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Nordex vor deutlichem Kursrutsch?

Es gibt Aktien, die ich im Moment nicht zwingend kaufen würde, obwohl viele Anleger diese auf dem Radar haben. Was sicherlich auch daran liegt, dass sich die verschiedensten Börsenmedien immer wieder durchweg positiv zu diesem Titel geäussert und diesen damit in der Vergangenheit geradezu nach oben geschrieben haben… Die Rede ist – wie die Überschrift erahnen lässt – von Nordex. Ich gebe zu – ich habe die Rallye nicht ganz verstanden wenn man sich das Unternehmen mal nach den üblichen Bewertungsmaßstäben anschaut. Die Nachrichtenlage ist nach wie vor positiv, jedoch zeigt der Chart schon seit längerem eine offensichtliche Übertreibungsphase, die nun abgebaut werden könnte…

Die Nordex Aktie nach dem Höhenflug

 

Inzwischen hat die Aktie die letzte Euphorie zumindest schon einmal abgebaut indem der Aktienkurs nun von fast 34,- Euro auf 26,- Euro zurückgekommen ist. Damit befindet sich der Titel aber immer noch oberhalb seines „natürlichen“ Aufwärtstrends und somit eindeutig weiterhin im Bereich der Übertreibung. Die aktuelle Kursformation deutet nun darauf hin, dass sich hier eine SKS Formation bilden könnte, die mit dem Unterschreiten der Marke von ca. 23,25 Euro ausgelöst würde. Noch ist es sicherlich zu früh dies abschießend zu beurteilen, aber der Chart sieht irgendwie nicht mehr gut aus!

Ich erwarte in den nächsten Tagen eher weiter auch fallende Kurse bei der Nordex Aktie zumal sich hier nun ein mögliches „Dead Cross“ im Chart anbahnt. Man darf also gespannt sein wie es um den Highflyer der letzten Jahre weiter geht. Kaufen würde ich hier aktuell wie gesagt nicht, short wäre mir aber aufgrund der allgemein guten Stimmung um das Unternehmen auch zu riskant. Denn, löst sich die hier gezeigte Formation mit einem Anstieg über 28,- Euro nach oben auf, wäre dies dann wohl eher ein neues Kaufsignal für die Aktie. Ich warte auf klare Signale, der Trend bleibt aber negativ wie bei nahezu allen Unternehmen aus dem Bereich alternative Energie im Moment…!

Volkswagen – Wohin geht die Reise?

Noch ergänzend zu meinem VW Artikel von heute morgen möchte ich Ihnen den Chart der Vorzugsaktie nachliefern, der meiner Meinung nach eine gewisse Aussagekraft hat. Auch wenn man sich in solchen Sondersituationen, wie aktuell bei Volkswagen, nur bedingt auf die Charttechnik verlassen kann!

Wie Sie als langjährige Leser wissen, bin ich durchaus ein Freund davon gewisse Kursbewegungen so zu betrachten wie es eben auch die Großrechner der Banken, die sogenannten Allgos, tun. Dabei ist es manchmal hilfreich einen Chart auf das wesentliche zu reduzieren und lediglich ein paar neuralgische Punkte miteinander zu verbinden. Ebenso sollte man nach einer starken Bewegung einer Aktie den Blickwinkel auf den Chart verändern. Hier sehen Sie die letzten 8 Jahre des Tageschart der VW Vorzugsaktie:

VW Aktie im Chartcheck

VW Aktie Chart 8 Jahre

Der vorangegangene Trendkanal ist deutlich zu erkennen. Bei der Betrachtung fällt auf, dass die noch Anfang diesen Jahres erreichten Kursregionen von über 230,- Euro deutlich als Übertreibung zu werten waren, worauf ich auch mehrfach hingewiesen hatte. Durch den jüngsten Kursrutsch befinden wir uns nun deutlich unterhalb dieses Trends. Die Aufwärtsbewegung kann somit vorerst als beendet betrachtet werden. Ein möglicher neue Trend könnte sich nun etablieren – diesmal abwärts gerichtet!

Das Verlaufshoch aus dem Jahr 2007 bildete gestern eine starke Unterstützung, die auch gehalten wurde. Somit befinden wir uns nun möglicherweise an der unteren Begrenzung des neuen Trends. Um diese Theorie zu bestätigen sollte zum einen das Verlaufshoch als dauerhafte Unterstützung halten, als auch die untere Begrenzung im Bereich um die 125,- Euro nicht mehr unterschritten werden. Ein erneuter Test dieses Bereiches ist heute aber durchaus wahrscheinlich und wäre regelkonform! Anschließend könnte erneut eine leichte Erholung folgen.

Eine mögliche Schließung des gestern gerissenen Gaps wäre das vorerst maximale Ziel auf der Oberseite. Von einer schnellen Rückkehr in den alten Aufwärtstrend sollte man somit derzeit wohl besser nicht ausgehen. Den aktuellen Kursbereich zwischen 125,- und 132,- Euro halte ich somit für durchaus interessant für langfristig orientierte Investoren mit einer gewissen Risikoneigung. Kurzfristig bleibt das Ziel für die Aktie eine Stabilisierung in dem hier rot markierten Bereich oder darüber. Mehr kann man bei der aktuellen Nachrichtenlage sicherlich nicht erwarten!

Dennoch sei abschließend darauf hingewiesen, dass ich auch ein Abrutschen der Aktie in den Bereich um die 100,- Euro generell nicht für ausgeschlossen halte!

VW, Daimler, Porsche, BMW – Wie lange geht das noch gut?

Der DAX scheint keine Grenzen mehr zu kennen… Täglich steigt der deutsche Leitindex auf ein neues All-Time-High und niemand scheint mehr ernsthaft darüber nachzudenken dass diese Entwicklung nicht ewig so anhalten kann.   Kürzlich war erst die nächste Tausender-Marke mir 12.000 Punkten dran, gestern notierte der Index bereits wieder 200 Punkte darüber. Die hauptsächlichen Kurstreiber sind und bleibenden neben der Geldpritze der Notenbank, der damit verbundene Verfall des Euro und natürlich das inzwischen wieder deutlich günstiger gewordene Öl. Das ist soweit nachvollziehbar und auch teilweise gerechtfertigt…!?

Eine Branche allerdings ist hauptverantwortlich für den zuletzt schon fast parabolischen Anstieg des Index. Die Rede ist natürlich von den deutschen Autobauern, die in vielerlei Hinsicht von diesen Entwicklungen profitieren werden. Dennoch muss man sich die Frage stellen ob Kursanstiege dieser Art noch gerechtfertigt sind. Automobilhersteller profitieren durch den exportgünstigen Wechselkurs des Euro gegenüber anderen Währungen. Somit können die Autos deutlich günstiger als normal üblich im Ausland verkauft werden, die Nachfrage nimmt entsprechend zu. Der niedrige Ölpreis sorgt zudem dafür, dass die Konzerne günstiger produzieren können und die Verbraucher mehr Geld für Konsumausgaben haben, das dann auch wiederum in den Kauf eines neuen Autos fließt. Durch diesen Faktor wird auch gerne mal zum höherpreisigen Modell mit höherem Spritverbrauch gegriffen, an dem die Autokonzerne eine höhere Marge haben… usw.

VW Aktie Chart Analyse

Autobauer sind also die ganz großen Gewinner in diesem Jahr. Alle Faktoren sprechen für weiter hohe Aktiennotierungen, bzw. gute Geschäfte für VW, BMW, Daimler und Co. Dennoch, auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel! Der jüngste Kursanstieg bei den Automobil-Aktien ist bereits sehr ungesund – aus charttechnischer Sicht – und deutet auf ein baldiges Ende hin. Ich persönlich würde sogar darauf wetten wollen, dass diese Bewegung spätestens ab kommenden Montag beendet sein wird, was damit zusammenhängt dass der Markt in dieser Woche noch auf die FED Sitzung am Mittwoch spekuliert und am Freitag großer Verfallstag ist. Insbesondere bei den Autoaktien dürften sich hier einige Shorties in den letzten Tagen kräftig die Finger verbrannt haben und werden eindecken – falls das noch nicht bereits geschehen ist..!

Am Beispiel der VW Vorzugsaktie (s.o.) wird klar, dass die aktuelle Bewegung bereits seit einigen Tagen in einer deutlichen Übertreibungsphase ist. Sowohl die obere Begrenzung des Trendkanals als auch die 161,80 Fibonacci Extension wurden ohne größere Rücksetzer nach oben durchbrochen. Der Kursverlauf ist deutlich zu steil! Diese Bewegung kann durchaus noch bis 260,- Euro oder darüber anhalten, wird aber erfahrungsgemäß irgendwann eine jähes Ende finden. Denn jede Übertreibung wird früher oder später vom Markt korrigiert. Bleiben Sie also bei aller Begeisterung für deutsche Automobilhersteller vorsichtig und sichern Sie Ihre Positionen ab, oder vielleicht nehmen Sie auch mal wieder Gewinne mit? In jedem Fall sollten Sie aber die Autoaktien intensiv beobachten, denn ein Rücksetzer in dieser Branche wird auch für einen ordentlichen Rücksetzer des DAX sorgen…und damit natürlich auch bei anderen Aktien…!

Die Vertrauensfrage – Insider und Perma-Bären ziehen sich weiter zurück

Ich bleibe dabei die Stimmung an den Märkten könnte in den kommenden Tagen deutlich kippen. Seit Tagen fällt die Marktstimmung der institutionellen Anleger, inzwischen auf das niedrigste Niveau seit August 2010. Dieser kräftige Rückgang überrascht angesichts der vermeidlich heilen Börsenwelt etwas. Auch die Firmeninsider verkaufen bereits wieder seit Dezember 2010 verstärkt Aktienpositionen. Natürlich sind diese Faktoren noch kein Garant für bald fallende Notierungen an den Börsen, aber man sollte dies zumindest in seine Überlegungen mit einbeziehen und in den kommenden Wochen etwas vorsichtiger agieren. Auch die berühmte und durchaus gesunde „Januardelle“ ist in diesem Jahr ausgeblieben, und das obwohl es eine kräftige Jahresendrallye gegeben hat.

Der DAX beispielsweise hat seit September 2010 ohne irgendwelche Anzeichen eine Konsolidierung oder gar Korrektur um satte 25 Prozent zugelegt. Mir scheint als würden nun langsam die Akteure wieder auf die Bühne kommen die lange Zeit nichts mehr von Aktien wissen wollten und Ihr Geld lieber in Gold oder „sichere“ Staatsanleihen gesteckt haben. Genau gesagt könnten es wieder die gleichen sein die im Falle eines Rücksetzers an den Börsen dann erneut die Zeche zahlen, die Privat- oder sogenannten Kleinanleger. Die Geschichte wiederholt sich immer und immer wieder…

Gepusht von überall zu lesenden Nachrichten über das Wirtschaftswunder Deutschland und einen unter Vollast laufendem Wirtschaftsmotor dürften einige Anleger neues Vertrauen in die Börsen gefasst haben. Bleibt zu hoffen dass dieses Vertrauen nicht gleich wieder enttäuscht wird, denn durch den Anstieg in den letzten Wochen wird eine Konsolidierung der Aktienmärkte wohl täglich wahrscheinlicher. Wir befinden uns in einer kurzzeitigen Übertreibungsphase, bleiben also in den nächsten Wochen die positiven Unternehmensdaten aus, und gesellen sich dann weitere wirklich schlechte Nachrichten (z.B. US Arbeitsmarktdaten, Ägypten, Zinsanhebung in China etc.), die bislang ignoriert wurden, hinzu werden die Indizes wohl noch einmal richtig Luft holen, bevor es dann weiter nach oben geht.

Natürlich kann ich eine solche Aussage auch nicht mit hundertprozentiger Gewissheit treffen, es ist nur ein von vielen möglichen Szenarien, dem ich persönlich momentan eine hohe Wahrscheinlichkeit attestieren würde. Ob, und wann dies eintreten wird werden wir sehen. Der Markt neigt ja bekanntlich zu Übertreibungen, ist aber auch keine Einbahnstraße wie wir alle wissen! Insider und institutionelle Anleger verlieren langsam Ihr Vertrauen in eine Fortführung der Rally, und das sollte man wohl nicht mißachten. In diesem Sinne, bleiben Sie vorsichtig und legen Sie sich rechtzeitig eine Exit-Strategie zurecht.

In unseren letzten Artikeln sind wir mal wieder etwas näher auf viel diskutierte Aktien von Solar Millennium, Dialog Semiconductor, Solarworld, Pfleiderer und Heidelberger Druck etwas näher eingegangen. Lesen Sie bitte auch unsrere Kurzanalysen zu den Werten auf Investors Inside.de

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