Author Archives: Lars

Sierra Wireless – Es kam wie es kommen musste…

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von ihnen noch an meine letzten Artikel zu der Sierra Wireless Aktie, in denen ich immer vor allzu viel Optimismus gewarnt hatte. Auch die damals fast täglich erschienenen – und durchweg positiven – Artikel in diversen Fachmagazinen haben nichts daran geändert, dass sich die Aktie bereits seit geraumer Zeit aus charttechnischer Sicht in einer eher kritischen Lage befindet. Heute nun wurde auch die wichtige Marke von 30,- Dollar unterschritten, was darauf schließen lässt, dass das von mir bereits Anfang Februar skizzierte Szenario relativ zügig eintreffen wird…

Sierra Wireless Aktie im Chartcheck

Ich habe damals einige Emails bekommen die – sagen wir mal – dieses Szenario vehement in Frage gestellt haben… Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Es besteht für mich weder Anlass hier eine gewisse „Schadenfreude zu empfinden, noch mir selber für meine Beobachtungen auf die Schulter zu klopfen. Manchmal ist es jedoch ratsam das Gelesene kritisch zu hinterfragen und da hilft einem sowohl der gesunde Menschenverstand als auch eine gewisse Beobachtungsgabe und die fachkundige Bedienung eines Rechenschiebers weiter. Die Bewertungsmodelle die dem Anstieg der Aktie zu Grunde gelegt wurden, waren für mich einfach nicht einleuchtend.

Auf dem reduzierten Niveau, dass ich demnächst erwarte ist die Sierra Aktie dann aber wieder eine interessante Beteiligungsmöglichkeit um sich an der Entwicklung des Internet der Dinge zu beteiligen. Behalten Sie die Aktie nun also auf Ihrer Intensiv-Watchlist. Ein Einstieg zur richtigen Zeit sollte sich für längerfristig orientierte Anleger dann wieder lohnen. Ich halte Sie über diesen Blog auf dem Laufenden…

Die Michael Kors Aktie ist aus der Mode… Kursziel 35,- Dollar?

Einer der größten Verlierer des heutigen Tages sind wohl die Aktionäre des Modelabels Michael Kors. Nach einem eher durchwachsenen Ausblick auf die kommenden Quartale und deutlich reduzierten Wachstumsraten fällt die Aktie heute noch einmal über 20 Prozent. In den letzten 12 Monaten hat sich die Aktie des Highflyers der Jahre 201 bis 2014 damit nun mehr als halbiert. Das muss aber noch nicht das Ende gewesen sein, denn die Charttechnik lässt hier durchaus weitere Abgaben bis in den Bereich von 35,- Dollar vermuten.

Wie in diesem Chart deutlich zu erkennen ist hat die Aktie einen fulminanten Lauf hinter sich, der zuletzt jäh abgewürgt wurde. Dabei war die heutige Veröffentlichung der Quartalszahlen gar nicht mal so schlecht. Mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 90 US Cent, im vierten Quartal des Geschäftsjahres, lag Michael Kors über den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz betrug 1,08 Milliarden Dollar, der Gewinn lag bei 182,6 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr erzielte der Modekonzern somit einen Umsatz von knapp 4,4 Milliarden Dollar, woraus ein Gewinn in Höhe von 881 Millionen Dollar oder 4,28 Dollar pro Aktie resultiert.

KORS Aktie Absturz

Eigentlich sind das wirklich keine schlechten Daten, die einen solchen Kurssturz nicht rechtfertigen würde… Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz zwischen 930 Millionen und 980 Millionen Dollar, wobei die meisten Analysten hier eher von einem Wert über der Milliarden Marke ausgegangen sind. Verschreckt zeigen sich die Anleger somit von den geradezu dramatisch rückläufigen Wachstumsraten des Unternehmens. Offenbar sind einige Investoren davon ausgegangen, dass das Wachstum der vergangenen Jahre so fortgeführt werden kann.

Trotz der guten Quartalszahlen sehen wir somit heute einen dramatischen Ausverkauf der Aktie, der das Ziel haben dürfte zumindest ein der beiden großen Kurslücken aus dem Jahr 2012 wieder zu schließen. Es könnte also deutlich zu früh sein hier nun in das fallende Messer zu greifen. Das erste Gap liegt bei ca. 43,- Dollar und dürfte kurzfristig auch erreicht werden. Ob im Anschluss auch noch das zweite Gap geschlossen wird, bleibt dann noch abzuwarten. Auf diesem reduzierten Niveau stellt die KORS Aktie dann aber – aus meiner Sicht – wieder eine interessante Anlage für geduldige Anleger dar.

Deutsche Bank – entzogenes Vertrauen!

Die gestrige Hauptversammlung der Deutschen Bank verlief erwartungsgemäß, könnte man sagen. Nicht nur das „Reförmchen“ mit dem leicht einfallslosen Namen „Strategie 2020“ ,über das ich hier kürzlich bereits berichtet hatte, wurde von Aktionärsvertretern kritisch gesehen, sondern insbesondere der Umstand dass künftig ausgerechnet Anshu Jain die Geschicke der Bank leiten soll. Der Mann den viele als Hauptverantwortlichen für die massiven Probleme und Rechtsstreitigkeiten der Bank sehen. Jürgen Fitschen hingegen, der sich gerade wegen des verdachtes auf Prozessbetrug verantworten muss, wird Aufgabenbereiche abgeben und etwas mehr aus der Schusslinie genommen.

Kurzum die Bank ist gestern bei den Aktionären mit der personellen und strategischen Neuaufstellung deutlich abgeblitzt. Mehr als ein Drittel der anwesenden Aktionäre dem Vorstand das Misstrauen aus. Leider „nur“ ein Drittel muss man sagen. Denn es steht nun zu befürchten dass – trotz aller guten Vorsätze – kurzfristig keine wesentlichen Änderungen durchgesetzt werden. Die Gewinne der Bank sind nach wie vor auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau und werden letztlich zum Großteil von den Rechtsstreitigkeiten und vor allem auch den Manager-Boni aufgefressen. Die Aktionäre schauen diesem Treiben seit Jahren mit traurigen Gesichtern von der Seitenlinie zu. Auch die neue Strategie lässt für die kommenden fünf Jahre nicht viel mehr erwarten, denn zunächst werden wohl weitere Restrukturierungskosten in Milliardenhöhe anfallen.

Die Deutsche Bank Aktie hat den gestrigen Tag erstaunlich gut weggesteckt. Heute notiert der Titel vorbörslich ca. 2,5 Prozent niedriger, was aber der Dividendenzahlung geschuldet ist. Dennoch würde ich nach diesen unerfreulichen Aussichten für DB-Aktionäre nicht so schnell damit rechnen, dass es hier demnächst zu deutlich höheren Notierungen kommt. Viel mehr bleibe ich dabei, dass die Aktie sowohl aus charttechnischer Sicht als auch fundamental betrachtet weiteres Abwärtspotenzial hat. Der Bereich 25,50 bis 26,65 Euro scheint mir hier eine sinnvolle Zielmarke zu sein, bevor es dann möglicherweise mal wieder längerfristig aufwärts gehen kann.

Das gestern öffentlich entzogene Vertrauen der Großaktionäre könnte kurzfristig durchaus dazu führen, dass sich der ein oder andere Anleger dieser Gattung demnächst von seinen Anteilsscheinen trennt…!?

Nordex – Chefwechsel wirft Fragen auf!

Was intern bei Nordex unter dem Begriff „neue Managementstruktur“ läuft wirft bei den Anlegern heute ein paar kritische Fragen auf. Der Windanlagenbauer tauscht relativ spontan seinen Chef aus und verunsichert damit die Marktteilnehmer. Dabei sind ein paar Faktoren durchaus bemerkenswert, wie z.B. der Termin an dem der alter Unternehmenslenker Jürgen Zeschky aus dem Unternehmen ausscheidet. Am 31. Mai soll der Chefwechsel stattfinden, was genau in 10 Tagen ist und damit überraschend schnell. Aus persönlichen Gründen verlasse Zeschky das Unternehmen, heißt es weiter… Der Nachfolger ist in der Person des jetzigen Vertriebschefs Lars Bondo Krogsgaard ebenso schnell gefunden, der die Geschicke des Unternehmens jetzt gemeinsam mit dem im Amt verbleibenen Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold lenken wird. Neben der Doppelspitze solle es dann künftig auch ein sogenanntes Executive Committee geben, dass sich aus Fachleuten mit unterschiedlichen Kernkompetenten zusammensetzt.

Das Unternehmen betonte zwar dass es zischen dem überraschenden Abgang von Zeschky und der neuen Unternehmensstruktur keinen Zusammenhang gäbe, das ist jedoch aus meiner Sicht wenig glaubhaft. Ich kenne kein Unternehmen dieser Größenordnung in dem der Chef mal eben so mit einer Frist von 10 Tagen kündigen kann – auch nicht aus privaten Gründen! Das Unternehmen wird auf der Führungsebene radikal umstrukturiert, aus welchen Gründen auch immer… Das kann gut oder auch weniger gut für die Anteilseigner ausgehen. Denn Zeschky hat in den letzten Jahren durchaus bewiesen, dass er Nordex auch erfolgreich durch schwere Zeiten führen kann. Das neue Management hingegen muss sich diesbezüglich spätestens in der nächsten Krise erst noch beweisen.

Die Nordex Aktie reagiert heute im frühen Handel mit einem deutlichen Minus verschnupft auf die Meldung, was nachvollziehbar ist. Denn nichts mögen Anleger weniger als Unsicherheiten! Sollte sich die Aktie heute nicht wieder fangen und unter die Marke von 22,- Euro rutschen, droht dann wohl erst einmal ein weiterer Rücksetzer bis in den Bereich um die 20,65 und eventuell etwas später 19,65 Euro. Noch ist es nicht soweit und an der Börse ist ja bekanntlich alles möglich. Ich wäre hier jedoch nun etwas vorsichtiger, um nicht von weiteren Überraschungen völlig auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Die Zeit für Gewinnmitnahmen oder eine enge Absicherung der bestehenden Positionen in der Aktie könnte somit erst einmal gekommen zu sein- zumindest bis die Hintergründe für den spontanen Chefwechsel etwas transparenter sind.

Yahoo Aktie bricht ein, Alibaba Spin-Off in Gefahr?

Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen Artikel vom 28.01 diesen Jahres, in dem ich die Frage gestellt habe was nach einem möglichen Spin-Off der Alibaba Anteilsscheine noch von Yahoo übrig bleiben wird? Ähnliche Überlegungen scheinen nun offenbar auch bei anderen Marktteilnehmern angekommen zu sein. Die Yahoo Aktie verlor gestern im späten Handel geradezu dramatisch an Wert, nachdem Befürchtungen auf dem Markt trafen, dass der Plan von Marissa Mayer, den Alibaba-Anteil steuerfrei auszugliedern, vielleicht nicht aufgehen könnte. Hintergrund sind hier die plötzlich aufgekommenen „Bedenken“ der zuständigen US Steuerbehörden über die Rechtmäßigkeit solcher Spin-Offs, die seit gestern öffentlich diskutiert werden. Die steuerliche Belastung für Yahoo dürfte im Falle einer vollumfänglichen Besteuerung erheblich sein und die Aktie des Suchmaschinenbetreibers laut Berechnungen von Fachleuten auf ca 40,- Dollar drücken. Der gestrige Schlusskurs lag bei 40,98 Dollar, das Tief gar bei 39,12 Dollar, was einem satten Minus von über 8 Prozent entspricht.

Die Yahoo Aktie nach dem Kursrutsch

Die selben Fachleute die einen Wert von ca. 40,- Dollar für die Yahoo Aktie berechnet haben, falls die Besteuerung des Alibaba Anteils kommen sollte, sehen einen fairen Wert von 55,- Dollar im Falle einer unbesteuerten Ausgliederung. Das lässt also durchaus Spekulationsspielraum für mutige Investoren heute zuzupacken und nicht nur auf einen glücklichen Ausgang der Steuerüberlegungen der US Behörde IRS zu setzen, sondern auch auf das hier bereits im März geschilderten Szenario eines Kursrutsches in Richtung des offenen Gaps, der aus meiner Sicht dringend erforderlich war um den Chart zu „bereinigen“.

Dennoch, rein operativ betrachtet sieht es nach wie vor alles andere als rosig aus bei Yahoo, das sollten Anleger wohl im Hinterkopf behalten. Die zuletzt gelieferten Quartalszahlen bestätigen dies einmal mehr eindrucksvoll. Ohne die Beteiligung an Chinas größtem E-Commerce Unternehmen würde die Aktie also wahrscheinlich eher nicht zu den Börsenlieblingen 2014/2015 gehören. Die Dominanz des übermächtigen Rivalen Google ist in nahezu allen Geschäftsbereichen spürbar. Letztlich bleibe ich somit bei meiner Einschätzung vom Februar, dass ein Direktinvestment in Alibaba in jedem Falle besser und transparenter ist, um sich an der Erfolgsstory-Alibaba zu beteiligen. Kurzfristige Spekulationen auf einen Rebound oder Bodenbildung der Yahoo Aktie könnten sich demnächst aber als spekulativen Beimischung durchaus wieder lohnen…

Deutsche Bank Aktie – Es fehlt noch die fünfte Welle…

Weiterhin schwach ist die Aktie der Deutschen Bank unterwegs. Die hier vor ein paar Tagen gezeigte SKS Formation mit einem rechnerischen Kursziel von 26,40 Euro ist immer noch aktiv. Im Moment kämpfen die Bullen und die Bären noch um die Trendlinie (orange). Sollten die Bären nun erneut die Oberhand gewinnen, dürfte das Kursziel aus dieser charttechnischen Formation schnell erreicht werden. Eventuell wird dann sogar das letzte der drei offenen Gaps noch geschlossen, bevor es dann wieder aufwärts gehen kann…

DB Chart mit SKS Formation

Die DB Aktie ist seit dem Hoch bei 33,40 Euro in einer intakten Korrekturbewegung, die im Normalfall in fünf Wellen abläuft. Die aktuelle Situation stellt somit möglicherweise gerade die vierte Welle dar, bevor es dann noch einmal einen Stock tiefer geht. Die spannende Frage an dieser Stelle ist dann eher – wie weit? Optimal wäre natürlich eine Korrektur bis an das untere Gap bei ca. 25,10 Euro um alle in dem Chart verbliebenen Kurslücken noch zu schließen. Dennoch ist es durchaus auch möglich bis wahrscheinlich, dass die Aktie bereits am zweiten Gap wieder nach oben dreht.

Zwar befindet sich die Aktie aktuell an einer starken Kreuzunterstützung, die erneut dazu führen könnte dass der Kurs bereits jetzt wieder anzieht, ich persönlich würde aber eher davon ausgehen dass es zu einem weiteren Kursrücksetzer kommt. Die Belastungsfaktoren sind ja bekannt, weswegen man weiterhin wohl etwas vorsichtiger sein sollte!

Bilfinger – Hopp oder Top?

Wie schwer der neuerliche Vertrauensverlust bei der Bilfinger Aktie wiegt, kann man inzwischen auch deutlich am Aktien-Chart ablesen. Heute laufen neue Meldungen über den Ticker dass der Baukonzern mögliche Bestechungen im Korruptionsskandal in Brasilien einräumt. Nicht dass diese Meldung wirklich überraschen würde, aber sie trifft in der Nähe des 52-Wochen-Tiefs bei der Bilfinger Aktie doch eher zu einem ungünstigen Zeitpunkt auf den Markt. Auf der anderen Seite könnte man in diese Meldung das Bemühen des Managements hineindeuten, nun endlich reinen Tisch zu machen, was wiederum hoffen lässt dass das Schlimmste für die Anleger bald überstanden sein könnte.

Mit der Selbstanzeige nutzt Bilfinger als erstes internationales Unternehmen die Möglichkeit des neu verabschiedeten Anti-Korruptions-Gesetztes in Brasilien. Dem Unternehmen werden dann mildernde Umstände eingeräumt womit auch künftig Geschäfte in Brasilien möglich sind. Anderen Unternehmen, die diesen Weg nicht beschreiten, droht der Ausschluss bei den künftigen Vertragsvergaben. Bilfinger hatte laut Presseberichten mitgeteilt möglicherweise eine Million Euro bei der Vergabe für Aufträge für die Fussball WM 2014 an Staatsbedienstete gezahlt zu haben.

Bilfinger Aktie Chartanalyse mit Keilformation

Aus rein charttechnischer Betrachtung wird es wohl auch höchste Zeit das zuletzt schwer erschütterte Vertrauen des Kapitalmarktes wieder zurück zu gewinnen. Der heutige Test des 52-Wochen-Tiefs stellt eine wesentliche Marke dabei dar. Gelingt es nicht die Aktie hier wieder zu stabilisieren gehe ich persönlich davon aus, dass auch ein Anlauf auf die untere Begrenzung der seit August letzten Jahres bestehenden Keilformation nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Der mehrfache Rat zu Gewinnmitnahmen an unsere Leser bei 54,-Euro  und ca. 60,- Euro hätte aus heutiger Sicht also nicht besser sein können..!

Hält die Marke um die 41,50 Euro hingegen, könnte gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für längerfristig orientierte Anleger gekommen sein, um auf einen möglichen Doppelboden zu spekulieren. Der operative Turnarround bei Bilfinger dürfte noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, ist jedoch durchaus möglich. Letztlich ist die Aktie des Baukonzerns also eher etwas für Dauerläufer als für Sprinter. Vergessen sollten Sie bei diesen Überlegungen nicht, dass der Titel heute auch durch den Dividendenabschlag in Höhe von 2,- Euro unter Druck gekommen ist…!

Fazit: Das Management gelobte gestern Besserung, der Beweis dafür muss allerdings erst noch erbracht werden. Was natürlich nach den ganzen Gewinnwarnungen eine echte Aufgabe für den neuen Chef ist, der in ca. zwei Wochen sein Amt antritt. Doch, wie heißt es so schön…“kaufen wenn die Kanonen donnern“. Für Mutige bietet sich hier nun noch einmal die Chance an der Trendwende des größten Baukonzerns Deutschland Teil zu haben. Letztlich bleibt nur noch die Frage nach dem richtigen Timing… Der aktuell Zeitpunkt dafür ist extrem spekulativ, aber durchaus aussichtsreich…!

Lufthansa – Startet der Kranich jetzt wieder durch?

Die Lufthansa hat sich in den Monaten Januar bis März deutlich besser entwickelt als angenommen. Besonders erfreulich ist wohl die Tatsache dass der Aufschwung von nahezu allen Geschäftsbereichen getragen wurde. Besonders gut entwickelten sich die Bereiche Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage. Die Eigenkapitaldecke der größten Fluggesellschaft Europas wird hingegen durch die Pensionsverpflichtungen immer dünner. Diese sank deutlich um 5,7 Prozent auf nur noch 7,5 Prozent. Ein wesentlicher Punkt den man als Anleger unbedingt im Auge behalten sollte…

Der operative Gewinn der Lufthansa AG konnte im Berichtszeitraum um 30 Prozent gesteigert werden, womit die Airline aber immer noch einen Verlust (bereinigt) in Höhe von 167 Millionen Euro einflog. Der Umsatz konnte auf fast 7 Milliarden Euro (6,97) gesteigert werden, was einem Zuwachs von knapp acht Prozent entspricht. Unterm Strich lag das daraus resultierende Netto-Ergebnis bei 425 Millionen Euro, nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 252 Millionen Euro. Wie fast alle Luftfahrtunternehmen profitierte die Lufthansa im abgelaufenen Quartal dabei vorrangig von den niedrigen Treibstoffkosten.

Die Lufthansa Aktie vor den Quartalszahlen Q1 2015

Der Konzernlenker Carsten Sport bestätigte heute noch einmal die Zielvorgabe für das laufende Jahr. Demnach soll das bereinigte Ergebnis bei ca. 1,5 Milliarden Euro liegen, aber auch nicht wesentlich überschreiten. In dieser Prognose sind die durch die Piloten-Streiks entstandenen Sonderkosten in Höhe von ca. 100 Millionen Euro noch nicht berücksichtigt. Insgesamt kann sich das Ergebnis der ersten drei Monate des Jahres sehen lassen und liegt über den Erwartungen des Marktes, zumal es sich beim ersten Quartal traditionell um das schwächste Quartal des Jahres handelt!

Die Lufthansa Aktie zeigte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung des Zahlenwerkes wieder etwas Stärke. Mit der Rückeroberung des primären Aufwärtstrends ist die Ausgangslage für einen Ausbruch nach oben immer noch gegeben, wenn es heute gelingen sollte die jüngsten Serie von tieferen Hochpunkten zu durchbrechen. Letztlich wäre die Gefahr eines weiteren Absturzes der Aktie aber wohl erst mit dem Überschreiten der 13,- Euro Marke gebannt. Gelingt es den Bullen also nun die Aktie darüber zu hieven, stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir sowohl eine operative wie charttechnische Wende bei Deutschlands größter Airline erleben.

Nach klassischen Bewertungsmaßstäben ist die Lufthansa Aktie immer noch einer der günstigsten Aktien auf dem deutschen Kurszettel. Das Umfeld bleibt schwierig, dennoch dürfte das weitere Risiko nach unten bei der Aktie inzwischen überschaubar sein und die Chancen für geduldige Investoren inzwischen überwiegen.

VW, BMW, Daimler, Barrick Gold, Euro, Dollar – Ein paar lose Gedanken zum Markt

Mr Market ist fies und hinterhältig, weswegen man grundsätzlich immer bestimmte Richtungswechsel anzweifeln sollte. Der Euro konnte sich in den letzten Tagen deutlich erholen, während die deutschen Indizes deutlich abgetaucht sind. Nun stellt sich die dringende Frage ob wir es hier mit einer nachhaltigen Bewegung zu tun haben oder aber erneut einem Fake, der möglichst viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischen soll. So zuletzt wohl geschehen bei den Privatanlegern, die sich nun doch endlich in den Markt getraut haben und vorrangig dann wohl auch Aktien der deutschen Autobauer gekauft haben. Der diesjährige Kursanstieg dieses Sektors beruht überwiegend auf dem schwachen Euro und einem fallenden Ölpreis. Beide Faktoren haben sich aber auf der kurzfristigen Ebene gedreht, weswegen wir insbesondere hier starke Verluste gesehen haben.

EUR/USD - Nur eine technische Gegenreaktion?

Es steht nun aber zu befürchten, dass dieser Kursanstieg beim Währungspaar EUR/USD nur von kurzer Dauer sein könnte und sich der Euro demnächst anschickt doch noch die Parität zum US Dollar vollenden zu wollen. Goldman Sachs hat gestern ein unverändertes Kursziel von 0,86 für den Euro ausgegeben, ich komme hier aktuell auf einem möglichen Wert von ca. 0,96 Dollar je Euro. Dieses Ziel würde aus technischer Sicht den größten Sinn ergeben (siehe Chart). Für die Automobilhersteller und deren Aktionäre würde ein solches Szenario dann wieder geradezu paradiesische Zustände offerieren. Vielleicht waren also die jüngsten Käufe in die fallenden Kurse bei VW, BMW, Daimler, Porsche und Co. doch kein so schlechte Idee, wobei die wenigsten Anleger wohl die nötigen Nerven aufbringen um auf ein solches Szenario zu setzen. Mal unabhängig davon, dass man einen so deutlichen Kursverlauf im Sinne des Kapitalerhalts wohl erst einmal verkaufen sollte…

Auch beim Gold ist die Situation ähnlich spannend. Der jüngste Anstieg der Notierungen für die Edelmetalle hat mich persönlich keinesfalls überzeugt. Auch die charttechnisch durchaus interessanten Ausgangssituationen bei den Goldproduzenten wie bspw. Barrick Gold ist ebenso wenig überzeugend, weswegen auch hier durchaus noch eine gesunde Skepsis angeraten ist. Der Ausbruch ist bislang nicht geglückt und nachdem die FED auch weiterhin keine Veranlassung sieht kurzfristig an der Zinsschraube zu drehen, bleibt die Situation weiterhin unverändert. Der Dollar dürfte bald wieder zur Stärke neigen, während Edelmetalle dann wieder schwächer tendiere könnten. Im Falle des Goldpreises droht dann sogar ein finaler Abverkauf unter die 1.000,- Dollar Marke, falls der Goldpreis nun einem erneuten Schwächeanfall erliegen würde…

Das Kursziel aus der Vollendung dieser möglichen SKS-Formation läge dann bei ca. 981,- US Dollar je Feinunze Gold. Das erneute Unterschreiten der Marke von ca 1.167 Dollar wäre ein erstes Anzeichen für ein solches Szenario, mit dem Rutsch unter die Nackenlinie bei 1.131, Dollar wäre dann sozusagen erst einmal „Land unter“ für den Gold- und Silbersektor!

Bisher sind dies nur ein paar lose Gedanken meinerseits, die man eventuell jedoch genau im Auge behalten sollte. Letztlich würde all dies schön zusammenpassen, zumal die wenigsten Investoren ein solches Szenario momentan auf dem Radar zu haben scheinen! Die kommenden Bewegungen bei dem Währungspaar und auch den Edelmetallen könnten also deutlicher ausfallen als den meisten Anlegern lieb ist. In diesem Sinne verabschiede ich mich mit diesem Denkanstoß zum Markt für diese Woche und wünsche ich jetzt schon ein erholsames Wochenende!

Barrick Gold – Es hätte alles so schön sein können…

Der weltgrößte Goldproduzent Barrick Gold hat gestern nachbörslich ebenfalls seinen Zahlen für das abgelaufene Quartal präsentiert. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung war die Aktie merklich angestiegen und hat sich in eine charttechnisch günstige Ausgangslage manövriert, denn die Erwartungen an die Zahlen waren nicht sehr hoch, da der Markt von einer Halbierung des Gewinns auf 0,09 Dollar ausgegangen ist. Ein Ausbruch wäre also durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Dennoch wurden selbst diese niedrig gesteckten Ziele enttäuscht. Barrick Gold erwirtschaftete lediglich einen Gewinn je Aktie von 0,05 Dollar. Die Aktie rauscht nachbörslich in in den Keller…

Bei der Goldproduktion kam Barrick nur auf 1,39 Millionen Unzen, was im Vergleich zum Vorjahreswert (1,59 Millionen Unzen) ebenfalls einen deutlichen Rückgang bedeutet. Die Förderprognose für das Gesamtjahr, von 6,2 bis 6,6 Millionen Unzen, ließ Barrick Gold aber unverändert. Auch die geplante Reduktion der Verbindlichkeiten um drei Milliarden Dollar in diesem Jahr soll weiterhin Bestand haben. Die All-in Sustaining Kosten pro Unze sollen im Bereich zwischen 860 und 895 Dollar liegen.

Mögliche Bodenbildung bei der Barrick Gold Aktie

Aus charttechnischer Sicht ist damit ein Ausbruch aus dem seit Ende Oktober 2014 bestehenden Seitwärtstrend erneut gescheitert. Die Kurslücke bei 11,98 Dollar dürfte nun demnächst geschlossen werden. Danach hätte die Aktie durchaus noch weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich um die 10,90 Dollar, ohne die Bodenbildung ernsthaft zu gefährden. Spätestens hier könnte sich also ein erneuter Kauf der Aktie für langfristig orientierte Investoren wieder anbieten.

Commerzbank – Gute Zahlen und mal wieder eine Kapitalerhöhung

Wie bereits vor einigen Monaten befürchtet, war es nicht die letzte Kapitalerhöhung bei der Commerzbank, die die Aktionäre heimsucht. Gestern am späten Abend verkündete die Bank dass man ca. 10 Prozent neue Aktien ausgeben will und dafür ca. 1,4 Milliarden Euro an frischem Kapital eingesammelt werden soll, welches dann wiederum zu Stärkung der Kapitaldecke beiträgt. Damit reagiere die Bank auf die strenger gewordenen Kapital-Anforderungen indem die Kernkapitalquote von 9,3 auf nunmehr 10 Prozent angehoben wird. Die neuen Aktien sollen unter Ausschluss des Bezugsrechts vorrangig an institutionelle Investoren vergeben werden.

Dementsprechend ist die Aktie des Geldhauses heute morgen deutlich unter Druck und dürfte wohl im Tagesverlauf weiter fallen. Nicht nur die weitere Verwässerung der ohnehin schon sehr dünnflüssigen Commerzbank Aktien wiegt dabei schwer, sondern viel mehr auch der Umstand dass es der Bank offenbar nicht gelingt auf operativer Ebene die Vorgaben der Basel III Regeln zu erfüllen. Man darf also durchaus gespannt sein, ob dies nun die vorerst letzte Kapitalerhöhung bei der Commerzbank gewesen ist oder nicht…?

Dass man für den neuerlichen Kapitalbedarf das „gute Börsenumfeld“ nutzen wolle, um diese Kapitalmaßnahme jetzt durchzuführen ist in meinen Augen ein eher peinlicher Erklärungsversuch. Dass man diesen Schritt nun erneut wagt, und dabei einmal mehr das Vertrauen der Anleger auf eine harte Probe stellt, indem man gleichzeitig gute Quartalszahlen veröffentlicht, ist hingegen durchaus clever. Operativ konnte die Commerzbank Ihren Überschuss in den ersten drei Monaten des Jahres auf 366 Millionen Euro nahezu verdoppeln. Der Ertrag legte im gleichen Zeitraum um knapp ein Viertel auf 2,8 Milliarden Euro zu.

Die spannende Frage ist also heute, wie sehr die Anleger der Bank die neuerliche Verwässerung ihrer Altanteile übel nehmen werden, und welche charttechnischen Auswirkungen dies nun auf die künftige Entwicklung des Aktienkurses haben wird. Mit dem vorbörslichen Kursrutsch unter die Marke von 12,50 Euro ist noch nicht allzu viel Porzellan zerschlagen worden, geht es hingegen runter bis auf 11,85 Euro, wäre der aktuelle Aufwärtstrend der Aktie wohl erst einmal wieder beendet und ein Rückfall in den vorherrschenden Abwärtstrendkanal, wie hier beschrieben, droht.  Zudem hätten wir dann eine ähnliche Situation wie bei der Deutschen Bank Aktie, die gerade eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet hat. Noch ist es sicherlich zu früh hier eine abschließende Aussage zu treffen, aber der heutige Handelstag dürfte wegweisend sein..!

Deutsche Bank – der große Wurf war eher ein Würfchen..

Der heutige Handelstag hat es in sich. Nicht nur die heutigen Veröffentlichungen der Quartalszahlen von Apple und Barrick Gold dürften das Interesse der Anleger geweckt haben sondern insbesondere die „speziellen Situationen“ bei der Deutschen Bank und dem Volkswagen Konzern bestimmen heute das Geschehen. Kräftige Kursausschläge in beide Richtungen sind zu erwarten.

Die Deutsche Bank hat Ihre neue Strategie bekannt gegeben, wobei erwartungsgemäß der Tochter Postbank eine tragende rolle zukommt. Nicht dass dieser Schritt grundsätzlich verwundern würde, denn ein Abspaltung des nicht ganz so segensreichen Investments ist naheliegend. Der Weg hingegen, der dabei nun beschritten werden soll, ist neu, bzw. wurde von den meisten Marktteilnehmern so wohl nicht erwartet. Demnach will die DB ihr Tochterunternehmen nun bis Ende 20156 von der Börse nehmen, um dieselbe dann bereits 2016 wieder an die Börse zu bringen. Das Filialnetz der DB soll bis dahin massiv ausgedünnt werden.

Die noch verbleibenden ca. 3,2 Prozent „freien“ Postbank Aktionäre werden also mit der Hauptversammlung im August zwangsabgefunden. Der Squeeze Out wird sich dann eventuell am durchschnittlichen Preis der letzten drei Monate orientieren. Zumindest würde ich mir den heutigen Anstieg der Postbank Aktie so erklären. Ob diese Rechnung aber tatsächlich so eintritt bleibt offen. Das Risiko, dass die Deutsche Bank den Preis deutlich tiefer ansetzt, ist zumindest nicht ausgeschlossen.

Deutsche Bank Aktie Chart mit Top

Bei den Anlegern kommt die neue Strategie des größten deutschen Bankhauses nicht gut an. Vor allem aber der Umstand dass alles Geplante nun erst einmal zu weiteren massiven Kosten führt, die Rede war hier von ca. 3,7 Milliarden Euro, sollte beunruhigen. Neben den diversen ungeklärten Rechtsstreitigkeiten auch nach der Rekord-Strafzahlung am Freitag, stehen zudem weitere Belastungsfaktoren in Haus. Das Renditenziele der Bank wurden nun auf nur noch zehn Prozent gekappt. Da ist das Versprechen auf künftige Gewinne durch Kosteneinsparungen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro und eine 50 prozentig Dividendenausschüttung eher ein schwacher Trost.

Die Deutsche Bank Führung hat mit dem Schritt versucht für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Letztlich hat man sich nun eher für die ganz kleine Lösung entschieden und nicht, wie zuvor vollmündig angekündigt, den großen Wurf. Deutschlands größtes Bankhaus bleibt eine Universalbank. Eine Trennung in Investment- und Privatbank wäre den meisten Beobachtung hier wohl lieber gewesen. Die Unsicherheiten über die Effizienz dieser neuen Strategie dürften also bleiben und damit wohl auch weiterhin den Aktienkurs der DB belasten. Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie heute regelrecht abgeschmiert und sollte erst einmal wohl nur beobachtet werden. Denn es droht eine Topformation, die die Aktie beim Unterschreiten der Nackenlinie dieser SKS-Formation bis auf ca. 26,40 Euro abrutschen lassen könnte..!

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