Author Archives: Lars

ThyssenKrupp – Ein Stück deutsche Geschichte mit ungewisser Zukunft

Etwas verwundert durfte man gestern Morgen schon bei der Betrachtung der vorläufigen Kurse der ThyssenKrupp Aktie sein…Das sind so Tage an denen ich mich frage ob nur ich die Meldungen richtig gelesen habe. Denn nach wirklich schlechten Quartalszahlen und einer angedrohten Kapitalerhöhung sowie einem massiven Stellenabbau in Folge der Managementfehler vergangener Tage  konnte der Aktienkurs zunächst deutlich zulegen. Zu Beginn des Handels lag die ThyssenKrupp Aktie noch satt im Plus bei ca. 15,90 Euro, bevor dann aber doch etwas Vernunft Einzug hielt. Am Abend notierte die Aktie des größten Stahlproduzenten Deutschlands dann bereits wieder deutlich tiefer (14,80 Euro), dürfte damit aber immer noch recht ambitioniert bewertet sein, wenn man die Nachrichtenlage um den Konzern etwas genauer unter die Lupe nimmt.

Nicht nur massive Fehlinvestitionen in Amerika, haben den einst stolzen Traditionskonzern ThyssenKrupp in die roten Zahlen getrieben. Auch einige Skandale durch das massive Fehlverhalten einiger Führungskräfte haben „dem deutschen Industriekonzern“ schwere Schaden zugefügt. Preisabsprachen, Korruption und das mitten im Herzen Deutschlands in einer Größenordnung die seinesgleichen sucht. Das soganannte Schienenkartell ist dabei offenbar nur eines von mehreren Kartellen mit dem ThyssenKrupp versucht hat, sich illegal Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Zusätzliche Rückstellungen für drohende Strafen und Schadenersatzforderungen mussten nun gebildet werden, womöglich werden auch die Aktionäre demnächst angezapft um die Zeche dafür zu bezahlen. Womit allerdings das Ende dieser unrühmlichen Geschichten aus meiner Sicht auch dann keinesfalls besiegelt ist…

Die Folgen all dieser Misswirtschaft müssen nun erst einmal die Mitarbeiter ausbaden, die nun gar keine Schuld an der ganzen Misere trifft, dennoch aber Ihren Arbeitsplatz verlieren. Insgesamt 3.000 Angestellte des Stahlkonzerns werden gehen müssen, davon alleine 1.500 in Deutschland. Die Verantwortlichen hingegen sitzen bereits wieder in führenden Positionen in deutschen Konzernen und beziehen weiterhin dicke Gehälter, ohne dass diese wirklich zur Rechenschaft gezogen wurden. Zudem werden die Aktionäre, wie oben schon erwähnt, wohl demnächst „gebeten“ dem Konzern finanziell etwas unter die Arme zu greifen, in dem sie sich an einer Kapitalerhöhung, deren Ausmaß noch völlig offen ist, beteiligen. Die Geldvernichtung mit den beiden schwerverkäuflichen Stahlwerken in Amerika hat derart monströse Ausmaße angenommen, dass wohl nur noch dieser Weg bleiben dürfte um den Tanker wieder flott zu kriegen…

All diese Umstände sind aus meiner persönlichen Warte nicht gerade eine Werbesendung für „solides Investieren“ in Deutschland und so sollte man wohl auch als Privatanleger eher davon Abstand nehmen in ein solches Unternehmen zu investieren. Konzernchef Heinrich Hiesinger hat nun ein Sparprogramm ausgerufen mit dem bis zum Jahr 2015 rund zwei Milliarden Euro eingespart werden sollen. Das dürfte aber angesichts des deutliche höheren Betrages, der alleine in Amerika versenkt wurde, eher nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein sein. Zumal die Stahlkonjunktur weiterhin lahmt und somit wenig Schützenhilfe von dieser Seite zu erwarten ist.

Maßgeblich entscheidend – für oder gegen-  eine Kapitalerhöhung wird nun laut Hiesinger der tatsächlich erzielte Kaufpreis für die beiden Stahlwerke in Brasilien und den USA sein. Bis dieser Prozess endlich abgeschlossen ist, und die Fakten auf dem Tisch liegen, sollte man wohl auch als Anleger die Füsse eher still halten, auch wenn sich einige Analysten bereits gestern wieder erstaunlich positiv zu der Aktie geäussert haben. Grundsätzlich bleibt aber aus meiner Sicht auch die Frage ob man hier überhaupt investiert sein möchte, und vor allem auch ob es nicht etwas Besseres auf dem deutschen Kurszettel zu finden ist, in das es sich lohnen könnte zu investieren….Und, da bin ich mir ganz sicher, findet man dann doch ein paar solide Alternativen…!

Commerzbank – Verwässerung? Das ist eher ein Tsunami…

Keine Gnade mit den Altaktionären! Die Commerzbank zieht die angekündigte Kapitalerhöhung durch – und das offenbar um jeden Preis! Noch gestern war in unkommentierten Berichten zu dieser Kapitalmaßnahme zu lesen, dass die CoBa plant die neuen Aktien zu einem sehr günstigen Ausgabepreis von sieben Euro, oder knapp darunter auf den Markt zu bringen. Heute nun wurde bekannt dass die CoBa den Bezugspreis der neuen Aktien auf 4,50 Euro festgelegt hat. Somit müssen entsprechend mehr Anteilsscheine ausgegeben werden um die gewünschten 2,5 Milliarden Euro zu erlösen. Ausgegeben werden sollen somit nun insgesamt 555.555.556 neue Aktien, die rückwirkend ab dem 1. Januar gewinnanteilberechtigt sind. Wobei das Wort „gewinnberechtigt“ hier schon fast etwas sarkastisches hat…!

Mit dem eingenommenen Geld will die Commerzbank endlich die restlichen Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds SoFFin inHöhe von 1,6 Milliarden Euro sowie die Beteiligung der  Allianz in Höhe von 750 Millionen Euro zurückzahlen. Mit dieser Maßnahme möchte das Bankhaus künftig auch ca. 200 Millionen Euro jährlich an Zinsen einsparen, die dann für eine Dividende an die Aktionäre zur Verfügung stünden. Allerdings kann man sich auch ohne einen höheren Bildungsabschluss ausrechnen, dass dieser Betrag – so er denn zur Dividendenzahlung verwenden würde – bei der aktuellen Aktienanzahl eher ein Tropfen auf den heißen Stein wäre.

Comerzbank Chart 10 Jahre

Commerzbank-Chef Martin Blessing erhofft sich vom dem von ihm sogenannten „Einstieg in den Ausstieg“ des Staates eine „Normalisierung“ der Aktionärsstruktur. Demnach soll die CoBa nun wieder „eine normale Bank mit einem größeren Aktionär“ werden. Welchen Vorteil dies allerdings an dieser Stelle für die Altaktionäre haben soll bleibt für mich bislang noch im Verborgenen. Viel mehr muss man nun auch noch befürchten dass künftig weitere Schritte, ohne die Sperrminorität des Staates, beschlossen werden könnten, die eher nicht so geeignet sind um die Aktionäre zu beglücken.

Ich muss ganz ehrlich sagen – ich habe selten einen so rücksichtslosen Umgang mit den Interessen von Aktionären eines Unternehmens gesehen, wie es offenbar bei der Commerzbank der Fall ist. Das ist ein Lehrbeispiel dafür, welchen Stellenwert Aktionäre für manche Unternehmen tatsächlich haben, obwohl sie das Blut liefert (in Form von Liquidität) das durch die Adern einer jeden AG fließt. Anleger sollten sich den Chart der zweitgrößten deutschen Bank als mahnendes Beispiel an Ihre Wand vor ihrem Schreibtisch hängen, um nie zu vergessen wie sich der Kurs einer Aktie unter einem entsprechenden Management entwickeln kann – sei das Unternehmen auch noch so interessant oder der Aktienkurs vermeintlich günstig!

…Und natürlich ist es manchmal hilfreich den Blick für die wahren Relationen nicht zu verlieren, insbesondere nach einem Reverse Split!

K+S liefert solide ab und bekräftigt die Ziele – wann steigt die Aktie?

Der Salz- und Düngemittel-Hersteller Kali und Salz konnte heute mit den Zahlen zum ersten Quartal des Jahres leicht positiv überraschen. Der Betriebsgewinn des Konzerns kletterte nicht zuletzt dank eines stärker als erwarteten Absatzes beim Auftausalz (+44%)  um zwölf Prozent auf knapp 278 Millionen Euro,  während der Umsatz sogar um 18,5 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro zulegen konnte. Der bereinigte Gewinn des Unternehmens lag im Berichtszeitraum bei 190,2 Millionen Euro. Mit diesem Ergebnis liegt K+S insgesamt über den Schätzungen der Analysten, was sich heute entsprechend positiv im Aktienkurs niederschlagen sollte. Für das Gesamtjahr bekräftigte die Konzernleitung noch einmal die ausgegebenen Ziele. Demnach sollen sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen.

Die Chancen für die Erreichung dieser Ziele stehen also nicht schlecht, wenn auch berücksichtigt werden sollte, dass das abgelaufene Quartal traditionell eher zu den stärkeren des Unternehmens gehört. Die nun nachfolgenden Quartalsergebnisse werden also aus meiner persönlichen Sicht eine etwas höhere Aussagekraft darüber haben ob es sich hierbei um eine dauerhafte Veränderung handelt, oder der Gewinnsprung lediglich auf den ungewöhnlich langen Winter 2012/2013 zurückzuführen ist. Deutlich positiv darf man aber insbesondere die Stabilisierung der Preise bei den Kali-Düngemitteln sehen. Hier konnte zuletzt wieder eine verstärkte Nachfrage verzeichnet werden. Zudem wurden langfristige Lieferverträge mit China und Indien vereinbart, was natürlich stabilisierend wirkt, leider aber auf längere Sicht auch die Phantasie bei dem Titel etwas dämpft, da die Preise hier wohl nicht wesentlich gesteigert werden können.

Insgesamt haben die K+S Zahlen überzeugt. Konzernchef Norbert Steiner zeigte sich ebenfalls zufrieden über die jüngste Entwicklung, und geht nun davon aus, dass der Kali-Absatz 2013 weltweit um gut sieben Prozent auf 59 Millionen Tonnen zunehmen wird. Davon soll ein Anteil von ca. sieben Millionen Tonnen dauerhaft bei K+S verbleiben. Ob das heutige Zahlenwerk den Aktienkurs nachhaltig beflügeln kann bleibt allerdings noch abzuwarten. Bereits seit Monaten gehört die K+S Aktie zu den schwächsten Titeln im DAX und konnte bislang nahezu gar nicht von der Hausse seit November 2012 profitieren. Nachholpotenzial wäre also genug vorhanden…! Gelingt der Sprung über den Widerstandsbereich zwischen 36,25 und 36,45 Euro würde sich das Chartbild wieder etwas aufhellen.

Die Woche der Entscheidung – Commerzbank, K+S, RWE, ThyssenKrupp, Merck und die Deutsche Post im Fokus

Auch in der letzten Börsenwoche konnten sich die Indizes noch nicht zu einer längst überfälligen Korrektur oder zumindest einer Konsolidierung hinreißen lassen. Die möglichen Gründe für diese unnatürliche Stärke des Dax hatte ich Ihnen ja bereits > hier < genannt…und somit dürfte es auch nur noch eine Frage der Zeit sein wann der aktuelle Anstieg beendet oder zumindest vorübergehend unterbrochen wird. Grundsätzlich besteht nun aus rein charttechnischer Sicht noch leichtes Aufwärtspotenziel von ca. 1,5 Prozent im S&P 500 bis auf ca. 1.658 Punkte, ebenso wie im DAX bis in den Bereich um die 8.405 Punkte. Selbstverständlich sind diese Marken nicht in Stein gemeißelt, stellen aber aus meiner Sicht wichtige Wegmarken dar, die nur noch schwerlich überwunden werden sollten.

Die Berichtssaison nähert sich nun allmählich ihrem Ende ebenso wie die Berichterstattung zu wesentlichen Konjunkturdaten und so wird es spannend sein zu beobachten wieviel Kraft die Bullen tatsächlich noch in den Lenden haben. Denn ohne neue Impulse dürfte es – bei den weiterhin eher dünnen Umsätzen – schwer werden die Indizes noch weiter anzutreiben. Jüngsten Umfragen zufolge wird diese Hausse nämlich nicht etwa von den großen Adressen getragen sondern viel mehr von den Privatanlegern die sich aufgrund historisch niedriger Zinsen in anderen Anlageklassen nun in Aktien flüchten. Alleine dieser Umstand birgt aber aus meiner Sicht nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial, denn genau diese Anleger fliehen nicht selten wieder panikartig aus dem Markt wenn es dann mal nicht mehr so selbstverständlich rund läuft wie in den letzten Wochen…

Auf Unternehmensebene präsentieren nun die letzten Unternehmen aus dem DAX ihre Zahlen für das letzte Quartal. Laut den meisten Analysteneinschätzungen dürfte der Salz- und Düngemittelhersteller K+S dabei ein solides aber nicht berauschendes Gewinnwachstum präsentieren. Große Kurssprünge erwarte ich hier allerdings nicht , denn insgesamt bleibt der Sektor wohl auch weiterhin eher schwächer als erwartet. Merck dürfte stark in das Jahr 2013 gestartet sein und sollte solide Zahlen abliefern, während die Quartalszahlen des Energieriesen RWE keine großen (positiven) Überraschungen bereit halten dürften, wird das Ergebnis von ThyssenKrupp weiter von der anhaltenden Konzernumstrukturierung und den Verhandlungsergebnissen beim Verkauf der zwei amerikanischen Stahlwerke beeinflusst sein. Man sollte sich also gerade bei Deutschlands größtem Stahlkonzern im Vorfeld der Veröffentlichung wohl noch etwas zurückhalten…! Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass die Berichtssaison nun eher unspektakulär ihr Ende finden wird.

Der Aufreger der Woche kommt einmal mehr von Deutschlands zweitgrößtem Bankhaus: Die Commerzbank startet nach Informationen des Handelsblatts voraussichtlich Anfang dieser Woche ihre 2,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Das Bankhaus zeigte sich im Vorfeld zuversichtlich dass alle Aktien auch Abnehmer finden werden. Denn die neuen Papiere sollen mit einem satten Abschlag von 35 Prozent auf den aktuellen Aktienkurs ausgegeben werden, was natürlich zu einer weiteren Verwässerung der Altanteile führen wird. Der Preis für die neuen Aktien könnte somit im Bereich um die 7,- Euro liegen. Um einen Erlös von 2,5 Milliarden Euro zu erzielen muss die CoBa dann also mindestens 350 Millionen neue Aktien ausgeben.

Für die Altaktionäre scheint all dies ein nie enden wollender Albtraum zu sein, denn damit fällt die Verwässerung ihrer Anteile noch deutlicher aus als ohnehin schon befürchtet. Stärkere Schwankungen des Aktienkurses sind hier somit wohl auch in dieser Woche einzukalkulieren. Möglicherweise wird nach der dann abgeschlossenen Transaktion nun endlich ein Boden bei der Aktie gefunden und ein Einstieg für langfristig orientierte Investoren irgendwann wieder interessant sein….Schaun wir mal! Die Commerzbank will durch die Kapitalerhöhung die stillen Einlagen des Staates und der Allianz ablösen und sich wieder unabhängiger machen. Für das Geschäftsjahr 2014 wurde  von Martin Blessing deutliche Besserung in nahezu allen Bereichen versprochen.

Fazit: Es verspricht nicht nur für gebeutelte CoBa-Aktionäre eine spannende Woche zu werden…Ich gehe weiterhin davon aus dass der starke Anstieg der letzten Wochen und die damit deutlich überkaufte Situation im Dax bald korrigiert wird. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, einen entsprechenden Kursrutsch oder aber die langsame Korrektur über eine Seitwärtsbewegung mit eher täglich leicht bröselnden Kursen. Die Zeit der deutlichen Kursausschläge nach oben dürfte nun aber allmählich zu Ende gehen und damit kurzfristig das Risiko überproportional zunehmen! …Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche und die richtigen Entscheidungen!

Der DAX und die nie enden wollende Börsenrally…!

Die letzten Tage an der Börse hatten schon etwas faszinierendes…Nachdem gestern nun auch im DAX ein neues All-Time-High verbucht werden konnte, kannte auch die mediale Berichterstattung nahezu keine Grenzen der Euphorie mehr. Fast auf allen Kanälen gab es Sonderberichterstattungen in denen orakelt wurde warum die Börsen derzeit so stark sind. Selbstverständlich musste dabei in erster Linie die nie enden wollende Flut an frischer Liquidität durch die Notenbanken als Argument Nummer 1 herhalten. Aber auch deutliche Mittelzuflüssen von Pensionsfonds und große institutionellen Adressen wurden als Ursache für den jüngsten Anstieg des deutschen Leitindex immer wieder angeführt…Aktien sind alternativlos weil Anleihen und andere Anlageklassen keine Rendite mehr abwerfen war gestern mehrfach zu hören und zu lesen. Immer wenn an den Finanzmärkten Euphorie auszubrechen droht, sollte man grundsätzlich etwas vorsichtiger werden…

Die Fragen die man sich nun also aufmerksamere Beobachter stellen kann, sind somit aus meiner persönlichen Warte relativ naheliegend … Welchen Grund könnte es haben wenn die Notenbanken diesmal offensichtlich ohne einen triftigen Grund die Zinsen senken und sogar weitere Maßnahmen versprechen, die bis hin zum Negativzins gehen können? Könnte es sein, dass hier im Hintergrund schon wieder die nächste Krise schwelt, erneut große europäische Banken in Schieflage sind oder gar ganze Staaten? Wäre es möglich das diese Maßnahmen im Vorfeld der Bundestagswahlen in Deutschland ergriffen werden um bis dahin die heile Börsenwelt aufrecht zu erhalten? Oder, sind das lediglich klar erkennbare Auswüchse des internationalen Abwertungswettlaufes der namhaften Währungen dieser Welt?

Ich kann Ihnen keine der oben stehenden Fragen beantworten…dennoch ist der Kursanstieg des DAX alles andere als natürlich und sollte mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen so etwas schon einmal zuvor gesehen zu haben während die Konjunktur-Inikatoren gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung weisen. Nun mag es ja sein dass sich hier wirklich große Adresse positionieren, was für mich allerdings alles andere als ein Kaufargument wäre. Genau diese Adressen waren es nämlich die die gesamte Rally zuvor größtenteils verschlafen haben und genau dieselben Adressen haben in den letzten beiden Abwärtsbewegungen einen Großteil ihrer Aktiendepots zu Tiefständen wieder aufgelöst. Über die Qualität dieser Engagements lässt sich also durchaus streiten.

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Für meinen Geschmack fehlt jetzt noch die finale Phase in der wir auf dem Titelblatt der BILD Zeitung o.ä. zum Kaufen von Aktien aufgefordert werden, oder aber irrwitzige DAX Kursziele ausgerufen werden. Spätestens dann sollte man die Karten wieder vom Tisch nehmen und erst einmal abwarten ob diese Rally noch weitere Substanz hat. Im Moment ist der Markt – gerade in Deutschland – gnadenlos überkauft. Dieser ungesunde Zustand muss früher oder später abgebaut werden indem entweder die Aktienkurse wieder anfangen zu fallen, oder aber der Markt entsprechend lange seitwärst läuft, um diese Situation über die Zeitschiene zu korrigieren. Auf der anderen Seite enden Phasen wie diese nicht von heute auf morgen, und es braucht seine Zeit bis sich ein Richtungswechsel einstellt. Dieser kann dann aber letztlich auch sehr heftig ausfallen wenn den Bullen irgendwann die Kraft fehlen sollte den Index noch weiter anzutreiben.

Zu bedenken ist an dieser Stelle vielleicht auch, dass der DAX ein Performance-Index ist in dem die erzielten Dividenden einen großen Teil der Zugewinne ausmachen. Kürzlich habe ich dazu in einem Kommentar hier geschrieben: „Aktuell notiert der DAX bei rund 7.800 Punkten. Wenn man den DAX aufteilt, sind die Aktienkurse für 4.200 Punkte verantwortlich und die Dividenden für 3.600 Punkte. Da die 30 DAX-Unternehmen in diesem Jahr den Rekordwert von 27,6 Mrd. Euro ausschütten, sorgt das für einen deutlichen Kursanstieg. Selbst wenn die Aktienkurse der 30 DAX-Unternehmen stagnieren, würden die Dividenden dafür sorgen, dass der DAX spätestens 2014 ein neues Allzeithoch erreicht.”

Die Berichtssaison nähert sich nun aber bereits wieder ihrem Ende. Da die großen Dividenden-Stars fast alle schon über Ihre Geschäfte berichtet haben dürften somit von dieser Seite keine allzu großen Impulse mehr zu erwarten sein. Somit sollten auch die Dividenden nun allmählich entsprechend ihrer Höhe im DAX Kurs eingepreist sein. Sollte der DAX allerdings nach der Berichtssaison trotzdem weiter ansteigen, muss man dieses Signal wohl sehr ernst nehmen und mit engen Stopps erneut auf den fahrenden Zug aufspringen.

Seit heute gewinne ich nun aber eher den Eindruck, dass es das nun bald gewesen sein könnte, da auch die Kurstreiber der letzten Tage den heutigen Anstieg nicht mehr wirklich nachvollziehen. An der Wallstreet haben genau diese Aktien die teilweise kräftigen Kursgewinne des Vortages bereits wieder abgegeben! Andere Unternehmen wiederum, die schlechte Zahlen abgeliefert haben, fallen noch nicht entsprechend, was wohl eher dem starken Marktumfeld geschuldet ist und am ersten wirklich schlechten Börsentag in naher Zukunft wohl eingepreist werden dürfte. Die Risiken einer Korrektur nehmen also  aus meiner Sicht wieder deutlich zu…

Aus charttechnischer Sicht wäre zumindest eine Abwärtsbewegung bis in den Bereich des alten Alltime-Highs bei DAX wünschenswert und gesund. Geht es dann noch einmal deutlich darunter, muss die Situation wohl völlig neu bewertet werden, denn dann würde mit dieser Kursbewegung auch der aktuelle Aufwärtstrend unterschritten..!

Wie kann ich Bitcoins handeln?

Bitcoins handeln ist nach wie vor kompliziert und jede einzelne Transaktion dauert einfach viel zu lange. Hier gibt es Abhilfe für aktive Menschen die an dem Siegeszug der Kryptowährungen teilhaben wollen – durch den Handle mit binären Optionen. Nicht nur  Computer-Freaks und Internet-Jünger investieren in diese neuartige Internet-Währung, sondern auch prominente Investoren wie beispielsweise die die Winklevoss Zwillinge (Facebook Mitbegründer) die fest davon überzeugt sind dass Bitcoins das neue Zahlungsmittel des 21. Jahrhunderts werden. Diese Meinung kann man natürlich teilen, oder auch nicht… Fest steht aber, das die neuartige Währung gerade aufgrund der zuletzt  sehr hohen Schwankungsbreite des jeweiligen Kurses ein interessantes Anlagemedium sein können. Doch was sind Bitcoins eigentlich und wie kann man mit Ihnen Geld verdienen, und das am besten unabhängig davon wohin sich der Wert dieser virtuellen Währung langfristig hin entwickelt…?

Was sind Bitcoins?

Bitcoins sind eine virtuelle Form von Geld das dezentral von einem Computernetz geschöpft wird. Dabei verbindet diese neuartige Währung mehrere Faktoren, die von vielen sicherheitssuchenden Anlegern sehr geschätzt werden. Zum einen sind Bitcoins wie Bargeld zu betrachten, da man in vielen Shops inzwischen ganz regulär damit Waren einkaufen kann, zum anderen können problemlos internationale Überweisungen mit ihnen getätigt werden. Dabei ist das virtuelle Geld absolut fälschungssicher und unabhängig von irgendwelchen Zentral- oder Privatbanken und bietet ein hohes Maß an Anonymität.

Wer erfand Bitcoins?

Hauptaugenmerk des Erfinders der Kryptowährung, Satoshi Nakamoto bei der Entwicklung dieser Währung, lag darauf ein Zahlungsmittel zu schaffen dass nicht willkürlich durch Zentralbanken oder andere wirtschaftliche Einflüsse entwertet werden kann. Die Interessenten für die Währung sind offensichtlich in finanziell instabilen Zeiten wie diesen gerade von diesem Punkt des Konzeptes überzeugt. Dennoch ist diese neuartige Währung extrem schwankungsanfällig und keinesfalls etwas für Anleger mit schwachen Nerven. Zuletzt machte die Währung durch extreme Kurssprünge auf sich aufmerksam, aber genau hier könnte auch eine Chance für Menschen liegen die gerne mal zocken…oder an den langfristigen Erfolg dieses Experimentes glauben. Vor einem Jahr waren Bitcoins noch knapp 5,- Dollar wert, im April 2013 notierte der Wert eines Bitcoin bei satten 266,- Dollar, bevor er dann wieder auf 100,- Dollar abstürzte…

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Entwicklung der Bitcoins

Wie bei jeder kurzfristigen Blase mit einer entsprechenden Peak-Bildung kam auch der Kurs der Bitcoins also schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Dennoch darf wohl auch ein Kursanstieg von 5,- auf 100,- Dollar in weniger als 12 Monaten als ein aussergewöhnlicher Gewinn angesehen werden. Bitcoins handeln oder zu besitzen war zur richtigen Zeit also äusserst lukrativ, zur falschen Zeit hingegen geradezu zerstörerisch. Ob sich die Cyber-Währung langfristig wirklich als „echte Währung“ durchsetzen werden bleibt abzuwarten. Viel mehr handelt es sich hierbei um einen interessanten Versuch ein alternatives Wertaufbewahrungsmittel zu schaffen, ähnlich dem Gold. Und diese Entwicklung sollte in jedem Falle weiter beobachtet werden. Denn, trotz aller Skepsis dürfte es auch in den nächsten Jahren lohnend sein Bitcoins zu handeln.

Limitierte Verfügbarkeit

Schon alleine deshalb weil die Gesamtzahl der Bitcoins aber auf maximal 21 Millionen Stück limitiert sein wird,  kann diese künstliche Verknappung durchaus dazu führen dass sich der Kurs der Bitcoins irgendwann in ungeahnte Höhen aufschwingen wird. Derzeit sind knapp elf Millionen Bitcoins im Umlauf, alle zehn Minuten kommen etwa 25 durch das sogenannte „schürfen“ hinzu. Man kann sich also ausrechnen wann diese Zahl ungefähr erreicht sein wird…! Ob sich ein Investment in Bitcoins langfristig lohnen wird oder nicht kann aus meiner Sicht nicht abschließend beurteilt werden und das spielt vielleicht auch nur eine untergeordnete Rolle…Denn von den kurzfristigen Schwankungen des Kurses kann man in jedem Falle profitieren…und das in beide Richtungen und ganz einfach.

Wie kann ich Bitcoins handeln?

Seit kurzem bietet einige binäre Optionen Broker nun entsprechende Wetten auf den Kursverlauf der Bitcoins an. Dabei kann, wie oben schon erwähnt, auf steigende oder fallende Kurse bei der virtuellen Währung gesetzt werden. Betont sei hierbei auch, dass es sich um Wetten mit unterschiedlichen Laufzeiten handelt und nicht um ein Investment im klassischen Sinne. Die Erträge und das Risiko sind entsprechend hoch. So kann beispielsweise innerhalb von wenigen Minuten, Stunden oder Tagen ein Gewinn von bis zu 120 Prozent auf Ihr eingesetztes Kapital erzielt werden. Für Menschen, die also grundsätzlich an der Story interessiert sind, sich aber nicht langfristig binden und dem Risiko einer “ alternativen Anlage“ aussetzen wollen, durchaus eine interessante Möglichkeit an der kurzfristige Entwicklung der Bitcoins zu partizipieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen jetzt schon viel Spaß beim Handeln mit Bitcoins!

Deutsche Bank…Und die Börse ist doch eine Einbahnstrasse…

…mag sich so mancher Beobachter des Geschehens an den Finanzmärkten in diesen Tagen denken. Unermüdlich schieben die Indizes nach oben ohne auch nur das geringste Anzeichen von Schwäche oder auch technischen Zwischenkorrekturen. Für die Perma-Bullen dieser Welt ein geradezu paradiesischer Zustand. Man muss nur beharrlich genug sein und seine Investments einfach stur laufen lassen – den Rest erledigen dann die Notenbanken…!

Mal ehrlich liebe Leser – Phasen wie diese sind mir unheimlich. An einem Punkt an dem die Märkte ganz offensichtlich auf den nächsten großen Wurf der Notenbanken warten, und diesen bereits im Vorfeld kräftig einpreisen, möchte ich mich an Spekulationen dieser Art nicht mehr beteiligen. Zum einen halte ich die Bewegung der letzten beiden Handelswochen für geradezu ungesund, wenn man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet und sich die politischen Risiken verinnerlicht. Und zum anderen nähern wir uns mit großen Schritten der saisonal schwachen Jahreszeit, in der das Rückschlagspotenzial für die Märkte nun wieder deutlich steigt. Hinzu kommt noch dass die Notenbanken bereits den Großteil ihres Pulvers verschossen haben und es grundsätzlich nachdenklich stimmen sollte, wenn nun noch einmal eine Schippe drauf gelegt werde sollte…!

Selbstverständlich ist aber eine baldige Korrektur an den Märkten, nur aus diesen Gründen, nicht in Stein gemeißelt. Wenn Börse so einfach wäre, würden wir wahrscheinlich alle schon auf unserer Yacht durch die Karibik schippern. Dennoch würde ich in der aktuellen Situation sehr vorsichtig agieren und auch mal Gewinne mitnehmen.

Die heutigen Exzesse bei der Deutschen Bank Aktie zeigen mir einmal mehr dass wir aktuell ein sehr ungesundes Anlagerverhalten vorfinden. Die spontane Kapitalerhöhung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt und Kurs zeigen dass der Druck auf die Banken immer noch entsprechend hoch sein muss. Dass die Deutsche Bank ihr Kernkapital aufstocken muss war hinlänglich bekannt, das dies nun aber noch schnell zum derzeitigen Aktienkurs geschieht heißt aus meiner Sicht nichts Gutes, hätte die Bank doch bis 2019 noch genügend Zeit dafür gehabt. Auch über den Ausgebekurs der neuen Aktien kann man sich durchaus wundern, ebenso wie über die leeren Versprechen von Fitschen und Jain die Erhöhung der Kernkapitalquote aus eigener Kraft schaffen zu wollen.

Den Aktionären ist all dies offenbar egal, denn de Aktie kann nach der heutigen Ankündigung um satte 7,7 Prozent zuzulegen, was nicht zuletzt wohl auf das solide Ergebnis des Berichtszeitraums zurück zu führen ist. Im ersten Quartal stieg der Gewinn der Bank  im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn stieg um 28 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Insgesamt also ein durchaus respektables Ergebnis, hatte die Bank wegen hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Vorquartal noch 2,5 Milliarden Euro Verlust geschrieben…Die Kapitalerhöhung dürfte nun aber für den einzelnen Aktionär einen Großteil dieser positiven Effekte bald aufzehren…

Commerzbank – Endlich Pennystock!

Sie erinnern sich bestimmt noch an meinen letzten Artikel zur Commerzbank Aktie in dem ich davor gewarnt hatte das der geplante Reverse-Splitt nun weiteres deutliches Abwärtspotenzial für die Commerzbank Aktie bieten könnte. Leider wurde diese These nun durch den gestrigen Kursrutsch unter die 10,- Euro Marke bestätigt. Mit Kursen um die 9,80 Euro ist die „ursprüngliche CoBa Aktie“ also nun in den Pennystock Bereich vorgestoßen. Etwas was sich viele Anleger nicht vorstellen konnten und wahrscheinlich ohne den Re-Splitt auch nicht so schnell passiert wäre. Denn wie schon geschrieben ist die Hemmschwelle solch entscheidende Marken zu unterschreiten enorm hoch. Nicht selten hat die betroffene Firma selber ein großes Interesse daran nicht in den bei den Pennystocks zu landen und tätigt entsprechende Stützungskäufe.

Nicht aber im Falle Commerzbank, hier wurden rechtzeitig 10 alte Aktien zu einer Neuen zusammen gelegt und somit genügend Puffer erzeugt. Die Schar der Commerzbank-Turnarround Anhänger scheint indes immer noch sehr groß zu sein, wenn man sich die Zugriffszahlen verschiedener Artikel auf den unterschiedlichsten Finanzseiten anschaut. Woher kommt dieser unerschütterliche Optimismus, oder sollte ich vielleicht eher sagen Zweckoptimismus, weil unglaublich viele Anleger noch immer in ihren Positionen festhängen, die sie schon längst hätten auflösen sollen?

Wohin die Reise für die Commerzbank nun gehen wird kann niemand sagen…Vielleicht dreht die Aktie hier, nachdem auch diese magische Grenze nun zumindest einmal getestet worden ist. Vielleicht fällt die Aktie aber auch weiter in Richtung 6,- oder 7,- Euro? Aus charttechnischer Sicht ist die Commerzbank Aktie sowieso nicht mehr zu beurteilen…wir befinden uns sozusagen im luftleeren Raum. Ach, apropos Charts…ist Ihnen aufgefallen dass man fast nirgendwo mehr den alten „Trauerchart“ der Aktie finden kann? Jetzt ist alles neu, der Chart und auch die WKN…na wenn das mal kein gutes Zeichen für einen echten Neuanfang ist!

Ich persönlich habe meinen letzten Artikeln zu der Aktie auch nicht mehr viel hinzu zu fügen. Dennoch wollte ich es mir nicht entgehen lassen als Abschluss einer langen Reihe von Berichterstattungen wenigstens noch festzuhalten dass wir nun endlich (eigentlich!) im Pennystock-Bereich angekommen sind, und wünsche allen Commerzbank Aktionären wirklich von ganzem Herzen (..und ohne Sarkasmus!!)  alles gute für die Zukunft!

Wacker Chemie – maue Zahlen und ein gefährlicher Chart…

Der Spezialchemie-Anbieter Wacker Chemie ist im ersten Quartal dieses Jahres noch tiefer abgerutscht als von mir persönlich erwartet. Den heute veröffentlichten Zahlen zufolge musste das Unternehmen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Gewinneinbruch um satte 88 Prozent auf nur noch 5,1 Millionen Euro verkraften. Der Umsatz sank im Berichtszeitraum hingegen nur um 10 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro, was laut Unternehmensangaben auf eine wieder anziehende Nachfrage nach Reinstsilizium zurück zu führen ist. Dennoch sind die Preise für dieses Rohmaterial weiterhin eher am unteren Ende der zu erwartenden Preisspanne, was auch künftig auf die Margen des Konzerns drücken dürfte. Und dann wäre da noch das hier:

Wacker Chemie Chart

Konzernchef Rudolf Staudigl bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr, verwies aber auch noch einmal auf die großen Herausforderungen die das Solar-Geschäft mit sich bringen. Insgesamt lagen die heute gelieferten Daten aber im Rahmen der Erwartungen der Analysten , die mit einem etwas höheren Umsatz und etwas weniger Gewinn gerechnet haben.

Aus meiner persönlichen Sicht gibt es hier wenig Anlass zur Freude. Die weiterhin sehr unsichere Situation im Solargeschäft kann sich jederzeit noch einmal durch einen schwelenden Handelskonflikt mit China verschärfen, was dann auch deutliche Auswirkungen auf die Bilanz des Konzerns haben dürfte. Die Risiken bleiben Erhalten während die Chancen auf Sicht der nächsten 12 Monate offensichtlich begrenzt erscheinen. Die Charttechnik verheißt hier ebenfalls nicht viel Gutes…Eine Mischung die man nicht unbedingt im Depot haben muss, auch wenn die Wacker Chemie Aktie zwischendurch immer mal wieder zu einem Freudensprung ansetzt.

SGL Carbon – Kursziel 8,10 Euro?

Die Aktie des Graphit- und Carbonfaser-Spezialisten SGL Carbon gab bereits am Freitag erneut kräftig nach, nachdem das Unternehmen nicht nur schwache Zahlen präsentiert hatte, sondern auch die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr zuletzt deutlich gesenkt wurde. Zum Jahresbeginn sind die Wiesbadener nun kräftig in die roten Zahlen gerutscht, was vom Markt teilweise sogar befürchtet wurde, in der Deutlichkeit aber dann doch etwas überraschte.

Grund für den deutlichen Rückgang beim Umsatz und Gewinn sei laut Unternehmensangaben die weiterhin sehr dürftige Nachfrage nach Carbonprodukten aus der Windenergiebranche, ebenso wie das Debakel um den Großraumflieger „Dreamliner“ von Boeing. Aber auch im Stahlgeschäft dürfte es im Moment wohl alles andere als rund laufen. Der Konzern stellt unter anderem auch Grafitelektroden für Stahlhochöfen und Kathoden für die Aluminiumschmelze her. Die Stahl- und Aluminiumnachfrage ist weltweit aber eher rückläufig, ebenso wie die Preise für Stahlprodukte, was sich zusätzlich nicht unbedingt positiv auf dieses Geschäftszweig von SGL Carbon auswirken dürfte.

Vorstandschef Robert Koehler setzt nun im zweiten Halbjahr verstärkt darauf dass das Auftragsvolumen des US-Flugzeugherstellers Boeing deutlich zunehmen wird, nachdem die technischen Schwierigkeiten beim Dreamliner behoben wurden. Ob das tatsächlich der Fall sein wird kann aber keinesfalls als sicher angesehen werden. Ebenso wird wohl die Schwäche der Windenergie-Branche auch in der zweiten Jahreshälfte weiter anhalten und auch die Erholung im Stahlsektor lässt weiterhin auf sich warten.

Die Analysten verschiedener Bankhäuser haben nun ihre Kursziele für die SGL Carbon Aktie noch einmal überarbeitet und sehen den Kurs der Aktie in nächster Zeit teilweise deutlich tiefer. Die brutalste Abstufung hat aber wohl JP Morgan nun vorgenommen – die Analysten des US Investmenthauses sehen den Kurs nun in Richtung 8,10 Euro fallen!

Auch wenn ich schon lange der Meinung bin das die SGL Aktie deutlich zu hoch an der Börse bewertet wird, und dies ja auch mehrfach hier geschrieben habe, halte ich diese Einschätzung nun doch für etwas zu pessimistisch…Alleine die strategische Beteiligung der bekannten Großinvestoren sollte einen solchen Kursrutsch wohl schon verhindern können, da ich davon ausgehen würde, dass VW, BMW ebenso wie Susanne Klatten dann ihren Anteil auf dem deutlich ermäßigten Niveau weiter aufstocken werden. Dennoch sieht der Chart inzwischen übel aus, und ein weiteres Abrutschen der Aktie unter die wichtige Unterstützung bei 25,- Euro hätte wohl einen direkten Absturz in Richtung der 20,- Euro Marke zur Folge.

SGL Carbon bleibt unter langfristigen Gesichtspunkten ein hochinteressantes Unternehmen. Mit der Zahlenvorlage zum ersten Quartal dürfte allerdings klar geworden sein dass auch hier die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Bewertung de Unternehmens ist auch auf diesem reduzierten Niveau aus meiner Sicht immer noch viel zu ambitioniert, zumal spätestens seit Freitag klar sein dürfte dass die Vorschusslorbeeren nicht gerechtfertigt waren. Die SGL Carbon Aktie bleibt weiterhin auf meiner Watchlist – mehr aber auch nicht!

Sorglosigkeit und Gier frisst Hirn… und Rendite

Die Rally der letzten Tage war schon beeindruckend! Aber mal ganz ehrlich….ich traue dem Braten nicht! Nicht nur das wir es in dieser Berichtssaison mit durchaus gemischten Daten aus den einzelnen Unternehmen zu tun haben, sondern auch Konjunkturdaten ebenso wie die politische Lage in Korea und Syrien geben Anlass zur ernsthaften Sorge. Dazu kommt noch die offensichtliche Schönfärberei der Wachstumsziele für unser Land und die weiterhin deutlich angespannte Situation in Europa, wonach Spanien rasant weiter abrutscht, Italien politisch gesehen erst einmal handlungsunfähig bleibt und auch Frankreich durch die „geballte Kompetenz“ der Regierung Hollands nun langsam an der Schwelle zur „Rettung“ steht. Die Börsen aber kümmert all dies offensichtlich im Moment wenig. Unbeirrt von den genannten Faktoren – die durchaus Anlass zur Sorge bieten sollten (!) – legt der DAX jeden Tag noch ein Schippchen drauf und gaukelt uns die heile Wirtschaftswelt vor.

Das Argument der Bullen bei der Betrachtung dieser Entwicklung ist immer dasselbe: „Never fight the FED“ Sprich die Geldschwemme der Notenbanken wird weiterhin schon dafür sorgen dass die Aktienkurse stiegen. Das hohe Maß an überschüssiger Liquidität muss irgendwo hin. Nachdem der Anleihenmarkt mit seinen mickrigen Renditen und steigendem Risiko immer uninteressanter wird, der Immobilienmarkt schon deutliche Überhitzungserscheinungen zeigt und Rohstoffe, insbesondere auch Gold und Silber fallen, bleibt ja nicht mehr so viel wo man sein Geld investieren könnte. Diese Argumentation ist also durchaus richtig, aber aus meiner Sicht keinesfalls ein Freifahrtschein, wie so mancher Börsenguru uns glauben machen will. Denn der Erfolg es hängt nicht nur von der richtigen Auswahl der Aktien ab, sondern auch ganz wesentlich vom richtigen Timing.

Ich persönlich halte die aktuelle Situation für brandgefährlich. Sorglosigkeit und Gier scheinen nun vorübergehend die treibenden Kräfte zu sein, die die Kurse erneut in die Höhe treiben… Und das endet erfahrungsgemäß selten gut. Selbstverständlich kann dieser Zustand noch länger anhalten als man denkt und niemand weiß wo das Top sein wird. Man kann teilweise sogar sehr gut nachvollziehen welche psychologischen Kräfte hier gerade am Werke sind, wenn man an die vielen Anleger denkt , die die gesamte Rally seit dem Spätsommer letzten Jahres verpasst haben. Diese konnten nun endlich doch noch auf dem ermäßigten Niveau der letzte Woche einsteigen, und freuen sich nun über die ersten Kursgewinne seit Monaten… Hinzu kam auch dass es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit dafür gab dass der DAX bereits bei 7.450 Punkten – zumindest zu einer technischen Gegenreaktion – ansetzten würde. Eine Konstellation die auch mich zumindest zu einigen kurzfristigen Trades motiviert hat.

Aber, bei aller Freude über die nochmal gestiegenen Aktienkurse, sollte man nicht übersehen dass diese Bewegung nach wie vor unter eher dünnen Umsätzen stattfindet. Die Rohstoffmärkte sind in den letzten Wochen geradezu geschlachtet worden und konnten von der nun wieder starken Börsenphase nur in einem geringen Umfang profitieren. Der Ölpreis ist weiterhin unter Druck, was ebenfalls auf eine deutliche Abkühlung der Weltkonjunktur schließen lässt, etc. Es gibt vielfältige Zeichen dafür dass die Börsenwelt eben nicht so heil ist wie man uns im Moment vorgaukeln möchte. Werden Sie also nicht übermütig, denn auch dieser Traum könnte schneller platzen als man denkt. Mit kontrolliertem Risiko und reduziertem Einsatz kann man sicherlich noch den ein- oder anderen erfolgreichen Trade in diesen Tagen machen, mehr sollte es aber aus meiner Sicht nun nicht mehr sein!

Meine Beobachtungen in dieser Börsenphase gehen eher in die Richtung dass wir es hier nun höchstwahrscheinlich mit einer klassischen Distributionsphase zu tun haben, in der der Markt in schöner Regelmäßigkeit nach oben gezogen wird, um dann weitere Aktienpakete an den Mann/die Frau zu bringen. Das Verhalten der US Indizes in den letzten beiden Tagen, mit konstanten Zuwächsen über den  Tag und einem Abverkauf in der letzten Handelsstunde ist typisch für eine solche Phase, die nicht selten unmittelbar vor einer deutliche Korrektur der Märkte stattfindet. Sollte der Markt beispielsweise heute an diese letzte Kursbewegung der WallStreet anschließen und tiefer tendieren muss man für die kommende Woche sehr vorsichtig werden!

Ein weiterer Faktor, der eher nachdenklich stimmen sollte, ist  die offensichtliche Manipulation einiger Märkte, wie wir sie zuletzt beim Gold gesehen haben. Das Ganze funktioniert aber eben auch in die Gegenrichtung, und so erklimmen die Indizes, die zuvor eigentlich schon zum Abschuss freigegeben waren, nun plötzlich neue Höhen… Ich halte es also durchaus noch für möglich das beispielsweise der S&P 500 noch neue Hochstände ausbilden könnte, bevor der Markt dann schlagartig in die Gegenrichtung abtaucht. Eventuell haben wir aber auch gestern schon den vorerst letzten gescheiterten Versuch gesehen…wer weiß das schon? Wer sich in dieser Phase unsicher darüber ist wie es nun weiter geht sollte das weitere Vorgehen vielleicht besser auch beim Vermögensberater erkunden bevor vorschnelle Entscheidungen getroffen werden…

Mein Fazit bleibt das gleiche wie schon seit Wochen: Überlegen Sie sich ob es sinnvoll ist auch noch den letzten Euro aus diesem heiklen Markt herauspressen zu müssen und ob das erhöhte Risiko noch in einer gesunden Relation zu dem zu erwartenden Gewinn steht… Ich für meinen Teil schaue mir das Treiben nun erst einmal von der Seitenlinie an, bzw. habe gestern zu 7.844 Punkten meinen ersten ernsthaften Short auf den DAX aufgebaut…!

Apple – Schwache Vorstellung!?

Die neue Stärke der Bullen am gestrigen Handelstag war schon ziemlich beindruckend und aus charttechnischer Sicht mustergültig. Dennoch wäre es aus meiner Sicht noch etwas verfrüht hier nun in neue Euphorie zu verfallen, auch wenn der S&P 500 ein weiteres mal an den alten Höchstständen kratzt. Denn ein wesentlicher Faktor für diese neue Euphorie war neben den Charttechnik auch die Erwartung einer deutlich positiven Überraschung bei den Apple Zahlen. Viele Marktteilnehmer dürften sich erhofft haben, dass starke Zahlen bei Apple den gesamten Technologiesektor beflügeln können und damit auch die US Indizes in neue Höhe vorstoßen werden. Leider blieb diese positive Überraschung aber aus…

Apple hat heute Nacht, bzw. gestern Abend nach Börsenschluss in den USA die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres präsentiert, und die waren auf den ersten Blick besser als dies von den meisten Analysten erwartet worden war, aber…Der iPhone-Konzern erzielte mit 9,5 Milliarden Dollar zwar immer noch den vierthöchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Im Jahresvergleich bedeutete das jedoch den ersten Gewinnrückgang seit 10 Jahren um 18 Prozent, und das obwohl die Verkäufe von iPhone und iPad weiterhin kräftig gesteigert werden konnten. Apple setzte im vergangenen Quartal 37,4 Millionen iPhones und 19,5 Millionen iPads ab. Vor einem Jahr waren es 35,1 Millionen iPhones und 11,8 Millionen iPads gewesen.

Die Apple Aktie legte in einer ersten Reaktion auf die Daten nachbörslich zunächst deutlich zu, und kletterte bis auf 429,90,- Dollar, um dann aber letztlich nur noch mit einem kleinem Plus von 1,32 Prozent und damit knapp über der 400,- Dollar Marke endgültig aus dem Handel zu gehen. Der Markt ist offensichtlich unentschlossen wie er dieses Zahlenwerk tatsächlich zu werten hat. Erstaunlich dabei ist auch dass die sonstigen Ankündigungen des Konzerns ebenfalls wenige Eindruck bei den Analysten hinterlassen haben. So wurde unter anderem beschlossen das Apple sein Aktienrückkauf-Programm nun noch einmal deutlich um 50 Milliarden Dollar auf 70 Milliarden ausweiten will.

Die Aktionäre sollen zudem nun doch bis Ende 2015 an den hohen Barreserven des Konzerns teilhaben dürfen. Insgesamt will CEO Tim Cook nun 100 Milliarden US-Dollar an Dividende ausschütten und damit rund 55 Milliarden Dollar mehr als bislang angekündigt….Damit kommt Cook den Forderungen diverser Hedge Fonds nach, was grundsätzlich nun wieder etwas mehr Stabilität in die Aktie bringen sollte. Denn Apple entwickelt sich mit der Erhöhung der Dividende immer mehr von einem Wachstumswert zu einem echten Value Titel. Und das sollte langfristig zusätzliche Großinvestoren und Investmentfonds mit entsprechender Ausrichtung auf den Plan rufen.

Dennoch sollte man heute wohl erste einmal abwarten wie der Markt nun tatsächlich auf die neuen Apple Zahlen reagieren wird. Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie weiterhin deutlich angeschlagen. Die Ankündigungen von Tim Cook bald mit neuen und „aufregenden Produktkategorien aus den Bereichen Hardware, Software und Diensten“ überraschen zu wollen, lockt wohl niemand mehr so richtig hinter dem Ofen hervor. Der Markt will endlich Fakten sehen die belegen dass der Apple Konzern nicht seine Innovationskraft verloren hat. Cook hingegen versucht den Spannungsbogen (und den Aktienkurs) durch markige Worte weiterhin hoch zu halten. Ob das allerdings auch reichen wird um den Aktienkurs nachhaltig zu beflügeln, darf zumindest bezweifelt werden.  Und so bleibt uns wohl nichts anderes übrig als weiterhin darauf zu warten welches Urteil der Markt über die „Neuerungen“ bei Apple fällen wird…

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