Druck, was überwiegend mit der jüngsten Berichterstattung bzw. den Analystenkommentaren zusammenhängen dürfte. Insbesondere das Bankhaus Hauck & Aufhäuser sieht den Aktienkurs bereits seit längere Zeit deutlich tiefer als dies derzeit der Fall ist, und lag damit bereits des öfteren falsch. Gestern wurde nun erneut das Kursziel von 40,- Euro ausgegeben und damit begründet das sich die Polysilicium Preise aufgrund des nach wie vor bestehenden Überangebotes so schnell nicht erholen dürften. Nunja, Wacker Chemie besteht nicht nur aus Polysilizium, und der Zeitpunkt für eine solche Analyse ist nach den jüngsten Nachrichten aus China auch irgendwie komisch gewählt. Die Strafzölle auf US Produkte könnten ein echter Game Changer für Wacker Chemie sein! Für einige Börsenblättchen reicht dieser Analystenkommentar aber offensichtlich um gleich in die selbe Kerbe zu schlagen, nachdem die Aktie allerdings zuvor noch über den Klee gelobt wurde. Was soll man sagen…?! Ich stehe immer noch auf der anderen Seite, da mir die Argumentation der Analysten wirklich nicht einleuchten will. Wacker Chemie – jetzt oder nie

SAP senkt die Ziele

Die Aktie des Software-Konzerns SAP gehörte ebenfalls lange zu den Lieblingen von Analysten, die sich in den vergangenen Monaten mit immer höheren Kurszielen gegenseitig übertroffen haben. Nun kehrt seit geraumer Weile etwas Ernüchterung ein. Nachdem Europas größter Softwareentwickler heute seine gesteckten Ziele etwas zurückgenommen hat, gerät die Aktie vorbörslich erneut unter Druck. SAP senkte das Jahresziel im Kerngeschäft mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen auf „nur noch“ 10 Prozent Zuwachs – geplant waren bislang 11 bis 13 Prozent. Ansich ja nicht unbedingt ein Rückgang der nennenswert ist…Anleger zeigen sich aber heute deutlich verunsichert darüber, das die Geschäfte insbesondere in Asien, dem Wachstumsmarkt schlechthin für SAP, schleppend laufen. Nach dem aktuellen Rücksetzer könnte die Aktie nun wieder einen Blick wert sein sobald sich eine Stabilisierung abzeichnet.

Commerzbank – Kauf mich!

Die Commerzbank trennt sich weiterhin von ihren Altlasten, was der Aktie gestern wieder einmal etwas auf die Sprünge geholfen hat. Nicht ganz überraschen erreichte den Markt gestern die Meldung dass die CoBa sich nun von den Resten der ehemaligen Hypothekentochter Eurohypo in Großbritannien trennt.  Bereits im April diesen Jahres war darüber spekuliert worden, dass die  US-Großbank Wells Fargo und den Finanzinvestor Lone Star sich für diesen Teil des Unternehmens interessieren würden. Für die Commerzbank dürfte dieser Abschluss dann ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein, für die Aktionäre kommen dadurch aber zunächst weitere Belastungen in Höhe von 179 Millionen Euro auf das Unternehmen zu, die man in der nächsten Bilanz des Konzerns finden wird. Ansich kein nennenswerter Betrag wenn man bedenkt welcher Probleme man sich hier entledigt hat…

Eine weitere Meldung fand am gestrigen Morgen die Aufmerksamkeit der Anleger. Zeitungsberichte zufolge ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble derzeit bemüht, mögliche Interessenten für den staatlichen Anteil an Deutschlands zweitgrößter Bank zu finden. Als heißer Kandidat für einen Einstige bei der CoBa wurde dabei die schweizerische UBS gehandelt, die offenbar schon ernsthaftes Interesse signalisiert haben soll. Die UBS war für eine Stellungnahme zu diesen Spekulationen allerdings noch nicht zu haben…! Dem Kurs der Commerzbank Aktie taten diese beiden Meldungen aber gut, die CoBa gehörte nach langer Zeit mal wieder zu den Dax-Spitzenreitern.

Dass unsere Bundesregierung daran interessiert sein soll den 17-prozentigen Anteil an der Commerzbank nun zu diesen Preisen zu veräussern, muss dann aber schon zu denken geben, wenn man sich das noch einmal durch den Kopf rauschen lässt. Ein solcher Verkauf wäre wohl auch mit einem Milliarden-Verlust für die Steuerzahler verbunden und sicherlich schwer zu rechtfertigen. Zumal wir uns unmittelbar vor den Bundestagswahlen befinden wäre ein solches Milliardengrab wohl eher nicht gewünscht… Sollte dem aber tatsächlich so sein, muss man sich grundsätzlich auch die Frage stellen ob hier nicht irgend etwas im Busch ist. Eine entsprechende Bestätigung der gestrigen Gerüchte würde ich persönlich also eher sehr kritisch werten.

Seit Monaten erreichen immer wieder mal solche Nachrichten den Markt, und das nicht selten zu einem Zeitpunkt an dem der Aktienkurs der Commerzbank weiter abzusaufen droht. Bereits heute interessiert sich im Übrigen laut einem Bericht in „Die Welt“ die spanische Santander für die Commerzbank-Anteile…! Auch hierzu gab es aber keine Stellungnahme der CoBa oder Santander Bank. Kritische Menschen könnten also auch durchaus unterstellen, dass hier eventuell aktive Kurspflege betrieben werden soll, was ich natürlich hiermit ausdrücklich nicht behaupten möchte…! Aber man darf durchaus der Meinung sein dass diese Form der Berichterstattung ein „Geschmäcke“ hat. Ich bin also gespannt welche Vollzugsmeldungen uns hier in nächster Zeit tatsächlich erreichen werden. Bis dahin bleibe ich unverändert bei meiner zuletzt hier getroffenen Einschätzung zu der Aktie.

Yingli, Suntech, LDK, Trina, Jinko und First Solar – Der große Boom in China?

Gestern  war mal wieder ein Tag für Solaranleger – zumindest für diejenigen die sich in den letzten Wochen in die chinesischen Solartitel getraut haben. Die chinesische Regierung hat angekündigt dass man die Investitionen im Solarsektor in den kommenden Jahren noch einmal deutlich steigern wird. Bis zum Jahr 2015 sollen dabei bis zu 35 Gigawatt Leistung neu installiert werden, nachdem zunächst „nur“ 21 Gigawatt veranschlagt waren. Selbstverständlich werden in erster Linie die chinesischen Solarunternehmen von dieser deutlich gesteigerten Ausbauleistung profitieren, und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass gerade diese Aktien gestern deutlich zulegen konnten. Kräftige Zuwächse von teilweise über 20 Prozent bei einzelnen Aktien waren die Folge.

Doch ist diese neue Euphorie wirklich gerechtfertigt? Die Bewertung der einzelnen Unternehmen an der Börse ist teilweise relativ gering, das aber auch nicht ohne Grund! Nahezu alle genannten Unternehmen sind stark defizitär und wurden in den letzten Jahren massiv vom chinesischen Staat gestützt. Diese Hilfen wurden nun successive zurück gefahren. Zudem leiden die Unternehmen nach wie vor unter deutlichen Überkapazitäten und einem extremen Preisverfall für die hergestellten Module und sonstigen Produkte….Ebenso wenig förderlich sind die  Auswirkungen der Strafzölle in den USA und Europa, denen man nun offenbar auf diesem Wege entgegen treten will. Der neue Plan der chinesischen Regierung ist also höchstwahrscheinlich nicht nur energie-, sondern auch industriepolitisch motiviert.

Grundsätzlich wäre es natürlich sehr zu begrüßen dass die Chinesen ihre massiven Umweltprobleme langfristig in den Griff bekommen. Hierzu ist die nun eingeschlagene Richtung sicherlich auch ein wesentlicher Baustein. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber weder klar ob die Chinesen diese ehrgeizigen Ziele überhaupt erreichen können, da die Installation von 35 Gigawatt nicht mal so eben aus dem Handgelenk geschüttelt wird. Noch kann man zwingend davon ausgehen, dass sich der Ausbau der Solarindustirie in China wirklich nachhaltig positiv auf die Solarfirmen auswirken wird.

Deutschland hat für die Installation von 35 Gigawatt ein paar Jährchen gebraucht…Nun traue ich den Chinesen grundsätzlich ein höheres Tempo zu, da man ja gesehen hat wie dort in kurzer Zeit ganze Städte entstehen können. Aber realistisch betrachtet dürfte der erreichbare Wert bis 2015 wohl etwas niedriger liegen als anvisiert. Fachleute gehen hier eher davon aus dass ca. 25 Gigawatt machbar sind…

Mein Fazit: Auch die aktuelle Solar-Rally wird sich- wie die letzten zehn Male auch – nach einer kurzen Euphorie wieder in Luft auflösen, denn die wirtschaftlichen Probleme der Modulhersteller bleiben unverändert hoch. Ausnahmen sehe ich hier bei einigen Zulieferern der Industrie und einer US amerikanischen First Solar. Bei allen anderen Werten wäre ich weiterhin sehr vorsichtig! Kurzfristig kann man eine solche Nachricht natürlich als Trader spielen…Aber nur mit enger Risiko-Kontrolle, da die Kursausschläge in dem Sektor erfahrungsgemäß in beide Richtungen sehr hoch sind.

Klöckner & Co. – wenig Phantasie für steigende Kurse

Auch in diesem Jahr wird der Stahlhändler Klöckner & Co. wohl aller Voraussicht nach rote Zahlen schreiben…Der Finanzvorstand Markus Ketter hat in einem Interview am Wochenende gesagt, dass sein Unternehmen noch ein sehr starkes zweites Halbjahr benötigen würde um überhaupt ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen zu können. Damit  sind die Vorgaben für die Aktionäre wohl auch jetzt schon relativ klar. Denn von einer deutlichen Belebung in der Stahlbranche kann man wohl auch in den kommenden 6 Monaten nicht unbedingt ausgehen. Gerade im krisengeschütelten Europa sind die Bestellungen weiterhin rückläufig und die Preise verharren auf niedrigem Niveau. Dieser Faktor lässt sich höchstwahrscheinlich auch nicht durch stärkere Umsätze in Nordamerika kompensieren.

Um den Finanzinvestor Albrecht Knauf ist es ebenfalls ruhig geworden. Viele Anleger hatten wohl darauf gehofft, dass hier bald weitere Details an die Öffentlichkeit dringen werden. Weitere Käufe von großen Aktienpaketen würden den Aktienkurs zudem gut nach unten absichern…allerdings war davon zuletzt nicht viel zu erkennen. Wie hier schon zuvor berichtet, gehe ich davon aus dass die Holding von Herrn Knauf ebenfalls daran interessiert ist, einen möglichst günstigen Einstandskurs für weitere Anteile zu erzielen. Man sollte sich also nicht allzu viel Unterstützung für die Aktie erhoffen, wenn auch die Spekulation einer größeren Beteiligung an Klöckner & Co. oder gar Übernahme grundsätzlich interessant bleibt.

Die letzte Erholungsbewegung bei der Aktie würde ich persönlich somit eher als rein technisch bedingt betrachten. Der kurzfristige Abwärtstrend bleibt auch nach dem letzten Anstieg voll intakt. Erst bei Kursen über 9,35 Euro wäre ein Ausbruch nach oben tatsächlich wieder möglich. Die aktuelle Unterstützungslinie verläuft hingegen bei ca. 8,25 Euro. Sollte diese irgendwann fallen, sind aus charttechnischer Sicht dann sogar noch einmal Kurse im Bereich zwischen 6,50 und 7,- Euro zu erwarten. Die Klöckner Aktie bleibt daher für mich auch weiterhin erst ein Kauf zu nochmals deutlich niedrigeren Kursen, im Zuge einer Korrektur des Gesamtmarktes. Insgesamt bietet der Titel auf Sicht der nächsten Monate wenig Phantasie für deutlich steigende Kurse.

Aktien im Fokus…Praktiker, Rheinmetall, Deutsche Annington, Telekom, Nokia

Die seit gestern insolvente Baumarktkette Praktiker hofft offenbar noch auch Rettung. Der Vorstand hatte gestern Insolvenzanträge für die Ketten „Praktiker“ und „Extra Bau&Hobby“ beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Ein entsprechender Antrag für die Aktiengesellschaft, die  Praktiker AG, soll spätestens am Freitag folgen, falls nicht doch noch ein weißer Ritter um die Ecke kommt! Marktführer Obi hat bereits gestern signalisiert, dass man keine Interesse an Praktiker habe. Heute war in der Presse zu lesen dass eventuell Hagebau-Geschäftsführer Heribert Gondert interessiert sein könnte, die Filialen zu übernehmen. Man darf also gespannt sein welche Kapriolen die Aktie heute schlagen wird…

Kraus Maffei Wegmann wollte eigentlich 270 Panzer an Saudi-Arabien verkaufen und wohl alle Beteiligten sind davon ausgegangen dass der Deal auch steht. Jüngsten Berichten zufolge droht das Geschäft  nun aber zu scheitern. Offiziell sind die Saudis über die öffentliche Entrüstung in Deutschland gestolpert und wollen deswegen zurückziehen. Ich halte diese plötzliche Empörung zwar eher für vorgeschoben, letztlich ist das aber natürlich für den deutschen Rüstungskonzern eine niederschmetternde Nachricht, ebenso wie für den Zulieferer Rheinmetall. Riad will das Geschäft jetzt laut einem Pressebericht mit der US-Konkurrenz machen. Der Rheinmetall Aktie dürfte die Nachricht heute nicht unbedingt gut tun.

Der Börsengang der Deutschen Annington ist besser gelaufen als erwartet. Nicht dass dies etwas an meiner Einstellung zu dem Unternehmen ändern würde, aber dies ist zumindest für einen zweiten Anlauf bei einem so kurzfristig durchgezogenen IPO bemerkenswert. Analysten zeigten sich gestern ebenfalls erstaunlich positiv zu der möglichen Entwicklung der Aktie. Also vielleicht liege ich hier ja falsch… Dennoch werde ich die Aktie nicht anfassen!

Die europäischen Wettbewerbshüter haben die Geschäfte einiger Telekommunikationsunternehmen in Europa ins Visier genommen. Dabei wurden unter anderem die Firmenzentralen der Deutschen Telekom, ebenso wie die von Orange und  Telefónica durchsucht. Es geht auch hier um mögliche, illegale Preisabsprachen…Konkret hieß es dazu: Die Unternehmen stünden im Verdacht, als Anbieter von Internet-Zugängen gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Sowohl bei unmittelbaren Geschäft mit Endkunden als auch beim weltweiten Datenverkehr zwischen Telekomfirmen könnten die genannten Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung widerrechtlich ausgenutzt haben. Bis zum Abschluss der Untersuchungen dürfte der gesamte Sektor damit unter Druck bleiben.

Nokia verpatzt die Präsentation seines neuen Super-Smartphones Lumina 1020, weil zuvor bereits Fotos des Gerätes im Internet aufgetaucht sind. Wer das kameraähnliche Gerät mal sehen will findet > hier < die ersten Bilder. Der große Knalleffekt bleibt somit aus, auch wenn das neue Smartphone mit seiner 45 Megapixel Kamera für Fotobegeisterte Nutzer durchaus interessant sein dürfte. Die Aktie entwickelt sich weiterhin freundlich, auch wenn der große Wurf bislang ausgeblieben ist. Viel Neues wird von Nokia jetzt wohl erst einmal nicht mehr kommen, damit stellt sich auch die Frage woher nun neue Impulse für die Aktie kommen sollen. Die charttechnische Lage bei Nokia bleibt damit ebenfalls zwar stabil aber auch nicht unbedingt berauschend. Hier hatten sich wohl einige Anleger mehr von der Präsentation des neuen Flaggschiffs versprochen.

Gedanken zum Markt nach dem FOMC Meeting – Neues von Praktiker, Südzucker, HP, Lenovo…

11.07.13, 7:54 Uhr…Es gibt so Tage im Leben eines Börsianers…da steht man auf und versteht die Welt nicht mehr ab dem Moment wo man sein Handelssytem hochfährt. Die taxierten Kurse bei Lang & Schwarz spielen förmlich verrückt und zeigen merkwürdige und übertrieben positive Veränderungen bei einzelnen Aktien an. Bereits gestern gab es eine Darstellungs-Panne beim Dax, somit vermute ich einmal mehr einen Computer-Fehler und denke mir weiter nichts dabei. Denn rein rechnerisch können die angezeigten Kurse gar nicht stimmen…Der Dax Future springt aber auf 8200 Punkte und ich gehe sofort short…Denn auch nach kurzer Recherche kann ich keinen „realistischen“ Grund für einen solch kräftigen Anstieg finden. Ausser natürlich der FOMC Rede von Ben Bernanke, aber da wurde ja eigentlich nichts unerwartetes gesagt.

Der US Notenbank-Chef hat gestern fast schon zwangsweise wieder seinen Gedlbeutel geöffnet – die Anleger damit aber offensichtlich auch nicht mehr wirklich glücklich gemacht. Über die Glaubwürdigkeit der Hü- und Hott-Aussagen der FED haben sich einige Anleger wohl auch mal ein paar grundlegende Gedanken gemacht! Der kleine Anstieg im Dow und S&P 500 am späten Abend wurde sofort wieder verkauft und nachbörslich kam nicht mehr allzu viel Freude auf. Umso unverständlicher ist es, dass man jenseits des Atlantiks dieses Ereignis mehr feiern sollte als in den USA. Wir erinnern uns: Mario Draghis Rede konnte zuletzt auch nur noch kurzzeitig für Euphorie sorgen. Man merkt insgesamt dass die Maßnahmen der Notenbanken immer weniger ziehen werden. Ein Gewöhnungseffekt ist eingetreten.

Nicht zu vergessen ist dabei auch der Auslöser solcher kurzzeitig populären Maßnahmen, der darauf hindeutet dass es in den USA weiterhin nicht wirklich rund läuft! In Japan das gleiche Spiel. Die Notenbank dort hält ebenfalls an der lockeren Geldpolitik fest. Die Anleger feiern kurz, aber ebenfalls nicht überschwänglich…Der Euro kann erstaunlicher Weise heute um satte 3 Cent zulegen, Gold steigt auf fast 1.300,- Dollar. Ich gehe auch hier kurzfristig short…Nun werden natürlich ein paar Schlaumeier wieder mit dem schönen Spruch: „Never fight the FED“ um die Ecke kommen 😉

Von Unternehmensseite gibt es auch nicht viel Nennenswertes: Praktiker steht offenbar nun doch vor der Pleite. Die Verhandlungen über weitere Finanzierungen der Sanierung seien gescheitert, hieß es vom Unternehmen. Nicht wirklich überraschend… Südzucker wartet mit schwachen Zahlen auf kann aber dennoch vorbörslich zulegen, was wohl am Gesamtmarkt liegt.  Lenovo löst Hewlett Packard als größten Computerhersteller der Welt ab…Nun ja…Das sind wohl aber keine Meldungen die irgendwelche nachhaltigen Einflüsse auf den Markt haben. Da ist die Nachrichtenlage um Jean Claude Junker, der nun wegen des Abhörskandals zurückgetreten ist, schon interessanter, ebenso wie die Meldung dass der Iran heimlich an einer neuen Atomanlage bastelt. Oder aber das China demnächst ernsthafte (Wachstums-) Probleme haben könnte….

Es lässt sich aber aus meiner Sicht einfach nichts greifbares finden, was diese vorbörslichen Kurse rechtfertigen würde. Ganz im Gegenteil! Die schwachen Reaktionen an der Wall Street (auch nachbörslich!) zeigen deutlich, dass man offenbar keine Anleger mehr mit niedrigen Zinsen und Anleihekäufen hinter dem Ofen hervorlocken kann. Es bringt zwar etwas Stabilität, mehr aber auch nicht, und wehe diese Maßnahmen werden reduziert oder gar eingestellt!

Zwar werden wir heute wohl eine positive Eröffnung an den Börsen sehen, die von verschiedenen Anbietern gelieferten Aktienkurse sollte man aber wohl – zumindest vorbörslich – mit einer gewissen Skepsis betrachten. Ansonsten könnte allzu viel Euphorie heute eventuell teuer werden…Für mich persönlich bleibt noch abzuwarten, ob die Tagesgewinne heute tatsächlich gehalten werden können. Einzelne Aktien haben mit kräftigen Gaps eröffnet, die ja – wie Sie wahrscheinlich wissen – oftmals kurzfristig geschlossen werden.

Ein paar von diesen Kurslücken findet man nun auch in dem äusserst zerrissenen Dax Chart. Witzigerweise wurde das Gap auf der Oberseite nun heute mit einem neuen Gap übersprungen. Für solche Fälle habe ich ehrlich gesagt keine Börsenregel parat. Das dicke Gap auf der Unterseite zwischen 7.966 und 8.011 Punkten bleibt weiterhin offen und sollte somit unbedingt noch demnächst geschlossen werden, wenn wir einen weiteren und wirklich nachhaltigen Anstieg im DAX sehen wollen.

Nun, eigentlich wollte ich aber auch nur mal ein paar unsortierte Gedanken hier posten, die mir so morgentlich durch den Kopf gezogen sind. Mehr nicht…denn es liegt mir natürlich fern an einem solchen Tag den Miesepeter zu spielen und damit die allgemeine Euphorie zu trüben…!

Forex Trading – niemals ohne Stop-Loss-Strategie

Der Handel mit Devisen – auch als Foreign Exchange oder kurz als Forex bezeichnet – kann im günstigsten Fall zu attraktiven Gewinnen führen, wenn sich die gewählten Währungspaare in die prognostizierte Richtung entwickeln. Mit einem überschaubaren Einsatz erzielt der Anleger dann einen Gewinn, der ein Mehrfaches seines Einsatzes ausmacht. Doch im ungünstigen Fall besteht die Gefahr, nahezu das gesamte investierte Kapital oder mehr zu verlieren. Deshalb wird Trading auch im Zusammenhang mit Totalverlusten des angelegten Geldes betrachtet. Dieses Risiko muss der Anleger jederzeit im Auge behalten, wenn er am Devisenhandel teilnehmen will. Allerdings gibt es eine wirkungsvolle Strategie, potenzielle Verluste zumindest teilweise zu limitieren. Dazu wendet der Trader die Stop-Loss-Strategie für die gewählten Devisen an.
Stop-Loss begrenzt potenzielle Verluste

Wählt ein Trader die Stop-Loss-Strategie, setzt er einen bestimmten Wert für einen automatischen Verkauf an. Unterschreitet die Währung den festgesetzten Kurs, wird die Devise ohne weiteres Eingreifen des Händlers verkauft. Diesen Kurs legt der Trader selbst fest. Mit dieser Strategie verhindert er, dass der Kauf von Devisen zu Verlusten führt, die er im Rahmen einer vorsichtigen Einschätzung der Entwicklung nicht vorhersehen kann. Unerwartet hohe und gravierende Verluste sind durch die Stop-Loss-Strategie wirkungsvoll zu unterbinden. Somit bietet sich dieses Sicherungsinstrument vor allem für Einsteiger im Forex-Handel an, die den Markt eine Weile beobachten wollen, bis potenzielle Kursentwicklungen mit größerer Sicherheit zu prognostizieren sind.

Sicherungsinstrument bei vielen Brokern

Wer das Forex Trading über einen Online-Broker betreiben möchte, sollte bei der Entscheidung für den bevorzugten Broker darauf achten, ob und in welcher Form eine Stop-Loss-Strategie angeboten wird. So kann der Trader selbst einen Stop-Loss-Wert für seine gekauften Devisen einstellen. In diesem Fall erfolgt der automatische Verkauf, sobald die Währung diesen Wert erreicht hat. Der Verlust aus sinkenden Kursen reduziert sich damit auf die Kursdifferenz zwischen dem Einkaufs- und dem Verkaufswert, welche durchaus erheblich sein kann.

Allerdings haben Online-Broker auch die Möglichkeit, einen obligatorischen Stop-Loss festzusetzen. In diesem Fall reagiert das System automatisch auf Kursveränderungen, welche ein Absinken des Kontostandes in den negativen Bereich nach sich ziehen würde. Der Trader setzt also keinen eigenen Wert für den Verkauf an, vielmehr verkauft das System die Devisen automatisch und ohne weiteren Eingriff, sofern der Kontostand negativ werden würde. Sobald der aktuelle Marktpreis der Devisen den als Stop-Loss festgelegten Wert erreicht hat und der Verkauf ausgeführt wurde, verwendet man auch den Begriff des ausgestoppten Handels.

Interessante Strategie für Einsteiger

Die Stop-Loss-Strategie bietet sich gut für Einsteiger im Forex Trading an. Wer gerade erst mit dem Trading begonnen hat, ist am Anfang meist noch vorsichtig bei der Prognose möglicher Währungsentwicklungen. Auch fehlt die Erfahrung, um wegweisende Richtungsänderungen rechtzeitig zu identifizieren und um einen Verkauf zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen. Häufig bleibt nicht die Zeit, um den Markt kontinuierlich zu beobachten. Wer unter diesen Umständen einen potenziellen Totalverlust vermeiden will, entscheidet sich für die Festlegung eines Stop-Loss-Werts, der den Verlust des eingesetzten Kapitals in einem überschaubaren Rahmen hält. Dann wiederum ist der Handel mit Devisen eine interessante und attraktive Form des Tradings, die auch für Anfänger geeignet und mit überschaubaren Mitteln schnell zu erlernen und anzuwenden ist.

Wichtig: Für den Anleger gilt grundsätzlich, dass mit verschiedenen Strategien auf dem Forex Markt hohe Gewinne eingefahren werden können; auf der anderen Seite muss der Trader jedoch ebenso mit finanziellen Einbußen rechnen. Eine gute Ausbildung sowie das Befolgen einiger Grundregeln ist daher auch hier unerlässlich!

Deutsche Annington – Igitt!

Wer gestern die „Börse vor Acht“ gesehen hat, konnte alle wesentlichen Informationen zum geplanten Börsengang der Deutschen Annington in kompremierter Form erhalten. Und das Fazit dort war das gleiche wie meine Persönliches – zu dem Börsengang und dem Unternehmen im Allgemeinen. Der zunächst abgesagte Börsengang soll nun doch noch kurzfristig durchgezogen werden. Ich persönlich stelle mir immer die Frage welche Menschen denn da bei den Konsortialbanken (JP Morgan und Morgan Stanley) oder in beratender Funktion sitzen, wenn ein Börsengang abgesagt werden muss, oder offensichtlich so geplant wird dass er in die Hose geht. Und wie hoch muss der Druck sein wenn man jetzt doch…?

Jeder Börsenneuling weiß, dass ein abgesagtes oder verschobenes IPO in keinem Falle gut für den Aktienkurs ist. Beispiele dafür gibt es auch der jüngeren Geschichte der deutschen Börse zu Hauf. Für diesen unglücklichen Weg entscheid sich zwangsweise wohl auch die Deutschen Annington. Wegen mangelnder Nachfrage, die wohl auf den überhöhten Preis zurückzuführen ist, wurde das IPO abgesagt um bereits wenige Tage danach mit einem beschleunigten Bookbuilding-Prozess doch durchgezogen zu werden….

Dieses mal nur noch zum halben Preis und unter Zugeständnissen an die Investoren! Das Immobilien-Unternehmen bringt seine Aktien nun für 16,50 Euro mit Mühe an den Mann, nachdem man im ersten Anlauf noch 18,- bis 21,- Euro haben wollte. Zudem werden nun nur noch 35 Millionen Aktien anstatt der ursprünglich geplanten 57 Millionen Aktien ausgegeben. Neben der Wohnungsgesellschaft selber mussten somit auch die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners Europe, deutliche Abstriche hinnehmen. Dennoch zieht man den Börsengang nun wohl durch, was bei mir persönlich ebenfalls einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Das eingenommene Geld soll aber nicht etwa in die Modernisierung der teilweise maroden Wohnimmobilien gesteckt werden, sondern laut Annington-Chef Rolf Buch umgehend in die Schuldentilgung fließen. Ein kleinerer Teil soll an die genannten Investoren ausgeschüttet werden. Im Unternehmen selber verbleibt laut Presseberichten nichts von dem frischen Kapital. Zielsetzung ist hier wohl in erster Linie künftig die Schulden auf 5,2 Milliarden Euro zu reduzieren und dadurch ein besseres Rating zu bekommen, um das Unternehmen dann durch die Ausgabe unbesicherter Anleihen günstiger zu refinanzieren…!

Zu den Ereignissen der letzten Tagen sollte sich jeder Interessierte wohl ein paar ernsthafte Gedanken machen. Der fast schon peinliche Börsengang zeugt aus meiner Sicht nicht unbedingt von Professionalität. Zudem sind alle erhältlichen Informationen über das Unternehmen nicht sonderlich sympathisch. Warum die Annington tatsächlich an die Börse geht bleibt für mich persönliche ebenfalls eine Frage mit einem besonders großen Fragezeichen am Ende. Wenn man dann noch bedenkt dass wir uns am Ende einer Immobilienblase befinden könnten…!?

Am Ende bleibt mein persönliches Fazit hier so klar wie selten zuvor: Die Annington ist für mich eine erstklassige Igitt-Aktie, die ich nicht beobachten oder gar in eine Watchlist aufnehmen werde –  geschweige denn irgendwann kaufe.

Wacker Chemie – Jetzt oder Nie!?

Die Aktie des Tages war gestern wohl die von Wacker Chemie, mit einem satten Anstieg von 7,87 Prozent. Grund für diese plötzliche Kursfreude war zum einen natürlich die gute charttechnische Ausgangslage, über die ich kürzlich hier im Blog berichtet hatte. Vorrangig aber hat nun die Nachricht über die Teil-Einigung Deutschlands mit den Chinesen in punkto Strafzöllen für diese erfreuliche Kursreaktion gesorgt. China hat gestern zugesichert, dass man keine Strafzölle auf Polysilizium erheben werde. Wacker Chemie ist in Europa einer der größten Produzenten von Polysilizium und beliefert damit unter anderem auch einige chinesische Solarunternehmen…

Wacker Chemie Chart mit Fibo

Der Freudensprung hat die Aktie nun aus der seit Monaten bestehenden Seitwärtsrange nach oben ausbrechen lassen. Wie schon im letzten Beitrag zur Wacker Chemie Aktie erwähnt, sollte das Überschreiten der 60,- Euro Marke nun neues Potenzial bis in den Bereich um die 70- Euro freisetzen können. Dazu muss die Aktie aber natürlich nicht nur die Gewinne von gestern verteidigen, sondern auch eine wichtige Hürde überwinden die im Bereich zwischen 62,35 und 63,90 Euro liegt. Gelingt dieses Kunststück nun endlich nach Monaten dann sind die nächsten Kursziele bei 65,50 und 70,70 Euro zu finden.

Interessant ist an dieser Stelle vielleicht auch, dass das Put-Call-Ratio bei der Aktie von über 20 darauf hindeutet dass wir hier demnächst einen schönen Short-Sueeze sehen könnten, wenn die Aktie weiter steigen sollte. Wer hier Short ist lässt sich erahnen wenn man die letzten Analysten-Kommetare mal etwas genauer beobachtet… Kurspotenzial nach oben ist somit also nicht nur aus charttechnischer Sicht vorhanden. Zudem hat die Aktie während der ganzen DAX-Turbulenzen der letzten Wochen relative Stärke bewiesen, weswegen ich das Risiko nach unten für überschaubar halten würde. Die Ausgangslage für einen erfolgreichen Trade könnte also insgesamt deutlich schlechter sein…

Alcoa liefert solide ab – Grund zum Optimismus?

Die neue Börsenwoche bringt höchstwahrscheinlich auch einige neue Erkenntnisse über den „wahren Zustand“ der US Konjunktur – so ist zumindest der Grundtenor unter den Analysten… Denn seit gestern Abend läuft wieder einmal die US Berichtssaison. Nachbörslich hat der US Aluminium Gigant Alcoa den Zahlenreigen in den USA eröffnet, und könnte damit auch eine Duftmarke für den gesamten Rohstoffsektor setzen. Der Verlust stieg im Jahresvergleich noch einmal um 2 Millionen auf nunmehr 119 Millionen Dollar. Allerdings wurde das Ergebnis durch Sonderbelastungen beeinflusst, ohne die man sogar schwarze Zahlen geschrieben hätte. Beim Umsatz konnte man auf 5,85 Milliarden Dollar zulegen.

Den Anlegern schien diese Rechnung des Firmenchefs Klaus Kleinfeld zu gefallen, die Aktie konnte nachbörslich sogar leicht zulegen. Wahrscheinlich hatte man noch deutlich schlechtere Zahlen erwartet…Der starke Preisverfall bei den Aluminium-Preise hatte bei Alcoa in den letzten drei Monaten erneut auf das Ergebnis gedrückt. Auch hier bei der Herstellung von Aluminium leidet man unter der chinesischen Konkurrenz, die mit ihrem hohen Ausstoß und einem entsprechenden Überangebot die Marktpreise nach unten bewegt. Nur mit einer gestiegenen Produktivität quer durch alle Geschäftsbereiche und einer starke Entwicklung in der Sparte Fertigung konnte dieser Faktor einigermaßen kompensiert werden. Zudem litt Alcoa wohl auch unter dem starken Dollar. Denn das Unternehmen betreibt verschiedene Dependancen im Ausland für die ein starker Dollar nicht unbedingt von Vorteil ist…

Die Auslegung der gelieferten Daten heute dürfte einigermaßen spannend werden…Ich persönlich halte es für nicht ganz gerechtfertigt hier einen maßgebenden Indikator für die gesamte US Wirtschaft zu suchen, aber einige Marktteilnehmer sind da offenbar anderer Meinung. Auch wenn Alcoa also aufgrund der genannten Faktoren erneut ein negatives Ergebnis produziert hat, heißt das noch lange nicht dass es deswegen der US Wirtschaft grundsätzlich schlecht gehen muss. Vielleicht ist ja sogar genau das Gegenteil der Fall. Niedrige Preise für einen Rohstoff oder rohstoffintensive Produkte helfen dem weiterverarbeitenden Gewerbe kräftig auf die Sprünge. Hinzu kommen noch die deutlich gesunkenen Energiekosten in den USA, die sich bei der Herstellung oder Weiterverarbeitung, aber auch bei Alcoa und Co. in den kommenden Jahren positiv bemerkbar machen werden.

Wer sich den Alcoa Chart einmal etwas näher anschaut kann hier wahrlich nicht viel Hoffnungsvolles finden. Die Aktie befindet sich, ebenso wie so mancher Stahltitel, seit vielen Monaten im Sinkflug. Erst kürzlich wurde erneut eine wichtige Unterstützungslinie unterschritten – die Erwartungen der Anleger befinden sich offenbar an einem Tiefpunkt. Nicht zu Unrecht, denn der Ausblick auf kommende Quartale blieb zuletzt sehr verhalten, die abgelieferten Zahlen bestätigten den negativen Trend. Wie immer liegt aber genau hier aber auch eine Chance für demnächst kräftig steigende Kurse. Denn, fällt das Ergebnis in den kommenden Quartalen nur geringfügig besser aus als erwartet, dürfte eine entsprechende Kursreaktion nicht lange auf sich warten lassen.

Für die kommenden Monate erwartet Klaus Kleinfeld nun eine anziehende Nachfrage nach Aluminium-Produkten. Ob das auch dem Ergebnis auf die Sprünge helfen wird kann sicherlich noch nicht abschließend gesagt werden. Die Alcoa Aktie ist aus meiner Sicht nur Investoren mit einem sehr langem Atem geeignet, könnte aber auch auf der kurzfristigen Ebene nun für einen Trade gut sein.

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