VW und Porsche – Was passiert mit der Dividende?

Die VW Aktie kann heute nach Bekanntgabe der Quartalszahlen etwas zulegen. Mit einem Zuwachs von ca. 3 bis 3,5 Prozent wird der Quartalsverlust in Höhe von 3,5 Milliarden Euro „gefeiert“, denn offenbar sind hier viele Marktteilnehmer von einem noch deutlicher Minus ausgegangen. Dennoch dürfte auch klar sein, dass der Abgasskandal den Konzern noch viel länger beschäftigen wird und dieses Thema nicht durch eine einmalige Abschreibung in Milliardenhöhe erledigt sein dürfte…

Dementsprechend vorsichtig fällt auch der Kursanstieg heute aus. Die VW Vz. Aktie verbleibt in der bestehenden Trading-Range zwischen 103,-  und 110,- Euro und ist somit weiterhin in der Warteschleife für neue Impulse. Eine Ausbruch aus dieser Handelsspanne nach oben bleibt vorerst unwahrscheinlich, bis weitere Fakten zu den tatsächlichen oder möglichen Kosten des Skandals auf dem Tisch liegen.  Im Schlepptau dieser Entwicklung befindet sich natürlich auch die Porsche Aktie, deren Entwicklung maßgeblich durch die Gewinne des Volkswagen Konzerns geprägt ist.

Bereits heute ließ man bei der Porsche SE verlauten, dass das angestrebte Jahresergebnis zwischen 2,8 und 3,8 Milliarden Euro nun auf einen Wert zwischen nur noch 0,8 bis 1,8 Milliarden Euro sinken werde. Ein deutlicher Einbruch würde ich mal sagen! Dabei ist es aus meiner Sicht auch noch gar nicht sicher ob es überhaupt einen Gewinn bei der Porsche SE geben wird. Denn VW hat bereits jetzt angekündigt für das Gesamtjahr mit einem deutlich rückläufigen Ergebnis zu kalkulieren. Je nachdem was „rückläufig“ tatsächlich heißt, wird sich dies auch direkt auf die Mitarbeiter-Boni und Dividenden auswirken. Wobei ich persönlich eher davon ausgehen würde, dass die Aktionäre hier deutlicher benachteiligt werden, da die Mitarbeiter ja nichts für den ganzen Schlamassel können…!

In jedem Fall kann man nach heutigen Pressemeldung von Porsche wohl davon ausgehen, dass eine entsprechende Dividendenkürzung bei Volkswagen bereits ein Thema ist. Eine geschätzte Dividende aufgrund der heutigen Porsche-Meldung läge dann eher bei ca. 2 Prozent und nicht etwa bei 6 wie ursprünglich für das kommende Jahr prognostiziert. Für dieses Jahr waren ca. 5,3 Prozent Dividende veranschlagt, auch diesen Wert müsste man dann wohl eher dritteln, wenn man diese Prognose zu Grunde legt. Als Dividendentitel ist die VW Aktie somit bis auf Weiters wahrscheinlich ungeeignet. Dividendenorientierte Fonds werden Ihre Positionen künftig anpassen müssen…

Selbstverständlich sind dies alles aktuell noch lose Überlegungen und persönliche Schlussfolgerungen aus den heutigen Meldungen. Niemand kann heute seriös prognostizieren wie sich die Lage bei VW in den kommenden Monaten entwickeln wird. Ähnlich wie bei der gescheiterten VW Übernahme durch Porsche rechne ich persönlich aber damit, dass das ganze Thema die Gerichte noch auf Jahre beschäftigen wird. Dementsprechend empfinde ich auch bei dem heutige Kursanstieg nicht den Hauch von Euphorie, was die nähere Zukunft des Volkswagen Konzerns anbelangt. Denn das dicke Ende kommt möglicherweise noch…

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6 Comments

  1. Maria said:

    Vielen Dank Lars,
    ich lese Euch immer und lernen.
    Schöne Grüße

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 29. Oktober 2015 | Die Börsenblogger

  3. Micha said:

    Korrekt Lars, es war nahezu 100%ig klar, dass keine Erhöhung im September kommen wird. Dafür waren die Aussagen für Dezember nicht so taubenhaft wie vorher vermutet. Ich hatte gestern etwas gelesen zu vor der Sitzung war man der Annahme zu 33% kommt eine Erhöhung im Dezember wohingegen man danach auf 50% Konsens kommt. Es kommt hier immer auf die „Sprache“ der FED an und diese hatte zuvor auf die Probleme in den Schwellenländern verwiesen. Dieser Passus ist nun aber entfallen, was eine Erhöhung „wahrscheinlicher“ werden lässt. Viel Kaffeesatzleserei also und ich vermute aktuell auch keine in Dezember, da alle anderen die Währungen eher weiter abwerten (insb. EZB + CN) und ein zu starker Dollar auch für die USA längerfristig nicht förderlich ist bzw. gewollt sein kann.

    • Lars said:

      Insbesondere für die Schwellenländer wird der strake Dollar langsam aber sicher zur Katastrophe. Ich denke nicht das die Weltwirtschaft eine noch stärkere US Währung aushält und das weiß wohl auch Frau Yellen… Zudem hinterlässt der Dollar inzwischen auch deutliche Spuren in den Bilanzen einzelner Unternehmen. Die Frage ist halt wie die FED aus dem Dilemma raus kommt, oder ob sie das überhaupt will? Ähnlich wie bei den Ansprachen von Draghi erfüllen solche Aussagen ihren Zweck und darauf kommt es schließlich an! Hinhaltetaktik und gebetsmühlenartiges rauf- und runterbeten des bereits mehrfach Gesagten… mehr ist es nicht! Der Markt findet es aber immer wider doll 😉

  4. Maria said:

    warum fällt der euro/ dollar kurs, wenn der Fed Nullzinspolitik beibehält? Ich habe gedacht, es wäre umgekehrt? Oder soll das bald sein?

    • Lars said:

      Guten Morgen Maria,

      da kennt sich ja niemand so genau aus warum etwas fällt wenn das andere steigt 😉 Seitdem die Notenbanken ihre Finger im Spiel haben sind teilweise Jahrzehnte alte Korrelationen nicht mehr existent…oder nur noch manchmal nach belieben. Aber mal im ernst, der entscheidende Punkt war wohl eher dass die Zinserhöhung im Dezember nun wahrscheinlicher geworden ist und somit steigt der Dollar in Vorfreude gegenüber anderen Währungen, was wiederum auf Rohstoffe drückt etc.

      viele Grüße
      Lars

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