Die Korrektur ist da! DAX in Richtung 7.175 und S&P 500 runter bis auf 1.460 Punkte?

Heute melde ich mich aus gegebenem Anlass, und weil ich einige Emails besorgter Leser bekommen habe, mal wieder zu Wort, auch wenn ich grundsätzlich den nun endlich angekommenen Frühling genieße…Anfang diesen Monats habe ich Ihnen ja in der Investors Inside Newsletter Ausgabe und auch hier im Blog folgendes Fazit mit auf den Weg gegeben: „Die Frage ist nun also ob man noch versuchen sollte den letzten Euro aus der aktuellen Situation an den Märkten heraus zu pressen, oder aber lieber einen Schritt zurücktreten sollte? Denn die Risiken werden spätestens am Mitte des nun laufenden Monats aus saisonaler Betrachtung wieder zunehmen. Zudem startet nun die Berichtssaison für das erste Quartal des laufenden Jahres, die traditionell wieder etwas mehr Volatilität in die Märkte bringt….“ An dieser grundsätzlichen Einschätzung hat sich auch nichts geändert, bzw. die strukturelle Schwäche bei den meisten Aktien bestätigt diese Theorie.

Inzwischen hat die von mir erwartete Korrektur bei einzelnen Aktien und ganzen Sektoren nun kräftig Fahrt aufgenommen. Die US Indizes und auch der Dax notieren aber immer noch auf gefährlich hohem Niveau, während einzelne Titel sogar neue Tiefstände ausgebildet haben. Rohstoffe bleiben weiterhin unter Druck, ebenso wie die Edelmetalle, aber auch der Stahlsektor scheint seinen Boden noch (lange) nicht gefunden zu haben. Insgesamt sehen konjunktursensitive Branchen gerade alles andere als gut aus. Das Motto an den Börsen heißt damit ganz eindeutig wieder „Risk Off“. Die deutlichen Warnzeichen sind seit Wochen eigentlich nicht zu übersehen, weswegen ich ja auch erst einmal an die Seitenlinie getreten bin und es hier im Blog momentan etwas ruhiger zugeht.

Die spannende Frage an dieser Stelle ist also ob die Aktien bereits teilweise das vorweg genommen haben was bei den Indizes demnächst zu erwarten ist, oder ob man davon ausgehen sollte dass die aktuelle Schwäche bald ihr Ende findet und auch die Aktien dann zu einer neuen Rally ansetzten werden. Ich persönlich halte die erste Variante für deutlich wahrscheinlicher! Und während ich das hier gerade schreibe rutscht der Dax in einem erneuten Schwächeanfall unter die Marke von 7.500 Punkten und damit unter die Nackenlinie einer möglichen SKS Formation mit einem rechnerischen Kursziel im DAX bei ca. 7175 Punkten.

DAX Chart vor Korrektur

Dieses erste Kursziel für den deutschen Leitindex macht in dreifacher Hinsicht Sinn, denn zum einem liegt um die 7.200 Punkte eine noch offene Kurslücke, die noch geschlossen werden sollte… und zum anderen verläuft knapp darunter der seit September 2011 bestehende Aufwärtstrend, der bei erfolgreichem Test eine solide Basis für einen weiteren Anstieg bieten könnte. Das Verlaufshoch aus dem Februar 2012 wäre eine weitere wichtige Marke die eine charttechnische Unterstützung bieten könnte. Ob der hier grün eingezeichnete Trend  im weiteren Verlauf dieses Sommers allerdings gehalten werden kann bleibt allerdings noch abzuwarten. Darüber zu spekulieren was in eine paar Wochen passieren könnte ist in Zeiten wie diesen reine Kaffesatzleserei. Kurzfristig halte ich das oben geschilderte Szenario aber für durchaus wahrscheinlich, denn die Situation beim S&P 500 sieht nun ähnlich kritisch aus:

S&P 500 Trendkanal

Das heißt, die Korrektur  könnte gerade erst begonnen haben, auch wenn einzelne Aktien bereits wieder „ganz unten“ sind. Eine weiterführende Korrektur in den USA, bzw. das Verlassen des aktuellen Aufwärtstrends beim S&P 500 nach unten, würde sicherlich auch die europäischen Indizes noch einmal kräftig rutschen lassen. Aktien die ohnehin schon wieder einen Großteil der Zuwächse in diesem Jahr abgeben mussten, könnten dann sogar noch einmal neue Tiefststände ausbilden. Es ist also weiterhin nicht die Zeit für Heldentaten indem man sich gegen den offensichtlich erschöpften Markt stellt. Bleiben Sie also auch weiterhin geduldig und warten Sie auf die richtige Gelegenheit!

Ich hoffe somit Sie sind meinem Rat von vor zwei Wochen gefolgt und haben Ihre Positionen entsprechend verkleinert, eng abgesichert oder gar ganz abgebaut. Natürlich hat meine Sichtweise auf die aktuelle Situation an den Börsen keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, wie immer geht es nur um das Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Sollte es aber demnächst zu einer echten Korrektur an den Märkten kommen halte ich persönlich noch einmal Dax Stände zwischen 6.200 und 6.000 Punkten im Sommer für möglich. In den USA könnte man dann wohl von einer Korrektur des S&P 500 bis auf ca. 1.400 Punkte ausgehen. In diesem Sinne, bleiben Sie gelassen und genießen Sie den endlich eingetroffenen Sommer bis sich wieder die richtigen Gelegenheiten ergeben. Ich halte Sie auf dem Laufenden…!

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5 Comments

  1. Simon said:

    Hallo Lars!
    Danke für deine Antwort. Ja, es ist klarer geworden.
    Beste Grüße,
    Simon

    • Lars said:

      Hallo Simon, hier noch kurz eine etwas genauere Erklärung des Phänomens…“…Betrachten wir zunächst den DAX. Der DAX ist ein Performance-Index. Das heißt: Der Index vereint die Kurse der 30 größten deutschen Unternehmen, aber auch die Dividenden der 30 DAX-Werte. Aktuell notiert der DAX bei rund 7.800 Punkten. Wenn man den DAX aufteilt, sind die Aktienkurse für 4.200 Punkte verantwortlich und die Dividenden für 3.600 Punkte. Da die 30 DAX-Unternehmen in diesem Jahr den Rekordwert von 27,6 Mrd. Euro ausschütten, sorgt das für einen deutlichen Kursanstieg. Selbst wenn die Aktienkurse der 30 DAX-Unternehmen stagnieren, würden die Dividenden dafür sorgen, dass der DAX spätestens 2014 ein neues Allzeithoch erreicht.“

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  3. Simon said:

    Hallo! Ich habe zwei Verständnisfragen zu dem Post: (1) Die Indizes bilden doch Aktien ab, weshalb kann es dann sein dass „die Aktien bereits teilweise das vorweg genommen haben was bei den Indizes demnächst zu erwarten ist“. Wenn die Aktien fallen, fallen doch auch die Indizes, oder nicht?
    (2) Verbunden damit: Wie ist es möglich einen Index wie den DAX einer charttechnischen Analyse zu unterziehen (siehe SKS Formation). Meines Verständnisses nach basiert eine charttechnische Analyse doch auf dem psychologischen Effekt welches das Chartbild bei den Investoren haben wird. Da sich der DAX aber aus den 30 größten Unternehmen zusammensetzt, müsste man doch eher die einzelnen Aktien der 30 Unternehmen ansehen, da (besonders institutionelle) Investoren doch eher in die Einzelwerte investieren, statt in ETFs?
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen! Ich folge dem Blog schon einige Zeit und finde die Analysen sehr interessant.
    Beste Grüße,
    Simon

    • Lars said:

      Hallo Simon…und entschuldige bitte das ich erst jetzt antworte, da Dein Kommentar irgendwie im Spam-Ordner gelandet ist und ich diesen nur gelegentlich durchforste…Die Annahme das Indizes und die darin befindlichen Aktien immer gleich laufen müssen ist trügerisch, letztlich aber wohl die Sichtweise der meisten Börsenteilnehmer. Es kann durchaus sein das sich die beiden „Anlageklassen“ über einen längeren Zeitraum nicht synchron bewegen, was zum einen an den reinen Spekulationen auf die Bewegungen des jeweiligen Index beruht und zum anderen gerade bei Dax daran liegt das dieser ein Performance-Index ist. Beim Performanceindex werden die Dividenden aus den im DAX enthaltenen Titeln in den Index reinvestiert, während sie bei einem Kursindex unberücksichtigt bleiben, etc. Es gibt also verschieden Gründe warum sich hier eine gewisse Divergenz ergeben kann…Ich hoffe das erklärt zum Teil auch Deine zweite Frage

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