Tag Archives: Rohstoffmärkte

Continental, VW, Dürr, Daimler, Dialog und… Alcoa

Auch die neue Handelswoche fängt zunächst leicht Besorgnis erregend an. Der Ölpreis gibt erneut nach und in China sind die Aktienkurse einmal mehr deutlich unter Druck. Zudem waren die Vorgaben vom US Handel am Freitag alles andere als berauschend. Erneut sind die Indizes dort zum Handelsende unter wichtige Unterstützungsmarken gefallen! Die große Topformation droht also weiterhin den Bullenmarkt endgültig zu beenden… Dennoch ist es noch nicht soweit und es muss auch nicht zwingend dazu kommen, obschon die Vorzeichen für eine Erholung nicht allzu günstig aussehen. Wir sind also aktuell an dem entscheidenden Punkt der über das Wohl und Wehe des Börsenjahres 2016 entscheiden könnte – nicht mehr und nicht weniger! Das sollte jedem Akteur inzwischen bewusst sein und dementsprechend sollte auch Ihre Strategie angepasst worden sein…

Was sich sehr bedrohlich anhört ist aber immer auch mit einer entsprechenden Chance verbunden, die dann da ist wenn es eben nicht zum befürchteten Supergau kommt. Diese Möglichkeit besteht aus meiner Sicht durchaus und dann wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt um erste Käufe zu tätigen. Nicht dass wir nun zwingend die große Wende sehen werden, denn dazu sind wahrscheinlich zu viele Unsicherheiten im Markt. Viel eher ist nun mit einer deutlichen Gegenreaktion des überverkauften Marktes zu rechnen, die alleine technisch bedingt ist. Was sich daraus dann entwickeln kann bleibt noch abzuwarten…

Grundsätzlich bleibe ich also bei meiner Annahme, dass wir erst wieder nachhaltig steigende Kurse sehen werden, wenn der Ölpreis sich zumindest stabilisiert, China nicht weiter deutlich abrutscht und auch Aktien wie Apple sich auf diesem Niveau wieder fangen können. Einige Aktien auf dem deutschen Kurszettel sehen aber bereits jetzt wieder sehr interessant aus. Hierzu gehören die oben genannten Auto-Aktien Conti, VW, Dürr, Daimler sowie auch die Aktie von Dialog Semiconductor, die heute ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal vorzeitig vorgelegt hat. Besser als erwartet und am oberen Ende der reduzierten Prognose! Einzig die Unsicherheit bei der künftigen Kursentwicklung der Apple Aktie könnte hier weiterhin bremsend wirken. Fundamental betrachtet ist Dialog aus meiner Sicht hier eher ein Kauf.

Die Dürr Aktie hat alle Korrekturziele inzwischen sauber abgearbeitet und auch des letzte verbliebene Gap geschlossen. Von hier aus sollte nun eine Gegenbewegung folgen, die die Aktie wieder über die Unterstützungslinie bei ca. 67,35 Euro führen sollte. Mit dem Überschreiten wäre dann auch wieder eine Rückkehr in den Trendkanals möglich der aktuell zwischen 68 und 77,- Euro verläuft.

Die VW Aktie bleibt ein heißes Eisen, dennoch ist die Stärke der Aktie gegenüber dem Sektor und dem Gesamtmarkt nicht zu übersehen. Skeptiker erwarten hier noch einmal Kurse unter 100,- Euro, die auch ich nicht ausschließen möchte. Das aktuelle Chartbild spricht aber eher für eine weitere Bewegung nach oben, die zunächst bis in den Bereich um die 120,- Euro führen dürfte. Danach wäre ein erneuter Test auf der Unterseite der aktuellen Top-Formation bei 122,60 Euro möglich. Erst hier wird sich entscheiden, ob die Aktie wieder nach oben drehen kann oder nicht. Ansonsten haben wir lediglich eine ABC Bewegung nach einer 5-Wellen-Korrektur gesehen!

Bei Daimler hingegen sieht man aktuell eher Schwäche als Stärke, was mich ehrlich gesagt etwas verwundert. Dennoch hat die Aktie nun einen möglichen Boden um die 68,- Euro gefunden. Knapp unterhalb der 65,- Euro Marke befindet sich noch ein (kleines) offenes Gap, dass aber in einem wieder freundlicheren Börsenumfeld nicht mehr zwingend geschlossen werden muss. Die wesentliche Kurslücke lag bei 70,73 Euro und wurde inzwischen gefüllt. Die Daimler Aktie muss nun erneut über diese Marke ansteigen, um eine Trendwende einzuleiten.

Auch bei Continental zeigen sich Anleger nun wieder etwas optimistischer, nachdem auch hier heute Zahlen vorgelegt worden sind. Das Unternehmen ist nach wie vor gut unterwegs, auch wenn der Absatz von Winterreifen in diesem Jahr wahrscheinlich rückläufig sein wird. Nachdem der Automobilzulieferer seine Abhängigkeit vom Reifengeschäft aber inzwischen von ca. 40 auf nur noch 25 Prozent verringert hat, dürfte dies nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Das Geschäft mit Komponenten für die Automobilindustrie brummt weiterhin und Conti erwartet auch für das kommende Jahr ordentliche Zahlen – obwohl die Steigerung dann nicht mehr so deutlich ausfallen wird! Die Continental Aktie wirkt trotz des heutige Anstieges etwas angeschlagen. Ein erneuter Kursrutsch unter die 200,- Euro Marke würde mich nicht überraschen. Auf der Unterseite warten immer noch zwei Gaps bei ca. 185,- und 176,- Euro auf Schließung!

Abschließend noch ein Wort zur Alcoa Aktie, die heute mal wieder die Berichtssaison zum vierten Quartal einläuten wird. Angesichts der Entwicklungen im Rohstoff-Segment erwartet der Markt hier eher katastrophale Zahlen. Auch der Chart spiegelt dies schon seit längerem deutlich wider. Der Umsatz sollte um ca. 17 Prozent rückläufig sein, der Gewinn im letzten Quartal gar komplett entfallen… Die Prognose ist also äusserst negativ, was auf der anderen Seite genügend Spielraum für positive Überraschungen lässt. Die Signalwirkung der Alcoa Zahlen für den Gesamtzustand der US Industrie hat in den letzten Jahren kontinuierlich nachgelassen. In diesem Jahr ist es möglicherweise anders. Eine positive Überraschung bei der Zahlenvorlage könnte dem am Boden liegenden Rohstoffmarkt durchaus ein paar nette Impulse verleihen, die sich dann wiederum auch positiv auf dem Aktienmarkt auswirken sollten. Die Alcoa Ergebnisse sollten Sie sich also mal wieder etwas genauer anschauen…!

Fazit: Noch ist es sicherlich zu früh um wieder steigende Kurse auszurufen. Dennoch kann bereits jetzt ein erster Blick lohnen, um dann zum richtigen Zeitpunkt auch eine Trading-Plan zu haben. Die hier aufgeführten Kandidaten halte ich in der aktuellen Situation für entsprechend aussichtsreich. Sollten die Börsen noch tiefer fallen, muss man sich ohnehin wieder komplett neu orientieren, wie oben beschrieben. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine erfolgreiche zweite Handelswoche!

Das Börsenjahr 2016 – große Veränderungen und wilde Schwünge…

Wie versprochen melde ich mich noch einmal kurz vor dem Jahreswechsel. Ich hoffe alle Investors Inside Leser hatten schöne Weihnachtstage und sind nun bereits frisch und erholt, um demnächst voller neuem Tatendrang in ein weiteres Börsenjahr zu starten, dass es wahrscheinlich in sich hat! Auch im abgelaufenen Jahr 2015 war vieles anders als man es gewohnt war. Die Planbarkeit von Grades aufgrund saisonaler Faktoren oder wiederkehrender Ereignisse war somit nur bedingt gegeben. Einzig der Notenbank-Trade war relative zuverlässig. Sinkende Kurse vor der FED Sitzung – oder einer Rede des EZB Präsidenten Mario Dragee – mit anschließender Explosion nach oben. Der DAX verzeichnete in diesem Jahr mindestens 10 deutlich im Jahreschart sichtbare Hübe von 1.000 Punkten oder mehr. Das Jahr 2015 war somit ein Paradies für Trader, aber für Anleger dürfte es ein sehr schwieriges Jahr gewesen sein…

Was ist nun von den kommenden 12 Monaten zu erwarten? Die spannendste aller Fragen wird – wie jedes Jahr um diese Zeit – in nahezu allen Medien heiß diskutiert und erfüllt zumindest die Wirkung bei den „Zuschauerquoten“ von Börsenzeitungen, Magazinen, Newslettern und Bezahldiensten. Propheten und Börsengurus haben zum Jahreswechsel immer Hochkonjunktur. Und so möchte ich mich hier mit einem klaren „Ich weiß es nicht“ etwas von der Masse abheben. Zwar habe auch ich ein paar Ahnungen wie es nun im Jahr 2016 weitergehen könnte, da gewisse Faktoren einfach für gewisse Ereignisse sprechen, aber fest einplanen kann man in dieser Spätphase der Hausse wohl nichts mehr. Denn die Gefahr mit einem Trade oder Investment grundlegend falsch zu liegen erhöht sich nun stetig!

Ich möchte dennoch kurz zusammenfassen, was uns wahrscheinlich auch im kommenden Jahr bewegen wird. Allem voran leiden die Börsen unter dem starken Dollar, der verschiedenste Auswirkungen auf die Emerging Markets und damit zusammenhängend auch auf die Rohstoffpreise hat. Öl ist wohl auch im kommenden Jahr das meistbeachtete Asset. Ob nun Goldman Sachs mit der Prognose von 20,- Dollar je Barrel Recht behalten wird, bleibt aus meiner Sicht aber noch abzuwarten. Genauso gut könnte ein Erholung folgen, die die meisten Marktteilnehmer wiedermal völlig auf dem falschen Fuss erwischt…

Neben dem Ölpreis wird uns Europäer insbesondere der Euro/Dollar Wechselkurs im kommenden Jahr beschäftigen und damit auch der Goldpreis. Kommt die Parität der beiden Währungen und fällt Gold unter die 1.000,- Dollar Marke? Für beide Ereignisse sehe ich gute Chancen auf Erfüllung. Ich glaube aber auch, dass 2016 ein Jahr wird in dem es wichtiger denn je sein wird, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sprich, sollten diese Ereignisse so eintreten, ist dann zu gegebener Zeit ein Trade in die Gegenrichtung das Vielversprechendste was es seit Jahren gegeben hat. Geduld ist somit auch im kommenden Börsenjahr nicht nur eine Tugend sondern (über-) lebenswichtig.

Wir werden wahrscheinlich sehen, dass der „europäische Gedanke“ auch im kommenden Jahr ernsthaft hinterfragt wird. Die Engländer entscheiden über einen Austritt aus der EU, die Katalanen wollen unabhängig werden etc.. Auch ob die Währungsunion in dieser Form weiter bestehen kann oder nicht, wird erneut am Beispiel Griechenland diskutiert werden, da bin ich mir sicher! Zudem stehen einige andere Staaten in den Startlöchern, die den einst gemachten Fehler des Beitritts gerne wieder korrigieren wollen… Man darf also gespannt sein, welcher Wind uns aus dieser Richtung im Jahr 2016 ins Gesicht blasen wird. Ein harmonisches Miteinander dürfte aber künftig wohl immer schwieriger werden. Dafür wird auch der im neuen Jahr nicht abreißen wollende Flüchtlingsstrom sorgen.

Ich gehe also davon aus, dass das kommende Jahr ähnlich unruhig verlaufen wird wie das Letzte. Somit muss man sich zwangsweise als mittelfristiger Swing-Trader, wie ich es einer bin, oder auch als längerfristig orientierter Anleger die Frage stellen, ob diese Strategie in diesem Markt noch funktioniert. Im Jahr 2015 musste jemand der im Januar in eine Aktie investiert hat, mehrfach zusehen wie die gesamten Gewinne wieder dahinschmolzen. Die meisten „echten“ Anleger dürften in diesem Jahr somit kein Geld verdient haben. Kurzfristige Aktionen hingegen wurden reich belohnt, sofern man nur ansatzweise das richtige Timing hatte. Ist im Jahr 2016 Day- und Swingtrading auf kurzer Ebene also die Lösung?

Das Jahr 2015 zeichnete sich auch dadurch aus, dass gewisse Zusammenhänge, die es an der Börse immer gegeben hat, durch die Geldflut der Notenbanken einfach ausgehebelt wurden. Nichts ist momentan mehr so wie früher, was ich grundsätzlich für äusserst gefährlich halte! Die Jahresendrally ist ebenso ausgefallen, wie die Sommerrrally – zumindest fanden diese in ungewohnter Form statt und zu einem eher seltsamen Zeitpunkt – wenn man es denn so auslegen will. Die US Indizes werden seit Monaten hauptsächlich von ein paar wenigen Aktien wie Amazon, Facebook, Google und Co. oben gehalten. Wehe wenn hier plötzliche Schwäche aufkommt! Die Statistiken und Konjunkturdaten der US Wirtschaft scheinen zudem zumindest „sehr optimistisch“ erstellt worden zu sein. Die Liste der Risikofaktoren ist lang und unter normalen Umständen hätten die Börsen bereits seit langem deutlich korrigieren müssen. Aber die Notenbanken halten den Laden in Schuss so lange es geht…!

Im kommenden Jahr befinden wir und nun aber in einem US Präsidentschafts-Zyklus der grundsätztlich positiv verlaufen sollte. Große Umwälzungen bieten auch in diesem Umfeld deutliches Potenzial. Um hier nur ein paar zu nennen, ist alles was mit Industrie 4.0 zu tun hat weiterhin „hot“. Robotic, Drohnen, Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Cloud, Elektromobilität, selbstfahrende Autos, aber auch Biotechnologie und alternative Energien etc. bleiben Themen die auch unter längerfristigem Anlagehorizont interessant sind. Wie oben schon erwähnt, werden höchstwahrscheinlich auch die Rohstoffmärkte, nach jahrelanger Baisse, irgendwann im kommenden Jahr wieder einen Blick wert sein. In jeder Marktphase gibt es Chancen die genutzt werden können!

Fazit: Letztlich weiß niemand genau was uns im nächsten Jahr erwartet, aber wenn man den Blick für das wesentliche schärft, wird man in jeder Marktphase erfolgreich sein. Sowohl das richtige Timing als auch eine Anpassung der Strategie an die aktuelle Situation und Auswahl der richtigen Aktien, sind in meinen Augen die drei wichtigsten Faktoren für das kommende Börsenjahr. Die Schwankungsbreite der Bewegungen, wie wir Sie im vergangenen Jahr gesehen haben, wird uns grundsätzlich erhalten bleiben. Ich werde auch in den kommenden 12 Monaten hier im Blog und im Börsenbrief mein Bestes geben, um Ihnen bei Ihren Anlageentscheidungen zu helfen und Sie vor den größten Fehlern zu bewahren. Nun wünsche ich Ihnen aber erst einmal einen guten Rusch in ein gesundes und glückliches neues Jahr. Genießen Sie die Tage, bis es dann im ersten Börsenmonat des neuen Jahres möglicherweise bereits wieder richtig zur Sache geht…!

viele herzliche Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Tagesupdate VW, BMW, Daimler, Drillisch, K+S, Wacker Chemie, Commerzbank…

Die Welt schaut auf die Börseneröffnung in Griechenland!b Heute sollen dort die Finanzplätze wieder öffnen, Finanzmarkt-Experten erwarten einen Einbruch zwischen 15 und 20 Prozent. Nach fünft Wochen Zwangsschließung scheint die Nervosität der Anleger nun einen Höhepunkt erreicht zu haben, der sich in einem heftigen Kursrutsch äussern könnte. Insbesondere die griechischen Bankaktien könnten am stärksten von einem solchen Kursrutsch betroffen sein. Soweit zu den Prognosen vom Wochenende bezüglich der Eröffnung einer wahrscheinlich turbulenten Börsenwoche…

Viel spannender als das Griechenland-Thema scheint mir aber immer noch die Entwicklung in China zu sein. Auch heute neuen die Börsen dort erneut zu leichter Schwäche, nachdem der Einkaufsmanagerindex im Juli von 49,4 auf 47,8 Punkte abgesackt ist. Die Stimmung in den Chefetagen der Konzerne trübt sich zusehends ein. Mit einem Wert unter 50 geht man nun offenbar von einem Schrumpfen der Wirtschaft im Reich der Mitte aus, was nicht ohne Folgen für den erst der Welt bleiben dürfte. Auch die kürzlich prognostizierten Wachstumsraten der chinesischen Volkswirtschaft von 7 Prozent muss somit ernsthaft in Frage gestellt werden!

Zum Wochenbeginn ein kurzes Aktienupdate der wichtigsten Aktien in Kurzform… Autobauer, VW, BMW, Daimler & Co. bleiben weiterhin unter Beobachtung, haben aber meine Kursziele auf der Unterseite noch nicht erreicht. Insbesondere hier spielt das „Thema China“ eine wesentliche Rolle! Geduldiges Warten auf die richtige Gelegenheit sollte sich auszahlen, ebenso wie bei den Automobilzulieferern. Drillisch profitiert heute von mehreren positiven Analysenkommentaren, nachdem am Freitag erneut hervorragende Zahlen veröffentlicht wurden. Kann man kaufen, aber auch hier dürfte die Luft nun dünner werden.

Bei K+S halte ich die Übernahmephantasien immer noch für einigermaßen gefährlich, was sich inzwischen auch im Chart zeigt. Ich würde hier lieber noch warten bis sich die Lage etwas beruhigt und die Aktie mindestens bis in den Bereich um die 33,50 Euro zurückgekommen ist. Wacker Chemie hat heute Zahlen veröffentlicht die im Rahmen der Erwartungen lagen. Die Enttäuschung der Anleger über den mäßigen Ausblick dürfte überwiegen, womit der Titel im Abwärtstrend in Richtung ca. 83,- bis 81,- Euro verbleiben dürfte. Die Freude bei der Commerzbank über den deutlich gesteigerten Quartalsgewinn ist groß, obwohl man berücksichtigen sollte dass, diese Freude auf sehr niedrigem Niveau, angesichts der zu erwartenden Verwerfungen s.o. zu früh sein könnte. Aus charttechnischer nicht hellt sich das Bild erst bei Kursen über 13,- Euro wieder etwas auf.

Auch die Rohstoffmärkte bleiben auch in dieser Woche weiter unter Druck. Der Ölpreis hat erneut nachgegeben, beim Kupfer sieht die Lage noch wesentlich angespannter aus, nachdem das jüngste Tief noch einmal unterschritten wurde! Hier droht nun noch einmal ein Rutsch von bis zu 20% was man dann wohl auch bei Aktien wie Freeport McMoRan etc. demnächst im Chart sehen kann… Lediglich beim Gold besteht – trotz oder gerade wegen allen negativen Nachrichten – weiterhin eine Chance auf Stabilisierung. Volle Deckung hingegen sollte man nun wohl im Kohle-Sektor suchen. Die bereits in der Bedeutungslosigkeit verschwundenen Aktien aus diesem Segment könnte noch einmal deutlich nachgeben, nachdem der US Präsident Barack Obama am Wochenende seine Klimawandel-Pläne bekannt gegeben hat.

Der positive Aspekt dieser Nachricht könnte sein, dass es demnächst wieder kräftige Bewegungen (nach oben) für Solar- und Windaktien geben könnte. Dies bleibt allerdings noch abzuwarten, denn die Republikaner dürften mit den Plänen des Präsidenten nicht unbedingt konform gehen. Dennoch sollte man den Sektor „Clean Energy“ nun intensiver beobachten!

Fazit: Wie in den letzten Wochen bereits deutlich gemacht, halte ich es im Moment für äusserst gefährlich sich am Aktienmarkt zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Dabei spielt auch eine intensive und gut recherchierte Aktienauswahl möglicherweise nur eine untergeordnete Rolle. Denn falls China weiter abrutscht, dürfte der heute erwartete Crash in Griechenland eher einem Kindergeburtstag gleichen! Bleiben Sie also weiterhin vorsichtig und genießen Sie den Sommer solange er da ist. Die richtige Zeit für neue Aktienanlagen kommt noch früh genug..!

Gold-Crash? – Barrick Gold, Goldcorp, Silver Wheaton & Co. im Rausch der Tiefe

Der heutige Markt ist an Spannung mal wieder nicht zu überbieten. Während DAX und co. fröhlich ihre Runden drehen und so tun als wäre nichts gewesen, obwohl nicht nur in Europa einige sehr bedenkliche Dinge passiert sind und noch passieren werden, stürzen verschiedene Rohstoffmärkte in eine tiefe Depression. Allen voran sind dies heute die Edelmetalle, die – wie von mir erwartet und in dem Artikel „Warum man bei Barrick Gold, Goldcorp & Co. immer noch sehr vorsichtig sein muss…“ beschrieben – heute unter wesentliche Marken gefallen sind und somit ein starkes Verkaufssignal liefern. Ein ganz klarer „Risk On“ Modus der Anleger, den ich in dieser Form für zumindest mit einer gewissen Skepsis betrachte…

Goldpreis Chart kurzfristig

Gold schmiert ab. Mit einem deutlichen Kursrutsch unter die letzte Haltezone bei ca 1.130,- Dollar je Unze trieben die Bären die Preis des Edelmetall kurzzeitig bis auf 1.071,- Dollar in die Tiefe. Die spannende Frage ist nun ob dies lediglich der letzte Schocker in dem Trauerspiel um die Edelmetalle war, der auch den letzten verzweifelten Bullen das Handtuch schmeißen lässt? Oder aber ob diese Bewegung nun den Anfang einer weiteren Abwärtsbewegung darstellt, der die Notierungen für Gold nun endgültig unter die wichtige 1.000.- Dollar Marke treiben wird, wie hier bereits vor längerer Zeit skizziert?

Im ersten Fall würden wir nun wohl kurzfristig eine starke Gegenbewegung sehen, die den Goldpreis nicht nur zurück über die 1.130,- Dollar Marke führt, sondern wohlmöglich sogar den Bruch den kurzfristigen Abwärtstrends nach oben zur Folge hätte. Eine klassische Bullen- und Bärenfalle sozusagen, die ich im Augenblick sogar noch leicht favorisieren würde, da dies den Weg des größten Schmerzes für alle Beteiligten darstellen würde. Normalerweise bevorzugt der hinterhältige Mister Market genau diese Variante… Jedoch bin ich mir auch hier nicht mehr so sicher, da die Börse seit geraumer Zeit extrem banal geworden ist… Aber das ist ein anderes Thema!

Goldpreis Chart langfristig

Sicher sein sollte man sich ja ohnehin nie 😉 Und so gilt es nun peinlich genau auf die nächsten Marken bei der Goldpreis-Entwicklung zu achten. Die zweite Variante würde nicht nur große Schmerzen für die Bullen bedeuten sondern wohl auch zu einer endgültigen Marktbereinigung führen. Im Hinterkopf sollte man dann auch behalten, dass in der gesamten Minenbrache eine Konsolidierung einsetzen würde, die durchaus auch das Potenzial hat kleinere und größere Förderer ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Eine Pleite des ein oder anderen Kandidaten kann bei länger anhaltenden Tiefstkursen für Gold unter 1.000,- Dollar keinesfalls ausgeschlossen werden!

Der langfristige Chart von Gold zeigt sehr deutlich um was es hier nun geht. Die mittelfristige Keilformation wurde nach unten aufgelöst, die langjährige Aufwärtstrend-Linie inzwischen deutlich unterschritten. Gelingt es nun nicht sehr bald wieder in Richtung dieser Trendlinie vorzustoßen, sieht es erst einmal ziemlich finster aus für die Goldbullen. Dass sich der jüngste Kursrutsch als klassisches Fehlsignal entpuppt, ist – wie oben beschrieben – möglich und würde dann wohl erste Kaufchancen in dem Sektor bieten. Vorsichtige Anleger schauen sich das Spiel aber lieber erst einmal von der Seitenlinie an…!

Sorglosigkeit und Gier frisst Hirn… und Rendite

Die Rally der letzten Tage war schon beeindruckend! Aber mal ganz ehrlich….ich traue dem Braten nicht! Nicht nur das wir es in dieser Berichtssaison mit durchaus gemischten Daten aus den einzelnen Unternehmen zu tun haben, sondern auch Konjunkturdaten ebenso wie die politische Lage in Korea und Syrien geben Anlass zur ernsthaften Sorge. Dazu kommt noch die offensichtliche Schönfärberei der Wachstumsziele für unser Land und die weiterhin deutlich angespannte Situation in Europa, wonach Spanien rasant weiter abrutscht, Italien politisch gesehen erst einmal handlungsunfähig bleibt und auch Frankreich durch die „geballte Kompetenz“ der Regierung Hollands nun langsam an der Schwelle zur „Rettung“ steht. Die Börsen aber kümmert all dies offensichtlich im Moment wenig. Unbeirrt von den genannten Faktoren – die durchaus Anlass zur Sorge bieten sollten (!) – legt der DAX jeden Tag noch ein Schippchen drauf und gaukelt uns die heile Wirtschaftswelt vor.

Das Argument der Bullen bei der Betrachtung dieser Entwicklung ist immer dasselbe: „Never fight the FED“ Sprich die Geldschwemme der Notenbanken wird weiterhin schon dafür sorgen dass die Aktienkurse stiegen. Das hohe Maß an überschüssiger Liquidität muss irgendwo hin. Nachdem der Anleihenmarkt mit seinen mickrigen Renditen und steigendem Risiko immer uninteressanter wird, der Immobilienmarkt schon deutliche Überhitzungserscheinungen zeigt und Rohstoffe, insbesondere auch Gold und Silber fallen, bleibt ja nicht mehr so viel wo man sein Geld investieren könnte. Diese Argumentation ist also durchaus richtig, aber aus meiner Sicht keinesfalls ein Freifahrtschein, wie so mancher Börsenguru uns glauben machen will. Denn der Erfolg es hängt nicht nur von der richtigen Auswahl der Aktien ab, sondern auch ganz wesentlich vom richtigen Timing.

Ich persönlich halte die aktuelle Situation für brandgefährlich. Sorglosigkeit und Gier scheinen nun vorübergehend die treibenden Kräfte zu sein, die die Kurse erneut in die Höhe treiben… Und das endet erfahrungsgemäß selten gut. Selbstverständlich kann dieser Zustand noch länger anhalten als man denkt und niemand weiß wo das Top sein wird. Man kann teilweise sogar sehr gut nachvollziehen welche psychologischen Kräfte hier gerade am Werke sind, wenn man an die vielen Anleger denkt , die die gesamte Rally seit dem Spätsommer letzten Jahres verpasst haben. Diese konnten nun endlich doch noch auf dem ermäßigten Niveau der letzte Woche einsteigen, und freuen sich nun über die ersten Kursgewinne seit Monaten… Hinzu kam auch dass es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit dafür gab dass der DAX bereits bei 7.450 Punkten – zumindest zu einer technischen Gegenreaktion – ansetzten würde. Eine Konstellation die auch mich zumindest zu einigen kurzfristigen Trades motiviert hat.

Aber, bei aller Freude über die nochmal gestiegenen Aktienkurse, sollte man nicht übersehen dass diese Bewegung nach wie vor unter eher dünnen Umsätzen stattfindet. Die Rohstoffmärkte sind in den letzten Wochen geradezu geschlachtet worden und konnten von der nun wieder starken Börsenphase nur in einem geringen Umfang profitieren. Der Ölpreis ist weiterhin unter Druck, was ebenfalls auf eine deutliche Abkühlung der Weltkonjunktur schließen lässt, etc. Es gibt vielfältige Zeichen dafür dass die Börsenwelt eben nicht so heil ist wie man uns im Moment vorgaukeln möchte. Werden Sie also nicht übermütig, denn auch dieser Traum könnte schneller platzen als man denkt. Mit kontrolliertem Risiko und reduziertem Einsatz kann man sicherlich noch den ein- oder anderen erfolgreichen Trade in diesen Tagen machen, mehr sollte es aber aus meiner Sicht nun nicht mehr sein!

Meine Beobachtungen in dieser Börsenphase gehen eher in die Richtung dass wir es hier nun höchstwahrscheinlich mit einer klassischen Distributionsphase zu tun haben, in der der Markt in schöner Regelmäßigkeit nach oben gezogen wird, um dann weitere Aktienpakete an den Mann/die Frau zu bringen. Das Verhalten der US Indizes in den letzten beiden Tagen, mit konstanten Zuwächsen über den  Tag und einem Abverkauf in der letzten Handelsstunde ist typisch für eine solche Phase, die nicht selten unmittelbar vor einer deutliche Korrektur der Märkte stattfindet. Sollte der Markt beispielsweise heute an diese letzte Kursbewegung der WallStreet anschließen und tiefer tendieren muss man für die kommende Woche sehr vorsichtig werden!

Ein weiterer Faktor, der eher nachdenklich stimmen sollte, ist  die offensichtliche Manipulation einiger Märkte, wie wir sie zuletzt beim Gold gesehen haben. Das Ganze funktioniert aber eben auch in die Gegenrichtung, und so erklimmen die Indizes, die zuvor eigentlich schon zum Abschuss freigegeben waren, nun plötzlich neue Höhen… Ich halte es also durchaus noch für möglich das beispielsweise der S&P 500 noch neue Hochstände ausbilden könnte, bevor der Markt dann schlagartig in die Gegenrichtung abtaucht. Eventuell haben wir aber auch gestern schon den vorerst letzten gescheiterten Versuch gesehen…wer weiß das schon? Wer sich in dieser Phase unsicher darüber ist wie es nun weiter geht sollte das weitere Vorgehen vielleicht besser auch beim Vermögensberater erkunden bevor vorschnelle Entscheidungen getroffen werden…

Mein Fazit bleibt das gleiche wie schon seit Wochen: Überlegen Sie sich ob es sinnvoll ist auch noch den letzten Euro aus diesem heiklen Markt herauspressen zu müssen und ob das erhöhte Risiko noch in einer gesunden Relation zu dem zu erwartenden Gewinn steht… Ich für meinen Teil schaue mir das Treiben nun erst einmal von der Seitenlinie an, bzw. habe gestern zu 7.844 Punkten meinen ersten ernsthaften Short auf den DAX aufgebaut…!

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