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Die Angst geht um… Kaufe die Panik!?

Pessimistischer könnte die Stimmung gerade wohl nicht sein. Nicht nur hierzulande scheinen Crashpropheten und Schwarzseher wieder Hochkonjunktur zu haben, sondern auch in den USA wo das Sentiment aktuell geradezu unterirdisch ist. Stolze zwei Drittel der US-Blogger sind nun extrem bärisch eingestellt. Auch der Fear-and-Greed-Index zeigt mit einem Wert von 10 extreme Angst der Marktteilnehmer. Beides sind absolute Spitzenwerte die darauf hindeuten, dass die Panik allmählich ihren Höhepunkt erreicht hat. Verwunderlich sind solche Werte angesichts des heftigen Albverkaufes der letzten beiden Wochen nicht, dennoch wird gerade deshalb eine Gegenbewegung nun immer wahrscheinlicher…

Beim Lesen der Schlagzeilen der letzten Tage wird klar, dass der Markt sich im Panikmodus befindet. Eine meiner wesentlichen Investmentregeln lautet die Panik zu kaufen, sobald diese Ihren Höhepunkt erreicht hat. Wann das sein wird kann aber immer noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Jedoch scheint mir die aktuelle Situation geradezu ein klassisches Beispiel für einen solchen Moment zu sein, der demnächst kommen könnte. Zumindest auf der kurzfristigen Ebene sehe ich nun wieder reihenweise interessante Setups, die man traden kann, sobald der Markt erste ernsthafte Zeichen von Stärke zeigt. Einige Kandidaten hatte ich ja bereits kürzlich hier vorgestellt, andere wiederum werden noch etwas Zeit brauchen um die richtigen Signale zu liefern.

Heute ist der erste Börsentag des neuen Jahres der etwas Mut macht. Die heute nicht gelieferten Konjunkturdaten aus China wurden nicht mehr so negativ vom Markt aufgenommen wie zuletzt und auch der Ölpreis zeigt leichte Tendenzen einer Stabilisierung auf diesem Niveau. Die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran haben nicht zu einem weiteren Absturz des Rohölpreises geführt. China hat – wider Erwarten – den Ölverbrauch Jahr 2015 um 2,5 % auf den Rekordstand von 10,32 Millionen Barrel pro Tag erhöht und die Ölreserven zu diesen Schnäppchen-Preisen aufgestockt. Die Nachfrage ist also nicht zurückgegangen wie befürchtet!

Dementsprechend scheint der Verkaufsdruck bei den asiatischen und europäischen Aktien nun etwas nachzulassen, bzw. wieder erste Käufer im Markt auftauchen. Die Erholung der chinesischen Börsen sollte heute auch in den USA wieder für etwas mehr Entspannung sorgen und den drohenden Absturz der Börsen vorerst verhindern! Euphorie ist also keinesfalls angebracht, viel mehr sollten Ihre Sinne jetzt für eine entsprechende Reaktion des Marktes geschärft sein.

Denn, wie wir alle wissen, passiert gerade dann wenn alle mit einem Crash rechnen genau das Gegenteil, um die breite Masse der Anleger mal wieder auf dem falschen Fuss zu erwischen. Es ist somit nicht verwunderlich, dass gerade in einer Phase mit extrem negativen Sentiment wieder steigende Notierungen zu sehen sind. Ich möchte hier nun ausdrücklich nicht von einer möglichen Trendwende sprechen, aber die Wahrscheinlichkeit für eine kräftige Gegenbewegung ist nun aus meiner Sicht deutlich gegeben. Diese dürfte sich zunächst als technisch bedingte Korrektur eines teilweise maßlos überverkauften Marktes darstellen. Danach muss man sehen, ob die neuen Rahmenbedingungen weitere Kurssteigerungen zulassen werden.

Hier tut sich was – Renault, Stroeer Media, Dialog, Apple, Tesla

Die US Börsen haben sich gestern wieder etwas gefangen, nachdem zunächst alles danach aussah als ob die Indizes nun nach unten durchrauschen wollen. Das ist ein erstes positives Zeichen, mehr aber auch nicht! Denn heute bereits schwächeln die chinesischen Indizes erneut. Der Grund hierfür sind einmal mehr schwächere Konjunkturdaten. Die M2 Geldmenge sank von 13,5 auf 13,3 Prozent und die neuen Darlehen gingen auf knapp 600 Milliarden Yuan von zuvor 700 Milliarden zurück, was auf eine weitere Abschwächung im Reich der Mitte schließen lässt. Dennoch gibt es auch in diesem etwas wackeligen Umfeld ein paar interessante Nachrichten und Setups, auf die ich gerne kurz hinweisen möchte…

Gestern geriet der französische Autobauer Renault ernsthaft unter Beschuss, nachdem bekannt wurde dass auch dort nun nach möglichen Unregelmäßigkeiten bei den Abgaswerten gefahndet wird. Die Aktie rauschte daraufhin um über 20 Prozent auf 67,- Euro in den Keller, konnte sich aber im späteren Tagesverlauf wieder deutlich erholen. Der Schlusskurs lag bei 77,75 Euro. Nachdem sich die Befürchtungen, dass an dem Gerücht etwas dran sein könnte, zunächst nicht bewahrheitet haben. Wer also gestern nach einem Grund für die Schwäche des gesamten Automobilsektors gesucht hat, der wird hier fündig. Die Erholung bei der Renault Aktie könnte heute weiter gehen, auch wenn die Aktie nun deutlich risikobehaftet ist. Denn der Markt wird jetzt sehr genau hinsehen und jede Negativ-Nachricht kann zu einem erneuten Absturz führen.

Ganz anders sieht die aktuelle Lage beim Werbevermarkter Stroeer aus. Das Unternehmen hat gestern die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 vorgelegt und damit die eigene Prognose deutlich übertroffen. Auch der äusserst optimistische Ausblick für die kommenden 12 Monate klingt vielversprechend. Nach ca. 200 Mio EBIT will man im kommenden Jahr nun 270 bis 280 Mio beim EBIT erreichen. In dieser Rechnung seien jüngst abgeschlossene Akquisitionen noch gar nicht berücksichtigt, hieß es… Es läuft einfach rund bei Stroeer Media! Sie erinnern sich vielleicht noch an den letzten Artikel zur Stroeer Aktie hier im Blog. Demnach sind nun alle wesentlichen Ziele auf der Unterseite abgearbeitet worden und die Nachrichtenlage lässt durchaus ordentlich Spielraum für weiter steigende Kurse. Über ca. 52,50 Euro ist jetzt mit einem Anstieg bis auf 57,- Euro zu rechnen…

Auch beim Chiphersteller Dialog Semiconductor gibt es heute aus Aktionärssicht Erfreuliches zu berichten. Vorbörslich notierte die Aktie bereits bis zu zehn Prozent im Plus, nachdem bekannt wurde, dass sich das Unternehmen keinesfalls auf einen Bieter-Wettkampf bei der Atmel Übernahme einlassen will. Sprich das ohnehin schon ambitionierte Angebot soll offenbar nicht erhöht werden. Das ist aus meiner Sicht zwar etwas beruhigend, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Situation. Viel interessanter ist in diesem Zusammenhang aber dass die Apple Aktie gestern erstmals seit längerer Zeit ernsthafte Anzeichen einer Bodenbildung gezeigt hat. Allerdings bleibt zu bemerken, dass man hier noch abwarten sollte. Denn möglicherweise handelt es sich dabei auch nur um eine Eintagsfliege. Das charttechnische Minimalziel der Korrektur bei ca 95,- Dollar wurde noch nicht abgearbeitet…!

Eine ebenso überraschende Wende vollzog gestern mal wieder die Tesla Aktie, was irgendwie schade ist. Denn auch hier bestand die Möglichkeit den Chart nun endlich um die offenen Gaps im Bereich um die 189,- Dollar zu bereinigen. Eine solche Bewegung hätte der Aktie ein solides Fundament für einen weiteren Anstieg bereiten können. Noch ist also auch hier das letzte Wort nicht gesprochen, denn insgesamt hat sich das Umfeld für Tesla in den letzten Wochen deutlich eingetrübt. Das Korrekturziel bei ca. 188,50 Dollar bleibt somit bis auf Weiteres bestehen.

Alle positiven Impulse sind allerdings mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, denn auch der Ölpreis schwächelt weiter. Russland hat heute verkündet die Förderquoten, trotz des anhaltenden Preisverfalls für Rohöl, nicht kürzen zu wollen. Ich bleibe bei meiner These: Solange Öl sich nicht fängt, steigt auch der Gesamtmarkt nicht nachhaltig!

Continental, VW, Dürr, Daimler, Dialog und… Alcoa

Auch die neue Handelswoche fängt zunächst leicht Besorgnis erregend an. Der Ölpreis gibt erneut nach und in China sind die Aktienkurse einmal mehr deutlich unter Druck. Zudem waren die Vorgaben vom US Handel am Freitag alles andere als berauschend. Erneut sind die Indizes dort zum Handelsende unter wichtige Unterstützungsmarken gefallen! Die große Topformation droht also weiterhin den Bullenmarkt endgültig zu beenden… Dennoch ist es noch nicht soweit und es muss auch nicht zwingend dazu kommen, obschon die Vorzeichen für eine Erholung nicht allzu günstig aussehen. Wir sind also aktuell an dem entscheidenden Punkt der über das Wohl und Wehe des Börsenjahres 2016 entscheiden könnte – nicht mehr und nicht weniger! Das sollte jedem Akteur inzwischen bewusst sein und dementsprechend sollte auch Ihre Strategie angepasst worden sein…

Was sich sehr bedrohlich anhört ist aber immer auch mit einer entsprechenden Chance verbunden, die dann da ist wenn es eben nicht zum befürchteten Supergau kommt. Diese Möglichkeit besteht aus meiner Sicht durchaus und dann wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt um erste Käufe zu tätigen. Nicht dass wir nun zwingend die große Wende sehen werden, denn dazu sind wahrscheinlich zu viele Unsicherheiten im Markt. Viel eher ist nun mit einer deutlichen Gegenreaktion des überverkauften Marktes zu rechnen, die alleine technisch bedingt ist. Was sich daraus dann entwickeln kann bleibt noch abzuwarten…

Grundsätzlich bleibe ich also bei meiner Annahme, dass wir erst wieder nachhaltig steigende Kurse sehen werden, wenn der Ölpreis sich zumindest stabilisiert, China nicht weiter deutlich abrutscht und auch Aktien wie Apple sich auf diesem Niveau wieder fangen können. Einige Aktien auf dem deutschen Kurszettel sehen aber bereits jetzt wieder sehr interessant aus. Hierzu gehören die oben genannten Auto-Aktien Conti, VW, Dürr, Daimler sowie auch die Aktie von Dialog Semiconductor, die heute ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal vorzeitig vorgelegt hat. Besser als erwartet und am oberen Ende der reduzierten Prognose! Einzig die Unsicherheit bei der künftigen Kursentwicklung der Apple Aktie könnte hier weiterhin bremsend wirken. Fundamental betrachtet ist Dialog aus meiner Sicht hier eher ein Kauf.

Die Dürr Aktie hat alle Korrekturziele inzwischen sauber abgearbeitet und auch des letzte verbliebene Gap geschlossen. Von hier aus sollte nun eine Gegenbewegung folgen, die die Aktie wieder über die Unterstützungslinie bei ca. 67,35 Euro führen sollte. Mit dem Überschreiten wäre dann auch wieder eine Rückkehr in den Trendkanals möglich der aktuell zwischen 68 und 77,- Euro verläuft.

Die VW Aktie bleibt ein heißes Eisen, dennoch ist die Stärke der Aktie gegenüber dem Sektor und dem Gesamtmarkt nicht zu übersehen. Skeptiker erwarten hier noch einmal Kurse unter 100,- Euro, die auch ich nicht ausschließen möchte. Das aktuelle Chartbild spricht aber eher für eine weitere Bewegung nach oben, die zunächst bis in den Bereich um die 120,- Euro führen dürfte. Danach wäre ein erneuter Test auf der Unterseite der aktuellen Top-Formation bei 122,60 Euro möglich. Erst hier wird sich entscheiden, ob die Aktie wieder nach oben drehen kann oder nicht. Ansonsten haben wir lediglich eine ABC Bewegung nach einer 5-Wellen-Korrektur gesehen!

Bei Daimler hingegen sieht man aktuell eher Schwäche als Stärke, was mich ehrlich gesagt etwas verwundert. Dennoch hat die Aktie nun einen möglichen Boden um die 68,- Euro gefunden. Knapp unterhalb der 65,- Euro Marke befindet sich noch ein (kleines) offenes Gap, dass aber in einem wieder freundlicheren Börsenumfeld nicht mehr zwingend geschlossen werden muss. Die wesentliche Kurslücke lag bei 70,73 Euro und wurde inzwischen gefüllt. Die Daimler Aktie muss nun erneut über diese Marke ansteigen, um eine Trendwende einzuleiten.

Auch bei Continental zeigen sich Anleger nun wieder etwas optimistischer, nachdem auch hier heute Zahlen vorgelegt worden sind. Das Unternehmen ist nach wie vor gut unterwegs, auch wenn der Absatz von Winterreifen in diesem Jahr wahrscheinlich rückläufig sein wird. Nachdem der Automobilzulieferer seine Abhängigkeit vom Reifengeschäft aber inzwischen von ca. 40 auf nur noch 25 Prozent verringert hat, dürfte dies nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Das Geschäft mit Komponenten für die Automobilindustrie brummt weiterhin und Conti erwartet auch für das kommende Jahr ordentliche Zahlen – obwohl die Steigerung dann nicht mehr so deutlich ausfallen wird! Die Continental Aktie wirkt trotz des heutige Anstieges etwas angeschlagen. Ein erneuter Kursrutsch unter die 200,- Euro Marke würde mich nicht überraschen. Auf der Unterseite warten immer noch zwei Gaps bei ca. 185,- und 176,- Euro auf Schließung!

Abschließend noch ein Wort zur Alcoa Aktie, die heute mal wieder die Berichtssaison zum vierten Quartal einläuten wird. Angesichts der Entwicklungen im Rohstoff-Segment erwartet der Markt hier eher katastrophale Zahlen. Auch der Chart spiegelt dies schon seit längerem deutlich wider. Der Umsatz sollte um ca. 17 Prozent rückläufig sein, der Gewinn im letzten Quartal gar komplett entfallen… Die Prognose ist also äusserst negativ, was auf der anderen Seite genügend Spielraum für positive Überraschungen lässt. Die Signalwirkung der Alcoa Zahlen für den Gesamtzustand der US Industrie hat in den letzten Jahren kontinuierlich nachgelassen. In diesem Jahr ist es möglicherweise anders. Eine positive Überraschung bei der Zahlenvorlage könnte dem am Boden liegenden Rohstoffmarkt durchaus ein paar nette Impulse verleihen, die sich dann wiederum auch positiv auf dem Aktienmarkt auswirken sollten. Die Alcoa Ergebnisse sollten Sie sich also mal wieder etwas genauer anschauen…!

Fazit: Noch ist es sicherlich zu früh um wieder steigende Kurse auszurufen. Dennoch kann bereits jetzt ein erster Blick lohnen, um dann zum richtigen Zeitpunkt auch eine Trading-Plan zu haben. Die hier aufgeführten Kandidaten halte ich in der aktuellen Situation für entsprechend aussichtsreich. Sollten die Börsen noch tiefer fallen, muss man sich ohnehin wieder komplett neu orientieren, wie oben beschrieben. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine erfolgreiche zweite Handelswoche!

China, das liebe Öl und Apple…

Zunächst einmal möchte ich allen Investors Inside Lesern ein glückliches, frohes und erfolgreiches (auch wenn das nach der ersten Börsenwoche leicht ironisch klingen mag) und vor allem gesundes Neues Jahr wünschen. Ich habe mir ein paar Tage Auszeit gegönnt, mich danach erst einmal einer deftigen Erkältung hingegeben und mir das illustre Treiben am Aktienmarkt etwas halbherzig angeschaut. Natürlich bin auch ich von diesem heftigen Jahresauftakt überrascht gewesen, wenngleich man nach der ausgefallenen Jahresendrally schon bald einsetzende wilde Schwünge erwarten konnte…

Der Auslöser war einmal mehr die Sorge um China. Nicht nur um die konjunkturelle Seite sondern viel mehr um die chinesischen Aktienmärkte, die in den ersten Tagen des Jahres zu hohen Schwankungen geneigt haben. Die chinesische Regierung  hat umgehend reagiert indem der Aktienhandel mehrfach gestoppt wurde. Leider wurde damit genau das Gegenteil von dem erreicht was man eigentlich wollte. Auch die Kommunikation der getroffenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Aktienmärkte ließ durchaus etwas zu wünschen übrig und verunsicherte die Anleger weltweit massiv. Bleibt zu hoffen dass man daraus gelernt hat und die Märkte künftig etwas mehr frei „atmen“ lässt.

Die eigentliche Panik in China dürfte eben gerade wegen der Absicherung aufgekommen sein. Jeder wollte als erstes verkaufen, bevor es dann möglicherweise zu spät ist. Zumal ab dem heutigen Freitag ja den Großinvestoren wieder gestattet sein sollte ihre Aktienpakete auf dem Markt zu schmeißen – so sie denn wollen. Inzwischen wurde auch dieser Punkt meines Wissens nach schon wieder revidiert, was möglicherweise heute auch der Hauptgrund für die Stabilisierung gewesen sein könnte. Einen neuen Termin konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen, diesen sollte man sich dann aber wohl unbedingt vormerken! Ich fürchte also auch das Thema China bleibt uns in den kommenden Monaten erhalten und sorgt gelegentlich für heftige Schwankungen.

Neben China sind es aber noch ein paar andere Faktoren die aktuell ziemlichen Druck auf dem Markt ausüben. Da wäre zum einen das immer noch sehr dünne Handelsvolumen zu nennen, dass darauf schließen lässt dass wir es schlicht mit einem Käuferstreik zu tun haben. Aktuell möchte sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen, was angesichts der angeschlagenen charttechnischen Situation auch mehr als verständlich ist. Schwergewichte wie Apple kommen zusehends unter Druck. Sie erinnern sich – ich hatte vor den u.U. schwerwiegenden Folgen gewarnt. Insbesondere bei der Apple Aktie wird der weitere Kursverlauf ein Indikator für die Leitbörsen in den USA sein. Grundsätzlich halte ich also das HIER geschilderte Szenario für weiterhin möglich, obwohl ich den Kursverlauf und die Diskussionen um den „PEAK“ bei Apple eigentlich für übertrieben halte.

Generell dürfte auch die China Panik wohl deutlich übertrieben sein, was einem aber nicht wirklich hilft wenn man mit nahezu allen Positionen an einem Tag kräftige Verluste verbuchen muss. So taten es die Anleger in Europa und Amerika denen in Asien gleich und hauten raus was ging. Auch am heutigen Handelstag kann man die Nachbeben immer noch deutlich spüren. Von einer echten Stabilisierung kann somit noch nicht geredet werden, zumal die amerikanischen Märkte aktuell sehr schwach aussehen. Ein deutliche Kursanstieg der chinesischen Indizes in der kommenden Woche könnte dies allerdings wieder ändern.

Nachhaltig belastend wirkt sich inzwischen der weiter gefallene Ölpreis auf die Märkte aus. Hier sehe ich den größten Einflussfaktoren für die fallenden Aktienkurse. China hat das Fass eher nur zum überlaufen gebracht. Das Kursniveau beim Rohöl hat inzwischen in vielerlei Hinsicht ungesunde Züge angenommen. Neben eine Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte in Fernost brauchen wir also unbedingt einen wieder (leicht) steigenden Ölpreis um neues Vertrauen zu schaffen. Eine Erholung der gesamten Rohstoffmärkte wäre wohl die Folge, obwohl man hier sicherlich momentan keine Wunder erwarten darf.

Angesichts der allgemein trüben Lage hier aber noch abschließend ein paar tröstende Worte… viele deutsche Aktien haben in den vergangenen Tagen nahezu mustergültig die verbliebenen offenen Kurslücken geschlossen, die ein 1000-Punkte-Anstieg zuvor naturgemäß mit sich brachte. Auch die wesentlichen Trendlinien haben gehalten, sodass durchaus die Möglichkeit besteht, dass wir in der kommenden Woche nun wieder steigende Kurse sehen werden. Zu den einzelnen Kandidaten melde ich mich dann in den nächsten Tagen und wünsche allen nun ein erholsames Wochenende. Die neue Woche dürfte nicht minder anstrengend werden…

Das Börsenjahr 2016 – große Veränderungen und wilde Schwünge…

Wie versprochen melde ich mich noch einmal kurz vor dem Jahreswechsel. Ich hoffe alle Investors Inside Leser hatten schöne Weihnachtstage und sind nun bereits frisch und erholt, um demnächst voller neuem Tatendrang in ein weiteres Börsenjahr zu starten, dass es wahrscheinlich in sich hat! Auch im abgelaufenen Jahr 2015 war vieles anders als man es gewohnt war. Die Planbarkeit von Grades aufgrund saisonaler Faktoren oder wiederkehrender Ereignisse war somit nur bedingt gegeben. Einzig der Notenbank-Trade war relative zuverlässig. Sinkende Kurse vor der FED Sitzung – oder einer Rede des EZB Präsidenten Mario Dragee – mit anschließender Explosion nach oben. Der DAX verzeichnete in diesem Jahr mindestens 10 deutlich im Jahreschart sichtbare Hübe von 1.000 Punkten oder mehr. Das Jahr 2015 war somit ein Paradies für Trader, aber für Anleger dürfte es ein sehr schwieriges Jahr gewesen sein…

Was ist nun von den kommenden 12 Monaten zu erwarten? Die spannendste aller Fragen wird – wie jedes Jahr um diese Zeit – in nahezu allen Medien heiß diskutiert und erfüllt zumindest die Wirkung bei den „Zuschauerquoten“ von Börsenzeitungen, Magazinen, Newslettern und Bezahldiensten. Propheten und Börsengurus haben zum Jahreswechsel immer Hochkonjunktur. Und so möchte ich mich hier mit einem klaren „Ich weiß es nicht“ etwas von der Masse abheben. Zwar habe auch ich ein paar Ahnungen wie es nun im Jahr 2016 weitergehen könnte, da gewisse Faktoren einfach für gewisse Ereignisse sprechen, aber fest einplanen kann man in dieser Spätphase der Hausse wohl nichts mehr. Denn die Gefahr mit einem Trade oder Investment grundlegend falsch zu liegen erhöht sich nun stetig!

Ich möchte dennoch kurz zusammenfassen, was uns wahrscheinlich auch im kommenden Jahr bewegen wird. Allem voran leiden die Börsen unter dem starken Dollar, der verschiedenste Auswirkungen auf die Emerging Markets und damit zusammenhängend auch auf die Rohstoffpreise hat. Öl ist wohl auch im kommenden Jahr das meistbeachtete Asset. Ob nun Goldman Sachs mit der Prognose von 20,- Dollar je Barrel Recht behalten wird, bleibt aus meiner Sicht aber noch abzuwarten. Genauso gut könnte ein Erholung folgen, die die meisten Marktteilnehmer wiedermal völlig auf dem falschen Fuss erwischt…

Neben dem Ölpreis wird uns Europäer insbesondere der Euro/Dollar Wechselkurs im kommenden Jahr beschäftigen und damit auch der Goldpreis. Kommt die Parität der beiden Währungen und fällt Gold unter die 1.000,- Dollar Marke? Für beide Ereignisse sehe ich gute Chancen auf Erfüllung. Ich glaube aber auch, dass 2016 ein Jahr wird in dem es wichtiger denn je sein wird, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sprich, sollten diese Ereignisse so eintreten, ist dann zu gegebener Zeit ein Trade in die Gegenrichtung das Vielversprechendste was es seit Jahren gegeben hat. Geduld ist somit auch im kommenden Börsenjahr nicht nur eine Tugend sondern (über-) lebenswichtig.

Wir werden wahrscheinlich sehen, dass der „europäische Gedanke“ auch im kommenden Jahr ernsthaft hinterfragt wird. Die Engländer entscheiden über einen Austritt aus der EU, die Katalanen wollen unabhängig werden etc.. Auch ob die Währungsunion in dieser Form weiter bestehen kann oder nicht, wird erneut am Beispiel Griechenland diskutiert werden, da bin ich mir sicher! Zudem stehen einige andere Staaten in den Startlöchern, die den einst gemachten Fehler des Beitritts gerne wieder korrigieren wollen… Man darf also gespannt sein, welcher Wind uns aus dieser Richtung im Jahr 2016 ins Gesicht blasen wird. Ein harmonisches Miteinander dürfte aber künftig wohl immer schwieriger werden. Dafür wird auch der im neuen Jahr nicht abreißen wollende Flüchtlingsstrom sorgen.

Ich gehe also davon aus, dass das kommende Jahr ähnlich unruhig verlaufen wird wie das Letzte. Somit muss man sich zwangsweise als mittelfristiger Swing-Trader, wie ich es einer bin, oder auch als längerfristig orientierter Anleger die Frage stellen, ob diese Strategie in diesem Markt noch funktioniert. Im Jahr 2015 musste jemand der im Januar in eine Aktie investiert hat, mehrfach zusehen wie die gesamten Gewinne wieder dahinschmolzen. Die meisten „echten“ Anleger dürften in diesem Jahr somit kein Geld verdient haben. Kurzfristige Aktionen hingegen wurden reich belohnt, sofern man nur ansatzweise das richtige Timing hatte. Ist im Jahr 2016 Day- und Swingtrading auf kurzer Ebene also die Lösung?

Das Jahr 2015 zeichnete sich auch dadurch aus, dass gewisse Zusammenhänge, die es an der Börse immer gegeben hat, durch die Geldflut der Notenbanken einfach ausgehebelt wurden. Nichts ist momentan mehr so wie früher, was ich grundsätzlich für äusserst gefährlich halte! Die Jahresendrally ist ebenso ausgefallen, wie die Sommerrrally – zumindest fanden diese in ungewohnter Form statt und zu einem eher seltsamen Zeitpunkt – wenn man es denn so auslegen will. Die US Indizes werden seit Monaten hauptsächlich von ein paar wenigen Aktien wie Amazon, Facebook, Google und Co. oben gehalten. Wehe wenn hier plötzliche Schwäche aufkommt! Die Statistiken und Konjunkturdaten der US Wirtschaft scheinen zudem zumindest „sehr optimistisch“ erstellt worden zu sein. Die Liste der Risikofaktoren ist lang und unter normalen Umständen hätten die Börsen bereits seit langem deutlich korrigieren müssen. Aber die Notenbanken halten den Laden in Schuss so lange es geht…!

Im kommenden Jahr befinden wir und nun aber in einem US Präsidentschafts-Zyklus der grundsätztlich positiv verlaufen sollte. Große Umwälzungen bieten auch in diesem Umfeld deutliches Potenzial. Um hier nur ein paar zu nennen, ist alles was mit Industrie 4.0 zu tun hat weiterhin „hot“. Robotic, Drohnen, Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Cloud, Elektromobilität, selbstfahrende Autos, aber auch Biotechnologie und alternative Energien etc. bleiben Themen die auch unter längerfristigem Anlagehorizont interessant sind. Wie oben schon erwähnt, werden höchstwahrscheinlich auch die Rohstoffmärkte, nach jahrelanger Baisse, irgendwann im kommenden Jahr wieder einen Blick wert sein. In jeder Marktphase gibt es Chancen die genutzt werden können!

Fazit: Letztlich weiß niemand genau was uns im nächsten Jahr erwartet, aber wenn man den Blick für das wesentliche schärft, wird man in jeder Marktphase erfolgreich sein. Sowohl das richtige Timing als auch eine Anpassung der Strategie an die aktuelle Situation und Auswahl der richtigen Aktien, sind in meinen Augen die drei wichtigsten Faktoren für das kommende Börsenjahr. Die Schwankungsbreite der Bewegungen, wie wir Sie im vergangenen Jahr gesehen haben, wird uns grundsätzlich erhalten bleiben. Ich werde auch in den kommenden 12 Monaten hier im Blog und im Börsenbrief mein Bestes geben, um Ihnen bei Ihren Anlageentscheidungen zu helfen und Sie vor den größten Fehlern zu bewahren. Nun wünsche ich Ihnen aber erst einmal einen guten Rusch in ein gesundes und glückliches neues Jahr. Genießen Sie die Tage, bis es dann im ersten Börsenmonat des neuen Jahres möglicherweise bereits wieder richtig zur Sache geht…!

viele herzliche Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Apple schmiert ab – mit möglicherweise dramatischen Folgen…

Was sich schon lange vorher angedeutet hat, könnte nun bald Realität werden. Die Apple Aktie auf dem Weg in Richtung 75,- Dollar lautete mein Artikel zur charttechnischen Situation bei der Aktie bereits vor Monaten. Mit dem Kursrutsch vom Freitag nähert sich der Titel nun bedrohlich der letzten Unterstützungslinie, die eine mögliche große Topformation vollenden könnte. Das Kursziel hieraus wäre immer noch bei ca. 75,- Dollar zu finden. Es gibt aber durchaus auch Argumente die mich an dieser Theorie (noch) zweifeln lassen…

Die Apple Aktie vor der Trendwende?

Mit einem Schlusskurs vom Freitag bei ca. 106,- Dollar ist die Aktie nun auf dem besten Wege die Nackenlinie der großen Schulter-Kopf-Schulter Formation zu erreichen, wobei die rechte Schulter nicht ganz regelkonform ausgebildet wurde. Vor allem die eher dünnen Umsätze sprechen noch nicht zwingend dafür, dass es sich hier tatsächlich um eine solche Formation handelt. Dennoch sei erwähnt, dass mit einem Unterschreiten des 61,80er Fibonacci Retracements auf der kurzfristigen Ebene die Umsätze dann wohl auch sprunghaft ansteigen würden. Diese Kursregion ist zugleich auch das 38,20 Fibonacci Retracement auf der langfristigen Ebene. Die nächste Haltezone wäre aus dieser Perspektive also bei ca. 95,- Dollar zu finden.

Auch das große noch offene Gap (ebenfalls bei ca 75,- Dollar zu finden) übt sicherlich noch eine gewisse Anziehungskraft aus. Eine Schließung dieser Kurslücke sollte und kann also nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Die Befürchtungen des Marktes, dass die Kalifornier an ihrer Wachstumsgrenze angekommen sind, ist zumindest nachvollziehbar. Die ca. 85-prozentige Abhängigkeit von den iPhone Verkäufen ist ebenfalls ein großer Risikofaktor. Dennoch spricht – fundamental betrachtet – aktuell nicht allzu viel für einen solch starken Abverkauf. Denn die Aktie ist nach wie vor günstig und wäre auch noch günstig wenn Apple gar nicht mehr wachsen würde! Dennoch darf man diese Konstellation nicht verharmlosen oder gar unterschätzen…

Ich halte es somit grundsätzlich noch für gut möglich, dass nun auch noch der Kursbereich um die 104,- Dollar getestet, aber nicht nennenswert unterschritten wird(!), um die schwachen Hände aus der Aktie zu schütteln. Hier wird sich dann der weitere Weg der Aktie entscheiden. Mutige Trader versuchen an dieser Stelle einen Rebound Trade, der aber konsequent wieder aufgelöst werden sollte, wenn die Apple Aktie nun doch durchzurutschen droht. Vorsichtige Naturen warten weiter ab, wie sich diese Situation auflösen wird.

Abschließend möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass die Apple Aktie aus meiner Sicht durchaus das Zeug dazu hat, diese Hausse vorerst zu beenden. Das Index-Schwergewicht wird im Falle eines weiteren Kursrutsches die US Indizes (und damit wahrscheinlich auch den erst der Welt) mit nach unten ziehen. Achten Sie also in den kommenden Tagen und Wochen verstärkt auf die Kursbewegungen bei Apple!

Covestro, MAN, Kabel Deutschland, Siltronic, Manz , SHW, Hypoport uvm. – Achtung: Neue Index Zusammensetzung

Heute ist es mal wieder soweit – die Indizes werden neu zusammengesetzt. Einzelne Unternehmen müssen den TecDAX, MDax und SDax verlassen weil Sie die Kriterien nicht mehr erfüllen, oder es aber Unternehmen gibt die diesen Vorgaben inzwischen besser entsprechen. Anbei ein kurzer Überblick, da die Rotation für manche Aktien kursrelevant sein dürfte. ..

Covestro wird per 21.12.2015 in den MDax aufgenommen, ebenso wie der Werbespezialist Ströer, dafür müssen der LKW Hersteller MAN sowie Kabel Deutschland ihre Plätze in Deutschlands erfolgreichstem Aktienindex räumen.  Ebenfalls heute tauscht beim TecDax der Wafer Produzent Siltronic AG den Platz mit dem im Jahr 2015 ziemlich glücklosen Anlagenbauer Manz. Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen, wird aber sicherlich viel Zeit und Mühe in Anspruch nehmen.

Im Dax räumen Gesco, Tom Tailor, Ströer sowie der Autozulieferer SHW ihre Plätze. Dafür werden nun die Schaeffler AG, WCM Beteiligungen AG, Scout 24 und Hypoport neu aufgenommen. Allesamt interessante Aktien, die man nun etwas intensiver beobachten sollte.

Auch im STOXX.Europe-600-Index gibt es ein paar Veränderungen. Verlassen müssen den Index die Leoni AG, Remy Cointreau, Delta Lloyd, Serco GRP, Home Retail GRP, Vallourec und die National Bank of Greece (oh Wunder! 😉 ), Dafür dürfen sich nun ein  paar andere europäische Unternehmen über Ihre Aufnahme in den Stoxx 600 freuen. Dies sind neben Fingerprint Cards, Dominos Pizza GRP, Temenos GRP, Moneysupermarket.com GRP, Unibet Group und Nibe Industries auch der deutsche Onlinehändler Zalando! Ich bin mir ziemlich sicher, dass einige der hier neu vertretenen Aktien noch völlig unbekannt bei den meisten Lesern sind, womit sich ein erster Blick heute anbietet!

Fazit: Wer also eine Erklärung für die in letzter Zeit teilweise heftigen Kursausschläge bei einzelnen Aktien sucht, der wird hier fündig. Denn Indexveränderungen haben schon immer für deutliche Bewegungen bei den betroffenen Unternehmensanteilen geführt – im positiven  wie auch im negativen Sinne. Interessanterweise sind aber nicht selten gerade die Verlierer der Tage vor der neuen Indexzusammensetzung die Gewinner der kommenden Wochen und die Neuaufgenommenen tendieren eher schwächer. In jedem Fall lohnt sich nun ein näherer Blick auf die Entwicklung der ein oder anderen hier genannten Aktie…

Janet Yellen´s Tanz auf der Rasierklinge…

Was haben wir alle gezittert…. vor der Zinswende! Es gibt wohl keinen Trader der sich nicht in den vergangenen Wochen umfangreiche Gedankenspiele zu den möglichen Szenarien danach erlaubt hat. Den Konsens dabei war dass die Erhöhung kommt und damit ist es dann erst einmal gut. Dieses „One and Done“ Szenario war das wahrscheinlichste, damit die FED ihr Gesicht wahren konnte, der Schaden für die Kapitalmärkte dann aber möglichst gering bleibt. Letztlich kam mal wieder alles etwas anders als gedacht, dennoch hat der Markt nicht verschnupft reagiert, weil die momentane Erleichterung größer war als die Befürchtungen für Kommendes…

Der wichtigste Punkt vorab, die Zinserhöhungen werden laut Protokoll weiter gehen! Also war der gestrige Schritt wahrscheinlich keine einmalige Aktion und wir haben es tatsächlich mit einer echten „Zinswende“ zu tun. Geplant ist offenbar die Zinsen in den USA bis Ende 2016 auf 1,375 Prozent anzuheben. Für Ende 2017 rechnet die FED laut dem jüngsten Protokoll mit einem Zins von 2,625 Prozent. Wer sich die Mühe machen will kann ja nun ausrechnen wie hoch die einzelnen Zinsschritte dann sein müssten… 😉

Janet Yellen hielt sich aber noch ein Hintertürchen offen und verwies darauf, dass man sehr behutsam bei den einzelnen Erhöhungen vorgehen werde und die jeweiligen Zinsschritte der aktuellen Marktsituation anpassen werde.  Sprich, die Vorgaben aus dem Sitzungsprotokoll sind nicht in Stein gemeißelt und können jederzeit auch nach unten angepasst werden. Das war dann wohl auch der Punkt der im Anschluss an die Pressekonferenz zu deutlich steigenden Kursen führte. Auch wenn diese Formulierung möglicherweise mal wieder reine Verbalerotik war, um genau das zu bewirken…

Fazit: Der gestrige Zinsschritt traf die Erwartungen des Marktes und wurde nun endlich vollzogen, womit ein Stück Unsicherheit aus dem Markt entweicht. Soweit die gute Nachricht… Das weitere Vorgehen der FED ist unklar, die eigentlichen Vorgaben liegen hier aber deutlich über dem was der Markt befürchtet hatte! Sollte eine Zinswende in dieser Form stattfinden, könnte dies dramatische Folgen für einige Wechselkurse und damit verbunden für die Emerging Markets und Rohstoffmärkte haben. Das weiß natürlich auch die FED, dennoch dürfte im kommenden Jahr jede FED Sitzung von erhöhter Volatilität begleitet werden.

Erstaunlich war in dem Zusammenhang, dass der Dollar gestern zunächst nicht wieder an Stärke gewinnen konnte, später dann folgte zumindest eine kleine Bewegung nach oben. Vieles wurde offenbar in den vorherigen 6 bis 7 Ankündigungen einer Zinserhöhung bereits eingepreist, was zumindest hoffen lässt, dass wir von dieser Seite erst einmal Ruhe haben. Dennoch sind die geplanten weitern Zinsschritte eine Bedrohung für die weltweiten Aktienmärkte, insbesondere der Länder die entsprechend hoch im Dollar verschuldet sind. Die schlechte Nachricht ist also:

Der Dollar bleibt stark, die Unruhe um das Thema Zinswende in den USA bleibt uns wahrscheinlich auch im kommenden Jahr erhalten und die Volatilität bleibt hoch!

Ströer Aktie – Noch ein wenig warten…

Sie Ströer Aktie war ohne Zweifel eine der besten Aktien des vergangenen Jahres. Der Werbe-Spezialist konnte von Quartal zu Quartal überzeugen, dementsprechend entwickelten sich auch die Anteilsscheine. Dennoch konnte ich die Euphorie, die hier zuletzt aus einigen Ecken versprüht wurde, nicht mehr wirklich teilen. Die Aktie ist inzwischen alles andere als günstig. Der jüngste Chartverlauf  gab mir am Ende dann auch Recht. Fernab von allen Analysenmeinungen, hier kurz meine Einschätzung zu dem Wert, der auch für das kommende Jahr interessant bleibt, aber möglicherweise noch nicht jetzt…

Die Stöer Aktie ist ein Kauf, wenn...

Mir ist sehr wohl bewusst, dass bereits morgen eine Trendwende nach oben an den Börsen stattfinden kann, was aller Wahrscheinlichkeit nach dann auch bei der Stöer Aktie „Spuren hinterlassen“ würde. Dennoch, bis zur Auflösung des hier eingezeichneten, abwärts gerichteten, Keils nach oben, gehe ich eher davon aus dass die daraus resultierenden Kursregionen noch abgearbeitet werden. Im Zuge der zu erwartenden 5-Wellen-Korrektur dürfte zudem noch eine weitere Abwärtsbewegung nach der aktuellen Konsolidierung folgen. Diese sollte dann optimaler Weise bis in den Bereich des 61,8er Fibonacci Retracements laufen.

Die beiden roten Linien auf der Unterseite markieren den mittleren und langfristigen Aufwärtstrend der Stöer Aktie. Auch einen Test dieser Regionen schließe ich nicht grundsätzlich aus. Ein Einstieg im Bereich zwischen 50 und 52,50 Euro mit einem Restrisiko bis 48,- Euro  halte ich dann aber wieder für einen Trade mit einem vernünftigen Chance-Risiko-Verhältnis. Die 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei ca. 46,- Euro! Das langfristige Kursziel könnte laut Analysten bei ca. 70,- bis 75,- Euro liegen, wenn wir in den nächsten Wochen und Monaten nicht weitere Negativfaktoren bezüglich der Weltkonjunktur sehen… denn solche Entwicklungen treffen immer als erstes den Werbemarkt!

Gerry Weber – Ein Chart zum Fürchten!

Die Aktie von Gerry Weber habe ich hier zuletzt vor den Quartalszahlen besprochen und eindringlich zur Vorsicht gemahnt. Wie der weitere Kursverlauf zeigt, war diese Warnung nicht ganz unbegründet. Inzwischen sind die Aktien des Modeunternehmens von Ihrem Jahreshoch deutlich über 36,- Euro auf 11, 50 Euro gefallen. Ein Ende dieser negativen Dynamik ist noch nicht abzusehen… trotz einiger Analysten die sich die Aktie offenbar immer noch schön reden..!

Gerry Weber Chart Analyse

Mit dem heutigen Kursrutsch auf ca. 11,37 Euro hat die Aktie nun die nächste Unterstützung getestet. Allerdings mahnt sowohl die Dynamik dieser Bewegung als auch der Chart weiterhin davor, hier zu früh auf eine Gegenbewegung zu setzen. Theoretisch sind auch noch einstellige Kursnotierungen in den nächsten Monaten vorstellbar. Entscheidend dabei ist aus meiner Sicht wirklich der aktuelle Bereich um die 11,50 Euro. Hält diese Marke nicht, dürfte ein weiterer Kursrutsch bis ca. 10,20/10,35 Euro erfolgen. Hier verläuft die letzte massive Unterstützung! Danach gibt es eigentlich keinen wirklichen Halt mehr bis in den Bereich um die 6,20 Euro!

Es für die noch verbliebenen Aktionäre wohl zu spät um jetzt noch in Panik zu verfallen, jedoch kann bei der Dynamik ein rechtzeitiger Blick nach vorne nicht schaden. Oftmals werden entscheidende Marke dann doch schneller erreicht als man denkt 😉  Nach der jüngsten Prognose des Unternehmens kann man wahrscheinlich für die kommenden zwei Jahre hier nicht viel Positives erwarten. Dementsprechend muss man sich die Frage stellen, ob die Aktie momentan, in der Hoffnung auf wieder bessere Zeiten, im Depot schlummern muss!? Das Risiko eines weiteren dramatischen Absturzes halte ich somit, auch im Hinblick auf eine mögliche Rezession in diesem Zeitraum, für nicht ganz unbegründet!

Apple schwächelt – Dialog zeigt Stärke…!

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit stürzt die Dialog Semiconductor Aktie zum Handelsbeginn ab, um sich dann im Tagesverlauf wieder deutlich zu erholen. Auch nach der gestrigen Gewinnwarnung rauschte die Aktie erst einmal um stolze 17 Prozent in den Keller, verletzte dabei erneut wichtige charttechnische Marken, und schloss am Tagesende nahezu unverändert. Dieses „Verhalten“ ist zumindest bemerkenswert und sollte Beachtung bei den Anlegern finden…

Die Gewinnwarnung bei Dialog kam nicht völlig überraschend. Bereits seit einiger Zeit läuft es nicht mehr ganz so rund bei dem Chiphersteller. Der von einigen Marktbeobachtern erwartete Rückgang bei dem Verkauf von Mobilen Devices, wie Tablets oder Handys, ist naheliegend, da inzwischen eine  gewisse Marktsättigung eingetreten ist. Dies gilt meiner Meinung nach aber ausdrücklich nicht für den Absatzmarkt China, der nach wie vor das größte Potenzial in den kommenden Jahren bietet. Aber das nur am Rande… Kurzum Dialog erwartet für das vierte Quartal 2015 nun einen Umsatz von 390 bis 400 Millionen Euro nachdem man zuvor noch von 430 bis 460 Millionen Euro ausgegangen war.

Das ist natürlich eine herbe Enttäuschung für die Anleger und verdeutlicht auch warum die geplante Übernahme von Atmel für das Unternehmen so wichtig sein könnte. Mancher Marktteilnehmer befürchtet nun, dass der Zenith für den Handyabsatz im Allgemeinen und dem Apple iPhone im Speziellen bereits überschritten sein könnte. Sich auf andere Absatzmärkte zu konzentrieren und die Abhängigkeit vom Hauptkunden Apple deutlich zu verringern macht also grundsätzlich durchaus Sinn, wenn auch nicht unbedingt zu diesem Preis! Man könnte sogar sagen, dass das Management etwas spät auf diese Idee gekommen ist, falls sich eine Trendwende bereits jetzt bewahrheiten sollte. So zumindest die Befürchtungen des Marktes…

Die ganze Diskussion halte ich persönlich für etwas verfrüht. Apple wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder starke Absatzzahlen präsentieren. Nur wird sich die Wachstumsrate allmählich abflachen und irgendwann wohl auch stagnieren. Das ist normal und musste auch irgendwann so kommen, wie bereits in mehreren Artikeln zu Apple auf diesem Blog beschrieben. Die derzeitige Schwäche der Weltwirtschaft sowie die damit verbundene Unsicherheit der Konsumenten tun ihr Übriges dazu. Wir werden uns uns künftig wohl an  niedrigere Umsatzraten gewöhnen müssen.

Die Dialog semiconductor Aktie bleibt unter Druck

Dennoch halte ich die Dialog Aktie auf diesem Niveau grundsätzlich für ein interessantes Investment. Gerade der jüngste Kursverlauf lässt aufhorchen! Die zuletzt starken Intraday-Erholungen deuten darauf hin, dass der Markt nicht mehr von weiter fallenden Notierungen ausgeht. Zudem ziehen sich auch die Leerverkäufer aus der Aktie nach und nach zurück, was wiederum den Verkaufsdruck deutlich verringert, bzw. für steigende Notierungen sorgt. Ich habe Ihnen oben noch einmal den Chart von letzter Woche unverändert eingefügt, um zu verdeutlichen dass sich an meiner Einschätzung nichts geändert hat. Die prognostizierte Kursbewegung gen Süden wurde gestern exakt abgearbeitet. Wer also im Bereich um die 26,50 Euro gekauft hat, dürfte bereits jetzt komfortabel mit ca. 18 Prozent im Plus liegen. Auf diesem Niveau kann man also nun einen entsprechenden Stop einziehen und geduldig warten was weiter passieren wird…

Die in dem letzten Artikel zur Dialog Aktie eingezeichnete Gegenreaktion haben wir ebenfalls (fast) gesehen. Nun muss noch die wichtige Trendlinie (rot) erreicht bzw. überschritten werden! Angesichts der aktuellen Schwäche bei der Apple Aktie ist dies momentan sicherlich kein leichtes Unterfangen. Vorausgesetzt die Apple Aktie dreht demnächst wieder nach oben, gehe ich aber nun davon aus, dass die obere Begrenzung des Abwärtstrend-Kanals demnächst getestet wird. Diese kann entweder über einen entsprechenden Anstieg erfolgen oder aber auf der Zeitebene. Sprich, durch eine Stabilisierung auf diesem Niveau mit einem anschließenden Ausbruch im Januar, wo auch die Entscheidung über die Atmel Übernahme endgültig fallen soll. Diese dann mögliche Ausbruchsbewegung könnte noch einmal ca. 11,- Euro auf den dann aktuellen Aktienkurs draufpacken. Soweit der weitere Plan…schaun wir mal!

Die Luft wird jetzt sehr dünn für Dialog…

Wegen der mehrfachen Anfragen hier ein kurzes TradingUpdate: Ein kurzer Blick auf die Aktie von Dialog Semiconductor verrät, dass es nun ganz schön eng wird für die Bullen. Nachdem die Übernahme von Atmel nun entschieden wurde, scheint die Luft aus der Aktie einfach raus zu sein. Der Markt will offenbar erst einmal sehen welche Konsequenzen daraus, neben der enormen finanziellen Belastung, tatsächlich entstehen. Zudem benötigen Übernahmen dieser Art einfach eine gewisse Zeit. Die Integration des gekauften Unternehmens wird dauern und zudem wahrscheinlich erst einmal eine Menge Geld kosten. Die aktuelle Schwäche der Apple Aktie schafft zudem ebenso wenig Vertrauen darauf, dass es hier demnächst wieder aufwärts gehen könnte…

Die Dialog semiconductor Aktie bleibt unter Druck

Mit dem heutigen Kursrutsch unter die Unterstützungslinie besteht nun die Gefahr, dass die Aktie in den kommenden Wochen weiter abtauchen wird. Gelingt es kurzfristig also nicht die Aktie wieder über die wichtige Marke von 32,50 Euro zu hieven und fällt diese auch noch unter die Unterstützung bei ca. 31,47 Euro, dann droht ein weiterer Kursrutsch in Richtung 26,50 Euro oder tiefer. Bei ca. 27,50 Euro ist das 76,40er Fibonacci Retracement zu finden, dass ebenfalls Unterstützung bieten könnte. Einen Test der horizontalen Unterstützung bei ca. 26,50 Euro halte ich jetzt aber für das wahrscheinlichste Szenario. Der Abwärtstrend ist weiterhin absolut intakt!

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