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Gerry Weber – Angst vor den Zahlen?

Morgen ist es soweit… Gerry Weber wird die Zahlen für die letzten drei Monate vorlegen, womit dann auch ein aussagekräftiges Ergebnis für den 9-Monats-Zeitraum vorliegt. Die Aktie des Modeherstellers war in diesem Jahr bereits kräftig unter Druck, konnte sich aber in den letzten Tagen wieder etwas erholen. Leser dieses Blogs wissen, dass ich den Aktienkurs hier eher im Bereich um die 17,50 Euro sehen würde, wofür auch der Chart spricht. Dieser Wert wurde vor kurzem auch fast erreicht, als die Börsen an dem berüchtigten Montag in den Keller rauschten. Die wichtigsten Trendlinien verweisen weiterhin auf diesen Bereich als mögliches Ziel der aktuellen Abwärtsbewegung. Somit gehe ich zumindest von einem nochmaligen Test dieses Bereichs aus.

Die erste vor Kurzem deutlich nach unten angepassten Umsatz- und Gewinnziele des Unternehmens könnten morgen noch einmal bestätigt werden. Achten Sie dann bitte unbedingt auch auf den Hallhuber-Anteil bei diesen beiden Werten um eine objektivere Einschätzung zum operativen Geschäft bei Gerry Weber zu bekommen! Auch der Ausblick auf das letzte Quartal, sowie möglicherweise die Prognose für das kommende Jahr, sollten dann erste Hinweise auf mögliche Besserung liefern, sonst droht weiteres Ungemach für die Anleger. Einen Kursrutsch bis an die Unterstützung bei 16,86 Euro würde ich somit nicht kategorisch ausschließen…

Die Gerry Weber Aktie fliegt aus dem MDax

Gerry Weber vor den Q3 Zahlen 2015

Wesentlich schwerwiegender für den Aktienkurs der Gerry Weber AG dürfte aber in Zukunft der Rausschmiss aus dem MDAX wiegen, der am 21ten dieses Monats wirksam wird. Damit wird das allgemeine Interesse an der Aktien voraussichtlich weiter abnehmen, was selten ein gutes Zeichen ist. Der hier eingezeichnete Trendkanal stellt also aus meiner Sicht die mögliche Handelsspanne für die kommenden Wochen oder gar Monate dar, falls es dem Unternehmen nicht gelingt bei der Zahlenvorlage positiv zu überraschen. Die Aktie verfügt – aus meiner persönlichen Sicht – bis auf Weiteres über wenig Kursphantasie.

Die Commerzbank riet heute dazu vor den Zahlen zu verkaufen, da ein entsprechender Umsatzrückgang erwartet wird. Ich persönlich halte dies nicht unbedingt für den schlechtesten Ratschlag. Warum das Kursziel dann bei 25,- Euro belassen wurde, muss man aber nicht unbedingt verstehen!? Zusammenfassend würde ich sagen, dass das mögliche Risiko einer negativen Überraschung hier höher sein dürfte als die Chance. Ein deutlicher Abverkauf bei der Gerry Weber Aktie bietet aber für langfristig orientierte Anleger dann wieder eine gute Einstiegsgelegenheit um auf die Erholung des „neuen“ Konzerns nach dem Hallhuber-Kauf zu setzten.

E.ON und RWE – Es dürfte noch weiter nach unten gehen!

Die Aktien des beiden großen Energiekonzerne E.ON und RWE gehören heute einmal mehr zu den großen Verlierern. Nachdem sich beide Aktien in den letzten Tagen wieder leicht erholen konnten kam heute erneut die Quittung für die Anlage die immer noch an eine nachhaltige Trendwende bei den beiden Aktien glauben. Insbesondere der Vertrauensbonus bei E.ON dürfte heute schwer erschüttert worden sein, nachdem der Konzern verkündet hat nun doch an der Atomsparte festhalten zu wollen/müssen. Angesichts des geplanten Haftungsgesetzes der Bundesregierung sieht sich E.ON Chef Johannes Teyssen offenbar gezwungen, diesen geplanten Schritt zu revidieren um den damit verbundenen Risiken entgegen zu wirken. Die geplante Auslagerung des Atomgeschäftes in eine Gesellschaft namens Uniper ist damit passé. Die Abspaltung von Uniper soll dennoch kommen, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Risiken und Kosten des Rückbaus von Kernkraftwerken und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle verbleiben aber wohl in der E.ON-Bilanz.

E.ON Chart mit neuem Kursziel bei ca 8,50 Euro

Die E.ON Aktie stürzt ab

Was aus meiner Sicht nur recht und billig ist, nachdem die Konzerne über Jahrzehnte Milliarden gescheffelt haben, dürfte dieser Strategiewechsel die Aktionäre wenig erfreuen. Die daraus resultierenden Belastungen sind wohl bis auf Weiteres nicht absehbar und man muss zumindest davon ausgehen, dass sich die Kosten hierfür möglicherweise noch in vielen Jahren in der Bilanz der beiden Konzerne wiederfinden lassen. Ob der Umgang der Regierung mit diesem Thema verfassungswidrig ist – wie die Konzerne behaupten – oder nicht, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Denn als Anleger haben Sie die Verpflichtung Risiken und Ungewissheiten zu vermeiden und Ihr Kapital zu beschützen. Wohl kein Sektor in Deutschland ist derzeit so unsicher wie dieser, weswegen das Votum für die Aktien auch nur „Verkaufen“ lauten kann!

Bei der RWE Aktie (und auch E.ON) waren Sie ja bereits durch meinen Artikel am 14.08.2015 und einen konkreten Chart davor gewarnt, dass es noch schlimmer kommen könnte. Aus aktuellem Anlass möchte ich Ihnen hier nun den E.ON Chart (s.o.) nachliefern, der noch tiefere Kurse um die 8,50 Euro in naher Zukunft erwarten lässt.

Dax und S&P 500 – Der gestrige Tag könnte bedeutend gewesen sein…

Nachdem die japanischen Börsen gestern ein wahres Feuerwerk abgefackelt haben, hat sich so mancher Marktteilnehmer die Frage gestellt, ob dieses Ereignis eine nachhaltige Wende an den Weltbörsen darstellen könnte. Nicht das der Nikkei nicht das Zeug dazu hat die anderen Weltbörsen nachhaltig zu beeinflussen, aber die dortigen Kursgewinne waren doch eher „hausgemacht“ und hatten somit nur geringen Einfluss auf die Entscheider an der Wall Street, wie man am Abend dann auch sehen konnte. Im heutigen Handel kommen die Kurse in Japan bereits wieder etwas zurück, wobei mir nach einem solchen Anstieg noch weitere Abschläge fehlen würden, um dissentiere etwas zu „bereinigen“. Etwa 50 Prozent eines solch starken Moves sollten im Anschluss wieder korrigiert werden, bevor dann möglicherweise der nächste Schub kommt.

Aber das nur am Rande, denn das eigentlich entscheidende Ereignis des gestrigen Tages war der erneute Schwächeanfall der US Börsen nach einem starken Start am Dienstag (nach dem Labour Day). Dieser Wochenverlauf ist im Übrigen gar nicht so untypisch. Hintergrund ist, dass die meisten US Trader am Labour Day spätestens wieder zurück aus dem Urlaub kommen und am darauffolgenden Tag ihre Arbeit wieder aufnehmen. Voller Optimismus starten die Damen und Herren in den Jahresendspurt und kaufen erst einmal was das Zeug hält. Insbesondere dann, wenn die Kurse zuvor deutlich zurückgekommen sind! Kurz darauf folgt manchmal aber auch die Ernüchterung…

Der gestrige Albverkauf in den USA ist somit aus meiner Sicht bedeutend. Trotz einer Stabilisierung in China (die heute schon wieder etwas schwächelt…) und den starken Vorgaben aus Japan, reichte die Rallye nicht über den ersten Tag hinaus. Dies zeigt deutlich, dass die Bären in den USA das Zepter offenbar noch immer in der Tatze halten. Die direkte Entwicklung so mancher Highflyer-Aktie der letzten Monate spricht hier ebenfalls Bände. Aber darauf hatte ich ja schon mehrfach hier im Blog hingewiesen… Wir befinden uns somit nun – sowohl bei den US Indizes als auch beim Dax – in einer wieder einmal kritischen Lage aus charttechnischer Sicht, die ich Ihnen hier kurz aufzeigen möchte:

Der Dax steht mal wieder vor einer wichtigen Entscheidung

Dax mit möglicher Bärenflagge und Trendbruch

Es gelang den Bullen nicht die hier eingezeichnete Keilformation (lila) nachhaltig nach oben zu verlassen. Viel mehr muss das Verhalten des Index nun als Fehlsignal interpretiert werden, was nicht selten einen noch stärkeren Ausbruch auf der Unterseite mit sich bringt. Damit würde dann ggf. auch der hier eingezeichnete, kurzfristige Trendkanal nach unten verlassen, womit sich dieser als klassische Bärenflagge entpuppen könnte. Die Aussichten bei einem Bruch dieses Trends auf der Unterseite sind dann wohl zunächst als äusserst trübe zu bezeichnen. Rein rechnerisch ergäben sich aus dieser Konstellation Kursziele die noch einmal deutlich unter den letzten Tiefständen bei 9.300 Punkten liegen würden. Das von mir bereits in der letzten Woche genannte Kursziel in dem 8.000er Bereich würde dann in greifbare Nähe rücken, falls sich die Chartmuster wie oben dargestellt nach unten auflösen.

Noch ist es nicht soweit und auch heute wehren sich die Bullen mal wieder nach Leibeskräften. Dennoch, sollten Sie als aufmerksamer Beobachter sehr wohl registrieren, dass der DAX nun inzwischen zum dritten Mal an der Hürde bei 10.378 Punkten gescheitert ist. Die übrigen Chartkonstellationen sind daher – wie oben beschrieben – ebenfalls unbedingt beachtenswert. Spätestens beim erneuten Unterschreiten der 10.050 Punkte Unterstützung sollten Sie sehr vorsichtig werden. Löst sich der Keil nun erneut nach oben auf und es gelingt dem Markt ein neues Hoch über 10.380 Punkten auszubilden, ist durchaus noch ein Anstieg bis in den Bereich um die 10.600 Punkte möglich. Spätestens hier würde ich aber von einem erneuten Schwächeanfall des DAX ausgehen. Bleiben sie also wachsam..!

Nicht nur China ist das Problem sondern auch der US Dollar…

Ich gebe zu, ich haben den breiten Anstieg der Aktienkurse am vergangenen Donnerstag wirklich nicht verstanden. Mir war sehr wohl bewusst, dass die Anleger einmal mehr den Aussagen des EZB-Zauberers Mario Draghi gefolgt sind und in der Hoffnung einer neuen Liquiditätsspritze der Notenbank kräftig Aktien gekauft haben, aber der tiefere Sinn dieser Price-Action bei den meisten Aktien blieb für mich dennoch im Verborgenen. Denn letztlich hat Supermario nichts wesentlich neues verkündet als die schon fast abgedroschene Phrase: “ Alles nötige zu tun…!“ Auch diese erneute Beruhigungspille („Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist“) blieb dennoch kurzzeitig nicht ohne Wirkung, zeigte aber auch deutlich, dass man sich seitens der Notenbanken schon wieder ernsthaft mit Krisenszenarien auseinander setzt und die aktuelle Lage der Weltwirtschaft erste Sorgenfalten auf die Gesichter der Verantwortlichen zeichnet.

Die Aussagen des EZB Notenbankchefs waren mir persönlich etwas zu „dünn“ um darauf zu setzen, womit ich rückblickend wohl auch Recht hatte. Die Quittung für die Euphorie folgte für die Optimisten dann auf dem Fusse. Am Freitag sackten die Börsen erneut kräftig ab und erzeugten ein deutliches Verkaufssignal. Das kann natürlich u.a. dem langen Wochenende in den USA geschuldet sein, denn am heutigen Montag ist Labour Day und die US Börsen bleiben geschlossen. Die Angst davor, dass der chinesische Markt , nach den Feiertagen, am Montag mit einem deutlichen Gap nach unten eröffnen könnte, spielte hier wohl eine ebenso gewichtige Rolle. Dieses Szenario ist bislang nicht eingetreten, aber die chinesischen Indizes notieren heute morgen, nach sehr nervösem Handel, einmal mehr teilweise deutlich im Minus!

Letztlich bleibt aber auch jetzt noch die Unsicherheit darüber, ob die Anleger ihr Vertrauen in die Notenbanken allmählich verlieren könnten…!? Es macht gar den Eindruck, dass nicht mehr alle Anleger den Glauben an die Rettungspolitik der Notenbanken teilen wollen. Einige große Player scheinen allmählich zu der Überzeugung zu gelangen, dass man nicht mehr bedenkenlos jedes Ereignis einer Notenbank zum Geldverdienten nutzen kann, oder sollte. Denn offensichtlich hat China seine Probleme weniger im Griff als man sich das selber eingestehen möchte. Auch wenn an diesem Wochenende die Krise von offizieller Seite mal wieder als beendet erklärt wurde, dürfte sich dies für viele chinesische Anleger, die in den letzten Wochen viel Geld verloren haben, ganz anders anfühlen.

In den USA möchte man seit Monaten eine erste Zinserhöhung durchführen – die vergleichsweise lächerlich ausfallen dürfte, so sie denn irgendwann kommt – traut sich aber nicht! Um das mühsam aufgebaute Gebilde aus zumindest „fragwürdigen“ Arbeitsmarktdaten und überbordendem Konjunkturoptimismus nicht zu gefährden, dürfte dieser Schritt auch weiterhin auf die lange Bank geschoben werden. Auch hier zeigt sich ganz deutlich die Angst davor etwas falsch zu machen. Denn, die aktuell größte Gefahr für die Weltwirtschaft würde ich in aktuell einem weiter steigenden US-Dollar gegenüber anderen Währungen sehen, nicht in China oder sonstwo. Bereits jetzt leiden einige Emerging Markets sehr deutlich unter der Devisen-Entwicklung der letzten Monate. Um diesen Trend nicht weiter zu verschlimmern KANN die US Notenbank die Zinsen eigentlich gar nicht anheben!

Wie ich Ihnen bereits vor Wochen geschrieben habe, gilt es also weiterhin die Entwicklung des Dollars gegenüber diversen Währungen intensiv zu beobachten. Sollte der Dollar nun – bedingt durch eine Zinserhöhung oder nicht – weiter deutlich an Wert gewinnen, sind die Folgen für einige Nationen, die sich extrem hoch in Dollar verschuldet haben, unüberschaubar. Diese Staaten werden ihre Schulden dann möglicherweise demnächst nicht mehr bedienen können, was faktisch zu einer Staatspleite führt. Damit zusammenhängend entwickeln sich natürlich auch nahezu alle in US-Dollar gehandelten Rohstoffe dieser Welt, allen voran das Erdöl. An dieser Stelle sei kurz auf den australischen Aktienmarkt verwiesen, der aktuell erheblich unter Druck steht! Brasilien, Venezuela, Russland und Co. stehen bedingt durch den Ölpreis-Verfall ebenfalls auf der Kippe…

Es bleibt also vorerst alles wie bereits beschrieben. Während die gesamte Welt nur noch auf China zu achten scheint, gibt es durchaus wichtigere Themen denen Sie Beachtung schenken sollten. Den heutigen Handelstag können Sie einigermaßen sicher bereits jetzt abhaken, da wir bedingt durch den US Feiertag keine „echten“ Kurse sehen werden. Die vorbörslichen Indikatoren sind für meinen Geschmack ohnehin mal wieder etwas zu optimistisch…! Ich persönlich erwarte hier auch in dieser Woche nicht allzu viele positive Überraschungen sondern gehe eher davon aus, dass auch verschiedenste saisonale Faktoren nun zu weiteren Verkäufen führen werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Start in eine weitere turbulente Handelswoche.

K+S – Vor dem Gap Close?

Die Übernahme-Spekulationen bei der K+S Aktie haben sich inzwischen weitestgehend in Rauch aufgelöst. Wie von mir erwartet scheint es eher unwahrscheinlich zu sein, dass ein entsprechender Deal tatsächlich zustande kommt. Die Gründe sind bekannt un müssen nicht noch einmal hier erwähnt werden, denke ich.  Am 03.08.15 schrieb ich zu dem Thema: „Bei K+S halte ich die Übernahmephantasien immer noch für einigermaßen gefährlich, was sich inzwischen auch im Chart zeigt. Ich würde hier lieber noch warten bis sich die Lage etwas beruhigt und die Aktie mindestens bis in den Bereich um die 33,50 Euro zurückgekommen ist.“ Nun, knapp einen Monat später, notiert die Aktie im Bereich um die 32,50 Euro und damit nicht nur unterhalb des von mir genannten Kursziels, sondern auch unmittelbar vor der möglichen Entscheidung darüber, ob das damals gerissene Gap demnächst wieder geschlossen wird…

K+S Aktie vor Gap Close

Ich gehe aktuell von einer Wahrscheinlichkeit von nunmehr deutlich unter 20 Prozent für ein Zustandekommen der Übernahmen durch den US-Konkurrenten Potash aus. Somit dürfte der Blick der Anleger dann demnächst wieder verstärkt auf die Fundamentaldaten gerichtet sein. Vor allem aber deutet der Chart darauf hin, dass wir nicht nur die große Kurslücke Ende Juni sondern auch die etwas kleiner darunter dann wieder schließen werden. Diese Lücke liegt zudem im Bereich der oberen Begrenzung des damals aktiven Abwärtstrends bei der Aktie. Mit dem Bruch der Aufwärtstrend-Linie bei ca. 31,70 Euro dürfte ein Test dieses Trends von oben dann sehr wahrscheinlich sein.

Wer also immer noch auf eine Übernahme bei K+S spekulieren möchte, legt eine entsprechende Abstauberorder im Bereich um die 29,- bis 28,15 Euro ins System und wartet geduldig ab was passiert. Das Chance-Risiko-Verhältnis dürfte auf diesem Niveau deutlich überschaubarer sein, als zu den Kursen der vergangenen Wochen. Sollte die Aktie wider Erwarten doch vorher nach oben drehen, bzw. die rote Trendlinie nicht unterschritten werden, würde ich von einer Spekulation auf steigende Kurse dennoch vorerst absehen. Schon das geringste Gerücht über ein endgültiges Scheitern der Übernahme birgt erhebliches Gefahrenpotenzial für zu früh investierte Anleger, was Ihnen diejenigen die knapp unter 40,- Euro gekauft haben sicherlich bestätigen werden 😉

Dax – Erholung oder Crash…?

Heute wird mal wieder Erholung an den europäischen Börsen gespielt, was ich nach wie vor für gefährlich halte. Die US Indizes haben im gestrigen Handel deutlich nachgegeben. Nicht dieses Tatsache ansich ist bemerkenswert, sondern viel mehr der Umstand, dass die starken Verkäufe über nahezu alle Branchen und Sektoren stattfanden. Die chinesischen Indizes sind einmal mehr kräftig abgetaucht, konnten dann aber durch eine wundersame Kehrtwende erneut versöhnlich aus dem Handel gehen. Hier war es einmal mehr eine Intervention der chinesischen Regierung die Schlimmeres verhinderte, womit klar ist dass wir es in China auch weiterhin nicht mit einem gesunden Markt zu tun haben der sich selber reguliert. Historisch betrachtet haben solche massiven staatlichen Eingriffe noch nie wirklich funktioniert… zumindest nicht dauerhaft!

Somit bleibe ich bei meiner eher pessimistischen Haltung, was das grundsätzliche Erholungspotenzial des DAX anbelangt. Das hier mehrfach skizzierte Szenario ist und bleibt bis auf Weiteres negativ, auch wenn ich weitere Zwischenerholungen nicht kategorisch ausschließen würde. Dennoch ist dies wohl eher nicht die Zeit für Heldentaten an der Börse. Viel mehr ist nun ein aussergewöhnlich hohes Maß an Geduld erforderlich um auf die richtige Gelegenheit zu warten. Ein Blick auf die Charts der einzelnen Unternehmen kann da deutlich aussagekräftiger sein als sich der Flut an Nachrichten hinzugeben, die den Markt zum Thema China im Sekundentakt erreichen. Äusserungen wie die heute von der IWF Chefin Christine Lagarde getroffene „Ansteckungsgefahr“ sind für Ihr Portfolio ebenso wenig hilfreich wie andere…!

Letztlich regulieren sich Märkte irgendwann immer selber. Das war schon zur Zeit des Neuen Marktes (Dot-Com-Blase) schon so und wird auch in China so sein. Die gehäufte Spekulation auf Kredit verstärkt diese Bewegung nur. Der aufgeblasene Markt in China muss also etwas von der heißen Luft abgeben, die sich hier zuletzt angestaut hatte. Erst dann haben wir eine echte Chance auf Stabilisierung und wieder anziehende Aktienkurse weltweit. Wo dieser Punkt nun erreicht sein könnte, kann auch ich nicht wirklich beurteilen. Aber die Vermutung liegt nahe, dass noch immer Abwertungsbedarf besteht, sieht man sich die aktuelle Bewertung einiger chinesischer Unternehmen, nach klassischen Maßstäben, an.

Der DAX steht unmittelbar vor der Entscheidung

DAX – Drei mögliche Szenarien

Wie sehr all dies in den kommenden Wochen dann auf deutsche oder amerikanische Unternehmen, bzw. deren Aktienkurse, durchschlagen könnte, bleibt aus meiner Sicht erst noch abzuwarten. Ich möchte Sie dennoch – wie gewohnt frühzeitig – auf die wesentlichen Punkte aufmerksam machen. Der Abwärtstrend im Dax ist intakt. Die Unterseite des momentan noch vorherrschenden Trends wird aktuell erneut getestet. Bricht diese Unterstützung, würde der DAX aus charttechnischer Sicht nicht nur in einen neuen, beschleunigten Trendkanal eintauchen, wie hier angedeutet, sondern es bestünde dann auch die hohe Wahrscheinlichkeit dass wir die letzten Tiefstände demnächst wieder erreichen. Im weiteren Verlauf könnte sich dann sogar das hier dargestellte Muster der letzten Abwärtsbewegung wiederholen, was Kursziele von 8.000 bis 8.500 Punkte zur Folge hat. Aber noch ist es sicherlich zu früh sich darüber ernsthafte Sorgen zu machen…!?

Im positiven Fall kann die runde Marke von 10.000 Punkte durch alle zu erwartenden Turbulenzen weiterhin verteidigt werden. Spätestens aber drehen die Aktienkurse wieder im Bereich des letzten Tiefs bei 9.313 Punkten nach oben. Dann bestünde die ebenso realistische Möglichkeit, dass es sich hierbei um eine klassische Korrektur handelt die ihre Ende in einer W-Formation findet. Sicherlich wäre dies das bevorzugte Szenario vieler Marktteilnehmer, eine Garantie dafür gibt es freilich nicht.

Zusammenfassen bleibt aus meiner persönlichen Warte aber zu sagen, dass es derzeit wenig Anlass für übertriebenen Optimismus gibt. Selbst wenn der DAX nun wieder nach oben drehen würde, bliebe es dann wohl bei einem Test der oberen Begrenzung des aktuellen Trendkanals. Aus saisonaler Sicht befinden wir uns zudem in der schwierigsten Börsenphase des Jahres, die noch bis Ende Oktober andauern kann. Es besteht also wohl auch weiterhin kein Grund sich hier nun übermäßig zu engagieren. Mein Rat an dieser Stelle ist weiterhin der gleiche: Versuchen Sie den medialen Rummel auszublenden und konzentrieren Sie sich ausschließlich darauf was Sie anhand der Charts sehen können. Nach oben riskieren Sie dann möglicherweise 500 bis 600 Punkte zu verpassen, nach unten bleiben Ihnen dadurch eventuell 2000 Verlustpunkte erspart!

Der DAX vor turbulenten Wochen… ?

Trotz aller positiver Tendenzen bei einigen Aktien in der vergangenen Handelswoche sollte man wohl noch ein wenig vorsichtig sein und das Schauspiel „Börsenerholung“ mit einer gesunden Skepsis betrachten. Denn, letztlich ist gar nicht so viel Positives passiert. Die Indizes konnten sich in Form einer klassischen ABC-Gegenbewegung, nach einer starken Abwärtsbewegung, zunächst einmal stabilisieren – mehr nicht!  Wie bereits in der vergangenen Woche geschrieben, wird es nun darauf ankommen wohin uns die nächste stärkere Bewegung bei DAX und Co. führen wird. Sowohl die Vorgaben aus Asien als auch die Charttechnik deuten eher darauf hin, dass es am Anfang dieser neuen Handelswoche zunächst einmal abwärts gehen könnte…

Aus rein saisonaler Betrachtung sollte die erste Hälfte des morgen beginnenden Monats September halbwegs versöhnlich verlaufen, wohingegen die zweite Hälfte grundsätzlich für weitere und deutliche Korrekturen anfällig ist. Sprich, die Bullen müssen es nun schaffen die Indizes in den nächsten beiden Handelswochen wieder in einen deutlich positiven Bereich zu befördern, sonst droht weiteres Ungemach. Von einer ernsthaften Trendwende sind wir aber selbst im positiven Falle wohl noch deutlich entfernt, da der Abwärtstrend im DAX auch dann wohl weiterhin Bestand hat. Mit den beiden kommenden Börsenmonaten September und Oktober steigt zudem statistisch die Crash-Gefahr deutlich an. Entsprechend vorsichtiges Agieren ist angebracht..!

DAX Chart Anfang September 2015

Die zuletzt gestiegenen Aktienkurse müssen weiterhin als technisch bedingte Gegenbewegung auf die vorangegangenen starken Verluste betrachtet werden. Das Prinzip Hoffnung führte hier wohl eher zu den Kursanstiegen als andere Faktoren, denn die Notenbanken haben in den letzten Tagen allesamt sofort reagiert und entsprechende Nachrichten gestreut, um die Meute wieder zu beruhigen… 😉 Gekauft wurde unter anderem die Wette auf eine ausbleibende Zinserhöhung in den USA, sowie der mögliche Start eines QE4-Programms, ebenso wie ein noch einmal verstärktes Anleihe-Kaufprogramm der EZB. Ob dieses mögliche Versprechen, oder möglicherweise gezielt gestreuten Gerüchte allerdings noch in dem gewohnten Maße funktionieren werden, darf zumindest bezweifelt werden.

Dementsprechend werden sich verhältnismäßig viele Marktteilnehmer, die die jüngste Gelegenheit zum Kauf genutzt haben, nun auch entsprechend eng abgesichert haben. Genau dieser Umstand könnte nun dafür sorgen, dass die Kursausschläge nach unten noch einmal verstärkt werden. Für den Dax heißt dies aktuell, dass eine zu erwartende Abwärtsbewegung möglicherweise den Beginn eines ähnlichen Zyklus wie Anfang August darstellen könnte. Ich persönlich rechne hier nun mit der Wiederholung des im Chart dargestellten Musters, wobei ich (noch) nicht davon ausgehen würde, dass diesem Muster dann eine entsprechend dynamische Abwärtsbewegung folgen wird. Genauso wahrscheinlich ist hier noch, dass sich ein möglicher Doppelboden im Bereich der 9.300 Punkte Marke ausbilden wird. Doch dazu mehr, wenn es soweit ist…

VW, BMW und Daimler retten den DAX – Wie lange noch?

Es war wohl hauptsächlich dem wieder fallenden Euro zu verdanken, dass wir gestern eine so kräftige Gegenreaktion auf die vorangegangenen Verkäufe gesehen haben. Insbesondere den größten Profiteuren der Euroschwäche und damit der starken Performance der Automobilhersteller VW, BMW und Daimler war es geschuldet, dass der  Deutschen Leitindex wieder kräftig anzog. Die technisch bedingte Gegenbewegung beim DAX endete dann aber ziemlich genau da wo sie aus charttechnischer Sicht enden musste, bevor heute wohl ein neuer Rücksetzer zu erwarten ist. Der US Markt als momentan größter Unsicherheitsfaktor – wie gestern beschrieben – hat ebenfalls das getan was von mir erwartet wurde. Der gestrige Bouncen wurde nahezu vollständig wieder verkauft…

In China scheint die  Zinssenkung erste Wirkung zu zeigen. Tiefer liegende Kursziele wurden aber im Tagesverlauf noch abgearbeitet, bevor sich der Markt dann wieder fangen konnte. Der Index in Shanghai sackte zwischenzeitlich bis auf 2.850 Punkte ab, der SZSE Component auf 9.776 und der FTSE China A50 sogar auf 8451 Punkte. Der Hang Seng Index notierte stabil über der 21.000 Punkte Marke. Damit wurden die gestern hier genannten Kursziele und Unterstützungen zunächst sauber abgearbeitet, was uns zu der dringenden Frage bringt, was dies alles nun für den hiesigen Markt zu bedeuten hat?

Dax Chart nach Elliot Wellen Theorie

Das gestern viel gepriesene „Zurückerobern der 10.000 Punkte Marke“ im DAX könnte nur ein kurzes Zwischenspiel gewesen sein, denn die Musik spielt momentan eindeutig in den USA – nicht mehr so sehr in China! Aus meiner Sicht wurden im Reich der Mitte nun wesentliche Marken abgearbeitet, was eine Bodenbildung auf diesen Niveaus sehr wahrscheinlich macht. Was aber ausdrücklich nicht heißen soll, dass es auch doch noch weiter abwärts gehen kann, ebenso wie natürlich bei den Rohstoffmärkten. Lediglich die Wahrscheinlichkeiten für eine Erholung der chinesischen Indizes haben sich aus meiner Sicht nun etwas gebessert, nachdem die chinesische Notenbank mit der kleinen Zinssenkung gestern signalisiert hat, dass sie weiterhin bereits ist aktiv in den Markt einzugreifen. Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch, dass das „Waffenarsenal“ der chinesischen Notenbank aktuell noch deutlich größer ist als das der EZB oder FED!

Mit einer weiterhin negativen Entwicklung an den amerikanischen Aktienmärkten allerdings, werden auch wir Europäer uns dieser negativen Dynamik nicht entziehen können. Deswegen ist es so wichtig sich den US Aktienmarkt in den nächsten Tagen intensiver anzusehen. Insbesondere die Entwicklung bei den Momentum Aktien, die den Anstieg bei den Indizes zuletzt nahezu alleine getragen haben. Die Schlusskurse und Umsätze sagen hier nach meinen Beobachtungen eine Menge aus..!

Für den Dax ist eine mögliche, oder besser gesagt sehr wahrscheinliche Variante, dass der Bouncen teilweise  – oder ganz – wieder verkauft wird. Zweiteres wäre natürlich alarmierend, da wir dann nicht nur das letzte Tief bei 9.313 Punkten noch einmal testen würden, sondern auch die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich steigen würde, in den 8.000er Bereich einzutauchen. Eine Korrektur bis in den Bereich um die 9.700 Punkte wäre hingegen eher als normal anzusehen und könnte den Boden für den nächsten Aufwärtsschub bereiten. In Form einer klassischen ABC-Erholung nach einem 5-Wellen-Abverkauf, besteht dann kurzfristig Potenzial bis in den Bereich um die 10.600 Punkte. Eine tragende Rolle bei der Entscheidung wo die Reise danach hingeht, dürfte nun auch die Entwicklung des Euro gegenüber diversen anderen Währungen spielen! Bleiben Sie also wachsam…!

Flash-Crash bei Netflix, Facebook, Google, Apple und Co. – Was war das denn !?

Die chinesischen Börsen rutschen heute, um die von mir prognostizierten fünf Prozent, weiter ab…. Genauer gesagt sind es teilweise fast sieben Prozent. Damit dürften uns die Unsicherheiten am Aktienmarkt auch heute erhalten bleiben. Zumal in den USA die anfänglich starke Performance der Indizes nicht von den Bullen gehalten werden konnte! Insgesamt verbleibt bei mir, nach den gestrigen Handelstag, ohnehin die große Frage: „Was war das denn“? Insbesondere der US Handel hatte so einige „Besonderheiten“! Die von mir bereits am Morgen erwähnten Hausse-Treiber, Apple, Netflix, Google, Facebook & Co. standen vorbörslich bereits kräftig unter Druck und verloren in den ersten Handelsminuten geradezu dramatisch an Wert. Wenig später notierten die selben Aktien teilweise sogar wieder deutlich im Plus oder hatten die gesamten Verluste wieder wett gemacht. Das waren Intraday-Hübe von bis zu zwanzig Prozent (!) bei einigen Aktien. Im Anschluss ging es dann aber für die meisten Aktien wieder abwärts. Lediglich die Apple Aktie konnte sich dieser allgemein schwachen Tendenz zum Handelsschluss einigermaßen entziehen…

Die eigentliche Frage dabei ist jetzt, ob die gesehenen Tiefstkurse als Vorbote gesehen werden können, die das eigentliche Ziel dieser Bewegung markieren, oder ob es sich dabei um einen einmaligen „Ausrutscher“ gehandelt haben könnte? Einen sogenannten Flash-Crash, der aber nur ein paar Aktien betraf… (!?) Durch wen oder was auch immer ausgelöst… ich bin mir sicher wir lesen in den kommenden Tagen viele Theorien von besonders schlauen Menschen darüber 😉 Und…natürlich waren es auch Stop-Loss-Wellen, aber wohl auch Margin Calls… Letztlich ist das aber auch egal, denn es ist bereits Vergangenheit und wir konzentrieren uns lieber auf die Zukunft. Für mich bleibt die ganze Sache etwas mysteriös und ich habe mir die Tiefpunkte bei einigen interessanten Kaufkandidaten zumindest einmal notiert…!

Der chinesische Aktienmarkt tritt nun – aus meiner Sicht – in die eigentlich interessante Phase diese Korrektur ein. Der Shanghai Composite Index hat nun die runde Marke von 3.000 Punkten erreicht. Ebenso steuert der SZSE Component die 10.000 Punkte zielgerichtet an sowie der FTSE China 50 die 15.000 Punkte Unterstützung. Der Hang Seng ist inzwischen unter die Marke bei 21.000 Punkten gerutscht und könnte nun u.U. die wichtige Linie bei 19.432 Punkten noch abarbeiten, bevor dann möglicherweise eine Stabilisierung zu erwarten ist. Insgesamt fehlt aber, nach Betrachtung aller chinesischen Index – Charts, nicht mehr so viel, um die Korrektur aus charttechnischer Sicht demnächst zu beenden. Es sei hier aber ausdrücklich auch darauf hingewiesen, dass es sich hierbei eher um eine auf Erfahrung basierende Theorie handelt, die eher einem „Hätte, Könnte, Wenn..“ entspricht. Diese  Aussage sollten Sie also nicht zum Anlass nehmen sich sofort in den Markt zu werfen, zumal hier ausschließlich vom chinesischen Markt die Rede ist ! Es soll Sie lediglich dafür sensibilisieren dass hier nun bald etwas Bedeutendes passieren KÖNNTE!

Denn, wenn die genannten Marken in den chinesischen Indizes nicht halten sollten, dann könnte es weltweit zu einem dramatischen Ausverkauf bei vielen Aktien kommen und wir sehen bspw. die Tiefpunkte der oben genannten US Aktien schneller wieder als uns lieb sein kann. Ich gehe aber – wie bereits geschrieben – eher davon aus, dass sich dieser völlig überverkaufte Markt auf diesem Niveau wieder kurzfristig erholen wird, oder sich zumindest auf diesem Niveau einpendelt. Die eigentliche Bewertung des Marktes erfolgt dann erst mit dem US Handel ab 15:30 Uhr. Das Geplänkel an den europäischen Börsen sollte man davor wohl nicht allzu ernst nehmen und kann sich in aller Ruhe nach geeigneten Kaufkanditaten für eine mögliche Gegenbewegung zu gegebener Zeit umschauen. Bleiben Sie also wachsam und beobachten Sie ganz genau was heute passiert, insbesondere auch bei den oben genannten Aktien, bzw. denen die gestern von dem Flash-Crash betroffen waren…!

Tesla, Apple, Netflix, Google, Facebook – Kursdebakel in den USA voraus?

Da ist er nun… nach dem überaus beindruckenden Freitag nun noch ein schwarzer Montag, wenn man es denn so bezeichnen möchte. Ich persönlich halte diese Titulierung nach den zwar heftigen, aber dennoch zu erwartenden Verlusten für etwas überzogen. In China sieht die Sache da schon ein wenig anders aus. Dort hat der Aktienmarkt erneut chrashartige Züge, nachdem offensichtlich alle Stützungsmaßnahmen der Regierung nichts geholfen haben. Wie schon in einem Artikel zu Beginn der China Krise geschrieben, könnten genau diese Stützungsmaßnahmen nun zu weiteren Problemen führen! Auch in den USA gehen die Aktienkurse heute wohl kräftig auf Tauchfahrt. Dabei zeigen die vorbörslichen Indikatoren insbesondere bei den Highflyern der letzten Monate deutlich Besorgnis erregende Züge. Tesla, Apple, Netflix, Google, Facebook alle sind kräftig unter Wasser. Damit sind die wenigen Aktien die den US Markt in den letzten Wochen gestützt haben nun auch an der Reihe. Die daraus resultierende Abwärtsbewegung könnte also noch einmal heftig werden…!

Der verursachte charttechnische Schaden ist bisher weniger groß als so mancher Marktteilnehmer angesichts der blutroten Kurstafel vermuten könnte. Die nun erreichten Kurse entsprechen nach meiner Beobachtung zunächst einmal denen, die man bei einem stärkeren Rücksetzer erwarten konnte. Heute und morgen wird sich demnach wahrscheinlich erst zeigen, ob wir es mit einer ausgedehnteren Korrektur zu tun haben oder es sich lediglich um einen Rücksetzer im übergeordneten Aufwärtstrend handelt.

Schwarzer Montag im DAX

Für den DAX würde ich aktuell ein weiteres Abschlagsrisiko bis in den Bereich um die 9.300 Punkte sehen (siehe Chart). Ein Teil der von mir am Freitag angekündigten weitern 10 bis 15 Prozent Abwärtspotenzial für die chinesischen Märkte, sind  nun schneller abgearbeitet worden als erwartet. Ich sehe hier noch immer ein Restrisiko von ca. fünf Prozent, bevor dann möglicherweise auch hier stabilere Kurse zu erwarten sind. Am kritischsten würde ich aber die Situation in den USA sehen! Hier fand lange keine Korrektur statt, obwohl der Rest der Welt bereits seit längerem im Korrekturmodus war. Der Umstand dass die Rallye dort von wenigen Aktien am Leben gehalten wurde, die jetzt kräftig unter die Räder kommen, ist besorgniserregend. Ein mögliches Kursziel für den S&P 500 liegt nun bei ca 1.820 Punkten! Achten Sie also unbedingt auf die o.g. Aktien und die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD bevor Sie hier umfangreiche Käufe tätigen!

Fazit: Heute in Panik zu verfallen dürfte ohnehin deutlich zu spät sein. Wenn auch eine strikte Risikokontrolle spätestens jetzt unabdingbar ist. Wie weit diese Korrektur nun tragen kann bleibt offen, womit sich ein schlichtes „Hoffen“ auf Besserung strikt verbietet. Dennoch sind solche Tage auf der anderen Seite grundsätzlich natürlich für all diejenigen willkommen die schon so lange auf einen vernünftigen Einstieg in die ein oder andere Aktie warten. Auch hier ist aber – aus meiner Sicht – ein äusserst besonnenes Vorgehen angezeigt! Gestaffelt kann man bei so manchem Qualitätstitel nun ggf. erste Käufe tätigen. Dabei würde ich aber maximal ein Drittel der geplanten Gesamtposition riskieren. Weitere Drittel werden dann gekauft, sobald der Markt etwas weiter unten Stabilisierung-Tendenzen zeigt, oder aber wieder nach oben dreht. Vorsichtige Anleger halten weiterhin Cash.

In diesem Sinne drücke ich alle Lesern die Daumen für die richtigen Entscheidungen in diesen turbulenten Zeiten!

Canadian Solar Aktie fällt deutlich – Was passiert bei Jinko Solar?

Der führende kanadische Solarkonzern Canadian Solar hat heute Nacht die Anleger mit den gelieferten Zahlen zum abgelaufenen Quartal und dem Ausblick auf das Gesamtjahr enttäuscht. Zwar konnte der Umsatz um 2,1 Prozent auf 636,7 Millionen US Dollar gesteigert werden, der Nettogewinn des Unternehmens brach aber gleichzeitig um satte 68 Prozent ein! Dies war allerdings in etwa so von den Analysten erwartet worden. Viel schwerer wog dann offensichtlich der Ausblick auf das Gesamtjahr, bei dem die Prognose weitestgehend bestätigt wurde. Auf Jahresbasis erwartet man einen Umsatz zwischen 2,8 und 3 Milliarden US Dollar. Die Canadian Solar Aktie verlor dennoch nachbörslich rund 10 Prozent… Offenbar hatten sich hier einige Anleger mehr erhofft. Ausschlag für den Kursrutsch ist meiner Meinung nach viel mehr die Charttechnik als diese Nachricht ansich. Mit dem deutlichen Abschlag hat sich das Bild nun drastisch eingetrübt. Die Aktie dürfte nun das offene Gap bei 21,45 Dollar schließen. Und dann schaun wir mal…

Ähnlich sieht es aus charttechnischer Sicht bei Jinko Solar aus. Hier stellt sich nun also die Frage ob die Chinesen ein ähnliches Schicksal ereilen wird. Die zu erwartenden Zahlen sollten eigentlich gut ausfallen. Trotzdem bleibt eine gewisse Unsicherheit über den weiteren Kursverlauf der Aktie, die sich zuletzt ähnlich schwach entwickelt hat wie die von Canadian Solar. Sicherlich sind die beiden Aktien nicht direkt miteinander zu vergleichen, dennoch sei an dieser Stelle auf gewissen Parallelität im Charterverlauf hingewiesen! Auch die Jinko Solar Aktie droht bei einer Enttäuschung im Zuge der Quartalszahlen am Donnerstag aus dem Aufwärtstrend nach unten heraus zu fallen. Die Erwartungen des Marktes sind offensichtlich nicht besonders hoch. Der jüngste Anstieg bis an die 200-Tage-Linie wurde wohl eher durch die guten Zahlen beim Mitbewerber Trina Solar verursacht und sagt wenig über die zu erwartende Entwicklung bei Jinko Solar aus.

Jinko Solar Aktie Chart Analyse

Der Chart der Jinko Solar Aktie deutet für mich darauf hin, dass die Abwärtsbewegung noch nicht zu Ende sein könnte. Die Korrektur verlief bislang in vier nennenswerten Wellen von denen mir die fünfte noch fehlt… Auf der anderen Seite wäre es möglich dass die Aktie hier nun – nach besonders starke Zahlen (!) – nach oben dreht und möglicherweise eine Umkehrformation ausbildet. Auch dann halte ich das Potenzial zunächst aber für begrenzt, bzw. es ergäbe sich wohl noch einmal eine gute Einstiegsmöglichkeit mit dem Ausbilden der zweiten Schulter, wie hier dargestellt. Das Chance-Risiko-Verhältnis bei der Aktie halte ich im Moment somit für eher ungünstig, da man notfalls zu ähnlichen Kursen wie heute noch einsteigen kann, das Risiko auf der Unterseite aber durchaus vorhanden ist.

Es könnte also deutlich zu früh sein sich vor der Zahlenbekanntgabe bei Jinko Solar zu positionieren. Bei allem Optimismus über die mögliche Geschäftsentwicklung sollte wohl auch nicht vergessen werden, dass die Börsen in China auch heute wieder kräftig unter Druck standen und wahrscheinlich nur durch massive Stützumgsmaßnahmen der chinesischen Regierung gedreht haben! Insbesondere für chinesische Aktien werden die Zeiten also unruhig bleiben…!

Trading Update zu RWE, VW, Daimler, SHW, Wacker Chemie, Manz, Metro und Gerry Weber

Heute melde ich mich mal wieder bei den Investors Inside Lesern einem Trading-Update. Es gab einfach nicht viel zu schreiben in den letzten Tagen, da meine letzten Analysen zum DAX und diversen Einzelwerten unverändert aktuell sind. Der Abwärtstrend hat weiterhin Bestand. Mit dem Unterschreiten der Marke von 10.830 Punkten hat sich die Wahrscheinlichkeit für die Erfüllung des von mir aufgezeigten Dax Szenarios noch einmal deutlich erhöht. Heute dürfte nun auch das letzte Gap  bei 10.723 Punkten geschlossen werden, bevor dann die vorläufige Entscheidung über die weitere Entwicklung des deutschen Leitindex in den kommenden Tagen ansteht. Ereignisse wie das heutige FOMC Sitzungsprotokoll, haben durchaus das Zeug dazu die zu Grunde liegende Richtung kurzfristig zu drehen. Die Frage nach der Dauerhaftigkeit einer solchen Bewegung bleibt aber auch dann bestehen….

Der erneute Kursrutsch in China hat einmal mehr die Sorgen geschürt, dass sich sowohl die Konjunktur dort deutlich abgeschwächt haben könnte, als auch der gesamte Kapitalmarkt im Reich der Mitte so langsam instabil wird. Die plötzliche und wahrscheinlich vom Staat gesteuerte Erholung heute ändert daran wenig, denn die Märkte in Japan und Hongkong tendieren dennoch zur Schwäche. Der US Markt konnte den leichten Ausbruch aus der Keilformation nicht halten, was zusätzlich befürchten lässt dass es sich hier zuletzt um einen klassischen Fehlausbruch gehandelt haben könnte. Es bleibt also vorerst alles wie es ist. Kapitalerhalt steht an oberster Stelle, das saubere Abarbeiten der Setups sollte geduldig abgewartet werden! Einzelaktien sind in dieser Phase grundsätzlich schwierig, zumal wir uns in den lauen Sommermonaten befinden in denen starke Kursausschläge keine Seltenheit sind.

Die Energieversorger E.ON und RWE bleiben auf der Verkaufsliste, auch wenn die Aktien inzwischen günstig aussehen, aber das haben die Anleger in den letzten fünf Jahren auch gedacht 😉 Warten Sie ab bis sich hier eindeutige Tendenzen einer Bodenbildung abzeichnet, oder lassen Sie lieber gleich die Finger von den Aktien, da es deutlich bessere auf dem deutschen Kurszettel gibt.

Die Aktien der Automobilhersteller VW, Daimler, BMW und Porsche bleiben unter Druck. Weder die Nachrichten aus China, noch die zu erwartende Entwicklung beim Ölpreis und die Währungsturbulenzen, sind hier förderlich. Dennoch gehe ich davon aus, dass hier bald ein möglicher Boden gefunden wird. Noch ist es allerdings nicht soweit! Genaueres dazu werde ich in absehbarere Zeit hier im Blog veröffentlichen. Vorab sei erwähnt, dass die Aktie des Automobilzulieferers SHW AG das zu erwartende Kursziel von knapp unter 32,- Euro bereits erreicht hat. Der mögliche Rutsch unter die 30,- Euro Marke sollte wohl nur von kurzer Dauer sein. Hier kann man meiner Meinung nach jetzt schon erste Positionen kaufen.

Wacker Chemie hat den Zielbereich zwischen 81,- und 82,- Euro nun erreicht, ist aber auf dem aktuellen Niveau immer noch mit Vorsicht zu genießen. Die Aktie ist nach wie vor nicht günstig. Ein finaler Rutsch unter die 80,- Euro Marke würde mich nicht verwundern. Ebenso ist die Manz Aktie nach wie vor nicht attraktiv. Daran ändert auch die heutige Meldung über Folgeaufträge nichts. Die Zahlen zum abgelaufenen Quartal waren schlecht, da machen 10 Millionen Euro mehr oder weniger Umsatz das Kraut nicht fett! Ich bleibe somit vorerst bei meiner Einschätzung dass wir dieses Jahr noch ein Gap Close der letzte offenen Kurslücke bei 53,- Euro sehen könnten…

Die Metro Aktie verbleibt im Abwärtstrend. Ich gehe weiterhin davon aus, dass hier die Unterseite des Abwärtstrends nun erneut angesteuert wird, welche auch im Bereich der offenen Kurslücke bei 25,60 Euro liegt. Die Frage ist für mich dann eher ob die Aktie nach dem gelieferten Fehlsignal auf der Oberseite wieder drehen wird, oder auch die letzte Kurslücke bei ca. 24,25 Euro noch geschlossen werden muss? Die Gerry Weber Aktie sieht ebenfalls nicht gut aus. Der Fehlausbruch aus der Flagge nach oben war deutlich. Nun könnte hier ein Ausbruch auf der Unterseite erfolgen, der die Aktie dann bis in den Bereich um die 17,50 Euro führt. Achten Sie also genau auf die dargestellte Trendlinie im Chart!

Grundsätzlich möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass auch die anderen kürzlich geschriebenen Setups weiterhin ihre Gültigkeit haben, aber den Rahmen eines einzelnen Artikels wohl sprengen würden. Bleiben Sie weiterhin gelassen und warten Sie auf die richtige Gelegenheit. Der DAX ist nun auf dem besten Weg in Richtung des 10.300 bis 10.000 Punkte Bereichs…!

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