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YRC Worldwide – wie gehts weiter?

Die Aktie von YRC Worldwide befindet sich weiter im Aufwind. Auch heute kann die Aktie bereits vorbörslich wieder schön zulegen. Seit dem Erreichen der Tiefssstände am 09.07. 2010 bei ca 0,11 Dollar hat die Aktie nun inzwischen wieder über 150% zugelegt. Die Stimmung für die Logistik-Branche hat sich wieder deutlich verbessert, und auch die jüngsten Nachrichten des Unternehmens, bald wieder operativ profitabel zu arbeiten, sorgen wieder für etwas mehr Vertrauen in die Überlebensfähigkeit des Speditionsunternehmens. Trotz des gestern ehre schwachen Verlaufes an den US Börsen legte die Aktie gegen Handelsende unter hohen Umsätzen noch einmal kräftig zu, und notierte gegen Ende knapp unter der Marke von 0,25 Dollar je Aktie.

Die Shortquote in der Aktie hat sich in den letzten Tagen nahezu halbiert, beträgt aber immer noch 13,77%. Auch charttechnisch hat sich das Bild damit wieder deutlich aufgehellt. Kann die Hürde bei 0,26 Dollar heute überwunden werden, sollten weitere Gewinne bis zunächst 0,38 Dollar möglich sein. Weitere Widerstände liegen dann bei 0,42 und 0,54 Dollar. Wie immer an dieser Stelle sei aber darauf hingewiesen , dass es sich bei der Aktie von YRCW um einen hochspekulativen Titel handelt, bei dem auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals nicht ausgeschlossen ist! Wir sehen die Chancen für einen weiteren Anstieg als durchaus gegeben an und lassen die Position weiter laufen. Sollte das Unternehmen überleben, sowie die Weltwirtschaft zu alter Stärke zurückkehren, könnten die Aktien von YRC Worldwide zu den ganz großen Profiteuren dieser Entwicklung gehören, aber das ist momentan noch etwas weit weg..

Kurze Apple Rallye im Dax ..und dann?

Der Kursrutsch gestern  beim Dax unter die 6.000 Punkte Marke hat sich vorerst als Fehlsignal entpuppt, auch wenn ich nicht so recht glauben mag, dass es das nun schon gewesen ist. Was wir gestern bei den US Indizes gesehen haben dürfte nun also die von mir erwartete technische Gegenbewegung gewesen sein. Der Dax ,und auch einige Aktien, eröffnen darauf hin heute morgen mit einem kräftigen Gap Up – an sich keine gesunde Bewegung! Sollten sich die Börsen nun wieder fangen wollen ist davon auszugehen, dass zumindest die Kurse von gestern noch einmal getestet werden, um keine großen Kurslücken im Chart zu hinterlassen. Ich gehe nun aber vielmehr nun von einem möglichen Fehlsignal in die andere Richtung aus…zumindest sollte man dies in seine Überlegungen wohl mit einbeziehen. Allzu viel Euphorie scheint gerade nicht angebracht zu sein.

Der ISM Index warnt, und auch die zuletzt gelieferten Zahlen von Texas Instruments, IBM und Goldman Sachs stimmen etwas nachdenklich. Apple konnte natürlich erwartungsgemäß wiedermal voll punkten und begeistert seine Fans. Die Zahlen waren erneut fast schon unglaublich gut, und belegen eindrucksvoll dass der Amerikaner alles andere als „konsummüde“ ist. Dennoch bin ich gespannt, ob die heute vergebenen Vorschusslorbeeren in Form von fast sieben Prozent Kurszuwachs gerechtfertigt sind. Ähnlich wie bei Dialog Semiconductor könnten nun bald auch bei Apple Gewinnmitnahmen einsetzen. Damit würde auch der Dialog Kurs wohl wieder Richtung Süden tendieren..und die heutige Apple Rallye im Dax schnell wieder vergessen sein.

Der Euro hat erwartungsgemäß die 1,30 getestet und anschließend wieder den Rückzug angetreten. Auch ein erneuter Rutsch unter die Marke von 1,25 würde mich nun nicht wirklich wundern. Mittelfristig sollte sich der Euro irgendwo zwischen 1,22 und 1,28 stabilisieren..Dem entsprechend erholt sich heute auch der Goldpreis wieder. Auch hier werden die Karten nun neu gemischt. Gold ist und bleibt beliebt, meine Theorie von dem fallendem Goldpreis bis 1.000,- Dollar je Feinunze, muss ich somit auch vorerst etwas nach hinten verschieben. Diese wird erst dann relevant, wenn die Aktienmärkte in die von mir immer noch erwarteten dritten Phase der Hausse eintreten. Dafür sind die Umsätze aber momentan einfach viel zu dünn..

Wir nehmen den heutigen Anstieg zum Anlass Gewinne mitzunehmen, und warten nun mit nahezu 100% Cash an der Seitenlinie, wie sich das Spiel zwischen Bullen und Bären in den kommenden Tagen weiter entwickeln wird. Einen Ausbruch nach oben halte ich inzwischen für relativ unwahrscheinlich, und habe mich von dem schönen Gedanken einer Sommerrallye erst einmal verabschiedet. Viel mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Indizes noch einmal kräftig abtauchen werden, bevor es dann gegen Jahresende zu einer Hausse kommen kann. Der S&P 500 hat nun noch 20 Punkte Luft nach oben, wenn wir in der gewohnten Trading-Range bleiben,  aber durchaus 150 bis 200 Punkte nach unten, wenn die wichtigen Chartmarken fallen sollten. Überspringen DAX und Co. aber in den kommenden Tagen doch noch die alten Widerstände werden wir wohl kurzfristig umdisponieren müssen..

Washington Mutual – nun doch eine erneute Prüfung?

Bereits im Vorfeld der heutigen Anhörung konnte der Kurs der Washington Mutual Aktie wieder deutlich anziehen. Heute gewann die Aktie noch einmal unter inzwischen wieder deutlich höheren Umsätzen, und notierte kurzzeitig 0,216 Dollar. Mit dem Überschreiten der wichtigen Marke bei 0,18 Dollar in den vergangenen Tagen hat sich nun auch das Chartbild wieder deutlich verbessert, sollte diese Marke gehalten werden können. Inzwischen befindet sich der Aktienkurs bereits wieder im Rückwärtsgang…Gerüchten zufolge soll sich die Gegenpartei nun, mit einer erneuten Prüfung der damaligen Umstände, die zur Pleite der ehemals größten Sparkasse der USA geführt hatten,  durch einen unabhängigen Prüfer, einverstanden erklärt haben. Allerdings bedeutet dies nun wohl auch, dass es keine schnelle Einigung zwischen den beiden Parteien geben wird, und die Aussichten auf einen Spekulationsgewinn von mehreren hundert Prozent erst einmal in weitere Ferne rücken. Es könnte also nun sein, sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dass man wiedermal Wochen oder gar Monate auf die nächste Entscheidung bei WaMu warten muss..

Dialog Semiconductor starke Zahlen, schwacher Ausblick

Das Halbleiter-Unternehmen Dialog Semiconductor konnte erwartungsgemäß im zweiten Quartal 2010 einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg verbuchen. So wuchsen die Erlöse um 52,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 68,5 Millionen US-Dollar, die Vorab-Schätzungen hatten bei 69 Millionen Dollar gelegen.

Dar Ertrag des unternehmens konnte somit ebenfalls kräftig von 3,9 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 12,0 Millionen US-Dollar im aktuellen Berichtszeitraum verdreifacht werden. Der Gewinn kletterte von 3,3 Millionen US-Dollar auf 11,2 Millionen US-Dollar bzw. von 7 US-Cent je Aktie auf 19 US-Cent je Aktie.

Der Ausblick auf die kommenden Quartale wurde ebenfalls gleich mitgeliefert..Dialaog Semiconductor geht von einer weiter starke Nachfrage für seine Produkte aus, was wohl nicht zuletzt der Kooperation mit Apple zu verdanken ist,  und erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 72 und 77 Millionen US-Dollar was nur noch einer sehr moderaten Steigerung entsprechen würde. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2010 wurde bestätigt, wenn auch darauf verwiesen wurde, dass eine mögliche Angebotsknappheit bei Foundry- und Back-End-Prozessen den Umsatz und die Gewinne in naher Zukunft belasten könnte..

Alles in allem fielen die Zahlen somit so aus wie es von den meisten Marktteilnehmern erwartet worden ist. Die Phantasie könnte aber nun erst einmal raus sein aus der Aktie von Dialog Semiconductor. Wir rechnen nun eher mit nachgebenden Kursen, als mit weiteren Kurssteigerungen. Lesen Sie dazu auch unseren gestrigen Artikel! Besonders der Ausblick dürfte eher enttäuscht haben. Die Texas Instruments und IBM Zahlen sollten den Technologie Sektor ebenfalls heute belasten..

Was sagt uns der Baltic Dry Index?

Nachdem der ISM Index in der vergangenen Woche wiedermal deutlich schwächer war als angenommen, und sich damit auch das Gesamtbild einer konjunkturellen Erholung in den USA wieder verschlechtert hat, könnte ein Blick auf den Baltic Dry Index eventuell neue Aufschlüsse darüber geben wie es nun an den Börsen weiter geht. Der Baltic Dry Index gibt an welche Frachtraten für den Transport von Agrargütern und Erzen rund um den Globus derzeit gezahlt werden. Der Index bildet die Frachtraten der Standardrouten für das Verschiffen von Trockengütern ab. Unterteilt wird der Index in vier Gruppen, je nach Art und Größe der Schiffe. So gibt es den.. Handysize, Supramax, Panamax und Capsize BDI. Natürlich handelt es sich hierbei um einen Mittelwert. Der Baltic Dry Index (BDI) wird seit 1985 von der Baltic Exchange  in London veröffentlicht.

Vor Beginn der Krise hatte der Baltic Dry Index  im Jahr 2008 ein neues Allzeithoch markiert. Die Tagesmiete eines Frachters der Kategorie Capsize kletterte damals auf, aus heutiger Sicht unglaubliche 220.000,- Dollar pro Tag. Damals wurde der Anstieg der Preise in erster Linie durch die Befürchtung der Verknappung des Angebots an Eisenerz, Mais, Kohle, Metallen oder Sojabohnen getrieben. Wie wir alle heute wissen wurde diese Annahme damals durch die hohe Nachfrage an Rohstoffen aus den aufstrebenden Industrienationen Indien und China untermauert.

Heute stellt sich die Situation etwas anders dar. Seit Mai diesen Jahres ist der Index dramatisch um über 50 Prozent eingebrochen. Frachtraten fielen erst kürzlich auf ein neues Jahrestief bei 1.790 US-Dollar. Manche Experten sehen im Verlauf des Baltic Dry-Index auch einen Indiz für die künftige Entwicklung von Rohstoffpreisen. Denn mit einer sinkenden Nachfrage nach Transportkapazitäten sinkt naturgemäß auch die Nachfrage und damit der Preis der Rohstoffe selbst. Da der Baltic Dry Index die Verschiffungskosten von Rohstoffen, der Vorstufe der Produktion, ermittelt, misst er präzise das Volumen des Welthandels auf der Anfangsstufe. Der BDI gilt allgemein also als ein Frühindikator für die Weltwirtschaft.

Dennoch gibt es momentan auch sehr widersprüchliche Signale und Nachrichten, nach denen sich gerade die Chinesen, in Erwartung einer wieder Anziehenden Nachfrage nach Transportmitteln, verstärkt in diesem Sektor engagieren. Werften werden aufgekauft und neue Schiffe in Auftrag gegeben. Auch von der Containerschiff-Industrie hört man in den vergangenen Tagen, dass sowohl die Schiffe wieder gut gebucht sein sollen, als auch die Frachtraten deutlich angezogen haben. Container-Hersteller berichten von leer gefegten Lagern, alte Container werden wieder repariert, weil man mit der Produktion für neue Container nicht mehr hinterher komme, hieß es kürzlich in der Presse.

Wir halten den Verlauf den BDI in den letzten Wochen ebenfalls für übertrieben, und haben bereits mehrfach in unserem Newsletter darauf hingewiesen. Langfristig sehen wir gerade in der extrem überverkauften Logistik-Branche mit die größten Chancen für außergewöhnlich hohe Gewinne in den kommenden Jahren. Um die Frage aus der Headline also abschließend noch zu beantworten…eigentlich sagt uns der Index momentan nur, dass der Sektor Logistik ausgebombt erscheint..mehr über den BDI auf Wikipedia

Gute Quartalszahlen von Apple und Dialog Semiconductor?

Morgen erwarte uns die Zahlen der Cash Maschine Apple sowie der, vielleicht für deutsche Anleger noch interessantere, Quartalsbericht der Dialog Semiconductor AG. Nach der Hype der vergangenen Wochen muss der Titel nun beweisen, dass die Vorschusslorbeeren als Apple Lieferant nun auch gerechtfertigt waren. Diese Euphorie sollte sich also nun in den Zahlen zum abgelaufenem Quartal wiederfinden. Was mich ein wenig nachdenklich stimmt, ist, dass eigentlich niemand, sowohl bei Apple, als auch bei Dialog Semiconductor  von einer möglichen Enttäuschung bei den Quartalszahlen ausgeht. Normalerweise hat dies dann denn unangenehmen Effekt den Aktienkurs unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen erst einmal gen Süden zu schicken. Gerade bei solchen „sicheren“ Titeln kommen bestimmte Börsenregeln gerne mal zu Einsatz, und die heißt in diesem Fall „Sell on good news“ Mit dem kräftigen Anstieg im Vorfeld der Zahlen zeigen sich die Dialog  Anleger heute bereits sehr optimistisch. Der erzielte Umsatz wird auf ca. 67 Millionen Dollar geschätzt, und der zu erwartende Gewinn laut Flüsterschätzungen bei ca 6 Millionen Dollar liegen. Bedenken sollten Anleger, dass die Belieferung von Apple inzwischen über 40 Prozent des gesamten Umsatzes ausmacht. Wechselt Apple den Lieferanten, kann es irgendwann auch ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen.

Im Gegensatz zur Dialog Aktie neigte die Apple Aktie in den vergangenen Tagen eher zur Schwäche. Ob es nun an der Aussage von Steve Jobs lag, der den Aktienkurs des eigenen Unternehmens kürzlich als „surreal“ bezeichnet hat, oder an der allgemeinen Marktschwäche, ist schwer zu sagen. Festzustellen ist eher, dass die Apple Aktie sich bislang immer sehr resistent gegenüber starken Marktschwankungen gezeigt hat, zuletzt aber auch deutliche Rückschläge hinnehmen musste. Natürlich haben auch die Berichte über mögliche „Rückrufaktionen“ des iPhone 4 nicht unbedingt zur guten Stimmung beigetragen. Apple versucht das Problem nun mit einer billigen Plastikabdeckung zu lösen, ich bin gespannt ob dies von der breiten Masse akzeptiert wird. Für den Preis möchte man doch eher auch die volle Haptik des Gerätes mit kaufen, aber das ist nur meine persönliche Meinung.. Eine Rückrufaktion des iPhone 4 würde auch die Bilanz von Apple wohl kurzzeitig deutlich belasten. Momentan befindet sich die Aktie am unteren Ende des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals bei ca. 250,- Dollar, fällt sie darunter droht ein weiterer Rückgang bis 230,- oder 220,- Dollar. Apple Fans dürfen gespannt sein..

Boeing, UAL Corp., Halliburton, IBM. Philips, Texas Instruments und Goldman Sachs..

Boeing, UAL Corp., Halliburton, IBM. Philips und Texas Instruments, alle sechs Schwergewichte werden, natürlich neben einigen anderen Unternehmen,  in heute ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Philips machte heute bereits den Anfang, und der konnte sich wirklich sehen lassen. Der Gewinn kletterte von 45 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nunmehr 262 Millionen Euro., eine Verfünffachung also…Damit übertrafen die Niederländer klar die Markterwartungen von 241 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente Der Elektronik-Konzern 527 Millionen Euro nach 118 Millionen Euro vor einem Jahr, Analysten hatten hier mit 486 Millionen Euro gerechnet. Analysten sehen dieses Ergebnis bereits als sehr positiven Vorboten für die Siemens Zahlen, die am 29. Juli veröffentlicht werden. Man sollte mit solchen Aussagen aber vorsichtig umgehen, denn Siemens hat bereits einen Vorab-Einblick in seine Bücher gewährt. Somit dürfte der Raum für positive Überraschungen hier eher begrenzt sein.

Die gelieferten Unternehmenszahlen sind also weiterhin top, exklusive der Zahlen aus der Bankenbranche natürlich, die bei genauerer Betrachtung immer noch nicht wirklich Anlass zu Freude geben. Bei den Banken dürfte es in dieser Woche noch einmal richtig spannend werden. Am Freitag müssen alle großen Banken in Europa ihre Ergebnisse des sogenannten Stresstests bekannt geben. Morgen dürften sich Anleger der Branche aber zunächst einmal auf die Veröffentlichung der Zahlen von Goldman Sachs freuen. Nach den eher turbulenten Wochen für das Unternehmen stellen sich Marktteilnehmer die Frage welche Auswirkungen dies auf die Bilanz des Unternehmens gehabt haben könnte, bzw. natürlich auch in welcher Höhe die Risikovorsorge für mögliche Schadensersatzklagen etc. getroffen wurde. Die Fülle aller Informationen die es in dieser Handelswoche zu verarbeiten gilt dürfte also durchaus für Spannung sorgen..

General Electric, Intel top! – Bank of America, JP Morgan und Citigroup nicht wirklich..

Die Märkte spielen mal wieder Weltuntergang. Der Kursverlauf an den US Börsen am Freitag war alles andere als erfreulich, und zwingt natürlich auch uns die aktuelle Situation wiedermal komplett neu zu beleuchten. Was erwartet uns in der kommenden Handelswoche? Die Unternehmensdaten aus den USA waren überwiegend deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Wir gehen davon aus, dass dies auch so bleiben wird. Besonders aussagekräftig sind hier wohl die ebenfalls am Freitag gelieferten Quartalszahlen von General Electric. Der amerikanische Mischkonzern, der von Kraftwerken über Kühlschränke bis Computertomographen so gut wie alles herstellt und darüber hinaus über ihre Finanzsparte einer der größten Finanzierer der Vereinigten Staaten ist, meldete einen Gewinn pro Aktie von 0,30 Dollar. Der Umsatz war zwar mit minus vier Prozent leicht rückläufig, dies konnte aber durch die eingeleiteten Sparmaßnahmen kompensiert werden. Der Ausblick auf steigenden Gewinnen und, eine höheren Dividende für das laufende Jahr sollten den Aktienkurs weiter beflügeln. GE gilt ähnlich wie allgemein als Gradmesser für den Gesamtzustand der amerikanischen Wirtschaft, ebenso wie Intel die Messlatte für die weltweite Computerindustrie darstellt.

Die Zahlen der US Großbanken waren allerdings nur auf den ersten Blick sehr gut. Zwar schrieben die Bank of America und JP Morgan wieder deutliche Milliardengewinne, diese waren aber überwiegend buchhalterischer Natur. Durch entsprechende Umbuchungen bei der Kreditvorsorge und Verkäufen von Unternehmensanteilen konnten also die gewünschten Zahlen erreicht werden, ob dies langfristig auch durch operative Gewinne untermauert werden kann bleibt weiter abzuwarten. Irgendwann wird auch das Tafelsilber ausgehen, und spätestens dann ist die zeit der Wahrheit gekommen. Das Wallstreet-Sorgenkind Citigroup machte seinem Image mal wieder alle Ehre. Die Einnahmen gingen stark zurück, trafen aber die Analystenschätzungen. Sie sanken von 33,1 auf 22,1 Milliarden Dollar. Die Prognosen lagen bei 22,16 Milliarden. Zurückzuführen war dieser Rückgang vorrangig auf die Citi Holdings, wo nur noch 4,9 Milliarden Dollar statt zuvor 16,8 Milliarden eingenommen wurden. Zusammenfassen kann mal wohl sagen, dass die produzierenden Konzerne deutlich besser laufen als angenommen, die Finanzkonzerne, aber noch lange nicht über den Berg sind.

Auch von konjunktureller Seite gab es mal wieder deutliche Störfeuer, die wohl letztendlich auch der Auslöser für den Kurssturz am Freitag gewesen sind. Allen voran war der von der Uni Michigan und Reuters ermittelte US-Verbraucherindex wohl das Zünglein an der Waage, von 76,0 Punkten im Juni fiel der Index überraschend stark auf 66,5 Punkte. Ein derart dramatischer Rückgang des Verbrauchervertrauens innerhalb nur eines Monats lässt nicht viel Gutes für den weiteren Verlauf der Konjunktur in den USA erwarten. Die Angst der Anleger vor einer deutlichen Verlangsamung des US Wachstums, oder gar dem erneuten Abtauchen in eine Rezession ist damit wieder allgegenwärtig. Wie soll man sich nun in den kommenden Tagen verhalten? Eine eigentlich sehr positive Situation hat sich an nur einem Handelstag in eine wiedermal sehr angespannte verwandelt. Charttechnisch befinden wir uns nun wieder im Niemandsland, sowohl ein erneuter Ansteig, als auch ein Abtauchen der Indizes ist nun wieder möglich.

Ich rechne am Montag spätestens nach dem Handelsbeginn in den USA mit einer technischen Gegenbewegung. Der Dax sollte nach Möglichkeit nicht wieder nachhaltig unter 6.000 Punkte fallen. Je nachdem wie stark oder schwach diese ausfallen wird, müssen wir dann unsere Swing Trading Strategie konsequent umsetzen..

viele Grüße Ihr

Lars Röhrig

Was ist Fungibilität?

Gerade in Zeiten wie dieses ist es auf Grund der eingeschränkten „Planbarkeit“ von Geldanlagen extrem wichtig geworden möglichst flexibel zu bleiben, um auf Marktveränderungen rechtzeitig reagieren zu können. In diesem Zusammenhang taucht auch immer öfter das Wort Fungibilität in den Medien auf. Dies wollen wir heute hier einmal kurz hier erklären: In der Finanzierungstheorie umschreibt die Fungibilität bei einer Geldanlage, wie leicht man eine Form der Investition in eine andere umwandeln kann. So sind Wertpapiere, die an einer Börse notiert werden, eine sehr fungible Anlage, da der Anleger sie sehr leicht zu Geld machen oder in eine andere Anlageform umwandeln kann.

Wenn ein Investor dagegen spezifische Maschinen oder eine Immobilie erworben hat, ist es für ihn viel schwieriger und umständlicher, die Investition rückgängig zu machen oder zu verändern, noch schwieriger, bzw. unmöglich wird dieses Vorhaben dann bei geschlossenen Immobilienfonds, daher ist diese Form der Geldanlage weniger fungibel. Denn Immobilien können in der Regel nicht einfach eingetauscht werden bzw. zu Bargeld gemacht werden, da sich bei Immobilien nicht immer gleich ein geeigneter Käufer findet, der bereit ist den gewünschten Preis zu zahlen. Im allgemeinen Börsengeschäft nennt man es Austauschbarkeit, man könnte Fungibilität zwar einfach mit Liquidität einer Anlageform umschreiben, dies wäre aber nicht ganz korrekt. So gibt es z.B. sehr wohl Fungibles was aber auf Grund seiner mangelnden Liquidität nicht handelbar ist…

JP Morgan, Solar Millennium, Gold und der Euro

Der gestrige Handelstag war leider nicht so erfreulich und hat die gute Serie von sieben aufeinander folgenden, und sehr positiven Börsentagen, jäh unterbrochen. Weitere Störfeuer von der US-Konjunkturfront führten zu einem Abrutschen der Indizes und natürlich auch diverser Aktien. Auch die auf den ersten Blick so hervorragenden Zahlen von JP Morgan sehen auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so toll aus, und konnten letztlich nicht überzeugen. Die „credit-loss provisions“, also die Rückstellungen für faule Kredite in Höhe von 9,7 Mrd. Dollar im Vorjahr, sind nun auf 3,36 Mrd. Dollar in diesem Jahr gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 6,34 Mrd. Dollar. Sprich bei JPM wurden Rückstellungen in dieser Höhe aufgelöst. Dies generiert dann entsprechende „Erträge“ in der Quartalsbilanz, aber eben keine, die wirklich fließen, sondern reine Bucherträge. So gesehen kann ich die Euphorie der gesamten Wirtschaftspresse über dieses Zahlenwerk nicht unbedingt teilen.

Die Entwicklung beim Euro läuft hingegen planmäßig. Wie vor ein paar Tagen in unserem Newsletter geschrieben, ist das Erreichen der runden Marke von 1,30 das nächste logische Ziel der europäischen Gemeinschaftswährung. Durch die eher verhaltenen Konjunkturdaten aus den USA könnte dies eventuell heute sogar schon erreicht werden. Nach wie vor zu gut für unseren Geschmack hält sich hingegen der Goldpreis. Die Währungsturbulenzen der letzten Wochen scheinen sich vorerst erledigt zu haben, dieser Umstand sollte früher oder später auch beim Gold eingepreist werden. Nachdem sich ein nicht unwesentlicher Teil der weltweiten Goldbestände aber in spekulativen Händen befindet, kann die von uns erwartete Korrektur beim Goldpreis aber eventuell auch noch etwas auf sich warten lassen.

Noch immer regiert die Angst in den Köpfen der Anleger vor einem erneuten Abtauchen der Börsen in den sogenannten „Double-Dip“ Heute, nachdem die US Indizes ihre gesamten Tagesverluste bis zum Handelsschluss wieder gut machen konnten, bleibt die Lage aber weiterhin angespannt. Zwar sehen die US Futures momentan freundlich aus, und auch der Dax kann wieder etwas Boden gut machen, dennoch haben die asiatischen Börsen erneut kräftige Abschläge hinnehmen müssen. Ein Faktor den man nicht ignorieren sollte…Wir halten den gestrigen Kursverlauf, auch bei unseren Depotwerten, teilweise für komplett überzogen, und rechnen spätestens in der kommenden Woche wieder mit freundlicheren Kursen. Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass es auch heute noch einmal, zum Wochenende, zu einem Rücksetzer an den US Börsen kommen kann.

Die Aktie von Solar Millennium haben wir heute verkauft, nicht weil wir von dem Unternehmen nicht mehr überzeugt sind, sondern viel mehr weil uns momentan die Handelsaktivitäten bei der Aktie nicht gefallen. Unter Miniumsätzen wird der Kurs in die gewünschte Richtung getrieben, lautet unser persönliches Fazit nach der Lektüre des Orderbuchse der vergangenen Tage. Für einen nachhaltigen Anstieg scheinen die Umsätze in der Aktie einfach nach wie vor zu schwach zu sein. Ursprünglich wollten wir an der Position langfristig festhalten, warten nun aber lieber erst einmal ab wohin die Reise geht.

Eventuell werden wir bei Solar Millennium, wenn es sich in naher Zukunft noch einmal ergeben sollte, immer mal wieder eine Tradingpositionen aufbauen. Trotz der eigentlich positiven Nachrichten von gestern sind die Unsicherheiten bezüglich der Provisionszahlungen an UTZ Claassen, und deren Auswirkungen auf die Bilanz des Unternehmens immer noch existent. Dies könnte zu einem Verlust auf operativer Ebene führen, und dürfte somit den Aktienkurs dann noch einmal belasten. Vielleicht bietet sich nach der Veröffentlichung aller Fakten dann aber wieder eine längerfristig interessante Einstiegschance. Aufgestockt haben wir hingegen noch einmal bei Rio Tinto und HeidelbergCement. Ansonsten bleibt unser Depot zunächst unverändert..Wir wünschen allen Lesern bereits jetzt ein schönes und erholsames Wochenende!

Solar Millennium – Das US Geschäft nimmt Form an…

Die anschließende Meldung wurde gestern auf der Homepage der Solar Millennium AG veröffentlicht.Leider war auch der gestrige Handelstag bei der Aktie mal wieder überraschend schwach und unsere kurz zuvor veröffentlichte Prognose, dass hier Kurse unter 19,- Euro der Vergangenheit angehören dürften wurde schnell überholt. Bis 18,55 Euro fiel die Aktie in einem Rutsch und markierte kurzzeitig eine deutliches Minus von über 7%. Anlegern dürfte somit klar vor Augen geführt worden sein, dass es sich hierbei, trotz aller positiver Nachrichten um ein spekulatives und hoch volatiles Investment handelt. Das Chartbild hat sich nach dem gestrigen Kursrutsch etwas eingetrübt, auch wenn man bei den dünnen Umsätzen in der Aktie nicht ernsthaft über Charttechnik reden kann..Sollten die Börsen in den kommenden Tagen noch einmal nachgeben, könnte auch die Aktie von Solar Millennium noch einmal bis auf die Unterstützung bei 17,80 Euro abtauchen. Die Aktie ist also weiterhin nichts für schwache Nerven..und bei genauerer Betrachtung de Orderbuches könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier jemand, gerade in den letzten Tagen, verstärkt am Kurs „rumfummelt“

Aber nun zu der Meldung von gestern..

…Die Solar Millennium AG hat eine weitere Etappe auf dem Weg zur Realisierung ihrer ersten Parabolrinnen-Kraftwerke im Südwesten der USA abgeschlossen. Ein Stromabnahmevertrag zwischen ihrer amerikanischen Projektentwicklungseinheit Solar Millennium LLC, Berkeley, und dem amerikanischen Energieversorger Southern California Edison (SCE) für zwei 242 Megawatt (MW) große geplante Solarkraftwerke in Kalifornien hat die Zustimmung durch die kalifornische Regulierungsbehörde erhalten. Der Vertrag regelt die Abnahme des von den Kraftwerken produzierten Stroms durch SCE für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Ende 2010 soll mit dem Bau mindestens eines Kraftwerks begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist für die Jahre 2013 bzw. 2014 geplant.

Der Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) wurde Ende letzter Woche durch die kalifornische Regulierungsbehörde (California Public Utilities Commission – CPUC) genehmigt. Beide Kraftwerke sollen am geplanten Projektstandort Blythe entstehen. Insgesamt können dort bis zu vier 242 MW Kraftwerke realisiert werden, die zusammen eine jährliche Strommenge von ca. 2.200 Gigawattstunden liefern und rund 900.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen würden.

Blythe ist zugleich einer von vier Kraftwerksstandorten der Solar Trust of America, LLC, eines US-amerikanischen Gemeinschaftsunternehmens der Solar Millennium AG und der Ferrostaal AG, das auf die sogenannte Fast-Track-Liste gesetzt wurde. Die Genehmigungsverfahren von Projekten auf der Fast-Track-Liste werden von den zuständigen Behörden vorrangig bearbeitet. Die in Blythe geplanten Kraftwerke leisten einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Ziele Kaliforniens für den Einsatz erneuerbarer Energien und zugleich zur Belebung der kalifornischen Wirtschaft. Kalifornien hat den regionalen Energieversorgern gesetzlich in den sogenannten Renewable Portfolio Standards vorgeschrieben, den Anteil erneuerbarer Energien an ihrer Stromlieferung auf 20 Prozent bis Ende dieses Jahres und bis auf 33 Prozent bis 2020 zu steigern.

Josef Eichhammer, Präsident von Solar Trust of America und CEO der Solar Millennium LLC: „Mit der Genehmigung des Stromabnahmevertrags durch die CPUC haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung unseres ersten US-Kraftwerks erreicht. Wir gehen davon aus, im Herbst für mindestens ein Kraftwerk in Blythe auch die Baugenehmigung zu erhalten und die Finanzierung abzuschliessen. Der Standort liegt in Südkalifornien in der Nähe von Los Angeles. Die jährlichen Direktnormalstrahlungswerte sind in diesem Gebiet mit über 2.700 Kilowattstunden pro Quadratmeter um mehr als 30 Prozent höher als in Südspanien.“

Eichhammer ergänzt: „Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten bei der Entwicklung unserer Projektstandorte. Einzig für unseren kleinsten Projektstandort in Kalifornien, Ridgecrest, wo ein 242 MW Kraftwerk geplant ist, haben wir die Behörden gebeten, das Genehmigungsverfahren zu unterbrechen. Dort wollen wir noch eine zusätzliche Studie durchführen, um alle ökologischen Auswirkungen des Projekts und mögliche zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen zu untersuchen. Wir halten weiterhin auch an diesem Standort mit seinen exzellenten Solareinstrahlungswerten fest, wollen aber die Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme so gering wie möglich halten.“

Anlegerschützer Heinz Gerlach ist tot

Der selbsternannte Anlegerschützer und Fondsexperte Heinz Gerlach ist tot. Er starb bereits am 10. Juli 2010, diese Tatsache wurde uns aber gestern erst bekannt. Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach über Herrn Gerlach und seine durchaus strittigen Berwertungsmethoden berichtet. Gerlach gab verschiedene Periodika zum Thema Anlegerschutz  heraus, zuletzt den Branchendienst “Direkter Anlegerschutz”. Seit 1969 begleitete er die Kapitalmärkte mit seiner Berichterstattung.

Im Fokus seiner Berichterstattung standen besonders die Branche der geschlossene Fonds. So warnte er schon seit Anfang der 70er Jahre mit Publikationen wie „gerlach-report“ und „DFI Deutsches Finanzdienstleistungs-Informationszentrum GmbH“ vor unseriösen Anbietern.

Der gelernte Steuergehilfe aus Oberursel, der sich selbst gerne als der „älteste Anlegerschützer“ Deutschlands betitelte, beschränkte sich nicht nur aufs Schreiben und Kritisieren. Als Unternehmensberater bot Gerlach den Emissionshäusern Beratungsleistungen an. In der Finanzwelt galt der Publizist, Unternehmensberater und „Anlegerschützer“ deshalb als umstritten. Zu Gerlachs Klienten zählte auch die insolvente Falk-Gruppe, deren Chefs wegen Betrugs vor Gericht standen. Allerdings behauptet Gerlach, den Betrug mit aufgedeckt zu haben.

„Das ist die geilste Branche“, sagte Gerlach in einem Spiegelinterview im Jahre 2008, zum Beteiligungsmarkt. „Ich habe hier jeden Tag ‚Dallas‘ oder ‚Denver‘.“

Gerlach wäre am 9. August 65 Jahre alt geworden.

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