Author Archives: Lars

Crashartige Verkäufe in China – YY, Jinko Solar & Co. unter Druck

Auch wenn der DAX das griechische Referendum gestern gut verdaut hat, gibt es derzeit ein paar Faktoren die grundsätzlich eher stürmische Zeiten erwarten lassen. Denn, es ist nicht nur das Thema Griechenland dass die Börsen momentan umtreibt! Der Ölpreis ist gestern kräftig abgetaucht, Rohstoffe insgesamt neigen weiterhin zu extremer Schwäche und auch die Krisenwährung Gold konnte sich noch nicht nennenswert von dem aktuell kritischen Niveau entfernen. Die Gemengelage bleibt also äusserst angespannt und man sollte wohl so schnell nicht davon ausgehen, dass diese Knoten kurzfristig platzen werden. Allen voran sei hier noch der chinesische Aktienmarkt zu nennen, der ernsthafte Anzeichen einer deutlichen Korrektur zeigt. Nach den starken Kursgewinnen der letzten Monate ist dies zwar grundsätzlich zu begrüßen, ab einem gewissen Punkt aber auch durchaus gefährlich für die restlichen Finanzmärkte dieser Welt… insbesondere in der aktuell ohnehin schon leicht angespannten Situation!

Chinesische Titel wie beispielsweise die YY Aktie oder auch Jinko Solar gehörten gestern zu den großen Verlierern am amerikanischen Aktienmarkt. Die Dynamik dieser Kursbewegungen sollte aufhorchen lassen. Offensichtlich gehen Anleger hier nun erst einmal in Deckung und warten die weiteren Entwicklungen ab. Die chinesische Regierung versucht schon seit einiger Zeit etwas heiße Luft aus den Aktienkursen entweichen zu lassen, um eine Überhitzung des Aktienmarktes zu verhindern. Gestern konnte man nun lesen, dass für einen unbestimmten Zeitraum möglicherweise die Neuemissionen in China deutlich runter gefahren bzw. ausgesetzt werden sollen. Somit würde man hier nun wiederum aktiv eingreifen um die aktuell wieder eher fallenden Aktienkurse aufzufangen.

Was vernünftig klingt, stellt sich für viele Marktteilnehmer nun als deutliches Warnsignal dar. Gewinne werden mitgenommen, bestehende Positionen enger abgesichert, was wiederum dazu führt dass hier offensichtlich verschiedenste Stopp-Loss-Wellen ausgelöst worden sind. Ob dieser Zustand nur kurzweilig ist oder sich daraus ein neuer Trend entwickelt bleibt noch abzuwarten. In jedem Falle kann es aber nicht schaden dies Entwicklungen an den chinesischen Märkten nun etwas intensiver zu verfolgen. Denn hält dieser Abwärtstrend nun an, bekommen wohl auch unsere heimischen Automobilhersteller und andere exportstarke Unternehmen schnell ein paar ernstzunehmende Absatzprobleme…!

Trading Update DAX, Michael Kors, Metro, Bilfinger, Aixtron, Klöckner, Manz, K+S

Der Markt zeigte gestern erstaunliche Erholungstendenzen nach dem Schock am frühen Morgen, musste aber einen großen Teil der Tagesgewinne dann gegen Handelsende wieder abgeben. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Die Nachrichtenlage um Griechenland bleibt extrem angespannt, weswegen die US Börsen ebenfalls auf Tauchfahrt gingen. Zuvor haben wir lediglich einen klassischen Gap-Trade gesehen, der aber in den meisten Fällen nicht aufgegangen ist. Sprich die Kurslücken konnten nicht geschlossen werden, bevor der Markt wieder nach unten abgetauscht ist. Das ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen!

Die Unsicherheiten um die künftige Zusammensetzung des Euro-Raums belasten weiterhin nahezu alle Börsen des Globus. Daran dürfte sich wohl auch in dieser Woche nicht viel ändern, denn bis zum Abschluss des griechischen Referendums bleibt die Frage nach dem Verbleib der Griechen in der Währungsunion weiterhin offen. Auch wenn man bereits jetzt überall lesen kann, dass die Tür von der Griechischen Regierung nun endgültig zugeschlagen wurde. Niemand wird sich der demokratischten aller Entscheidungen gegenüber verschließen können  – auch oder gerade die Geldgeber nicht. Somit ist die faktische Pleite des Landes im Moment noch eher eine Randnotiz.

In diesen turbulenten Zeiten ein kurzes Trading Update zu ein paar der kürzlich hier besprochenen Aktien… Grundsätzlich bleibe ich bei meiner Meinung, dass wir die Tiefstände im Dax noch nicht gesehen haben, weswegen man auch immer noch äusserst vorsichtig agieren sollte. Hier ein Chart für den möglichen weiteren Verlauf des DAX, der natürlich keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit hat, in meinen Augen jedoch die wahrscheinlichste Variante darstellt:

Dax Chart 30 Juni 2015

Interessant ist, dass bei der Michel Kors Aktie wohl heute das erste Gap wie >HIER< beschrieben geschlossen wird. Die 43,- Dollar sollten heute erreicht werden. Die spannende Frage ob das zweite Gap nun auch noch geschlossen wird, bleibt weiterhin offen. Auch das hängt natürlich wesentlich davon ab, ob sich die Börsen insgesamt stabilisieren werden, oder wir noch ein Stockwerk tiefer gehen, bevor der Markt dann (um das Thema Griechenland) bereinigt ist.

Ebenso interessant ist aktuell der Chart der Metro Aktie. Auch hier bahnt sich das von mir kürzlich beschriebene Szenario an. Ein weiteres Abtauchen der Aktie in Richtung 27,- Euro ist jetzt jederzeit möglich. Letztlich stellt sich auch hier die Frage, ob nicht die Kurslücke bei 25,60 Euro noch geschlossen werden muss. Eine vorzeitige Trendwende hingegen würde ich erst nehmen, da sich wie in dem letzten Artikel beschrieben hier die Chance auf eine große Umkehrformation ergeben könnte.

Weiterhin größtmögliche Vorsicht sollte man wohl bei der Bilfinger Aktie walten lassen. Auch hier scheint der Abwärtstrend noch nicht beendet zu sein. Die zwei Gaps auf der Unterseite dürften demnächst wieder geschlossen werden, was die Frage aufwirft ob die Aktie auch im zweiten Anlauf die Unterstützung bei 32,- Euro halten kann. Behalten Sie deswegen die beschriebene Keilformation vorerst noch im Hinterkopf. Erst ein Anstieg der Bilfinger Aktie über 36,- Euro könnte dieses Szenario aufheben. Danach sieht es aber im Moment nicht aus.

Bei Aixtron sehe ich im Moment ebenso wenig positive Ansätze wie bei der Klöckner & Co. Aktie und bleibe bei meinen Einschätzungen. Obwohl bei der KlöKo Aktie zumindest die 8,- Euro Marke zurückerobert werden konnte. Dennoch, auch die neuen Prognosen für den Stahlmarkt sind alles andere als berauschend. Schauen Sie sich bei Gelegenheit mal die beiden Charts der US Stahlhersteller AK Steel (AKS) und United States Steel Corp. (X) an. Mehr muss man dazu im Moment wohl nicht sagen…

Abschließend möchte ich noch die Aktie von Manz hier kurz besprechen und auf den Übernahmepoker bei K+S eingehen…. Die Manz Aktie zeigt erste Stabilisierungstendenzen. Auch hier sind im Chart zwei offene Kurslücken zu erkennen, die möglicherweise noch geschlossen werden müssen, wobei die Abwärtsbewegung aus charttechnischer Sicht eigentlich spätestens im Bereich um die 61,50 Euro abgeschlossen sein sollte. Gestern wurde die Abwärtstrendlinie bereits zum zweiten mal erfolgreich getestet. Der Bereich um die 61,85 Euro stellt nun eine massive Unterstützung dar. Von dort aus könnte dann wieder eine Erholung in Richtung des offenen Gaps bei 66,10 Euro starten.

Bei der Kali und Salz Aktie bin ich wirklich gespannt ob die Spekulationen am Markt aufgehen werden. Dem Aktienkurs zufolge glauben nicht unbedingt alle Marktteilnehmer an die aktuell kolpoltierte Variante, zumal ein ähnlicher Übernahmeversuch bereits in früheren Jahren (1996) durch kartellrechtliche Bedenken nicht zustande gekommen ist. Potash wäre dann der größte Kali-Produzent dieser Welt, was auch nicht im Sinne des bisherigen Marktführers Uralkali sein kann…! Ich persönlich habe noch keine Nachricht finden können, dass es sich hier nun um ein amtliches Übernahmeangebot handelt. „Potash erklärte am Freitag lediglich und sinngemäß, dass der Konzern einen vertraulichen Vorschlag über Übernahmeverhandlungen gemacht habe. Es sei aber noch unklar, ob es ein konkretes Übernahmeangebot geben werde – und wenn ja, zu welchen Konditionen.“ Das hört sich für mich doch etwas zu schwammig an um mein Geld darauf zu setzen. Platzt die Spekulation, sind wir schnelle wieder bei Kursen unter 30,- Euro…!

Wirecard – Ich wäre hier noch vorsichtig…

Die Wirecard Aktie gehört im Moment zu den viel diskutierten Titeln am deutschen Aktienmarkt und das nicht ohne Grund. Nach der fulminanten Rally der letzte Monate ist die Aktie nun ebenfalls im Zuge der Gesamtmarktkorrektur zurück gekommen. Von 42,73 Euro ging es runter auf nunmehr 35,50 Euro. Damit bewegt sich die Aktie aktuell im Bereich des 38,20er Fibonacci Retracements, was einer gesunden Korrekturbewegung entsprechen würde. Dennoch gibt es einige Faktoren die dafür sprechend dass die Aktie zunächst noch einmal tiefer gehen wird…

Wirecard Aktie vor weiterer Abwärtsbewegung?

Die massiven Insiderkäufe der letzten Tage konnten das charttechnische Bild nicht wesentlich aufhellen, was grundsätzlich kein positives Zeichen ist. Das allgemeine Marktumfeld tat sein Übriges dazu dass die Aktie im Abwärtstrend verbleibt. Somit steht nun eher zu befürchten, bzw. ist zu erwarten, dass die Aktie demnächst die erste offene Kurslücke schließen wird. Mit einem Rutsch unter die Unterstützung bei 33,65 dürfte dieses Ziel dann schnell abgearbeitet sein. Die viel spannendere Frage ist aber, ob die Aktie auch noch die zweite Kurslücke ansteuern wird. Diese liegt bei runden 31,- Euro, ebenso wie die nächste nennenswerte Unterstützungslinie, die sich bei 30,82 Euro befindet.

Ich würde also aus heutiger Sicht eher davon ausgehen, dass auch diese Marken noch abgearbeitet werden müssen, bevor die Aktie dann wieder nachhaltig steigen kann. Denn aus charttechnischer Sicht macht dies absolut Sinn. Mit einer solchen Kursbewegung würde zudem der hier eingezeichnete langfristige Aufwärtstrend erneut getestete und bestätigt werden. Es könnte somit durchaus sinnvoll sein noch ein wenig mit dem Einstieg in die Aktie zu warten!

Ich freue mich über Ihre Stimme beim Smeil Award

Investors Inside wurde heute für den Smeil-Finanzblog-Award 2015 nominiert.

Nominiert für den Smeil Award 2015

Natürlich würde ich mich sehr über Ihre zahlreichen Stimmen freuen,
denn das Leben eines Finanzbloggers wird durch solche Preise, als Ausdruck der Anerkennung für die hier täglich geleisteten „Arbeit“ versüßt, und die Motivation für Kommendes noch einmal deutlich gesteigert. 😉

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße, Ihr Lars Röhrig

3D Drucker Aktien, Stratasys, 3D Systems, ExOne – Jetzt wieder einen Blick wert?

Nur ein kurzes Trading-Update… Gestern haben sich die in diesem Jahr arg gebeutelten 3D Drucker Aktien von Stratasys, 3D Systems, Vogeljet und Exone zurück gemeldet. Nicht dass die aktuelle Bewegung schon eine echte Trendwende darstellen würde, aber sowohl die Umsätze bei den genannten Aktien als auch die charttechnische Situation erlauben nun wieder einen etwas intensiveren Blick auf die Branche. Mit Kursgewinnen von teilweise über sieben Prozent in der Spitze konnte beispielsweise die Aktie von 3D Systems aufwarten. Stratasys notierte teilweise mit 39,45 Dollar wieder nahe der 40er Marke, ExOne gewann über sechs Prozent auf fast 13 Dollar und Vogeljet konnte knapp fünf Prozent zulegen.

Bildschirmfoto 2015-06-24 um 09.11.22

Am interessantesten aus charttechnischer Sicht stellt sich momentan der Chart der Stratasys Aktie dar. Hier deutlich zu erkennen ist der seit Monaten bestehende Abwärtstrend, der gestern nun wieder nach oben verlassen wurde. Ob es sich dabei nun um einen klassischen Fehlausbruch handelt, oder die Aktie tatsächlich nun wieder nach oben tendiert, bleibt noch abzuwarten. Jedoch stehen aus meiner Sicht die Chancen nicht schlecht, dass zumindest das erste Gap auf der Oberseite in den kommenden Wochen nun wieder geschlossen wird. Unbedingt beobachten…!

Manz – Was ist da los?

Während sich der Gesamtmarkt heute über eine vermeintliche Einigung mit Griechenland freut, die noch gar nicht eingetreten ist, notiert die Manz Aktie deutlich im Minus. Bereits in der vergangenen Woche mussten hier schon herbe Kursverluste hingenommen werden. Heute nun folgte der möglicherweise final Abverkauf. Bis auf 62,55 Euro rauscht die Aktie in den Keller nachdem eine wichtige Haltelinie unterschritten wurde. Noch im vorangegangenen Monat notierten die Anteilsscheine des Anlagenbauers bei 95,60 Euro (!) Die spannende Frage ist nun also was hier passiert ist um einen so deutlichen Abschlag zu rechtfertigen.

Ich hatte ja bereits nahe der Höchstkurse dieses Jahres darauf hinweisen, dass es sinnvoll sein dürfte hier nun erst einmal die Gewinne einzustreichen und bin davon ausgegangen dass die offene Kurslücke unter der Marke von 75,- Euro noch geschlossen werden könnte. Inzwischen ist der Titel nun auch noch unter die langfristige Aufwärtstrend-Linie gefallen, was die Bewegung noch einmal deutlich beschleunigt hat. Unter sehr hohen Umsätzen verlor die Aktie daraufhin noch einmal über acht Prozent an Wert.

Die Manz Aktie stürzt ab

Mit dem Tief bei 62,55 Euro hat die Manz Aktie nun den vorangegangenen Abwärtstrend der letzten 12 Monate noch einmal von oben getestet. Auch das Gap bei 66,50 Euro wurde geschlossen. Die zuletzt hier Short engagierten Hedge-Fonds dürften also heute ihre wahre Freude gehabt haben. Es würde mich nicht wundern, wenn wir spätestens übermorgen lesen könnten dass diese Positionen nun wieder deutlich reduziert wurden, indem die Gewinne aus diesen Aktivitäten eingestrichen wurden. Denn aus fundamentaler Betrachtung ist ein solcher Kursabschlag bei Manz wohl derzeit keineswegs gerechtfertigt und damit auch das Risiko einer Gegenbewegung entsprechend groß.

Wie könnte es nun weiter gehen? Das hängt wohl auch etwas mit den Rahmenbedingungen (Griechenland) insgesamt zusammen. Dennoch gehe ich nach den starken Kursverlusten nun eher davon aus, dass eine technische Erholung der Aktie bevor steht. Diese sollte dann im Optimalfall zunächst in den Bereich der Unterstützung bei ca. 66,50 Euro, später wieder in den Unterstützungsbereich zwischen 68,- und 70,- Euro führen, und damit dann die Aufwärsttrend-Linie wieder von unten testen. Vorsichtige Trader warten zunächst ab bis die Lage etwas klarer wird, risikofreudige Naturen können ggf. mit einer ersten Position auf dieses Szenario setzen.

Vorsicht bei Aixtron..!

Vorsicht bei der Aixtron Aktie… Auffällig ist bereits seit Wochen, dass sich eine gewisse Börsenseite offenbar in den Kopf gesetzt hat die Aixtron Aktie „nach oben zu schreiben“. Ein wenig erinnert mich dies an den zweifelhaften Versuch einen lahmenden Gaul beim Pferderennen über die Ziellinie zu brüllen… Der Vergleich sei mir verziehen, aber in der Vehemenz und der Häufigkeit der geposteten Artikel fällt es zumindest auf. Von gigantischem bis gewaltigem Kurspotenzial ist hier u.a. die Rede… der Chart spricht allerdings eine ganz andere Sprache. Und wir wissen ja, letztlich hat der Kurs/Markt immer recht…

Woher dieses unglaubliche Potenzial kommen sollte, erschließt sich mir leider auch nicht. Denn bis auf ein paar Analysten sieht der Markt hier wohl eher weiter sinkende bis „neutrale“ Kurse und vor allem eine weiterhin schwieriges Umfeld für den LED Maschinenhersteller. Ein deutlich zweistelliges KGV ist ebenso wenig attraktiv wie ein KBV von 2,5 oder andere Kennzahlen die ich hier finden konnte. Wie auch immer…der Chart spricht eine deutliche Sprache. Gelingt es den Optimisten nicht die Kurse um den Bereich von 6,30 Euro wieder zu drehen, sollte die Aktie schnell weiter in Richtung 5,85 Euro abtauchen. Danach wird es dann echt unschön… denn dies ist der letzte charttechnische Halt, bevor es dann noch einmal ein ganzes Stockwerk tiefer gehen kann. Auch die Tiefstände aus den Jahren 2008 und 2009 sind dann zumindest vorstellbar. Muss nicht, kann aber…

Lassen Sie sich also nicht von irgendwelchen Marktschreiern zum Kauf einer Aktie verleiten. Das gilt nicht nur für die Aixtron Aktie, sondern generell! Wenn man Dinge nur oft genug wiederholt werden sie dadurch nicht anders oder gar besser. Als kleine Richtlinie zur Selbsthilfe kann es also durchaus sinnvoll sein, wenn man Artikel mit häufig verwendeten Superlativen konsequent meidet… Für Aixtron Interessenten werden höchstwahrscheinlich auch wieder besser Zeiten kommen, wenn man geduldig auf den richtigen Einstiegszeitpunkt warten kann. Grundsätzlich muss man sich aber die Frage stellen ob es nicht interessanter Aktien auf dem deutschen Kurszettel zu finden gibt?!

Bilfinger – jetzt wird´s übel…

Bilfinger bekommt seine Probleme einfach nicht in den Griff. Heute wurde bekannt dass das Unternehmen sich nun von Unternehmensteilen trennen will. Insbesondere die Kraftwerkssparte steht dabei zur Disposition, ebenso wie die Nigeria-Beteiligung. An Letzterer hielt der Dienstleistung-Kontzern bislang noch 30,3 Prozent. Für die Kraftwerksparte „Power“ hat der Konzern nun einen strukturierten Verkaufsprozess gestartet. Der Verkauf soll innerhalb der nächsten 12 Monate dann abgeschlossen sein und führt nach Firmenangaben zu signifikanten Wertberichtigungen, die im ersten Halbjahr dieses Jahres deutliche Verluste erwarten lassen. Damit dürfte sowohl der Umfang des Schrecks für die Aktionäre bei der nächsten Bilanzvorlage als auch die Zukunft des Konzerns nun weiter ungewiss sein…

Bilfinger Chart mit Keilformation

Die Aktie hat den Unterstützungsbereich um die 38,- Euro nicht halten können. Wie in dem letzten Artikel hier beschrieben, dürfte nun der Bereich um die 35,- Euro angesteuert werden. Letztlich würde ich persönlich aber nach diesen Nachrichten eher damit rechnen, dass der Abwärtstrend sich auch danach weiter fortsetzt. Die hier eingezeichnete untere Begrenzung der seit langem bestehenden Keilformation scheint nun wieder eine magische Anziehungskraft auf die Aktie auszuüben. So traurig das ist, aber aus dieser Perspektive hat die Aktie durchaus das „Potenzial“ demnächst auch noch unter die 30er Marke zu rutschen.

Ob der Notverkauf der Beteiligungen auf längere Sicht die Trendwende einleiten kann bleibt fraglich. Die Frage wer die defizitäre Sparte des Konzerns in diesem Umfeld kaufen soll sei mir hingegen gestattet. Letztlich wäre der Bilfinger Konzern von gestern damit dann aber auch in Zukunft ein ganz Anderer, was wiederum eine gedankliche Neubewertung der Situation erfordert…. Es dürfte also wohl einige Quartale dauern bis die ersten Erfolge sichtbar werden, die eine effektive Einschätzung dazu erlauben. Bis dahin sollte man als Aktionär wohl eher in Deckung gehen!

Ist die Gerry Weber Aktie jetzt wirklich ein Kauf?

Über keine Aktie wird wohl momentan so kontrovers diskutiert wie über die des Modelabels Gerry Weber. Nach der Gewinnwarnung und dem anschließendem Crash der Aktie um über 30% versucht der Markt nun fast schon verzweifelt allerlei Begründungen dafür zu finden um zu ermitteln welchen fairen Wert die Aktie denn nun haben könnte. Kräftige Insiderkäufe der beiden Familien Weber und Hardieck scheinen zusätzlich für deutliche Verwirrung bei den Marktteilnehmer zu sorgen, da der Aktienkurs dennoch immer weiter fällt. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen, denn der Abgabedruck der anderen institutionellen Anleger scheint weiterhin hoch zu sein. Das Volumen ist nach wie vor untypisch hoch, sodass die aktuelle Bewegung noch nicht abgeschlossen sein dürfte…

Die Gerry Weber Aktie nach der Gewinnwarnung

Der Chart sieht grausig aus. Kurz zusammengefasst sehen wir hier wohl gerade das berühmte fallende Messer in das man nicht (zu früh) greifen sollte. In den nächsten Tagen dürfte das 61,80er Fibonacci Retracement bei ca. 18,95 Euro zunächst einmal angesteuert werden. Jedoch ist es fraglich, ob diese Marke in dem aktuellen Marktumfeld halten wird. Verschiedene Projektionslinien im Chart deuten eher auf tiefere Kurse hin, wobei hier aktuell keine seriöse Aussage zu treffen ist, wo möglicherweise der Boden sein könnte.

Fazit: Eine Bodenbildung nach einem solchen Absturz benötigt erfahrungsgemäß etwas Zeit, weswegen man hier wohl besser nicht von sofort wieder stark steigenden Kursen ausgehen sollte. Eine technische Gegenreaktion ist natürlich jederzeit möglich und auch wahrscheinlich. Die Dynamik der aktuellen Bewegung sollte nun immer weiter nachlassen und auch die Umsätze werden sich demnächst wieder im eher normalen Bereich von ca 7 Millionen Euro Tagesumsatz einpendeln. Dennoch ist aber eher angeraten dem Schauspiel eher von der Seitenlinie beizuwohnen. Kurse unter 18,- Euro oder gar 17,- Euro würde ich hier in nächster Zeit nicht ausschließen. Danach ist die Aktie dann für langfristig orientierte Anleger vielleicht wieder interessant.

RWE – Letzter Halt 17,55 Euro?

Es ist und bleibt ein Trauerspiel! Zwar waren Investors Inside Leser bereits Anfang 2011 gewarnt, man muss aber zwangsläufig mit den vielen anderen Anlegern, die an die Energieversorger als sichere Altersvorsorge geglaubt haben, mitleiden. Nicht nur die früher üppigen Dividendenrenditen sind inzwischen deutlich zusammengeschmolzen, sondern vor allem die Aktienkurse der beiden großen DAX Schwergewichte E.ON und RWE scheinen weiterhin nur eine Richtung zu kennen. Bei der RWE Aktie zeigt sich die Brisanz der aktuellen Situation am deutlichsten….

RWE Aktie vor weiterem Rücksetzer?

Das bisherige Tiefe aus dem ersten Quartal 2003 scheint nun wieder in greifbare Nähe zu rücken. Mit Kursen unterhalb der wichtigen 20,- Euro Marke ist die Aktie aus charttechnischer Sicht so gut wie zum Abschuss freigegeben. Natürlich besteht durchaus noch die realistische Möglichkeit, dass die Aktie genau hier nun wieder nach oben drehen wird, jedoch deutet die Price-Action der vergangenen Tage eher darauf hin, dass genau dieses hier genannte Tief noch einmal getestet wird. Und das könnte nun sehr schnell gehen…

Ob es so kommt und vor allem ob dies dann auch der zu erwartende Tiefpunkt bei der RWE Aktie bleiben wird, ist weiterhin fraglich. In jeden Falle gilt für mich auch auf diesem vermeintlich niedrigen Niveau, dass die Aktien der beiden Energieversorger E.ON und RWE bis zur endgültigen Klärung dieser Frage zu meiden sind, nachdem beide Aktien auch nach jahrelangen Kursverlusten keinerlei ernsthaftes Anzeichen für eine Erholung zeigen. Von den rein operativen „Problemchen“ will ich hier ja gar nicht zu reden…!

Metro – zu früh gefreut

Die heutige Meldung über den vollzogenen Verkauf der Kaufhof-Kette an den Investor Hudson´s Bay aus Kanada hat vorbörslich bei der Metro Aktie für ein deutliches Plus gesorgt. Inzwischen ist die Aktie – wie fast alle anderen auch – deutlich ins Minus gerutscht. Aus charttechnischer Sicht bleiben die Anteilsscheine des Handelskonzerns damit deutlich angeschlagen. Der erhoffte Befreiungsschlag ist ausgeblieben, die Deutsche Warenhaus AG damit wohl endgültig vom Tisch. Der erzielte Kaufpreis stellt ebenfalls keine besondere Überraschung dar, ebenso wie der Umstand dass der österreichische Karstadt-Eigner René Benko hier nun nicht zum Zuge gekommen ist. Dennoch ist die Geldspritze in Höhe von 2,8 Milliarden Euro, die der Konzern zum Schuldenabbau nutzen möchte, durchaus ein Argument sich die Aktie nun wieder etwas näher anzusehen…

Es gibt derzeit wohl so einige Gründe die Metro Aktie nicht zwingend im Depot zu haben. Angefangen von den weiterhin durchwachsenen Quartalszahlen und den deutlichen Problemen auf dem russischen Markt, ist die Liste der Probleme lang. Auch wenn sich der Konzern aktuell im Umbau befindet, der durchaus erste Achtungserfolge zu verzeichnen hat. Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie mit dem heutigen Kursrutsch eine mögliche SKS Formation ausgebildet, deren rechnerisches Kursziel bei ca. 25,37 Euro liegt, was zudem dem Bereich des noch offenen Gaps (roter Kreis) entspricht.

Metro Aktie Chart Analyse Juni 2015

Gelingt es also nicht den Aktienkurs um die 30,- Euro zu stabilisieren, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Metro Aktie erneut deutlich abtaucht, um dann möglicherweise eine große Bodenformation auszubilden, die die endgültige Trendwende einleitet. Einen solchen Rücksetzer ist dann, so er denn so kommt, aufgrund der Restrukturierungsbemühungen und der fundamental günstigen Bewertung wieder kaufenswert. Erste Haltemarken befinden sich nun bei 28,20 Euro und ca 27,- Euro, an denen auch eine vorzeitige Trendwende durchaus wieder möglich erscheint.

Der GREXIT rückt näher – Weitere Korrekturwelle im DAX ?

Der letzte Akt im griechischen Drama „Grexit“ hat nun offenbar begonnen… Auch am Wochenende konnte keinerlei Kompromiss zwischen den Parteien mit sehr unterschiedlichen Ansichten gefunden werden. Was nicht wirklich verwunderlich ist, aber dennoch zeigt wie verhärtet die Fronten zwischen Griechenland und den Geldgebern sind. Auf der einen Seite eine Partei mit vollmundigen Wahlversprechen in einer fast alternativlosen Situation, auf der anderen Seite die Geldgeber, die fürchten dass Ihnen Ihr ganzes Währungskonstrukt demnächst um die Ohren fliegt, oder sie wohlmöglich ein Gesichtsverlust erleiden, der dann genau dasselbe zur Folge haben könnte…

Die Woche verspricht extrem spannend zu werden. Nicht nur die Grexit-Frage treibt die Anleger um, sondern auch die FED Sitzung am Mittwoch, wo wiedermal eine mögliche Zinserhöhung in den USA ein echtes Thema sein könnte, nachdem der US Arbeitsmarkt immer robustere Zahlen liefert. Hinzu kommt noch der dreifache Verfallstag am Freitag. In den letzten tagen dürfte so mancher Anleger mit seinen Positionen – in welcher Richtung auch immer – ernsthaft in Bedrängnis sein. Denn, Kurshübe im Dax von mehreren hundert Punkten in beide Richtungen hinterlassen meist unschöne Löcher in den Depots der Teilnehmer die diese gerne wieder bis zu diesem Termin stopfen möchten…

DAX Analyse Chart am 15.06.2013

Wie auch immer, der starke Anstieg des Dax in der letzten Woche und das anschließende Abrutschen ließen erwarten, dass wir nun doch noch eine fünfte Abwärtswelle beim Deutschen Leitindex sehen werden. Demzufolge sollte diese (vielleicht) letzte Welle dann neue Tiefstände hervorbringen, die man dann möglicherweise wieder für erste vorsichtige Käufe nutzen kann. Vorher ist es wohl ratsam die Bälle noch etwas flach zu halten, da die oben genannten Ereignisse allesamt durchaus eine gewisse Sprengkraft haben.

Das hier gezeigte Szenario ist natürlich nur eine mögliche Variante der kurzfristigen Entwicklung im Dax, die ich allerdings für durchaus wahrscheinlich halte. Ob der Index dabei dann noch weiter bis auf 10.500 Punkte abtaucht, oder gar die runde 10.000er Marke kurzfristig erreicht, spielt für mich momentan eine eher untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist es bis zur Beruhigung der aktuellen Situation geduldig auf die richtige Gelegenheit zu warten und das Kapital bis zu diesem Zeitpunkt zu schützen. Einzelne Aktien, wie die hier im Blog zuletzt beschriebenen, sind an den genannten charttechnischen Marken bereits jetzt wieder äusserst interessant!

Top