Tag Archives: Gewinnmitnahmen

Netflix – hohes Wachstum und einbrechende Gewinne…

Es ist fast ein wenig wie mit der Euro-Zone… Wachstum um jeden Preis und nur der Umsatz zählt, nicht etwas das was als Gewinn unten rauskommt. Netflix hat gestern erneut Zahlen vorgelegt und die Anleger begeistert. Dabei standen einmal mehr die Zahlen der Neuabonnenten im Vordergrund. Im zweiten Quartal konnten insgesamt 3,3 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen werden, was deutlich mehr war als von den meisten Analysten angenommen. Damit beträgt die Zahl der Netflix Kunden nun inzwischen rund 65,6 Millionen Nutzer weltweit.

Der Umsatz stieg dementsprechend von 1,5 Milliarden Dollar auf nunmehr 1,64 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von ca. 23 Prozent entspricht. Leider konnte aber der Gewinn nicht mithalten und viel sogar um satte 63 Prozent auf nur noch 26 Millionen Dollar. Als Hauptgrund dafür gab das Unternehmen den starken Dollar an, weswegen man sich grundsätzlich wohl nicht allzu viel für die kommenden Quartalen ausrechnen sollte, denn der Dollar dürfte weiter zulegen. Ein weiterer Kostenfaktor sind natürlich auch die hohen Expansionskosten, die bei dem vorgelegten Tempo auch weiterhin die Bilanz des Konzerns belasten dürften.

Ungeachtet dessen konnte die Aktie gestern nachbörslich stark zulegen. Nachdem das Unternehmen erst kürzlich einen Aktiensplit im Verhältnis 7 zu 1 durchgeführt hat (…ganz nach dem Vorbild Apple) hat sich der Aktienkurs zunächst von 700 auf ca. 100,- Dollar optisch verbilligt. Nachbörslich legte die Aktie bereits wieder stark zu und notiert mit ca. 108,- Dollar nun bereits wieder deutlich höher. Analysten bewerten den Titel nach wie vor überwiegend mit „kaufen“, wobei die erwarteten Kursziele hier nicht mehr allzu üppig ausfallen, bzw. wenig Potenzial nach oben lassen. Es könnte also sein dass es demnächst erst einmal zu Gewinnmitnahmen bei der Aktie kommt, was durchaus begrüßenswert wäre um den Chart dann wieder etwas „gesünder“ aussehen zu lassen..!

Nordex – Chefwechsel wirft Fragen auf!

Was intern bei Nordex unter dem Begriff „neue Managementstruktur“ läuft wirft bei den Anlegern heute ein paar kritische Fragen auf. Der Windanlagenbauer tauscht relativ spontan seinen Chef aus und verunsichert damit die Marktteilnehmer. Dabei sind ein paar Faktoren durchaus bemerkenswert, wie z.B. der Termin an dem der alter Unternehmenslenker Jürgen Zeschky aus dem Unternehmen ausscheidet. Am 31. Mai soll der Chefwechsel stattfinden, was genau in 10 Tagen ist und damit überraschend schnell. Aus persönlichen Gründen verlasse Zeschky das Unternehmen, heißt es weiter… Der Nachfolger ist in der Person des jetzigen Vertriebschefs Lars Bondo Krogsgaard ebenso schnell gefunden, der die Geschicke des Unternehmens jetzt gemeinsam mit dem im Amt verbleibenen Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold lenken wird. Neben der Doppelspitze solle es dann künftig auch ein sogenanntes Executive Committee geben, dass sich aus Fachleuten mit unterschiedlichen Kernkompetenten zusammensetzt.

Das Unternehmen betonte zwar dass es zischen dem überraschenden Abgang von Zeschky und der neuen Unternehmensstruktur keinen Zusammenhang gäbe, das ist jedoch aus meiner Sicht wenig glaubhaft. Ich kenne kein Unternehmen dieser Größenordnung in dem der Chef mal eben so mit einer Frist von 10 Tagen kündigen kann – auch nicht aus privaten Gründen! Das Unternehmen wird auf der Führungsebene radikal umstrukturiert, aus welchen Gründen auch immer… Das kann gut oder auch weniger gut für die Anteilseigner ausgehen. Denn Zeschky hat in den letzten Jahren durchaus bewiesen, dass er Nordex auch erfolgreich durch schwere Zeiten führen kann. Das neue Management hingegen muss sich diesbezüglich spätestens in der nächsten Krise erst noch beweisen.

Die Nordex Aktie reagiert heute im frühen Handel mit einem deutlichen Minus verschnupft auf die Meldung, was nachvollziehbar ist. Denn nichts mögen Anleger weniger als Unsicherheiten! Sollte sich die Aktie heute nicht wieder fangen und unter die Marke von 22,- Euro rutschen, droht dann wohl erst einmal ein weiterer Rücksetzer bis in den Bereich um die 20,65 und eventuell etwas später 19,65 Euro. Noch ist es nicht soweit und an der Börse ist ja bekanntlich alles möglich. Ich wäre hier jedoch nun etwas vorsichtiger, um nicht von weiteren Überraschungen völlig auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Die Zeit für Gewinnmitnahmen oder eine enge Absicherung der bestehenden Positionen in der Aktie könnte somit erst einmal gekommen zu sein- zumindest bis die Hintergründe für den spontanen Chefwechsel etwas transparenter sind.

Die Bilfinger Aktie schließt die beiden Gaps – Was kommt danach?

Wie zu erwarten war und wie ich hier auch mehrfach geschrieben habe steuert die Billfinger Aktie zielgerichtet darauf zu die beiden offenen Kürslücken, die jeweils nach einem weiteren Gewinnwarnung entstanden sind, wieder zu schließen. Das erste große Gap wurde heute zugemacht und das zweite ist nur noch wenige Cents entfernt. Man kann also davon ausgehen dass auch diese Kurslücke nun noch geschlossen wird. Die eigentlich spannende Frage ist eher was danach passieren wird…!

Die Bilfinger Aktie schließt die beiden Kurslücken

Der Anstieg der Aktie verlief zuletzt sehr dynamisch. Mit dem heutigen Kursverlauf hat sich der Trend noch einmal beschleunigt und der hier eingezeichnete Aufwärtstrend wurde dynamisch nach oben verlassen. Ich persönlich gehe nun davon aus, dass diese leichte Übertreibung nach Erreichen des Ziels (Gap Close) dann wieder korrigiert wird und die Aktie zumindest in den alten Trend zurück fällt. Gewinnmitnahmen sollten also durchaus an dieser Stelle überlegt werden. An der grundsätzlichen Situation des Baukonzerns hat sich nicht viel geändert. Der Absturz von 93,- auf knappe 40,- Euro stellte hingegen eine Übertreibung nach unten dar, die nun wieder abgebaute wurde. Bis das dritte Gap bei ca. 84,- Euro nun geschlossen wird dürfte es noch ein wenig dauern, denn dazu sind die Fundamentaldaten einfach noch zu schlecht. Der Erholungs-Trade ist damit spätestens bei ca. 61,- Euro beendet!

Facebook mit Rekordeinnahmen und -Ausgaben!

Die Facebook Zahlen am Mittwochabend konnten sich erneut sehen lassen! Im vierten Quartal konnte das soziale Netzwerk seinen Umsatz um rund 40 Prozent auf 3,85 Milliarden Dollar steigern und erzielte dabei einen Gewinn je Aktie von 0,54 Euro. Erwartet wurden hier von den Analysten lediglich 0,31 Dollar je Aktie Gewinn. Für das gesamte Geschäftsjahr 2014 bedeutet dies nun, dass Facebook dem Umsatz im vergleich zum Vorjahreszeitraum um stolze 60 Prozent auf 12,47 Milliarden Dollar steigern konnte.

Trotz dieser überzeugenden Vorstellung gab die Aktie nachbörslich sogar etwas nach. Zum einen dürfte dies dem extrem schwachen Börsenumfeld geschuldet sein, dass wir gestern vorgefunden haben. Gewinnmitnahmen nach den Quartalszahlen dominieren momentan das Geschehen, wie ich es auch gestern bei der Yahoo Aktie bereits erwartet hatte. Zum Anderen könnten sich einige Anleger hier von der tatsächlichen Steigerung der monatlichen Facebook Nutzer um „nur“ 13 Prozent enttäuscht gezeigt haben. ..

Das eigentliche Problem ist aber wohl ein ganz anderes… Die großen Pläne von Mark Zuckerberg „Facebook für Jedermann..“ kosten weiterhin Geld, was sich ebenfalls seit zwei Quartalen in der Bilanz des Konzerns finden lässt. Auch künftig soll kräftig u.a. in neue Manpower investiert werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Alleine im abgelaufenen Quartal lag das Budget für den weiteren Ausbau des Konzerns bei stolzen 2,7 Milliarden Dollar und damit um 87 Prozent höher als im Vorjahr.

Fazit: An der gestrigen Zahlenvorlage gab es grundsätzlich nicht viel auszusetzen. Insbesondere die Wachstumsraten im Mobile-Bereich haben einmal mehr überzeugt. Die Investitionen dürften aber auch die kommenden Quartale noch deutlich belasten, womit man als Anleger vielleicht auch mal über einen Rücksetzer bei der Aktie nachdenken sollte. Der jüngste Kursrutsch bringt den Titel ohnehin in eine – charttechnisch betrachtet – etwas schwierige Situation. Die hohe Bewertung und aktuelle Nachrichtenlage, ebenso wie die Charttechnik würden einen Rücksetzer in den Bereich um die 60,- Dollar durchaus rechtfertigen. Für heute gilt aber, erst einmal abzuwarten wie der Markt diese Daten tatsächlich verarbeitet…

Kursmassacker in Japan nach schwachen Daten aus China – Ist das der Anfang einer heftigen Korrektur?

Na Endlich! Man möchte es fast hinausschreien in die bislang unerschütterliche Welt der Börsen-Optimisten. Bereits seit Tagen kündigte sich ein möglicher Erschöpfungszustand bei den Bullen an, heute Nacht kollabierte die Börse in Japan und auch in Europa ist wohl am heutigen Handelstag mit schweren Verlusten zu rechnen, die uns der Realität nun ein Stück näher bringen. Mit dieser Kursbewegung findet also die meistgehasste Rallye der letzten Jahrzehnte nun ein vorläufiges Ende. Ob allerdings auch dieser Rücksetzer sofort wieder gekauft wird, bleibt noch abzuwarten. Übertreibungsphasen dauern eben manchemal länger als man glaubt! Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht dass nun allmählich wieder etwas mehr Normalität an den Finanzmärkten Einzug halten könnte…

Grundsätzlich sind herbe Verluste wie wir Sie heute Nacht in Japan gesehen haben ein deutliches Zeichen dafür, dass die Stimmung nun schlagartig gekippt ist. Wie Sie als regelmäßiger Leser dieses Blogs ja auch wissen, habe ich seit längerem genau davor gewarnt, bzw. eine entsprechend starke Bewegung  bei einem möglichenTrendwechsel erwartet. Der Nikkei kippte heute nach unten weg und verlor in der Spitze fast 1.500 Punkte. Zwischenzeitlich wurde noch einmal versucht die wichtige Marke bei 15.000 Punkten zurück zu erobern, was aber kläglich scheiterte. Am Ende des Tages ging der japanische Leitindex bei ca. 14.500 Punkten mit einem Minus von sieben Prozent aus dem Rennen, nachdem er noch gestern bei fast 16.000 Punkten notiert hatte!

Auslöser dieses Kursrutsches waren in erster Linie die jüngsten Daten aus China. Nachdem der chinesische Einkaufsmanager-Index der britischen Bank HSBC unter die Schwelle von 50 gefallen war muss man davon ausgehen dass sich das Industriewachstum nun deutlich verlangsamt hat, bzw. rückläufig ist. Viele Experten sind im Vorfeld der Veröffentlichung hingegen sind weiter davon ausgegangen dass der Wert des Einkaufsmanager Index weiterhin über 50 liegen wird. Warum ist mir persönlich allerdings ein Rätsel, wenn man mal einen Blick auf den gesamten Rohstoffsektor in den vergangenen Wochen geworfen hat!

Auch die gestrige Rede des US Notenbankchefs Ben Bernanke kann durchaus unterschiedlich gedeutet werden, bzw. hat bei einigen Anlegern für Gewinnmitnahmen gesorgt. Zwar wurde einmal mehr bekräftigt dass man alle „notwendigen“ Maßnahmen ergreifen werde um auch weiterhin die US Wirtschaft zu unterstützen, dennoch könnte das Tempo und damit auch der Umfang der monatlichen Anleihekäufe auf einer der nächsten Fed-Sitzungen durchaus gedrosselt werden, hieß es. Grundsätzlich stehe die US Wirtschaft weiterhin eher auf wackeligen Beinen betonte der FED Chef, was eher darauf hindeutet dass es sich bei der zuvor getätigten Aussage um einen erneuten „Testballon“ handeln könnte, um zu sehen wie die Märkte darauf reagieren werden.

Aus charttechnischer Sicht lieferten die US Indizes gestern ein sogenanntes „Outside Reversal“… Die Rede des Notenbank Chefs wurde zunächst erneut kräftig gekauft, im Anschluss wurde diese aber dann vollständig wieder abverkauft und die Indizes schlossen am Ende sogar etwas tiefer als am Vortag. Outside Reversals sind also Tage, an denen ein neues High Und/oder Low gebildet wird, und die Kurse aber wieder in die Range des Vortages zurückfallen. Im Normalfall sind diese Chartmuster sehr bedeutend und kündigen einen Trendwechsel an. In der heutigen Zeit, in der offensichtlich viele Zusammenhänge die über Jahrhunderte funktioniert haben ausser Kraft gesetzt wurden, kann man sich allerdings nicht so sicher sein dass ein solches Kursmuster auch das gewünschte Ergebnis produziert. ( Übrigens wurde diese Rallye ebenfalls am 16.11.2012 durch ein solches Muster ausgelöst – aber eben in die andere Richtung ;-))

Ob wir nun also eine nachhaltige Richtungsänderung für die nun kommenden Sommermonate erleben, bleibt noch abzuwarten. Denn, noch ist es sicherlich etwas zu früh am ersten schwachen Tag des Jahres die Rallye für beendet zu erklären. Und obwohl einige Faktoren aus meiner Sicht dafür sprechend würden, dass auch in diesem Jahr die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ zutrifft, ist es weiterhin wichtig geistig flexibel zu sein, und entsprechend schnell umzuschalten, falls es doch plötzlich nach nur 2-3 schwachen Tagen wieder aufwärts gehen sollte.

In jedem Falle sehe ich den heutigen Tag sehr positiv, weil er verdeutlicht das die Börse eben doch keine Einbahnstraße ist, und die Anleger wieder ermahnt nicht allzu sorglos zu agieren. Es besteht also durchaus die realistische Chance dass sich die Kapitalmärkte nun, nach der tiefen Depression der Krisenmonate und der darauf folgenden Euphorie der letzten Wochen, wieder etwas mehr der Realität annähern werden – Und das ist gut so!

Symrise mit ordentlichen Zahlen aber wenig kurzfristiger Phantasie

Der Aromen-und Duftstoffhersteller Symrise hat heute gute Zahlen vorgelegt. Der Umsatz konnte um knapp zehn Prozent (währungsbereinigt 6%) auf 1,735 Milliarden Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis des Unternehmens nahm  um sieben Prozent auf 339 Millionen Euro zu. Der Jahresüberschuss verbessert sich ebenfalls um 7 Prozent, auf 158 Millionen Euro. Aktionäre werden in diesem Jahr eine leicht erhöhte Dividende in Höhe von 0,65 Euro erhalten. Dieses Zahlenwerk war in etwa auch so von den Analysten erwartet worden, größere Kurssprünge sollten also heute ausbleiben. Zumal die Aktie in den letzten Wochen gut zugelegt hat, würde ich hier kurzfristig eher mit Gewinnmitnahmen rechnen. Zudem zeigte sich die Konzernleitung eher etwas zurückhaltend was eine konkrete Prognose für die kommenden 12 Monate anbelangt, langfristig ist Symrise jedoch sehr optimistisch..

Auch für die kommenden Jahre bis 2020 ist die Symrise Führung zuversichtlich die gesteckten Ziele zu erreichen. Dabei will das Unternehmen schneller wachsen als die Branche. „Wir wollen bis 2020 einen Umsatzzuwachs von mehr als einer Milliarde Euro und ein EBITDA in einer Größenordnung von mehr als 500 Millionen Euro erwirtschaften“, sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram. Das sind aus heutiger Sicht zwar ambitionierte Ziele, die aber langfristig durchaus zu erreichen sind. Denn, der Givaudan-Wettbewerber wächst trotz steigender Rohstoffpreise insbesondere in den Schwellenländern überproportional. Die Symrise Story bleibt spannend. Sollte es dem Unternehmen gelingen den Umsatz und Gewinn wie geplant zu steigern, dürfte sich das natürlich auch irgendwann im Aktienkurs niederschlagen. Ich persönlich finde die Bewertung des Unternehmens auf Basis der heute gelieferten Zahlen aber durchaus ambitioniert, und würde einen deutlichen Rücksetzer abwarten.

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Gewinnmitnahmen aus Angst der Amerikaner vor zu hohen Steuern…Apple im Fokus

Barack Obama ist der neue/alte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und das ist auch meiner persönlichen Sicht gut so, denn die Alternative, Mitt Romney hätte wohl, nach einer eventuell kurzen und euphorischen Phase an der Börse, viel neue Unsicherheit mit sich gebracht. Genau das ist es aber wohl was die Welt nun so gar nicht braucht und die Finanzmärkte schon erst recht nicht. Denn die Börse hasst nichts mehr als Unsicherheiten. Fachleute waren sich bereits im Vorfeld der US Präsidentschaftswahlen einig: Mitt Romney von den ultrakonservativen Republikanern täte der Welt in dieser Zeit der wirtschaftlichen Probleme mit seiner harten Linie nicht gut. Zudem er eher ein waschechter Amerikaner zu sein scheint, der ähnlich wie George W. Bush nur selten über den amerikanischen Tellerrand hinaus geschaut hat. Für Europa und die Lösung der aktuellen Probleme dürfte Obama somit die deutlich bessere Wahl sein.

Etwas überraschend war für mich hingegen wie deutlich der Vorsprung Obamas am Ende der Wahlnacht doch gegenüber dem Herausforderer gewesen ist. An dieser Stelle auch noch meinen Herzlichen Glückwunsch an Barrack Obama und das amerikanische Volk, dass es zu verhindern wusste dass eine lange und zähe Auszählung von Stimmen und Wahlmännern erst nach Wochen die tatsächliche Entscheidung bringt. Denn dieses Szenario wurde nicht nur von mir im Vorfeld befürchtet. Die Folgen für die Börsen wären wohl verheerend gewesen..!

 

 

Kurzzeitig setzten die Märkte also am Mittwoch früh zunächst zu einer Rallye an und feierten das deutliche Wahlergebnis, bevor dann leider EZB Chef Mario Draghi diese am Nachmittag jäh beendete. Im Fokus der Rede Draghis standen insbesondere die „schlechten“ Konjunkturdaten aus Deutschland. Die aus meiner Sicht zwar alles andere als wirklich schlecht sind, aber eben auch nicht mehr so gut wie gewohnt. Der rettende Anker in der europäischen Krise droht zu rutschen – zumindest nahmen die Marktteilnehmer die Äußerungen Draghis zunächst so auf. Was dann folgte war eine typische Lawine an Verkäufen, Gewinnmitnahmen und ausgeführten Stopp-Loss Orders. Am Ende dieser Bewegung rutscht der DAX kurzzeitig deutlich unter die wichtige Marke von 7.100 Punkten, konnte sich aber bis zum Wochenende dann wieder etwas erholen. Der S&P 500 testete den aus meiner Sicht alles entscheidenden Bereich (roter Kreis)

Hinzu kommt noch dass die Amerikaner nun sofort wieder auf das nächste Thema umgeschaltet haben – die fikale Klippe, die es unbedingt zu umschiffen gilt, weil dem Land sonst griechenlandähnliche Zustände drohen. Das sogenannte „Fiscal Cliff“ beschreibt unter anderem auch die die Möglichkeit dass Steuererleichterungen zum Jahreswechsel wegfallen werden, sollte nicht eine kurzfristige Lösung in Zusammenarbeit mit den Republikanern gefunden werden. Präsident Bush hatte während seiner Amtszeit die Dividendenbesteuerung und die Besteuerung von Kapitalerträgen auf nur 15% gedrückt. Diese Steuererleichterung war jedoch befristet und läuft zum Jahresende aus. Dreimal dürfen Sie raten was die direkte Konsequenz daraus ist? Amerikaner verkaufen Ihre Aktien und nehmen nun Gewinne für günstige 15 Prozent Steuern mit, bevor Sie im kommenden Jahr eventuell das doppelte oder gar dreifache an den Staat zahlen müssen.

Die aktuelle Schwäche in den US Indizes dürfte also nicht zuletzt von dieser Angst geprägt sein. Insbesondere trifft dies nun Aktien die zuvor kräftig gelaufen sind. Die Gewinne sind dort entsprechend hoch und die Versuchung der Anleger umso größer. Das beste Beispiel dafür liefert in meinen Augen immer noch die Apple Aktie, über die ich auch in dieser Woche berichtet habe. Lesen Sie dazu bitte > hier< weiter. Apple ist und bleibt ein Top Unternehmen, auch wenn die momentanen Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen sind. Die letzte Chartanalyse zu dem Wert hat nach wie vor Gültigkeit. Zudem habe ich Ihnen eine neue und sehr wichtige Linie in den Chart eingezeichnet die Sie unter der Rubrik „Chart der Woche“ sehen können. Auf dieser Linie dürfte die weitere Entwicklung bei Apple entschieden werden! Ich habe somit nun bei meinem Handel sowohl mit der Apple Aktie die Richtung kurzzeitig von short auf long gewechselt.

Das Window Dressing hat bereits begonnen !

Am großen Verfallstag für Futures und Optionen, oder auch Hexensabbat, war nach längerer Pause mal wieder richtig Bewegung in den Kursen. Während sich die europäischen Indizes sehr gut gehalten haben und der Dax, wohl zur Überraschung einiger Marktteilnehmer, kräftig im Plus aus dem Handel ging, verzeichneten die US Indizes im späten Handel dann doch noch leichte Verluste. Zunächst sah auch jenseits des Atlantik alles danach aus als ob es zu größeren Shorteindeckungen kommen könnte. Diese wiederum hätten die Indizes antreiben, und neue Höchststände produzieren sollen. Zumindest war dies auch mein bevorzugtes Szenario… Die Bullen haben es somit fürs Erste verpasst den Sack endgültig zu zu machen und die noch verbleibenen Bären endgültig aus ihren Positionen zu drängen. Sehen Sie selbst..

 

Natürlich ist dieser Verlauf keineswegs dramatisch und natürlich sind auch Gewinnmitnahmen an einem Freitag Nachmittag in den USA alles andere als ungewöhnlich. Dazu sollte man vielleicht auch noch erwähnen dass sich die Kursverluste in den einzelnen Aktien durchaus in Grenzen gehalten haben. Aber…ich habe die Kursverläufe einiger Aktien und Sektoren gestern intensiv beobachtet, mir die Eindeckungskäufe gegen 13:30 Uhr in Deutschland angesehen, ebenso wie die Schlussauktionen und die anschließenden Umsätze in den USA, und komme zu folgendem Fazit: Die Umschichtungen von institutionellen Investoren zum Quartalsende, das sogenannte Window Dressing, dürfte bereits in vollem Gange sein.

Üblicherweise werden solche Umschichtungen erst in den letzten Handelstagen des September vorgenommen, dieses mal offenbar bereits etwas früher. Das dürfte aber auch daran liegen dass viele Investoren bislang gar nicht investiert waren und nun dringend anfangen müssen Käufe zu tätigen um überhaupt eine nennenswerte Investitionsqoute vorweisen zu können. Ein Vorgang der mit weiter steigenden Indizes noch deutlich zunehmen sollte. Zudem werden bei bereits investierten Fondsmanagern die Aktien die über das Gesamtjahr eine schlechte Performance ausgewiesen haben aus den Depots verbannt und die starken Aktien hinein gekauft, um die Verlierer/Gewinner Bilanz des jeweiligen Fonds optisch aufzupolieren. Wir kennen dieses Spiel ja bereits..!

Die besten Beispiele dafür waren einmal mehr die Aktien von Volkswagen, ebenso wie natürlich weiterhin die Apple Aktie, die zudem vom Verkaufsstart des neuen IPhone 5 profitieren konnte. Es gibt viele weitere Beispiele, die ich hier im einzelnen natürlich nicht alle aufzählen kann, dies aber zumindest teilweise in den kommenden Berichten nachholen werde.

Wichtig ist es natürlich diese Tendenz rechtzeitig zu erkennen und entsprechend schnell umzusetzen, auch wenn es sich nur um wenige verbleibende Tage bis zum Monatsende handelt. Zusammenfassend kann ich aber sagen dass ich selten so viele so interessante Setups gesehen habe. Viele Charts weisen eindeutige Bullenflaggen auf die im Falle einer Initialzündung schnell zu deutlich höheren Kursen führen sollten.

Trading Update zu VW – Zeit für Gewinnmitnahmen?

Es ist mal wieder an der Zeit für ein Update zu den deutschen Autobauern. Gestern war der große Tag des Volkswagen Konzerns. Firmenlenker Martin Winterkorn konnte sich über eine Sonderprämie in Höhe von 11,4 Millionen Euro für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2011 freuen, der Konzern erwirtschaftete in dieser Zeit ein absolutes Rekordergebnis von 15,8 Milliarden Euro, und damit mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. Winterkorn verdiente also insgesamt 17,4 Millionen Euro und hält damit auch hier die Spitzenposition aller DAX Chefs. Auch die Mitarbeiter durften sich somit über eine stattliche Sonderprämie in Höhe von 7.500,- Euro freuen.

Ob diese Summen angemessen erscheint – darüber lässt sich wirklich streiten. Denn letztlich kam dieses stattliche Konzernergebnis, nachdem sich offenbar auch die Boni bemessen, durch Sondereffekte zustande und nicht nur aus dem operativen Geschäft. Vielleicht ist auch das der Grund dafür, dass die Dividende für die Aktionäre mit drei Euro pro Volkswagen-Stammaktie geradezu bescheiden ausfällt. Neben der eher schmalen Dividende drückte gestern auch der etwas verhaltene Ausblick auf das Gesamtjahr 2012 etwas auf die Stimmung der Aktionäre. Winterkorn sprach von hohen Investitionskosten und Marktrisiken die sich kurzfristig negativ auf die Bilanz des Konzerns auswirken könnten.

Der Gesamtkonzern will seine Produktion künftig auf einem gemeinsame Baukastensystem aufbauen, auf dem rund 40 verschiedene Modelle hergestellt werden können. Die VW Fabriken müssen somit kräftig umgerüstet werden, um eine weitere Produktionssteigerung zu gewährleisten. Allein dieser Umbau wird den VW Konzern ein Viertel seiner gesamten Investitionssumme (ca. 62,4 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2016 kosten. Das erklärte Ziel des Konzerns ist es, der größte Autobauer der Welt zu werden, und diesem Ziel ist der VW Konzern inzwischen einen großen Schritt näher gekommen. Mit einem Absatz von 8,3 Millionen Autos war der Konzern dem US-Branchenprimus General Motors (9 Millionen abgesetzte Fahrzeuge) dicht auf den Fersen. Spätestens im Jahr 2018 wollen die Wolfsburger die Nummer Eins weltweit sein.

Dennoch, als Aktionär muss man sich so langsam wohl die Frage stellen ob mit der Volkswagen Aktie in absehbarer Zeit noch viel Geld zu verdienen sein wird. Die Aussichten auf Gewinne sind in meinen Augen nun erst einmal deutlich eingeschränkt, auch wenn die Produkte des Konzerns offenbar immer noch laufen wie geschnitten Brot. Der Umbau und die damit verbundenen Kosten, ebenso wie die Gewinnverteilung sind bei mir persönlich nicht gut angekommen. Aus charttechnischer Sicht scheint ebenfalls im Bereich 144,- bis 146,- Euro der Deckel drauf zu sein. Beflügelnde Nachrichten sind in nächster Zeit wohl auch nicht zu erwarten. Mein persönliches Fazit war gestern somit dass die besten Zeiten für VW Aktionäre erste einmal vorbei sein könnten.

Natürlich kann man die Aktie weiter halten, da VW eines der Top Unternehmen im DAX ist und langfristig mit der neu eingeschlagenen Strategie wohl erfolgreich sein wird. Ich persönlich gehe aber davon aus dass wir in den kommenden Wochen schwächere Notierungen bei den beiden Aktiengattungen von Volkswagen sehen werden, und habe verkauft. Man soll ja die Party bekanntlich immer verlassen wenn es am schönsten ist! Ein baldiger Rücksetzer bis auf 134,- Euro sollte mich jetzt nicht überraschen. Hält diese Marke dann nicht, sind sogar 121,- Euro in absehbarer Zeit noch einmal möglich. Hier würde ich dann unter Umständen wieder eine Position bei Deutschlands größtem Autobauer wagen.

Klatsche für Klöckner & Co. Aktionäre..

Gestern schrieb ich: „Mit seinem Quartalsergebnis übertraf Klöckner die Erwartungen von Analysten erneut deutlich. Das operative Ergebnis stieg von 29 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 104 Millionen Euro. Der Absatz wuchs um ca 25% auf 1,5 Millionen Tonnen, der Umsatz legte dank der höheren Preise sogar überproportional um 51,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieben 43 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es lediglich 1,2 Millionen Euro gewesen.

Das Unternehmen bleibt hervorragend aufgestellt, die Kapitalerhöhung dürfte aber den Aktienkurs kurzzeitig belasten. Achten Sie auf die Unterstützung bei 24,20 Euro! Bis klar ist zu welchen Konditionen diese stattfinden wird bleiben die Tatsächlichen “Kosten” der Kapitalmaßnahme reine Spekulation. Vielleicht ein guter Zeitpunkt um nach Top Zahlen auch einmal Gewinne mitzunehmen..“

Die Kriegskasse bei Klöckner & Co. ist nach den jüngsten Akquisitionen ziemlich leer geräumt, um weiter wachsen zu können benötigt das Unternehmen nun frisches Kapital, und es wird über eine Aufstockung von ca. 500 Millionen Euro laut nachgedacht. Bei einem gesamten Börsenwert von 1,7 Milliarden Euro ist das ein ordentlicher Schluck aus der Pulle.

Die Aktie von Klöckner & Co. ging gestern mit einem satten Minus von 7,74 Prozent bei  23,60 Euro aus dem Handel, und sieht so aus als ob es das noch nicht gewesen sein könnte…Mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 24,20 Euro hat sich das Chartbild nun kurzzeitig deutlich eingetrübt. Auch der Abschlag von fast acht Prozent war deutlich, und zeigt den Unmut der Anleger über die geplante Kapitalmaßnahme! Fällt die Aktie heute auch unter die Marke von 23,50 Euro droht weiteres Ungemach für die Aktionäre. Die nächsten Unterstützungen liegen bei 22,40 Euro, 20,90 Euro und glatten 20,- Euro!

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