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Jinko Solar – tolle Zahlen, guter Ausblick, Aktie fällt

Es ist mal wieder einer dieser faszinierenden Tage wie wir sie in letzter Zeit öfter gesehen haben. Schlechte Zahlen werden gekauft und gute werden verkauft. Jinko Solar hat heute die Bilanz zum abgelaufenen Quartal präsentiert.  Der Umsatz stieg auf Jahresbasis um 26,6 Prozent auf ca. 600 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorquartal konnte man den Umsatz sogar um satte 58,2 Prozent steigern! Die Bruttomarge fiel mit 21,3 Prozent ebenfalls besser aus als der Vorquartals-Wert.

Ähnlich wie zuletzt bei Canadian Solar gesehen, fällt die Aktie dennoch vorbörslich deutlich. Das versteht man erst wenn man die durch eine deutliche Veränderungen bei den Steuern und Zinsen bedingte Gewinnreduktion sieht. Nach 295 Millionen Renminbi Gewinn im Vorjahreszeitraum ist der Überschuss nun auf knapp 241 Millionen Renminbi zurückgegangen. Entsprechend ging der Gewinn je Aktie von 8,00 Renminbi auf 3,12 Renminbi zurück.

Jinko Solar hat die dennoch Prognose auf das kommende Quartal angehoben. Man will nun deutlich mehr verdienen als ursprünglich angenommen, was hoffen lässt dass sich der aktuelle Rücksetzer nur als kurzfristiges Ereignis rausstellen könnte. Vorsicht ist hier aktuell also durchaus angebracht, angesichts der gelieferten Zahlen und vor allem des starken Ausblicks auf das kommende Quartal und das Folgejahr, sollte man hier aber nun nicht die Flinte ins Korn schmeißen sondern u.U. eher eine erste Position kaufen.

Aus charttechnischer Sicht ist noch nicht allzu viel Porzellan zerschlagen worden. Kann die Jinko Solar Aktie nun wieder zulegen und wird der heutige Tiefstkurs in den kommenden Tagen nicht mehr unterschritten, dürfte das Gap schnell wieder geschlossen werden. Richtig bullish wird es aber erst wieder oberhalb der 25,- Dollar Marke. Ein Rutsch unter die Unterstützung bei 20,78 Dollar wäre hingegen sehr bärisch zu werten..!

Dialog Aktionäre beschließen Übernahme von Atmel

Soeben  erreichte das Abstimmungsergebnis der Dialog Semiconductor Hauptversammlung den Markt. Demnach wird der Halbleiter-Konzern die Übernahme wie geplant vorantreiben und wird Atmet im ersten Quartal 2016 vollständig übernehmen. Die Teilnahme an der Abstimmung war mit  ca. 42 Mio. abgegeben Stimmen der insgesamt 77,8 Mio. Stimmrechte eher mäßig. Hiervon stimmten 66,94 Prozent mit „Ja“ und 38,06 Prozent mit „Nein“. Die Kursreaktion der Aktie auf diese Nachricht fiel bislang sehr verhalten aus…

Wie fast immer in solchen Fällen ist die tatsächliche Reaktion auf die Nachricht dann nicht mehr so dramatisch wie dies im Vorfeld erwartet wurde. Auch hier im Blog hatte ich zuletzt darüber berichtet, dass eine Absage der Fusion den Aktienkurs deutlich beflügeln könnte. Offensichtlich haben Anleger aber nun vergebens darauf gewartet, dass sich die kritischen Aktionärsvertreter hier durchsetzen. Das Management hingegen hatte die Pläne zuletzt noch einmal verteidigt und die langfristigen Vorteile eines solchen Zusammenschlusses in den Vordergrund gestellt. Innerhalb der nächsten drei Jahre will man den dazu benötigten Kapitalbedarf wieder zurückführen. Die Verwässerung der Altaktien bleibt…

Eine Stabilisierung auf diesem Niveau wäre bereits ein kleiner Teilerfolg für langfristig orientierte Investoren. Ein weiteres Abrutschen der Aktie wird dann immer unwahrscheinlicher, sonst wäre dies wohl unmittelbar nach der Bekanntgabe auch passiert. Dennoch bleibt die Frage ob die Dialog Aktie unter diesen Voraussetzungen nun zwingend kaufenswert ist? Zunächst einmal dürfte hinter den Kulissen nun der Kampf zwischen den Bullen und Bären toben. Der Ausgang dieser Machtprobe bleibt bis auf Weiteres ungewiss.

Auch aus charttechnischer Sicht würde ich hier ein klares „unentschieden“ vergeben. Mit dem Kursverlauf der letzten Tage hat der Titel nun wieder das Niveau erreicht, das bereits nach der ersten Bekanntgabe der Fusionspläne erreicht worden ist. Es steht somit zumindest zu befürchten, dass sich die Aktie in diesem Bereich eine zeitlang aufhalten wird. Dialog bleibt eine interessante Aktie, die nach der Fusion möglicherweise zu einem namhaften Player im Bereich „Internet der Dinge“ aufsteigen kann. Bis dahin dürften aber noch einige Hürden zu überwinden sein. Ein Kauf drängt sich somit in naher Zukunft nicht zwingend auf, verkaufen muss man hier wahrscheinlich aber auch nicht mehr!

Dialog Aktie ohne Übernahme deutlich mehr wert?

Nach dem leichten Rücksetzer gestern kann die Dialog Aktie heute erneut kräftig zulegen und befindet sich nun nur nich minimal unter der wichtigen Hürde bei 40,- Euro. Der Grund für diese anhaltende Stärke liegt darin, dass der Markt offensichtlich bereits seit einigen Tagen darauf spielt, dass die angestrebte Übernahme von Atmel so vielleicht doch nicht zustande kommen wird. Die drohende Verwässerung der Anteilsscheine wäre damit ebenso vom Tisch wie eine dann deutlich angespannte Schuldensituation des Konzerns nach der 4,6 Milliarden Euro schweren Übernahme…

Zuletzt war es der Hedgefonds ISS der sich gegen die Übernahmepläne gestemmt hatte. Die geplante Übernahme von Atmet sei viel zu teuer und der veranschlagte Preise deutlich zu hoch, hieß es in der Begründung. ISS forderte alle Aktionäre auf auf der Aktionärsversammlung am 19.11.2015 gegen die Übernahme zu stimmen. Dieser Meinung schloss sich heute Nacht auch der von Paul Singer geführte Hedge-Fonds Elliott Associates an. In einem offenen Brief warnte Singer die Aktionäre davor, dass das Vermögen der Aktionäre durch die Übernahme vernichtet werden könnte sowie der geplante Zukauf nicht im Sinne der Aktionäre sei.

Dialog Aktie Rebound?

Die Stimme des einfluss- und erfolgreichen Hedgefonds-Managers dürfte Gewicht haben. Es wurden sogar genaue Zahlen genannt… Singer sieht den fairen Wert von Atmel sehr deutlich unterhalb der Summe von 4,6 Milliarden Euro und bezifferte die Kaufsumme als 92-prozentigen Aufschlag auf den tatsächlichen Wert des Unternehmens (!)  Zumal sich Atmel in letzter Zeit deutlich schlechter entwickelt habe als der Markt! Er geht davon aus, dass de facto ca. 500 Millionen Euro an Börsenwert durch die Übernahme bei den Dialog Aktionären vernichtet würde.

Die Neuausrichtung von Dialog Semiconductor ist grundsätzlich sinnvoll, um sich endlich etwas von der Abhängigkeit des Hauptkunden Apple zu lösen, jedoch sei „Dieser Schritt der falsche Deal zum falschen Preis“ erklärte Paul E. Singer weiter. Die Befürchtung dass sich das Unternehmen nicht nur mit der Übernahme sondern auch mit der anschließenden Integration überhebe ist nachvollziehbar und hat zu einem 25 prozentigen Kurssturz im September geführt. Sollte die Übernahe nun tatsächlich, aufgrund des massiven Widerstands der Aktionäre abgeblasen werden, dürfte sich dies dann entsprechend im Aktienkurs der Dialog Aktie auch widerspiegeln.

Der heutige Ausbruch aus dem Abwärtstrend wird somit möglicherweise demnächst durch das Überwinden des letzten Verlaufshoch bei 41,15 Euro bestätigt. Das Kursziel liegt dann zunächst bei 45,15 Euro, wo sich die offene Kurslücke befindet. Rein rechnerisch wären kurzfristig sogar wieder Kurse um die 50,- Euro möglich – aber nur wenn die Übernahme abgeblasen wird! Den 19. November sollten sich Dialog Aktionäre also ganz dick und rot im Kalender anstreichen!

Bilfinger – heimlich, still und leise…

Kurzes TradingUpdate zur Bilfinger Aktie: Nahezu unbeachtet von der Presse, hat die Bilfinger Aktie nun in den letzten Wochen die Bodenbildung abgeschlossen und ist zuletzt über die mittelfristigen Abwärtstrend-Linie ausgebrochen. Der heutige Rücksetzer auf die Ausbruchslinie/Nackenlinie (rot) mit einem anschließenden Bouncen stellt somit eine perfekte Bestätigung des hier dargestellten Szenarios dar…

Bilfinger Aktie Chart mittelfristig

Damit dürfte die Bodenbildung bei Bilfinger nun abgeschlossen sein. Weitere Kursgewinne sollten in den kommenden Tagen folgen, wenn keine ernstzunehmenden Störfeuer von den Weltbörsen dazwischen funken. Wird diese Formation nun bestätigt ergibt sich ein rechnerisches Kursziel dass runde 10,- Euro über dem heutigen Aktienkurs liegt. Hier sind immer noch einige Adressen short, was ab einem gewissen Punkt zu einer Trendbeschleunigung führen könnte…!

Das endgültige AUS für Solarworld?

Ich verfolge das Trauerspiel ja nur noch gelegentlich, aber gestern konnte man lesen, dass die Solarworld offenbar ernsthafte Schwierigkeiten hat, aus den einst in den goldenen Zeiten geschlossenen Verträgen rauszukommen. Dieser Umstand hat nun offenbar das Potenzial den Solarkonzern endgültig zu Fall zu bringen…

Hintergrund ist der für die Jahre 2005 bis 2010 geschlossene Vertrag mit der US Firma Hemlock, die heute unverschämterweise 😉 die Bezahlung der damals eingegangenen Verpflichtungen der Firma Solarword fordert. Ein US Gericht vertrat nun die Ansicht, dass die Forderung von Hemlock durchaus rechtens sei, wohingegen Solarword darauf beharrt, dass diese gegen geltendes EU-Recht verstoße. Der Liefervertrag für Silizium umfasste damals einen Gesamtwert vonca. 676 Millionen Dollar. Nebst Zinsen schuldet Solarword der Firma Hemlock somit heute etwa runde 800 Millionen Dollar, auch wenn die vereinbarten Mengen nicht abgenommen wurden. Solarword verfügte Stand Ende Juni 2015 aber lediglich noch ca. 140 Millionen Euro in der Kasse.

Daraus resultiert somit nun eine echte Überschuldung-Gefahr für Solarworld, die unweigerlich zur Insolvenz führen könnte, falls der deutsche Solarkonzern seine Verpflichtungen in voller Höhe begleichen muss. Wer sich in den letzten Jahren ein wenig mit der Rechtsprechung von US Gerichten bezüglich ausländischer Konzerne befasst hat, weiß dass die Wahrscheinlichkeit für einen in Solarworld´s Sinn ungünstigen Richterspruch recht hoch ist. Somit kann auch das Anlageurteil für die Solarworld Aktie nur ein klares „Finger weg“ sein! Mein Fazit zu der Aktie bleibt somit unverändert: Bestanden im Vorfeld dieser Bericht schon wenig Aussichten darauf, hier einen echten Highflyer oder Rebound-Kandidaten im Depot zu haben, tendieren diese nun wohl so langsam eher gen Null…!

Die heutige Meldung dazu auf Investors Inside ist nur eine Randnotiz zur Information der leidgeprüften Solarworld Aktionäre und garantiert der letzte Artikel zu der Aktie den Sie hier lesen können 😉

Der „neue“ VW Skandal hat es in sich…!

Gestern Abend erreichte erneut eine Nachricht die Märkte, die durchaus das Potenzial hat den Markt heute mal wieder etwas durcheinander zu wirbeln. Volkswagen hat offenbar nicht nur bei den kleineren Vierzylinder-Diesel ein „Software-Problem“, sondern auch die Sechszylinder-Diesel-Motoren sollen betroffen sein…

Damit stehen auch die Konzerntöchter Audi und Porsche nun auch direkt im Kreuzfeuer der Kritik. Denn sowohl bei einigen Modellen der Baureihe A6 Quattro, A7 Quattro, A8 und A8L sowie beim Q5 (Q7 nicht!?) und auch dem Porsche Cayenne sowie dem VW Touareg sind die fraglichen Motoren in den letzten Jahren verbaut worden.

Die US-Umweltbehörde EPA gab gestern bekannt, dass der VW Konzern die Manipulations-Software auch in die oben genannten Modelle der 3-Liter V6-Diesel-Aggregaten installiert haben könnte. Insbesondere betroffen seien hier die Modelljahrgänge 2014 bis 2016, bei denen die gemessenen Abgaswerte bis zu neun mal höher sind als angegeben. Der Volkswagen Konzern wies die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme zurück und sicherte erneut zu vollumfänglich mit der EPA an einer lückenlosen Aufklärung zu arbeiten.

Volkswagen Aktie Chart nach Dieselgate

Damit weitet sich die Dieselgate-Affäre in vielerlei Hinsicht aus. Denn bereits wieder gefasstes Vertrauen dürfte alleine aufgrund der Vermutung erschüttert worden sein, dass VW möglicherweise immer noch nicht ganz mit offenen Karten spielt. Sollte sich der Verdacht der US Umweltbehörde EPA bestätigen, wäre dies wohl dann der finale Beweis dafür, dass es in Sachen „lückenloser Aufklärung“ des Konzerns um die gemachten Fehler nicht so bestellt ist, wie man es nun in einer solch existenzbedrohenden Situation erwarten würde. Noch ist hier allerdings nichts „bewiesen“, aber alleine der Verdachtsmoment ist alles andere als gut für den VW Konzern und natürlich auch die Aktie.

Die VW Vz. Aktie machte gestern einen Freudensprung (siehe Chart) an der Börse und brach aus der zuvor definierten Trading-Range zwischen 103 und 110,- Euro nach oben aus. Grund für diesen Anstieg dürften wohl – neben den guten Porsche Zahlen – die Berichte gewesen sein, das die Verbraucher möglicherweise direkt an den Kosten der Rückrufaktion beteiligt werden und auf den Konzern somit weniger Belastungen zukommen werden. Ob das allerdings angesichts der Situation die richtige Strategie ist, um sich die Autokäufer von morgen zu sichern, darf ernsthaft bezweifelt werden. Kurzfristig würde dies der Bilanz des Konzerns möglicherweise helfen, langfristig aber wohl zum Verlust eines hohen Prozentsatzes an Kunden bedeuten. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass man bei Volkswagen diesen Weg wirklich beschrieben will!

Ich gehe nun davon aus, dass die VW Aktie, ebenso wie die Porsche Aktie, die manche Anleger offenbar immer noch mit dem Autobauer Porsche in Zusammenhang bringen, deutlich unter Druck kommen werden und sich der gestrige Ausbruch nach oben als klassischer Fehlausbruch erweisen könnte. Einen Rückfall in die Trading-Range als erste Reaktion auf die Nachrichten halte ich für sehr wahrscheinlich. Ob diese dann unter den neuen Voraussetzungen noch gehalten werden kann, bleibt aber noch abzuwarten und hängt maßgeblich wohl auch von den weiteren Prüfungsergebnissen der EPA ab!

SolarCity schockt – First Solar rockt!

Es wird immer schlimmer – so oder so ähnlich könnte man die Entwicklung bei SolarCity auf den ersten Blick bezeichnen. Der Solarkonzern, an dem Tesla´s CEO Elon Musk eine wesentliche Beteiligung hält und seine beiden Cousins die Firma leiten, hat gestern nachbörslich die Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert. Und die hatten es wirklich in sich. Die Aktie fiel nachbörslich um knapp 20 Prozent auf 30,15 Dollar…

Bereits im Februar hatte Investors Inside vor allzu viel Euphorie bei der SolarCity Aktie gewarnt. Der Elon-Musk-Bonus ist allmählich aufgebraucht, ähnlich wie bei der Elektroauto-Schmiede Tesla, wo die Anleger nun immer mehr und mehr auf fundamentale Daten achten, als sich nur blind auf die Visionen eines zugegebener Maßen charismatischen Oberhauptes zu verlassen. Gestern Abend platzte dann die Bombe bei SolarCity…nachdem in den letzten Quartalen lediglich die Höhe des Verlustes bei dem Unternehmen gesteigert werden konnte, musst man erneut tiefrote Zahlen verkünden.

Dabei konnten die Umsätze auf Jahresbasis von 58,3 auf 113,8 Millionen Dollar nahezu verdoppelt werden. Dennoch gelang es dem Management u.a. durch extrem hohe Marketingausgaben den Verlust in diesem Zeitraum ebenfalls glatt zu verdoppeln! Mit einem Minus in Höhe von 215 Millionen Dollar lag der Fehlbetrag deutlich über den erzielten Umsätzen, was ansich schon als echte Leistung bezeichnet werden kann. Dabei machten die Kosten für Sales und Marketing den Löwenanteil mit 129,3 Millionen Dollar aus. Soweit zu dem Zahlenwerk, das ist aber noch nicht die ganze Story…

Natürlich wird anlässlich dieser Zahlen klar dass hier das Wachstum, ähnlich wie bei Amazon, klar im Fokus steht. Solarcity konnte seinen Kundenstamm in dieser Zeitspanne um stolze 77 Prozent auf nunmehr fast 300.000 steigern. Auch der Auftragseingang legte deutlich zu. Damit verbundene langfristige Einnahmen konnten ebenfalls gesteigert werden. Dennoch dürfte das Management nun allmählich etwas auf die Bremse treten, denn die Aktionäre verlieren die Geduld. Solarcity wird derzeit mit knapp 3 Milliarden Dollar (nach dem heutigen Kursrutsch) an der Börse bewertet!

Ganz anders sieht es bei dem US Solarunternehmen First Solar aus! Mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 3,38 Dollar konnte das Unternehmen die Erwartungen des Marktes geradezu pulverisieren. Erwartet wurde hier ein Wert von 1,55 Dollar Gewinn je Aktie bei einem Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar. Tatsächlich setzte das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar um. FirstSolar bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr erneut. Der Umsatz soll zwischen 3,5 und 3,6 Milliarden Dollar liegen, dabei wird ein Jahresgewinn je Aktie in Höhe von 4,30 bis 4,50 Dollar erwartet.

Dem aufmerksamen Leser fällt auf, dass damit wohl der Großteil der guten Nachrichten mit dem nachbörslichen Kursanstieg von 12 Prozent eingepreist sein dürfte. Dennoch bleibt die First Solar Aktie unter langfristigen Gesichtspunkten der aussichtsreichere und solidere Kandidat. Kurzfristig könnte es allerdings auch lohnen auf einen entsprechenden Bouncen bei Solarcity zu setzen…!

VW und Porsche – Was passiert mit der Dividende?

Die VW Aktie kann heute nach Bekanntgabe der Quartalszahlen etwas zulegen. Mit einem Zuwachs von ca. 3 bis 3,5 Prozent wird der Quartalsverlust in Höhe von 3,5 Milliarden Euro „gefeiert“, denn offenbar sind hier viele Marktteilnehmer von einem noch deutlicher Minus ausgegangen. Dennoch dürfte auch klar sein, dass der Abgasskandal den Konzern noch viel länger beschäftigen wird und dieses Thema nicht durch eine einmalige Abschreibung in Milliardenhöhe erledigt sein dürfte…

Dementsprechend vorsichtig fällt auch der Kursanstieg heute aus. Die VW Vz. Aktie verbleibt in der bestehenden Trading-Range zwischen 103,-  und 110,- Euro und ist somit weiterhin in der Warteschleife für neue Impulse. Eine Ausbruch aus dieser Handelsspanne nach oben bleibt vorerst unwahrscheinlich, bis weitere Fakten zu den tatsächlichen oder möglichen Kosten des Skandals auf dem Tisch liegen.  Im Schlepptau dieser Entwicklung befindet sich natürlich auch die Porsche Aktie, deren Entwicklung maßgeblich durch die Gewinne des Volkswagen Konzerns geprägt ist.

Bereits heute ließ man bei der Porsche SE verlauten, dass das angestrebte Jahresergebnis zwischen 2,8 und 3,8 Milliarden Euro nun auf einen Wert zwischen nur noch 0,8 bis 1,8 Milliarden Euro sinken werde. Ein deutlicher Einbruch würde ich mal sagen! Dabei ist es aus meiner Sicht auch noch gar nicht sicher ob es überhaupt einen Gewinn bei der Porsche SE geben wird. Denn VW hat bereits jetzt angekündigt für das Gesamtjahr mit einem deutlich rückläufigen Ergebnis zu kalkulieren. Je nachdem was „rückläufig“ tatsächlich heißt, wird sich dies auch direkt auf die Mitarbeiter-Boni und Dividenden auswirken. Wobei ich persönlich eher davon ausgehen würde, dass die Aktionäre hier deutlicher benachteiligt werden, da die Mitarbeiter ja nichts für den ganzen Schlamassel können…!

In jedem Fall kann man nach heutigen Pressemeldung von Porsche wohl davon ausgehen, dass eine entsprechende Dividendenkürzung bei Volkswagen bereits ein Thema ist. Eine geschätzte Dividende aufgrund der heutigen Porsche-Meldung läge dann eher bei ca. 2 Prozent und nicht etwa bei 6 wie ursprünglich für das kommende Jahr prognostiziert. Für dieses Jahr waren ca. 5,3 Prozent Dividende veranschlagt, auch diesen Wert müsste man dann wohl eher dritteln, wenn man diese Prognose zu Grunde legt. Als Dividendentitel ist die VW Aktie somit bis auf Weiters wahrscheinlich ungeeignet. Dividendenorientierte Fonds werden Ihre Positionen künftig anpassen müssen…

Selbstverständlich sind dies alles aktuell noch lose Überlegungen und persönliche Schlussfolgerungen aus den heutigen Meldungen. Niemand kann heute seriös prognostizieren wie sich die Lage bei VW in den kommenden Monaten entwickeln wird. Ähnlich wie bei der gescheiterten VW Übernahme durch Porsche rechne ich persönlich aber damit, dass das ganze Thema die Gerichte noch auf Jahre beschäftigen wird. Dementsprechend empfinde ich auch bei dem heutige Kursanstieg nicht den Hauch von Euphorie, was die nähere Zukunft des Volkswagen Konzerns anbelangt. Denn das dicke Ende kommt möglicherweise noch…

Alibaba – Top Zahlen und ein dickes Kaufsignal

Alibaba hat bereits gestern vor dem US Börsenstart hervorragende Zahlen vorgelegt und damit alle Zweifler Lügen gestraft. Das September-Quartal lief deutlich besser als vom Markt erwartet. Mit einem Umsatz in Höhe von knapp 3,5 Milliarden Dollar(plus 32 Prozent!) und einem ebenso deutlichem Umsatzanstieg beim Bruttowarenvolumen in Höhe von 28 Prozent legte der Internet-Gigant kräftig zu. Der Gewinn konnte im gleichen Zeitraum um 36 Prozent auf ca. 1,5 Milliarden Dollar gesteigert werden.

Dieses Zahlenwerk ist angesichts einer lahmenden chinesischen Wirtschaft umso bemerkenswerter. Zudem deuten diese Zahlen darauf hin, dass Alibaba seine marktbeherrschende Stellung in China nicht nur behaupten, sondern weiter ausbauen konnte. Insbesondere bei der Kaufabwicklung über mobile Endgeräte wurden die Umsätze deutlich gesteigert! Experten gehen davon aus, dass ca. 80 Prozent des Online-Handels in China über eines der Alibaba Tochterunternehmen abgewickelt wird. Zu Alibaba gehören unter anderem die Plattformen Taobao, Tmall und Juhuasuan.

Ausbruch aus dem keil bei Alibaba

Die Alibaba Aktie ist bereits im Vorfeld der Quartalsbilanz mustergültig und unter hohen Umsätzen aus dem abwärts gerichteten Keil nach oben ausgebrochen. Gestern dann erfolgte die Betätigung, bzw. Beschleunigung dieses Trend wobei hier zur Handelseröffnung ein kräftiges Gap gerissen wurde. Trotz der anfänglichen Gewinnmitnahmen konnte die Aktie gegen Handelsende noch einmal deutlich anziehen, was demnächst wieder Kurse oberhalb der 80,- Dollar Marke erwarten lässt. Das Kursziel aus der aktuellen Bewegung und der vorangegangenen Wendeformation erwarte ich nun im Bereich 86,30 Dollar, bevor dann möglicherweise eine erste Konsolidierung folgt.

Abschließend sei noch kurz erwähnt, dass das Zahlenwerk von Alibaba grundsätzlich darauf schließen lässt, dass es gar nicht so schlecht um die Wirtschaftslage Chinas bestellt ist. Zumindest die Konsumbereitschaft der Chinesen scheint ungebrochen zu sein. Diese Vermutung untermauern auch die gestern gelieferten Apple Zahlen. Alibaba ist und bleibt ein Basisinvestment für Anleger die auf eine Fortführung der Wachstumsstory Chinas setzen möchten!

Apple – Selbstmord aus Angst vor dem Tod…

Apple schlägt erneut die Erwartungen des Marktes, aber die Aktie bleibt davon bislang unberührt… So oder ähnlich könnte man die Ereignisse des gestrigen Abends etwas gelangweilt zusammenfassen. Ein Phänomen an das man sich als Apple Aktionär wohl langsam gewöhnen muss, denn dies ist bereits das dritte Quartal mit Rekordwerten ohne nennenswerte Reaktion der Aktie darauf…

Apple konnte im dritten Quartal 11,1 Milliarden Dollar verdienen, was einer erneuten steigern um 31 Prozent entspricht! Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum noch einmal um 22 Prozent auf 51,5 Milliarden Dollar. Dabei wurden 48 Millionen iPhones verkauft, was ebenfalls 22 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Insbesondere in China konnte Apple mit dem neuen iPhone punkten. Hier lag das Absatzplus gar bei 120 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar. Etwas schwächer liefen hingegen zum wiederholten Mal die iPad Verkäufe mit 9,89 Millionen abgesetzten Geräten. Die Macs fanden aber erstaunlicherweise wieder mehr Abnehmer, was in einem insgesamt schwächelnden PC Markt ebenfalls bemerkenswert ist…!

Für das Gesamtjahr hat Apple nun einen stolzen Umsatz von 233,7 Milliarden Dollar (plus 28 Prozent) verbucht, wobei ein Gewinn in Höhe von rund 43,4 Milliarden Dollar (plus 35 Prozent)  in den Büchern steht. Mit dem jüngsten Quartalsgewinn erhöht sich auch der Cash Bestand des Unternehmens erneut auf 205,7 Milliarden Dollar. Anlegerherz was willst Du mehr..!!!

Die Aktie kam nachbörslich dennoch nicht recht in Schwung und notierte nahezu unverändert, nachdem zuvor sogar leichte Verluste zu verzeichnen waren. Das Problem bleibt offenbar die schiere Größe des Konzerns und die ständige Angst der Anleger vor einer Enttäuschung – die auch zwangsläufig irgendwann mal kommen muss. Kein Unternehmen dieser Welt wird es dauerhaft schaffen die Ziele immer weiter nach oben zu schrauben, ohne zwischendurch auch mal eine Wachstumsdelle zu durchleben! Offenbar ist Apple aber noch nicht an diesem Punkt, weswegen diese Ängste offensichtlich auch noch unbegründet sind.

Marktkommentare dahingehend, dass man jetzt bereits wieder Befürchtungen hat dass das Weihnachtsquartal enttäuschen könnte, genau weil die aktuellen Daten erneut so stark waren entbehren aus meiner Sicht jeder Grundlage und zeugen nicht unbedingt von strahlendem Optimismus! Viel mehr erinnert diese Einstellung an den Spruch: „Selbstmord aus Angst vor dem Tode“

Eine Chartanalyse ist an dieser Stelle nun wenig hilfreich, das sich die Nachricht erst einmal setzen muss. Spätestens heute Nachmittag, mit der US Börseneröffnung, werden wir die ersten „echten“ Kurse bei der Apple Aktie sehen und wissen wie der Markt die Quartalszahlen tatsächlich interpretiert. Bis dahin bleibt die Aktie grundsätzlich in der gleichen angespannten Lage wie in den vergangenen Wochen. Erst ein Ausbruch über die 120,- Dollar Marke würde dieses Bild wieder etwas entschärfen. Unterhalb von 108,- Dollar droht weiterhin die große Top-Formation. Es verspricht mal wieder ein spannender Tag für Apple Aktionäre zu werden…

Manz – erneut Vertrauen verspielt!

Nach Xetra Handelsschluss stürzt die Manz Aktie heute kräftig ab. Der Grund dafür liegt in einer erneuten und in der Höhe sehr überraschenden Umsatzwarnung, nachdem das Management erst vor Kurzem die Prognose leicht nach unten angepasst hatte…

Wenige Wochen später wird das Ausmaß der ganzen Umsatzschwäche offensichtlich auch dem Management klarer. Nachdem zuvor lediglich ein leichter Rückgang bezogen auf den Vorjahreswert von 305,9 Millionen Euro erwartet wurde, geht man heute bereits davon aus, dass in diesem Jahr nicht mehr als nur noch 200 bis 210 Millionen Euro erwirtschaftet werden können. Als Ursache sieht das Management erneut Auftragsverschiebungen in den Sektoren Energy Storage und Electronics sowie eine anhaltenden China-Schwäche.

Nicht die tatsächliche Höhe des nun erwarteten Verlustes im mittleren zweistelligen Millionenbereich dürfte dabei die Anleger ernsthaft schockieren, sondern viel mehr die Häufigkeit mit der solche Warnungen nun von Manz zu hören sind. Zudem muss ich mir persönlich beim Lesen solcher Nachrichten ersthaft die Frage stellen, ob das Management den Laden noch so richtig im Griff hat, wenn kurz nach einer Prognosensenkung Ende Juni heute bereits eine so deutliche Reduktion der ohnehin schon gesenkten Erwartungen erfolgt!? Wir reden hier immerhin inzwischen von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr!

Die Aktie geht auf Tauchstation und hat im frankfurter Handel bereits die letzte wesentliche Unterstützungsmarke bei ca. 49,30 Euro gerissen.  Sollte dies so bleiben und sich die Aktie nicht im Bereich der 50,- Euro Marke wieder stabilisieren, dürfte eine weiterer Kursrutsch unter die 43,- Euro Marke folgen. Grundsätzlich ist die Aktie sehr markteng was große Bewegungen immer begünstigt. Also Vorsicht vor zu frühen Käufen aufgrund der zuletzt bekannt gewordenen Adidas-Kooperation oder ähnlichem. Trotz dem demnächst eingeleiteten Sparprogramm dürften erste Erfolge frühestens im Jahr 2016 oder später sichtbar werden. Rückschlüsse auf Tesla, Apple oder ähnliche mögliche Ursachen würde ich mir an dieser Stelle aber verkneifen…

Die Dialog Aktie taucht ab – was macht Apple?

Die Aktie von Dialog Semiconductor ist heute kräftig unter Druck, nachdem die veröffentlichen Quartalszahlen offensichtlich nicht ganz den Geschmack der Anleger getroffen haben. Zwar konnten alle nennenswerten Eckdaten kräftig nach oben geschraubt werden, letztlich reichte dies aber dennoch nicht aus um für weiter steigende Kurse zu sorgen. Die Charttechnik hat hier bereits seit längerem zur Vorsicht gemahnt…

Dialog steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 18 Prozent auf 330 Millionen Dollar, gegenüber dem Vorjahresquartal. Dabei fiel die Steigerung im Vergleich zum Vorquartal Q2/2015 aber verhältnismäßig gering aus. Lediglich vier Prozent konnte der Apple Zulieferer zulegen, was auch darauf hindeuten könnte (!) dass wir bei der Zahlenvorlage des iPhone-Giganten aus Kalifornien morgen möglicherweise eine negative Überraschung erleben. Apple ist mit weitem Abstand Hauptkunde von Dialog, was man seitens der Unternehmensführung um Java Bagheril gerade durch eine milliardenschwere Übernahme ändern möchte. Die geplante Übernahme von Atmel hatte bereits im Vorfeld der heutigen Zahlenvorlage deutliche Spuren im Aktienchart hinterlassen…

Dialog Chart mit Abwärtstrend

Die Aktie befindet sich offensichtlich in einem klar definierten Abwärtstrend. Die beiden vorangegangenen Konsolidierungen in Form eine Flagge waren geradezu mustergültig. Nun dürfte die Aktie also die fünfte und letzte Welle der aktuellen Abwärtsbewegung vollenden. Wo diese dann ausläuft kann noch nicht eindeutig festgelegt werden. Wesentliche Wendezonen liegen nun im Bereich um die 33,50 Euro, sowie 32,50 und 29,95 Euro. Vorsicht bleibt aber geboten, denn auch ein Test der unteren Begrenzung des hier eingezeichneten Trendkanals ist durchaus vorstellbar!

Fazit: Das operative Ergebnis von Dialog Semiconductor  legte auf Jahresbasis um 44 Prozent zu, wobei ein Gewinn in Höhe von 43 Millionen Dollar anfiel. Auch hier hatten Analysten mit etwa mehr gerechnet. Die EBIT Marge lag bei 18,3 Prozent. Alle gelieferten Daten waren also durchaus ordentlich, wobei die geplante Übernahme von Atmel bereits seit Wochen den Aktienkurs belastet. Der Kaufpreis in Höhe von rund vier Milliarden Dollar ist und bleibt ein dicker Brocken für Dialog, auch wenn das Unternehmen damit die richtige Richtung eingeschlagen hat, um die Abhängigkeit von Apple künftig deutlich zu verringern. Übernahmen dieser Größenordnung bringen aber nicht selten zunächst einmal deutliche Probleme mit sich.

Die morgen veröffentlichten Apple Quartalszahlen werden nicht ohne Einfluss auf den Dialog Aktienkurs sein und möglicherweise für eine Trendbeschleunigung nach unten sorgen, falls die Kalifornier patzen. Im Falle eines Freudensprungs nach oben dürfte sich die Dialog Aktie wohl etwas erholen. Letztlich bleibt die Aktie aber aus charttechnischer Sicht deutlich angeschlagen. Erst Kurse oberhalb von ca. 41,- Euro würden das Bild wieder aufhellen.

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