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Die Verlierer des Jahres 2014 – Rebound Chancen für 2015?

Eigentlich befand ich mich ja sozusagen im Jahresübergang und wollte meine Konzentration nun erst einmal dem Umbau dieser Seite widmen, was mir aber aufgrund der jüngsten Ereignisse an den Kapitalmärkten etwas erschwert wird. Man ist ja schließlich in erster Linie Trader/Aktienhändler! Wie auch immer… zu meinem Jahresabschluss gehört auch die kurze Aufarbeitung des vergangenen Jahres und die Ãœberarbeitung meiner Waschlisten. Welche Aktien sind noch interessant, welche nicht mehr, weil entweder schon zu gut gelaufen – sprich überbewertet – oder eben in einer negativen Phase, die man nicht kaufen sollte, aus welchen Gründen auch immer…

Und dann gibt es da noch die Kategorie der wirklich verprügelten Aktien…von denen man gundsätzlich ja immer die Finger lassen sollte, (!) weil hier etwas ganz elementares nicht stimmt, oder ein ganzer Markt sich entsprechend stark verändert hat. Manchmal aber handelt es sich auch schlicht um starke Ãœbertreibungen im negativen Sinn und es stellt sich für Langfristanleger später heraus, dass hier wahre Perlen zu Spottpreisen zu haben gewesen wären. Sicherlich trifft dies aber nur auf die wenigsten Aktien zu, die ich hier nun mit Ihrer jeweiligen Jahresperformance aufführen werde.

Hier ist sie, die Liste der offiziellen Verlierer des Jahres 2014 im Russel 2000 Index:

KWK -93.5%. WLT -91.7%. AMZG -89.5%. PHMD -88.2%. EXXI -88%. RGDO -86.8%. REN -85.4%. HERO -84.7%. EOX -84.3%. MCP -94.3%. CVEO -84.2%. BPZ -84.1%. FWM -82.6%. MILL -82.2%. NADL -81.6%. VRNG -81.4%. CYTX -81%. SALT -80.5%. PRKR -80%. MBII -79.7%. NTLS -79.2%. COVS -78.9%. KEG -78.9%. MM 78 MPO -77%. ANR -76.6%. EXEL -76.5%. SZYM -76.3%. CONN -76.2%. ANV -75.5%. GALT -75.5%. ZQK -74.8%. ARO -74.5%. REXX -74.1%. GDP -74%. FUEL -73.8%. QRHC -73.7%. VTG -73.4%. RLOC -73%. XONE -72.2%

Einige Aktien werden vielleicht demnächst von der Börse verschwinden und auch nie wieder dort auftauchen. Andere Unternehmen werden durch Kapitalmaßnahmen versuchen sich am Leben zu erhalten bis wieder bessere Zeiten einkehren. Ein Reverse-Split oder die Ausgabe neuer Aktien und Verwässerung der Altanteile stellt also ebenso ein großes Risiko dar, darauf möchte ich an dieser Stelle noch einmal explizit hinweisen!

Aber wie oben schon erwähnt, kann auch die ein oder andere Perle darunter sein, die man mit viel Fleiß und regelmäßiger Beobachtung in einer eigens dafür eingerichteten Watchlist identifizieren kann. Denn erst dann hat eine entsprechende Position zu gegebener Zeit nichts mehr mit Zockerei oder Glücksspiel zu tun sondern ist eine wohlüberlebte Anlage. Wer sich also die Mühe machen will könnte am Ende reich dafür belohnt werden. Ich habe da schon ein paar mögliche Kandidaten in der Vorauswahl…!

Commerzbank – Endlich Pennystock!

Sie erinnern sich bestimmt noch an meinen letzten Artikel zur Commerzbank Aktie in dem ich davor gewarnt hatte das der geplante Reverse-Splitt nun weiteres deutliches Abwärtspotenzial für die Commerzbank Aktie bieten könnte. Leider wurde diese These nun durch den gestrigen Kursrutsch unter die 10,- Euro Marke bestätigt. Mit Kursen um die 9,80 Euro ist die „ursprüngliche CoBa Aktie“ also nun in den Pennystock Bereich vorgestoßen. Etwas was sich viele Anleger nicht vorstellen konnten und wahrscheinlich ohne den Re-Splitt auch nicht so schnell passiert wäre. Denn wie schon geschrieben ist die Hemmschwelle solch entscheidende Marken zu unterschreiten enorm hoch. Nicht selten hat die betroffene Firma selber ein großes Interesse daran nicht in den bei den Pennystocks zu landen und tätigt entsprechende Stützungskäufe.

Nicht aber im Falle Commerzbank, hier wurden rechtzeitig 10 alte Aktien zu einer Neuen zusammen gelegt und somit genügend Puffer erzeugt. Die Schar der Commerzbank-Turnarround Anhänger scheint indes immer noch sehr groß zu sein, wenn man sich die Zugriffszahlen verschiedener Artikel auf den unterschiedlichsten Finanzseiten anschaut. Woher kommt dieser unerschütterliche Optimismus, oder sollte ich vielleicht eher sagen Zweckoptimismus, weil unglaublich viele Anleger noch immer in ihren Positionen festhängen, die sie schon längst hätten auflösen sollen?

Wohin die Reise für die Commerzbank nun gehen wird kann niemand sagen…Vielleicht dreht die Aktie hier, nachdem auch diese magische Grenze nun zumindest einmal getestet worden ist. Vielleicht fällt die Aktie aber auch weiter in Richtung 6,- oder 7,- Euro? Aus charttechnischer Sicht ist die Commerzbank Aktie sowieso nicht mehr zu beurteilen…wir befinden uns sozusagen im luftleeren Raum. Ach, apropos Charts…ist Ihnen aufgefallen dass man fast nirgendwo mehr den alten „Trauerchart“ der Aktie finden kann? Jetzt ist alles neu, der Chart und auch die WKN…na wenn das mal kein gutes Zeichen für einen echten Neuanfang ist!

Ich persönlich habe meinen letzten Artikeln zu der Aktie auch nicht mehr viel hinzu zu fügen. Dennoch wollte ich es mir nicht entgehen lassen als Abschluss einer langen Reihe von Berichterstattungen wenigstens noch festzuhalten dass wir nun endlich (eigentlich!) im Pennystock-Bereich angekommen sind, und wünsche allen Commerzbank Aktionären wirklich von ganzem Herzen (..und ohne Sarkasmus!!)  alles gute für die Zukunft!

Commerzbank – neue Risiken voraus!

Nun ist es wohl bald soweit – das was viele Anleger nicht glauben wollten, könnte bald Realität werden. Die Aktie der Commerzbank, wird zum Pennystock. Mit dem gestrigen Kursrutsch unter die wichtige Marke von 1,10 Euro wurde der Weg aus charttechnischer Sicht nun frei gemacht um die Commerzbank Aktie in den kommenden Tagen sogar unter die ein Euro Marke zu drücken. Nach der misslungenen Hauptversammlung, in der einige Aktionäre der Konzernführung MartinBlessing/Klaus Peter Müller das Misstrauen ausgesprochen haben, sind nun offenbar alle Dämme gebrochen. Das Papier rutscht heute weiter ab und notiert mit 1,052 Euro noch einmal deutlich unter dem geplanten Ausgabekurs der neuen Aktien, die demnächst in großer Stückzahl auf dem Markt geworfen werden. Die „Last Line of Defense“ bei 1,116 Euro wurde damit deutlich unterschritten!

Der letzte Kursrutsch kommt nun einer Kapitulation des Marktes gleich. Normalerweise kann man bei einer solchen Entwicklung davon ausgehen dass der Aktienkurs sich nach diesem finalen Kursrutsch wieder fangen, oder gar scharf nach oben drehen wird. Auch ein kurzzeitiges Unterschreiten der Ein-Euro-Marke wäre somit eher mustergültig, um noch einmal die letzten Zittrigen abzufischen, bevor es dann wieder aufwärts geht. Im Falle der Commerzbank wäre ich mir da allerdings nicht so sicher. Zumal der geplante Reverse-Splitt durchaus neues Abwärstpotenzial ermöglicht, nachdem er erfolgt ist. Denn, eine Aktie fällt grundsätzlich leichter mal unter eine 10- Euro Marke als unter die alles entscheidende Ein-Euro-Marke! Die Argumentation mag man jetzt vielleicht ein wenig platt finden, beruht aber auf jahrelangen Beobachtungen.

Ich habe in meiner langjährigen Börsenkarriere schon so manchen Reverse-Split erlebt, und darf Ihnen an dieser Stelle berichten dass in den überwiegenden Fällen nur mit einem Ergebnis danach zu rechnen war. Der Kursverfall ging weiter – teilweise sogar deutlich beschleunigt! In manchen Fällen musste bereits nach wenigen Monaten ein erneuter Reverse-Split durchgeführt werden, um zu verhindern dass der Kurs unter eine gewisse Marke rutscht. Nun würde ich natürlich nicht behaupten dass dies auch bei der CoBa so sein muss, aber die psychologische Wirkung eines optisch deutlich höheren Aktienkurses, sollte man nicht unterschätzen…

Eine weitere sehr schlechte Nachricht für den Aktienkurs des zweitgrößten Bankhauses Deutschlands ist an dieser Stelle, dass es nun keinerlei erkennbaren charttechnischen Unterstützungsmarken mehr gibt, an denen man sich orientieren könnte. Die CoBa Aktie betritt mit den heutigen Kursen absolutes Neuland. Wenn nicht einmal mehr die sonst üblichen Parameter für die Handelsprogramme der großen Investmentbanken dieser Welt vorhanden sind, besteht damit die Gefahr dass genau diese Adressen sich demnächst komplett aus der Aktie verabschieden werden. Und aus diesem Blickwinkel ist es herzlich egal ob der Aktienkurs nun bei einem Euro oder zehn Euro steht, denn das Chartbild wird sich auch nach dem Re-Split nicht verändern.

Es bleibt wie es ist, die Commerzbank Aktie bleibt aus meiner Sicht auch weiterhin ein „No Go“. Inzwischen bin ich sogar der Meinung dass selbst kurzfristige Trades hier vorerst nicht nur gefährlich sondern auch äusserst ineffektiv und damit pure Zeitverschwendung sind. Der geplante Reverse-Split birgt aus oben genannten Gründen meiner persönlichen Sicht mehr Risiken als Chancen für die verbliebenen Aktionäre. Ein Neuengagement bei der Aktie sollte somit wohl besser verschoben werden, bis klar ist wie der Markt die Kapitalmaßnahmen bei der CoBa verarbeitet hat. Ab kommendem Mittwoch sollen die zusammengelegten Aktien dann an der Börse gehandelt werden. Die Zahl der ausgegebenen Aktien sinkt damit von gut 5,8 Milliarden Stück auf 583 Millionen Anteilssscheine.

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