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Böse Klatsche für H&R Wasag Aktionäre..

Die heute gelieferten Zahlen von dem Spezialchemie-Unternehmen H&R Wasag schlugen die Erwartungen der Analysten, dennoch wurde der Titel heute stark abverkauft. Mit einem satten Minus von 7,4 Prozent ging die Wasag Aktie heute aus dem Xetra Handel, und erreicht damit charttechnisch gefährliches Terrain. Die Unterstützung die derzeit bei ca. 19,- Euro verläuft wurde zum Handelsschluss leicht unterschritten. Kein gutes Zeichen möchte man meinen, dabei kletterte im ersten Halbjahr der Umsatz des Unternehmens unerwartet stark. Genau gesagt um mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, auf rund 538 Millionen Euro. Das EBIT legte ebenfalls um satte 54 Prozent auf 51,5 Millionen Euro zu, somit verdiente das Unternehmen mehr als doppelt soviel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Beflügelt wurde dieses Ergebnis auch durch den gestiegenen Ölpreis, und damit eine entsprechende Höherbewertung der Lagerbestände.

Auch wenn wir grundsätzlich von dem Unternehmen überzeugt sind, dass gerade im ersten Halbjahr einen Umsatz in ähnlicher Höhe der aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 600 Millionen Euro erzielt hat. Es stellt sich nach dem heutigen starken Abverkauf dennoch die Frage ob der Aktienkurs an der 19,- Euro Marke bereits wieder drehen wird. Natürlich wird der weitere Werdegang der Aktie nicht zuletzt von der aktuellen Marktentwicklung geprägt werden. Die Wasag Aktie ist für uns weiterhin ein Kauf, man sollte aber auf Grund der Marktenge des Wertes und der speziellen charttechnischen Situation nicht gleich alles auf eine Karte setzen. Bei Kursen um die 18,- Euro, und einem möglichen Nachkauf bei ca 17,50 Euro sehen wir hier mittelfristig eine hervorragende Einstiegschance. Das Kursziel sollte dann nach der aktuellen Korrektur bei ca 23,- Euro liegen

Kali und Salz traut sich wieder viel zu

Der Düngemittel- und Salzproduzent Kali+Salz hat heute sein Zahlenwerk vorgelegt, und konnte auch im zweiten Quartal von der wieder deutlich anziehenden Düngernachfrage profitieren. Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn wurden kräftig gesteigert. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres kletterte der  Gewinn auf 97,5  nach einem Fehlbetrag von 44 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte dank der wieder stärker anziehenden Nachfrage nach Dünger, und des durch einen Zukauf gestärkten Salzgeschäftes um stolze 43 Prozent auf 1,059 Milliarden Euro zu.

Für das Gesamtjahr geht Konzernchef Norbert Steiner weiter von einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus aus. Die Erlöse dürfte 2010 auf 4,6 bis 5,0 Milliarden Euro klettern, während das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern auf 550 bis 600 Millionen Euro zulegen sollte. Im Jahr 2009 hatten K+S 3,6 Milliarden Euro umgesetzt und operativ 238 Millionen Euro verdient. Wegen der im Vergleich zum Krisenjahr 2009 wieder höheren Nachfrage erhöhten die Kasseler ihre Prognose 2010 erneut auf 7,0 nunmehr Millionen Tonnen, nachdem im Vorjahr lediglich Tonnen Kalisalze abgesetzt wurden.

Auch wir haben auf Grund dieser guten zahlen und des deutlich verbesserten Ausblicks unsere Einschätzung zu dem Unternehmen nun überarbeitet, Die K+S Aktie dürfte somit für längerfristig orientierte Investoren wieder interessant geworden sein. An schwachen Tagen werden wir somit wohl in den kommenden Wochen versuchen auch ein paar Stücke in unser Musterdepot zu buchen..

Trading Update Aixtron, Dialog Semiconductor und Phönix Solar

Die interessantesten Werte des Tages: Der gestrige Absturz der US Börsen hat einige der heißgeliebten Favoriten der vergangenen Tage mit in die Tiefe gerissen. Allen voran wurden die Aktien von Aixtron, Dialog Semiconductor und Phönix Solar hart abgestraft. Bei diesen ehemaligen Börsenlieblingen werden reihenweise Gewinne mitgenommen. Zeit sich die drei Titel einmal näher anzusehen.

Über Dialog Semiconductor hatten wir ja bereits kürzlich berichtet, und geschrieben: „Mit dem heutigen Unterschreiten der 200 Tage Linie, die aktuell bei ca. 9,65 Euro verläuft dürfte sich weiteres Abwärtspotenzial bis zur Unterstützung bei ca. 8,60 Euro ergeben. Vorsicht bleibt bei dem Titel also zunächst angebracht. Auch die zuletzt getätigten Insiderverkäufe schaffen nicht gerade neues Vertrauen in die Aktie. Wir rechnen aktuell damit, dass die Unterstützung erneut getestet werden dürfte, und warten zunächst einmal ab. Bei Kursen um die 8,50 bis 8,70 sehen wir dann wieder langfristig attraktive Einstiegsniveaus.“ Diese Aussage hat für uns unverändert Gültigkeit, gestern ist der Aktienkurs bereits unter die 9,- Euro Marke gerutscht, eventuell ergibt sich bereits in dieser Woche also eine gute Kaufchance bei dem Titel.

Phönix Solar konnte gestern mit hervorragenden Zahlen aufwarten. Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz von 115,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 283,6 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte von 0,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum deutlich auf 22,3 Millionen Euro zu. Insbesondere profitierte Phönix Solar dabei von der hohen Nachfrage die sich aus den geplanten Förderkürzungen ergeben. Selbst der Chef Andreas Hänel, zeigte sich positiv überrascht von dem guten Zahlenwerk, und schloss eine Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr nicht aus. Phönix Solar bleibt einer der besten Titel im deutschen Solarmarkt. Der gestrige Kursverlauf sollte nicht als allzu relevant angesehen werden. Hier wurden ähnlich wie bei Dialog nach den Zahlen Gewinne mitgenommen. Der Kurs sollte sich nun schnell wieder beruhigen und die von den meisten Analysten angepeilten 40,- Euro oder mehr bis zum Jahresende erreicht werden.

Die Aixtron Aktie hat eine fulminante Rallye in den vergangenen Monaten erlebt. Die Wiedergeburt des ehemaligen Neuen Markt Highflyers hat auch mich persönlich ehrlich gesagt in der Form überrascht. Seit dem Hoch in diesem Jahr bei ca 28,- Euro befindet sich die Aktie nun in einer längeren Konsolidierungsphase. Inzwischen hat der Aktienkurs nun wieder ein sehr interessantes Niveau erreicht. Knapp unter der 19,- Euro Marke liegt eine massive Unterstützungszone, die bereits zweimal erfolgreich verteidigt werden konnte. Hier haben wir uns nun entsprechend positioniert, und gehen davon aus, dass die Aixtron Aktie hier erneut nach oben drehen wird. Fällt die Aktie allerdings nachhaltig unter diese Marke drohen weitere Abschläge bis in den Bereich um die 15,80 Euro.

Zwar halten auch wir diesen Kursverlauf an den Weltbörsen im Allgemeinen und in einzelnen Aktien im Speziellen für übertrieben, dennoch sollte man weiterhin vorsichtig bleiben. Charttechnisch hat sich das Bild nun schlagartig deutlich eingetrübt. Der Aufwärtstrend ist in Gefahr. Das von uns bevorzugte Szenario einer deutliche Korrektur im dritten Quartal des Jahres ist damit deutlich wahrscheinlicher geworden. Eigentlich ist es für diese Bewegung aber noch ein bisschen zu früh…. Auch heute deuten die US Futures zunächst auf weiter leicht nachgebende Kurse hin. Bleibt die Hoffnung auf eine baldige Stabilisierung der Märkte…ob dies aber heute bereits wieder gelingen kann muss abgewartet werden. Um 14:30 werden heute erneut die US Arbeitslosenanträge veröffentlicht, und könnten neue Unruhe in die Märkte bringen…

Daytrading Klöckner & Co., Continental und HeidelbergCement

Die heute gelieferten Zahlen des Stahlhändlers Klöckner & Co. haben unsere persönlichen Erwartungen noch übertroffen. Das Unternehmen verbuchte im zweiten Quartal 2010 einen Gewinn in Höhe von 46 Millionen Euro nach einem Verlust von 48 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte ebenfalls deutlich auf 1,4 Milliarden Euro zu. Im entsprechenden Vorjahresquartal wurden lediglich 959 Millionen Euro umgesetzt. Das EBIT kletterte auf 78 Millionen Euro.

Die Geschäftsleitung von Klöckner & Co. erwarten nun auf Grund dieser neuen Daten einen Umsatzanstieg von satten 25% für das laufende Geschäftsjahr, und möchte eine „spürbare Dividende“an seine Aktionäre zahlen. Eine Rückkehr zu dem früheren Niveau von 0,80 EUR sei in diesem Jahr aber noch nicht erreichbar, sagte Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl. Die Aktie ist trotz dieser hervorragenden Nachrichten heute unter Druck und muss einen Abschlag von fast 5 Prozent hinnehmen. Auch hier werden die guten Nachrichten, also zunächst einmal wieder verkauft, was sicherlich auch dem schwachen Börsenumfeld geschuldet sein dürfte. Wir haben uns heute erneut eine erste Position der Klöckner Aktie ins Depot gelegt, da wir nach den heutigen Gewinnmitnahmen von wieder anziehenden Notierungen ausgehen.

Ebenfalls sind erneut die Aktien von HeidelbergCement in unser Depot gewandert. Die Aktie erscheint auf dem aktuellen Niveau viel zu günstig zu sein. Zudem wurden die Tiefststände des Jahres heute fast erneut getestet, sodass wir auch aus charttechnischer Betrachtung hier ein solides Einstiegsniveau sehen. Die aktuelle Unterstützung bei HeidelCement verläuft aktuell bei ca 35,80 Euro und damit unwesentlich niedriger als der aktuelle Aktienkurs. Unser Abstauberlimit bei Continental hat heute erneut bei 47,50 Euro zum Kauf geführt. Die Aktie des Reifenherstellers dreht bereits zum wiederholten Male an dieser Marke nach oben. Kurse unter 50,- Euro laden auch wegen der hervorragenden Fundamentaldaten des Unternehmens immer wieder zu Kauf ein.

Alle genannten Position sind aber dieses mal reine Tradingpositionen!!! Der Markt schwächelt erneut. Die gestrige Fed Sitzung muss nun erst einmal wieder von den Anlegern „verdaut“ werden. Die Signale der FED sind weiterhin unklar und im Wesentlichen widersprüchlich, was zur erneuten Verunsicherung der Anleger weltweit beigetragen hat. Die Vorgaben aus Asien waren heute entsprechend schlecht. Insbesondere der Nikkei Index tauchte mit einem Minus von über 3 Prozent kräftig ab. Gerade an den Tagen nach der Fed-Sitzung sind solche Kurskapriolen nicht ungewöhnlich, dennoch ist nun äußerste Vorsicht angebracht. Sowohl der Dax als auch der S&P Future notieren inzwischen recht deutlich unter den wichtigen Unterstützungsmarken von 6,215 respektive 1.105 Punkten. Können diese Chartmarken heute nicht wieder zurückerobert werden, muss man als Anleger wohl erst einmal in Deckung gehen.

Washington Mutual – es tut sich was!

Bereits vorgestern deutete sich bei der Washington Mutual neues „Leben“ in der Aktie an. Gestern dann zog der Aktienkurs noch einmal unter ordentlichen Umsätzen kräftig an und notiert nun wieder über der charttechnisch wichtigen Marke von 0,18 Dollar. Nicht dass die Charttechnik hier eine besondere Relevanz hätte, aber man konnte in den vergangenen Monaten immer wieder beobachten, dass diese Marke eine wichtige Rolle als Widerstand oder Unterstützung spielt. Die Dynamik in der WaMu Aktie hat wieder einmal deutlich zugenommen, die Umsätze ziehen wieder an und die Nachrichtenlage hat sich erheblich verbessert. Nachdem kürzlich der unabhängige Prüfer bestellt werden durfte um die Vorkommnisse, die damals zur Pleite der größten Sparkasse der USA geführt hatte, noch einmal näher zu untersuchen, schöpfen die Aktionäre neue Hoffnung auf eine dicke Abfindung.

Der von dem Prüfer vorgelegte Arbeits- und Untersuchungsplan lässt auf eine ernsthafte und sehr umfangreiche Prüfung des Sachverhaltes schließen. Alleine diese Tatsache scheint den Aktienkurs derzeit schon wieder zu beflügeln. Heute soll das zuständige US Konkursgericht nun darüber entscheiden, ob der Untersuchungsplan so genehmigt werden kann. Wir gehen davon aus, dass  das vorgelegte Dokument, trotz des Widerstandes durch JP Morgan, auch bei den Richtern uneingeschränkte Zustimmung finden wird. Weiterhin bleibt die WaMu Story also hochinteressant. Der nun bestellte Prüfer ist kein geringerer, als Joshua Hochberg, ein ehemaliger Abteilungsleiter des US-Justizministeriums, in der Abteilung für Betrugs- und Kriminaldelikte, und genießt das volle Vertrauen der Aktionäre. Wir bleiben weiterhin dabei – vom Totalverlust des eingesetzten Kapitals, bis hin zu mehreren tausend Prozent Rendite ist hier immer noch alles drin!

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Was ist los bei Dialog Semiconductor?

Vor Kurzem präsentierte die Dialog Semiconductor AG hervorragende Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte der Umsatz um satte 52 Prozent auf 68,5 Millionen Euro gesteigert werden. Der Gewinn wurde in diesem Zeitraum sogar verdreifacht. Dennoch befindet sich die Aktie seit der Veröffentlichung auf Talfahrt. Auch vom Hauptkunden Apple kommen derzeit durchaus gemischte Signale. Nicht zuletzt die Probleme mit dem iPhone 4, und vor allem die schlampige Lösung durch das kostenlose Versenden einer billigen Plastikschale, um die Empfangsprobleme zu lösen, dürften dem Apple Image erheblichen Schaden zugefügt haben. Ob dies den künftigen Absatzzahlen bei Apple schaden wird bleibt abzuwarten. Der verantwortliche Apple Manager musste nun seinen Hut nehmen. Unabhängig davon bleiben die Power Management Lösungen von Dialog im Smartphone Sektor auch für andere Kunden sehr gefragt.

Wir hatten bereits im Vorfeld der Bilanzveröffentlichung unsere Leser davor gewarnt, dass hier nach der Rallye der vergangenen Monate wahrscheinlich zunächst das Szenario „Sell on good news “ gespielt werden dürfte, bevor man sich dann wieder über längerfristig steigende Kurse freuen kann. Insbesondere aus charttechnischer Sicht, aber auch die Nachrichtenlage macht heute eine neuen Betrachtung der aktuellen Situation erforderlich. Mit dem heutigen Unterschreiten der 200 Tage Linie, die aktuell bei ca. 9,65 Euro verläuft dürfte sich weiteres Abwärtspotenzial bis zur Unterstützung bei ca. 8,60 Euro ergeben. Vorsicht bleibt bei dem Titel also zunächst angebracht. Auch die zuletzt getätigten Insiderverkäufe schaffen nicht gerade neues Vertrauen in die Aktie. Wir rechnen aktuell damit, dass die Unterstützung erneut getestet werden dürfte, und warten zunächst einmal ab. Bei Kursen um die 8,50 bis 8,70 sehen wir dann wieder langfristig attraktive Einstiegsniveaus.

Twintec – eine günstige Wachstumsaktie?

Bereits im Juni hatten wir uns kurzzeitig mit einem Trade an der Twintec Aktie versucht. Zu den damaligen Kursen um die 10,- Euro erschien die Aktie bereits sehr günstig zu sein. Die Wachstumsaussichten des Unternehmens erscheinen derzeit besser denn je, der Aktienkurs will dies jedoch offensichtlich nicht widerspiegeln. Zeit für einen Schnellanalyse…Im abgelaufenenm Geschäftsjahr 2009 erreichte das Unternehmen mit einem um 39 Prozent gesteigertem Umsatz  neue Bestmarken. Der Umsatz stieg auf 46 Millionen Euro – was ungefähr auch dem heutigen Börsenwert des Unternehmens entspricht! Noch im Jahr davor musste ein Verlust in Höhe von 6 Millionen Euro in Kauf genommen werden. In 2009 gelang dann wieder der Sprung in die Gewinnzone, mit einem EBIT in Höhe von 1,8 Millionen Euro -Sicherlich immer noch keine Spitzenwert, aber auf dem richtigen Weg.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet SES Research mit einem Umsatz in Höhe von 72,5 Millionen Euro, für 2011 gar mit runden 100 Millionen Euro. Das Ergebnis sollte sich dann entsprechend überproportional dazu entwickeln. Der Gewinn soll in diesem Jahr auf 6 Millionen und im kommenden auf über 10 Millionen Euro steigen. Das Kurspotenzial gab SES Research mit ca. 17,- Euro je Aktie an. Auch das Anlegermagazin DER Aktionär hatte sich bereits im April positiv zu diesem Wert geäußert und eine klare 50 Prozent Chance ausgemacht. Leider schlug die Twintec Aktie kurz darauf die Gegenrichtung ein. Auf dem aktuellen Niveau dürfte die Aktie nun mit einem geschätzten KGV von unter 5 extrem günstig sein.

Die Nachrichtenlage um das Unternehmen ist extrem dünn, und auch die Umsätze in der Aktie bislang nicht nennenswert. Genau hier liegt wohl auch die Problematik. Ein größerer Abgeber kann bereits mit verhältnismäßig kleinen Stückzahlen den Kurs entsprechend drücken. Dies scheint wohl auch in den vergangenen Wochen passiert zu sein. Erst am Freitag verlor die Twintec Aktie noch einmal satte 8,4% an Wert, und das nachdem der Kurs seit den Hoch im Februar bereits über 50 Prozent nachgegeben hat. Auch charttechnisch scheint die Aktie nun ausgebombt zu sein, und ein Rebound ist mehr als überfällig. Diese Tatsache, sowie die inzwischen extrem günstige Bewertung des Unternehmens hat uns nun erneut auf den Plan gerufen. Wir haben heute eine erste Position Twintec Aktien ins Depot genommen. Unser Kursziel ist zunächst die Marke von 9,30 Euro dann 10,- bis 11,- Euro. Mittelfristig dürfte hier noch deutlich mehr drin sein, allerdings sollten Anleger hier auch etwas Geduld mitbringen..

Alles ausser Washington Mutual, Dryships und YRC Worldwide..

Der erste Anlauf auf die neuesten Höchststände im Dax ist gescheitert. Viel mehr wurde ein klassisches Fehlsignal auf der Oberseite generiert. Wenn man sich die Dynamik des gestrigen Ausbruchs angesehen hat, und auch den anschließenden Rückgang liegt mal wieder die Vermutung nahe, dass dieses Ausbruchssignal von den großen Adressen ganz gezielt genutzt worden ist, um Bestände abzubauen. Grundsätzlich war der Ausbruch nach oben sehr positiv zu werten, der anschließende Verlauf aber eher deutlich negativ. Fehlsignale sind immer gefährlich, und haben nicht selten eine dynamische Bewegung in die Gegenrichtung zur Folge. Ich habe mich gestern bereits nach einem PUT Optionsschein umgesehen, aber noch nichts wirklich interessantes gefunden, bin also für Vorschläge zu haben… 😉

Der vermeintliche Ausbruch nach oben entpuppte sich somit eher als gute Gelegenheit die Aktienbestände vorerst zu reduzieren, oder gar komplett abzustoßen was wir auch mal wieder getan haben. Unsere kurzfristige Spekulation auf ein neues Jahreshoch im Dax ist somit voll aufgegangen, und wir nehmen die Karten nun wieder vom Tisch. Lediglich unsere amerikanischen Aktien sowie Bilfinger Berger verbleiben vorerst im Depot. Bilfinger konnte gestern überzeugend ausbrechen, und dürfte nun wieder höhere Kurse ansteuern, wenn der Markt stabil bleiben sollte. Natürlich wird auch diese Position verkauft wenn dies nicht der Fall ist. Heute könnte es durchaus noch einmal zu neuen Höchstständen im Dax in den ersten Handelsstunden kommen. Bei spätestens 6.400 Punkten sollte aber dann erstmal Schluss sein.

Bei Washington Mutual und YRCW handelt es sich um eher mittelfristige hochspekulative Papiere, bei beiden bin ich aber von einem positiven Ausgang des Trades nach wie vor überzeugt. Wann dies der Fall sein wird ist allerdings momentan schwer absehbar. Dennoch sind diese beiden Aktien relativ unabhängig von der sonstigen Börsenentwicklung zu sehen. Die Position bei YRC Worldwide wurde gestern noch einmal zu 0,28 Dollar aufgestockt. Ebenfalls aufgestockt haben wir in dieser Woche unsere Position bei Dryships. Unsere Einschätzung zu der Aktie des griechischen Drybulk-Shippers ist unverändert positiv.

Heute nach Nachmittag werden die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA veröffentlicht. Je nachdem wie diese ausfallen werden, und vor allem wie der Markt diese aufnehmen wird, werden wir sehen in welche Richtung der Markt nun will. Ab ca 14:00 Uhr dürfte sich die Nervosität an den Börsen wieder etwas breit machen, was durchaus zu der ein oder anderen schönen Tradingchance führen kann. Grundsätzlich bleiben wir somit bei unserer Einschätzung, dass der Test des Hochs eine erneute Abwärtsbewegung einleiten könnte, die uns dann zunächst einmal bis Mitte / Ende September erhalten bleiben sollte. Zu diesem Zeitpunkt sehen wir dann aber wieder schönes Potenzial für eine Jahresendrallye. Wir bleiben also in den kommenden Wochen eher kurzfristig orientiert und werden immer mal wieder Traden. Natürlich werden wir Sie bezüglich unserer Aktivitäten über den kostenlosen Investors Inside Börsen Newsletter auf dem Laufenden halten.

Was ist los bei HeidelbergCement?

Die Aktie des Baustoffherstellers HeidelbergCement AG hat seit dem Daxaufstieg mächtig Federn lassen müssen. Befand sich der Aktienkurs vor dieser Maßnahme noch komfortabel knapp unter der 50,- Euro Marke, so mussten Aktionäre in den vergangenen Wochen seitdem zusehen wie es immer weiter begab ging. Zuletzt hatte die Aktie eine vorübergehendes Tief bei ca 35,- Euro markiert, inzwischen konnte die 40,- Euro Marke aber wieder zurückerobert werden. Zwischen 40,- und 41 Euro scheint nun offenbar ein großer Widerstand zu liegen, der aber bei weiter freundlichem Börsenumfeld, in den kommenden Tagen fallen sollte. Aus charttechnischer Sicht wäre dann zunächst Luft bis in den Bereich um die 45,80 Euro, später 48,80 Euro. Unser Kursziel bis zum Jahresende bleibt bei 54,- Euro und damit gute 35% Prozent höher als heute.

Die Prozedur ist bekannt, „droht“ einem Titel der Aufstieg in die Königsklasse des deutschen Aktienhandels, wird diese bis zum Eintreten des Ereignisses gekauft. Nach dem Motto, Sell on good News, passiert dann aber ab dem Tag der Indexeinführung genau das Gegenteil und der Kurs fällt wieder. Eigentlich sollte man der Meinung sein, dass nun die Indexfonds zwangsweise in das Papier investieren müssen, und somit den Kurs weiter antreiben. Genau das Gegenteil ist aber offensichtlich der Fall gewesen. Hinzu kam noch, dass HeidelbergCement kurz zuvor eine Kapitalerhöhung durchgeführt hatte, und diese nun zusätzlichen Stücke üblicher Weise zu einem großen Prozentsatz verkauft werden, was wiederum Druck auf den Aktienkurs ausgeübt hat. Seit einigen Tagen kann man aber beobachten, dass dieser Verkaufsdruck nun nachlässt.

Die Aktie sollte nun in der zweiten Jahreshälfte in etwas ruhigeres Fahrwasser kommen. Operativ läuft bei HeidelbergCement alles weiter nach Plan. Dank des in der Krise eingeläuteten, umfangreichen Restrukturierungsprogramms, und der damit einhergehenden Kosteneinsparungen, profitierte auch das operative Ergebnis zusehends. Zusätzlich zieht die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens weiter deutlich an, was gerade in den neuen Märkten, den Schwellenländern, zu ordentlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn geführt hat. Auch in Europa werden die aufgelegten Konjunkturprogramme, genau wie bei den Bauaktien, noch einem Weile „nachhallen“ und in den kommenden Quartalen für einen stabilen Umsatz sorgen. Somit bleibt die HeidelbergCement Aktie für uns  einer der Top Favoriten aus dem Dax für die nächsten Monate. Kurse unter 40,- Euro werden wir weiter zum Kauf nutzen.

Porsche steigert US-Absatz um 75%

Porsche scheint mit großen Schritten an die alten Erfolge anzuknüpfen. Nach der Talsohle des vergangenen Jahres sind die Absatzzahlen des Sportwagenherstellers im Juli in den USA erneut deutlich gestiegen. Insbesondere der Panamera Gran Turismo, der im Juli mit 807 verkauften Fahrzeugen den höchsten Wert seit der Markteinführung im Herbst 2009 erreichte, sowie die überarbeitete Generation des Geländewagens Cayenne trug zu diesem neuen Erfolg bei. Die Mittelmotor-Sportwagen Boxster und Cayman legten um elf Prozent auf 392 Fahrzeuge zu, beim Ur-Porsche, dem 911er, gingen die Verkäufe hingegen um neuen Prozent zurück. Die Auslieferungen an Porsche Sportwagen in Nordamerika stiegen insgesamt um 75 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 2.703 Fahrzeuge. Alles in allem also hoffnungsvolle Zahlen, die verdeutlichen, dass Porsche mit seiner Produktpalette auf dem richtigen Weg ist. Bereits gestern wurden die Absatzzahlen in Deutschland veröffentlicht. Auch hier konnte Porsche mit einem Plus von 14,3 Prozent deutlich punkten.

YRC Worldwide – 300 Prozent plus, und nun?

Die Aktie von YRC Worldwide ist heute nach der Veröffentlichung der Zahlen zum abgelaufenem zweiten Quartal unter Druck. Zunächst sah es vorbörslich nach einem weiteren starken Tag für die Aktie aus. Bis auf 0,45 USD legte der Kurs des nordamerikanischen Logistikunternehmens vor Beginn der eigentlichen Börsensitzung heute zu. Inzwischen hat der Kurs unter hohen Umsätzen wieder deutlich nachgegeben, und die YRCW Aktie notiert mit  bis zu 10 Prozent im Minus. Anleger dürften sich nun die Frage stellen wie diese neue Situation einzuschätzen ist, denn die heute veröffentlichten Zahlen waren eigentlich deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Mit einem Verlust von nur 0,01 Dollar im letzten Quartal konnte sich das Unternehmen fast in die operative Gewinnzone zurückmelden. Erwartet wurde eine Verlust pro Aktie von 0,08 Dollar. Auch der Ausblick der Unternehmensführung auf die kommenden Quartale gibt durchaus Anlass zur Hoffnung, dass es sich bei YRC Worldwide um einen weiterhin sehr interessanten Turnaround-Kandidaten handeln könnte.

Der Kursverlauf heute ist nach unserer Meinung, und in Anbetracht mehrere Faktoren, nicht weiter verwunderlich. Zum einen ist die Shortquote in der Aktie immer noch sehr hoch und die Bären setzen nun alles daran, dass der Aktienkurs ihnen nicht aus dem Ruder läuft um eventuell aufgelaufene Verluste zu begrenzen. Von gezielte Eindeckungskäufen kann man somit wohl heute erst einmal ausgehen. Zum anderen sollte man bei dem Kursverlauf der letzten Wochen ebenso in Betracht ziehen, dass andere Marktteilnehmer, die zu deutlich geringeren Kursen gekauft haben, nun auch mal die Gewinne mitnehmen. Frei nach dem Motto „sell on good news“ dürften sich diejenigen die zu Kursen um die 10 bis 12 Cent eingestiegen sind heute über realisierte Gewinne von bis zu 300% gefreut haben.

Mittelfristig bleibt die Aktie aber nun gerade nach den gelieferten Zahlen hochinteressant. Der Rücksetzer ist aus charttechnischer Sicht als gesund zu bezeichnen, und die Unterstützung bei 0,35 Dollar hat gehalten. Kann diese Marke auch weiterhin verteidigt werden, dürfte sich der Aktienkurs nun bald wieder beruhigen und die Hürde bei 0,42 Dollar erneut ansteuern. Das nächste Kursziel wäre dann knapp unter der 50 Cent Marke bei 0,48 Dollar. Der Aufwärtstrend ist immer noch intakt, auch wenn dieser nun etwas flacher verlaufen kann. Fällt die Aktie nun allerdings deutlich unter die 0,35 Dollar zurück, wovon wir zunächst nicht ausgehen,  sollte man wohl lieber erst einmal glatt stellen und zu gegebener Zeit wieder einsteigen. Wer also auf die weitere Erholung in der weltweiten Logistikbranche setzen möchte, hat mit YRCW sicherlich einen der interessantesten Titel im Depot. Wer ruhig schlafen möchte sucht sich lieber etwas anderes…;-)

Sky braucht wieder frisches Geld

Der Bezahlsender Sky Deutschland hat heute nach Xetra Börsenschluss überraschend die Zahlen zum abgelaufenen Quartal veröffentlicht. Das EBITDA lag demnach bei -47,4 Mio EUR nach  -63,4 Mio. EUR im Vorfahr. In dem abgelaufenen Zeitraum konnte Sky 6.000 neue Abonnenten gewinnen. Damit vergrößert sich die Zahl der zahlenden Kunden auf 2,476 Mio. Alles in allem also keine berauschenden Ergebnisse, aber die waren wohl auch nicht erwartet worden. Nachbörslich gibt der Kurs des Bezahlsenders aber deutlich nach. Der Grund dafür ist wohl aber weniger in dem Zahlenwerk zu finden, als viel mehr in der dazugehörigen Nachricht, dass man schon wieder den Kapitalmarkt anzapfen, und sich frisches Geld besorgen möchte.

Großaktionär News Corp unterstützt dieses Vorhaben aus verständlichen Gründen. Insgesamt sollen noch einmal 340 Millionen Euro in die Kassen gespült werden, um die eigene Finanzsituation weiter zu stärken, und das Programm auszubauen. Geschehen soll dies zum einen über die Ausgabe neuer Aktien, außerdem soll eine Wandelanleihe ausgegeben werden. Sollte auch dies noch nicht ausreichen, werde Großaktionär News Corp über eine Tochter ein Gesellschafterdarlehen bereitstellen, hieß es in der Mitteilung Weiter rechnet Sky Deutschland damit, dass der EBITDA-Verlust in diesem Jahr noch deutlich höher ausfallen wird. Auch für das kommende Jahr lieferte das Unternehmen die Prognose gleich mit und orakelte ebenfalls im roten Bereich. Alles in allem also wohl mal wieder ein niederschmetterndes Ergebnis für die Fans der spannenden Unterhaltung. Ob Pay TV in Deutschland jemals salonfähig, bzw. wirtschaftlich sein wird?

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