Author Archives: Lars

Trading Update HeidelCement, Hochtief, Bilfinger Berger, Wienerberger

Auch die Baubranche scheint langsam wieder in den Fokus der Anleger zurück zu kehren. Die Aktien von HeidelbergCement haben sich von dem Dax Aufstieg inzwischen erholt. Erwartungsgemäß kam es  mit der Aufnahme in den Deutschen Leitindex zunächst zu Gewinnmitnahmen. Auf diesem Niveau scheint die Aktie aber weiterhin unterbewertet zu sein. Auch die Analysten von Chevreux haben zuletzt ihr ausgegebenes Kursziel von 58,- Euro noch einmal bestätigt, sollte es heute gelingen die 40,- Euro Marke wieder nachhaltig zu überschreiten dürfte sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen. Gestern wurde ein Kaufsignal generiert. Ein Anstieg über den Widerstand bei 41,20 Euro könnte die HeildelCement AG Aktie dann im weiteren Verlauf in Richtung 45,20 Euro führen.

Neue Kaufsignale gab es ebenfalls bei Bilfinger Berger und Hochtief. Heute sollte die Bilfinger Aktie zunächst die Marke von 44,- Euro hinter sich lassen, um dann in Richtung des letzten Widerstandes bei 46,- Euro aufzubrechen. Danach wäre die runde Marke von 50,- Euro das logische Ziel, bei 53,- Euro liegt noch immer ein offenes Gap, dass in den kommenden Wochen geschlossen werden könnte. Extrem interessant ist die charttechnische Situation auch bei der Hochtief AG.

Der massive Unterstützung bei 50,- Euro wurde kürzlich unterschritten, und damit eigentlich ein klares Verkaufssignal ausgelöst. Wir haben darauf spekuliert, dass es sich hierbei um einen Fehlausbruch handelt. Heute befindet sich die Hochtief Aktie bereits wieder knapp unterhalb dieser wichtigen Marke. Sollte diese also nun zurückerobert werden, stehen die Chancen für weitere Kurssteigerungen in Richtung 55,- Euro sehr gut. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt hier bei 64,- Euro.

Die Wienerberger Aktie ist heute deutlich nach oben ausgebrochen. Nachdem wir Kurse unter 10,- Euro zum Kauf genutzt haben, sind wir seit heute also auch mit dieser Position schön im Gewinn. Der Chart verrät, dass die letzte Unterstützungszone bei 10,75 Euro lag, der aktuelle Kurs der Aktie steht nun bei 10,98 Euro. Der nächste Widerstand befindet sich bei der Wienerberger Aktie bei ca. 12,- Euro. unser Kursziel ist zunächst 13,- Euro. Bei weiter freundlichem Börsenumfeld könnte sogar das Gap bei 15,- Euro bald wieder geschlossen werden.

Für alle Prognosen gilt natürlich die Voraussetzung, dass die Aktienmärkte nun weiter steigen werden. Der S&P 500 befindet sich knapp unterhalb der Marke von 1.100 Punkten. Hier muss sich nun entscheiden, ob es gelingen kann auch die Widerstandszone zwischen 1.101 und 1.113 Punkten zu überwinden. erst beim Überschreiten der 1.125 Punkte wäre der weg dann frei für neue Jahreshöchststände..

Trading Update VW, Porsche, Continental, Klöckner & Co., Solar Millennium

Etwas schneller als erwartet wurden gestern bereits die 6.200 Punkte im Dax wieder erreicht. Wie bereits im Newsletter geschrieben, ist dies das Minimalziel für diese Woche. Das die Marke bis zum Handelsende nicht gehalten werden konnte ist nicht weiter verwunderlich, und sollte nicht überbewertet werden. Lassen Sie sich nicht von den leichten Schwankungen verunsichern, sondern schauen Sie vielmehr auf das große Ganze. Gewinne weiter laufen lassen ist die Devise. Alle Depotwerte sind inzwischen entsprechend kräftig im Plus, einige davon haben gestern ein neues starkes Kaufsignal generiert. Sollten also keine neuen Störfeuer von konjunktureller Seite kommen, können wir uns voll und ganz auf die Berichtssaison-Rally konzentrieren, die durchaus noch ca. drei Wochen oder länger andauern kann. Das nächste Kursziel ist nun also die Marke von 6.335 Punkten. Kann diese ebenfalls überwunden werden dürfte der Deutsche Leitindex vielleicht sogar bald den oberen Bereich des Aufwärtstrend bei 6.600 Punkten testen. Aber nun zu den einzelnen Titeln..

VW, Autoaktien laufen wieder sehr gut. Nachdem BMW gestern noch mit guten Ausblick an die Öffentlichkeit gegangen ist konnte die gesamte Branche profitieren. Aber nicht nur das, Goldman Sachs ist insbesondere für die Aktie der VW Vorzüge optimistisch. Man hat nun das Kursziel erneut von 126,00 auf 132,00 Euro angehoben und den Titel auf der „Conviction Buy List“ belassen. Mit Blick auf Porsche geht er davon aus, dass es nicht zu einer Fusion mit dem Sportwagenbauer kommt und VW stattdessen seine Call-Optionen für Porsche ausüben wird. Jegliche Entscheidungen, durch die sich VW von einer Fusion mit Porsche wegbewege, dürften am Markt positiv aufgenommen werden, schrieben die Analysten. Unabhängig von einer mögliche Fusion oder nicht halten wir nach wie vor beide Aktien für kaufenswert. Die VW Vorzüge sollten heute die 78,- Euro Marke wieder deutlich überschreiten, und dann die 80,- Euro in Angriff nehmen. Die Porsche Aktie hat sich gestern ebenfalls zu neuen Höhen aufgemacht. Charttechnisch ist nun wieder Platz bis zunächst 42,- Euro, später ca 45,70 Euro. Bei 40,- Euro könnte es natürlich noch einmal zu einem kleinen Kampf zwischen Bullen und Bären kommen, diesen dürften die Bullen aber mittelfristig für sich entscheiden.

Fast schon kein halten mehr kennt die Aktie des Automobilzulieferers Continental, die sich seit Tagen im Höhenflug befindet. Noch vor wenigen Tagen hatten Analysten u.a.a von Merill Lynch sich sehr skeptisch zu weiteren Entwicklung des Aktienkurses geäußert, was die Aktie kurzzeitig um fast 10% nachgeben ließ. Damals haben wir im Newsletter zum Einstieg geraten, und freuen uns nun mit unseren Lesern über 18% Kursgewinn. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein bei Continental. Ich erwarte weitere Kurssteigerungen bis zunächst 53 bis 54,- Euro. Am Montag konnte die erfolgreiche Platzierung einer Hochzinsanleihe in Höhe von 750 Millionen Euro bekannt gegeben werden. Der Bond war sechsfach überzeichnet. Damit entspannt sich zunehmend auch die finanzielle Situation des Unternehmens. Operativ läuft sowieso wieder alles rund.

Die Aktie von Klöckner & Co. konnte gestern, ebenso wie ThyssenKrupp von den guten Alcoa Zahlen profitieren, haben sich aber immer noch nicht so richtig von der 15,- Euro Marke lösen können. Auch hier rechne ich mit einem weiteren Anstieg, ab 16,- Euro sollte dann auch wieder etwas mehr Schwung in die Aktie kommen. Kursziele belieben 17,80 Euro, bzw. 18,- Euro und später dann 22,- bzw. 24,80 Euro. Solar Millennium litt gestern etwas unter der allgemein schlechten Stimmung bei Solarwerten. Auch hier sind wir weiter sehr optimistisch und halten an unserer Position fest. Die öffentliche Diskussion über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken dürfte noch einige Tage negativ wirken, Kurse unter 19,- Euro sollten aber nun der Vergangenheit angehören.

Zu den weiteren Depotwerten später mehr…

Intel – Gradmesser für die Hightech-Branche

Gestern Abend hat auch Intel sein Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorlegen. Mit großer Spannung schaut die ganze Welt auf die ersten Zahlen aus der Halbleiter-Industrie. Die Nachfrage nach Speicherchips, die so ziemlich in allen elektronischen Geräten stecken, ist nicht nur Gradmesser für die Hightech-Branche, sondern vielmehr auch sehr aussagekräftig was die gesamtwirtschaftliche Lage anbelangt. Fachleute erwarteten einen Umsatz in Höhe von 10,25 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie wird im Schnitt bei 43 Cents je Aktie gesehen. Diese Ziele sind wie immer sehr ambitioniert und bedeuten letztlich einen Zuwachs von 25 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres 2009. Dennoch verglichen mit den schlechten Zahlen aus dem Krisenjahr 2009 sollte Intel mal wieder glänzen können, und dürfte wohl auch dieses mal auch wieder positiv überraschen.

Besonders die Nachfrage aus den Emerging Markets wie China und Indien treibt das PC Geschäft weiter an. Ebenso kann auch die Intel Aktie als Hauptlieferant für Apple MacBook, iMac, usw. von der Apple Hype profitieren. Weltweit stecken in drei von vier Computern Intel Chips! Mit einer satten Bruttomarge von 67 Prozent gehören die Intel Produkte immer noch zu den margenstärksten im gesamten Sektor. Tatsächlich erwirtschaftete Intel sogar einen Gewinn von 0,51 Dollar pro Aktie und übertrifft damit die hoch gesteckten Erwartungen von Wall Street um 8 Cent noch einmal deutlich. Der Umsatz klettert sogar gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 34,6 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Für das aktuelle dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 11,2 bis 12,0 Milliarden Dollar in Aussicht, was ebenfalls sehr deutlich über den aktuellen Konsensschätzungen liegt.

Ausbruch beim Euro. Wohin geht der Goldpreis?

Der Euro hat in den letzten Tagen wieder ordentlich Boden gut gemacht, und eine nahezu perfekte inverse SKS ( Schulter-Kopf-Schulter)  Formation ausgebildet. Vor einigen Tagen haben wir im Newsletter darüber berichtet, dass dies passieren könnte, und es anschließend dann zu einem kleinen Short-Squeeze bei der europäischen Leitwährung kommen sollte. Diese Formation dürfte heute also mit dem Überschreiten der Marke von 1,27 bestätigt worden sein. Somit hat der Euro sich nun aus seinem seit Wochen gültigem Abwärtstrendkanal gelöst. Das nächste Kursziel ist nun vorerst fast schon zwangsläufig wieder die runde Marke von 1,30. Bei weiterer Stärke sollte danach dann auch die 1,36 wieder erreicht werden können.

Etwas faszinierend ist in dem Zusammenhang die Entwicklung des Goldpreises in den letzten Tagen. Zwar gab der Preis des Edelmetalls zwischenzeitlich mehrfach nach und fiel deutlich unter die 1.200,-  Dollar Marke, konnte sich aber immer wieder stabilisieren. Der stärkere Euro und der damit automatisch schwächere Dollar sollte sich eigentlich auch im Goldpreis wiederfinden. Irgend etwas stimmt also momentan nicht. Zwar sind bereits seit längerem offensichtlich gewisse Zusammenhänge an den Finanzmärkten außer Kraft gesetzt, und man sollte sich auch gar nicht mehr über solche Phänomene wundern, aber dennoch bin ich der Meinung, dass der Goldpreis fast schon zwingend in den kommenden Tagen oder Wochen seine Reise in Richtung 1.000,- Dollar je Feinunze antreten sollte.

Natürlich hängt die künftige Entwicklung des Goldpreises früher oder später wieder mit den Aktien und Devisenmärkten zusammen. Dies kann aber gelegentlich auch erst mit einem gewissen Zeitversatz eintreten. Die Unsicherheiten bei den Anlegern sind immer noch sehr groß, somit gehe ich davon aus, dass auch immer noch fleißig physisches Gold in die Depots konservativer und sicherheitsorientierter Anleger wandert. Die Beobachtung der aktuellen Rally an den Aktienmärkten und Devisenmärkten, sowie den Preis des Goldes dürfte also durchaus sehr spannend sein.!

YRC Worldwide Rebound, die Aktie legt am Montag 87% zu

YRC Worldwide Inc. Aktien stieg am Montag um 87 % nachdem das Unternehmen signalisiert hat, dass im zweiten Quartal wieder ein deutlich positives Ergebnis zu erwarten ist.
In einer Pressemitteilung gab die Unternehmensführung, der in Overland Park stationierten Firma bekannt, dass man nun nach den verlustreichen Quartalen der Vergangenheit voraussichtlich im zweiten Quartal wieder einen operativen Gewinn in Höhe von $ 24.000.000 bis  $ 36.000.000 erzielen werde. Exklusive der verlustriechen YRC Logistik-Einheit, die in diesem Zugen nun verkauft wird, sagte das Unternehmen wäre sogar ein bereinigtes EBITDA zwischen $ 35.000.000 und 45.000.000 $ zu erzielen gewesen. Noch im saisonal bedingt schwachem ersten Quartal musste YRCW einen Verlust von $ 53.000.000 ausweisen.

Auch die Liquidität hat sich somit  von 241.000.000 $ im ersten Quartal auf  279.000.000 $ im zweiten Quartal weiterhin deutlich verbessert.Wie bereits mehrfach geschrieben zeichnet sich im weltweiten Logistikbereich eine deutliche Nachfrageverbesserung ab. Auch wenn einige Unklarheiten bei dem Unternehmen über  die langfristige Rentabilität bleiben, gehört YRC Worldwide sicherlich zu den interessantesten Rebound Kandidaten. Nachdem unser erster Trade zu früh begonnen wurde, und mit einem satten Verlust endete, haben wir die Position gestern zu 0,15 bis 0,158 wieder aufgebaut. Man darf gespannt sein ob heute weitere Kurssteigerungen möglich sind…

Alcoa Zahlen – deutlich besser als erwartet!

Der Aluminium-Riese Alcoa verdiente im zweiten Quartal des Geschäftsjahres  0,13 Dollar pro Aktie, 1 Cent besser als dies von Analysten erwartet wurde . Der Umsatz steigt gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 22,8 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar, was ebenfalls über den Konsensschätzungen der Analysten von 5,05 Milliarden Dollar liegt. In den vergangenen drei Monaten war der Preis für eine Tonne Aluminium scharf von 2.400 Dollar auf rund 2.000 Dollar gefallen

Höhere Auftragsvolumen, eine verbesserte Produktion, geringere Energiekosten und positive Währungseffekte konnten die sinkenden Preise für Aluminium kompensieren, so das Management. Der Nettogewinn lag demnach mit 136 Millionen Dollar deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres, damals musste Alcoa noch einen Verlust von 454 Millionen Dollar wegstecken. Ein gelungener Auftackt in die US Berichtssaison…mal sehen ob die Börse dies auch positiv umsetzen kann..

US Berichtssaison, los gehts mit Alcoa, AMD, JP Morgan, Citigroup und Bank of America..

Diese Woche beginnt die US-Berichtssaison auf eine Neues, und es ist mit überwiegend sehr guten Ergebnissen zu rechnen, da die Unternehmen nach wie vor hohe Gewinnmargen verbuchen können. Für den S&P 500 rechnen dabei die meisten Fachleute mit einem durchschnittlichen Gewinnanstieg um 22,5 Prozent bezogen auf das Vorjahresquartal. Dennoch ist die Unsicherheit an den Börsen deutlich zu spüren, und die breite Masse der Anleger scheint erst einmal abwarten zu wollen wie die Berichtssaison verlaufen wird. Die Umsätze sind weiterhin relativ dünn, dementsprechend dürfte die Schwankungsbreite bei einzelnen Aktien in den kommenden Tagen etwas zunehmen. Dennoch rechnen wir durchweg mit einer leicht positiven Woche. Die Indizes befinden sich nun wieder in der entscheidenden Phase. Zwar sind die Vorgaben aus Asien heute nicht so gut wie erhofft, dies hat aber eher politische Gründe. Der späte Handel an der Wallstreet am Freitag Abend, zeigt, dass sich hier nochmal einige Marktteilnehmer positioniert haben..bevor Alcoa heute, wie gewohnt die US Berichtssaison einläuten wird.

Entscheidend für den weiteren Verlauf an den Börsen wird aber der Ausblick auf das dritte Quartal, und das Gesamtjahr der Unternehmen sein. Wie bereits im abgelaufenen Quartal, kann man davon ausgehen, dass sich die wenigsten Firmenchefs zu weit aus dem Fenster lehnen werden, und eher verhaltene Prognosen abgeben werden..Dennoch sollten die gelieferten Zahlenwerke die Börsen in den kommenden Wochen etwas stabilisieren können. Ich rechne mit Kursen von mindestense 6.200 Punkten im Dax bis zum Freitag..

Wie immer zu Start der Berichtssaison ist auch in diese Woche zu Beginn erst einmal mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Das sollte Anleger nicht weiter verwundern, und dementsprechend muss darauf geachtet werden, dass die Stopp Orders nicht zu knapp gesetzt werden.  Gegen Nachmittag dürften dann aber die Kurse wieder etwas anziehen. Gerne werden Bilanzierungswochen auch erst einmal mit einem Fehlsignal begonnen… Am Donnerstag gibt es die Bilanz des Chipherstellers AMD, auch hier erwartet der Markt eine deutlich gesteigerte Nachfrage. Besonders die Zahlen von  JP Morgan, die ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht werden, und die von AMD, dürften in dieser Woche sehr interessant werden, und können durchaus neue Impulse für den HighTech- und Bankensektor bringen. Am Freitag folgt dann die Citigroup und die Bank of America. Ich wünsche allen Lesern eine erfolgreiche Woche..

Aktien, Gold, Inflation, Deflation – was denn nun?

Bislang wurde angenommen, dass wir uns in einer inflationären Phase befinden. Die Zinsen sind niedrig wie selten zuvor, und Geld ist auf der permanenten Suche nach guten Anlagemöglichkeiten. Das Tagesgeldkonten und Staatsanleihen nicht unbedingt dazu gehören, dürfte dem meisten klar sein, sie wägen sich aber dadurch in der vermeintlichen Sicherheit, dass Ihr Geld nahezu risikolos angelegt ist. Ebenso verhält es sich mit Gold. Das Edelmetall ist und bleibt der Inflationsschutz Nummer eins. Nachdem wir in den letzten Monaten eine Rally bei Gold und auch Silber gesehen haben, mussten die Kurse in der vergangenen Woche deutliche Abschläge hinnehmen. Wie immer und bei nahezu jeder Anlageklasse passiert auch hier das gleiche wie bei jeder anderen Blase. Wenn die Nachfrage plötzlich sprunghaft ansteigt, und die Goldhäuser sogar ernsthafte Lieferprobleme haben, kann man eigentlich darauf warten, dass das Ende des Booms nicht mehr allzu fern ist. Zudem sei noch einmal erwähnt das sich inzwischen insgesamt 38% aller frei zugänglichen Goldvorräte in spekulativen Händen befinden. Ein Umstand den man nicht vernachlässigen sollte, und der alleine für sich schon eine gewisse Aussagekraft hat.

Viele Wirtschaftsdaten deuten derzeit darauf hin, dass es nicht zu einer ernsthaften Inflation kommen dürfte, und schon gar nicht zu einer sogenannten Hyperinflation. Zumindest nicht in den nächsten 5 Jahren. Diese fünf Jahre sind an den Finanzmärkten , und gerade momentan eine lange Zeit, und es gibt wohl niemandem auf diesem Planeten, der genau vorhersagen kann was in den nächsten fünf Jahren passieren wird. Viel mehr wird nun langsam auch ein deflationäres Szenario immer wieder, auch von den Medien die nun monatelang den Weltuntergang in Form einer Inflation heraufbeschworen haben, aufgegriffen. Wer unseren Newsletter regelmäßig liest, weiß was wir von solchen Szenarien halten..

Doch was bedeutet das nun genau für den Goldpreis? Nun, kurzfristig ist also mit keiner nennenswerten Inflation oder gar einer Hyperinflation zu rechnen, mittel- bis langfristig wäre das zwar möglich, erscheint uns aber auch eher unwahrscheinlich. Die „Inflationisten“ vergessen nämlich gerne, dass zur Entstehung von Inflation eben nicht nur die Geldmenge an sich gehört, sondern dieses Geld auch in den Wirtschaftskreislauf gelangen muss, was solange kaum der Fall sein dürfte, so lange die Banken noch ihre eigenen Bilanzen „bereinigen“ müssen und dies dauert eben nach Einschätzung nahezu aller Experten noch einige Jahre. Daher sehen wir derzeit eine massive Überbewertung der „sicheren Häfen“ („safe haven“) wie Staatsanleihen „erstklassiger Schuldner“ wie Deutschland oder den USA, und auch Gold. Zugleich scheint sich eine massive Unterbewertung von Risikoanlagen wie Aktien aufzubauen.

Gerade auch bei Staatsanleihen dürfte den Anlegern in den letzten Wochen klar geworden sein, dass diese, je nachdem wer diese ausgegeben hat, alles andere als sicher sind. Der Anleihenmarkt ist deutlich größer als der Aktienmarkt. Dieser Vertrauensverlust und die schlechten Renditen werden mittelfristig dazu führen, dass das Kapital dort abwandert und in die unterbewerteten Aktienmärkte, aber auch in die Immobilienmärkte und in Rohstoffe zurückkehrt. Es war schon immer so und es wird immer so sein. Geld sucht sich den Weg der besten Rendite. Wir glauben nicht an eine Hyperinflation oder an eine Deflation, sondern viel mehr an eine baldigen Ausgleich in der Bewertungen verschiedener Anlageklassen. Kurzfristig kann es natürlich auch dabei immer wieder zu Exzessen kommen. Gold und Staatsanleihen dürften sich in einer solch exzessiven Phase befinden. Den Immobilienmarkt sehen wir weiter etwas kritisch. Bei Aktien sehen wir deutliche Unterbewertungen, hier wird die „goldene Zeit“ wohl sehr bald kommen.

Ich habe in den vergangenen Wochen von Anlegern gehört, die Ihr gesamtes Vermögen in Gold umgeschichtet haben. Das halte ich schlicht und ergreifend für extrem gefährlich. Gold ist kein Allheilmittel, und dies wird Ihnen auch nichts nützen, wenn morgen die Finanzwelt untergeht, oder wir eine Währungsreform bekommen, oder was sonst noch so alles in den Köpfen verängstigter Anleger rumgeistert…. Das einzige was dann hilft ist ein Acker auf dem Sie Gemüse anbauen, und Nutztiere züchten können.  Dann werden Sie mit Ihrem teuren Gold Eier, Brot und Fleisch von den Leuten kaufen können die über diese Nahrungsmittel verfügen, und Ihre Bestände dürften sehr schnell „aufgezehrt“ sein. Seien wir mal ehrlich, der Goldpreis lebt von der Angst, und diese wird wieder nachlassen. Der Mensch neigt dazu schlechte Erfahrungen eben zu verdrängen. Wir halten einen Goldpreis in ein paar Monaten von deutlich unter 1.000,- Dollar für gerechtfertigt. Diese Erkenntnis gewinnen wir auch bei einer genaueren Betrachtung des Charts…Ein Rückgang auf ca. 870,- Dollar würde uns also nicht weiter wundern.

Wer also kürzlich Gold zu Preisen von 1.250,- bis 1.265,- Dollar gekauft hat, und dies eventuell  noch bei einem Euro/Dollar Wechselkurs von 1,19, der dürfte bereits auf einem Verlust von 10 Prozent oder mehr sitzen. Der Euro scheint das gröbste zunächst hinter sich zu haben, und auch eine weitere Erholung ist durchaus wahrscheinlich, auch das wird sich weiter negativ auf die bestehenden Goldpositionen auswirken.. Bei einer vernünftigen Risikokontrolle im Aktienhandel sollten solche Verluste nicht entstehen, und ich kann mein Investment sekündlich wieder zu Bargeld machen. Auch das ist ein Faktor, den Goldanleger meistens unterschätzen…

Trading Update Hochtief, Bilfinger Berger

Bauaktien waren in den vergangenen Tagen nicht unbedingt gefragt. Dennoch halten wir den Kursverlauf der beiden Bauriesen Hochtief AG und Bilfinger Berger für völlig überzogen. Die Hochtief Aktie hat kürzlich die langfristige Unterstützung bei 50,- Euro unterschritten, und damit ein Verkaufssignal generiert. In der allgemeinen Marktsituation der letzten Woche war dies nicht weiter verwunderlich und hat uns, wie kürzlich im Newsletter geschrieben, dazu veranlasst hier eine antizyklische Tradingposition aufzubauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Hochtief Aktie demnächst wieder über der 50,- Euro Marke notiert sehen wir als wesentlich größer an als einen weiteren Kursrutsch. Und darum geht es ja schließlich an der Börse – das Trading von Wahrscheinlichkeiten. Seit gestern kann sich die Hochtief Aktie nun wieder deutlich erholen und notiert aktuell bei 48,60 Euro. Es sollte also bei weiter freundlichem Börsenumfeld gelingen wieder in die alte Tradingrange zurück zu finden. Dennoch haben wir heute einen Teil unserer Position verkauft um diese in Bilfinger Berger zu investieren.

Zum einen ist dies natürlich im Zuge einer Diversifikation sinnvoll und zum anderen halten wir beide Titel auf dem jetzigen Niveau für extrem interessant, und konnten uns bereits beim Kauf der Hochtief Aktie fast nicht entscheiden. Nun haben wir die Baubranche im Paket in unserem Depot, und das ist gut so. Bei Bilfinger Berger war zuletzt etwas Unruhe bei den Aktionären spürbar. Dies hing wohl in erster Linie damit zusammen, dass die Mannheimer den Börsengang der australischen Tochtergesellschaft Valemus in letzter Sekunde abgesagt hatten. In dem Börsenumfeld war dies aber auch nicht weiter verwunderlich. Grundsätzlich hat ein abgesagter Börsengang immer einen faden Beigeschmack, es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche Entscheidung auch tief greifende Folgen haben kann, und sich danach noch weniger Investoren für einen solchen Titel interessieren. „Augen zu und durch“ ist wäre vielleicht auch hier besser gewesen..

Dennoch kann Bilfinger Berger nicht nur in den vergangenen Tagen durch eine sehr gute Auftragslage überzeugen. Die Geschäfte brummen beim deutschen Bauriesen, ebenso wie bei Hochtief. Mit dem norwegischen Energieriesen Statoil sind kürzlich neue Rahmenverträge im Gesamtvolumen von mehr als 250 Millionen Euro geschlossen worden. Aus charttechnischer Sicht sollte die Marke von 42,- Euro als solide Unterstützung dienen, auch Kurse leicht darunter sind durchaus vertretbar. Spätestens bei 39,- Euro dürfte der Wert „ausgebombt“ sein und eine technische Gegenbewegung zwingend bevor stehen. Wir denken aber nicht, dass Kurse unter 40,- Euro noch einmal erreicht werden. Mit einem KGV von 9 ist die Aktie alles andere als zu teuer, und eignet sich auf dem Niveau auch für langfristig orientierte Anleger, und Dividendenjäger.

Washington Mutual – Zermürbungstaktik bei JP Morgan?

Unglaublich aber wahr, erneut wurde die Entscheidung vom Gericht vertagt, dieses mal auf den 20. Juli. Erneut müssen sich also alle Aktionäre, die auf eine hohe Abfindung hoffen gedulden. Mit deutlicher Verspätung startete die gestrige Anhörung, sodass letztendlich dann keine mehr Zeit blieb die wichtigsten Tagesordnungspunkte zu erörtern. Eine Entscheidung könne noch nicht getroffen werden, weil weiterer Gesprächsbedarf zwischen den Parteien bestehen würde, hieß es. Die Richterin, Mary Walrath stimmte der Verschiebung somit erneut zu, verwies aber auch darauf, dass Sie die Sache nun bald zum Abschluss bringen wolle. So langsam sollte Miss Walrath ihren Ankündigungen wohl auch mal Taten folgen lassen, um glaubwürdig zu bleiben.

Die Aktionärsvertreter zeigten sich ebenfalls zufrieden, und hoffen wohl immer noch auf eine gütliche Einigung mit der Gegenpartei. Es wird sogar gemunkelt, dass es bereits ein Angebot gegeben haben könnte, welches aber zu niedrig gewesen ist. Kommt eine Einigung dann aber letztlich doch nicht zu Stande, bleibt immer noch der Antrag auf Bestellung eines neutralen Prüfers. Man darf also gespannt sein ob am 20.Juli dann etwas passieren wird. So langsam verlieren einige Anleger offenbar die Lust an dem Investment. Die Umsätze in der Aktie werden zusehends dünner, und die Kursschwankungen sind für Trader inzwischen uninteressant geworden. Vielleicht ist ja auch genau das die Strategie die bei JP Morgan dahinter steckt…? Also kein Showdown wie gestern geschrieben, sondern vielmehr Zermürbungstaktik?

Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch in der Kritik..

Heftige Diskussionen über die Arbeit der US-Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch gibt es bereits seit längerem. Waren es damals die Vorwürfe, dass man seitens dieser Institutionen einen schlechten Job gemacht, und damit die Finanzkrise erst ausgelöst hat, ist es heute eher die offensichtlichen Ungleichbehandlung von den USA und dem Rest der Welt. Insbesondere Europa hatte zuletzt stark unter den Herabstufungen einzelner Länder zu leiden. Allen voran natürlich Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal. Was damals versäumt wurde scheinen die Ratingagenturen nun durch plötzlichen Übereifer wieder wett machen zu wollen. Inzwischen stellt sich die Frage warum solche Herabstufungen nur europäische Länder trifft, es ist gar von Europafeindlichkeit die Rede. Und dies wohl nicht zu Unrecht! Wirft man mal einen genaueren Blick über den Atlantik kann einem schon Angst und bange werden. Die dortigen Verhältnisse übersteigen die hiesigen Probleme teilweise bei Weitem. Rufe nach einer ausgleichenden Herabstufung der USA werden laut. Die Frage ist nur ob dies irgend jemandem wirklich nutzen würde..

Die Zahlen aus den USA sind, sagen wir es mal vorsichtig, etwas beängstigend. So beträgt das Haushaltsdefizit des Bundes mit 1,4 Billionen Dollar rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Gesamtverschuldung der Regierung liegt bei 85 Prozent des BIP. Nimmt man dann noch die Defizite einiger Einzelstaaten, allen Voran Kalifornien, in diese Berechnung mit auf, wird es ganz düster. Fachleute bescheinigen den USA bereits seit längerem einen ähnlichen Bonitätsstatus wie Griechenland. Der wachsende Schuldenberg müsse früher oder später zu einer deutlichen Abwertung der Staatsanleihen führen, sind sich Fachleute einig. Damit dürften Sie wohl auch Recht behalten. Die wirtschaftliche Erholung in den USA stottert weiterhin, an Schuldenabbau ist wohl erst einmal nicht zu denken. Die Zurückhaltung der Ratingagenturen ist somit zwar verständlich, da eine Herabstufung der USA wohl erneut katastrophale Folgen für die Weltwirtschaft hätte, dennoch fragt man sich zwangsläufig nach der Sinnhaftigkeit solcher Institutionen, wenn diese nicht objektiv, und unabhängig Ihre Entscheidungen fällen können….

Um so wichtiger dürfte es also sein, in Zukunft eine europäische und asiatische Ratingagentur neben den großen drei aus den USA zu haben. Ob dieser Plan in die Tat umgesetzt werden wird bleibt erst einmal fraglich. Über den Einfluss solcher Ratingagenturen auf die Anlageentscheidung vieler darf man aber durchaus eine geteilte Meinung haben. Auch hierzulande gibt es genügend Beispiele, gerade in der Fondsbranche, dafür, dass nicht immer objektiv bewertet wird. Teilweise werden solche Ratings sogar einfach käuflich erworben, was nicht unbedingt im Sinne eines transparenten Finanzsystems ist. Unsere Politiker sollten auch darüber nochmal nachdenken… Für eine Anlageentscheidung kann ein solches Rating eben nur eine Hilfestellung sein, und sollte nicht das erste Kriterium für den Kauf eines Produktes darstellen. Die genaue Analyse klassischer Kennzahlen, der Leistungsbilanzen u.ä. sind da weitaus hilfreicher. Bezüglich der Ratings der USA werden Anleihenkäufer wohl bald schon etwas kritischer mit diesen Aussagen umgehen müssen.

Showdown bei Washington Mutual?

Heute gegen 16 Uhr beginnt die neue Anhörung vor dem US Konkursgericht in Sachen Washington Mutual. Inzwischen scheint die Mehrzahl der Anleger nicht mehr an einen positiven Ausgang dieser erneuten Verhandlungen zu glauben. zumindest lassen die weiter zurückgegangenen Umsätze in der WaMu Aktie darauf schließen. Dennoch, könnte der heutige Tag durchaus neue Erkenntnisse bringen, und sich auch das Interesse für die Aktie damit sehr schnell wieder deutlich verbessern. Die Richterin, Mary Walrath hatte beide Parteien mehrfach aufgefordert sich zu einigen. Der letzte Termin hierfür war der 01.Juli, 2010, dieser wurde aber erneut auf das heutige Datum vertagt.

Sollte heute keine Einigung zu Stande kommen, dürften die Aktionärsvertreter erneut beantragen einen unabhängigen Prüfer beauftragen zu dürfen, der die damaligen Umstände , die zur Pleite des Unternehmens geführt hatten noch einmal näher zu beleuchten. Noch immer geht es darum, dass die Aktionäre der Meinung sind, dass die damals größte Sparkasse der USA zu dem Zeitpunkt der Übernahmen durch JP Morgan durchaus überlebensfähig gewesen sein könnte. Somit wäre dann die Frage, wer nun durch das eventuell überhastete agieren der Beteiligten den Aktionären den entstandenen Schade ersetzen muss.

Eine erneute Verschiebung dieser wichtigen Tagesordnungspunkte scheint somit heute ausgeschlossen. Nun sollte eine Entscheidung gefällt werden, so oder so. Eine möglicherweise positive Überraschung könnte die Aktie dann in ganz andere Regionen führen. Bleibt aber wiedermal zu sagen, dass im Falle eines negativen Urteils durch das Insolvenzgericht der Totalverlust des eingesetzten Kapitals nicht ausgeschlossen ist.

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