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Ölpreis vor der Entscheidung, Gold schmiert weiter ab, Platin jetzt spottbillig?

Manche Dinge muss man nicht verstehen – andere wiederum sehr wohl! So oder so ähnlich würde ich mal die aktuelle Situation bei den Rohstoffen zusammenfassen. Zu verstehen ist die weitere Schwäche bei verschiedenen Rohstoffen angesichts des starken Dollars, vor allem aber weil hier verschiedenste charttechnische Marken verletzt wurden. Der Kupfer-Preis hat nun meinen Zielbereich eigentlich erreicht, dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Rohöl war eigentlich schon weiter abgerutscht bis die „überraschende“ 😉 Meldung über die Ticker lief, dass die Saudis nun doch mit anderen ölexportierenden Ländern kooperieren wollen um den weiteren Ölpreisverfall aufzuhalten. Das nächste Treffen der OPEC am 4.Dezember dürfte also sehr aufschlussreich werden. Von dieser Zusammenkunft dürfte vieles Abhängen, denn der Ölpreis steht aus charttechnischer Sicht ernsthaft auf der Kippe. Wenn dann  müsste das Ruder jetzt genau hier rumgerissen werden um dies zu verhindern. Das wissen offenbar auch die Saudis…!

Ölpreis Absturz oder Erholung

Verstehen kann ich auch den jüngsten Absturz bei den Edelmetallen – zumindest aus charttechnischer Sicht. Gold hat den zarten Aufwärtstrend wieder verlassen und ist dann aus dieser Formation nach unten weggekippt. Es ist somit nun naheliegend, dass die Notierungen für Gold noch etwas weiter abrutschen werden. Genauer gesagt sollte die Höhe der letzten Aufwärtsbewegung nun noch einmal nach unten abgetragen werden, was dann einen Kurs von ca. 1035,- Dollar zu Folge hätte. Das Edelmetall zeigt zwar bereits hier leichte Stabilisierung-Tendenzen – verlassen würde ich mich darauf aber nicht. Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck nach wie vor bestehen, dass Gold vor einer möglichen Trendwende zunächst einmal unter die 1.000,- Dollar Marke fallen MUSS. Aus charttechnischer Sicht würde dies ebenfalls deutlich Sinn ergeben, da hier einige Unterstützungslinien verlaufen und Kurse meist erst dann drehen wenn die Stimmung wirklich ganz mies ist. Das wäre unter 1000,- Dollar sicherlich der Fall!

Gold vor weiterem Absturz?

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle aber gerne kurz noch auf den aktuellen Platin Preis, der sich auf historisch bedeutenden Pfaden befindet. Das Edelmetall kostet schon eine ganze Weile deutlich weniger als Gold, was angesichts des sonst üblichen Gold-Platin-Ratios schon etwas verwunderlich ist. Natürlich werden jetzt einige Fachleute argumentieren, dass dies an der China Schwäche liegt, insbesondere an der Automobilindustrie etc. und vielleicht haben diese Experten damit auch recht, ich glaube aber nicht daran. Rein charttechnisch betrachtet macht diese Bewegung nun einfach Sinn, wie man in dem Chart gut erkennen kann. Eine ernsthafte Stabilisierungszone liegt im Bereich um die 770,- Dollar, wie unschwer zu erkennen ist.

Platin bald wieder auf historischen Tiefstkursen?

Fazit: Sollte Platin auf diese Niveaus fallen, halte ich dies für eine historische Kaufchance. Die eigentlich spannende Frage in diesem Zusammenhang ist aber auch…Wenn Platin bei 770,- Dollar landen kann, wo müsste dann eigentlich Gold stehen um dem historischen Gold-Platin-Ratio Rechnung zu tragen? Sicherlich kam es in letzter Zeit zu gewissen Verzerrungen im Edelmetall-Sektor, dennoch ist für mich persönlich die Marschrichtung bei den Edelmetallen klar. Vereinfacht könnte man nun sagen … entweder ist Platin deutlich zu günstig oder Gold immer noch deutlich zu teuer. Auf welches der beiden Szenarien werden die Edelmetall-Anleger wohl demnächst setzen!?

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Crash in Dubai als Vorbote einer neuen Finanzkrise?

Wie erwartet zeigten die Indizes gestern weiterhin Schwäche. Nachdem der IFO-Index bereits im frühen Handel enttäuscht hat war die Luft zunächst einmal raus. Dennoch konnte der US Markt anfangs noch stärker in den Tag starten. Der Auslöser für den späteren Kursrutsch ist somit nur wage zu erahnen… Ein Ereignis das aber sicherlich vom Markt nicht unentdeckt geblieben ist, waren die herben Kursverluste in Dubai. Der Dubai Financial Market General Index ist seit Tagen unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass die Bauholding Arabtec offenbar in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten steckt. Der Aktienkurs des weltgrößten Bauunternehmens hat sich innerhalb weniger Tage halbiert und die gesamte Börse dort mit hinunter gerissen. Die Kursverluste an Dubais Börse sind, mit über neun Prozent, wohl als Crash zu bezeichnen…!

Anleger verließen fluchtartig den Marktplatz Dubai, was wiederum auch Kursverluste in nahezu der gesamten arabischen Welt mit sich brachte.  In Abu Dhabi verlor der Börsenindex ADI zunächst aber „nur“zwei Prozent. In Saudi-Arabien und in Kuwait gaben die Börsen um rund ein Prozent nach. Bankenwerte und Immobilienaktien gehörten verständlicherweise zu den größten Verlierern am Markt.

Heute befindet sich die Börse in Dubai  im frühen Handel zwar schon auf kräftigem Erholungskurs, dennoch sollte man hier nun die weitere Entwicklung unbedingt genauestens beobachten: Bereits im Jahr 2008 waren crashähnliche Zustände in Dubai ein Vorbote der dann folgenden, weltweiten Finanzkrise. Nicht das ich nun zwingend davon ausgehen würde, dass es sich hier um einen verlässlichen Crash-Indikator handelt, da die Probleme in Dubai absehbar gewesen sind, zumal die Börse in Dubai zuvor überproportional gut gelaufen ist.

Unabhängig davon mahnt aber eine scharfe Korrektur der vorangegangenen Exzesse durchaus zu etwas mehr Vorsicht und verdeutlichen wie schnell der Wind auch an anderen Börsen plötzlich drehen könnte, wenn ernsthafte Störfaktoren auftauchen. Insbesondere Anleger von international agierenden Banken sollten sich in den kommenden Tagen somit wohl eher warm anziehen. Nehmen Sie den DFM General Index unbedingt auf Ihre Watchlist und beobachten Sie genau was hier passiert um nicht eines schönen Tages völlig auf dem falschen Fuss erwischt zu werden!

Aktien im Fokus…Praktiker, Rheinmetall, Deutsche Annington, Telekom, Nokia

Die seit gestern insolvente Baumarktkette Praktiker hofft offenbar noch auch Rettung. Der Vorstand hatte gestern Insolvenzanträge für die Ketten „Praktiker“ und „Extra Bau&Hobby“ beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Ein entsprechender Antrag für die Aktiengesellschaft, die  Praktiker AG, soll spätestens am Freitag folgen, falls nicht doch noch ein weißer Ritter um die Ecke kommt! Marktführer Obi hat bereits gestern signalisiert, dass man keine Interesse an Praktiker habe. Heute war in der Presse zu lesen dass eventuell Hagebau-Geschäftsführer Heribert Gondert interessiert sein könnte, die Filialen zu übernehmen. Man darf also gespannt sein welche Kapriolen die Aktie heute schlagen wird…

Kraus Maffei Wegmann wollte eigentlich 270 Panzer an Saudi-Arabien verkaufen und wohl alle Beteiligten sind davon ausgegangen dass der Deal auch steht. Jüngsten Berichten zufolge droht das Geschäft  nun aber zu scheitern. Offiziell sind die Saudis über die öffentliche Entrüstung in Deutschland gestolpert und wollen deswegen zurückziehen. Ich halte diese plötzliche Empörung zwar eher für vorgeschoben, letztlich ist das aber natürlich für den deutschen Rüstungskonzern eine niederschmetternde Nachricht, ebenso wie für den Zulieferer Rheinmetall. Riad will das Geschäft jetzt laut einem Pressebericht mit der US-Konkurrenz machen. Der Rheinmetall Aktie dürfte die Nachricht heute nicht unbedingt gut tun.

Der Börsengang der Deutschen Annington ist besser gelaufen als erwartet. Nicht dass dies etwas an meiner Einstellung zu dem Unternehmen ändern würde, aber dies ist zumindest für einen zweiten Anlauf bei einem so kurzfristig durchgezogenen IPO bemerkenswert. Analysten zeigten sich gestern ebenfalls erstaunlich positiv zu der möglichen Entwicklung der Aktie. Also vielleicht liege ich hier ja falsch… Dennoch werde ich die Aktie nicht anfassen!

Die europäischen Wettbewerbshüter haben die Geschäfte einiger Telekommunikationsunternehmen in Europa ins Visier genommen. Dabei wurden unter anderem die Firmenzentralen der Deutschen Telekom, ebenso wie die von Orange und  Telefónica durchsucht. Es geht auch hier um mögliche, illegale Preisabsprachen…Konkret hieß es dazu: Die Unternehmen stünden im Verdacht, als Anbieter von Internet-Zugängen gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Sowohl bei unmittelbaren Geschäft mit Endkunden als auch beim weltweiten Datenverkehr zwischen Telekomfirmen könnten die genannten Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung widerrechtlich ausgenutzt haben. Bis zum Abschluss der Untersuchungen dürfte der gesamte Sektor damit unter Druck bleiben.

Nokia verpatzt die Präsentation seines neuen Super-Smartphones Lumina 1020, weil zuvor bereits Fotos des Gerätes im Internet aufgetaucht sind. Wer das kameraähnliche Gerät mal sehen will findet > hier < die ersten Bilder. Der große Knalleffekt bleibt somit aus, auch wenn das neue Smartphone mit seiner 45 Megapixel Kamera für Fotobegeisterte Nutzer durchaus interessant sein dürfte. Die Aktie entwickelt sich weiterhin freundlich, auch wenn der große Wurf bislang ausgeblieben ist. Viel Neues wird von Nokia jetzt wohl erst einmal nicht mehr kommen, damit stellt sich auch die Frage woher nun neue Impulse für die Aktie kommen sollen. Die charttechnische Lage bei Nokia bleibt damit ebenfalls zwar stabil aber auch nicht unbedingt berauschend. Hier hatten sich wohl einige Anleger mehr von der Präsentation des neuen Flaggschiffs versprochen.

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Iran und das Öl – Statoil, Suncor und die Strasse von Hormus

Während die Börsenwelt auf den Euro, auf Griechenland und Italien starrt, hat sich um den Iran eine Entwicklung in Gang gesetzt, die das Potential hat erhebliche Verwerfungen hervor zu rufen.

Eine alte Weisheit sagt aber, dass uns die Dinge vor denen wir uns am meisten fürchten in der Regel nicht umbringen. Vor den Dingen die wir nicht ausreichend auf dem Radar haben, davor sollten wir Angst haben !

In diesem Sinne möchte ich den Lesern mit diesem Beitrag helfen, sich für den Fall „Iran“ in ihren Depots frühzeitig vorzubereiten.

Die politischen Hintergründe muss ich hier nicht wiederholen, die Presse hat das ausreichend beschrieben und ich kann dazu nichts Neues beitragen. Der Iran bastelt offensichtlich an einer Atombombe und Israel kann und will das nicht zulassen. Viele andere arabische Länder wie Saudi-Arabien fühlen sich von der iranischen Bombe ebenso bedroht, trauen sich aber nicht das öffentlich zu artikulieren. Wer mehr über die Hintergründe verstehen will, möge sich in der Presse informieren.

Ich persönlich betrachte es als wahrscheinlich, dass das Thema innerhalb der nächsten 12 Monate eskaliert. Und dabei heisst „eskaliert“ keineswegs, das nun wirklich ein militärischer Angriff erfolgt. Es bedeutet aber, dass es ein heisses Thema wird, das die Welt und damit die Börsen bewegt. Wie wir alle wissen reagiert Mr. Market schon lange bevor etwas real passiert, er muss nur davon überzeugt sein das es möglich oder wahrscheinlich ist.

Und keiner kann sagen wann das genau losgeht, denn gerade wenn es still wird, wird es besonders gefährlich. Denn militärische Angriffe oder Kommandoaktionen kündigt man nicht mit Glockengeläut an. Man sollte sich also nicht einbilden, dass man das konkrete Datum der Eskalation vorhersehen kann und sich dann noch in Ruhe im Depot vorbereiten könnte. Wenn es im Radio kommt und die Börsen darauf regieren ist es schon zu spät ! Man wäre als Anleger also ausgesprochen dumm, wenn man sich nicht heute schon mit den Konsequenzen auseinander setzt.

Aufgrund der Isolierung des Irans in der arabischen Welt könnte man meinen, dass ein derartiger Konflikt ein recht isoliertes Ereignis sein würde. Aber dem ist nicht so ! Denn zwischen Iran und Irak liegt die Strasse von Hormus. Durch diese Meerenge laufen jeden Tag per Tanker 25% der weltweiten Ölproduktion ! Golfanrainer wie Bahrain, Katar oder Dubai sind vollständig von dieser Meeresenge abhängig. Und Iran hat schon angekündigt, dass es diese Strasse im Falle eines Konfliktes schliessen würde. Das ist auch militärisch kein Problem und nicht zu verhindern, ein brennender Tanker reicht und die Meeresenge ist dauerhaft dicht.

Was wären also die Konsequenzen einer derartigen Eskalation für die Börse :

(1) Der Ölpreis würde explodieren. Ein Verdoppelung des Ölpreises auf 200 USD innerhalb eines Tages wäre gut möglich !

(2) Wegen dieses Ölpreises würden konjunkturabhängige Aktien weltweit brutal abstürzen. Egal ob Chemie oder Autoindustrie, eine geschlossenen Strasse von Hormus würde wohl einen weltweiten Crash auslösen. Auch für Unternehmen wie Bauer, mit Exposure im Irak, würde es wohl ein Kursmassaker geben.

(3) In Anbetracht der wackeligen Situation der Weltkonjunktur, würde das den Börsen weltweit den Gnadenschuss geben.

(4) Da Mr. Market das Szenario kennt, wird er mit der Reaktion nicht warten, bis die Strasse von Hormus wirklich geschlossen ist. Sondern schon eine Eskalation der politischen Sprache würde diese Reaktionen des Marktes auslösen. Das Öl im Moment so steigt, liegt schon heute wahrscheinlich an dieser Wahrnehmung.

(5) Gewinner würde es nur wenige geben. Da sind Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin, Gold, AAA Staatsanleihen und natürlich Ölfirmen, aber nur solche, die nicht im Nahen Osten tätig sind. Also Finger weg von Haliburton und Co. !

Um es also noch einmal klar zu sagen: ich rechne damit, dass das Thema innerhalb der nächsten 12 Monate hochkocht und seine Spuren in unseren Depots hinterlässt ! Wie kann man sich also im Depot darauf vorbereiten ?

Gut geeignet sind dafür in meinen Augen Ölunternehmen, die ihre Geschäftsaktivität in politisch stabilen Regionen haben, weit weg vom Nahen Osten. Zwei davon, Statoil und Suncor, will ich Ihnen hier kurz vorstellen um Sie auf Ideen zu bringen.

Das Schöne an diesen Aktien ist, dass der Kauf auch ohne das Iran Szenario im Moment Sinn machen könnte, weil es einfach gute, liquide Unternehmen sind. Und wenn das Szenario von oben eintritt, dann hat man eine automatische Versicherung im Depot.

Statoil – ISIN NO0010096985 – der norwegische Ölkonzern hat seine Hauptaktivitäten in der Nordsee und hat erst vor kurzem mit einem gewaltigen Ölfund in der Nordsee auf sich aufmerksam gemacht. Die Aktie ist zwar schon gut gelaufen, ist aber mit einem KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 4,5% immer noch fair bewertet. Eine signifikante Beteiligung des norwegischen Staates gibt weitere Sicherheit. Statoil dürfte von einem drastisch höheren Ölpreis profitieren.

Suncor – ISIN CA8672241079 – der kanadische Konzern ist einer der grössten Spieler im kanadischen Ölsandgeschaft. Auch wenn Ölsande schwer zu fördern und daher teuer sind, sind es die grössten nordamerikanischen Ölvorkommen, denen eine hohe strategische Bedeutung beikommt. Ein hoher Ölpreis wird den Aktienkurs von Suncor daher besonders stark nach oben hebeln. Charttechnisch hat die Aktie Anfang Oktober die Wende eingeleitet und ist mit einem Forward P/E von 9 ebenso fair bewertet wie Statoil.

Es gibt noch viele weitere Ideen die ein Depot auch gegen einen Irankonflikt schützen könnten. Ich fände es schön, wenn die Leser in Kommentaren ihre Ideen einbringen und so uns allen zu einer Auswahl von Aktien verhelfen, mit denen wir diesen absehbaren Crash in unseren Depots gut durchstehen könnten. Ich bin gespannt auf Ihre Vorschläge ! (HS)

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