Author Archives: Lars

RWE und E.ON – Ich fürchte es kommt noch schlimmer..!

Die RWE Aktie ist – wie erwartet – immer noch im Abwärtstrend und hat kürzlich auch das angegebene Kursziel von 17,55 Euro als letzte nennenswerte Haltemarke unterschritten. Damit bewegt sich die Aktie des Energieversorgers nun in nahezu unbekanntem Territorium, was eine weiterführende Chartanalyse sehr schwierig macht. Grundsätzlich sprechen sowohl die Nachrichtenlage als auch die Umsätze und die Dynamik der aktuellen Abwärtsbewegung nun für weiter fallende Kurse, nachdem es nicht gelungen ist diese immens wichtige Marke zu halten. Das Extension Fibonacci Target liegt aktuell im Bereich um die 12,67 Euro. Ob diese Marke noch erreicht wird, dürfte aus heutiger Sicht von den meisten Anlegern noch bezweifelt werden, ist aber gar nicht so abwegig. Somit bleibt hier nun zunächst abzuwarten, ob sich die RWE Aktie nun im Bereich um die 16,50 Euro stabilisieren kann. Denn das gestrige Unterschreiten des 24-Jahres-Tiefs ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Die hier in den Chart eingezeichnete mögliche untere Begrenzung des Abwärtstrend-Kanals, (parallel zur Oberseite), lässt aber auch weiterhin nicht viel Gutes erwarten!

RWE Aktie im Abwärtstrend gefangen

RWE Aktie im Abwärtstrend gefangen

Dieser Chart zeigt natürlich nur eine sehr wage Prognose davon wie es laufen könnte…! Ähnlich mies sieht das Chartbild beim Mitbewerber E.ON aus. Auch hier wackeln entscheidende Chartmarken inzwischen bedenklich. Zwar ist der Energiekonzern, durch die in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen, insgesamt wohl deutlich besser aufgestellt als RWE, jedoch müssen auch die zuletzt verkündeten Zahlen durchaus kritisch gesehen werden. Denn, die bestätigte Gesamtjahres-Prognose sowie die angekündigte Dividende beruhen überwiegen auf Sondereffekten und sollten dann wohl auch gesondert vom operativen Geschäft betrachtet werden. Der sogenannte nachhaltige Konzernüberschuss sackte hingegen um weiter 21 Prozent ab.

Es bleibt leider wie es ist… Wie bereits vor Jahren angekündigt, befinden sich die beiden Aktien der deutschen Energieversorger in einem schier unaufhaltsamen Abwärtsstrudel. Der atomare Rückwärtssalto unserer Regierung hat dazu geführt dass man das Geschäftsmodell der beiden Konzerne grundlegend anders betrachten muss als noch zu den „goldenen Zeiten“. Für Analysten und Anleger scheint dieser gedankliche Spaghat immer noch schwer zu sein, wenn ich mir die Einschätzungen so durchlese. Zusammenfassend bleibt also das gleiche Fazit wie vor vielen Monaten schon: Die Welt hat sich verändert. Da haben verkrustete Gedanken und alte Traditionen nur noch bedingt Platz, bzw. kosten richtig Geld wenn es nicht gelingt sich gedanklich davon frei zu machen…!

VW, BMW, Daimler, Apple – China löst ein Beben aus. Was macht der DAX?

Die noch gestern morgen für die meisten Marktteilnehmer relativ unwichtige Meldung brachte die Märkte gestern ernsthaft ins straucheln. China wertet den Yuan deutlich ab um die eigenen Exporte zu stützen. Fast schon beiläufig konnte man dies in diversen Medien lesen. Es dauerte ein wenig bis dem ein oder anderen dann wohl klar wurde, was das eigentlich bedeuten könnte. Nicht nur die deutschen und europäischen Autobauer VW, Daimler BMW & Co. könnten darunter kräftig leiden, sondern auch andere exportorientierte Unternehmen, die derzeit noch über ein gewisses Absatzpotenzial in China verfügen. Am Beispiel der kurzfristigen Entwicklung der Apple Aktie gestern wurde das Ausmaß dieser Befürchtungen dann auch deutlich sichtbar. Ein Minus von 5,2 Prozent hat man bei dem amerikanischen High-Tech-Konzern zuletzt eher selten gesehen…!

Viele Befürchtungen, die der Markt bereits seit längerem hat, scheinen sich nun zu bewahrheiten. Die Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft, die nach offiziellen Angaben immer noch bei sieben Prozent liegen sollen, könnten deutlich darunter liegen. Fachleute gehen hier eher von ca. vier bis fünf Prozent aus, womit sich die wirtschaftliche Abkühlung in China geradezu dramatisch beschleunigt hätte. Die Exporte sind im Juli gegenüber dem Vorjahr um satte 8,3 Prozent eingebrochen, was auch an dem immer stärker werdenden Yuan gelegen haben dürfte. Die chinesische Währung hat in den vergangenen Jahre stolze 30 Prozent gegenüber dem US Dollar aufgewertet. Genau diesen Wertzuwachs versucht die chinesische Regierung nun etwas zu relativieren. Man geht somit davon aus dass dies möglicherweise nur der erste Schritt einer ganzen Reihe von Abwärtungsschritten gewesen sein könnte. Heute Nacht wertete die chinesische Regierung den Yuan bereits um weitere 1,6 Prozent ab!

Was heißt das nun für die Aktienmärkte?

Dax August 2015

Die Anleger könnten in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt Kapital aus den chinesischen Märkten abziehen um einer Entwertung ihrer Anlagen zu entgehen. Das wiederum dürfte weiteren Druck auf die Landeswährung ausüben, die dann wiederum weiter abwertet. Die Kaufkraft der Chinesen würde in so einer Abwärtungsspirale deutlich nachlassen, weswegen auch keine westlichen Produkte in dem gewohnten Umfang mehr gekauft werden. Insbesondere Luxusartikel wie teure Handys oder Auto ebenso wie die Güter der Luxushersteller und Modelabels wären hiervon wohl betroffen, weswegen man diese Aktien im Moment etwas mit Vorsicht genießen sollte.

Rohstoffe dürften dann ebenfalls unter Druck bleiben, weil die Nachfrage aus China höchstwahrscheinlich deutlich nachlassen wird, oder auf niedrigem Niveau verharrt. Die für die Produktion der chinesischen Waren benötigten Grundstoffe sind dann ebenfalls teurer und werden nicht mehr in dem Umfang gekauft. Gold, Silber und Platin werden weniger nachgefragt, könnten aber auf der anderen Seite zur Sicherung der Kaufkraft verwendet werden. Hier ist die Frage nach der Kursentwicklung in naher Zukunft aus meiner Sicht noch nicht geklärt…!

Für den DAX bedeutet es natürlich auch nicht unbedingt Gutes wenn die Haupttreiber der Hausse, wie die Automobilhersteller, unter Druck geraten. Ebenso wie die anderen Indizes in denen sich von dieser Situation ernsthaft bedrohte Unternehmen finden lassen, wie auch die Maschinenbauer oder bspw. das Modelabel Gerry Weber etc. Ich habe Ihnen etwas weiter oben den Chart meines Worst-Case-Szenarios beigefügt, der die zu erwartende Entwicklung des DAX aufzeigen soll, falls die Gesamtsituation so eskalieren sollte wie oben beschrieben. Dieser Chart dient sicherlich nicht dazu Sie zusätzlich zu verunsichern oder gar zu erschrecken, aber Sie sollten ein solches Szenario auch keinesfalls kategorisch ausschließen!

Achten Sie also bitte auf die hier eingezeichnete Nackenlinie der möglichen SKS-Formation, die gleichzeitig als untere Begrenzung einer Keilformation gesehen werden kann. Bricht diese nachhaltig, taucht der Dax erneut in den vorherrschenden Abwärtstrend ein. – Der Sommer wird jetzt richtig heiß!

Manz – Schwache Vorstellung!

Die Manz Aktie fällt heute im frühen Handel bereits um über drei Prozent. Das dürfte es aber wohl noch nicht gewesen sein, denn die heute gelieferten Zahlen waren wirklich schwach. der Umsatz- und Gewinnwarnung vom Juli folgen nun also harte Fakten. Demnach hat das Unternehmen im ersten Halbjahr 2015 nur noch 121,9 Millionen Euro umgesetzt, nachdem hier im Vorjahr noch 163,6 Millionen Euro erreicht wurden. Auftragsstornierungen und -Verschiebungen haben laut Firmengründer Dieter Manz zu diesem deutlichen Rückgang geführt. Ein aktueller Auftragsbestand von ca. 100 Millionen Euro soll aber für ein besseres Ergebnis im zweiten Halbjahr sorgen…

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrug im ersten Halbjahr minus 6,7 Millionen Euro (Vorjahr: 13,2 Mio. EUR), wovon ein negativer Betrag von 6,4 Millionen Euro auf das erste Quartal entfielen. Das EBIT belief sich auf minus 12,9 Millionen Euro nach einem Plus von 1,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Trotz aller positiven Impulse in den Geschäftsbereichen „Electronics“, „Solar“ und „Energy Storage“ ist die Aktie damit wohl eher kritisch zu sehen, da der Titel zuletzt auf Erholungskurs war und sich die Anleger hier sicherlich mehr versprochen haben.

Manz Aktie mit Gaps und Trendlinien

Auch der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr nur noch mit einem moderat rückläufigem Umsatz und einem leicht besseren, aber immer noch negativem, Ergebnis für das Gesamtjahr. Die Phantasie für die Aktie dürfte damit erst einmal raus sein. Ein erneutes Abtauchen und das Schließen diverser offener Kurslücken auf der Unterseite halte ich persönlich damit für deutlich wahrscheinlicher als einen Kursanstieg. Oder besser gesagt – das Chance-Risiko-Verhältnis bei der Manz Aktie dürfte bis zum Jahresende wohl eher negativ sein. Möglicherweise gibt es dann im kommenden Jahr wieder Erfreulicheres zu berichten..!?

Die SHW Aktie im Abwärtssog bis unter 32,- Euro?

Seit Tagen ist die Aktie des Automobilzulieferers SHW kräftig unter Druck. Die Befürchtungen des Marktes, dass die schwächelnden Absatzzahlen der Automobilhersteller VW, BMW, Daimler und Co. in China auch auf die Zulieferkette voll durchschlagen wird, ist offensichtlich. Generell sollte man die Flinte aber nicht zu früh ins Korn werfen, denn die aktuelle Schwäche in China muss relativ betrachtet werden. Der Absatzmarkt wird den deutschen Automobilherstellern noch auf Jahre gute Geschäfte bescheren, wenn auch nicht zwingend auf dem gewohnten Niveau. Für einzelne Aktien aus diesem Segment heißt es aber dennoch lieber etwas Vorsicht walten zu lassen, da der Boden noch nicht erreicht sein könnte…

SHW Aktie im Chartcheck

Bei der SHW Aktie scheint es aktuell eine Sondersituation zu geben, die dem breiten Markt entweder noch nicht bekannt ist, oder aber ausschließlich der Charttechnik geschuldet ist. Bereits in der letzten Analyse vor Monaten hatte ich hier eine möglicherweise entstehende SKS Formation ausgemacht, die sich nun zu vollenden scheint. Hinzu kommen noch ein paar offene Kurslücken, die es noch zu schließen gilt. Es ist also aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich, dass die Aktie nun bis in den Bereich um die 32,80 Euro oder gar darunter fallen wird. Das rechnerische Kursziel aus der Schulter-Kopf-Schulter-Formation läge gar unter der 30,- Euro Marke…!

Eine erste Haltelinie sehe ich jetzt im Bereich um die 35,- Euro, danach dürfte das 76,40er Fibonacci Retracement möglicherweise Halt bieten, bei dem auch das erste offenen Gap zu finden ist. Etwas weiter südlich findet sich dann bei 32,80 Euro das letzte noch zu schließende Gap, sowie bei derzeit 31,80 Euro die langfristige Aufwärtstrend-Linie. Insgesamt deutet die Price-Action der vergangenen Tage deutlich darauf hin, dass die hier genannten Ziele – zumindest teilweise – noch abgearbeitet werden dürften. Etwas Geduld kann also nicht schaden!

Metro mit deutlichem Fehlsignal

Die Metro Aktie fällt heute mal wieder wie ein Stein, nachdem zuvor ein kräftiger Aufwärtsimpuls dafür gesorgt hatte das die Aktie aus dem vorherrschenden Abwärtstrend nach oben ausgebrochen ist. Was macht man nun mit einer solchen Situation? Das Kaufsignal muss vorerst als Fehlsignal interpretiert werden. Ein nochmaliger Test des Trendkanals von oben ist zwar nicht aussergewöhnlich, die Dynamik mit der dies nun passiert ist mahnt aber etwas zu Vorsicht…

Die Metro Aktie zurück im Abwärtstrend?

Es bleibt somit nun abzuwarten, ob die Aktienkurs hier nun wieder nach oben drehen kann, vor allem aber ob diese Bewegung dann nachhaltig sein wird. Wenn Sie mich fragen sieht es im Moment nicht danach aus. Auch die Nachrichtenlage ist nicht gerade dazu angetan hier deutlich höhere Kurse zu rechtfertigen. Die Umstrukturierung des Warenkonzerns trägt zwar erste Früchte, jedoch schlagen sich diese noch nicht nennenswert beim Gewinn des Konzerns nieder.

Damit bleibt weiterhin alles wie es ist. Die Metro Aktie kann man im Depot haben und auf einen Turnarround spekulieren – muss man aber erst einmal nicht. Es sei denn der Ausbruch gestern wird erneut bestätigt, was aber erst am einem Aktienkurs über 32,- Euro der Fall wäre. Fällt die Aktie zurück in den Trendkanal, halte ich es für wahrscheinlich dass erneut die Unterseite dieses Trends getestet wird. Weiterhin nur beobachten!

Michael Kors nach Zahlen fester – Was ist mit Coach und Gerry Weber?

Die Michael Kors Aktie konnte gestern nach der Zahlenvorlage für das abgelaufene Quartal um 10 Prozent zulegen. Allerdings bleibt vorab zu sagen, dass hier nicht unbedingt alles positiv ist was auf dem ersten Blick so positiv vom Markt gedeutet wurde. Und somit bleibt aus meiner Sicht erst noch abzuwarten wie sich die Aktie der Nobel-Modemarke heute am zweiten Tag nach der Quartalsbilanz „verhalten wird“ Was wir hier gesehen haben könnte also zunächst einmal eine kleine Erleichterungs-Rally nach den starken Kursverlusten der vergangenen Monate gewesen sein – mehr nicht! Angesichts der andauernden Probleme, bspw. in Form eines zu starken Dollars, ist hier wohl so schnell nicht mit einer nachhaltigen Wende zu rechnen…

Eine Stabilisierung auf diesem niedrigen Niveau ist durchaus möglich, womit mein Kursziel auf der Unterseite eventuell doch nicht mehr erreicht wird. Der positive Ausblick der Geschäftsleitung auf das Gesamtjahr hat erst einmal Schlimmeres verhindert, obwohl der Gewinn des Unternehmens weiterhin rückläufig ist. Im wichtigsten Quartal des Jahres hat Michael Kors insgesamt einen Umsatzrückgang um 9,5 Prozent zu verkauften, womit bereits das sechste Quartal in Folge rückläufige Zahlen verkündet werden mussten. Die Devise hier ist also eher „weniger schlecht“ als wirklich gut…

Gerry Weber Aktie vor der Entscheidung

Auch die Coach Aktie glänzte in letzter Zeit nicht gerade durch Kursgewinne. Insgesamt lassen die eher durchwachsenen Einzelhandels- Zahlen sowie die schleppenderen Geschäfte im Wachstumsmarkt China auch hier keine schnelle Erholung erwarten. Und so bleibt die Frage wie sich der Modekonzern Gerry Weber bei der nächsten Zahlenvorlage schlagen wird. Der Chart versprach zuletzt wieder anziehende Kurse, nach dem herben Absturz, wobei die wichtigen Trendlinien nach wie vor eher darauf hindeuten, dass wir auch hier noch einmal deutlich tiefere Kurse sehen werden. Wo genau diese möglicherweise liegen werden kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Aber ein erneutes Abtausch der Aktie könnte dann bis in den Bereich zwischen 19,- und 17,50 Euro führen.

Trotz aller positiver Analystenkommentare bleibt die Gerry Weber Aktie momentan maximal eine Halteposition, bis sich die charttechnische Lage etwas deutliche präsentiert und vor allem das Umfeld für Modekonzerne wieder freundlicher wird. Unter den momentanen Bedingungen dürfte es wahrscheinlich auch für die Westfalen schwierig werden deutlich positive Akzente bei der Zahlenvorlage zu setzen. Die jüngste Kurserholung deutet somit eher auf eine technische Gegenreaktion hin als auf eine nachhaltige Trendwende! Echte Kaufkurse sehen wir wohl erst wieder wenn es gelingt die Hürde bei 24,72 Euro zu überspringen… oder eben ein Stockwerk tiefer!

Apple – Jetzt ist es passiert…

Wie ich bereits befürchtet hatte ist die Apple Aktie nun aus der Seitwärts-Formation nach unten ausgebrochen. Die Dynamik mit der dieser Kursrutsch nun vonstatten geht lässt erwarten dass nun eine etwas ausgedehntere Korrektur bis unter die 100,- Dollar Marke folgen könnte. Auf dem Weg dorthin sind noch einige bedeutende Kurslücken zu schließen…

Immer wenn eine Aktie trotz ordentlicher Quartalsbilanzen nicht steigen will ist äusserste Vorsicht geboten, weswegen die Position bei Apple nach dem zweiten gescheiterten Anlauf aus der Seitwärts-Range nach oben auszubrechen auch verkauft wurde. Nicht etwa das die Verkaufszahlen bei Apple nach wie vor eine deutlich höhere Bewertung rechtfertigen würde, aber der Markt hat offenbar Angst vor der schieren Bewertung eines Konzerns die über knapp 700 Milliarden Dollar hinaus geht. In Zeiten großer Zahlen und großer Geldpritzen durch die Notenbanken dürfte dies allerdings auch nur noch eine Frage der Zeit sein. Aber eben jetzt noch nicht…

Kursrutsch bei Apple

Im Fall Apple kommt noch hinzu dass der Konzern weiterhin hervorragende Verkaufszahlen abliefert, die aber die Anlegerschar dennoch nicht mehr zu begeistern vermögen. Denn, wenn ein Unternehmen über Jahre die Absatzzahlen gesteigert hat und die eigenen Prognosen immer wieder übertrifft, reicht oftmals schon das bloße Erreichen der selbst gesteckten Ziele ( …und nicht noch eine Schippe oben drauf), um die Story in Frage zu stellen. Firmen wie Amazon, Netflix und Co. werden hingegen wegen der Wachstums-Phantasie gekauft, obwohl diese keine nennenswerten Gewinne abwerfen. Das ist schlicht die perverse Logik des Marktes wie er heute ist. Je eher man diese verinnerlicht desto besser!

Für Apple Investoren heißt dies nun, dass der Rücksetzer wohl noch anhalten könnte. Im Chart zu sehen sind die offenen Gaps deren Schließung nun auf dem Plan des großen Geldes stehen könnte. Dieser Rücksetzer ist also zum einen bedingt dadurch dass offenbar nicht mehr genügend Käufer Bereit waren die Aktie über 132,85 Dollar zu hieven und zum anderen technischer Natur. Frei nach dem Motto: „Was nicht mehr steigen will muss irgendwann fallen…!“ Der eigentliche charttechnische Schaden wurde bereits mit dem Down-Gap nach den Quartalszahlen angerichtet. Jetzt heißt es wieder warten auf die richtige Gelegenheit um sich dennoch an diesem hochprofitablen Unternehmen zu beteiligen.

Ob die Aktie nun in den Bereich um die 100,- Dollar abtauchen wird kann nicht abschließend beurteilt werden, die Wahrscheinlichkeit dafür würde ich im Moment aber als relativ hoch ansehen – Zwischenerholungen natürlich ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Der letzte deutliche Rücksetzer bei Apple im Jahr 2012/2013 betrug zudem ca 30%. Eine Korrektur dieser Größenordnung wäre also nicht ungewöhnlich und sollte, trotz der günstigen Bewertung, nicht kategorisch ausgeschlossen werden.  Das erste wesentliche Gap liegt im Bereich um die 109,- Dollar, das zweite bei ca. 106 und das letzte verbleibende Gap wartet bei exakt 100,- Dollar auf Schließung. Warten Sie hier also zunächst ab was hier weiter passiert. Gleiches gilt in diesem Zusammenhang auch für die gesamte Zuliefern-Kette bei Apple – einschließlich Dialog Semiconductor 😉

 

Tagesupdate VW, BMW, Daimler, Drillisch, K+S, Wacker Chemie, Commerzbank…

Die Welt schaut auf die Börseneröffnung in Griechenland!b Heute sollen dort die Finanzplätze wieder öffnen, Finanzmarkt-Experten erwarten einen Einbruch zwischen 15 und 20 Prozent. Nach fünft Wochen Zwangsschließung scheint die Nervosität der Anleger nun einen Höhepunkt erreicht zu haben, der sich in einem heftigen Kursrutsch äussern könnte. Insbesondere die griechischen Bankaktien könnten am stärksten von einem solchen Kursrutsch betroffen sein. Soweit zu den Prognosen vom Wochenende bezüglich der Eröffnung einer wahrscheinlich turbulenten Börsenwoche…

Viel spannender als das Griechenland-Thema scheint mir aber immer noch die Entwicklung in China zu sein. Auch heute neuen die Börsen dort erneut zu leichter Schwäche, nachdem der Einkaufsmanagerindex im Juli von 49,4 auf 47,8 Punkte abgesackt ist. Die Stimmung in den Chefetagen der Konzerne trübt sich zusehends ein. Mit einem Wert unter 50 geht man nun offenbar von einem Schrumpfen der Wirtschaft im Reich der Mitte aus, was nicht ohne Folgen für den erst der Welt bleiben dürfte. Auch die kürzlich prognostizierten Wachstumsraten der chinesischen Volkswirtschaft von 7 Prozent muss somit ernsthaft in Frage gestellt werden!

Zum Wochenbeginn ein kurzes Aktienupdate der wichtigsten Aktien in Kurzform… Autobauer, VW, BMW, Daimler & Co. bleiben weiterhin unter Beobachtung, haben aber meine Kursziele auf der Unterseite noch nicht erreicht. Insbesondere hier spielt das „Thema China“ eine wesentliche Rolle! Geduldiges Warten auf die richtige Gelegenheit sollte sich auszahlen, ebenso wie bei den Automobilzulieferern. Drillisch profitiert heute von mehreren positiven Analysenkommentaren, nachdem am Freitag erneut hervorragende Zahlen veröffentlicht wurden. Kann man kaufen, aber auch hier dürfte die Luft nun dünner werden.

Bei K+S halte ich die Übernahmephantasien immer noch für einigermaßen gefährlich, was sich inzwischen auch im Chart zeigt. Ich würde hier lieber noch warten bis sich die Lage etwas beruhigt und die Aktie mindestens bis in den Bereich um die 33,50 Euro zurückgekommen ist. Wacker Chemie hat heute Zahlen veröffentlicht die im Rahmen der Erwartungen lagen. Die Enttäuschung der Anleger über den mäßigen Ausblick dürfte überwiegen, womit der Titel im Abwärtstrend in Richtung ca. 83,- bis 81,- Euro verbleiben dürfte. Die Freude bei der Commerzbank über den deutlich gesteigerten Quartalsgewinn ist groß, obwohl man berücksichtigen sollte dass, diese Freude auf sehr niedrigem Niveau, angesichts der zu erwartenden Verwerfungen s.o. zu früh sein könnte. Aus charttechnischer nicht hellt sich das Bild erst bei Kursen über 13,- Euro wieder etwas auf.

Auch die Rohstoffmärkte bleiben auch in dieser Woche weiter unter Druck. Der Ölpreis hat erneut nachgegeben, beim Kupfer sieht die Lage noch wesentlich angespannter aus, nachdem das jüngste Tief noch einmal unterschritten wurde! Hier droht nun noch einmal ein Rutsch von bis zu 20% was man dann wohl auch bei Aktien wie Freeport McMoRan etc. demnächst im Chart sehen kann… Lediglich beim Gold besteht – trotz oder gerade wegen allen negativen Nachrichten – weiterhin eine Chance auf Stabilisierung. Volle Deckung hingegen sollte man nun wohl im Kohle-Sektor suchen. Die bereits in der Bedeutungslosigkeit verschwundenen Aktien aus diesem Segment könnte noch einmal deutlich nachgeben, nachdem der US Präsident Barack Obama am Wochenende seine Klimawandel-Pläne bekannt gegeben hat.

Der positive Aspekt dieser Nachricht könnte sein, dass es demnächst wieder kräftige Bewegungen (nach oben) für Solar- und Windaktien geben könnte. Dies bleibt allerdings noch abzuwarten, denn die Republikaner dürften mit den Plänen des Präsidenten nicht unbedingt konform gehen. Dennoch sollte man den Sektor „Clean Energy“ nun intensiver beobachten!

Fazit: Wie in den letzten Wochen bereits deutlich gemacht, halte ich es im Moment für äusserst gefährlich sich am Aktienmarkt zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Dabei spielt auch eine intensive und gut recherchierte Aktienauswahl möglicherweise nur eine untergeordnete Rolle. Denn falls China weiter abrutscht, dürfte der heute erwartete Crash in Griechenland eher einem Kindergeburtstag gleichen! Bleiben Sie also weiterhin vorsichtig und genießen Sie den Sommer solange er da ist. Die richtige Zeit für neue Aktienanlagen kommt noch früh genug..!

Dürr – Kommt ein weiterer Rutsch bis 68,40 Euro?

Erst Übertreibung, jetzt Untertreibung? Ein kurzes Update zur Dürr Aktie, die in den letzten Tagen deutlich unter die Räder gekommen ist. Bereits vor Monaten hatte ich ja davor gewarnt, dass wir es bei der Aktie mit einer deutlichen Übertreibung zu tun hatten. Hier im Chart zu sehen ist der „normale“ Trendkanal bei Dürr auf langfristiger Basis. Dieser konnte zuletzt nicht mehr nach oben verlassen werden, woraufhin die Aktie nun erneut abgetaucht ist und eine kräftige Abwärtswelle produziert hat, die den Titel nun an das untere Ende des Trendkanals beförderte. Hier findet aktuell nun erneut der Kampf zwischen Bullen und Bären statt…

Dürr Aktie Chat mit Trendkanal

Ich würde aufgrund der jüngsten Abwärtsdynamik nun eher davon ausgehen, dass dieser Trendkanal nach unten verlassen wird. Das 61,80er Fibonacci Retracement bei ca 73,- Euro stellt dann ein erstes mögliches Ziel dieser Bewegung dar, zumal hier eine weitere horizontale Unterstützung verläuft. Die Trendlinie (orange) signalisiert dass sogar ein weiteres Abrutschen bis in den Bereich unter die 70,- Euro Marke möglich ist, bevor sich die Aktie dann wohlmöglich wieder fangen kann.

Es bleibt also in dem momentanen Börsenumfeld abzuwarten wohin die Reise geht. Unter normalen Umständen könnte man hier bereits einen ersten Trade versuchen, jedoch mahnen die Vorgänge an Chinas Börsen deutlich zur Vorsicht. Einen richtig tragfähigen Boden sehe ich hier ehrlich gesagt erst im Bereich der genannten 70,- Euro, bzw.68,40 Euro. Der Punkt auf den auch die Trendlinien exakt zusteuern…!

China Crash geht weiter – Was macht der DAX?

Der DAX versucht sich heute einmal mehr gegen die Abwärtsbewegung zu stemmen, was allerdings angesichts der erneut crashartigen Kursverluste in China nicht unbedingt erfolgversprechend ist. Mit Kursverlusten von teilweise über acht Prozent an den chinesischen Börsen und vier Prozent in Hong Kong wird klar, dass die chinesische Regierung mit ihren zuletzt eingeläuteten Zwangsmaßnahmen zur Stabilisierung des Kapitalmarktes vorerst gescheitert sein dürfte. Zumindest vorerst, denn man verfügt im Reich der Mitte ja über ein umfangreiches Waffenarsenal um die Börsen in die gewünschte Richtung zu bewegen 😉 Letztlich wird damit aber auch immer deutlicher, wie künstlich die Rallye in China (und nicht nur da!) ist und auf welch wackeligem Fundament diese zu stehen scheint.

DAX Chart 12 Monate

Keine guten Vorgaben also für den Rest der Welt! Der DAX testet – wie erwartet – aktuell die obere Begrenzung des seit April bestehenden Abwärtstrend-Kanals. Hält diese Linie nicht, ist das Schließen der beiden offenen Gaps in sehr naher Zukunft sehr wahrscheinlich. Somit dürfte sich dann auch die kurzzeitige Rally nach der „Rettung Griechenlands“ nur als kurzes Strohfeuer in einem intakten Abwärtstrend erweisen. Womit man dann grundsätzlich auch in Frage stellen sollte, ob wir in diesem Jahr noch einmal die Hochstände im Dax sehen werden. Denn, das große Bild spricht momentan eher für einen Test der 10.000er Marke von oben als einen Ausbruch über die Marke von 12.400 Punkten…!

Die nächsten Ziele sind also eher im Bereich der 10.996 und 10.712 Punkten zu finden. Danach kommt dann wahrscheinlich der eigentlich spannende Teil. Denn das von mir bereits vor einigen Tagen angepeilte DAX Korrekturziel von 10.596 wurde noch nicht erreicht, wobei dies aus charttechnischer Sicht inzwischen auch etwas höher liegen dürfte. Wird dieses Ziel abgearbeitet und anschließend deutlich unterschritten, müsste man sogar von einer weitergehenden Korrektur bis in den Bereich um die 10.100 bzw. 10.000 Punkte in den Sommermonaten ausgehen. Zunächst gilt es also weiterhin das Pulver trocken zu halten und sich nicht zu früh aus der Reserve locken zu lassen. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelsstart in die neue Woche!

Jinko Solar – Das sieht nicht gut aus!

Die Aktien chinesischer Solarfirmen werden öfter mal als günstig angepriesen, was ja unter normalen Bewertungsmaßstäben auch stimmt. Dennoch hilft manchmal ein Blick auf den Chart um sich nicht völlig von den Pressemeldungen verwirren zu lassen. Die Jinko Solar Aktie ist wohl die chinesische Solaraktie schlechthin und wird auch in Deutschland mit ordentlichen Umsätzen gehandelt. Deshalb möchte ich heute kurz Ihren Blick auf das Gesamtbild lenken. Dazu hilft es oftmals auch einen Schritt zurück zu treten, sprich eine größere Zeiteinheit im Chart zu verwenden. Vorab… hier kann ich leider im Moment nicht viel Positives erkennen…

Jinko Solar Aktie im Abwärtstrend

Hier sehen wir den Kursverlauf der Aktie seit Jahresanfang. Deutlich zu erkennen ist der seitdem bestehende Abwärtstrend-Kanal, dessen Oberseite zuletzt wieder getestet wurde. Anschließend ist die Aktie erneut nach unten abgetaucht, was per se kein gutes Zeichen ist. Auch der letzte Erholungsversuch scheint nun erneut verkauft zu werden, womit nun mehrere Möglichkeiten auf der Unterseite bestehen. 1.Die Aktie geht auf das letzte offene Gap zurück um diese zu schließen. 2. Die Aktie fällt auf das letzte Tief (ca 23,- Dollar) zurück und bestätigt damit einen möglichen Doppelboden. 3. Die Aktie fällt bis zu 61,80er Retracement um dann eine inverse SKS Formation im Anschluss auszubilden (bei ca. 22,30 Dollar). Das wäre noch die positivste aller Varianten! 4. Die Jinko Solar Aktie fällt durch alle genannten Marken und testet die Aufwärtstrend-Linie … Und 5. Die untere Begrenzung des langfristigen Trendkanals wird erneut getestet.

Ich hoffe Sie nehmen mir diese negative Sichtweise auf die Dinge nicht krumm, da ich ja weiß dass hierzulande viele Anleger voller Hoffnung diesen Wert verfolgen. Möglicherweise dreht die Aktie hier nun auch wieder an der blauen Unterstützungslinie nach oben und der chinesische Aktienmarkt steigt erneut stark an. Die Erfahrung zeigt aber, dass ein solcher Kursverlauf mit äusserster Vorsicht zu genießen ist. Deswegen sollten investierte Anleger die relevanten Marken kennen, um dann ggf. entsprechend reagieren zu können. Ich persönlich würde die oben geschilderten Szenarien wie folg bewerten: Nr.1 100%, Nr.2 80%, Nr.3 70%, Nr. 4 50% und Nr. 5 20% Wahrscheinlichkeit.

Vorsicht bei VW, BMW, Porsche und Co. – Daimler jetzt kaufen?

Es ist so einiges passiert in der deutschen Automobilbranche. Allen voran wären hier wohl die jüngsten Daten aus China zu erwähnen, die bei den Anlegern offensichtlich tiefes Stirnrunzeln verursacht haben. Ob zurecht oder nicht bleibt noch abzuwarten, aber die Entwicklungen an den chinesischen Börsen sind zumindest besorgniserregend und der Umgang der chinesischen Regierung mit diesem Problem einmal mehr bemerkenswert. Klar wird hier nun zumindest, dass das Wohl oder Wehe von exportstarken Unternehmen mit Schwerpunkt China deutlicher den Launen der chinesischen Staatsführung unterliegt als so manchem Anleger lieb sein kann. Ob das Auslaufmodell Planwirtschaft also auch für Aktionäre „planbare Ergebnisse“ liefern wird, bleibt eine grundsätzliche Glaubensfrage…!?

Bereits seit längerem geht man davon aus, dass gerade VW im Reich der Mitte demnächst Probleme bekommen könnte, oder bereits hat. Zusammen mit den aktuellen Schwierigkeiten in den USA stellt dies einen Cocktail dar, der gewisses Gefahrenpotenzial für die Zahlenvorlage in der kommenden Woche bietet. Der Aktienkurs spricht seit Monaten ebenfalls eine deutliche Sprache, auch wenn diverse Analysten immer noch auf ihren vor einem Jahr ausgegebenen Kurszielen beharren. Aber das kennen wir ja. Nicht selten laufen Analysten den Kursen hinterher wenn es nach oben geht und reduzieren die Kursziele viel zu spät, wenn (oder besser bevor) es abwärts geht. Hören Sie also besser nicht darauf und handeln Sie nur das was Sie sehen können.

VW Aktie Chart vor Q2 2015

Auch ich kann Ihnen nicht genau sagen  wo dieser Kursverlauf sein Ende finden wird, bevor es dann möglicherweise wieder aufwärts geht. Aber man kann verschiedene Möglichkeiten gedanklich durchspielen, was ich bereist vor Wochen getan habe und entsprechende Orders in mein System eingegeben habe. Soviel sei verraten, die erste dieser Orders wurde gestern knapp nicht ausgeführt. Inzwischen habe ich diese nun aber noch einmal nach unten angepasst, da ich einen Rutsch unter 180,- Euro für nicht mehr ausgeschlossen halte, falls ernsthafte Bremsspuren in der Bilanz zu finden sind.

Unabhängig davon hat Daimler gestern hervorragende Ergebnisse präsentiert, die man nicht ignorieren kann. Allerdings haben sich auch diese guten Zahlen nicht wirklich im Aktienkurs bemerkbar gemacht und so bleibt auch die Daimler Aktie zunächst im vorherrschenden Abwärtstrend gefangen. Die Tendenz geht also eher dahin gute Nachrichten zu verkaufen, was bedeutet, dass im Falle nicht so guter Nachrichten oder gar schlechter, wohl mit einem weiteren Abgabedruck zu rechnen ist. Es ist also grundsätzlich ratsam vor der Zahlenveröffentlichung der Daimler Konkurrenten VW, BMW, Audi und Porsche noch etwas Vorsicht walten zu lassen. Insbesondere bei den Aktien von VW und damit natürlich auch Porsche besteht auch aus charttechnischer Sicht noch weiters Abwärtspotenzial…!

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