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Trading Update zu RWE, VW, Daimler, SHW, Wacker Chemie, Manz, Metro und Gerry Weber

Heute melde ich mich mal wieder bei den Investors Inside Lesern einem Trading-Update. Es gab einfach nicht viel zu schreiben in den letzten Tagen, da meine letzten Analysen zum DAX und diversen Einzelwerten unverändert aktuell sind. Der Abwärtstrend hat weiterhin Bestand. Mit dem Unterschreiten der Marke von 10.830 Punkten hat sich die Wahrscheinlichkeit für die Erfüllung des von mir aufgezeigten Dax Szenarios noch einmal deutlich erhöht. Heute dürfte nun auch das letzte Gap  bei 10.723 Punkten geschlossen werden, bevor dann die vorläufige Entscheidung über die weitere Entwicklung des deutschen Leitindex in den kommenden Tagen ansteht. Ereignisse wie das heutige FOMC Sitzungsprotokoll, haben durchaus das Zeug dazu die zu Grunde liegende Richtung kurzfristig zu drehen. Die Frage nach der Dauerhaftigkeit einer solchen Bewegung bleibt aber auch dann bestehen….

Der erneute Kursrutsch in China hat einmal mehr die Sorgen geschürt, dass sich sowohl die Konjunktur dort deutlich abgeschwächt haben könnte, als auch der gesamte Kapitalmarkt im Reich der Mitte so langsam instabil wird. Die plötzliche und wahrscheinlich vom Staat gesteuerte Erholung heute ändert daran wenig, denn die Märkte in Japan und Hongkong tendieren dennoch zur Schwäche. Der US Markt konnte den leichten Ausbruch aus der Keilformation nicht halten, was zusätzlich befürchten lässt dass es sich hier zuletzt um einen klassischen Fehlausbruch gehandelt haben könnte. Es bleibt also vorerst alles wie es ist. Kapitalerhalt steht an oberster Stelle, das saubere Abarbeiten der Setups sollte geduldig abgewartet werden! Einzelaktien sind in dieser Phase grundsätzlich schwierig, zumal wir uns in den lauen Sommermonaten befinden in denen starke Kursausschläge keine Seltenheit sind.

Die Energieversorger E.ON und RWE bleiben auf der Verkaufsliste, auch wenn die Aktien inzwischen günstig aussehen, aber das haben die Anleger in den letzten fünf Jahren auch gedacht 😉 Warten Sie ab bis sich hier eindeutige Tendenzen einer Bodenbildung abzeichnet, oder lassen Sie lieber gleich die Finger von den Aktien, da es deutlich bessere auf dem deutschen Kurszettel gibt.

Die Aktien der Automobilhersteller VW, Daimler, BMW und Porsche bleiben unter Druck. Weder die Nachrichten aus China, noch die zu erwartende Entwicklung beim Ölpreis und die Währungsturbulenzen, sind hier förderlich. Dennoch gehe ich davon aus, dass hier bald ein möglicher Boden gefunden wird. Noch ist es allerdings nicht soweit! Genaueres dazu werde ich in absehbarere Zeit hier im Blog veröffentlichen. Vorab sei erwähnt, dass die Aktie des Automobilzulieferers SHW AG das zu erwartende Kursziel von knapp unter 32,- Euro bereits erreicht hat. Der mögliche Rutsch unter die 30,- Euro Marke sollte wohl nur von kurzer Dauer sein. Hier kann man meiner Meinung nach jetzt schon erste Positionen kaufen.

Wacker Chemie hat den Zielbereich zwischen 81,- und 82,- Euro nun erreicht, ist aber auf dem aktuellen Niveau immer noch mit Vorsicht zu genießen. Die Aktie ist nach wie vor nicht günstig. Ein finaler Rutsch unter die 80,- Euro Marke würde mich nicht verwundern. Ebenso ist die Manz Aktie nach wie vor nicht attraktiv. Daran ändert auch die heutige Meldung über Folgeaufträge nichts. Die Zahlen zum abgelaufenen Quartal waren schlecht, da machen 10 Millionen Euro mehr oder weniger Umsatz das Kraut nicht fett! Ich bleibe somit vorerst bei meiner Einschätzung dass wir dieses Jahr noch ein Gap Close der letzte offenen Kurslücke bei 53,- Euro sehen könnten…

Die Metro Aktie verbleibt im Abwärtstrend. Ich gehe weiterhin davon aus, dass hier die Unterseite des Abwärtstrends nun erneut angesteuert wird, welche auch im Bereich der offenen Kurslücke bei 25,60 Euro liegt. Die Frage ist für mich dann eher ob die Aktie nach dem gelieferten Fehlsignal auf der Oberseite wieder drehen wird, oder auch die letzte Kurslücke bei ca. 24,25 Euro noch geschlossen werden muss? Die Gerry Weber Aktie sieht ebenfalls nicht gut aus. Der Fehlausbruch aus der Flagge nach oben war deutlich. Nun könnte hier ein Ausbruch auf der Unterseite erfolgen, der die Aktie dann bis in den Bereich um die 17,50 Euro führt. Achten Sie also genau auf die dargestellte Trendlinie im Chart!

Grundsätzlich möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass auch die anderen kürzlich geschriebenen Setups weiterhin ihre Gültigkeit haben, aber den Rahmen eines einzelnen Artikels wohl sprengen würden. Bleiben Sie weiterhin gelassen und warten Sie auf die richtige Gelegenheit. Der DAX ist nun auf dem besten Weg in Richtung des 10.300 bis 10.000 Punkte Bereichs…!

Ist die C.A.T Oil Aktie ein klarer Kauf – gerade wegen der Russland Krise?

Nach den zuletzt veröffentlichten, sehr starken Zahlen des Öl- und Gasdienstleisters C.A.T Oil ging es kurzzeitig stramm aufwärts für die Aktie. Jedoch konnten die Gewinne nicht gehalten werden, da neue Sorgen um die Entwicklungen in der Ukraine und Russland auf die Stimmung der Anleger drückten. Offenbar befürchten die Aktionäre eine Ausweitung der Krise, was sicherlich auch nicht kategorisch ausschließen ist. Auch ich hatte ja hier bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sich diejenigen die eine ungebremste Fortsetzung der Rallye an den Aktienmärkten immer wieder platt mit „…politische Börsen haben kurze Beine….“  abtun, in diesem speziellen Fall bitter irren könnten.

Inzwischen beschäftigt uns das Thema doch schon seit einigen Wochen. Zudem hat die letzte Börsenwoche erneut eindrucksvoll gezeigt, dass diese Beine eben doch nicht so kurz sind. Nun wird schon wieder nach einem Namen für diese Krise gesucht, die uns offensichtlich länger beschäftigen wird. Von Kalter Krieg 2.0 bis zum möglichen Auslöser des dritten Weltkrieges war alles dabei… letzterer ist wohl an Dramatik nicht mehr zu überbieten. Am Ende wird diese Situation sicherlich nicht zu einem globalen Krieg führen, hat aber durchaus das Potenzial Russland erneut dauerhaft zu isolieren, was nicht nur für das Wachstum in der Region Gift ist, sondern auch die westliche Exportwirtschaft ernsthaft belasten wird.

Der russische Präsident Putin hat Medienberichten zufolge kürzlich laut mit dem Gedanken gespielt in Russland ansässige Unternehmen ausländischer Herkunft  u.U. zwangsverstaatlichen zu lassen(!) Ich persönlich würde diese Aussagen eher in die Schublade „Drohgebärde“ stecken, und bereits heute dürfte Vladimir Putin klar sein, dass er sich und seinem Land mit einer solchen Drohung einen echten Bärendienst erwiesen hat, sofern die Berichte stimmen. Sämtliche Investitionen ausländischer Konzerne in Russland, dürften nun erst einmal auf Eis gelegt werden, was das Wachstum des Landes ernsthaft gefährden könnte. Die C.A.T Oil Aktie verlor am Freitag , nach dieser Drohung, ebenfalls kräftig und notierte am Ende des Tages um knapp 7,7 Prozent tiefer als noch am Vortag.

Grundsätzlich nachvollziehbar ist die Reaktion der Börse somit allemal, allerdings sicherlich auch etwas kurzsichtig…! Das eigentlich Spannende an dieser Situation ist aber, dass gerade Unternehmen wie CAT Oil zu den großen Profiteuren dieser Krise gehören könnten. Denn die Steuern und Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft, stellen für Russland zum einen die wesentlichste Einnahmequelle dar und sind zum anderen auch das beste Druckmittel das Putin zur Verfügung steht. Zudem hat Putin erst kürzlich zusätzliche Steueranreize für Ölproduzenten geschaffen, um den weiteren Ausbau des Rohstoffsektors voran zu treiben und den Sanktionen des Westens etwas entgegen zu wirken. Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen dass die aktuelle Situation zu einem deutlichen Umsatzschub bei C.A.T. Oil führen kann, den heute offenbar die wenigsten Anleger auf dem Radar haben.

Bereits im letzten Jahr gelang C.A.T. Oil ein Umsatzsprung von 336,77 MillionenEuro auf 426,58 Millionen Euro, was einer Steigerung um 26,7 Prozent entspricht. Der Gewinn konnte noch deutlicher, um satte 142 Prozent auf 50,84 Millionen Euro, gesteigert werden. Die Dividende wurde daraufhin um 40 Prozent angehoben. Die Auftragsbücher für das laufende Jahr sind prall gefüllt und deuten auf einen neuen Rekordwert im Jahr 2014 hin. Das aktuelle KGV liegt bei 15,3, was angesichts des hohen Wachstums nicht zu teuer ist.

Das Faszinierende dabei ist eigentlich dass C.A.T Oil mit dem veröffentlichten Zahlenwerk unter Beweis gestellt hat dass das Unternehmen nicht, oder nur marginal von den mit der Krise einhergehenden Währungsturbulenzen betroffen sein wird. Die Abwertung des Rubel spielt eine nur untergeordnete Rolle, da der Großteil aller Kosten ebenfalls in Rubel beglichen wird. Die Analysten zeigen sich ebenfalls durch die Bank optimistisch bis begeistert und erhöhten zuletzt reihenweise ihre Kursziele für die Aktie. Dennoch ist und bleibt die Aktie wegen der politischen Unsicherheiten deutlich unter Druck.

Angesichts aller mir vorliegenden Fakten habe ich somit keinen Grund gefunden die Aktie, die sich bereits seit Kursen um die 2,- Euro in meinem Depot befindet zu verkaufen. Im Gegenteil, wer mutig genug ist in diese Krise hinein weitere Positionen aufzubauen, sollte am Ende dafür belohnt werden. Eine Zwangsverstaatlichung o.ä. wird es wohl nicht geben, weil Russland damit die Tür zum Westen endgültig zuschlagen würde. Wann der optimale Zeitpunkt für einen Kauf ist kann ich natürlich auch nicht sagen, aber der aktuelle Rücksetzer scheint mir eine sehr gute Gelegenheit zu sein. Sollte sich die Ukraine Krise doch noch kurzfristig auf diplomatischen Wege lösen lassen, wird dies insbesondere bei der CAT Oil Aktie wohl zu einem deutlichen Kursfeuerwerk führen.

Porsche und VW – Da geht noch was (nach unten)!

Die Porsche Aktie ist ebenfalls so ein Kandidat, bei dem man im Moment etwas Vorsicht walten lassen muss. Denn die charttechnische Situation ist durchaus angespannt und wie ich hier mehrfach berichtet habe wartet auch in diesem Chart noch eine Kurslücke darauf geschlossen zu werden. Wie gestern schon erwähnt treten die Aktien der meisten Autobauer seit Wochen auf der Stelle und können sich nicht klar für eine Richtung entscheiden. Bis auf die BMW Aktie, die inzwischen für meinen Geschmack etwas viele Vorschusslorbeeren erhalten hat, befinden sich alle anderen Automobil- und Zulieferer-Aktien in einer Warteposition.

Warten darauf dass sich die Krim-Krise in Wohlgefallen auflöst und der Euro endlich wieder etwas Schwäche zeigt. Denn sowohl die Situation in der Ukraine/Russland als auch die unterschiedlichen Währungsturbulenzen haben durchaus das Zeug dazu die positiven Effekte der mühsam erarbeitete Erholung im europäischen Automarkt schnell wieder zu zerstören. Ein Blick in die Bilanzen der nächsten Quartale wird uns mehr Aufschluss darüber geben können…! Dementsprechend verständlich ist auch die Zurückhaltung der Anleger wenn es um die Aktien von VW, Porsche oder Daimler geht. Ein kurzer Blick auf die Charts verrät wie die Situation tatsächlich ist:

Porsche Chart mit offenem Gap

Die Porsche Aktie hat zuletzt deutlich nachgegeben und befindet sich in einem intakten Abwärtstrend, den man übergeordnet durchaus auch als Bullenflagge interpretieren könnte. Je nachdem ob dieser Trend nun weiter anhält oder nicht, besteht somit in beide Richtungen kräftiges Potenzial. Wie man auch deutlich sehen kann befand sich die Aktie heute morgen bereits an der ersten wichtigen Unterstützungslinie bei ca. 70,53 Euro, die schon mehrfach gehalten hat. Danach drehte die Aktie wieder dynamisch nach oben und notiert aktuell mit fast drei Prozent im Plus, um den oberen Bereich des Abwärtstrends erneut zu testen.

Aber auch das negative Szenario sollte nicht vergessen werden, denn erst ab Kursen oberhalb von 74,- Euro kann hier wieder etwas Entwarnung gegeben werden. Ein Unterschreiten der 70,53ger  Marke bringt das letzte Tief bei 70,07 Euro ins Spiel. Kann auch dieses Niveau nicht gehalten werden, sollte die Aktie dann zunächst bis in den Bereich um die 67,95 Euro abtauchen, was bereits unterhalb der 200-Tage Linie liegen würde. Auch das Schließen der offenen Kurslücke bei 64,60 Euro wäre dann durchaus denkbar. Langfristig betrachtet – um einen „sauberen“ Chartverlauf zu hinterlassen – würde ich dieses Szenario bevorzugen.

VW Vz Chart langfristig mit Trendlinien

Bei aller Freude über heute wieder leicht steigende Aktienkurse bei den Autobauern und Porsche im Speziellen, bleibe ich somit skeptisch was den kurzfristigen Anstieg der Aktien betrifft. Für heute hat ein Analystenkommentar den weiteren Abverkauf bei Porsche vorerst verhindert. Die Privatbank Berenberg hebt das Kursziel für die Porsche Aktie leicht von 100,- auf 104,- Euro an, was zugegebener Maßen ein ordentlicher Schluck aus der Pulle wäre, und wohl nur gelingen kann wenn auch die VW Stammaktie irgendwann über 200,- Euro notiert. Die VW Vorzugsaktie (siehe Chart2) ist inzwischen deutlich unter den seit Anfang 2013 bestehenden Aufwärtstrend gefallen und hat ebenfalls weiters Abwärtspotenzial bis in den Bereich 165 – 170,- Euro. Aus charttechnischer Sicht ist das prognostizierte Porsche-Kursziel aber keinesfalls in Stein gemeißelt…!

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