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Öl belastet weiter – Deutsche Bank, VW, K+S, Dürr und Daimler im Fokus

Die Börsen bleiben unter Druck, insbesondere so lange der Ölpreis keine nachhaltige Trendwende vorweisen kann. Auch gestern haben wir somit wieder einmal ein regelrechtes Massaker in den USA gesehen. Ich gehe aber auch davon aus, dass diese Bewegungen jenseits des Atlantik eher hausgemacht sind und nicht alle zwingend etwas mit dem Ölpreis-Verfall zu tun haben. Denn letztlich kommen nun nahezu alle Aktien, wie Tesla, Amazon und auch die Biotechnologie Branche unter Druck die die Rallye an den US Börsen jahrelang befeuert haben. Und das ist prinzipiell gut so, denn die teilweise astronomischen Bewertungen dieser Unternehmen nähern sich nun zusehends einem eher „normalen“ Bereich. Auffällig ist aber in diesem Zusammenhang  auch, dass der DAX sich mehr und mehr von der allgemeinen Schwäche der Märkte in Asien und Amerika abkoppeln kann! Somit hier ein kurzes Trading Update zu ein paar interessanten Aktien…

Die Deutsche Bank Aktie hat heute das von mir bereits im Oktober 2015 dargestellte mögliche Kursziel bei ca. 15,35 Euro nun erreicht, bzw. leicht unterschritten. Damit ist nun ein wesentliches Ziel auf der Unterseite abgearbeitet worden. Leider hat sich meine letzte Annahme einer möglichen Umkehr im Bereich um die 16,- Euro nicht bestätigt. Ein gewisses Restrisiko sehe ich hier nun noch bis in den Bereich von ca. 14,85 Euro, wobei alles was wir ab jetzt an weiterem Kursverfall sehen werden, wohl dann auch deutlich überzogen ist. Ausschließen sollte man eine weitere Schwäche aber nicht grundsätzlich. Inzwischen sind die Chancen auf eine technische Gegenreaktion nun deutlich höher als ein weiterer Kurssturz. Nach wie vor ist die Aktie eine die man nicht im Depot haben muss – wenn doch, dann wohl aber jetzt so langsam…

Bei VW läuft es nach wie vor nicht gerade rund. Auf dem amerikanischen Absatzmarkt musste man – wahrscheinlich aufgrund des Abgasskandals – nun einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen. Insgesamt verzeichnete die Automobilbranche den stärksten Monat seit zehn Jahren, was grundsätzlich aufhorchen lässt! Mit den jüngsten Zahlen aus den USA wird aber auch klar, dass die Krise bei dem VW Konzern wohl offenbar doch etwas am Vertrauen der Verbraucher gerüttelt hat! Denn andere Premium Autobauer schafften zumindest noch leichte Zuwachsraten oder nur leichte Rückgänge. Bei VW sackten die Verkäufe hingegen im Januar um stolze 14,6 Prozent ab. Die Aktie ist weiterhin unter Druck und nähert sich nun aus charttechnischer Sicht wieder dem kritischen Bereich um 100,- Euro. Ein Unterschreiten wäre sicherlich extrem negativ zu werten. Heute wurde erst einmal das letzte verbliebene Gap geschlossen, die Charttechnik bleibt negativ!

Die K+S Aktie ist gestern ebenfalls erneut abgeschmiert. Grund hierfür waren die Diskussionen um einen möglichen Rauswurf des Unternehmens aus dem DAX beim alljährlichen Wechsel der Zusammenstellung der Indizes. Am 3. März wird dann darüber entschieden ob möglicherweise der Medienkonzern ProSiebenSAT1 Media diesen Platz einnehmen wird. Bei den Unterföhringern läuft es weiterhin rund, was man von Kali und Salz im Moment nicht gerade behaupten kann. Dennoch würde ich genau an dieser Stelle nun auf eine Gegenbewegung der K+S Aktie setzen. Denn aus charttechnischer Sicht wurde mit 18,30 heute eine wesentliche Unterstützung abgearbeitet, die halten sollte. Rein fundamental betrachtet ist die Aktie ohnehin nicht gerade teuer, auch wenn die Rahmenbedingungen im Moment nicht wirklich optimal sind. Einen neuen Übernahmeversuch durch Potash würde ich im Moment ausschließen. Aus heutige Sicht wäre die Annahme des damaligen Angebotes wohl aber eine gute Idee gewesen…

Völlig überverkauft erscheint mir nun auch die Dürr Aktie auf diesem Niveau zu sein. Zwar ist die Aktie gestern charttechnisch klassisch durchgefallen, die heutige Gegenbewegung lässt aber erahnen, dass es sich hier möglicherweise um eine klassische Bärenfalle gehandelt haben könnten. Achten Sie somit auf die langfristige Unterstützungslinie, die aktuell im Bereich um die 58,- Euro zu finden ist. Ein Rücklauf über 58,35 Euro würde diese Theorie aus meiner Sicht bestätigen..

Ähnlich stellt sich die Situation bei der Daimler Aktie dar. Die Aktie der Stuttgarter ist im Moment wohl der solideste Titel den man im Automobilsektor kaufen kann. Das September Tief wurde bei der Aktie heute erfolgreich getestet, somit stellt sich auch hier die ernsthafte Frage ob ein erster Kauf  sinnvoll sein könnte. Die zuletzt beobachtete relative Schwäche der Aktie hat sich inzwischen in relative Stärke gewandelt…!

Fazit: Viele Charts sehen inzwischen nach Kapitulation aus, was auf der anderen Seite demnächst wieder deutliche Chancen für Mutige bieten könnte. Das Umfeld ist allerdings weiterhin als „äusserst mies“ zu bezeichnen und somit muss man auch entsprechend vorsichtig agieren. Japan und China schwächeln, haben nun aber wieder interessante Rebound-Leves erreicht. Sorge bereitet den Anlegern zusehends aber der erneut stark eingebrochene Ölpreis, der auch gestern wieder hauptsächlich verantwortlich für den Rutsch an der Wall Street gewesen sein dürfte.

Somit bleibt alles bis auf Weiteres wie im Katastrophenmonat Januar – das mögliche Absturzszenario oder aber die Chancen auf eine kräftige Gegenbewegung. In jedem Fall ist hier nun ein kühler Kopf und eine ruhige Hand gefragt, denn auch die oben beschriebenen Situationen bei einzelnen Aktien sind nur ein Anhaltspunkt und in einem Markt wie diesem lediglich als Orientierungshilfe zu sehen. Wer aktuell also lieber gar nichts macht und auf die richtigen Signale wartet ist somit zumindest deutlich entspannter als diejenigen die sich mit diesem Markt rumschlagen müssen..!

SolarCity schockt – First Solar rockt!

Es wird immer schlimmer – so oder so ähnlich könnte man die Entwicklung bei SolarCity auf den ersten Blick bezeichnen. Der Solarkonzern, an dem Tesla´s CEO Elon Musk eine wesentliche Beteiligung hält und seine beiden Cousins die Firma leiten, hat gestern nachbörslich die Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert. Und die hatten es wirklich in sich. Die Aktie fiel nachbörslich um knapp 20 Prozent auf 30,15 Dollar…

Bereits im Februar hatte Investors Inside vor allzu viel Euphorie bei der SolarCity Aktie gewarnt. Der Elon-Musk-Bonus ist allmählich aufgebraucht, ähnlich wie bei der Elektroauto-Schmiede Tesla, wo die Anleger nun immer mehr und mehr auf fundamentale Daten achten, als sich nur blind auf die Visionen eines zugegebener Maßen charismatischen Oberhauptes zu verlassen. Gestern Abend platzte dann die Bombe bei SolarCity…nachdem in den letzten Quartalen lediglich die Höhe des Verlustes bei dem Unternehmen gesteigert werden konnte, musst man erneut tiefrote Zahlen verkünden.

Dabei konnten die Umsätze auf Jahresbasis von 58,3 auf 113,8 Millionen Dollar nahezu verdoppelt werden. Dennoch gelang es dem Management u.a. durch extrem hohe Marketingausgaben den Verlust in diesem Zeitraum ebenfalls glatt zu verdoppeln! Mit einem Minus in Höhe von 215 Millionen Dollar lag der Fehlbetrag deutlich über den erzielten Umsätzen, was ansich schon als echte Leistung bezeichnet werden kann. Dabei machten die Kosten für Sales und Marketing den Löwenanteil mit 129,3 Millionen Dollar aus. Soweit zu dem Zahlenwerk, das ist aber noch nicht die ganze Story…

Natürlich wird anlässlich dieser Zahlen klar dass hier das Wachstum, ähnlich wie bei Amazon, klar im Fokus steht. Solarcity konnte seinen Kundenstamm in dieser Zeitspanne um stolze 77 Prozent auf nunmehr fast 300.000 steigern. Auch der Auftragseingang legte deutlich zu. Damit verbundene langfristige Einnahmen konnten ebenfalls gesteigert werden. Dennoch dürfte das Management nun allmählich etwas auf die Bremse treten, denn die Aktionäre verlieren die Geduld. Solarcity wird derzeit mit knapp 3 Milliarden Dollar (nach dem heutigen Kursrutsch) an der Börse bewertet!

Ganz anders sieht es bei dem US Solarunternehmen First Solar aus! Mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 3,38 Dollar konnte das Unternehmen die Erwartungen des Marktes geradezu pulverisieren. Erwartet wurde hier ein Wert von 1,55 Dollar Gewinn je Aktie bei einem Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar. Tatsächlich setzte das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar um. FirstSolar bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr erneut. Der Umsatz soll zwischen 3,5 und 3,6 Milliarden Dollar liegen, dabei wird ein Jahresgewinn je Aktie in Höhe von 4,30 bis 4,50 Dollar erwartet.

Dem aufmerksamen Leser fällt auf, dass damit wohl der Großteil der guten Nachrichten mit dem nachbörslichen Kursanstieg von 12 Prozent eingepreist sein dürfte. Dennoch bleibt die First Solar Aktie unter langfristigen Gesichtspunkten der aussichtsreichere und solidere Kandidat. Kurzfristig könnte es allerdings auch lohnen auf einen entsprechenden Bouncen bei Solarcity zu setzen…!

Manz – erneut Vertrauen verspielt!

Nach Xetra Handelsschluss stürzt die Manz Aktie heute kräftig ab. Der Grund dafür liegt in einer erneuten und in der Höhe sehr überraschenden Umsatzwarnung, nachdem das Management erst vor Kurzem die Prognose leicht nach unten angepasst hatte…

Wenige Wochen später wird das Ausmaß der ganzen Umsatzschwäche offensichtlich auch dem Management klarer. Nachdem zuvor lediglich ein leichter Rückgang bezogen auf den Vorjahreswert von 305,9 Millionen Euro erwartet wurde, geht man heute bereits davon aus, dass in diesem Jahr nicht mehr als nur noch 200 bis 210 Millionen Euro erwirtschaftet werden können. Als Ursache sieht das Management erneut Auftragsverschiebungen in den Sektoren Energy Storage und Electronics sowie eine anhaltenden China-Schwäche.

Nicht die tatsächliche Höhe des nun erwarteten Verlustes im mittleren zweistelligen Millionenbereich dürfte dabei die Anleger ernsthaft schockieren, sondern viel mehr die Häufigkeit mit der solche Warnungen nun von Manz zu hören sind. Zudem muss ich mir persönlich beim Lesen solcher Nachrichten ersthaft die Frage stellen, ob das Management den Laden noch so richtig im Griff hat, wenn kurz nach einer Prognosensenkung Ende Juni heute bereits eine so deutliche Reduktion der ohnehin schon gesenkten Erwartungen erfolgt!? Wir reden hier immerhin inzwischen von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr!

Die Aktie geht auf Tauchstation und hat im frankfurter Handel bereits die letzte wesentliche Unterstützungsmarke bei ca. 49,30 Euro gerissen.  Sollte dies so bleiben und sich die Aktie nicht im Bereich der 50,- Euro Marke wieder stabilisieren, dürfte eine weiterer Kursrutsch unter die 43,- Euro Marke folgen. Grundsätzlich ist die Aktie sehr markteng was große Bewegungen immer begünstigt. Also Vorsicht vor zu frühen Käufen aufgrund der zuletzt bekannt gewordenen Adidas-Kooperation oder ähnlichem. Trotz dem demnächst eingeleiteten Sparprogramm dürften erste Erfolge frühestens im Jahr 2016 oder später sichtbar werden. Rückschlüsse auf Tesla, Apple oder ähnliche mögliche Ursachen würde ich mir an dieser Stelle aber verkneifen…

Tesla Chef Elon Musk twittert ein paar Milliarden…

Von wegen bei Twitter wird kein Geld verdient! Während der Zwitscherdienst heute an der Börse kräftig abgestraft wurde, weil sich das Wachstum offenbar etwas verlangsamt hat, gelangen es dem Tesla Chef Elon Musk den Wert seines Unternehmens mit nur zwei Tweets  um ca. 2,7 Milliarden Dollar anzuheben. Das dürfte einigermaßen rekordverdächtig sein und stellt sogar Carl Ikahn´s Twitter Aktivitäten zur Apple Aktie noch in den Schatten. Zumindest was die prozentuale Wertsteigerung in kürzester Zeit anbelangt.

Auch bei der Twitter Aktie konnte man sich heute nicht über mangelnde Bewegung beschweren. Der Twitter-Kurs stürzte am Dienstag zum Handelsstart an der Wall Street um mehr als 13 Prozent auf 42,19 Dollar ab, nachdem das Unternehmen eine Steigerung der aktiven Nutzer von „nur“ 23 Prozent bekannt gegeben hatte. Offensichtlich hatten sich Anleger hier deutlich mehr erwartet. Letztlich wurden aber damit nur die vorangegangenen Kursgewinne von 19 Prozent etwas relativiert.

Die Tesla Aktie hingegen gewann – wie bereits erwähnt – heute knapp 10 Prozent hinzu, nachdem Elon Musk den zuvor im Wall Street Journal erschienenen Artikel dementierte, in dem zu lesen war, dass der Elektroauto-Hersteller ca 25 Prozent weniger Fahrzeuge des Model S in Nordamerika abgesetzt hätte. Musk antwortete auf diesen Artikel über Twitter kurz und bündig: „Article in WSJ re Tesla sales is inkorrect. September was a record high WW and up 65% year-over-year in North America.“ und löste damit eine erneute Rally aus, die einen der größten Tagesgewinne der vergangenen Monate für die Aktie zur Folge hatte.

65 Prozent Absatzsteigerung auf Jahresbasis in Nordamerika kling erst einmal phantastisch…. Diese Daten lassen sich leider aber auch nach der Veröffentlichung des Zahlenwerkes in der kommenden Woche nicht wirklich nachvollziehen. Denn traditionell veröffentlich Tesla nur weltweite Verkaufszahlen und gibt die Ergebnisse der einzelnen Regionen nicht bekannt. Die Aussagen auf Twitter sind somit erst einmal ein genialer Coup und erfüllen Ihren Zweck, auch wenn sich der Firmenchef damit aus meiner Sicht auf sehr dünnem Eis bewegt. Die Frage ob Musk solche Informationen überhaupt vorab hätte herausgeben dürfen, sollen andere klären…!

Tesla Aktie Chart Analyse mit Trend

Die Zahlenvorlage in der kommenden Woche dürfte somit umso interessanter werden. Ähnlich wie bei der vollmundigen Ankündigung des „Model D“ die sich dann letztlich nur als überarbeitetes Model S entpuppte, könnte die Enttäuschung der Anleger zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit groß sein, wenn man feststellt dass die angenommene Absatzsteigerung von 65% bei weitem nicht auf alle Regionen dieser Welt zutrifft. Wie man in dem Chart sehen kann, kam diese „rettende Meldung“ aber genau zur richtigen Zeit, da der Aktie zuvor ein weiterer Absturz gedroht hat. Die rote Linie stellt den langfristigen Aufwärtstrend dar und wurde bereits unterschritten. Mit einem weiteren Kursrutsch unter die 200,- Dollar Marke wäre wohl auch die 5-Wellen-Abwärstbewegung mustergültig vollendet worden…!

Auch die Anteilverkäufe von Daimler und Toyota dürften zudem nicht ganz zufällig erfolgt sein. Geht man davon aus, dass die beiden Autobauer sehr genau beobachten wie sich die Absatzzahlen der Mitbewerber, bzw. der Unternehmen an denen man beteiligt ist, entwickeln, könnte diese Vorgehensweise zumindest theoretisch untermauern, dass man dort erst einmal nicht von weiteren Kurssteigerungen ausgeht. Grundsätzlich hätte ein Verkauf der Anteile zu den Höchstkursen bei 280,- Dollar mehr Sinn gemacht, wenn es sich einfach nur um ein strategisches Investment gehandelt haben sollte. Es sei denn man hat nun plötzlich festgestellt, dass die Tesla-Erfolgsstory nun allmählich einen Knick bekommt…!? Ob dem so ist, oder aber andere Gründe für den Verkauf gesprochen haben, kann ich nicht abschließend beurteilen. Aber all diese Ereignisse in kurzer Zeit ergeben für mich ein gewisses Bild, dass mich nun sehr vorsichtig werden lässt.

Letztlich sind dies alles noch lose Gedanken und Spekulationen, die aber gerade durch das Einschreiten Elon Musks, kurz vor der Zahlenvorlage als die Aktie eine wichtige Trendlinie nach unten verletzt hatte, Sinn machen könnten. Elon Musk hat mit seiner Aktion einmal mehr viel Hoffnungen der Anleger in den Aktienkurs gepumpt, die enttäuschet werden könnte. Mit der genannten Steigerung um 65 Prozent sind die Erwartungen an die Zahlenvorlage am Montag noch einmal deutlich gestiegen. Vielleicht war dies also nun der zweite entscheidende Fehler den er gemacht hat? Für mich persönlich bedeutet der gestrige Anstieg somit nicht zwingend, dass das im Chart eingezeichnete 5-Wellen-Szenario nun vom Tisch ist. Auch ein weiterer Anstieg der Aktie kann selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden, wenn die Wachstumsraten besser sein  sollten als erwartet. Am 3. November wissen wir sicherlich mehr…!

Tesla mit dem Mut zur Lücke – Wie weit fällt die Aktie?

Die heute schon erwähnte Tesla Aktie möchte ich kurz noch einmal aus charttechnischer Sicht beleuchten. Wie schon erwähnt hielt ich den letzten Kursanstieg bis auf 265,- für zu schnell und vor allem zu steil und fundamental wenig begründet. Wie man in folgendem Chart sehen kann laufen Trends dann zwar immer länger als man denkt, aber irgendwann kehrt die Realität wieder zurück und Übertreibungen werden korrigiert. Für mich war also nicht die Frage das die Tesla Aktie nachgeben würde, sondern viel mehr ab welchem Niveau und wann. Nun fällt der bisherige Rücksetzer bislang eher noch verhalten aus, was mich zu der Frage bringt wo diese Bewegung enden könnte. Wie so oft bei meiner persönlichen Trading-Strategie, spielen Kurslücken dabei eine gewisse Rolle:

Tesla Aktie offene Gaps

Wie man deutlich sehen kann befinden sich gerade im Tesla Chart noch einige offene Gaps (rote Kreise), die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann noch geschlossen werden dürften. Die letzte Kurslücke wurde bei 218,- Dollar gerissen und stellt aus meiner Sicht auch das heutige Minimalziel der aktuellen Korrekturbewegung dar. Auch das Schließen des zweiten großen Gaps unterhalb der 200,- Dollar Marke halte ich kurzfristig für sehr wahrscheinlich, um ein wenig der zuvor in den Chart gepumpten heißen Luft wieder abzulassen.

Bitte verstehen Sie mich hier nicht falsch – nicht alle Gaps werden immer geschlossen, zudem ist ein Up-Gap grundsätzlich ein sehr bullishes Zeichen und gerade bei einer Momentum-Aktie wie Tesla ist ein spontaner Richtungswechsel jederzeit wieder möglich. Dennoch treten solche Kurslücken gerade in Endphasen von Übertreibungen verstärkt auf und werden dann auch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von weit über 80 Prozent zeitnah wieder geschlossen. Entscheidend dabei ist auch die Größe der gerissenen Kurslücke. Kleinere Gaps in linearen Aufwärtsbewegungen kann man nach meiner Erfahrung durchaus vernachlässigen – größere eher nicht!

Ein weiteres nennenswertes Gap liegt im Übrigen bei 124,- Dollar, aber ich fürchte auf die Schließung werden wir noch etwas warten müssen…!

Das Jahr 2013 auf Investors Inside und die richtige Strategie für 2014

Nur noch wenige Handelstage, dann wird auch dieses, durchaus anspruchsvolle und in vielerlei Hinsicht aussergewöhnliche, Börsenjahr beendet sein. Wie immer in dieser Zeit habe ich meine Aktivitäten nun auf das Wesentliche reduziert um neue Kraft und Energie für das kommende Jahr zu tanken. Stopps werden enger gezogen, einzelne Positionen aktiv verkauft oder noch schnell ein paar von den Aktien gekauft die im kommenden Jahr gut laufen sollten. Das Optimieren der Steuern gehört in jedem Falle natürlich auch dazu. Jetzt ist auch die richtige Zeit um dieses Börsenjahr noch einmal reflektieren zu lassen und Dinge, die noch unbedingt erledigt werden müssen, abzuarbeiten. Was ist gut gelaufen, was nicht so, bzw. was ist für das kommende Jahr verbesserungswürdig? Welche Fehler habe ich gemacht? Was habe ich daraus gelernt? Und mit welchen Positionen habe ich die größten Gewinne eingefahren? Welche Termine muss ich unbedingt in meinem persönlichen Börsenkalender ergänzen, etc.

Ich kann einmal mehr auf ein Jahr mit vielen teilweise ungewöhnlichen Prognosen und Analysen auf Investors Inside zurückblicken, die nahezu vollständig aufgegangen sind. Dabei waren zwar nicht alle hier vorgestellten Titel umgehend ein voller Erfolg, aber mit jeder dieser Aktien ließ sich gutes Geld verdienen, wenn man den Ein- und Ausstieg konsequent geplant hat. Einige Aktien erwiesen sich weiterhin als echte Dauerläufer, wie z.B. die deutschen Autobauer und die Zulieferindustrie, allen voran die Peugeot Aktie, die ich kürzlich nach 11,5 Monaten mit 230 Prozent Gewinn verkauft habe. Die Rückkehr der chinesischen Solarwerte in diesem Jahr war hingegen ebenso überraschend wie eindrucksvoll! Die Rally bei den Aktien aus der 3D-Drucker Branche hat inzwischen ähnliche Auswüchse angenommen wie der Anstieg der Tesla Aktie auf zuvor für unmöglich gehaltene Bewertungsniveaus, und auch der japanische Aktienmarkt war der „place to be“ für kräftige Kursgewinne.

Aber es gab natürlich auch ein paar Aktien oder ganze Sektoren bei denen die Position wieder mit kleinen Verlusten oder nur geringem Gewinn verkauft werden musste. Teilweise habe ich hier kürzlich einen Neueinstieg gewagt, da ich davon ausgehe, dass der ein oder andere Sektor im Börsenjahr 2014 ein überraschendes Comeback feiern könnte. Gold und Silber waren die großen Verlierer dieses Jahres, ebenso schwach liefen die Minenaktien, Rohstoffe und Rohstoffaktien. Neben der insgesamt nicht überzeugend starken Weltwirtschaft sorgten auch einzelne Ereignisse, wie bspw. der Kali Skandal, für deutliche Rückschläge in diesem Segment. Die Emerging Markets hinken der weltweiten Entwicklung inzwischen stark hinterher und auch aus China kommen inzwischen sehr unterschiedliche Signale. Das zarte Wachstum in Europa ist immer noch sehr anfällig für Rücksetzer oder ein Wiederaufflammen der Euro-Krise. Allesamt Entwicklungen die in 2014 unsere erhöhte Aufmersamkeit verdienen werden.

Im vergangenen Jahr war es aber auch – entgegen meiner normalerweise praktizierten Strategie – weniger sinnvoll gelegentlich die Investitionsquote zu reduzieren um wieder auf bessere Einstiegsmöglichkeiten zu warten. Swing-Trading hat im Ausnahme-Börsenjahr 2013 nicht so gut funktioniert wie sonst, weil die Kurse einfach nicht mehr zurück kommen wollten. Die Liquiditätsflut der Notenbanken hat letztlich einfach jegliche negativen Erwartungen der Anleger im Geld erstickt. Wie wir seit der letzten FED Sitzung wissen, wird sich auch an diesem Faktor aber nun kurzfristig etwas ändern…! Ich gehe also davon aus dass meine Swing-Trading-Strategie im kommenden Jahr wieder genau die richtige sein wird.

Das kommende Jahr wird – aller Voraussicht nach – deutlich anspruchsvoller werden als das Letzte. Ich rechne fest damit, dass es in diesem Jahr auch mal zu einer ernst zu nehmenden Korrektur an den Märkten kommen wird. Wieder einmal wird das große Geld dann in Sektoren hinein routieren, die heute noch keiner so richtig auf dem Radar hat. Wieder einmal wird es sehr wichtig sein diese Veränderungen im Marktverhalten frühzeitig zu erkennen. Erste Anzeichen dafür sind bereits heute erkennbar.

Ich werde Sie dabei auch in den kommenden 12 Monaten, wie gewohnt auf www.investorsinside.de und mit dem kostenlosen Newsletter unterstützen. Für heute bleibt mir nun aber nur, Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen. Denn es muss auch mal Phasen im Leben eines Börsianers geben, an denen man sich ausschließlich mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben beschäftigt! In Kürze melde ich mich dann bei Ihnen mit einem etwas genaueren Ausblick auf das kommende Börsenjahr und die interessanten Sektoren.

Vielen Dank für Ihr Interesse und das entgegengebrachte Vertrauen im letzten Jahr!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Was ist Tesla wirklich wert?

Die Tesla Aktie konnte im gestrigen US Handel zur Abwechslung mal wieder etwas zulegen. Der Tagesgewinn von 5,34 Prozent führte die Aktie bis auf 126,94 Dollar, nachbörslich war es sogar noch etwas mehr. Der Grund für diesen Anstieg war einmal mehr ein äusserst optimistisches Analystenrating dass ein Kursziel von 200,- Dollar je Tesla Aktie vorsieht. Erneut kommt dieses Urteil vom deutschen Branchenprimus, der Deutschen Bank. Die DB Analysten hatten sich bereits gegen Ende des kräftigen Anstieges der Aktie bis Oktober mit am weitesten aus dem Fenster gelehnt und am 19.September ein Kursziel von 200,- Dollar ausgegeben. Allerdings geschah dies auch erst ab dem 26 Juli (damals KZ 160,- Dollar), nachdem die Tesla Aktie zuvor lediglich mit „Hold“ und einem Kursziel von 50,- Euro bewertet wurde. Die Aktie stand da wohlgemerkt schon im Bereich der 135,- Dollar Marke! Jeder Anleger sollte sich hier wohl grundsätzlich ein paar Gedanken zu der Qualität und Aktualität dieser Analysen machen…

Tesla Chart Flagge mit Ausbruch

Aber das nur ganz am Rande… Denn die eigentlich spannende Frage ist nun ja eher, ob es sich bei der Kursbewegung um eine erneute Trendwende nach oben handeln könnte? So genau scheint das im Moment keiner zu wissen, da die Kursziele für die Aktie unterschiedlicher nicht sein könnten. Unterstützend wirkte gestern sicherlich auch noch das Rating von S&P auf die Aktie, die gestern ein „Hold“ mit Kursziel 130,- Dollar erhielt. Barclays vergab kürzlich ein „Equal Weight“ mit Kursziel 120,- Dollar und die Bank of America, Merill Lynch Analysten bezeichneten die Aktie, auch nach dem Kursrutsch noch, als extrem überbewertet, mit Kursziel 45,- Dollar. Insgesamt also eine weite Spanne, die die Ratlosigkeit der sogenannten Fachleute über den tatsächlichen Wert des Unternehmens mehr als deutlich darstellt. Festzuhalten bleibt somit einmal mehr – Analysten wissen auch nicht mehr als Sie oder ich!

Interessant war allerdings die Begründung des Merill Lynch Analysten John Lovallo, die zumindest etwas Greifbares aufweist. „Um die aktuelle Marktkapitalisierung zu rechtfertigen müsste Tesla im Jahr 2020 348.000 Autos verkaufen..“, hieß es dort. Rein rechnerisch macht das bei angenommenen gleich hohen Margen in der Zukunft und einer unveränderten Kostenstruktur des Unternehmens durchaus Sinn. Ich gehe allerdings schon davon aus, dass sich die Effizienz in beiden Bereichen noch bis zu einem gewissen Grad verbessern lässt, sobald  sich die verkauften Stückzahlen signifikant erhöhen. Als Basis für ein paar Rechenbeispiele ist dieser Ansatz aber durchaus tauglich. Kurz zur Erinnerung: Im letzten Quartal konnte Tesla 5.500 Fahrzeuge an den Mann bringen, im Nächsten sollen es über 6.000 Stück sein. Insgesamt gehe ich auch davon aus dass es Tesla gelingen wird die Auslieferungszahlen in den kommenden Jahren deutlich zu steigern, aber eben nicht exorbitant. Das dafür notwendige Wachstum wird aber auch viel Geld verschlingen!

Der Sportwagenbauer Porsche, als direkter Vergleich, verkauft bald 200.000 Sportwagen pro Jahr, die zugegebener Maßen im Schnitt noch etwas teurer sind als Tesla Fahrzeuge und entsprechend mehr Marge abwerfen. Porsche ist nach wie vor der effizienteste Autobauer dieser Welt. Und Porsche wird derzeit ca. 22,6 Milliarden Euro an der Börse bewertet und schreibt entsprechend hohe Gewinne! Wobei dieser Vergleich selbstverständlich inzwischen etwas hinkt, da Porsche eben nicht mehr Porsche ist! Ich möchte hier lediglich auf die unterschiedlichen Dimensionen hinweisen… Tesla hingegen wird bei einem aktuellen Absatz von, sagen wir mal optimistisch 25.000 bis 30.000 Fahrzeugen für das kommende Jahr, mit derzeit 15,5 Milliarden Dollar bewertet und war auch im letzten Quartal noch defizitär. Die Gewinnzone dürfte zwar demnächst angelaufen werden, große Sprünge sind hier aber wohl dennoch nicht zu erwarten.

Bei einem von der Deutschen Bank ausgegebenem Aktienkurs von 200,- Dollar würde das Unternehmen 24,37 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung auf die Waage bringen und sollte dann dauerhaft wenigstens 2,5 Milliarden Dollar verdienen um dies auch zu rechtfertigen. Bei einer optimistisch angenommenen durchschnittlichen Marge von 12,5 Prozent und einem weltweiten Durchschnittspreis eines Tesla von 90.000,- Dollar müssten also knapp 223.000 Fahrzeuge verkauft werden um dieses Ziel zu erreichen. Rechnet man dann noch die Händlerrabatte und Vertriebskosten von geschätzten 30 Prozent hinzu, kommt man auf etwa 290.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr. Ist das realistisch?

Tesla Chart lang mit Fibo

Ich kann Ihnen also auch nicht sagen was Tesla tatsächlich wert ist, aber der Verdacht liegt nahe, dass es weniger ist als der aktuell gezahlte Börsenwert und viel weniger als die Deutsche Bank gerne hätte! Nun, weiß ich aber auch dass die Börse nicht unbedingt immer Recht hat. Sie neigt zu Über- bzw. Untertreibungen und diese können manchmal länger andauern als man denkt! Dennoch: Tesla wird momentan eher wie eine junge aufstrebende Technologie Firma bewertet und nicht wie ein Automobilhersteller. Ob die geplanten Wachstumsraten tatsächlich zu halten sein werden, bleibt aber noch abzuwarten. Und ganz sicher wird die finanzstarke Konkurrenz aus Deutschland nicht jahrelang tatenlos zusehen wie Ihnen hier in einem Zukunftsmarkt die Butter vom Brot genommen wird!

Elon Musk ist ein Visionär, der es ähnlich wie Steve Jobs sehr gut versteht die Medien für seine Ideen zu begeistern. Wie das aber nicht selten bei Visionären so ist, zählt die Idee meist mehr als das tatsächlich Ergebnis in Zahlen. Dessen sollten sich Aktionäre immer bewusst sein! Jeff Bezos von Amazon ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein solches Unternehmen auch nach vielen Jahren immer noch keine Gewinne in Form von ausschüttbaren Dividenden o.ä. für die Aktionäre produziert. Selbstverständlich hat das für die Aktionäre dennoch über deutliche Kurssteigerungen zum Erfolg geführt. Die eigentliche Frage ist also eher nicht was Tesla wert ist sondern was der Markt bereit ist für diese Vision zu bezahlen!

Tesla ist und bleibt für mich persönlich ein extrem interessantes Unternehmen – ohne Frage! Die Vision die dahinter steht ist faszinierend, ebenso wie die anderen Projekte von Elan Musk. Dennoch muss man als Kapitalanleger eher drauf schauen was man für sein Geld zum jeweiligen Zeitpunkt bekommt. Grundsätzlich ist man auch manchmal bereit für einen Blick in die Zukunft etwas mehr auszugeben. Aber wie sehr ich auch meinen Rechenschieber bemühe, die aktuelle Bewertung ist und bleibt astronomisch. Kurse unter 80,- Dollar würde ich persönlich als einigermaßen realistisch einschätzen, wenn nicht irgendwelche größeren Störfeuer im Markt der Elektroautos zu erwarten sind, und die geplanten Wachstumsraten gehalten werden.

Fazit: Kursanstiege, wie wir sie gestern gesehen haben, werden die Aktie auch weiterhin begleiten und bieten hervorragende Chancen für Trader. Als langfristig orientierte Anleger hingegen würde ich mich mit der Tesla Aktie momentan nicht wohl fühlen zumal irgendwann auch in diesem Wahnsinns-Markt mal eine Korrektur kommen muss! Ein perfekter Kaufzeitpunkt wäre für mich aber die Schließung des zweiten offenen Gaps, dass ich Ihnen hier mit einem roten Kreis markiert habe!

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Trina, Jinko, Canadian Solar, Solarcity, Firstsolar – Droht ein deutlicher Kursrücksetzer im Solarsektor?

Nach den Trendaktien Tesla, Facebook – und anderen, wird nun offenbar die zuletzt stark gelaufene Solarbranche allmählich wieder abverkauft. Trina Solar hatte gestern eigentlich gute Nachrichten geliefert, nachdem zuvor bereits von JinkoSolar Erfreuliches zu lesen war. Dennoch ist der gesamte Sektor spätestens seit gestern massiv unter Druck, was man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte. Sicherlich haben sich im letzten Jahr einige positive Dinge im Solarsektor ereignet, sodass auch ein Kursanstieg bei den Aktien aus diesem Sektor teilweise gerechtfertigt war. Die Frage ist nun wieviel von dem Kursanstieg tatsächlich gerechtfertigt war?

Insbesondere die starke Nachfrage aus dem eigenen Land, China, scheint hier die Umsätze momentan deutlich zu beflügeln, aber auch andere Nationen wie Nordamerika, Japan, und Großbritannien gehören zu den Hauptabnehmern für chinesische Solarprodukte. Die Strategie der Chinesen hat sich somit langfristig als richtig erwiesen.

Trina Solar beispielsweise hat sowohl den Gewinn als auch den Umsatz im dritten Quartal deutlich steigern können und somit zum ersten mal seit sehr langer Zeit wieder einen operativen Gewinn verkündet. Der Umsatz konnte von 346,1 Millionen Dollar auf 548,8 Millionen Dollar gesteigert werden, immerhin ein stolzer Anstieg von 84 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Nettoergebnis lag bei 9,9 Millionen Dollar, im Vorjahresquartal hatte das Solarunternehmen noch einen Nettoverlust in Höhe von 57,7 Millionen Dollar in den Büchern stehen. Insgesamt will das Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 nun 2,3 bis 2,4 Gigawatt Liefervolumen erreichen.

Nach solchen Nachrichten könnte man eigentlich davon ausgehen, dass sich der Zuwachs bei der Trina Solar Aktie noch einmal beschleunigen würde, was er anfangs auch tat. Nach einem kräftigen Tagesgewinn von über 10 Prozent schloss die Aktie dann aber mit einem deutlichen Minus von 5,44 Prozent. Bei anderen Solarwerten sah es nicht anders aus: JKS verbilligte sich um 4,38 Prozent, JASO um 5,6, YGE um über 10, FSLR um 3,9 und SCTY um satte 7,98 Prozent, was aber wohl auch an dem derzeit schwindenden Vertrauen in den Visionär Elan Musk liegen dürfte… Der allumfassende ETF Guggenheim Solar, TAN, gab um 3,82 Prozent nach und befindet sich damit aus rein charttechnischer Sicht in Absturzgefahr.

Fazit: Momentum -Aktien oder Trendaktien sind in den letzten Tagen weiterhin kräftig unter Druck, was grundsätzlich zu Vorsicht mahnen sollte, denn das passiert immer als erstes gegen Ende einer Aufwärtsbewegung an der Börse. Letztlich muss das für das große Bild noch nicht viel heißen, sollte aber Ihre Beachtung finden und intensiv beobachtet werden. Die kommenden Tage werden im Solarsektor möglicherweise etwas unruhig und bieten dann nach einem reinigenden Gewitter wieder neue Chancen.

Tesla – wie zur Zeit des Neuen Marktes

Kurskapriolen wie die bei dem amerikanischen Elektroauto-Hersteller Tesla gehören nach meiner Ansicht wohl ebenso in die Endphase einer Hausse, wie die plötzliche Umschichtung vieler (Groß-) Investoren in den Rohstoffmarkt, insbesondere Gold, die wir letzte Woche gesehen haben! Dabei wird der Rohstoffmarkt im Allgemeinen und der Edelmetallmarkt im Speziellen als Hedge auf bald fallende Aktienkurse verwendet….! Offenbar sind inzwischen einiger Großinvestoren der Meinung dass eine solche Absicherung nicht schaden kann. Denn, die Rally in den Sektoren startete bereits am Donnerstag und fand am Freitag noch einmal kräftige Bestätigung, was darauf hindeutet dass diese jetzt Bestand haben könnte.  Hier gilt es in den kommenden Tagen genau zu beobachten wie sich die Aktienkurse einzelner Unternehmen „verhalten“.

Bei bei der Betrachtung des Tesla Charts fühlt man sich zwangsläufig inzwischen an die guten alten Zeiten des Neuen Marktes erinnert. Nicht etwa dass die gelieferten Zahlen in der vergangenen Woche, und natürlich auch der äusserst optimistische Ausblick, eine solche Bewertung des Unternehmens mit 18,5 Milliarden US-Dollar nicht irgendwann rechtfertigen würden, aber es scheint mir doch ein wenig zu früh den möglichen Erfolg der kommenden drei Jahre bereits heute in der Aktie einzupreisen. Auf dem Weg dorthin kann noch so einiges passieren, auch wenn Tesla im Markt für Elektrofahrzeuge inzwischen besser aufgestellt als jeder namhafte Kfz-Produzent dieser Welt. Ich habe Ihnen hier mal die diversen offenen Kürslücken eingezeichnet, die es eventuell noch zu schließen gilt, ebenso wie den Trendkanal, den ich bei der Aktie für „ansatzweise gesund“ halten würde, nachdem die Euphorie irgendwann aus der Aktie entwichen ist….

Tesla Aktie Chart mit Gaps

Tesla wird inzwischen mit einem KGV von 150 für 2013, 2014e von 119 und einem PEG-Ratio (KGV im Verhältnis zur Wachstumsgeschwindigkeit) von 77 bewertet. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt derzeit bei satten 19… Egal wo sich das Unternehmen also tatsächlich hinbewegen wird…Das sind in jedem Falle neue Superlative für ein junges Unternehmen das noch fast keinen Gewinn abwirft. Was ich damit sagen will ist also nicht dass man hier short gehen sollte, denn ich habe mich von dem Gedanken verabschiedet, weil es einfach zu gefährlich ist sich gegen einen solch starken Trend zu stellen. Eine Börsenstory wie die bei Tesla hat man entweder frühzeitig mitgespielt und verdient oder aber man wartet jetzt lieber erst einmal ab was passiert. Grundsätzlich gilt: Übertreibungen können länger dauern als man denkt…Ich würde hier derzeit aber auch nicht mehr kaufen. Aus unserem kostenlosen Börsen Newsletter

Macht Porsche bald Tesla Konkurrenz?

Es wird spannend beim Sportwagenbauer Porsche. Vor kurzem kündigte die Unternehmensführung an man wolle auf der North American International Auto Show in Detroit, die in der übernächsten Woche beginnen wird,  eine absolute Weltpremiere und mehrere neuen Modelle für den US Markt vorstellen. Nicht nur die Kunden dürften dies mit Spannung verfolgen, sondern auch die Aktionäre. Es gibt im Vorfeld der Automobilmesse einige Spekulationen darüber was die Weltpremiere denn nun sein könnte. Zuletzt überraschte Porsche mit dem legendären Konzept des 918 Spider, der aber bislang für den Geldbeutel der meisten Menschen unerschwinglich sein dürfte.

Porsche richtet sich inzwischen deutlich mehr auf das jüngere Publikum aus, und will künftig auch für diese Zielgruppe „bezahlbare“ Autos produzieren. Der eingeschlagene Weg, auch mit der fünften Baureihe Cayun, dürfte richtig sein. Ebenfalls hat sich Porsche inzwischen dazu bekannt, dass es in der Vergangenheit nicht sinnvoll war sich gegen eine Diesel Variante der einzelnen Modelle zu entscheiden. Für den 911er kann man sich das freilich nicht unbedingt vorstellen, aber im Cayenne und auch bald im Panamera hat das Diesel-Aggregat durchaus seine Daseinsberechtigung. Welchen neuen Coup will das Unternehmen nun Anfang nächsten Jahres landen?

Am Montag den 10. Januar 2011 soll es soweit sein. Für alle, die nicht in Detroit dabei sein können, überträgt Porsche die Premieren über die Porsche-Website als Webcast. Ich gehe davon aus, das es sich bei der Weltpremiere nun um eine abgespeckte Variante des 918 Spider handeln könnte, ein Hybridauto mit extremen Leistungsdaten, oder sogar ein reines Elektroauto. Nicht zuletzt die Probleme Chinas, des künftigen Hauptabsatzmarktes für Benzin- und E-Fahrzeuge, dürften einen verstärkten Einstieg in dieses Segment rechtfertigen. Der US Konkurrent Tesla hat es vorgemacht. Ein Auto reines Elektroauto um die 150.000,- Euro, dass Spaß macht und die Umwelt schont. Das ist der Markt der Zukunft. Tesla baut derweil bereits an einem Viersitzer, somit wäre auch später eine E-Variante des Panamera denkbar.

Porsche verzeichnet bereits seit Monaten wieder wachsende Nachfrage nach seinen Produkten, insbesondere bei der neuen Baureihe Panamera und bei der neuen Generation des Geländewagens Cayenne. Für die Zukunft besteht genügend Phantasie, nicht zuletzt durch die neu geschaffenen Synergien mit VW und Audi. Wer weiß ob ich mit meiner Vermutung Recht habe, ich bin selber sehr gespannt, aber Sinn würde es wohl für Porsche langfristig machen diesen Weg einzuschlagen. Noch ist Tesla klein genug um den Amerikanern Marktanteile abringen zu können, und eventuell passt ja dann auch Tesla später gut in einen VW-Porsche Konzern….

Natürlich ist dies reine Spekulation von meiner Seite – Vielleicht wird ja auch einfach nur der neue 911er in Detroit vorgestellt??

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