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Der DAX vor turbulenten Wochen… ?

Trotz aller positiver Tendenzen bei einigen Aktien in der vergangenen Handelswoche sollte man wohl noch ein wenig vorsichtig sein und das Schauspiel „Börsenerholung“ mit einer gesunden Skepsis betrachten. Denn, letztlich ist gar nicht so viel Positives passiert. Die Indizes konnten sich in Form einer klassischen ABC-Gegenbewegung, nach einer starken Abwärtsbewegung, zunächst einmal stabilisieren – mehr nicht!  Wie bereits in der vergangenen Woche geschrieben, wird es nun darauf ankommen wohin uns die nächste stärkere Bewegung bei DAX und Co. führen wird. Sowohl die Vorgaben aus Asien als auch die Charttechnik deuten eher darauf hin, dass es am Anfang dieser neuen Handelswoche zunächst einmal abwärts gehen könnte…

Aus rein saisonaler Betrachtung sollte die erste Hälfte des morgen beginnenden Monats September halbwegs versöhnlich verlaufen, wohingegen die zweite Hälfte grundsätzlich für weitere und deutliche Korrekturen anfällig ist. Sprich, die Bullen müssen es nun schaffen die Indizes in den nächsten beiden Handelswochen wieder in einen deutlich positiven Bereich zu befördern, sonst droht weiteres Ungemach. Von einer ernsthaften Trendwende sind wir aber selbst im positiven Falle wohl noch deutlich entfernt, da der Abwärtstrend im DAX auch dann wohl weiterhin Bestand hat. Mit den beiden kommenden Börsenmonaten September und Oktober steigt zudem statistisch die Crash-Gefahr deutlich an. Entsprechend vorsichtiges Agieren ist angebracht..!

DAX Chart Anfang September 2015

Die zuletzt gestiegenen Aktienkurse müssen weiterhin als technisch bedingte Gegenbewegung auf die vorangegangenen starken Verluste betrachtet werden. Das Prinzip Hoffnung führte hier wohl eher zu den Kursanstiegen als andere Faktoren, denn die Notenbanken haben in den letzten Tagen allesamt sofort reagiert und entsprechende Nachrichten gestreut, um die Meute wieder zu beruhigen… 😉 Gekauft wurde unter anderem die Wette auf eine ausbleibende Zinserhöhung in den USA, sowie der mögliche Start eines QE4-Programms, ebenso wie ein noch einmal verstärktes Anleihe-Kaufprogramm der EZB. Ob dieses mögliche Versprechen, oder möglicherweise gezielt gestreuten Gerüchte allerdings noch in dem gewohnten Maße funktionieren werden, darf zumindest bezweifelt werden.

Dementsprechend werden sich verhältnismäßig viele Marktteilnehmer, die die jüngste Gelegenheit zum Kauf genutzt haben, nun auch entsprechend eng abgesichert haben. Genau dieser Umstand könnte nun dafür sorgen, dass die Kursausschläge nach unten noch einmal verstärkt werden. Für den Dax heißt dies aktuell, dass eine zu erwartende Abwärtsbewegung möglicherweise den Beginn eines ähnlichen Zyklus wie Anfang August darstellen könnte. Ich persönlich rechne hier nun mit der Wiederholung des im Chart dargestellten Musters, wobei ich (noch) nicht davon ausgehen würde, dass diesem Muster dann eine entsprechend dynamische Abwärtsbewegung folgen wird. Genauso wahrscheinlich ist hier noch, dass sich ein möglicher Doppelboden im Bereich der 9.300 Punkte Marke ausbilden wird. Doch dazu mehr, wenn es soweit ist…

Daimler, BMW, Porsche und VW – Ist der Boden gefunden?

Die Aktien der Autobauer sind weiterhin unter Druck, und das ist wohl bei den zyklischen Werten auch grundsätzlich in dieser Börsenphase nicht weiter verwunderlich. Dennoch muss man sich anhand der aktuellen Gewinnsituation, und den weiteren Aussichten, wohl die Frage stellen ob ein derartiger Kursverlust gerechtfertigt ist. Grundsätzlich gilt, dass die Absatzmärkte in China und Indien noch für mehrere Jahre die zeitweise schwächeren Verkäufe in den westlichen Absatzmärkten kompensieren dürften. Auch die jüngsten Verkaufszahlen von BMW, Daimler, VW und Porsche aus dem Juli zeigen noch keinerlei Anzeichen von Schwäche, möglicherweise müssen diese Werte in den kommenden Monaten etwas nach unten korrigiert werden, von einem echten Einbruch ist aber nach unserer Auffassung nicht auszugehen. Fundamental betrachtet sind alle Automobilaktien weiterhin extrem günstig bewertet. Selbst im Falle deutlich rückläufiger Absatzzahlen von beispielsweise 20 Prozent, wäre die Bewertung der gesamten Branche immer noch historisch niedrig!

Natürlich hängt die weitere Kursentwicklung der Automobilwerte in naher Zukunft einzig und alleine von dem Marktumfeld ab, sprich einem weiteren Rücksetzer an den Börsen werden sich auch die DAX Schwergewichte nicht entziehen können. Geht man aber davon aus, dass sich die Märkte in naher Zukunft wieder beruhigen werden, sind es dann erneut die zyklischen Werte die die folgende Erholungsbewegung anführen werden. Auch die Analysten-Gemeinde scheint dieser Auffassung zu sein, da die zuvor ausgegebenen Kursziele bislang nur leicht nach unten angepasst wurden. Goldman Sachs hingegen hat kürzlich sogar die Kursziele einzelner Branchenvertreter leicht nach oben angehoben. Auch wenn sich die Kursziele von beispielsweise 109,- Euro für die Porsche Aktie und 254,- Euro für die VW Vorzugsaktien gut lesen teilen wir diese sehr optimistische Einschätzung der Goldman Analysten, in dem gegenwärtigen Marktumfeld, nur bedingt. Wir gehen aber immer noch von deutlich höheren Notierungen bei den Autoaktien zum Jahresende aus.

Für die Daimler-Aktie hat die US-Investmentbank das Kursziel von 82,00 auf 79,00 Euro gesenkt sowie die Einstufung unverändert auf „Buy“ belassen. Die Analysten beurteilen den jüngsten Kursrückgang bei allen Werten als attraktive Einstiegsmöglichkeit. Das Kursziel für die BMW Aktie wurde ebenfalls leicht von 127,00 auf 123,00 Euro gesenkt. Trotz dieser sehr positiven Studie sollte man sich aber momentan auch mit der Unterseite der möglichen Kursziele beschäftigen. In einer Schnellanalyse haben wir alle Titel noch einmal unter die Lupe genommen, und sind zu dem Ergebnis gekommen, das das Risiko nach unten inzwischen relativ überschaubar sein dürfte. Immer vorausgesetzt die Börsen versinken nicht im totalen Chaos! Eine mögliche Wachstumsdelle scheint nun ausreichend eingepreist zu sein. Bei VW könnten sich erste, vorsichtige Positionen knapp über der 100,- Euro Marke als lohnender Einstieg erweisen, ebenso wie bei Porsche um die 40,- Euro, BMW knapp über 50,- Euro sowie Daimler knapp unter 35,- Euro.

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