Angst vor Griechenlands und Dubais Bonität

An der Börse in Griechenland brechen die Aktienkurse ein. Ausländische Investoren ergreifen die Flucht, nachdem die Ratingagentur Fitch die Bonität des Landes heruntergestuft und einen düsteren Ausblick gegeben hat. Droht den internationalen Finanzmärkten die nächste große Krise?

Die Börse in Athen ist am Dienstag auf Talfahrt gegangen, nachdem Ratingagenturen die Bonität des Landes als Schuldner infrage gestellt hatten. Der Athener Börsenindex fiel um bis zu fünf Prozent auf 2199 Punkte. Die Ratingagentur Fitch stufte Griechenland herunter auf „BBB+“ und setzte den Ausblick auf negativ. Daneben belasteten auch die Sorgen um Dubai.

Der mittelfristige Ausblick für die Entwicklung der Staatsfinanzen mache Sorgen, teilte Fitch mit. Erstmals seit zehn Jahren wird der Euro-Staat damit nicht mehr als sogenanntes A-Land eingestuft. Top-Schuldner wie die Bundesrepublik Deutschland haben mit „AAA“ das beste Rating.

Auch S&P hatte am Vortag Griechenland auf den Prüfstand gestellt. Die Ratingagentur geht davon aus, dass sich die griechische Staatsverschuldung ohne geeignete Maßnahmen der neuen Regierung in Athen im Jahr 2010 auf 125 Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen wird, der höchste Wert der Eurozone. Das laufende Staatsdefizit soll nach neuesten Zahlen 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen – weit mehr als die den Eurostaaten eigentlich erlaubten drei Prozent.

Die Regierung werde alles tun, was nötig sei, um das Haushaltsdefizit zu reduzieren, sagte Finanzminister George Papaconstantinou. Die Entscheidung der Agentur zeige, dass es Griechenland an den Märkten an Glaubwürdigkeit fehle. Fitch habe allerdings die Initiativen der Regierung zur Stabilisierung der Finanzlage nicht umfassend berücksichtigt. Papaconstantinou kündigte Pläne an, Steuern auf einer breiteren Basis zu erheben und überflüssige Maßnahmen aus dem Staatsbudget zu streichen.

Eine Herabstufung des sogenannten Kreditratings würde den Schuldendienst für die Regierung in Athen verteuern. Zudem könnten die Märkte im Euroland durch einen solchen Schritt deutlich verunsichert werden, ähnlich wie zuletzt durch die Probleme beim Schuldendienst einer regierungseigenen Investitionsgeselsschaft in Dubai.

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