Wer oder was treibt die Kurse?

Was treibt die Kurse in immer neue Höhen? Gestern markierten die US Indizes mal wieder neue Jahreshochs und das trotz einer katastrophalen Handelsbilanz die ein Defizit von 32 Milliarden Dollar monatlich ausweist. Der am Mittwoch veröffentlichte Konjunkturbericht der US-Notenbank, das „Beige Book“, zeigt stagnierende Einzelhandelsumsätze, eine schwache Nachfrage nach Gewerbeimmobilien und eine noch immer zurückgehende Bautätigkeit. Der Baltic Dry Index, ein Indikator für das weltweite Handelsvolumen, fiel seit Juni um 42 Prozent. Die Arbeitslosenquote in den USA dürfte im letzten Quartal 2009 die zehn Prozent Marke überschreiten und Experten schätzen das die US Immobilienpreise um weitere 25% einbrechen werden. Dies sind nur einige Zahlen der traurigen Realität!

Grund für die weiteren Kursanstiege ist nach wie vor wohl die Überschussliquidität, also das zum Kauf von Finanzanlagen verfügbare Geld, sich in den letzten Monaten schneller erhöhte als zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten zwei Jahrzehnten. Dieses billige, nach Anlagezielen suchende Geld erklärt den Kursanstieg und Renditerückgang bei Staatsanleihen. Es hilft auch beim Verständnis steigender Goldpreise, der Einengung von Risikoaufschlägen und der Stabilität des Ölpreises trotz wachsender Lagerbestände.

Jede Rally, die mehr mit reinen Geldflüssen als mit vorausahnenden Investoren zu tun hat, steht auf wackligen Füßen. Würde das Geld knapper oder Bares in großem Stil gehortet, könnte sie zu Ende sein. Solange das Finanzsystem Geld nicht auf normalem Wege und ohne riesige Unterstützung der Regierungen verteilen kann, wird auch die wirtschaftliche Erholung äußerst zerbrechlich bleiben. Bislang dürfte wohl auch nur eine Branche von dieser laxen Geldvergabe profitiert haben…die Banken, die die Chance des Jahrhunderts genutzt haben aus einer selbst verursachten Krise mit geliehenem Geld Milliardengewinne zu erzielen. Und es werden genau diese Banken sein die Ihre Aktien dann zu Höchstkursen wieder an die Kleinanleger verkaufen und wieder short gehen um ein ordentliches Stück vom großen Kuchen ab zu bekommen.

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