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Commerzbank und Deutsche Bank – Weiterhin Vorsicht!

Tja, was soll man sagen…Mario Draghi hat mal wieder in die verbale Trickkiste gegriffen und die Märkte haben sofort reagiert. Zudem hat unsere Kanzlerin heute noch verkünden lassen, dass Sie „..es nicht sehe, dass irgend ein Land die Eurozone verlassen müsse..!“ Es ist schon immer wieder erstaunlich wie wenig die Politik tatsächlich liefern muss und wie sehr die Anleger dem billigen Geld verfallen sind. Regierungskrise in Portugal, weiterhin massive Probleme in Griechenland und ein eventuell zugedrehter Geldhahn in Zypern… Mehr sage ich dazu heute nicht. Nachdem sich die Nachrichten von gestern nun aber ein wenig gesetzt haben, wird es durchaus interessant sein zu beobachten, wie sich diese im weiteren Verlauf nun in den Kursen niederschlagen. Insbesondere die heutige Börseneröffnung in den USA kann hier vielleicht ein paar neue Erkenntnisse darüber bringen ob sich der Trend nun möglicherweise wieder nach oben verlagern kann.

Grundsätzlich ist erst einmal nicht allzu viel passiert. Der DAX hat gestern mustergültig die obere Begrenzung des Trendkanals getestet und eröffnet heute mit einem Gap darüber. Zurückgelassen wurde einmal mehr ein kräftiges Mario-Draghi-Gap zwischen 7.838 und 7.868 Punkten und ich bin mir ziemlich sicher dass dieses noch geschlossen wird, bevor der Index wieder nachhaltig steigen kann. Generell ist es aus meiner Sicht auch durchaus noch fraglich ob wir den bestehenden Abwärtstrend nun tatsächlich nach oben verlassen werden, auch wenn das charttechnische Bild nun natürlich wieder etwas freundlicher aussieht. Es besteht durchaus die Möglichkeit dass es sich hier um eine klassische Eintagsfliege gehandelt hat..

Kurzfristig geholfen hat die EZB Entscheidung die Zinsen auch längerfristig niedrig zu halten, oder diese sogar noch einmal zu senken, natürlich den Bankaktien. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Auswirkungen auf den Aktienkurs hier sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Die Aktie der Deutschen Bank kann beispielsweise nur in einem geringem Umfang davon profitieren, während sich die Commerzbank Aktie auf einmal wieder nach oben bewegt. Das mag allerdings auch an den Beteuerungen des Finanzvorstandes Stephan Engels gelegen haben, wonach man keine Notverkäufe im Schiffsbereich plane, oder gar noch höhere Abschreibungen hieraus zu erwarten sind. Den Kursrückgang der Aktie hält er persönlich offenbar aus fundamentalen Betrachtungen für nicht gerechtfertigt…

Nun ja, was soll man sagen…Die Frage ob man den Aussagen des CoBa Vorstandes generell noch Glauben schenken kann, muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Ich persönlich würde mich hier lieber auf das verlassen was ich tatsächlich auch irgendwann sehen kann. Sprich die getätigten Aussagen müssen erst einmal durch Zahlen belegt werden. Grundsätzlich bleibt die Commerzbank Aktie für mich auch weiterhin eine hochspekulative Aktie. Der Kursverlauf gestern war zwar mal wieder ganz erfreulich, hatte aber nicht ansatzweise das Zeug dazu der Aktie wirkliche Impulse zu verleihen. Fällt der Titel jetzt wieder unter die 6,- Euro Marke zurück dürfte es sich bei dem gestrigen Anstieg ebenfalls nur um eine Eintagsfliege gehandelt haben. Dann bleibt der Bereich zwischen 4,80 und 5,20 Euro weiterhin das Ziel. Erst bei Kursgewinnen bis über 8,50 Euro würde sich die Lage tatsächlich wieder etwas entspannen. Doch davon sind wir offensichtlich noch sehr weit entfernt.

Auch bei der Deutschen Bank Aktie sieht das Bild nach wie vor eher negativ aus. Zudem ist die Nachrichtenlage um Deutschlands größtes Bankhaus nach wie vor eher als katastrophal zu bezeichnen. Die Skandale der Vergangenheit werden zwar nach und nach abgearbeitet, aber es scheint auch immer wieder Neue zu geben. So hat die DB gestern von der Finanzaufsicht in Südkorea einen Rüffel bekommen weil sie unter anderem ohne entsprechende Lizenz Brokergeschäfte durchgeführt hatte. Der Streit mit der Kirch Familie scheint zu eskalieren und die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat die langfristige Bewertung für Deutsche Bank gesenkt. Zudem belastet die Regierungskrise in Portugal wohl ebenso wie die zu erwartende Neuregelung der Eigenkapital-Vorschriften für US Banken. Die Liste der Probleme ist lang, und auch aus dem charttechnischem Blickwinkel gibt es hier momentan wenig Hoffnungsvolles. Der mittelfristige Aufwärtstrend konnte – dank Draghi – nun knapp gehalten werden, zuvor war die Aktie bereits durchgefallen.

Bei aller Euphorie über die weiterhin lockere Geldpolitik ist aus meiner persönlichen Sicht somit durchaus Vorsicht angebracht. Die Nachhaltigkeit der gestrigen Kursbewegungen bleibt noch abzuwarten. Hinzu kommt noch das oben erwähnte Draghi-Gap, dass wohl noch geschlossen werden sollte, bevor der DAX dann tatsächlich irgendwann neue Höchststände ausbilden kann. Insbesondere Bankaktien dürften in Zukunft, wie hier geschildert,  eher nicht zu den favorisierten Anlageinstrumenten gehören, auch wenn die Bewertungen teilweise recht attraktiv aussehen.

Kursbewegenendes bei Commerzbank, Deutsche Bank, K+S, E.ON, RWE und Wacker Chemie

Gestern stand alles im Zeichen des 25. Geburtstages des DAX, heute hat uns das normale Leben wieder und somit hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen der letzten 24 Stunden…Neben dem EU Beitritt Kroatiens natürlich, der hoffentlich nicht gleichbedeutend mit einem neuen Sanierungsfall für die Union sein wird…! Ich selber habe den Geburtstag unseres lieben Börsenindex ganz entspannt in der Sonne verbracht und diesen Tag zum Anlass genommen meine persönliche Börsenkarriere mal Revue passieren zu lassen…Es waren viele interessante und spannende Jahre, soviel ist sicher!

Wilde Gerüchte bei der CoBa machen die Runde

Bei der Commerzbank machen nun diverse Gerüchte die Runde, die ich allesamt eher für unglaubwürdig halte, ausser vielleicht das einer erneuten Kapitalerhöhung… Angesichts des immer stärker gesunkenen Börsenwertes soll Deutschlands zweitgrößtes Bankhaus nun reif für eine Übernahmen geschossen werden. Zuvor will man den Aktienkurs noch deutlich runter drücken um später dann eine Schippe als Übernahmeangebot drauflegen zu können. Ansich das klassiche Vorgehen von Hedgefonds, und somit zumindest denkbar. Die weltgrößte Vermögensverwaltung Blackrock wurde hier lange im Zuge solcher Meldungen genannt….Wenn ich mir auch insgeheim die Frage stelle, wer denn die Commerzbank mit all ihren Problemen haben möchte. Momentan wird unter anderem die Deutsche Bank als möglicher Käufer gehandelt, was ich mir noch viel weniger vorstellen kann, da die CoBa keine wirklich sinnvolle Ergänzung für die DB darstellt.

Auffallend ist aber, der trotzdem weiter nach unten gedrückte Aktienkurs. Die CoBa Aktie markierte gestern erneut ein Allzeittief, und das ist doch eher unüblich wenn man davon ausgehen würde dass an den  Übernahmegerüchten etwas dran ist. Aus meiner Sicht spielt hier eher die Neuordnung der möglichen Beteiligung im Falle einer Pleite eine ganz wesentliche Rolle. Hier ist wohl auch der Grund für die Schwäche der Deutschen Bank Aktie zu suchen. Nachdem man nun befürchten muss, dass man als Bankaktionär, im Falle einer Schieflage oder gar Pleite eines Instituts, enteignet werden kann ist die Anlage in Bankaktien generell deutlich uninteressanter und wesentlich riskanter geworden. Es gibt ja noch genügend andere Titel auf dem Kurszettel bei denen man einem solchen Risiko nicht ausgesetzt ist.

Ich persönlich würde auch davon ausgehen dass dieser Umdenk-Prozess gerade erst in Gang gesetzt worden ist. Was heißen soll dass Bankaktien vorerst komplett uninteressant bleiben und aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiter fallen werden, bis dem genannten Risiko dann wieder entsprechende Chancen gegenüber stehen.

Kali und Salz hat genügend Geld

Die zuletzt rasant gestiegenen Kosten für das Projekt in Kanada wurden nun laut Firmenchef Steiner endgültig fixiert, was etwas Spekulation aus dem Titel entweichen lässt. Zudem wurde versichert dass der Konzern keine Kapitalerhöhung benötigen wird um das weitere Wachstum zu finanzieren. Das Legacy-Projekt in Kanada wird zwar am Ende deutlich teurer als ursprünglich geplant, aber der Düngemittel- und Salzkonzern kann diese Mehrkosten aus eigenen Mittel bestreiten. Eventuell doch nötige Liquiditätsspritzen würden dann kurzfristig über Bonds oder Schuldscheindarlehen gelöst. Mit den Aussagen Steiners sollte den Aktionären die größte Angst erst einmal genommen worden sein. Die K+S Aktie ist nach wie vor historisch günstig bewertet.

E.ON und RWE unter Druck

Die stärksten Verluste verzeichneten gestern einmal mehr die Energieversorger, allen voran die RWE Aktie. Hier keimte zuletzt Hoffnung auf, dass die Ausgleichszahlung von Gasprom eventuell höher ausfallen könnte als bisher angenommen. Am Ende wurde aus der erwarteten Geldschwemme aber nur ein lauwarmer Regen. Somit hat RWE gestern die Prognose für das Gesamtjahr auch lediglich erneut bestätigt, aber eben nicht mehr. Hier hatte der Markt offensichtlich wohl mit einer Anhebung gerechnet und reagierte enttäuscht. Im Zuge des Ausverkaufs bei RWE wurde auch die E.ON Aktie wieder mit nach unten gerissen und steuert nun die kritische Marke von 12,- Euro an. Beide Aktien dürften aus meiner Sicht auch für den Rest des Jahres zu den eher kritischen Underperformern gehören, bei denen wir vielleicht sogar die Tiefstkurs noch nicht gesehen haben.

Wacker Chemie strotzt vor Optimismus

Viele Gerüchte haben in den letzten Monaten auch immer wieder die Aktie des Spezialchemie-Unternehmens Wacker Chemie einbrechen lassen. Zuletzt wurde erneut über die Abhängigkeit von der Solarbranche spekuliert, die aber nach wie vor lediglich 17 Prozent des Umsatzes ausmacht. Die möglichen Strafzölle aus China haben zudem nicht unbedingt zur Aufhellung der Stimmung beigetragen… Gestern nun meldete sich das Unternehmen selbst zu Wort und hat eine durchaus mutige Prognose in den Raum gestellt. Demnach will Wacker Chemie den Umsatz von 4,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr auf 6 bis 6,5 Mrd. Euro bis  2017 erhöhen. In ähnlichem Maße soll dann auch das Ergebnis gesteigert werden. Sollte es dem Unternehmen gelingen die gesteckten Ziele zu erreichen dürfte auch die Aktie vor einer kompletten Neubewertung stehen. Bis dahin kann man aber durchaus auch auf die charttechnische Situation setzen, die zunehmend interessant wird. Ein erneuter Ausbruch über 60,- Euro könnte die Trendwende endgültig einleiten.

Häppy Börsday lieber DAX !!!

Lieber DAX,

heute wirst Du 25 Jahre alt, was für einen Börsenindex zwar schon ein respektables Alter ist, aber im Vergleich zu so manch anderem international beachtetem Index eher eine kurze Geschichte. Dennoch durftest Du  in deinen jungen Jahren bereits so einiges erleben. Diverse Krisen und Turbulenzen haben uns Anlegern die letzten zweieinhalb Jahrzehnte mit Dir eher kurzweilig erscheinen lassen. Und dafür möchte ich Dir heute danken, lieber Dax, und Dir ganz herzlich zu Deinem 25-stem Geburtstag gratulieren!

Du hast es uns nicht immer einfach gemacht. Deine Mitglieder haben häufig gewechselt und nicht immer waren auch alle in Dir vertretenen Aktien ein Segen für uns Anleger. Ich erinnere da nur einmal kurz an das Telekom-Desaster, dass sich auch heute noch negativ auf die Aktienkultur in Deutschland auswirkt, weil damals viele Anleger in gutem Glauben zu exorbitant hohen Preisen die sogenannte „Volksaktie“ gekauft haben. Und auch heute noch gibt es immer mal wieder Aktien bei denen man Deine aktuelle Zusammensetzung zumindest mal mit einem Fragezeichen versehen muss. Zumindest wenn man den Deutschen Leitindex mit solidem Investment in Einklang bringen will…aber Schwann drüber, heute wird gefeiert!

Du wurdest gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung am 1. Juli 1988 eingeführt. Damals wurde Dein Anfangskurs mit 1.000 Punkten definiert und hat sich bis heute kräftig entwickelt, was nicht zuletzt den immer wieder eingepreisten Dividenden zu verdanken war. Denn du bist ja ein sogenannter Performance- Index. Der rein rechnerische Anstieg von 1.000 Punkte auf bis zu 8,500 Punkte entspricht also einer theoretischen jährlichen Rendite von mehr als 8,5 Prozent. Diese Statistik ist aber ,wie wir beide wissen, nicht allzu viel wert, da zwischendurch auch immer lange Phasen der Ernüchterung eingetreten sind, die Dich im Jahr 2003 bis auf 2.200 Punkte und im Jahr 2009 bis auf 3.600 Punkte zurückfallen ließen.

In Deinen ganz jungen Jahren wurden überwiegend Aktien gekauft und von Ihren Besitzern teilweise sehr lange gehalten. Damals dachte man noch vorrangig daran sich an einem Unternehmen mit überzeugenden Produkten langfristig zu beteiligen. Mit der Einführung des elektronischen Handelssystems Xetra (Exchange Elec­tronic Trading) am 28. November 1997 hat sich dieses Verhalten aber leider grundlegend verändert.  Der klassische Parketthandel verlor immer mehr an Bedeutung und die Computerprogramme vieler institutioneller Anleger begannen allmählich die Macht zu übernehmen. Alles wurde schneller und größer und die Großanleger wurden immer gieriger. Leider scheint sich diese Entwicklung bis heute immer weiter zu beschleunigen.

Wohin uns das letztlich geführt hat wissen wir ja und irgendwie ist es schon sehr schade um die guten alten Zeiten! Dennoch freue ich mich gemeinsam mit Dir über Deinen 25ten Geburtstag und wünsche Dir für die kommenden 25 Lebensjahre alles Gute. Denn Du hast uns auch sehr viele gute Dinge gebracht. Immer und immer wieder hast Du dich aufgerappelt wenn keiner mehr an Dich geglaubt hat. Du hast uns ein Lächeln auf die Lippen gezaubert wenn die Trostlosigkeit und Verzweiflung am größten schien. Mit Dir an unserer Seite haben wir letztlich jede Krise gemeistert, und dafür danke ich Dir heute ganz besonders. Denn, wie wir wissen, gibt es da auch ganz andere Vertreter Deiner Zunft die es nie wieder ganz nach oben geschafft haben, und wohl auch nicht mehr schaffen werden.

Ich bin mir ganz sicher Du wirst auch die kommenden Jahre einige Überraschungen für uns parat halten, sodass es uns Anlegern nicht langweilig werden wird. Insbesondere die nächsten fünf Jahre bis zu Deinem 30sten Geburtstag dürften wohl die bewegtesten Deines Lebens werden, wie bei den meisten Menschen auch. Vielleicht kannst Du uns demnächst mit dem Überschreiten der 10.000 Punkte überraschen, oder aber wir finden Dich gar irgendwann beim Ausgabekurs wieder. Man weiß es nicht und das ist ja eigentlich auch das Schöne – Du machst es immer spannend und es wird nie langweilig mit Dir. Mach weiter so!

Ich werde heute einen auf Dich trinken und wünsche Dir nur das beste für die Zukunft!

viele Grüße,

Dein Lars

Commerzbank – Kein Grund zur Eile

Unglaublich möchte man meinen, aber es ist so. Seitdem ich die Commerzbank Aktie nun vor gar nicht allzu langer Zeit endgültig aus meinem Depot verbannt habe, ist sie weitere 43 Prozent gefallen, Seit Jahresanfang also um 50 Prozent. Und noch immer ist die CoBa Aktie in den meisten Foren dieser Republik die am meisten geliebte und zugleich gehasste Aktie. Zweiteres kann ich persönlich anhand des Kursverlaufes durchaus nachvollziehen. Woher die Optimisten allerdings immer noch ihre Begeisterung ziehen, bleibt für mich im Verborgenen…Die Commerzbank-Aktie war gestern erneut deutlich unter Beschuss geraten und markierte ein neues Allzeittiefs, was aber bereits durch die heutigen Kurse schon wieder unterboten wurde.

Wie ich Ihnen beim letzten Mal schon geschrieben habe, gibt es an diesem Punkt auch keine sinnvolle Analyse-Methode mehr die irgendwelche Hinweise darauf liefern könnte, wo sich die Aktie demnächst hinbewegen wird. Einzig die Dynamik des Abverkaufes in den letzten Tagen lässt darauf hoffen dass es sich hier nun um den finalen Sell-Off handeln könnte. Wetten möchte ich darauf aber nicht! Charttechnische Analysen machen einfach keinen Sinn mehr, da wir uns schon lange im charttechnischen Niemandsland befinden.

Auffallend ist einzig dass die Umsätze in den Monaten Mai und Juni noch einmal kräftig zugenommen haben, was allerdings schon alleine aufgrund der deutlich erhöhten Aktienanzahl seit der letzten Kapitalerhöhung wohl künftig die Regel sein dürfte. Und so bleibt grundsätzlich für den sicherheitsorientierten Anleger nur, sich den Aktienkurs täglich anzuschaun und zu analysieren ob sich hier vielleicht eine unerwartete Trendwende auftun könnte. Dass die Commerzbank Aktie dann schlagartig zum echten Highflyer mutieren wird ist allerdings nicht unbedingt anzunehmen. Viel mehr stelle ich mir einen Kurswechsel hier eher wie die Wende eines Öltankers vor und gehe eher von einer langen und sehr zähen Bodenbildung in naher, oder ferner Zukunft aus.

Es besteht also keinerlei Grund zur Eile! Und so kann man dem illustren Treiben weiterhin in Ruhe zusehen und auf die richtige Chance warten, wenn man denn Commerzbank Aktien unbedingt in seinem Depot haben möchte. Aus meiner persönlichen Sicht gibt es hier keinen aktuellen Handlungsbedarf und ich stelle mir ersthaft die Frage ob es den für mich persönlich jemals wieder geben wird. Die chronische Ertragsschwäche des Konzerns, ebenso wie die hohe Bewertung der Aktie und nicht zuletzt der Umgang mit seinen Aktionären in der jüngsten Vergangenheit laden hier genauso wenig zum Kauf ein wie die Charttechnik.

Abschließend und zur Ehrenrettung der Commerzbank sei noch gesagt, dass auch der große Bruder die Deutsche Bank nicht gerade vor Kraft strotzt, wie auch die amerikanischen Branchenkollegen. Und das liebe Leser, sollte einem grundsätzlich zu Denken geben und die Frage aufwerfen ob sich hier nicht wieder etwas zusammenbraut. Denn eine alte Börsenweisheit besagt: „Wie die Bankaktien laufen so sich wird auch der Gesamtmarkt entwickeln!“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für die kommenden Tage die richtige Beobachtungsgabe und gute Entscheidungen…

Bayer, BASF, Solvay und Lanxess – haben wir die besten Kurse für dieses Jahr schon gesehen?

Die Chemiebranche steht in den letzten Wochen mächtig unter Druck. Eine sich insgesamt abschwächende Weltwirtschaft und insbesondere die leicht rückläufige Nachfrage nach deutschen Chemieprodukten in den Schwellenländern lassen nicht viel Gutes für die kommenden Quartalsberichte erahnen. Zudem haben wir jetzt einen völlig überflüssigen Handelskrieg mit China begonnen, der die Branche heute etwas durchrüttelt. Einzig die Bayer Aktie kann sich dieser Entwicklung offenbar (noch?) entziehen. Die Lanxess Aktie hingegen hat die heutige Ankündigung der Chinesen hart getroffen. Der Kurs rutschte erneut kräftig ab.

Das chinesische Handelsministerium hat angekündigt, dass man nun auch Strafzölle auf europäische Chemikalien einführen werde. Diese sollen in Höhe von 36,9 Prozent demnächst aktiv werden und dann für insgesamt fünf Jahre erhoben werden. Lanxess muss allerdings nur eine Abgabe von 19,6 Prozent auf den Grundstoff zahlen. Ob es denn tatsächlich auch so kommt, oder es sich hierbei mal wieder um eine Drohgebärde handelt bleibt noch abzuwarten…

Zudem haben sich gestern die Analysten von JP Morgan zu Wort gemeldet und den europäischen Chemiesektor teilweise kräftig abgestuft. Bei dem amerikanischen Investmenthaus glaubt man nun nicht mehr daran, dass die zuletzt erzielten Margen nachhaltig sind. Mit dieser Meinung steht der Analyst zwar relativ alleine da, dennoch reichte die Summe der Dinge aus um für etwas Unruhe in dem Sektor zu sorgen.

Die Begründung des Analysten ist aber durchaus interessant…Hauptsächlich sieht man nun den Vorteil nun bei den amerikanischen Konkurrenten. Dadurch dass sich die Unternehmen in Nordamerika, bedingt durch die auf lange Sicht günstiger mit Energie (Erdgas) versorgen können, dürfte hier ein Wettbewerbsvorteil entstehen. Ein Argument dass man durchaus nachvollziehen kann, wenn man bedenkt dass sich die USA durch die massive Ausbeutung der Shale-Gas Vorkommen in Ihrem Land zur kommenden Energiemacht aufschwingen könnten…Eine Komponenten auf die ich hier im Blog ja bereits vor vielen Monaten hingewiesen habe, und die letztlich alle energieintensiven Industriezweige in Deutschland dann auch treffen wird.

Wegen dieser sich verschlechternden Geschäftsperspektiven für die gesamte Chemiebranche dürften die teils hohen Bewertungen der Aktien somit nicht mehr gerechtfertigt sein, schrieben Analyst Martin Evans. Die Ratings für Lanxess und BASF wurden daher von „Neutral“ auf „Underweight“ zurück genommen. Auch die Kursziele reduzierte der Experte deutlich: Für BASF um 18 auf 58 Euro und für Lanxess um satte 21 auf nur noch 35 Euro.

Die Lanxess Aktie ist heute an ihrem langfristigen Aufwärtstrend bei knapp 45,- Euro angekommen. Hält diese Linie nicht droht daher tatsächlich noch einmal ein kräftiger Kursrutsch. Ob dann allerdings tatsächlich die 35,- Euro Marke erreicht wird würde ich aus heutiger Sicht mal bezweifeln. Starke Unterstützungen liegen hier bei 43,78 Euro und 41,47 Euro. Ein Fehlausbruch nach unten mit einem Test der 43,78 Euro und anschließendem Reversal zurück in den Trend halte ich aber für durchaus möglich.

Ist die KION Aktie zu 24,- Euro wirklich ein Schnäppchen?

Das IPO des Gabelstapler-Herstellers Kion gestaltet sich offenbar noch etwas holprig, dabei waren die Erwartungen an den Börsengang im Vorfeld extrem hoch. Das liegt wohl zum einen an den etwas beunruhigenden Nachrichten aus China als auch an dem eher angespannten Börsenumfeld nach der letzten Rede von Ben Bernanke. Kion-Chef Gordon Riske zeigte sich dennoch optimistisch und sprach von „…großem Interesse von Investoren in einem ansonsten sehr schwierigen Marktumfeld.“ Die Nachfrage am Grauen Markt nach den frei zugänglichen Aktien scheint sich aber offenbar doch sehr in Grenzen zu halten. Denn, so wie es momentan aussieht will man die Aktien nun am unteren Ende der zuvor festgelegten Spanne zwischen 24 und 30 Euro ausgeben. Hier kurz die wesentlichen Fakten zu der Aktie im Überblick…

Insgesamt sollen nun bis zu 19,8 Millionen Aktien zu einem Preis von 24,- Euro je Stück bei neuen Investoren platziert werden, um damit dann überwiegend die alten Schulden der ehemaligen Linde Tochter zu begleichen. Europas Marktführer für Flurförderzeuge will mit dem Börsengang bis Freitag 732,5 Millionen Euro einnehmen. Die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien beläuft sich nach dem Börsengang auf 98.900.000 Stück. sollten die den emissionsbegleitenden Konsortialbanken eingeräumte Greenshoe-Option vollständig ausüben, beträgt der Streubesitz danach voraussichtlich 20,0 Prozent. Die Zuteilung der Aktien erfolgt allerdings überwiegend an institutionelle Investoren. (97,3 Prozent). Bei den Privatanlegern verbleibt dann nur ein möglicher Anteil von 2,3 Prozent an dem Unternehmen.

Der chinesische Großaktionär Weichai Power wird seinen Anteil an dem Unternehmen in diesem Zuge auf 30 Prozent erhöhen, hieß es in einer Pressemitteilung gestern. Die bisherigen Großaktionäre Goldman Sachs, ebenso wie der Finanzinvestor KKR wollen eher Kasse machen und werden wohl bis zu 2,58 Millionen Aktien verkaufen. Dennoch bleiben die beiden Investoren mit einem Löwenanteil weiterhin mit an Bord und halten zusammen mit dem Management auch in Zukunft über 50 Prozent der Unternehmens-Anteile. Insgesamt kommen 732,5 Millionen Euro in die Kion-Kasse. Die Kion-Aktie soll erstmals am Freitag gehandelt werden.

Die eigentlich spannende Frage ist aber am Ende wohl die der tatsächlichen Bewertung des Unternehmens, bezogen auf die harten Fakten beim Umsatz und Gewinn. Wer sich grundsätzlich für diese Aktie interessiert sollte sich zuvor die Daten noch einmal genau ansehen. Einen sehr schönen Vergleich zwischen Kion und dem direkten Konkurrenten Jungheinrich finden Sie hier auf der Seite der Börsenblogger….Und so könnte es sein dass die Kion Aktie selbst zu einem Preis von 24,- Euro nur vermeintlich ein Schnäppchen ist. Zudem würde mir der geringe Anteil an Privatinvestoren hier grundsätzlich nicht gefallen….Aber bis morgen kann man sich diese Fakten ja nochmal ganz in Ruhe durch den Kopf rauschen lassen…

Fällt die E.ON Aktie jetzt unter 10,- Euro?

Ich war ja zuletzt eher skeptisch was den weiteren Werdegang der E.ON Aktie anbelangt…zu schwach war der Ausbruchsversuch im April, der am Ende sogar mit einem kräftigen Gap-Down beendet wurde. Seitdem hat sich die Aktie nur noch an dem längfristigen Abwärtstrend nach unten orientiert. Nun mag man ja durchaus geteilter Meinung darüber sein, ob das Unternehmen noch tiefere Kurse verdient hat oder nicht, aber letztlich entscheidet der Markt darüber. Was ich Ihnen heute bereits in einem anderen Artikel über offene Gaps erzählt habe, spielt hier also – zumindest momentan – eine eher untergeordnete Rolle…!

EON Aktie Chart kurzfristig

 

Inzwischen hat die Abwärtsbewegung noch einmal kräftig Fahrt aufgenommen. Die E.ON Aktie notiert nur noch unwesentlich über der 12,- Euro Marke, und damit bereits deutlich unterhalb des letzten signifikanten Tiefs bei 12,48 Euro. In Fällen wie diesem ist es allerdings nun schwer einzuschätzen wie weit der Abverkauf noch gehen kann, da es keinerlei relevante Marken mehr gibt, an denen man sich noch orientieren könnte. Denn, man muss schon knappe 10 Jahre im Chart zurückschauen um noch eine Unterstützung bei 11,37 Euro zu finden. Die Aussagekraft einer so alten Marke ist aber wohl eher begrenzt…

Wenn man will kann man nun auch eine ziemlich zerrissene Schulter-Kopf-Schulter-Formation in den kurzfristigen Chart einzeichnen, deren Kursziel mit dem endgültigen Unterschreiten der Nackenlinie bei ca 9,93 Euro liegen würde…Auch hier tue ich mich aber schwer diese als ernsthaftes Setup zu erkennen, auch wenn sich in dem oben dargestellten Chart durchaus eine gewisse Symmetrie nicht leugnen lässt und ich mir grundsätzlich vorstellen kann dass Mr. Market so gemein ist die Aktie auch noch unter die psychologisch wichtige Marke von 10,- Euro zu drücken!

Am Ende bleibt vorerst aber nicht viel mehr übrig als abzuwarten ob der Abverkauf weiter gehen wird und auf Trendumkehr-Signale zu warten. Wie gesagt, ich halte das Erreichen aller hier genannten Marken nicht für ausgeschlossen. Kaufen würde ich in dieser Situation zumindest nicht. Gelingt es allerdings den Aktienkurs kurzfristig wieder über die wichtige Unterstützungszone zwischen 12,45 und 12,80 Euro zu hieven, dann hellt sich das Bild etwas auf. Unter 12,- Euro hingegen wird es brandgefährlich für die Bullen.

Porsche, Apple, Dialog Semiconductor – Warum es so wichtig ist geduldig zu sein…

Der Bounce beim Dax ist da, allerdings sollte man weiterhin vorsichtig agieren, da noch keinesfalls klar ist ob diese Kursbewegung auch nachhaltig ist. Ich hatte Ihnen ja zuletzt hier im Blog und auch in unserem Newsletter geraten, sich mal die Charts einiger Unternehmen näher anzusehen um noch offene Gaps zu identifizieren, die aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst noch geschlossen werden müssen. Durch die heutige Bewegung sind zwar schon wieder diverse neue Kurslücken aufgerissen worden, dennoch wurden „alte“ Gaps nun mustergültig geschlossen.

Porsche Aktie Chart

Eine dieser Aktien, die ich damals gemeint habe, war die Porsche Aktie. Hier wurde bei dem starken Anstieg im April eine Kurslücke bei 55,70 Euro hinterlassen, die gestern geschlossen worden ist. Ob dies nun dazu führen wird, dass die Aktie demnächst wieder kräftig steigt kann somit zwar nicht eindeutig gesagt werden, aber grundsätzlich ist diese Kursbewegung sehr gesund und könnte nun einen soliden Boden für weitere Kursanstiege bereiten. Aus charttechnischer Sicht kann aber noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden, Die Aktie befindet sich nun wieder in dem übergeordneten Abwärtstrend, erst bei einer Kursbewegung über ca. 58,50 Euro wäre mit einer leichten Entspannung zu rechnen.

Dialog Aktie Chart

Ein weiterer, ganz heißer Kandidat ist die Dialog Semiconductor Aktie, die sicherlich nichts für schwache Nerven ist. Nachdem der starke Anstieg aus dem Mai nun wieder fast vollständig abverkauft worden ist hat die Aktie heute gedreht. Wen wundert es da, dass dies genau an dem Punkt passiert an dem auch gestern die Kurslücke bei 9,53 Euro wieder geschlossen wurde. Der weitere Verlauf der Aktie wird aber weiterhin von der Entwicklung bei Apple abhängen. Die Aktie des High-Tech-Giganten hat nun die 400,- Dollar Marke gestern erfolgreich getestet. Heute könnten gute Nachrichten bei dem Konzern für steigende Kurse sorgen in deren Windschatten auch die Dialog Aktie nach oben gezogen wird…Kleiner Tipp am Rande: Auch Apple hat gestern ein Gap gerissen 😉

Was ich Ihnen mit diesem kurzen Artikel noch einmal eindrücklich vermitteln will, ist die hohe Wahrscheinlichkeit dafür dass Kurslücken auch geschlossen werden. Es ist also nach meiner Erfahrung selten sinnvoll einer Aktie, die einen spontanen und starken Anstieg verzeichnet hat, hinterher zu rennen. Warten Sie geduldig auf die richtigen Kurse, denn diese werden in den überwiegenden Fällen in einer absehbaren Zeit auch kommen. Im umgekehrten Falle sind Gaps auf der Oberseite meistens kein unbedingt schlechtes Zeichen…!

Trading ist harte Arbeit und dazu gehören natürlich auch die „Hausaufgaben“ in Form von intensiver und regelmäßiger Chartanalyse. Diese Liste könnte ich natürlich noch deutlich erweitern, das würde aber den Rahmen dieses Artikels wohl sprengen. Ich hoffe dennoch dass ich Ihre Sinne für dieses Thema etwas schärfen konnte…Heute haben wir beispielsweise eine ganze Menge Eröffnungs-Gaps gesehen!

Dax vor dem Bounce? Gold, Silber, Porsche, VW, Dürr Apple, und Blackberry im Fokus

Die Bernanke-Woche liegt hinter uns – das ist die gute Nachricht! Allerdings haben die Kursbewegungen im Anschluss an die FED Sitzung nicht nur bei einzelnen Aktien, sondern auch in den Köpfen vieler Anleger tiefe Spuren hinterlassen. Ein Umstand der sicherlich zu beachten ist, denn das Sentiment spielt gerade in solchen Phasen eine sehr entscheidende Rolle. Die Korrektur, die so lange von einigen Marktteilnehmern erwartet wurde, ist nun endlich eingetroffen. Ob sich damit auch das gesamte Börsenumfeld nun nachhaltig negativ verändern wird, bleibt aber noch abzuwarten.

Grundsätzlich hier noch ein paar Worte zu den Ereignissen der letzte Woche: Ich persönlich bin der Meinung dass Bernankes Worte vom Markt nicht unbedingt falsch verstanden, aber wohl falsch interpretiert wurden. Dennoch verdeutlichen die Kursverluste der letzten Tage einmal mehr, wie abhängig der Markt inzwischen von den Geldspritzen der Notenbanken geworden ist, und wie irrelevant fundamentale Betrachtungen zu einzelnen Aktien in einem solchen Börsenumfeld offensichtlich sind. Das gilt zumindest für die kurzfristige Ebene… Schon die bloße Aussicht darauf dass die FED die Ankäufe von Staatsanleihen zurückfahren könnte hat dafür gesorgt dass die Börsen regelrecht eingebrochen sind. Obwohl weder die Rede davon war dass dies auch tatsächlich geschehen wird, noch dass sich gar die Zinsen in naher Zukunft erhöhen werden.

Realistisch betrachtet ist die USA aus meiner persönlichen Sicht weit davon entfernt sich solche Sperenzchen leisten zu können. Grundsätzlich hat sich an den Aussagen Bernankes auch nichts geändert, ausser vielleicht der genauen Wortwahl und natürlich dem „Testballon“ den der Notenbank Chef erneut gestartet hat, um zu sehen wie die Märkte darauf reagieren werden. Erstmalig hat der FED-Chef nun auch einen möglichen Termin genannt an dem die Anleihekäufe zurückgefahren werden könnte, wenn es die Rahmendaten zulassen würden – Den Herbst 2013! Gleichzeitige wurden aber auch neue Maßnahmen in Aussicht gestellt die den Markt dann ebenso gut stützen können. Viele Marktteilnehmer befürchten aber nun in einigen Monaten durchgreifende Änderungen der Notenbank Politik auf die man sich bereits jetzt einstellen will…

Konkret äussern sich diese Erwartungen nun darin dass Dividendentitel und sonstige „sichere Häfen“ wie Gold und Silber nun eher wieder verkauft werden. In unserem letzten Newsletter „Gold und Silber stürzen ab – Wie weit noch?“ habe ich  ja schon über diese mögliche Variante berichtet. Bitte unbedingt noch einmal nachlesen! … Beispielsweise werden auch niedrigverzinsliche Anleihen in Erwartung höherer Zinsen abgestoßen, etc. Rohstoffe leiden zudem unter den schwächeren Konjunkturdaten aus China und den rückläufigen Wirtschaftsdaten in den Emerging Markets im Allgemeinen. Diese Umschichtungen werden höchstwahrscheinlich noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, und sind sicherlich im Falle Gold  auch nicht nur bedingt nachvollziehbar, aber als Erstreaktion auf einen möglichen Richtungswechsel der US Notenbank auch nicht ungewöhnlich.

DAX Chart kurzfristig

Ich halte nicht viel davon an diesem Punkt über einen grundsätzlichen Richtungswechsel der Märkte zu spekulieren, zumal die FED Sitzung auch mit dem Hexensabbat zusammengefallen ist! Stattdessen halte ich mich zunächst an das was man wirklich sehen kann. Der DAX hat sich in diesem Umfeld geradezu mustergültig verhalten – zumindest aus charttechnischer Sicht. Danach haben wir nun eine bilderbuchmäßige Fünf-Wellen Korrektur gesehen, deren Ende der fünften und letzten Welle noch nicht ganz feststeht. Ich persönlich gehe aber davon aus dass wir dieses schon sehr bald sehen könnten. Spätestens bei 7.670 Punkten wäre die vorangegangene Übertreibung im Dax bereits wieder vollständig abgebaut…

Wie man auch deutlich sehen kann sind auf dem Weg nach unten mal wieder ein paar bedeutende Gaps (Kurslücken) gerissen worden, deren Schließung ich in diesem Jahr noch erwarten würde. Soll heißen ich gehe weiterhin von höheren Kursen für den Dax bis zum Jahresende aus. Sollte es kurzfristig zu einer Gegenbewegung in der kommenden Handelswoche kommen, wird das letzte Gap aller Voraussicht nach bereits sehr zeitnah wieder zugemacht.

So richtig spannend wird es aber erst sobald der Deutsche Leitindex wieder in Richtung der oberen Begrenzung des Trendkanals läuft, was in diesem Falle gleichbedeutend mit dem Gap-Close wäre, wie Sie dem oberen Chart entnehmen können. Insgesamt halte ich also eine starke Gegenbewegung in den kommenden Tagen aus den unterschiedlichsten Gründen für grundsätzlich möglich. Wer die Analysen auf Investors Inside in den letzten Wochen verfolgt hat, weiß auch das die Trefferquote dieser Prognosen zuletzt bei 100 Prozent lag…es war also für unsere Leser  nicht ganz überraschend, dass wir genau da gelandet sind wo wir jetzt stehen!

Bei all dem positiven Gedankengut zur Charttechnik gibt es aber am Ende auch einen Wermutstropfen. Auch ich habe selbstverständlich und genau genommen keine Ahnung wann und ob dieser Markt nun tatsächlich wieder nach oben drehen wird. Ebenso gut könnte man eine Münze werfen…Letztlich spricht zwar vieles dafür. Jedoch kann jederzeit ein sogenannter Schwarzer Schwan um die Ecke kommen, und die angestellten Überlegungen schlagartig zunichte machen. Denn, es gibt weiterhin einige Brennpunkte die durchaus das Zeug hätten den Markt genauso gut wieder deutlich abkippen zu lassen!

Beunruhigende Nachrichten aus China erreichten den Markt am Freitag. Demnach könnten auf die Chinesen bald ähnliche Probleme in Form einer Kreditklemme zukommen wie sie in Europa vorherrschen. Die Situation dort ähnelt ein wenig der, die wir in den USA vor der Lehman Pleite gesehen haben. Zu viele Kredite wurden vergeben um das enorme Wachstum der letzten Jahre zu finanzieren und dabei gab es durchaus auch einige Anlageklassen wo eine Rückzahlung dieser Kredite zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden muss…

Chinesische Banken haben aufgehört sich untereinander Geld zu leihen, oder wenn dann nur noch zu exorbitanten Zinsen. Chinas Zentralbank hat die Geldversorgung der chinesischen Banken plötzlich begrenzt – offenbar, um das Kreditwachstum der Geldhäuser zu deckeln und einer möglichen Blase entgegen zu wirken. All das kommt mir ziemlich bekannt vor! Eine Kreditklemme in der momentan wichtigsten Wirtschaftsnation dieser Erde hätte ohne Frage noch dramatischere Auswirkungen auf eine angeschlagene Weltwirtschaft, als alles bisher Dagewesene.

Bis sich hier herauskristallisiert in welche Richtung sich dieses Thema entwickeln wird erscheint mir somit die vor Wochen schon eingeschlagene, kurzfristige Strategie, die Engagements an den Börsen zurück zu fahren und nur noch kleinere Ausschläge und weniger ganze Trends zu spielen, aktueller denn je. Bis zum Ende dieser Periode wird auch unser Newsletter somit weiterhin in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Denn wenn es nichts zu Neues zu sagen gibt will ich Sie auch nicht mit hohlen Phrasen langweilen wie andere, oder mich ständig wiederholen.

Die Entwicklung bei Gold und Silber bleibt spannend, ebenso wie Apple, Nokia und in dieser Woche ganz besonders Blackberry! Automobilwerte wie VW und Porsche zeigen nun – wie erwartet -erste strukturelle Schwäche, die sich aber auch schnell wieder legen könnte (s.o.)  Wenn nicht, wäre dies ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt eher weiter nachgeben wird. Insbesondere auch die zuvor sehr gut gelaufenen Zulieferer wie Dürr und Lanxess gehören nun zu den großen Verlierern dieser Bewegung. Andere Aktien wiederum haben sich durch eine relative Stärke hervor getan und sollten weiterhin intensiv beobachtet werden…

Was auch immer also in den nächsten Tagen also passieren wird, es wird eine gewisse Aussagekraft haben und sollte genau beobachtet werden!

Was bei Klöckner & Co auf keinen Fall passieren darf…

Die Aktie des Stahlhändlers befindet sich auf dem Rückzug, und das schon bevor der Kursrutsch im DAX losgetreten wurde. Die anfängliche Euphorie über die strategische Beteiligung des Milliardärs Knauf und dessen Interfer Holding ist inzwischen deutlich abgeebbt. Nicht nur das allgemeine Umfeld für die Stahlbranche belastet hier zusehends, sondern offenbar wohl auch die Tatsche, dass sich immer mehr Analysten zuletzt eher kritisch über die künftige Entwicklung des Konzerns geäussert haben. Zuletzt war vom US Analystenhaus Merill Lynch zu lesen, dass man das Kursziel für die Aktie nur noch bei 7,50 Euro sehe…

Aus rein charttechnischer Betrachtung sieht das Bild bei der Aktie ebenfalls sehr angespannt aus. Nicht nur dass sich der Abwärtstrend nun beschleunigt sondern viel mehr die drohende Schulter-Kopf-Schulter Formation macht ernsthafte Sorgen. Wie man in obigem Chart sehen kann, waren die letzten beiden Anstiege der Aktie lediglich eine Bestätigung des seit langem bestehenden Abwärtstrends, und nicht mehr. Zudem könnte die SKS Formation, wenn sie denn tatsächlich ausgelöst wird, den Titel in deutlich tiefere Regionen vorstoßen lassen, die sich die meisten Anleger heute wohl noch gar nicht vorstellen können.

Nun hatten wir aber in den letzten Tagen eher eine Ausnahmesituation an den Börsen, deswegen sollte der Bruch der Nackenlinie gestern noch(!) nicht überbewertet werden. Dennoch bleibt auch bei einer Normalisierung des Börsenumfeldes zu erwarten, dass die Aktie zumindest auf die untere Trendlinie zurückfallen wird, die momentan bei ca. 8,- Euro zu finden ist.  Erst hier sollte dann die eigentliche Entscheidung über den weiteren Weg der Klöckner & Co. Aktie fallen. Hält diese Linie nicht, droht aus charttechnischer Sicht ein Kursrutsch bis auf ca. 5,70 Euro. Abschließend möchte ich aber gerne noch hinzufügen, dass ich eine solche Kursbewegung angesichts der guten finanziellen Situation des Stahlhändlers wohl extrem übertrieben wäre.

Gold, Silber und Barrick Gold – jetzt kann man langsam erste Positionen kaufen!

Wie Sie ja als regelmäßiger Leser von Investors Inside wissen, bin ich eigentlich kein echter Fan von Edelmetallen und die Preisentwicklung bei Gold und Silber gibt mir hier ja auch Recht. Nicht nur dass ich den Besitz eines Barrens oder von Gold- oder Silbermünzen grundsätzlich eher „unhandlich“ finde, obwohl die Stücke natürlich schön anzuschauen sind, sondern auch die eher langfristige Bindung des Kapitals haben mich bislang vom Erwerb größerer Gebinde abgehalten. Denn, Gold oder Silber kauft man nicht einfach mal so schnell um es dann wenige Tage später schon wieder zu verkaufen. Viel mehr sind diese Edelmetalle wohl eher so etwas wie eine Lebens- bzw. Sicherheitsphilosophie vieler Menschen. Gold wird gekauft und man lässt es für die berühmten „schlechten Zeiten“ liegen. Sprich das Geld für den Kauf von Edelmetallen sollte man wirklich übrig haben, sonst macht das Ganze aus meiner Sicht keinen Sinn.

Nun haben sich die gängigsten Edelmetalle in den letzten Wochen ja nicht unbedingt positiv entwickelt, was natürlich genau bei den zuvor genannten Anlegern allmählich Zweifel aufkommen lässt, ob es sich hierbei wirklich um eine lukrative Geldanlage handelt. Immer wieder liest man in den letzten Tagen von Sparern die Ihre Gold- und Silber-Bestände abbauen würden, und somit auch den Preisverfall verursachen. Der eigentliche Preisverfall bei den Edelmetallen zeugt aber viel mehr von groß angelegten Spekulationen diverser Hedge-Fonds, deren Positionen teilweise inzwischen hoffnungslos unter Wasser stehen müssen. Andere wiederum spekulieren hier auf weiter fallende Kurse. Und gerade darum erscheint mir der Zeitpunkt nicht schlecht zu sein nun darüber nachzudenken, ob vielleicht doch ein paar Münzen oder Barren angeschafft werden sollten…

Denn diese Spekulationen können den Preis der Edelmetalle zwar länger beeinflussen als angenommen, aber eben nicht ewig. Irgendwann kommt der Punkt an dem die „Hersteller“ wie Minenbetreiber einfach aus rein wirtschaftlichen Erwägungen die Produktion von Gold deutlich runter fahren müssen, da sich der Verkauf dieses Produktes nicht mehr lohnt oder die damit verbundenen Kosten deckt. Dies wiederum wird dann zu einer Verknappung des Angebotes von Gold- und Silberprodukten führen und der Preis muss dann zwangsweise wieder steigen. Einige Minenbetreiber sehen diesen Break Even bereits bei Goldpreisen von ca. 1.300,- Dollar je Unze in Gefahr.Wir scheinen also allmählich an diesem Punkt angelangt zu sein…!

Gold und auch Silber dienen vorrangig dem Inflationsschutz, der ja – wenn man den Notenbanken Glauben schenken möchte – offenbar gar nicht von Nöten ist…Die gefühlte Inflation ist aber, im Gegensatz zu der immer wieder von den unterschiedlichsten Stellen prognostizierten „tatsächlichen“ Inflation, nach meinem Empfinden bereits jetzt weitaus höher. Dieses Argument für  den Kauf von Gold ist somit aktueller denn je, denn wenn die Notenbanken der Markt weiterhin mit frischem Geld füttern, (was meiner Meinung nach der Fall sein wird, auch wenn die amerikanische Notenbank gestern verbal etwas auf die Bremse getreten ist) und dieses Geld irgendwann auch tatsächlich den Wirtschaftskreislauf erreicht, werden die Inflationsraten ganz schnell in die Höhe schießen.

Und natürlich ist es dann wieder zu spät sich gegen die Folgen der Geldschwemme zu versichern, da die Preise für Gold uns Silber bis dahin dann schon wieder kräftig angezogen haben. In einer Zeit in der offenbar viele Anleger an ihren Goldpositionen zweifeln und die Minenaktien auf ungebremster Talfahrt sind, sollte man also vielleicht nun wirklich mal darüber nachdenken ob man sich physisches Gold oder Silber in den Tresor legt. Zudem sind Minenaktien nun teilweise so günstig wie schon seit fast zehn Jahren nicht mehr. Allen voran wäre hier wohl der ehemalige Weltmarktführer Barrick Gold zu nennen. Auch eine Spekulation auf eine Gegenbewegung mit Aktien kann also durchaus zur richtigen Zeit interessant sein!

Für den Ankauf und Verkauf von Gold- und Silberbarren, oder Münzen habe ich Ihnen hier als weiteren Service eine Seite eingefügt, auf der Sie zu jeder Zeit die aktuellen Preise für die Produkte einsehen können. Mit zwei Klicks lassen sich sogar die Produkte sofort ordern, was ich an Tagen wie diesen extrem interessant finde, um in die fallenden Kurse hinein erste Positionen aufzubauen. Grundsätzlich halte ich Silber im Moment für das spannendere Investment, sollte Gold allerdings noch etwas fallen, kann man wohl auch hier erste Käufe tätigen.

Ich hoffe also die Seite „Gold, Silber, Platin“ hilft Ihnen sich regelmäßig zu informieren und zu gegebener Zeit ihre Vermögen auf kommende Turbulenzen vorzubereiten!

Kurzfristige vs. langfristige Trading-Strategien mit CFDs

Contracts for Differences (CFD) haben zunächst immer eine unbegrenzte Laufzeit. Das Ende der Laufzeit ergibt sich aus dem Verkauf des Papieres, hier muss der Anleger zwischen kurzfristigen und langfristigen Anlagezeiträumen unterscheiden. Kurzfristige Anlagestrategien laufen innerhalb eines Tages aus, sie können sich aber auch über mehrere Tage hinziehen. Bei langfristigen Strategien handelt es sich um einen Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten. Beide Trading-Strategien haben Vor- und Nachteile.

Diese Vorteile bieten kurze Laufzeit

Die kurzfristige Trading-Strategie mit einem Anlagezeitraum über wenige Stunden oder Tage dürfte in der Welt des CFD Handels den größten Anteil ausmachen. Häufig werden die Papiere nicht einmal über Nacht gehalten, sondern noch am gleichen Tag verkauft. Dieses Day-Trading ist für den Anleger in der Regel mit einem geringeren Risiko verbunden, denn CFDs beruhen auf der korrekten Abschätzung einer Kursentwicklung. Diese korrekte Abschätzung ist über einen kurzen Anlagezeitraum deutlich leichter zu prognostizieren als bei einem Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten.

Im Gegenzug realisiert der Trader bei Intraday-Bewegungen oder beim Day-Trading einen geringeren Gewinn, da die Hebel niedriger sind. Wer diese niedrigere Rendite mit einer verstärkten Trading-Aktivität am Markt ausgleichen möchte, generiert wiederum höhere Transaktionskosten, die wiederum zu den Nachteilen der kurzfristigen Trading-Strategie zählen.
Day-Trading oder Intraday-Trading bietet sich vor allem für Trader an, die täglich aktiv sind und die ihre CFDs Tag für Tag beobachten und verwalten wollen.

Langfrist-Strategien für gelegentliche Trader

Wer auf eine Langfrist-Strategie beim Trading setzt, hält seine CFDs über mehrere Wochen oder gar Monate. Somit ist das Langfrist-Trading für Händler interessant, die nicht jeden Tag aktiv sein wollen und die nicht täglich an den Märkten präsent sein können. Wer die Entwicklung seiner Wertpapiere über einen längeren Zeitraum verfolgen will, ist mit einem längeren Anlagehorizont gut beraten.

Hinzu kommt die höhere Gewinnmarge für Papiere mit Langfrist-Anlagezeitraum. Sie ist letztlich auch von Vorteil, weil Trader mit Langfrist-Strategie ein geringeres Volumen an Transaktionen benötigen, um solide Gewinne zu erwirtschaften. Ein Trader mit einer langfristigen Anlagestrategie wird also mit wenigen Transaktionen einen ähnlich attraktiven Gewinn realisieren wie ein Trader mit kurzen Anlagezeiträumen, sofern die Kursentwicklung korrekt prognostiziert wurde. Aufgrund des geringeren Transaktionsvolumens entstehen einem Langfrist-Trader außerdem geringere Transaktionskosten, die den Gewinnen gegenüberzustellen sind.

Der größte Nachteil von Langfrist-Anlagestrategien besteht in der Unsicherheit der Kursentwicklung. Über lange Zeiträume ist es deutlich schwerer, eine Kursentwicklung richtig zu prognostizieren. Dazu benötigt man im Idealfall umfangreiche Analysen, mit denen die vergangenheitsorientierte Analyse der Wertpapierentwicklung genau zu bewerten ist. Aus dieser Analyse ist eine Prognose für den kommenden Zeitraum abzuleiten, die dennoch immer unter dem Risiko steht, durch unerwartete Einflüsse von außen nicht einzutreten. Damit allerdings realisiert der Trader einen Verlust seines eingesetzten Kapitals.

Jede Strategie muss zum Trader passen

Somit haben sowohl kurzfristige als auch langfristige Anlage-Strategien Vor- und Nachteile. Letztlich sollen sie zum Trader und zu seinem persönlichen Trading-Verhalten passen. Ungeachtet der Wahl des richtigen Brokers und der richtigen Strategie muss jeder Trader wissen, dass CFDs zwar enorme Renditen versprechen, sofern sich die Kurse in die prognostizierte Richtung entwickeln. Bewegt sich der Markt aber in die entgegengesetzte Richtung, ist das eingesetzte Kapital, oder sogar mehr verloren.

Wichtig: Für den Anleger gilt grundsätzlich, dass mit verschiedenen Strategien auf dem Forex Markt hohe Gewinne eingefahren werden können; auf der anderen Seite muss der Trader jedoch ebenso mit finanziellen Einbußen rechnen.

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