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Kursbewegendes bei Nokia, E.ON, Wacker Chemie und SAP

Nokia – Angst vor den Zahlen?

Die Aktie des finnischen Handy Herstellers machte zuletzt durch diverse Gerüchte auf sich aufmerksam. Zudem präsentiert der Konzern am laufenden Band immer neue Smartphones mit immer besseren Digitalkamera-Eigenschaften. Der große Knalleffekt bei der letzten Präsentation des Super-Smartphones Lumina 1020 blieb aber leider aus, da bereits zuvor Bilder des neuen Gerätes im Internet erscheinen waren. Seitdem dümpelt die Aktie langsam wieder Richtung Süden. Neue Impulse fehlen. Heute wird der Konzern nun die Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Im vorangegangenen Quartal konnte der Umsatzrückgang in der Handy-Sparte (32 Prozent) noch nicht durch vermehrte Verkäufe der Smartphones kompensiert werden. Und so bleibt abzuwarten ob sich an dieser Situation grundlegend etwas geändert hat. Für mich bleibt Nokia auch weiterhin eine Aktie die Ihren ertragswert erst noch unter Beweis stellen muss. Heute Abend wissen wir mehr…

E.ON Wechsel des Finanzvorstandes

Der Finanzvorstand von Deutschlands größtem Energiekonzern E.ON, Marcus Schenck, wechselt zurück zu seinem alten Arbeitgeber Goldman Sachs. Demnach übernimmt ab Oktober der bisherige Chef der konzerneigenen Handelssparte, Klaus Schäfer  dann das Amt. Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Wenning äußerte sein Bedauern über den Weggang Schencks: „Unter seiner Führung wurde das Desinvestitionsprogramm mit einem über alle Erwartungen hinausgehenden Erfolg abgeschlossen“, sagte der Aufsichtsratschef über den Finanzvorstand. Schencks Vertrag mit E.ON hätte turnusgemäß erst zum Ende des Jahres 2014 auslaufen sollen. Der ausserplanmäßige Wechsel eines Finanzvorstandes ist immer etwas was man als Anleger skeptisch betrachten sollte…Ich warte weiterhin ab, da es aus meine Sicht aktuell keinen Grund gibt in der E.ON Aktie investiert zu sein.

Stimmungsmache bei Wacker Chemie

Die Aktie des Spezialchemie Unternehmens ist seit gestern erneut etwas unter Druck, was überwiegend mit der jüngsten Berichterstattung bzw. den Analystenkommentaren zusammenhängen dürfte. Insbesondere das Bankhaus Hauck & Aufhäuser sieht den Aktienkurs bereits seit längere Zeit deutlich tiefer als dies derzeit der Fall ist, und lag damit bereits des öfteren falsch. Gestern wurde nun erneut das Kursziel von 40,- Euro ausgegeben und damit begründet das sich die Polysilicium Preise aufgrund des nach wie vor bestehenden Überangebotes so schnell nicht erholen dürften. Nunja, Wacker Chemie besteht nicht nur aus Polysilizium, und der Zeitpunkt für eine solche Analyse ist nach den jüngsten Nachrichten aus China auch irgendwie komisch gewählt. Die Strafzölle auf US Produkte könnten ein echter Game Changer für Wacker Chemie sein! Für einige Börsenblättchen reicht dieser Analystenkommentar aber offensichtlich um gleich in die selbe Kerbe zu schlagen, nachdem die Aktie allerdings zuvor noch über den Klee gelobt wurde. Was soll man sagen…?! Ich stehe immer noch auf der anderen Seite, da mir die Argumentation der Analysten wirklich nicht einleuchten will. Wacker Chemie – jetzt oder nie

SAP senkt die Ziele

Die Aktie des Software-Konzerns SAP gehörte ebenfalls lange zu den Lieblingen von Analysten, die sich in den vergangenen Monaten mit immer höheren Kurszielen gegenseitig übertroffen haben. Nun kehrt seit geraumer Weile etwas Ernüchterung ein. Nachdem Europas größter Softwareentwickler heute seine gesteckten Ziele etwas zurückgenommen hat, gerät die Aktie vorbörslich erneut unter Druck. SAP senkte das Jahresziel im Kerngeschäft mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen auf „nur noch“ 10 Prozent Zuwachs – geplant waren bislang 11 bis 13 Prozent. Ansich ja nicht unbedingt ein Rückgang der nennenswert ist…Anleger zeigen sich aber heute deutlich verunsichert darüber, das die Geschäfte insbesondere in Asien, dem Wachstumsmarkt schlechthin für SAP, schleppend laufen. Nach dem aktuellen Rücksetzer könnte die Aktie nun wieder einen Blick wert sein sobald sich eine Stabilisierung abzeichnet.

Alcoa liefert solide ab – Grund zum Optimismus?

Die neue Börsenwoche bringt höchstwahrscheinlich auch einige neue Erkenntnisse über den „wahren Zustand“ der US Konjunktur – so ist zumindest der Grundtenor unter den Analysten… Denn seit gestern Abend läuft wieder einmal die US Berichtssaison. Nachbörslich hat der US Aluminium Gigant Alcoa den Zahlenreigen in den USA eröffnet, und könnte damit auch eine Duftmarke für den gesamten Rohstoffsektor setzen. Der Verlust stieg im Jahresvergleich noch einmal um 2 Millionen auf nunmehr 119 Millionen Dollar. Allerdings wurde das Ergebnis durch Sonderbelastungen beeinflusst, ohne die man sogar schwarze Zahlen geschrieben hätte. Beim Umsatz konnte man auf 5,85 Milliarden Dollar zulegen.

Den Anlegern schien diese Rechnung des Firmenchefs Klaus Kleinfeld zu gefallen, die Aktie konnte nachbörslich sogar leicht zulegen. Wahrscheinlich hatte man noch deutlich schlechtere Zahlen erwartet…Der starke Preisverfall bei den Aluminium-Preise hatte bei Alcoa in den letzten drei Monaten erneut auf das Ergebnis gedrückt. Auch hier bei der Herstellung von Aluminium leidet man unter der chinesischen Konkurrenz, die mit ihrem hohen Ausstoß und einem entsprechenden Überangebot die Marktpreise nach unten bewegt. Nur mit einer gestiegenen Produktivität quer durch alle Geschäftsbereiche und einer starke Entwicklung in der Sparte Fertigung konnte dieser Faktor einigermaßen kompensiert werden. Zudem litt Alcoa wohl auch unter dem starken Dollar. Denn das Unternehmen betreibt verschiedene Dependancen im Ausland für die ein starker Dollar nicht unbedingt von Vorteil ist…

Die Auslegung der gelieferten Daten heute dürfte einigermaßen spannend werden…Ich persönlich halte es für nicht ganz gerechtfertigt hier einen maßgebenden Indikator für die gesamte US Wirtschaft zu suchen, aber einige Marktteilnehmer sind da offenbar anderer Meinung. Auch wenn Alcoa also aufgrund der genannten Faktoren erneut ein negatives Ergebnis produziert hat, heißt das noch lange nicht dass es deswegen der US Wirtschaft grundsätzlich schlecht gehen muss. Vielleicht ist ja sogar genau das Gegenteil der Fall. Niedrige Preise für einen Rohstoff oder rohstoffintensive Produkte helfen dem weiterverarbeitenden Gewerbe kräftig auf die Sprünge. Hinzu kommen noch die deutlich gesunkenen Energiekosten in den USA, die sich bei der Herstellung oder Weiterverarbeitung, aber auch bei Alcoa und Co. in den kommenden Jahren positiv bemerkbar machen werden.

Wer sich den Alcoa Chart einmal etwas näher anschaut kann hier wahrlich nicht viel Hoffnungsvolles finden. Die Aktie befindet sich, ebenso wie so mancher Stahltitel, seit vielen Monaten im Sinkflug. Erst kürzlich wurde erneut eine wichtige Unterstützungslinie unterschritten – die Erwartungen der Anleger befinden sich offenbar an einem Tiefpunkt. Nicht zu Unrecht, denn der Ausblick auf kommende Quartale blieb zuletzt sehr verhalten, die abgelieferten Zahlen bestätigten den negativen Trend. Wie immer liegt aber genau hier aber auch eine Chance für demnächst kräftig steigende Kurse. Denn, fällt das Ergebnis in den kommenden Quartalen nur geringfügig besser aus als erwartet, dürfte eine entsprechende Kursreaktion nicht lange auf sich warten lassen.

Für die kommenden Monate erwartet Klaus Kleinfeld nun eine anziehende Nachfrage nach Aluminium-Produkten. Ob das auch dem Ergebnis auf die Sprünge helfen wird kann sicherlich noch nicht abschließend gesagt werden. Die Alcoa Aktie ist aus meiner Sicht nur Investoren mit einem sehr langem Atem geeignet, könnte aber auch auf der kurzfristigen Ebene nun für einen Trade gut sein.

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