Author Archives: Lars

Tesla, Apple, IBM und ein sehr gemischtes Bild für den Gesamtmarkt

Es verspricht mal wieder ein interessanter Handelstag zu werfen. Die morgige EZB Sitzung wirft ihre Schatten bereits seit Montag weit voraus. Entsprechende Turbulenzen bei verschiedenen Währungspaaren und im Rohstoffsektor waren die Folge. Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass Mario Draghi morgen etwas Überraschendes verkünden wird. Die derzeit nervöse Gesamtlage sollte sich somit nach der FED Sitzung auch wieder beruhigen. Viel interessanter sind da schon einige Quartalsberichte und Nachrichten verschiedener Unternehmen…

Allen voran wäre hier wohl Tesla zu nennen, deren Aktie gestern in der Spitze um über zehn Prozent auf 202,- Dollar nachgegeben hatte. Grund für diesen Kursverlauf war die neueste „Empfehlung“ des Fachblattes „Consumer Reports“ die das Model S aufgrund von 1.400 Erfahrungsberichten von Tesla Fahrern  nun nicht mehr zum Kauf empfehlen. Nach drei Jahren stellen sich hier nun wohl doch so einige Kinderkrankheiten ein die Tesla offenbar noch nicht so recht in den Griff bekommen hat. Zusammen mit den eher schleppenden Auslieferungen des neuen Model X entsteht hier also gerade eine Mischung aus Nachrichten die Elon Musk auch mit permanenten Motivations-Tweets nicht mehr aufhalten könnte. Die Aktie erholte sich im späteren Handel wieder etwas, ist aber aus charttechnischer Sicht nun eher auf dem Weg unter die 200,- Dollar Marke. Bei der Tesla Aktie weiß man allerdings nie genau woran man ist….denn wir leben in einer verrückten Börsenwelt!

Interessant sieht hingegen der Apple Chart derzeit aus. Die Aktie probt dem Ausbruch nach oben, der bislang noch nicht so recht gelingen wollte, demnächst aber gute Chancen auf Erfolg hat, falls die Marke von 116,- Dollar nun auch noch überwunden werden kann. Im Hinblick auf die demnächst anstehenden Quartalszahlen und einem ersten Ausblick auf das starke Weihnachtsquartal des Konzerns scheint sich der Markt hier allmählich für wieder steigende Notierungen zu positionieren. Ob dies auch gelingt, bleibt noch abzuwarten. In jedem Falle sollte man die Apple Aktie jetzt aber wieder etwas genauer unter die Lupe nehmen. Ein möglicher Ausbruch nach oben müsste dringen durch das Überschreiten der 120,- Dollar Marke bestätigt werden, um die große SKS- Formation, die ich hier kürzlich beschrieben hatte, zu eliminieren. Fällt der Titel also unter 108,- Dollar, dürfte ein Test der unten 100er Marke nicht weit sein…

IBM hat zum wiederholten Mal bei der Zahlenvorlage gepatzt. Damit bleibt die Aktie auch weiterhin maximal eine Halteposition. Ich würde nicht ausschließen, dass die IBM Aktie nun doch noch unter die 140,- Dollar Marke fällt und als nächstes Kursziel dann der Bereich um die 115,- Dollar möglich ist. Der negative Trend bei den Umsätzen des Konzerns scheint anzuhalten, weswegen sich ein Kauf eher verbietet. Gelingt es nun erneut die Aktie hier im Bereich um die 140,- Dollar zu stabilisieren, oder nicht? Diese Frage dürfte in den kommenden Tagen beantwortet werden. In keinem Falle aber ist die IBM Aktie für mich ein echter „Kauf“. Das Risiko ist aktuell immer noch größer als die Chance!

Auffällig ist derzeit, dass in den USA gerade die Momentum-Aktien deutlich an Dynamik verloren haben. Biotechnologie und Helthcare, die Kurstreiber der vergangenen Monate, bleiben unter Druck. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines deutlichen Kursrutsches dieser Sektoren zusehends, und das zu einem Zeitpunkt an dem sich der S&P 500 an einem sehr entscheidenden Widerstands-Bereich angekommen ist. Der Markt bleibt aus meiner Sicht deutlich anfällig für Korrekturen! Nur 40 Prozent aller Unternehmen die bisher ihr Zahlenwerk für das dritte Quartal vorgelegt haben konnten die Erwartungen des Marktes  übertreffen, der Rest enttäuschte eher. Bleiben Sie also weiterhin etwas vorsichtig und lassen Sie sich nicht zu irgendwelchen Sportankäufen verleitet. Die drei oben genannten Aktien bieten momentan aber interessante Trading Chancen in beide Richtungen!

Netflix, Walmart und ASML enttäuschen…

Die Berichtssaison in den USA läuft doch eher schleppend an. Die ohnehin schon im Vorfeld reduzierten Erwartungen werden teilweise deutlich enttäuscht. So geschehen unter anderem beim weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart. Die Aktie des Einzelhandels-Konzerns gab gestern nahezu zehn Prozent ab, nachdem sich die Aktie ohnehin bereits seit längerem in einem intakten Abwärtstrend befindet. Insbesondere der schwache Ausblick auf die kommenden Quartale, aufgrund eines zu starken Dollars, dürfte zu dieser Kursreaktion geführt haben. Die Wal-Mart Aktie befindet sich aktuell an der unteren Begrenzung des vorherrschenden Trendkanals, genau genommen sogar darunter…. Aus charttechnischer Sicht ist nun durchaus noch Luft bis in den Bereich zwischen 50 und  55,- Dollar. Hier sollte man dann aber wohl wieder langfristige Positionen aufbauen. In jedem Falle dürfte aber heute das Gap bei ca. 59,50 noch geschlossen werden!

Eine große Enttäuschung gab es gestern beim Streaming-Anbieter Netflix. Zwar konnte der Konzern weltweit 3,62 Neukunden für sein Programm begeistern, wegen der hohen Kosten für die Eigenproduktion und der stark vorangetriebene Expansion fiel der Gewinn aber deutlich geringer aus als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ging der Ertrag von 59,3 auf 29,4 Millionen Dollar zurück und das bei einem gleichzeitig gesteigerten Umsatz von 1,74 Milliarden Dollar (Vorjahr 1,41 Milliarden). Die Netflix Aktie verlor nachbörslich fast sieben Prozent auf 94,- Dollar, erholte sich aber später wieder deutlich. Meine Meinung zu dem Titel bleibt unverändert… nahezu genauso überbewertet und überschätzt wie Tesla…! Ein „gesunder“ Chart sieht anders aus…

Netflix Chart seit IPO

Der niederländische Halbleiter-Ausrüster ASML setzte im letztren Quartal 1,55 Milliarden Dollar um und erzielte in diesem Zeitraum einen Gewinn in Höhe von 322 Millionen Dollar. Gegenüber dem zweiter Quartal gingen die Erlöse aber um 6,3 Prozent zurück. Das waren 13 Prozent weniger also in der vergleichbaren Vorjahres-Periode. Dennoch wurden die Erwartungen des Marktes damit um 2 Cent übertroffen. Die Erwartungen des Konzerns für das kommende Quartal belaufen sich nun auf einen Umsatz in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar. Dabei wird aber der Ordereingang voraussichtlich deutlich sinken, die Bruttomarke bleibt bei ca. 45 Prozent nahezu stabil. Das gelieferte Zahlenwerk lässt erneut Spielraum nach unten für die Aktie. Nachbörslich gab der Titel um ca. 5 Prozent nach. Eine erste Haltemarke würde ich hier nun im Bereich 77,- bis 78,- Dollar sehen.

Gewinnwarnung bei Leoni schockt die gesamte Branche…

Wer heute auf den Kurszettel schaut dürfte doch etwas verwundert sein, denn die Gewinnwarnung bei Leoni hat offenbar die gesamte Automobilbranche erfasst. Händler und Analysten zeigen sich ebenfalls geschockt, deuten die gelieferten Zahlen doch auf eine tiefer gehende Schwäche in bei den Automobil-Verkäufen hin. Die neue Handelsbilanz aus China versprühen zudem ebenfalls wenig Optimismus, was insbesondere für die Autobranche Gift ist! Leoni begründet die aktuelle Schwäche entsprechend mit einer schwächeren Nachfrage und Problemen im Bordnetz-Segment. Zudem sei der Gewinn im dritten Quartal wegen höherer Kosten deutlich eingebrochen, hieß es in der Meldung. Dieser fällt mit nur noch 30 Millionen Euro deutlich schwächer aus als zuvor prognostiziert…

Die Gesamtjahresziele für Leoni wackeln nun ebenso, da man ursprünglich von einem operativen Ergebnis in Höhe von ca. 200 Millionen Euro ausgegangen ist. Auch die Prognose für den Umsatz wurde nun von 4,8 auf 4,6 Milliarden Euro gekappt. Die EBIT-Marge soll nun deutlich unter den angepeilten sieben Prozent liegen, was für mich auch darauf hindeutet, dass gewisse Automobilhersteller hier zuletzt neu verhandelt haben könnten. Somit bleibt die Frage ob es sich bei der geringeren EBIT-Marge nun um einen dauerhaften Faktor handelt, an den sich die Aktionäre gewöhnen müssen.

Leoni mit Gewinnwarnung

Leoni ist und bleibt einer der aussichtsreichsten Zulieferer in der Automobilbranche. Die heutige Gewinnwarnung trifft aber sehr überraschend auf dem Markt, nachdem das Unternehmen erst kürzlich noch die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt hatte. Die Prognose für 2016 wird wohl ebenfalls neu überarbeitet. Der damit einher gehende Vertrauensverlust der Anleger dürfte in den kommenden Wochen schwer wiegen, weswegen davon auszugehen ist, dass die Aktie zunächst sehr volatil bleiben wird. Zumindest solange bis der Markt die neuen Daten abgewogen und eingepreist hat.

Ich persönlich gehe nun davon aus, dass zumindest das letzte Verlaufstief bei ca. 37,25 Euro noch getestet wird. Möglicherweise sehen wir auch einen weiteren Kursrutsch in Richtung des langfristigen Aufwärtstrends (hier rot eingezeichnet). Kurse um die 34,50 bis 35,- Euro sollten also in naher Zukunft bei der Leon Aktie nicht ausgeschlossen werden.

Eine alte Börsenweisheit besagt: „Kaufe einen Absturz nie am ersten Tag sondern frühestens am dritten…“ 😉

E.ON und RWE – Die wundersame Auferstehung!?

Die Aktien von E.ON und RWE  gehören auch heute wieder zu den Top-Gewinnern auf dem deutschen Kurszettel. Die Meldung vom Wochenende dass genügend Finanzmittel zum Abbau der Atomkraftwerke und Entsorgung des Atommülls vorhanden sind. Mit kalkulierten 77 Milliarden Euro – im ungünstigsten Fall – ist dieses Vorhaben wahrlich kein Schnäppchen für die vier großen Versorger in Deutschland. Dagegen stehen Vermögenswerte inklusive der Rückstellungen von ca. 83 Milliarden Euro. Für meinen Geschmack gibt es hier also nicht unbedingt etwas zu feiern und schon gar kein hauchdünnes „Polster“ von nur 6 Milliarden Euro bis zur möglichen Überschuldung der gesamten Branche!

Das was wir gerade sehen ist also mehr als technische Gegenreaktion auf die vorangegangenen starken Verluste zu sehen und weniger als nachhaltige Trendwende. Die Unsicherheiten dürften auch nach der neuen Studie bleiben. Die gelieferten Zahlen werden sich ebenfalls noch das ein oder andere Mal verändern, neue Studien werden wahrscheinlich folgen. Letztlich bleibt aber der Hauptfaktor bei dieser Erleichterung-Rallye etwas im Hintergrund. Welches Geschäftsmodell werden die Energieversorger nach dem Atomausstieg verfolgen und wie sehen dann die möglichen Gewinne in der Zukunft aus? Ich habe zu diesem Thema bislang nicht nicht allzu schlüssige Konzepte finden können. Bekundungen dass man sich neu erfinden will hingegen zu Genüge..!

Gratulation an Anleger die sich getraut haben diesen Short-Squeeze zu spielen. Zum Traden waren beide Aktien hervorragend geeignet, haben nun aber aus rein technischer Sicht ein Niveau erreicht, dass nun erst einmal wieder eine Bewegung in die andere Richtung erwarten lässt. Wer also noch gerne auf diesen vermeintlich fahrenden Zug aufspringen möchte, lebt unter Umständen gefährlich. Erst ein erneuter Rücksetzer mit einem anschließenden höheren Tief könnte eine Stabilisierung bringen, bzw. eine Bodenbildung möglich machen. Einen weiteren Anstieg würde ich an dieser Stelle aber nicht mehr erwarten.

Fazit: Man muss sich grundsätzlich die Frage stellen, ob die Aktien von E.ON und RWE verlässliche Partner mit garantierten Renditen im Depot sein werden oder nicht? Die alten Denkmuster, dass es sich bei den beiden Unternehmen um zuverlässige Dividenden-Lieferanten handelt, dürfte inzwischen auch der letzte Anleger über Bord geworfen haben. E.ON. und RWE sind nicht mehr das was sie einmal waren und werden es auch nie wieder sein! Kurzfristige Trades auf Kursgewinne sind in der aktuellen Situation interessant, aus meiner persönlichen Sicht aber auch extrem risikoreich und verbieten sich daher, da die zu erwartende Rendite eher überschaubar bleiben dürfte. Für längerfristig orientierte Anleger bleiben die Aktien weiterhin ein „No Go“.

Was ist Crowdinvesting und wie funktioniert das?

Die „Crowd“, aus dem Englischen „die Menge“, ist an den Kapitalmärkten eigentlich schon immer die Basis für Finanzierungen gewesen. Ein Verbund vieler Investoren, die in ein Unternehmen investieren, stellt ebenfalls eine „Crowd“ dar. Doch im Fachjargon wird als die „Crowd“ weniger ein Verbund von zahlungskräftigen Investoren bezeichnet, sondern Kleinanleger, die bereits ab einer Investitionssumme von 250 Euro in ein Projekt oder ein Start-Up einsteigen können.

Damit handelt es sich beim Crowdfunding sowie Crowdinvesting um Finanzierungsformen, die besonders für kleinere Projekte oder Unternehmen geeignet sind. Unternehmen, die sich im Wachstum befinden oder nach Kapital suchen um neu zu starten. Oftmals erhalten solche jungen Firmen von größeren Kapitalgebern wie Businessangeln oder Venture-Capital-Fonds kein Geld, sodass Crowdinvesting die letzte Möglichkeit einer erfolgreichen Finanzierung bildet.

Da die Investitionssummen pro Anleger eher gering sind, kann das Risiko auf diese Weise gestreut werden. Darüber hinaus gibt es mehrere Finanzierungsarten im Rahmen des Crowdinvestings, zum Beispiel mit oder ohne Gewinnbeteiligung, mit gleichmäßigen oder endfälligen Tilgungen.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

Während das Crowdfunding für einzelne Projekte gedacht war, konzentriert sich das Crowdinvesting auf Unternehmen, die sich im Wachstum befinden und ist damit eine weiterentwickelte Form des Crowdfunding. Investiert wird dabei, wie auch beim Crowdfunding, über eine speziell dafür gedachte Online-Plattform bzw. Webseite. Eine der größten Plattformen für die DACH-Region bietet beispielsweise Seedmatch.

Der Anleger kann sich sehr einfach in der Übersicht zunächst einmal die aktuellen Kapitalsucher anschauen und für sich entscheiden, ob das Vorhaben des Unternehmens in der nächsten Zeit eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Erfolg hat oder eben nicht. Auch kann er sehen wie lange die Investitionsrunde noch dauert und wie viele Investoren bereits dabei sind, sowie das bereits eingesammelte Kapital…

Darüber hinaus wird vom Unternehmen eine Funding-Schwelle oder ein -Ziel vorgebeben. Damit die Kapitalisierung stattfindet und das Projekt starten kann, muss diese Schwelle auf jeden Fall erreicht werden. Wird das Ziel nicht erreicht, verfällt die Finanzierungsrunde und die Anleger bekommen ihr Geld wieder zurück.

Surfboard mit Jetantrieb

Wer ein echtes Interesse für ein Investment entwickelt hat, kann nach einer Registrierung mehr Informationen zu dem Projekt bekommen. Dazu gehören beispielsweise der Businessplan und die Vertragsgestaltungen. Relevante Updates, wie etwa der Einstieg neuer Großinvestoren (Business Angels), können dagegen bei seedmatch.de auch im freien Bereich nachgelesen werden.

Kommt es zu einem Investment, so stehen dem Anleger je nach Ausgestaltung unterschiedliche Formen von Darlehen zur Verfügung. Dabei haben sich aktuell aufgrund regulatorischer Hürden, die partiarischen Darlehen durchgesetzt. In diesem Fall tritt der Investor als ein stiller Beteiligter auf, dessen Gewinnbeteiligung allerdings vertraglich geregelt ist.

Bei Companisto, einem der führenden Portale für Crowdinvestings, gestalten sich Gewinnbeteiligungen je nach Status des Unternehmens. Start-Ups gewähren in Form einer Beteiligungsquote eine Gewinnbeteiligung. Dabei wird je 5 Euro Investitionssumme eine festgelegte prozentuale Gewinnbeteiligung ermöglicht.

Ist ein Start-Up so erfolgsversprechend, dass es zum Verkauf an ein anderes Unternehmen kommt, so erhalten die Anleger entsprechend der Beteiligungsquote und des Verkaufspreises ihren Anteil ausgezahlt. Bei Beendigung der Laufzeit des Darlehens, wird die Beteiligung auf Grundlage des Unternehmenswertes festgelegt und ausgezahlt.

Bei Wachstumsunternehmen kommen die sogenannten Venture Loans zum Einsatz. Unter Venture Loans versteht man endfällige (keine regelmäßigen Tilgungen, sondern Rückzahlung am Ende der Laufzeit) Darlehen, die ihren Ursprung aus Finanzierungen von Software Unternehmen in den USA haben. Sie dienten überwiegend der Finanzierung bestimmter interner Projekte. Die Endfälligkeit der Venture Loans sollte dazu beitragen, dass so viel Kapital wie möglich in die Entwicklung investiert werden konnte. Der Kapitalgeber bekommt dabei sein Kapital in der Regel halbjährlich fest verzinst. Nachfolgend stelle ich Ihnen drei aktuelle und sehr interessante Projekte vor…

(mehr …)

Deutsche Bank – Nach Milliardenverlust vor dem Supergau…?

Aktie des Tages ist heute wohl die Deutsche Bank: Die ganze Tragweite der Skandale rund um die Deutsche Bank dürfte heute auch dem letzten Anleger klar werden… DB Chef Cryan verkündete gestern Abend an, dass alleine hierfür weitere 1,2 Milliarden Euro an Rückstellungen gebildet werden müssen. Hinzu kommt noch, dass der neue Chef offenbar ernst macht mit seinen Ankündigungen die Bank grundlegend neu aufzustellen…

Dazu sind zunächst offenbar auch schmerzhafte Einschnitte notwendig. Das Geldhaus muss weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen, was im dritten Quartal für einen Rekordverlust in Höhe von 6,2 Milliarden Euro sorgt. Der Konzern ließ ebenfalls verlauten, dass die Dividende wahrscheinlich deutlich reduziert, bzw. ganz gestrichen wird. Anleger dürften heute geschockt reagieren, nachdem die Deutsche Bank Aktie zuletzt auf Erholungskurs war. Vorbörslich notiert der Titel mit über 10 Prozent bereits kräftig im Minus.

Deutsche Bank Aktie Chart mit Trendlinien

Aus rein technischer Sicht fällt die Aktie damit in den hier eingezeichneten Abwärtstrend zurück, der bis auf Weiteres Bestand hat. Ob der heutige Test der unteren Begrenzung bereits das Ende der Abwärtsbewegung ist, darf bei der Nachrichtenlage zumindest bezweifelt werden. Im Bereich zwischen 23,30 und 23,65 Euro findet sich eine erste Unterstützungszone für die Aktie, die heute erst einmal umkämpft sein dürfte.

Das Interessante an dieser Situation ist aber eher der nun mögliche Test des letzten Verlaufstiefs bei 22,68 Euro, sowie der Test der Abwärtstrend-Linie bei ca 21,70 Euro. Halten beide Linien nicht, droht weiteres Ungemach für die Aktie. Dann wäre der charttechnische Supergau eingetreten, den Sie in dem oben dargestellten Chart sehen können.

Fazit: John Cryan schafft Fakten und schlägt damit aus meiner Sicht den richtigen Weg ein. Das jahrelange Wegducken der Doppelspitze Jain/Fitschen brachte erwartungsgemäß keine große Veränderung, weswegen die beiden Herren nun auch gehen mussten. Cryan will die Probleme aktiv anpacken und das ist gut so, auch wenn dieser Weg für alle Beteiligten steinig werden dürfte.

Die Aktie ist nach heutigen Kursrutsch zunächst einmal charttechnisch angeschlagen. Ob es zu dem oben dargestellten Szenario kommen wird, kann heute selbstverständlich nicht eindeutig beurteilt werden – aber man sollte es auch nicht kategorisch ausschließen! Die DB Aktie bleibt, aufgrund der wahrscheinlich noch jahrelang anhaltenden Aufräumarbeiten, weiterhin kein Kauf. Für Trader ist die aktuelle Situation hingegen äusserst interessant!

VW im Rallye-Modus – Wie geht es jetzt weiter?

Die Volkswagen Aktie ist im Rallye-Modus, was sicherlich einige Anleger freuen dürfte, die auf eine Trendwende bei dem Autobauer gesetzt haben. Noch ist dies allerdings wahrscheinlich nicht mehr als eine technische Gegenbewegung nach den starken Verkäufen der letzten Tage zuvor. Das gilt im Übrigen durchaus auch für den DAX. Der Trendwechsel an der aktuellen Abwärts-Trendlinie mahnt zumindest zur Vorsicht vor allzu großer Euphorie…

Für die VW Vz. Aktie stellt sich das Chartbild nun wie folgt dar:

Die VW Aktie vor der Entscheidung

Die Vorzugsaktie befindet ich in einem intakten Abwärtstrend, dessen obere Begrenzung heute bestätigt wurde. Demzufolge wäre es denkbar, dass der Aktienkurs hier wieder nach unten abdreht und zunächst in dem Trend verbleibt. Vorstellbar sind nun mehrere Szenarien für die kommenden Tage, denen ich gewisse Wahrscheinlichkeiten zugeordnet habe:

1. Eine Seitwärstbewegung auf aktuellem Niveau. Die Aktie kann die grüne Trendlinie aber nicht überwinden und fällt letztlich noch einmal deutlich zurück. Dabei wäre das Schließen des offenen Gaps bei ca. 97,50 Euro ein naheliegendes Ziel. Die Wahrscheinlichkeit hierfür würde ich bei über 70 Prozent sehen.

2. Eine ebenso wahrscheinliche Variante sehe ich auch in einem erneuten Rücksetzer bis auf ca 95,- Euro mit einem anschließenden Anstieg. Hier würde dann eine solide Bodenformation (inverse SKS) entstehen, die eine Bodenbildung auf diesem Niveau dann sehr wahrscheinlich macht. Hierzu müsste der Aktienkurs aber auch noch mehrere Tage unterhalb der 100,- Euro Marke notieren, bevor es dann wieder aufwärts geht. Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario sehe ich bei 50 Prozent.

3. Ein erneutes Abtauchen der Aktie an die untere Begrenzung des Trendkanals oder bis mindestens 86,50 Euro um das letzte Verlaufstief noch einmal zu bestätigen. Hier wäre dann ein möglicher Doppelboden möglich. Wahrscheinlichkeit 30 Prozent

4 Einen direkten Ausbruch aus dem Trendkanal nach oben, wobei ich diese Variante für am unwahrscheinlichsten einstufen würde. Sollte dieser dennoch erfolgen, wäre wohl der Bereich um die 120,- Euro dann das nächstmögliche Ziel. Wahrscheinlichkeit aus heutiger Sicht aber nur bei 20 Prozent.

Ich halte somit die heutigen Analystenstimmen (Kursziel 150,- Euro) zu der Aktie, die für den heutigen Kursanstieg verantwortlich zeichnen, für eher ambitioniert. Zumindest solange keine Einzelheiten oder belastbare Fakten zu dem Abgasskandal auf dem Tisch liegen und man nicht ansatzweise den tatsächlichen Schaden für den Volkswagen Konzern beziffern kann. Warum sollte die Aktie jetzt wieder auf das Niveau vor dem Skandal zurückkehren??? Vorsichtige Naturen sichern ihre Trading-Gewinne entsprechend eng ab. Neuengagements würde ich an dieser Stelle eher zurückstellen. Gleiches gilt selbstverständlich für die Stammaktie und die Porsche SE Aktie.

Potash sagt K+S Übernahme ab – Was passiert jetzt mit der K+S Aktie?

Wie zu erwarten war – Potash sagt die K+S Übernahme ab. Heute dürfte für K+S Aktionäre, die fest mit der Übernahme des Kali- und Düngemittel-Produzenten gerechnet haben, eine turbulente Woche beginnen. Nicht nur der zuletzt stark gesunkene Aktienkurs von Potash hatte ernsthafte Zweifel an der Übernahme aufkommen lassen, sondern auch auch das erneut deutlich eingetrübte Marktumfeld, sowie sinkenden Kalipreise und eine ernsthaft wackelnde Prognose für die kommenden 12 Monate.  Die Vorgaben waren für eine Übernahme generell nicht günstig, hinzu kam noch politische Gegenwehr und ein K+S Management, dass sich mit aller Kraft gegen die mögliche Übernahme gestemmt hat.

Ich hatte zwar hier im Blog mehrfach vor allzu großer Euphorie gewarnt, dennoch wurde die Aktie zwischenzeitlich immer wieder hochgekauft. Die möglichen Übernahme Kurse um die 40,- bis 41,- Euro haben wir aber schon lange nicht mehr gesehen, was ebenfalls kein gutes Zeichen war. Offenbar hat die Mehrzahl der Anleger von Anfang an nicht so richtig an diese Übernahme geglaubt. Die spannende Frage ist somit nun, was ab heute mit der K+S Aktie passieren wird?

Ich gehe in jedem Fall davon aus, dass das zweite Gap auch noch geschlossen wird, wie hier beschrieben. Das Unternehmen ist zwar grundsätzlich nicht teuer, dennoch sollte man bedenken dass insbesondere der Rohstoffmarkt aktuell schwer angeschlagen ist. Vergessen sollte man auch nicht, dass die Aktien der meisten Kaliproduzenten in den letzten Wochen um bis zu 40% an Wert verloren haben! Weitere Abschläge bei der Kali und Salz Aktie sollten nach dieser Enttäuschung somit unbedingt einkalkuliert werden. Der Bereich um die 26,90 Euro bietet aus charttechnischer Sicht eine erste Unterstützung. Weitere Zielmarken liegen darunter bei 24,35 und 22,25 Euro. Wie groß die Enttäuschung der Anleger über die geplatzte Übernahme heute tatsächlich sein wird, bleibt also noch abzuwarten…!

Grundsätzlich ist die gescheiterte Übernahme auf lange Sicht eher positiv zu sehen. Das Großprojekt Legacy soll ab Ende 2016 in die Produktion einfließen und bereits ab 2017  einen positiven Cash Flow generieren, Zudem baut K+S seine eigene Marktstellung mit diesem Projekt deutlich aus. Die Arbeitsplätze in Deutschland bleiben erhalten, was unter Potash nicht zwingend der Fall gewesen wäre, etc. Kurzfristig dürfte es nun aber erst einmal sehr holprig für die K+S Aktie werden, oder anders gesagt… Die Luft ist raus! Warten Sie auf eine solide Bodenbildung, dort kann man sich dann unter Umständen ein paar Stücke in das Depot legen – wo auch immer das dann sein wird.

VW, Samsung, BASF und Apple – Die Luft wird dünn..!

Es war ohne Zweifel eine bewegte Börsenwoche, die da hinter uns liegt. Ob die neue Woche ähnlich verlaufen wird bleibt abzuwarten, denn der starke Intraday-Bouncen an den US Märkten vom Freitag hat durchaus das Zeug dazu kurzfristig wieder für höhere Notierungen zu sorgen, auch wenn ich persönlich noch nicht davon überzeugt bin, dass diese dann nachhaltig sein werden. Denn wie erwartet waren es insbesondere die Verlierer des letzten Quartals die von diesem Bouncen profitiert haben. Sie erinnern sich vielleicht an den Artikel in dem ich dieses Phänomen beschrieben habe…  Die großen US Blue Chips konnten diesem Kursanstieg aber ebenso wenig folgen wie so manche Branche, die zuvor für einen sechs Jahre währende Rallye gesorgt hatte. Allen voran ist die Schwäche bei Apple auffällig, die – falls meine Beobachtungen richtig sind – deutliche Auswirkungen auf die Wall Street haben könnte. Vorsicht bleibt somit weiterhin geboten, auch wenn man aus anderen Gründen durchaus verhalten optimistisch sein darf.

Allen voran wäre hier der zur Zeit gerne zitierte Vergleich mit dem Börsenjahr 2011 zu nennen, der gewisse Parallelen mit der heutige Situation aufweist. Die Aktienkurse fanden Ihren Boden nach einer ausgedehnten Korrektur Anfang Oktober, stiegen dann stark an und kamen im November noch einmal zurück, bevor die eigentliche Jahresendrally startete. Die daraus möglicherweise resultierende inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation wäre der Startschuss für einen kräftigen Jahresendspurt. Diese Wette des Marktes auf einen Gleichlauf mit dem Jahr 2011 ist sicherlich auch ein Grund für die teilweise kräftigen Kursgewinne einiger Aktien am vergangenen Freitag. Vorrangig aber ist dieser wohl der Annahme des Marktes geschuldet, dass die US Notenbank bis auf weiters keine Zinserhöhungen durchführen kann. Die am Freitag veröffentlichten Daten hierzu waren deutlich schlechter als erwartet.

Für den Volkswagen-Konzern scheint die Luft indes immer dünner zu werden. Die Nachrichtenlage um den Abgasskandal kann man durchaus als düster bezeichnen und heut noch nicht sicher sagen, ob sich dieser nicht doch als existenzgefährdend erweisen wird. Auch am Samstag erreichten weitere Ungereimtheiten die Leser durch diverse Medien. Mögliche Investitionskürzungen sind hier wohl nur als das kleinste Übel zu nennen. Somit bleibe ich bei meiner Aussage, dass sich der VW-Skandal als echter „Schwarzer Schwan“ erweisen könnte, der nun auch schon auf andere Branchen überzugreifen scheint. Der tatsächliche Stromverbrauch von Fernsehgeräten, wie im aktuellen Falle bei Samsung, könnte demnächst ebenso das Interesse verschiedener Institute auf sich ziehen wie der anderer Unterhaltungselektronik- oder Haushaltsgeräte.

Für die VW Aktie als unfreiwilliger Vorreiter in Sachen Schummeleien, zeigen sich auch die Analysten inzwischen lange nicht mehr so optimistisch wie zur Bekanntgabe der Verfehlungen. Die Kursziele werden reihenweise nach unten angepasst. Erste Zielmarken liegen nun schon unterhalb der 80,- Euro Marke, weitere dürften erfahrungsgemäß folgen. Noch immer offen ist zudem, ob sich eventuell auch bei dem ein oder anderen Mitbewerber von VW demnächst irgendwelche Leichen im Keller finden lassen. Die Prüfungswut verschiedenster Behörden in diesem Zusammenhang sollte keinesfalls unterschätz werden! Dementsprechend hoch bleiben die Risiken in der gesamten Automobil-Branche, teilweise auch branchenübergreifende wie im Falle BASF. Der Chemieriese ist einer der größten Lieferanten des Volkswagen Konzerns…

Es wird also möglicherweise erst einmal einen positiven Start in die Woche geben, der aber nicht für alle Branchen gut laufen muss. Ab Mittwoche erwarten wir neue Impulse von der Berichtssaison für das abgelaufene dritte Quartal. Hier werden sich ggf. bereits erste Bremsspuren in den Bilanzen einiger Unternehmen andeuten, die direkt oder indirekt von dem Abgas-Skandal, der Schwäche in China oder aber der deutlichen Kaufzurückhaltung in verschiedenen Regionen dieser Welt, betroffen ein könnten. Zudem darf man wohl extrem gespannt darauf sein, wie sich insbesondere die Gewinnsituation bei den großen Geldhäusern, aber auch den Versicherern, entwickelt hat. Nach einem so schwachen Quartal mit extrem hoher Volatilität ist nicht zwingend mit guten Ergebnissen zu rechnen.

Fazit: Die nächsten zwei Wochen bleiben auch statistisch gesehen noch mit die gefährlichsten des Jahres. Insbesondere die Unternehmensdaten zum dritten Quartal sehe ich als ernsthaften Risikofaktor. Sich bei der Geldanlage auf einen Vergleich mit einem in der Vergangenheit liegenden Börsenjahr zu verlassen, ist mir persönlich zu dünn. Darauf zu setzen dass es keine Zinserhöhung in den USA geben wird auch, da das Thema insgesamt langsam etwas lächerlich und unglaubwürdig ist. Vorsicht und Gelderhalt bleiben somit auch weiterhin die oberste Devise… Die neuerliche Destabilisierung Europas durch die Flüchtlingsfrage, aber auch Griechenland, die angestrebte Eigenständigkeit Kataloniens und den drohenden Austritt der Engländer, finde ich da schon deutlich interessanter. Auch hier sehe ich langsam ernsthaft den ein oder anderen schwarzen Schwan anflattern…!

Die Apple Aktie auf dem Weg Richtung 75,- Dollar?

Ich möchte heute kurz Ihren Blick auf die Apple Aktie richten, die bereits seit einiger Zeit zur Schwäche neigt, obwohl operativ und fundamental alles in Ordnung ist. Apple überrascht sein Fans und Investoren nach wie vor mit Meldungen der Superlative am laufenden Band. Erst am vergangenen Wochenende des Verkaufsstarts für das neue iPhone wurde der Absatzrekord des Vorgängermodells mit dem neuen iPhone erneut deutlich übertroffen. Mit 13 Millionen verkauften Exemplaren am ersten Wochenende sollte man meinen, dass die Apple Aktie nach dieser Meldung deutlich zulegen konnte, aber das Gegenteil war der Fall.

Vorab sei gesagt… Es geht hier nicht darum zu analysieren warum der Kursverlauf der Aktie gerade so ist, sondern – wie immer – zuzuhören was einem der Markt sagt. Denn, mit einer normalen Argumentation, warum der Kurs eigentlich deutlich höher stehen müsste, kommt man hier ebenso wenig weiter, wie bei anderen Aktien die unterbewertet erscheinen. Der Markt sagt uns eindeutig, dass er die letzten Nachrichten des Konzerns nicht mehr so prickelnd fand, bzw. nicht ausreichend genug um weiter auf steigende Kurse zu setzen. Zumindest für den Moment scheint sich diese Sichtweise durchgesetzt zu haben. Die Umsätze sind normal, aber der „zerrissene“ Chart (viele Kurslücken) deutet auf extreme Unentschlossenheit der Anleger hin…

Apple Aktie Chartanalyse 2015

Apple Chart mittelfristig

Inzwischen hat sich somit ein intakter Abwärtstrend etabliert aus dem die Aktie immer kurzfristig nach oben ausbricht, letztlich aber dann wieder in diesen zurückfällt. Spannend in diesem Zusammenhang finde ich das mittelfristige Bild bei der Apple Aktie, dass ich Ihnen hier kurz zeigen möchte, damit Sie sich – wider aller positiver Gedanken zu dem Titel – über das Risiko bewusst werden. Deutlich zu sehen ist die monatelange Aufwärtsbewegung, die schließlich in einer mustergültigen Topformation endete. Aktuell scheint die Aktie nun eine rechte Schulter auszubilden, die abgeschlossen ist sobald der Bereich zwischen 104,- und 106,- Dollar nachhaltig unterschritten wird. Das rein rechnerische Kursziel aus dieser bestätigten Formation läge dann bei ca.  75,- Dollar! (134,55 Höchstkurs – 105,- Nackenlinie = ca. 30 Dollar Abwärtspotenzial)

Ich bin mir selbst nicht ganz sicher ob es dazu kommen könnte, aber man sollte es wohl auch nicht kategorisch ausschließen, zumal in diesem Bereich noch ein deutliches Gap auf Schließung wartet. Festzuhalten bleibt nur, dass die gegenwärtige Price-Action negativ ist und nicht mehr allzu viel Platz nach bleibt ist, bevor es dann aus charttechnischer Sicht wirklich brenzlig wird. Eine mögliche Auffangmarke sehe ich hier noch im Bereich um die 95,- Dollar, falls es zu einem Kursrutsch kommt. Entwarnung kann hingegen erst oberhalb von 116,- Dollar wieder gegeben werden. Bleiben Sie also vorsichtig und beobachten Sie nun ganz genau was bei Apple in den kommenden Tagen passiert. Denken Sie immer daran… nichts ist an der Börse unmöglich, auch wenn es noch so unwahrscheinlich erscheinen mag!

Der DAX dreht, oder doch nicht? – VW bleibt im Fokus

Einige Anleger haben die Aktienbewegungen gestern nicht so ganz verstanden, weswegen ich hier kurz zur Aufklärung beitragen möchte… Es ging schon am Morgen mit der großen Freude bei den Autobauern los, die ja dann größtenteils gegen Abend in Trauer umgeschlagen sein dürfte, wenn man mal wieder zum Höchstkurs gekauft hat… Grund für die gestrige Aufwärtsbewegung war ganz klar und offensichtlich die Spekulation auf ein Doppelboden im Bereich der 9.300 Punkte Marke, mit anschließender W-Formation und dem Beginn eines neuen Aufwärtstrends – soweit so gut! Ob dieser Plan aufgehen wird bleibt aus meiner Sicht aber noch abzuwarten. Denn es sprechen auch einige Faktoren dafür, dass es das noch nicht gewesen sein könnte…!

Unabhängig davon dass insbesondere die Automobil-Aktien im Moment ein eher risikobehafteter Platz sind, an dem man sich als Trader oder Anleger befinden kann, ist für meinen Geschmack immer noch deutlich zu viel Optimismus im Markt. Die jahrelang antrainierten Denkmuster den Dip zu kaufen funktionieren offensichtlich immer noch. Erst wenn ein Dip an einer entscheidenden Marke wie dieser nicht mehr gekauft wird und ein Hauch von Panik über das Börsenparkett weht, ist der Markt normalerweise bereinigt und kann eine nachhaltige Trendwende vollziehen. Diese Chance wurde vorläufig verpasst, ein kurzzeitiger Rutsch unter die Marke von 9.300 Punkten, wäre aus meiner Sicht die bessere Variante gewesen.

Denn, Salami-Korrekturen – wie die zuletzt gesehene – mit einer vorerst noch zaghaften Bodenbildung haben die unangenehme Eigenschaft die Nerven der Marktteilnehmer auch weiterhin zu drangsalieren, da ein klarer Richtungswechsel nicht erkennbar ist. Täglich raffen sich neue Player auf Aktien zu kaufen ,die sie dann umgehend eng absichern um nicht alsbald wieder auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Dies führt wiederum dazu, dass der Markt von permanenten Korrekturen begleitete wird, die diese Absicherungen regelmäßig wieder abfischen. Bis zu dem Tag an dem erneut das große Kapital zurück und die Märkte strömt…

Doch davon scheinen wir noch weit entfernt zu sein. Insbesondere im Dax, der von ausländischen Investoren aus verständlichen Gründen derzeit eher gemieden wird. Nach wie vor sind die Umsätze eher dünn, ebenso wie an den US Börsen. Dieser Faktor ist grundsätzlich kein gutes Zeichen für eine nachhaltige Bewegung an den Börsen. Hinzu kommt das oben erwähnte Sentiment und ein Hauch von Saisonalität mit einem Spritzer Charttechnik…

DER DAX vor der Entscheidung im Herbst 2015

DAX Trendwende oder nur eine kurze Gegenbewegung?

Die US Indizes befinden sich in einer ebenso entscheidenden Situation wie die hiesigen Börsen. Auch hier ist die Kuh keinesfalls vom Eis, denn sowohl das letzte Tief aus dem August wurde nicht noch einmal getestet, als auch das verbleibende offene Gap auf der Unterseite stimmen nachdenklich. Ähnlich verhält es sich im Dax, der nun zwei Kurslücken hinterlassen hat, die ggf. noch geschlossen werden müssen. Ein erneuter Rutsch in den Bereich um die 9.400 Punkte würde diese charttechnische Ungereimtheit dann aber wieder aufheben und eröffnet die Möglichkeit für eine Umkehrformation, wie oben im Chart eingezeichnet.

Mein Fazit: Die Kursgewinne der letzten beiden Handelstage sind höchstwahrscheinlich eher dem Window Dressing geschuldet, über das ich ja kürzlich hier berichtet hatte. Die Verlierer des dritten Quartals wurden zuletzt verstärkt verkauft, um die Portfolios der Investmentgesellschaften gut aussehen zu lassen. Dieselben Verlierer werden dann wieder zurückgekauft, was eben regelmäßig um den Quartalswechsel der Fall ist. Dieser Sondereffekt sollte also nicht zwingend als Trendwende gesehen werden, sondern schlicht als das was es ist… eine technisch bedingte Umschichtung um die Bilanzen von Fonds etc. anzuhübschen. Ich gehe somit davon aus dass die Nachhaltigkeit der jüngsten Aufwärtsbewegung erst noch bewiesen werden muss. Dementsprechend sollte man vorerst wachsam bleiben!

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Die VW Aktie gehört unumstritten zu den Verlierern des dritten Quartals und dürfte jetzt wieder in die Portfolios einiger Anleger wandern. Ob dieser Einmaleffekt zum Quartalswechsel allerdings reicht bliebt noch abzuwarten. Achten Sie unbedingt darauf ob es der Volkswagen Vz. Aktie gelingt die runde Marke von 100,- Euro nachhaltig zurück zu erobern. Ein Scheitern an dieser Marke zum vierten Mal in Folge wäre kein gutes Zeichen!

Ihre Stimme beim Comdirect Finanzblog Award 2015…

Auch in diesem Jahr veranstaltet Comdirect wieder den Finanzblog Award, bei dem Investors Inside im Jahr 2011 bereits einen hervorragenden Platzt erzielen konnte. Nachdem ich in den vergangenen beiden Jahren bewusst nicht zur Wahl angetreten bin, da ich der Meinung bin dass sich auch andere Blogs hier mal zur Wahl stellen sollten, wurde ich in diesem Jahr gebeten wieder mitzumachen. Dieser Aufforderung komme ich natürlich sehr gerne nach. Denn Auszeichnungen wie diese versüssen das Leben eines bisweilen einsam vor sich hinschreibenden Bloggers enorm und sind eine schöne Anerkennung für die täglich geleistete Arbeit. Ein Klick an der richtigen Stelle sollte also grundsätzlich für keinen Leser zu viel Aufwand darstellen…!

Nominierung und Wahl zum Finanzblog des Jahres 2015

Die dauerhaft kostenfreie Berichterstattung von den Finanzmärkten, die Sie auf manchen Blogs finden können, bedeutet für die Leser einen echten Mehrwert sowie eine Hilfestellung bei den zu treffenden Entscheidungen an den Kapitalmärkten. Eine Auszeichnung mit dem man seine Website schmücken kann, für den Blogger mindestens ebenso viel 😉 Deswegen möchte ich Sie alle höflich auffordern an dieser Abstimmung teilzunehmen, selbst wenn Sie einem anderen Blog Ihre Stimme geben möchten. Entscheiden Sie wer den diesjährigen Publikumspreis bekommen soll!

Hier geht es zur Abstimmung: http://finanzblog-award.de/community/   

Ich bedanke mich bereits im Voraus für Ihre zahlreiche Teilnahme

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Top