Deutsche Bank – der große Wurf war eher ein Würfchen..

Der heutige Handelstag hat es in sich. Nicht nur die heutigen Veröffentlichungen der Quartalszahlen von Apple und Barrick Gold dürften das Interesse der Anleger geweckt haben sondern insbesondere die „speziellen Situationen“ bei der Deutschen Bank und dem Volkswagen Konzern bestimmen heute das Geschehen. Kräftige Kursausschläge in beide Richtungen sind zu erwarten.

Die Deutsche Bank hat Ihre neue Strategie bekannt gegeben, wobei erwartungsgemäß der Tochter Postbank eine tragende rolle zukommt. Nicht dass dieser Schritt grundsätzlich verwundern würde, denn ein Abspaltung des nicht ganz so segensreichen Investments ist naheliegend. Der Weg hingegen, der dabei nun beschritten werden soll, ist neu, bzw. wurde von den meisten Marktteilnehmern so wohl nicht erwartet. Demnach will die DB ihr Tochterunternehmen nun bis Ende 20156 von der Börse nehmen, um dieselbe dann bereits 2016 wieder an die Börse zu bringen. Das Filialnetz der DB soll bis dahin massiv ausgedünnt werden.

Die noch verbleibenden ca. 3,2 Prozent „freien“ Postbank Aktionäre werden also mit der Hauptversammlung im August zwangsabgefunden. Der Squeeze Out wird sich dann eventuell am durchschnittlichen Preis der letzten drei Monate orientieren. Zumindest würde ich mir den heutigen Anstieg der Postbank Aktie so erklären. Ob diese Rechnung aber tatsächlich so eintritt bleibt offen. Das Risiko, dass die Deutsche Bank den Preis deutlich tiefer ansetzt, ist zumindest nicht ausgeschlossen.

Deutsche Bank Aktie Chart mit Top

Bei den Anlegern kommt die neue Strategie des größten deutschen Bankhauses nicht gut an. Vor allem aber der Umstand dass alles Geplante nun erst einmal zu weiteren massiven Kosten führt, die Rede war hier von ca. 3,7 Milliarden Euro, sollte beunruhigen. Neben den diversen ungeklärten Rechtsstreitigkeiten auch nach der Rekord-Strafzahlung am Freitag, stehen zudem weitere Belastungsfaktoren in Haus. Das Renditenziele der Bank wurden nun auf nur noch zehn Prozent gekappt. Da ist das Versprechen auf künftige Gewinne durch Kosteneinsparungen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro und eine 50 prozentig Dividendenausschüttung eher ein schwacher Trost.

Die Deutsche Bank Führung hat mit dem Schritt versucht für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Letztlich hat man sich nun eher für die ganz kleine Lösung entschieden und nicht, wie zuvor vollmündig angekündigt, den großen Wurf. Deutschlands größtes Bankhaus bleibt eine Universalbank. Eine Trennung in Investment- und Privatbank wäre den meisten Beobachtung hier wohl lieber gewesen. Die Unsicherheiten über die Effizienz dieser neuen Strategie dürften also bleiben und damit wohl auch weiterhin den Aktienkurs der DB belasten. Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie heute regelrecht abgeschmiert und sollte erst einmal wohl nur beobachtet werden. Denn es droht eine Topformation, die die Aktie beim Unterschreiten der Nackenlinie dieser SKS-Formation bis auf ca. 26,40 Euro abrutschen lassen könnte..!

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