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Bwin.party Übernahme unter Dach und Fach- GVC erhält den Zuschlag

Am Beispiel bwin.party kann man erkennen, wie so ein Bieterwettstreit um ein Unternehmen ausarten kann. Beinahe schon eine filmreife, monatelange Zerreißprobe liegt hinter den Beteiligten. Nun kann der Unternehmer und Firmenchef Manfred Teufelberger ein schönes Sümmchen plus Optionsgewinne einstreichen. Dabei sah es vor einem Monat noch so aus, als würde 888 Holdings den Zuschlag bekommen. Medien, wie tt.com berichteten von der zunächst erfreulichen Nachricht.

Da die Synerigen mit 888 Holding für bwin.party vorteilhafter aussahen, stach das Unternehmen den Konkurrenten GVC Holding trotz einer niedrigeren Offerte aus.

„Die Sorge der Geschäftsführung sowie der Aktionäre wurde damit begründet, dass GVC Holding im Verbund mit Amaya Gaming geboten hatte“, sagt Heinz Patzelt von sportwettentest.net gegenüber Investorsinside. Man ging davon aus, dass die einzelnen Sparten von bwin.party untereinander aufgeteilt würden und biwn.party nach einiger Zeit zerschlagen.

Der Zuschlag für 888 Holdings konnte aufgrund vertraglicher Ausgestaltung noch nicht unterzeichnet werden. Währenddessen ging GVC Holding noch einmal in die Offensive, diesmal ohne Amaya Gaming und legte ein deutlich höheres Angebot vor. Auch 888 Holdings machte sich bereit für eine weitere Offerte. Am Ende bekam jedoch GVC Holding den Zuschlag.

Bwin.party geht damit für 1,45 Mrd. Euro über den Ladentisch. Die Aktie von bwin.party legte um 1 % zu. Recht spärlich, erwartungsgemäß stieg die Aktie jedoch bereits in den letzten Monaten deutlich an. Zuletzt um 13 % als die beiden Konkurrenten im Mai ihr Interesse offiziell bekundeten.

In den letzten Tagen gab die Aktie von bwin.party allerdings deutlich nach. Die Übernahme- Spekulation ebbt ab. Aktuell notiert die Aktie (Stand 28.09.2015) bei 1,063 britischen Pfund je Aktie und damit knapp oberhalb der wichtigen Unterstützung von 1 Pfund je Aktie. Sollte dieser Unterstützung nach unten brechen, könnte sich zunächst ein dynamischer Abverkauf ereignen, da Investoren sich nun auf die fundamentalen Fakten fokussieren werden…

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Daimler, BMW, Renault, Peugeot, Porsche – Alle kaufen ausser VW?

Es gibt einfach Aktien die muss man nicht haben… zumindest im Moment nicht. Allen voran wäre da wohl die des Automobilherstellers VW zu nennen, da die Unsicherheiten einfach zu groß sind und sich aus heutiger Sicht keinesfalls absehen lässt, wie weit der Abgas-Skandal, mit allen seinen denkbaren Folgen die Volkswagen Bilanzen in Zukunft belasten werden. Wenn man also nicht gerade sehr langfristig orientierter Investor, wie bspw. die Porsche SE ist, dann sollte man in Ruhe abwarten wie sich das Ganze zu entwickelt. Zumal der DAX insgesamt sehr schwach aussieht und auch die jüngsten Daten aus China einmal mehr zur Vorsicht mahnen…

Für Daytrader sind solche Aktien selbstverständlich ein Paradis, aber der Otto-Normal-Anleger wird an den zu erwartenden Kurskapriolen früher oder später verzweifeln und schließlich das Handtuch werfen, bevor die VW Aktie dann möglicherweise wieder nach oben dreht. Ab welchem Niveau dies passieren kann ist genauso spekulativ wie alle anderen Zahlen, die diesbezüglich gerade im Markt kursieren. Die beste Strategie ist es also, geduldig abzuwarten bis die VW Aktie einen nachhaltigen Boden gefunden hat.

Ganz anders sieht dies aber möglicherweise bei den Mitbewerbern BMW, Daimler, Renault und auch Peugeot aus. Momentan geht der Markt davon aus dass Diesel-Fahrzeuge insgesamt nun stark in Verruf geraten sind, was ich persönlich so nicht glaube. Auch die anteiligen Verkäufe von Dieselfahrzeugen in den USA sind eher überschaubar. Die Sippenhaftung der Branche ist aber definitiv da und sollte auch nicht unterschätzt werden. Dennoch, bin ich eher der Ansicht, dass man sich nun gezielt ein paar sinnvolle Kursziele im Chart der oben Genannten suchen sollte, um dann zu gegebener Zeit einen Einstieg zu wagen. Denn der aktuelle Abverkauf bietet auch auf mittelfristiger Ebene große Chancen für Mutige.

Insbesondere die BMW Aktie zeichnet sich durch eine solide Bilanz, 4,4 Prozent Dividende, eine gewisse E-Auto-Phantasie und der möglichen Zusammenarbeit mit Apple in Sachen selbstfahrende Autos oder Karosseriebau, aus. Letzteres sind zwar noch Gerüchte, aber durchaus vorstellbar bis wahrscheinlich. Auch Daimler hat einen guten Lauf und dieser dürfte mit der neuen Modellpalette weiter anhalten. Die negativen Auswirkungen durch die Entwicklungen in China dürften sich in Grenzen halten, da der Konzern hier weitaus weniger präsent ist als andere Mitbewerber. Auch das auf der IAA vorgestellte Konzept für ein selbstfahrendes Auto verdeutlichen dass sich der Konzern intensiv mit innovativen Technologien auseinandersetzt um Apple, Google, Tesla und Co. dieses Feld nicht kampflos zu überlassen.

Porsche hat kürzlich den Anteil an den Volkswagen Stammaktien und am Grundkapital von VW noch einmal leicht erhöht, was ich unter langfristigen Gesichtspunkten durchaus für clever halte. Die Porsche Aktie notiert zudem immer noch mit einem deutlichen Abschlag auf den inneren Wert (ca. 30-35%) gemessen an der VW Beteiligung. Dieser Abschlag ist weiterhin in den Prozessrisiken mit der gescheiterten VW Übernahme begründet. Auch hier kann niemand heute verbindlich sagen wie teuer diese Risiken am Ende tatsächlich sind, der Abschlag scheint mir aber einigermaßen komfortabel berechnet zu sein. So gesehen besteht die grundsätzliche Überlegung, ob man den möglichen Rebound der VW Aktie dann nicht zu gegebener Zeit besser mit Porsche Aktien spielt…?!

Die beiden französischen Autobauer, Peugeot und Renault, finde ich auch weiterhin grundsätzlich interessant. Beide haben sich neu aufgestellt und restrukturiert, erste Erfolge dieser Bemühungen sind deutlich in den Bilanzen sichtbar. Das Nachholpotenzial gegenüber den deutschen Herstellern ist hier wahrscheinlich immer noch deutlich größer… grundsätzlich. Dennoch haben beide Automobilhersteller einen sehr hohen Anteil von Dieselfahrzeugen im Programm und leiden somit möglicherweise unter dem Dieselgate Skandal, wenn sich die grundsätzliche Einstellung der Verbraucher zu dieser Technik ändern sollte. Eine Übertreibung der Aktienkurse nach unten ist somit nicht auszuschließen.

So tragisch die Ereignisse um Volkswagen auch sind, ebenso hoch ist die damit verbundenen Chance für Anleger nun noch einmal in den Automobilsektor einzusteigen. Verabschieden sollte man sich hingegen von dem Gedanken dass die jeweiligen Aktien demnächst die Höchsstände dieses Jahres wieder sehen werden, da der große „Automobil-Zyklus“ seinen Zenith ebenso überschritten haben dürfte wie die Rohstoffmärkte. Erst grundlegende Veränderungen und Technologien wie selbstfahrende Autos oder staatliche Förderung von E-Mobilität könnten hier für einen weitern Schub sorgen, der aber wohl nicht vor dem Jahr 2020 zu erwarten ist.

Dennoch bieten die oben genannten Aktien auch mittelfristig deutliches Potenzial, sobald sich die Lage etwas beruhigt haben sollte und definitiv klar ist ob nur Volkswagen seine Abgaswerte geschönt hat, oder auch noch andere Anbieter. Die diesbezüglichen Untersuchungen der verschiedensten Behörden werden sich noch über Wochen hinziehen, weswegen hier auch kein Grund zur übertriebenen Eile besteht. Nach intensiver Durchsicht aller relevanten Charts am Wochenende würde über die gesamte Branche auch aus technischer Sicht durchaus noch mit Abschlägen von ca. 10 Prozent rechnen. Auf diesem Niveau hätte dann auch der DAX höchstwahrscheinlich die 9.000er Marke unterschritten, womit zugleich der immer noch zu hohe Optimismus unter Anleger abgebaut sein dürfte… Eine gute Ausgangslage für eine mögliche Herbstrally!

K+S – Ein kleines Stückchen noch…

Am 02.09.15 schrieb ich Ihnen „Die Übernahme-Spekulationen bei der K+S Aktie haben sich inzwischen weitestgehend in Rauch aufgelöst. Wie von mir erwartet scheint es eher unwahrscheinlich zu sein, dass ein entsprechender Deal tatsächlich zustande kommt. Die Gründe sind bekannt un müssen nicht noch einmal hier erwähnt werden, denke ich.  Einen Monat zuvor hatte ich bereits darauf hingewiesen: „Bei K+S halte ich die Übernahmephantasien immer noch für einigermaßen gefährlich, was sich inzwischen auch im Chart zeigt. Ich würde hier lieber noch warten bis sich die Lage etwas beruhigt und die Aktie mindestens bis in den Bereich um die 33,50 Euro zurückgekommen ist.“ Nun, knapp einen Monat später, notiert die Aktie im Bereich um die 32,50 Euro und damit nicht nur unterhalb des von mir genannten Kursziels, sondern auch unmittelbar vor der möglichen Entscheidung darüber, ob das damals gerissene Gap demnächst wieder geschlossen wird…“

Mein Fazit lautete somit: „Wer also immer noch auf eine Übernahme bei K+S spekulieren möchte, legt eine entsprechende Abstauberorder im Bereich um die 29,- bis 28,15 Euro ins System und wartet geduldig ab was passiert. Das Chance-Risiko-Verhältnis dürfte auf diesem Niveau deutlich überschaubarer sein, als zu den Kursen der vergangenen Wochen. Sollte die Aktie wider Erwarten doch vorher nach oben drehen, bzw. die rote Trendlinie nicht unterschritten werden, würde ich von einer Spekulation auf steigende Kurse dennoch vorerst absehen. Schon das geringste Gerücht über ein endgültiges Scheitern der Übernahme birgt erhebliches Gefahrenpotenzial für zu früh investierte Anleger, was Ihnen diejenigen die knapp unter 40,- Euro gekauft haben sicherlich bestätigen werden.“

Die Aktie von K+S macht erwartungsgemäß das Gap zu

K+S Aktie vor dem Gap Close

Bald ist es wohl soweit…. Die Aktie notiert bei 28,65 Euro, Tendenz fallend. Das große Gap wurde geschlossen, das kleinere bleibt zunächst offen. Wer will kann nun also eine erste Position wagen und weiter auf eine Übernahme spekulieren. Ein Hinweis dennoch zum Schluss. Dem potenziell Übernehmenden (Potash) geht es offenbar gerade auch nicht so gut, wenn man sich den Chart ansieht. Zudem ist die Prognose für die Handelspreise für das kommende Jahr zuletzt eher mau ausgefallen. Es könnte also durchaus sein, dass sich die US Amerikaner erst einmal auf andere Probleme konzentrieren, bevor sie eine milliardenschwere feindliche Übernahme ernsthaft in Erwägung ziehen…

Wird der VW Skandal zum Schwarzen Schwan?

Ich komme heute noch einmal auf die VW Aktie zu sprechen, weil das Thema so überaus interessant ist und ausgerechnet dieses deutsche Vorzeigeunternehmen sich nun zu dem „Schwarzen Schwan“ entwickeln könnte. Der Auslöser einer länger anhaltenden Korrekturphase im Dax mit Kursen im 8.000er Bereich…

Der Dax ist inzwischen ungefähr dort gelandet wo ich ihn vor einigen Tagen auch vermutet habe. Insbesondere verschiedene saisonalen Faktoren und die Charttechnik sprachen für diese Abwärtsbewegung, sowie einen zweiten Test der letzten Tiefstände aus dem August diesen Jahres. Der Auslöser für diese Kursbewegung ist jedoch unzweifelhaft der Skandal um Volkswagen und die damit einhergehende Schwäche aller Automobilhersteller und – Zulieferer. Nebst der äusserst bedenklichen Performance der beiden Energieversorger E.ON und RWE, bleibt der Abgas-Skandal somit auch heute das beherrschende Thema für Dax-Investoren. Neue Erkenntnisse dazu könnte das für heute anberaumte Krisentreffen der VW-Verantwortlichen… Man darf gespannt sein!

mögliche Unterstützungslinien für die VW Aktie

VW Vz. Aktie Chart langfristig

Ansonsten ist es auffällig ruhig geworden in der deutschen Automobilindustrie… noch vor dem Wochenende feierte sich die Branche auf der IAA, der Himmel war blau, die Sonne schien… Dann der Schock, VW hat bei den Abgaswerten einiger Modelle geschummelt… und ist aufgeflogen! Nicht die Tatsche ansicht sondern Zweiteres könnte den eigentlichen Ruck in der Branche verursacht haben. Die Verunsicherung bei anderen Automobilherstellern ist deutlich zu spüren. „Wie verhält es sich mit unseren Abgaswerten?“ ist die offene Frage in den Köpfen einiger Branchenvertreter, die man förmlich spüren kann…

In jedem Fall kann es der Branche nicht recht sein, dass sie nun derart in Misskredit gebracht wurde, vor allem aber dass man künftig nun etwas genauer hinsehen wird – bei allen Autobauern! Davon betroffen sind wahrscheinlich im ersten Zuge vorrangig die Hersteller, die einen gewissen Anteil von Dieselfahrzeugen im Portfolio haben, wie gestern auch am Aktienkurs von Daimler, Peugeot sowie Renault beispielsweise abzulesen war. Aber auch andere Vertreter der Branche, mit einem nicht so bedeutenden Diesel-Anteil, dürften in den nächsten Tagen wohl Post bekommen. Entsprechende Prüfungen werden folgen – da bin ich mir inzwischen sicher.

Der Skandal um VW ist aus meiner Sicht also nicht nur ein internes Volkswagen-Problem, sondern eines dass die gesamte Branche betrifft und somit auch der „Schwarze Schwan“ für den Deutschen Leitindex sein könnte, vor dem sich so mancher Marktteilnehmer schon so lange gefürchtet hat. (Zur Erklärung: Ein schwarzer Schwan ist in der Börsenwelt ein unerwartetes und eigentlich auch unwahrscheinliches Ereignis, dass letztlich aber in der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes, einer Branche oder einem Index eine entscheidende Wende verursacht.) Noch ist es sicherlich zu früh um seriös zu beurteilen welche Kreise dieser ganze Schlamassel noch ziehen wird, eines ist aber relativ sicher… Das Thema wird wohl nicht in einer Woche aus dem Medien verschwunden sein!

Ein möglicher und teilweise so vehement geforderter Rücktritt von Firmenchef Winterkorn ändert da wahrscheinlich wenig. Zwar wäre es eine Geste, die an dieser Stelle wichtig sein könnte um neues Vertrauen zu gewinnen, nachhaltig an der Situation ändern würde es aber wohl nichts. Denn der Stein der einmal ins Rollen gebracht wurde…

Hierzu eine kurze Einschätzung zum Dax Chart:

bringt VW den Dax zu Fall?

Der Dax nach dem VW Skandal

Für den Dax hat nun der Kampf um das Doppeltief begonnen. Einen Rücklauf bis auf 9.500 Punkte halte ich für ausgemachte Sache, einen erneuten Test des letzten Tiefs bei 9.300 Punkten für sehr wahrscheinlich. Achten muss man nun darauf, ob an diesem Punkt eine Stabilisierung erfolgen kann oder nicht. Unterhalb von 9.180 Punkten wird die Luft für die Bullen dann extrem dünn. Ein Eintauchen in den 8.000er Bereich ist dann für den DAX nahezu unausweichlich. Sogar ein Test der runden Marke von 8.000 Punkten möglich, sollte die nun gestartete Korrekturwelle im Dax ungefähr die gleiche Länge haben wie die im August. Aus technischer Sicht ist dies in Korrekturphasen häufig der Fall.

Ich möchte keinesfalls zusätzliche Unsicherheiten in diesen ohnehin schon nervenaufreibenden Zeiten schüren, aber – wie immer – rechtzeitig darauf hinweisen was passieren könnte, damit unsere Leser nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden. Sollte es also demnächst zu weitern Enthüllungen in der deutschen Automobilbranche kommen, muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Wie so oft ist es ein „Wenn-Dann-Szenario“ mit mehreren Unbekannten! Vielleicht bringt auch die heutige Versammlung bei VW sowohl Klärung als auch Beruhigung? Ich persönlich erwarte mir hier jedoch vorerst keine Wunder und nehme bei Unsicherheiten gerne die eher vorsichtige Position ein… Vielleicht sollten Sie das auch tun!?

Volkswagen – Wohin geht die Reise?

Noch ergänzend zu meinem VW Artikel von heute morgen möchte ich Ihnen den Chart der Vorzugsaktie nachliefern, der meiner Meinung nach eine gewisse Aussagekraft hat. Auch wenn man sich in solchen Sondersituationen, wie aktuell bei Volkswagen, nur bedingt auf die Charttechnik verlassen kann!

Wie Sie als langjährige Leser wissen, bin ich durchaus ein Freund davon gewisse Kursbewegungen so zu betrachten wie es eben auch die Großrechner der Banken, die sogenannten Allgos, tun. Dabei ist es manchmal hilfreich einen Chart auf das wesentliche zu reduzieren und lediglich ein paar neuralgische Punkte miteinander zu verbinden. Ebenso sollte man nach einer starken Bewegung einer Aktie den Blickwinkel auf den Chart verändern. Hier sehen Sie die letzten 8 Jahre des Tageschart der VW Vorzugsaktie:

VW Aktie im Chartcheck

VW Aktie Chart 8 Jahre

Der vorangegangene Trendkanal ist deutlich zu erkennen. Bei der Betrachtung fällt auf, dass die noch Anfang diesen Jahres erreichten Kursregionen von über 230,- Euro deutlich als Übertreibung zu werten waren, worauf ich auch mehrfach hingewiesen hatte. Durch den jüngsten Kursrutsch befinden wir uns nun deutlich unterhalb dieses Trends. Die Aufwärtsbewegung kann somit vorerst als beendet betrachtet werden. Ein möglicher neue Trend könnte sich nun etablieren – diesmal abwärts gerichtet!

Das Verlaufshoch aus dem Jahr 2007 bildete gestern eine starke Unterstützung, die auch gehalten wurde. Somit befinden wir uns nun möglicherweise an der unteren Begrenzung des neuen Trends. Um diese Theorie zu bestätigen sollte zum einen das Verlaufshoch als dauerhafte Unterstützung halten, als auch die untere Begrenzung im Bereich um die 125,- Euro nicht mehr unterschritten werden. Ein erneuter Test dieses Bereiches ist heute aber durchaus wahrscheinlich und wäre regelkonform! Anschließend könnte erneut eine leichte Erholung folgen.

Eine mögliche Schließung des gestern gerissenen Gaps wäre das vorerst maximale Ziel auf der Oberseite. Von einer schnellen Rückkehr in den alten Aufwärtstrend sollte man somit derzeit wohl besser nicht ausgehen. Den aktuellen Kursbereich zwischen 125,- und 132,- Euro halte ich somit für durchaus interessant für langfristig orientierte Investoren mit einer gewissen Risikoneigung. Kurzfristig bleibt das Ziel für die Aktie eine Stabilisierung in dem hier rot markierten Bereich oder darüber. Mehr kann man bei der aktuellen Nachrichtenlage sicherlich nicht erwarten!

Dennoch sei abschließend darauf hingewiesen, dass ich auch ein Abrutschen der Aktie in den Bereich um die 100,- Euro generell nicht für ausgeschlossen halte!

Der VW Skandal – Immer schön langsam…!

Man darf sich grundsätzlich wohl darüber wundern, dass der VW-Krisenstab bei Volkswagen erst am Mittwoch zusammentreten will. Angesichts der äusserst angespannten Nachrichtenlage und des dramatischen Verlaufes des Aktienkurses hätte man ein spontanes Treffen der Verantwortlichen wohl deutlich früher erwarten können. Alleine gestern wurden 14 Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet. Da ist hektischer Aktionismus durchaus auch mal angesagt…!

Zudem steht nicht weniger als die Reputation der Marke VW auf dem Spiel. Die Auswirkungen des Skandals um die möglicherweise manipulierten Abgaswerte von ca. 480.000 Dieselmotoren lastet schwer auf dem Image des Konzerns und dem Vertrauen der künftigen Käufer dieser Autos. Je eher und je schneller man hier aktiv um Aufklärung bemüht ist, desto besser. Daran muss auch Firmenchef Winterkorn ein berechtigtes Interesse  haben, denn bereits nach wenigen Stunden wurden die Diskussionen über seine persönliche Verantwortung an dem VW Desaster immer lauter. Zugegebener Maßen sind die Fragen diesbezüglich nicht ganz unberechtigt. Denn ein Vorgang solchen Ausmaßes im Unternehmen sollte dem obersten Chef bekannt sein. Wenn nicht, dann stellt sich zumindest die Frage nach den Führungsqualitäten und der Kontrolle der nächsten Führungsebene…

Darüber zu spekulieren ob Martin Winterkorn nun seinen Hut nehmen sollte oder nicht halte ich persönlich aber nicht nur für verfrüht sondern schlicht anmaßend. Denn, weder liegen irgendwelche harten und belastbaren Fakten zu dem Skandal auf dem Tisch, noch sind die tatsächlich Verantwortlichen gefunden. Eine Wiederkehr von Firmenpatriarch Piech halte ich somit ebenso für sehr spekulativ und möchte an dieser Stelle gerne mahnend den Finger in Richtung einiger „Autoexperten“ heben, die sich anmaßen hier vorschnelle Urteile zu fällen!

Martin Winterkorn hingegen ist offensichtlich aktiv um Schadensbegrenzung bemüht. Er sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die volle Unterstützung bei der Aufklärung der Vorwürfe zu und versicherte, dass „…alle aktuellen Neufahrzeuge frei von unzulässiger Beeinflussung durch Software oder andere Veränderungen sind!“ Das Kraftfahrtbundesamt ist angewiesen worden bei den VW Dieselmotoren eine entsprechend engmaschige und strenge Prüfung durch unabhängige Gutachter zu veranlassen. Die US Behörden denken indes laut über strafrechtliche Verfolgung, der für diesen Schlamassel Verantwortlichen, nach…

Mein Fazit: Die Vorwürfe gegen VW und die Konzerntochter Audi sind ohne Frage sehr schwerwiegend. Der VW Konzern stellt den Inbegriff der Deutschland AG dar, sprich DAS deutsche Unternehmen schlechthin. Sowohl der Staat und insbesondere das Bundesland Niedersachsen dürften aber ein Interesse daran haben, dass die ganze Geschichte nun höher kocht als unbedingt notwendig. Ich gehe davon aus dass VW ab einem gewissen Punkt somit auch diplomatische und politische Unterstützung erfahren wird. Man wird seitens der Bundesregierung wahrscheinlich nicht untätig zusehen wie einer der größten Arbeitgeber Deutschlands in Schieflage gerät!

Der mögliche Imageverlust der Produkte „Made in Germany“ ist ohnehin schon groß genug. Verlorengegangene Vertrauen muss schnellstmöglich wieder hergestellt werden indem man nicht nur Aufklärungsarbeit betreibt sondern sich umgehend Gedanken darüber macht, wie man den Schaden für den Einzelnen/Kunden wieder beheben kann. Ich selber fahre einen „Clean Diesel“ und bin in diesem Punkt sehr gespannt!

Ich rate an dieser Stelle aber dringen davon ab voreilige Schlüsse zu ziehen. Gestern bereits gelesenen Spekulationen um eine mögliche Pleite des Unternehmens, ob der immensen Strafzahlungen, würde ich eher in die Schublade Sensationspresse legen und diese Blätter oder Seiten künftig meiden. Verunsicherte VW Anleger benötigen jetzt etwas Vertrauen und Ruhe und nicht diese Panikmache. Versuchen Sie als VW, Audi oder Porsche-Aktionär also den medialen Rummel etwas auszublenden, vor allem aber zu filtern. Denken Sie ruhig und besonnen darüber nach ob Volkswagen ein Unternehmen ist dass pleite gehen kann oder wird?! Welchen Wert die Aktie darstellen könnte, auch wenn hohe Strafzahlungen auf das Unternehmen zukommen sollten, und ob Sie gewillt sind diese Krise mit dem Konzern durchzustehen oder nicht? Danach treffen Sie dann Ihre Entscheidung!

Das VW Desaster… und ein wenig Neues aus Griechenland

Die Themen des Tages sind eindeutig die erneut durch Alexis Tsipras gewonnen Wahlen in Griechenland und der VW Skandal. Während das eine Ereignis nicht wirklich überraschend ist, bietet das andere genügend Sprengstoff um die Börsen insgesamt deutlich zu beeinflussen, allen voran natürlich den DAX…

Das Linksbündnis Syriza hat erneut den Sieg davon getragen, was so auch zu erwarten wurde. Noch immer ist der Wille der Griechen auf politische Erneuerung ungebrochen, trotz dem eigentlichen Scheitern von Tsipras & Co. bei den Verhandlungen mit den Geldgebern. Aber sind die Verhandlungen im Sinne der Griechen überhaupt gescheitert? Das erneute Wahlversprechend von Tsipras diese Konditionen nach der Neuwahl noch einmal verhandeln zu wollen deutet zumindest darauf hin, dass die kommenden Wochen und Monate in Europa spannend werden könnten. Dabei sind es dann weniger das zu erwartende politischen Grabenkämpfe zwischen Griechenland und den Geldgebern, sondern viel mehr die ernsthaften Auflösungserscheinungen der „Vereinigten Staaten von Europa“ (…vorrangig bedingt durch die Flüchtlingskrise) die man als Anleger im Auge behalten sollte.

Die heutige Freude des DAX über den Wahlsieg bzw. die politische Beruhigung in Griechenland dürfte aber nur von kurzer Dauer sein. Denn ein weiteres Ereignis wirft seine Schatten weit voraus und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Der Volkswagen Konzern hat einen handfesten Skandal, dessen genaue Folgen heute noch nicht absehbar sind. VW hat am Wochenende eingeräumt, dass die Vorwürfe der US Umweltbehörde EPA, den Schadstoffausstoss diverser Diesel-Modelle mittels Software manipuliert zu haben, wahr sein könnten. Die betroffenen Modelle gehören überwiegend zur Kernmarke VW und sind u.a. die meistverkauften in den USA. Soweit erst einmal die unerfreulichen Fakten…

Für den Volkswagen Konzern dürften hohe Strafzahlungen damit wohl unausweichlich sein. Die Schätzungen von Fachleute gehen von bis zu 18 Milliarden Euro aus, wobei ich persönlich das für deutlich übertreiben halte. Alleine die Berechnungsgrundlage mit 37.500,- Dollar Strafe pro Fahrzeug leuchtet mir nicht so ganz ein. Andere Beobachter gehen wiederum von deutlich niedrigeren Strafzahlungen aus, die im dreistelligen Millionen-Rahmen bis hin zu einer Milliarde Euro liegen könnten.  Zusätzlich müssen aber noch die Kosten für mögliche Rückrufaktionen einberechnet werden und durchaus wahrscheinliche Klagen diverser Aktionärsschützer, die durchaus große Aussichten auf Erfolg haben könnten…!

VW indes hat volle Kooperationsbereitschaft mit den ermittelnden Behörden erklärt, was sich auch positiv auf die Höhe der mögliche Strafe auswirken dürfte. Unabhängig davon könnte das Ausmaß des Image-Verlustes langfristig weit schlimmere Folgen haben. Wer auch immer bei VW dieses Schlamassel zu verantworten hat, es dürfte sowohl für die VW Führung unter Martin Winterkorn, als auch für die Aktionäre der VW AG und Porsche in den kommenden Tagen etwas ungemütlich werden. Mit einem Anteil von vier Prozent am Dax ist die Volkswagen AG zudem ein Schwergewicht, dass durchaus das Zeug dazu hat den Leitindex nachhaltig zu bewegen. Die aktuell katastrophale Kursentwicklung bei den Energieversorgern E.ON und RWE kommt noch hinzu!

Wie bereits in der letzten Woche geschrieben, stehen wir aktuelle am Beginn der saisonal schwächsten Woche des Jahres. Die Vorgaben sind also heute alles andere als gut, womit man dem Treiben besser von der Seitenlinie aus zusehen sollte, bis sich die Wogen wieder geglättet haben oder weitere Fakten auf dem Tisch liegen. Dies gilt natürlich insbesondere für die VW Aktie, aber auch für den DAX insgesamt, der sich seit Freitag in einem deutlichen Verkaufssignal befindet. Das die chinesischen Indizes heute erstmals wieder leicht positiv notieren, (alle anderen asiatischen Börsen nicht!) ist an so einem Tag wirklich nur eine Randnotiz…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen – insbesondere in dieser Börsenwoche – die richtigen Entscheidungen…!

SHW AG – Die Insider fangen an zu kaufen…!

Der jüngste Kursverlauf  der SHW Aktie ist zumindest… bemerkenswert. Noch vor ein paar Wochen notierte die Aktie bei fast 50,- Euro, heute kann man die Aktie für weniger als die Hälfte kaufen. Grund für den Kursverlauf sind lediglich bisher unbestätigte Gerüchte bzw. eine Analyse der französichen Investmentbank Exane BNP. Demnach habe ein wichtiger SHW Kunde „seine Strategie für elektrische Pumpen und Start-Stopp Systeme geändert…“ hieße es. Weder wurde klar welcher Kunde, sprich Umsatzanteil bei SHW davon betroffen sei, noch wie dieser Strategiewechsel denn aussieht. Die Aktie rauschte dennoch in den Keller, da hier von einem Umsatzrückgang in Höhe von 30 Millionen Euro die Rede war. Auch diese Zahlen wurden allerdings nicht belegt!

Der Analyst sieht die Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Jahr und 2016 als gefährdet an. Die Gewinnschätzungen wurden für die entsprechenden Jahre um 14 respektive 30 Prozent nach unten angepasst und das Kursziel für die Aktie von 47,- auf nunmehr 33,- Euro gesenkt. Das würde im Vergleich zum heutigen Aktienkurs immer noch sehr ordentliches Aufwärtspotenzial vermuten lassen..!

Ganz anders scheinen dies aber einige geschäftsführende Organe der SHW AG zu sehen. So hat bspw. Frank Boshoff kürzlich 4.000 Aktien des eigenen Unternehmens zu 25,15 Euro erworben. Ebenso zeigte sich Sascha Rosengart überzeugt von der weiteren Entwicklung bei der SHW AG und kaufte 833 Aktien zu 24,295 Euro. In Summe sind diese beiden Käufe natürlich noch nicht überzeugend, aber ich gehe davon aus dass auf diesem Niveau hier nun weitere Insider-Käufe folgen könnten. Denn, der Abverkauf der Aktie dürfte völlig übertrieben sein! Weder aus fundamentaler Sicht noch aus charttechnischer ist ein weiteres Abrutschen der Aktie gerechtfertigt. Eine entsprechende Gegenraektion sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Aktuell befindet sich die SHW Aktie nun an einer starken Unterstützung zwischen 23,80 und 24,20 Euro, die nicht mehr wesentlich unterschritten werden sollte. Kommt der Bouncen und führt die Aktie dann wieder über die Marke von ca. 25,- Euro sind Anschlusskäufe bis in den Bereich um die 30,- Euro zu erwarten. Eine Stellungnahme des Unternehmens zu der Exane-Analyse wäre allerdings wünschenswert um das arg gebeutelte Vertrauen der Anleger schnellstmöglich wieder zurück zu gewinnen!

DAX – eingekeilt zwischen US Zinsen, dem Hexentanz , Yom Kippur und Window Dressing

Heute verspricht mal wieder ein sehr interessanter Handelstag zu werden… Nicht nur die gestrige Zinsentscheidung der FED wird die Aktienkurse maßgeblich beeinflussen, sondern auch der heutige Hexensabbat, der allgemein als der wichtigste und turbulentesten Verfallstag für Optionen und Derivate gilt, den das Börsenjahr zu bieten hat. Nachdem sich die US Notenbank nun entschieden hat die Zinsen vorerst nicht anzuheben, wird uns dieses Thema wohl noch eine Weile begleiten. Der anfänglichen Freude über das weiterhin billige Geld wich somit der Erkenntnis darüber, dass die Unsicherheiten über die Zinspolitik in den USA mindestens bis zum Dezember bleiben werden. US Aktien wurden dementsprechend im späteren Handel wieder abverkauft, womit sich auch der Ausbruch des S$P 500 aus der Dreiecks-Formation als Fehlsignal entpuppen könnte…

Der Dax vor der Entscheidung

Dax Chart Analyse am September Verfallstag

Ebenso sieht es nach wie vor beim DAX aus. Ich habe den aktuellen DAX Chart mal wieder etwas angepasst, geändert hat sich an der grundsätzlichen Situation aber nichts. Noch immer droht der Deutsche Leitindex aus der Keilformation und dem aktuellen Aufwärtstrend nach unten abzukippen. Man sollte jetzt also nicht zwingend von wieder steigenden Kursen ausgehen, nur weil die FED eine vorläufige Entscheidung getroffen hat. Zudem zeigt diese Entscheidung, dass sowohl die US Konjunkturdaten nach wie vor zu schwach sind als auch die Auswirkungen einer Zinswende für den Rest der Welt – allen voran in den Emerging Markets – unüberschaubar.

Somit bleibt alles wie es ist… Abwarten und Cash halten ist aus meiner persönlichen Sicht nach wie vor die beste Devise. Zu berücksichtigen sind dabei auch die saisonalen Muster, die in diesem Jahr mal wieder Gültigkeit zu haben scheinen. Nach dem heutigen Hexensabbat, der durchaus auch positiv ausfallen kann, erwartet uns statistisch gesehen die schlechteste Börsenwoche des Jahres (!) Das Barometer steht bereits seit gestern ganz klar auf „short“ bis Mitte Oktober. Trotzdem ist es durchaus möglich, dass wir zunächst noch einen Anstieg bis maximal auf 10.650 Punkte sehen werden. Diese mögliche Erleichterungs-Rally dürfte aber keinen Bestand haben.

Seit 13. September läuft zudem das jüdische Neujahresfest, was die immer noch niedrigen Handelsumsätze erklären könnte. Eine alte Börsenregel besagt, dass man sich zwischen Rosh Hashana und Yom Kippur (23.09.2015) besser aus dem Markt fern halten soll. Dies würde auch meiner Haltung entsprechen um erst einmal zu sehen wie der heutige Verfallstag, vor allem aber die nächsten zwei Handelstage DANACH verlaufen…!

Positiv wie auch negativ kann sich das dann anschließende „Window Dressing“ ab ca. 25. September auswirken. Hier werden im Allgemeinen die Verlierer des Jahres noch einmal verkauft, während die Gewinner-Aktien verstärkt in die Depots der institutionellen Anleger wandern. Dieser Effekt kehrt sich dann aber bereits in den ersten Oktobertagen nicht selten wieder um…

Für Spannung ist also in den nächsten zwei – wahrscheinlich turbulenten Wochen – reichlich gesorgt. Aus meiner Sicht ist das Risiko eines Rückschlages, seit der gestrigen Zinsentscheidung der FED, nun wieder deutlich gestiegen. Die Unsicherheiten bleiben, die saisonal schwächste Phase des Jahres hat begonnen und der Crash-Monat Oktober steht unmittelbar vor der Tür. Beachtet man all diese Faktoren, kommt man schnell zu dem Schluss, dass man eher weiterhin auf die richtige Gelegenheit warten sollte, als nun in hektischen Aktionismus zu verfallen. Ich drücke Ihnen die Daumen für die richtigen Entscheidungen…!

Deutz schmiert mal wieder ab…

Die Aktionäre des Motorenherstellers Deutz können einem schon richtig leid tun.. Seit Jahren kämpft sich die Aktie nach einem deutlichen Rücksetzer immer wieder nach oben um dann schlussendlich doch wieder abzustürzen. Heute ist es mal wieder soweit. Vorbörsliche Kurse signalisieren einem erneuten Rücksetzer der zunächst einmal 15% Prozent betragen dürfte. Erfahrungsgemäß dürfte es dabei aber nicht bleiben…

Der Kölner Motorenhersteller hat die Erwartungen für das aktuelle Jahr erneut deutlich nach unten angepasst. Man rechnet jetzt, wegen der spürbaren Investitionszurückhaltung der Kunden, mit einem Umsatzrückgang von ca 20 Prozent, nachdem zuvor noch ein Rückgang um „nur“ 10 Prozent in Aussicht gestellt wurde. daraus resultierend soll das Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis anstreben. Zuvor war hier noch ein EBIT in Höhe von ca. drei Prozent des Umsatzes erwartet worden. Zum Vergleich. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Geschäftsjahr 2014 ca. 1,53 Milliarden Euro. Dabei wurde ein kleiner Gewinn in Höhe von 21 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die Deutz Aktionäre werden somit auch in diesem Jahr mit einer mageren Dividende auskommen müssen, die möglicherweise aus der Substanz des Unternehmens bezahlt wird. Der langfristige Chart der Deutz Aktie deutet zudem darauf hin, dass nun erst einmal wieder die Kursregionen um die 3,- Euro das Ziel der aktuellen Abwärtsbewegung sein könnten. Ersten Halt bitte möglicherweise auch die glatte Marke von vier Euro, womit die Aktie zumindest in einem – aus langfristiger Sicht – zarten Aufwärtstrend verbleiben könnte.

Münchener Rück Aktie – Drei mögliche Belastungsfaktoren…

Warren Buffet ist einer der gerne unterbewertete Aktien kauft und wartet bis diese dann irgendwann ihren fairen Wert erreicht haben. So auch geschehen bei der Münchener Rück Aktie vor einiger Zeit. Seitdem der Großinvestor hier investiert ist, hat sich die Aktie des Rückversicherers prächtig entwickelt. Bereits im Jahr 2008 kaufte Buffet eine erste Tranche von etwa einem halben Prozent, die dann im Jahr 2010 auf ca. 3 Prozent erweitert wurde. Neben dieser Position hielt der US-Starinvestor damals auch noch ein größeres Aktienpaket an der Swiss Re. Zu dieser Zeit war auch der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock noch mix 4,6 Prozent an der Münchener Rück AG beteiligt…

Buffet hat kräftig aufgestockt

Wie die heutigen Besitzverhältnisse aller Großaktionäre der Munich Re aussehen, kann ich Ihnen nicht genau sagen, aber zum 31.08.2015 betrug der Anteil, der Warren Buffet zugerechnet werden muss, sogar stolze 12 Prozent, nach zuvor 11,6 Prozent im Jahr 2014. Hier wurde also weiter kräftig aufgestockt, was erwarten lässt, dass Buffet offenbar von höheren Kursen für die Aktie ausgeht.

Bei seinem ersten Kauf der Munich Re Anteilsscheine bezeichnete Warren Buffet die Investments in die Rückversicherungsbranche ausdrücklich als eher vorübergehend, womit man das Wort „vorübergehend“ unter Umständen neu definieren muss… Auch heute kann man auf der Homepage der Munich Re den Zusatz lesen, dass die Beteiligung am Grundkapital durch verschiedenen Gesellschaften seiner Unternehmensgruppe (Berkshire Hathaway Inc., OBH Inc., National Indemnity Co.) gehalten werden. Weiter heißt es …“gemäß Mitteilung vom 15.10.2010 dient diese Investition der Erzielung von Handelsgewinnen und nicht der Umsetzung strategischer Ziele.“

Wer also davon ausgeht, dass Warren Buffet als Garant für langfristig steigende Gewinne bei der Münchener Rück dauerhaft mit an Bord bleiben wird, könnte irren. Gerade wenn Berkshire Hathaway und Co. irgendwann anfangen sollte ihre Anteile zu verkaufen, dürfte dies auch erhebliche Auswirkungen auf den Aktienkurs haben! Ich persönlich sehe die Beteiligung einer einzelnen Person (wenn man so will) in dieser Größenordnung nicht ausschließlich als Vertrauensbeweis und Sicherheitsfaktor, zumal die Absichten für das Engagement offenbar zuvor klar definiert wurden!

El Nino droht die Ergebnisse zu belasten

Ein weiterer Faktor ist möglicherweise das Wetterphänomen „El Nino“. Fachleute gehen davon aus dass in den kommenden Monaten deutlich höhere Wahrscheinlichkeiten für Unwetter- oder Natur-Katastrophen vorliegen als in den vergangenen Jahren. Noch im letzten Jahr konnte der Rückversicherer – bedingt durch eine extrem Niedrige Schadenquote – hervorragende Zahlen verkünden. Dabei waren die Aufwendungen für die Schadensregulierung im Schnitt niedriger als in den letzten 10 bzw. teilweise 30 Jahren. Davon ist aber für die Zukunft nicht zwingend auszugehen. Lesen Sie dazu bitte auch folgenden Bericht: El Nino schlägt mit Macht zu.

Preisdruck hält anEl Nino

Der heutige Bericht des Vorstandschefs der Hannover Rück lässt aufhorchen. Zwar geht Ulrich Wallin davon aus, dass die Talsohle für seine Branche möglicherweise im Jahr 2016 erreicht sein könnte, dennoch zeigen sich andere Branchenvertreter hier etwas skeptischer. So auch Münchener Rück Vorstand Thorsten Jeworrek, der noch keine Ende des Preiskampfes sieht. Um negative Auswirkungen auf das Rating der Rückversicherer durch verschiedenste Ratingagenturen zu vermeiden, denkt man nun auch laut darüber nach künftig auf gewisse Neugeschäfte zu verzichten. Zudem prognostiziert Jeworrek: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Preisrückgänge sich in einem Rückgang der Gewinne niederschlagen.“ Nicht unbedingt eine optimistische Haltung, wahrscheinlich aber realistisch.

Insgesamt habe ich Ihnen hier nun also drei Faktoren aufgelistet die sich in naher Zukunft negativ auf dem Aktienkurs auswirken könnten. Zumindest sollte man aus diesem Blickwinkel nicht bedingungslos in eine Aktie investieren, zumal das Börsenumfeld nach wie vor schwierig bleiben dürfte. Selbstverständlich bleibt die Aktie des Münchner Versicherungskonzerns dennoch erste Wahl für Dividendenjäger und Langfristanleger. Dennoch liegt auch hier der echte Gewinn im Einkauf an möglichst optimaler Stelle. Hierzu noch ein kurzer Blick auf den Chart:

Munich Re Aktie zurück im Trendkanal

Munich Re Aktie Chart 3 Jahre

Die Price-Action der vergangenen Wochen deutet eher auf fallende als auf steigende Kurse hin. Nachdem die Aktie nun von der Übertreibungsphase im ersten Drittel dieses Jahres zurückgekommen ist, gehe ich eher davon aus, dass diese nun vorerst in dem hier eingezeichneten Trendkanal verweilen wird. Ein Rutsch unter die letzte Unterstützung bei ca 158,- Euro eröffnet kurzfristig weiteres Abwärtspotenzial in Richtung der unteren Begrenzung dieses Trendkanals, oder darunter. Rein rechnerisch wäre das letzte Verlaufstief bei ca. 141,- Euro dann ein mögliches Ziel. Eventuell wird auch das Gap bei 135,- Euro noch geschlossen, bevor sich die Aktie dann wieder nach oben orientiert.

Noch ist es zu früh für eine exakte Prognose. Der richtige Zeitpunkt für Neueinsteiger könnte aber noch nicht gekommen sein. Erst wenn sich wirklich eine Talsohle bei den Preisen abzeichnet und klarer ist ob und in wie weit El Nino auf die künftigen Ergebnisse des Konzerns drücken, kann man ein paar weitere Faktoren in diese Analyse einbeziehen. Bis dahin halte ich mich lieber an die charttechnische Ausgangslage, die erst hinfällig wird sobald die Aktie nachhaltig über die 175,- Euro Marke ansteigen sollte. Achten Sie also unbedingt auf die Marke bei 158,- Euro…

Kann die E.ON Aktie noch auf 4,62 Euro fallen?!

Ich muss heute noch einmal kurz auf die E.ON Aktie zu sprechen kommen, da ich gestern im 15 Jahres Chart etwas entdeckt habe, dass ich ehrlich gesagt nicht so ganz einordnen kann. Die aktuelle Abwärtsdynamik ist enorm. Bereits jetzt ist das gestern von mir für den kurzfristigen Bereich ausgegebene Kursziel für die E.ON Aktie durchaus erreichbar. Auf der langfristigen Ebene sieht der Chart aber noch deutlich übler aus…

Dieser Artikel ist grundsätzlich nur als Frage an die Runde – fern ab von Sensations-Jounalismus – zu verstehen, was ich ausdrücklich betonen möchte! Die Überschrift ist dementsprechend formuliert in der Hoffnung hier wirklich ernst gemeintes Feedback zu bekommen!

E.ON Aktie Chartanalyse langfristig

E.ON Aktie 15-Jahres-Chart

Im Jahr 2003 gab es nach meinen Daten ein deutliches Gap nach oben, das ich ehrlich gesagt nicht einordnen kann. Leider fehlen mir hier entsprechende Daten oder Nachrichten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aktie an einem Tag so deutlich zugelegt hat und wenn ja, wüsste ich nicht warum. Möglicherweise handelt es sich um eine Kapitalmaßnahme oder ähnliches…!? Erinnern kann ich mich hier an nichts… bin ja auch nicht mehr der Jüngste 😉 Somit die Frage an die Fachleute hier: Weiß noch jemand was im Jahr 2003 bei E.ON passiert ist? Ist der Chart vielleicht falsch? Und wenn ja kann mir jemand einen richtigen Chart schicken?

Denn, sollte der Chart so richtig sein, müsste man wohl definitiv davon ausgehen, dass dieses Gap irgendwann noch geschlossen wird. Nicht heute und wahrscheinlich auch nicht morgen, aber zumindest würde ein Bruch des gestern eingezeichneten Trendkanals bei der E.ON Aktie nach unten diesen Verdacht erhärten. Weitere Abwärtstrend Linien (orangen und schwarz) bestätigen diese Theorie ebenfalls. Ich bin also ausnahmsweise mal auf die Hilfe meiner Leser in dieser Sache angewiesen und freue mich über zahlreiche Antworten hierzu. Vielen Dank!

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