Author Archives: Lars

Ist die C.A.T Oil Aktie ein klarer Kauf – gerade wegen der Russland Krise?

Nach den zuletzt veröffentlichten, sehr starken Zahlen des Öl- und Gasdienstleisters C.A.T Oil ging es kurzzeitig stramm aufwärts für die Aktie. Jedoch konnten die Gewinne nicht gehalten werden, da neue Sorgen um die Entwicklungen in der Ukraine und Russland auf die Stimmung der Anleger drückten. Offenbar befürchten die Aktionäre eine Ausweitung der Krise, was sicherlich auch nicht kategorisch ausschließen ist. Auch ich hatte ja hier bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sich diejenigen die eine ungebremste Fortsetzung der Rallye an den Aktienmärkten immer wieder platt mit „…politische Börsen haben kurze Beine….“  abtun, in diesem speziellen Fall bitter irren könnten.

Inzwischen beschäftigt uns das Thema doch schon seit einigen Wochen. Zudem hat die letzte Börsenwoche erneut eindrucksvoll gezeigt, dass diese Beine eben doch nicht so kurz sind. Nun wird schon wieder nach einem Namen für diese Krise gesucht, die uns offensichtlich länger beschäftigen wird. Von Kalter Krieg 2.0 bis zum möglichen Auslöser des dritten Weltkrieges war alles dabei… letzterer ist wohl an Dramatik nicht mehr zu überbieten. Am Ende wird diese Situation sicherlich nicht zu einem globalen Krieg führen, hat aber durchaus das Potenzial Russland erneut dauerhaft zu isolieren, was nicht nur für das Wachstum in der Region Gift ist, sondern auch die westliche Exportwirtschaft ernsthaft belasten wird.

Der russische Präsident Putin hat Medienberichten zufolge kürzlich laut mit dem Gedanken gespielt in Russland ansässige Unternehmen ausländischer Herkunft  u.U. zwangsverstaatlichen zu lassen(!) Ich persönlich würde diese Aussagen eher in die Schublade „Drohgebärde“ stecken, und bereits heute dürfte Vladimir Putin klar sein, dass er sich und seinem Land mit einer solchen Drohung einen echten Bärendienst erwiesen hat, sofern die Berichte stimmen. Sämtliche Investitionen ausländischer Konzerne in Russland, dürften nun erst einmal auf Eis gelegt werden, was das Wachstum des Landes ernsthaft gefährden könnte. Die C.A.T Oil Aktie verlor am Freitag , nach dieser Drohung, ebenfalls kräftig und notierte am Ende des Tages um knapp 7,7 Prozent tiefer als noch am Vortag.

Grundsätzlich nachvollziehbar ist die Reaktion der Börse somit allemal, allerdings sicherlich auch etwas kurzsichtig…! Das eigentlich Spannende an dieser Situation ist aber, dass gerade Unternehmen wie CAT Oil zu den großen Profiteuren dieser Krise gehören könnten. Denn die Steuern und Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft, stellen für Russland zum einen die wesentlichste Einnahmequelle dar und sind zum anderen auch das beste Druckmittel das Putin zur Verfügung steht. Zudem hat Putin erst kürzlich zusätzliche Steueranreize für Ölproduzenten geschaffen, um den weiteren Ausbau des Rohstoffsektors voran zu treiben und den Sanktionen des Westens etwas entgegen zu wirken. Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen dass die aktuelle Situation zu einem deutlichen Umsatzschub bei C.A.T. Oil führen kann, den heute offenbar die wenigsten Anleger auf dem Radar haben.

Bereits im letzten Jahr gelang C.A.T. Oil ein Umsatzsprung von 336,77 MillionenEuro auf 426,58 Millionen Euro, was einer Steigerung um 26,7 Prozent entspricht. Der Gewinn konnte noch deutlicher, um satte 142 Prozent auf 50,84 Millionen Euro, gesteigert werden. Die Dividende wurde daraufhin um 40 Prozent angehoben. Die Auftragsbücher für das laufende Jahr sind prall gefüllt und deuten auf einen neuen Rekordwert im Jahr 2014 hin. Das aktuelle KGV liegt bei 15,3, was angesichts des hohen Wachstums nicht zu teuer ist.

Das Faszinierende dabei ist eigentlich dass C.A.T Oil mit dem veröffentlichten Zahlenwerk unter Beweis gestellt hat dass das Unternehmen nicht, oder nur marginal von den mit der Krise einhergehenden Währungsturbulenzen betroffen sein wird. Die Abwertung des Rubel spielt eine nur untergeordnete Rolle, da der Großteil aller Kosten ebenfalls in Rubel beglichen wird. Die Analysten zeigen sich ebenfalls durch die Bank optimistisch bis begeistert und erhöhten zuletzt reihenweise ihre Kursziele für die Aktie. Dennoch ist und bleibt die Aktie wegen der politischen Unsicherheiten deutlich unter Druck.

Angesichts aller mir vorliegenden Fakten habe ich somit keinen Grund gefunden die Aktie, die sich bereits seit Kursen um die 2,- Euro in meinem Depot befindet zu verkaufen. Im Gegenteil, wer mutig genug ist in diese Krise hinein weitere Positionen aufzubauen, sollte am Ende dafür belohnt werden. Eine Zwangsverstaatlichung o.ä. wird es wohl nicht geben, weil Russland damit die Tür zum Westen endgültig zuschlagen würde. Wann der optimale Zeitpunkt für einen Kauf ist kann ich natürlich auch nicht sagen, aber der aktuelle Rücksetzer scheint mir eine sehr gute Gelegenheit zu sein. Sollte sich die Ukraine Krise doch noch kurzfristig auf diplomatischen Wege lösen lassen, wird dies insbesondere bei der CAT Oil Aktie wohl zu einem deutlichen Kursfeuerwerk führen.

Apple – Top-Zahlen und ein wenig Finanzakrobatik… Dialog vor Ausbruch?

Zugegeben – die Erwartungen für die jüngsten Zahlen beim iPhone-Hersteller Apple waren im Vorfeld der Veröffentlichung nicht besonders hoch. Aus rein operativer Betrachtung lag die Wahrscheinlichkeit dafür,  dass die Vorgaben getroffen werden, somit bei nahezu 100 Prozent. Und so kam es dann auch… Apple verkaufte 43,7 Millionen iPhones im abgelaufenen Quartal womit der Umsatz erneut um 4,7 Prozent auf 45,65 Milliarden Dollar gesteigert werden konnte. Auch der Quartalsgewinn zog kräftig gegenüber dem Vorjahreswert an. Mit 10,2 Milliarden Dollar lag diese um sieben Prozent über der zweiten Quartals 2013. Vor allem in China, wo Apple seit jüngstem mit China Mobile zusammenarbeitet, liefen die Geschäfte blendend.

Wer auf die konkrete Ankündigung neuer Produkte oder gar bahnbrechender Innovationen gewartet hatte, wurde einmal mehr enttäuscht. Obwohl man ja eigentlich weiß, dass Apple noch nie zusammen mit den Quartalszahlen irgendwelche Produktneuheiten angekündigt hat! Konzernchef Cook bekräftigte lediglich erneut, dass man dieses Jahr wenigstens ein neues Produkt auf den Markt bringen werde. Eine Aussage, die so langsam auch den letzten Gläubiger nur ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte…!

Dennoch gelang es Apple Chef Tim Cook die Welt erneut positiv zu überraschen. Wieder einmal geht dabei es um die hohen Cash Reserven des Konzerns in Höhe von 151 Milliarden US-Dollar, der nach und nach an die Aktionäre fließen soll. Konkret heißt dies, dass die Dividende nun erneut um 8 Prozent angehoben werden soll und das bestehende Aktienrückkaufprogramm um weitere 30 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 90 Milliarden US-Dollar ausgeweitet wird. Beides Maßnahmen die den Aktionären direkt zugute kommen, letztlich aber durchaus auch als Bilanzkosmetik gesehen werden könnten. Denn durch die geringere Aktien Anzahl steigt auch automatisch der Gewinn je Aktie!

Zudem kündigte Apple überraschend einen Aktiensplit an. Die Anteilsscheine sollen im Juni im Verhältnis 7 zu 1 gesplittet werden. Eine neue Aktie wäre dann um die 80 – Dollar wert, was als Ausgangslage für einen weiteren Kursanstieg an die 100,- Dollar Marke nicht so schlecht ist! Die Apple Aktie legte nach der Veröffentlichung dieser Neuigkeiten gestern nachbörslich um bis zu acht Prozent zu und macht damit auch aus charttechnischer Sicht einen bedeutenden Sprung in die richtige Richtung. Denn, das von mir bereits im Februar > HIER < geschilderte Szenario könnte nun sehr schnell Wirklichkeit werden! Unbedingt dabei bleiben!

P.S. …und heute nicht vergessen auf den Ausbruch bei Dialog Semiconductor zu setzen 😉 denn das Zahlenwerk und die Dynamik bei der Apple Aktie sollte sich auch äusserst positiv auf die Kursentwicklung Dialog auswirken. Die Aktie könnte nun neulich nach oben ausbrechen und Kursregionen um die 20,- Euro testen.

Nordex – jetzt wird es spannend!

Die Nordex Aktie vollführte in den letzten Handelstagen ebenfalls deutliche Kurskapriolen. Nachdem es lange danach aussah, dass die Aktie nun nach oben ausbrechen will, stellt sich die aktuelle Situation inzwischen komplett anders dar. Auch die mediale „Gute-Laune-Drops“ scheint hier vorerst gelutscht zu sein. Es ist ruhig geworden um den Windanlagen-Bauer, was auch an dem insgesamt angespannten Umfeld für Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien liegen dürfte…

Nordex Aktie Chart

Wie man hier schön sehen kann befinden wir uns nun an einem etwas kritischen Punkt, der entweder die kurzfristig optimale Kaufgelegenheit für die Aktie darstellt, oder aber kurzfristig zu einem deutlichen Verkaufssignal führt! Für welche der beiden Varianten sich der Markt hier entscheiden wird, bleibt somit noch abzuwarten.

Für die Bullen ist dieser Punkt eher als letzte Chance zu sehen, das Ruder noch einmal rum zu reißen, für die Bären eine hervorragende Möglichkeit eine Short-Spekulation einzugehen. Sollte die Aktie aus der Tranding-Range nach unten rausfallen, so wäre der Kursbereich zwischen 9,33 und 9,47 Euro das nächste logische Ziel. Auf der Oberseite winken hingegen erneut Gewinne bis in den Bereich um die 13,50 Euro, wenn die Aktie erneut nach oben abprallt.

Der heutige Handelstag ist damit wesentlich für die weitere Entwicklung der Aktie. Denn, auf diesem Niveau verläuft auch die 200-Tage-Linie, die als letzte Unterstützung unbedingt halten sollte, um das bullishe Gesamtbild nicht dauerhaft zu beschädigen…! Unbedingt beobachten!

Commerzbank kaufen oder verkaufen? – Lustiges Analysten-Rätselraten!

Die Commerzbank Aktie war gestern einmal mehr eine des meistdiskutierten Aktien des Tages, und das nicht nur aufgrund des nachvollziehbaren, leichten Kursverlustes bei der Aktie, sondern auch wegen der mutigen oder gewagten Prognosen einiger Börsenexperten. Auf der anderen Seite scheint sich hier nun wieder leichte Panik breit zu machen, was ich angesichts des Kursverlaufes und der zuvor erzielten Kursgewinne nicht wirklich nachvollziehen kann.

Börsenguru Hans A. Bernecker zeigte sich in einem Interview weiterhin zuversichtlich und geht fest davon aus, dass die CoBa Aktie innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne auf 20,- Euro ansteigen wird. Heute meldet sich die UBS zu Wort und „hebt“ das Kursziel für die Commerzbank Aktie von 7,90 Euro auf 8,80 Euro mit dem Rating „Sell“ an. Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Commerzbank ebenfalls auf „Reduce“, mit einem Kursziel von 9 Euro belassen. Die BNP Paribas sieht den fairen Wert der Aktie bei 16,- Euro. Unterschiedlicher könnten die Meinungen der Experten also nicht ausfallen.

Es ist also nicht unbedingt ratsam sich bei der Investment-Entscheidung nach diesen Analysen zu richten, denn zum einen bietet das breite Spektrum der Meinungen keinerlei wirkliche Hilfestellung, und zum anderen haben Analysten ohnehin eher selten Recht, laufen mit Ihren Prognosen aber nicht ganz so selten dem Markt hinterher. Stattdessen scheint mir hier der gesunde Menschenverstand und eine objektive Sichtweise auf die Dinge der bessere Ratgeber zu sein. Achten Sie also lieber drauf was der Chart Ihnen sagt und lassen Sie sich nicht von der allgemeinen Panikmache anstecken.

Commerzbank Chart April 2014

Der Chart verrät schlicht und ergreifend, dass sich die Commerzbank Aktie nach wie vor in einem Aufwärtstrend befindet, der erst kürzlich wieder bestätigt wurde. Seit Anfang des Jahres konsolidiert die Aktie dabei den vorangegangenen starken Anstieg in einer Seitwärtsphase (blau), zwischen 11,86 Euro und 13,95 Euro. Gelingt ein Ausbruch aus dieser Range so dürfte das Signal entsprechend stark sein und sollte auch umgehen umgesetzt werden (in beide Richtungen!) Ein Bruch der hier eingezeichneten grünen Linie wäre somit ein erstes Warnsignal für die Bullen, ein Ausbruch aus der Seitwärstrange nach oben, sorgt für ein entsprechend starkes Kaufsignal.

Vieles spricht aus heutiger Sicht eher dafür, dass der Ausbruch nach oben gelingen wird, womit der alte Hase Bernecker dann wohl Recht behalten würde. Allerdings sei an dieser Stelle auch erwähnt dass 20,- Euro anhand der bisherigen Eckdaten ein sehr ambitioniertes Kursziel sind! Vorausgesetzt also, wir sehen keine weitergehende Korrektur an den internationalen Börsen, stehen die Chancen für einen erneuten Anstieg der Aktie gar nicht schlecht. Unter 12,50 Euro und spätestens am 11,85 könnte es aber ungemütlich werden. Das ist alles was Commerzbank Aktionäre zur Zeit wissen müssen. Den permanenten, medialen Lärm sollte man somit tunlichst ausblenden und sich auf das Wesentliche konzentrieren!

 

Dunkle Wolken über Yingli, Trina, Jinko und Canadian Solar?

Turbulente Handelstage für Solaraktien, insbesondere die chinesischen Branchenvertreter werden gerade etwas durchgeschüttelt. Denn, es ist offensichtlich doch nicht alles so rosig wie uns machen Medien zuvor glauben machen wollten. Nach der deutlich nach unten korrigierten Absatzprognose von Yingli Energie in der vergangenen Woche, folgte gestern auch die Trina Solar Führung diesem Beispiel und sorgte damit erneut für deutliche Verunsicherung, in dem momentan durchaus angeschlagenen Sektor. Nun dürften die Befürchtungen mancher Anleger durchaus groß sein, dass dies auch bei den beiden Anleger-Lieblingen JinkoSolar und Canadian Solar der Fall sein könnte.

Statt der zuvor noch angepeilten 670 bis 700 Megawatt konnten im ersten Quartal tatsächlich nur um die 550 MW abgesetzt werden. Eine genaue Zahl war leider nicht zu ermitteln, denn der Konzern erwartet den Wert irgendwo zwischen 540 und 570 Megawatt. Dennoch bleibt festzuhalten das es sich hierbei um einen sehr deutlichen Rückgang handelt, der die optimistischen Prognosen der vergangenen Monate durchaus in Frage stellt. Die Trina Solar Aktie verlor gestern erneut über 6 Prozent und notiert damit fast 50 Prozent unter dem Höchststand vom März diesen Jahres.

Positiv war sicherlich zu vermerken, dass es dem Solarkonzern gelungen ist die Bruttomargen auf seine Produkte deutlich zu steigen, was zu einem gewissen Teil auch den Umsatzrückgang kompensieren sollte. Nach einer Bruttomarge von zuvor 15 Prozent soll der Rohertrag bei den Trina Solar Produkten somit nun bei ca. 18 bis 20 Prozent liegen. Die deutlich reduzierte Absatzprognose hingegen wurde mit (vorübergehenden?) Verzögerungen bei den Auslieferungen nach Europa, aufgrund der noch nicht final beschlossenen Mindestpreise der EU, begründet. Tatsächlich sind aber nahezu weltweit die Modulpreise zuletzt deutlich zurückgegangen. Wie lange diese Entwicklung noch andauern wird ist derzeit nicht abzusehen.

Fazit: Solaraktien sind und bleiben nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Insbesondere die chinesischen Titel zeichnen sich weiterhin durch hohe Volatilität aus. Wie hier im Blog bereits mehrfach erwähnt war eine kleine „Anlegerpause“ in diesem Sektor also momentan durchaus die richtige Strategie. Nun muss sich demnächst also zeigen, ob es dem Jinko Solar Management gelungen ist, die eher konservative Prognose einzuhalten? Ich persönlich möchte mich hier im Vorfeld dennoch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, da es genügend andere Beispiele zuvor gehypter Branchen gibt, die aktuell zur Vorsicht mahnen!

Aus rein charttechnischer Sicht ist der Sektor deutlich angeschlagen, eine technische Gegenreaktion aber jederzeit wieder möglich. Wie weit dieser dann führen kann, oder ob es zunächst noch ein Stockwerk tiefer geht, bleibt allerdings noch abzuwarten. Das immer wieder beworbene und sehr niedrige KGV bei den Aktien ist, unter den gegebenen Umständen aber vielleicht nicht unbedingt der richtige Gradmesser um hier eine vorschnelle Investitions-Entscheidung zu treffen!

3D Systems, Voxeljet, FireEye, Jinko Solar – Es geht weiter runter

Wie schon zuletzt mehrfach hier angedeutet, scheint sich der Charakter des Marktes nun nachhaltig geändert zu haben. Nicht nur dass die Momentum-Aktien fast durch die Bank deutliche Kursverluste verzeichnen, sondern auch der Umstand dass inzwischen auch mal wieder gute Nachrichten verkauft werden, lässt aufhorchen. So geschehen heute nach eigentlich erfreulichen Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten in den USA. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glauben mag, weil die Indizes allesamt nahe Ihrer Hochstände notieren, ist der Markt insgesamt angeschlagen. Das muss selbstverständlich nun nicht zwingend heißen, dass wir nun in eine deutliche Korrektur übergehen werden, aber kurzfristig ist wieder ratsam sich nach unten entsprechend knapp abzusichern, bzw. Gewinne zu sichern.

Neue Höchststände in den einzelnen Indizes zu produzieren dürfte ab diesem Zeitpunkt äusserts schwer werden, wenn auch nicht unmöglich. Die eigentliche Frage die man sich als Anleger stellen sollte ist aber ob es das Risiko wert ist auch noch den letzten Euro aus dem Markt zu pressen, oder ob man sich lieber an den schönen Gewinnen erfreuen sollte und zufrieden eine etwas längere Sommerpause genießt. Denn auch aus saisonaler Betrachtung warten jetzt nicht unbedingt rosige Zeiten auf die Anleger. In sogenannten Zwischenwahljahren, wie wir aktuell eines im US Präsidentschafts-Zyklus haben, sieht die Performance des DAX durchschnittlich so aus:

Bildschirmfoto 2014-04-10 um 16.28.56

Selbstverständlich ist dieser Verlauf keinesfalls in Stein gemeißelt und gerade in Ausnahme-Phasen wie diesen muss man wohl immer damit rechnen, dass es letztlich auch ganz anders kommen könnte. Dennoch, der Grund warum ich ihnen das heute schreibe ist der, dass der breite S&P 500 aktuell im Begriff ist eine mögliche Schulter-Kopf-Schulter Formation auszubilden, die dann das vorläufige Top der 5 Jahre währenden Aufwärtsbewegung bilden könnte. Vom zeitlichen Ablauf würde eine solche Topbildung genau passen, wie Sie dem Chart oben entnehmen können. Quelle:www.seasonalscharts.com

Die Index-Schwankungen der vergangenen Tage deuten zudem darauf hin das wir uns nun in der sogenannten Distributionsphase befinden, in der die institutionellen Anleger möglichst viele Ihrer Aktienpositionen an willige Kleinanleger verkaufen, bevor es dann zu einer nachhaltigen Korrektur kommt, weil die Käufer irgendwann schlicht in der Unterzahl sind. Das hierzu die Indizes in den letzten Wochen auf wundersame Weise immer wieder nach oben gezogen wurden, erklärt sich somit von selbst und passt ebenfalls zu dieser Betrachtung der aktuellen Situation.

Die Momentum Aktien bilden in solchen Phasen meist nur die Speerspitze eines Abverkaufs, da hier zum einen die größten Gewinne angefallen sind und gesichert werden müssen. Zudem war hier natürlich auch die Überbewertung am größten. Mein guter Rat an dieser Stelle ist, sich nicht zu früh wieder in diese Aktien locken zu lassen, auch wenn einige nach nunmehr 30 bis 70 Prozent Kursverlust wieder günstig aussehen. Sollte es bald zu der oben genannten Korrektur des Gesamtmarktes kommen, dürften wir gerade bei diesen Aktien sehr schnell noch sehr viel tiefere Kurse sehen. Warten Sie also geduldig ab wie sich die Situation weiter entwickelt, auch auf die Gefahr hin die ersten Prozente zu verpassen, wenn der Markt dann doch wieder nach oben dreht.

Apple oder Google? – Nach dem Split eine durchaus interessante Frage…

Google wird seine Aktien im Verhältnis 1 zu 2 splitten. Die neuen C-Atien sind ab Donnerstag handelbar ebenso wie natürlich weiterhin die alten A-Aktien. Jeder Anleger erhält dann zu seiner A-Aktie eine kostenlose C-Aktie hinzu. Die Verwirrung unter Anlegern dürfte einigermaßen groß sein denn die unterschiedlichen Aktiengattungen sind jeweils mit unterschiedlichen Stimmrechten belegt. Die B-Aktien befinden sich überwiegend in der Hand der Gründer des Unternehmens sowie weiterer Großinvestoren und verbriefen zehn Stimmen pro Aktie. Wohingegen die alten A-Aktien, die wir alle kennen, lediglich nur ein Stimmrecht beinhalten. Die Besitzer der neuen C-Aktien sollen dann gar kein Stimmrecht mehr haben.

Der Hintergrund für diesen Schritt ist, dass die neuen C-Aktien zum einen als Zahlungsmittel für Acquisitionen hergenommen werden sollen, und zugleich Mitarbeiterboni damit beglichen werden. Nach Auffassung der beiden Firmengründer wurde ein solches Instrument zudem erforderlich, damit sich der Stimmrechtanteil der Altaktionäre nicht weiter verringert. Die Google Aktionäre hatten sich zuletzt mit großer Mehrheit gegen diesen Schritt ausgesprochen. Dennoch konnten  Sergey Brin und Larry Page diesen Beschluss fassen, weil sie zusammen die Mehrheit der Stimmrechte besitzen. Und das wird wohl auch in Zukunft nun so bleiben.

Somit ist die Vergabe der Stimmrechte eigentlich relativ wurscht, denn letztlich werden Aktionäre ausserhalb des erlesenen Kreises ohnehin niemals ein ernsthaftes Mitspracherecht haben. Der Aktiensplit ist somit eher positiv zu sehen, auch wenn es nach solchen Kapitalmaßnahmen nicht selten vorübergehend zu einer erhöhten Volatilität bei der jeweiligen Aktie kommt.

 

Mit dem Split sollte die Google Aktie nun auch wieder verstärkt für Kleinanleger interessant werden. Auch die ersten Analysten haben sich wegen der Kapitalmaßnahme nun zu den ersten Kurszielerhöhungen hinreißen lassen. Dennoch wird seitens der Altaktionäre befürchtet, dass die C-Aktien gegenüber den A-Aktien innerhalb der nächsten 12 Monate an Wert verlieren könnte. Für Neueinsteiger sollte also die alte A-Aktie nach wie vor die sicherere Wahl sein!

In diesem Zusammenhang ist dann auch das Gedankenspiel erlaubt, ob man nun für nahezu den gleichen Preis besser bei der Google Aktie aufgehoben ist oder bei Apple. Beide Aktien notieren dann zunächst bei ungefähr 540 bis 560 Dollar. Welches Unternehmen, bzw. welche Aktie wird in den kommenden Jahren die bessere Rendite abwerfen? Während es Apple immer noch an echter Innovationskraft mangelt, geht Google unbeirrt seinen Weg und probiert immer wieder mal was Neues. Obwohl ich persönlich nicht davon ausgehe, dass die Datenbrille „Glass“ ein echter Kassenschlager wird…!

Die stabilen Einnahmen des Weltmarktführers für Suchanfragen sollten den Aktienkurs entsprechend gut nach unten absichern. Die Apple Aktie befindet sich aus charttechnischer Sicht aber zumindest momentan in der interessanteren Ausgangslage. Sollte es gelingen in diesem Jahr nun doch ein paar echte Innovationen auf dem Markt zu bringen dürften sich dies auch endlich im Apple Aktienkurs widerspiegeln. Für welche Aktie man sich also entscheiden sollte kann nicht abschließend beurteilt werden. Am besten hat man beide im Depot!

Sind CFDs das Richtige für mich? 5 Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie traden

Mit der steigenden Medienaufmerksamkeit, die CFDs zuteil wird, steigt auch das Interesse der Investmentgemeinde an den unkomplizierten Derivaten. Insbesondere die Transparenz und Kosteneffizienz von CFDs (von engl. contract for difference = Differenzkontrakt) macht sie zu einem beliebten Trading-Vehikel, doch das gesteigerte Interesse bedeutet auch, dass einem Teil der Interessenten das nötige Grundwissen fehlt, um langfristig erfolgreich zu sein.

Auch oder gerade bei kurzfristigen Investments wie CFDs gilt: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, Ihre Entscheidungen zu überdenken und mögliche Alternativszenarien in Erwägung zu ziehen, um nicht versehentlich ein zu hohes Risiko einzugehen und nicht einkalkulierte Verluste einzufahren. Um sicherzugehen, dass CFDs das richtige Handelsinstrument für Sie sind, sollten Sie sich daher die folgenden fünf grundsätzlichen Fragen stellen, bevor Sie ein Handelskonto bei einem CFD-Broker eröffnen.

1. Verfügen Sie über ausreichend Kapital?

Die Anleger-Risiko-Pyramide ist eine visuelle Aufgliederung für Investmentportfolios nach Risikoklassen und liefert Anlegern Orientierung, wieviel Kapital in welche Anlageprodukte investiert werden sollte. Basis und Mittelbau der Pyramide bestehen aus Produkten mit geringem bis mittlerem Risiko und relativ gesicherter Rendite wie zum Beispiel Aktien und Staatsanleihen. Produkte mit hohem Risiko wie CFDs finden sich in der Spitze der Pyramide, und das Kapital, das Sie so investieren, sollte ausschließlich Geld sein, welches Sie schmerzfrei verlieren können.

2. Wird ein missglückter Trade Ihnen schlaflose Nächte bereiten?

Auch wenn Sie die letzte Frage mit „Ja“ beantwortet haben, tun Verluste immer weh. Um als Trader erfolgreich zu sein, müssen Sie jedoch in der Lage sein, Misserfolge hinter sich zu lassen und Ihre Urteilsfähigkeit nicht von negativen Emotionen beeinträchtigen zu lassen. Vermeiden Sie reflexhafte Reaktionen und loggen Sie sich im Zweifelsfall lieber aus Ihrem  Handelskonto aus, bevor Sie mit einer emotionalen Entscheidung einen großen Verlust einfahren. Das gleiche gilt übrigens auch für positive Emotionen – auch glückliche Zeiten können Ihren Handel beeinflussen, wenn Sie aus einer positiven Grundstimmung heraus übertrieben optimistisch zur Sache gehen und möglicherweise untypisch hohe Risiken in Kauf nehmen.

3. Was bekommen Sie für Ihr Geld?

Beim CFD Handel profitiert der Broker in erster Linie von der Kommission, dem Spread und den Finanzierungskosten. Als regelmäßig tradender Kunde sind Sie Ihrem Broker daher Gold wert, und viele Unternehmen gehen mit aggressive Werbestrategien auf Kundenfang. An sich ist an Angeboten wie Einsteigerboni nichts auszusetzen, jedoch sollten Sie darauf achten, dass das übrige Angebot stimmt. Bietet der Broker Schulungen an? Wie hoch sind die Spreads, und zwar für vielgehandelte Märkte und Exoten? Wie sind Ihre Einlagen gesichert? Wo befindet sich der Firmensitz des Brokers? Überlegen Sie sich gut, ob ein neuer Tablet-PC das Risiko eines unregulierten Brokers mit Sitz in Zypern wert ist.

4. Diversifizierung – wie sind Ihre restlichen Investments aufgestellt?

Wie eigentlich auch in jedem anderen Bereich des Lebens ist es auch in Investmentfragen wenig sinnvoll, alles auf eine Karte zu setzen. Wie bereits erwähnt, sollten Sie für den CFD Handel nur Kapital aufbringen, dass Sie auch verlieren können, ohne dass sich dafür für Sie schmerzhafte Einschränkungen ergeben. Stellen Sie sicher, dass Ihre restlichen Investments sicher über alle Anlageklassen verteilt sind – angefangen bei Anleihen, Annuitäten und Sparkonten über Immobilien über Treuhandvermögen und Aktien bis hin zu einkommensstarken Rentenpapieren.

5. Brauchen Sie Hilfestellung?

Noch ist kein Profi-Trader vom Himmel gefallen. Viele Broker bieten ein umfangreiches Schulungsangebot zu den Themen Marktanalyse, Handelsplattformen sowie Risiko- und Money-Management für CFD Einsteiger, sowohl vor Ort als auch als Webinar. Doch auch als fortgeschrittener Trader sollten Sie sich nicht scheuen, die gebotene Hilfestellung anzunehmen. Ich habe an anderer Stelle hier im Blog die 10 goldenen Regeln für den Handel mit CFDs für Sie zusammengestellt, die Ihnen den Einstieg in dieses spannende Thema erleichtern sollen…

CFDs sind Hebelprodukte. Der CFD Handel beinhaltet ein hohes Risiko und kann unter Umständen zu Verlusten führen, die Ihre ursprünglichen Einlagen überschreiten.Bitte stellen Sie sicher, dass Sie alle verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

Heidelberger Druckmaschinen AG – kurzfristig hui, langfristig pfui

Es ist ja nicht so das ich Anfang November nicht ausdrücklich davor gewarnt hätte bei der Aktie von Heidelberger Druck auf weitere Kursgewinne zu setzen…. Wie schon erwähnt, war der mediale Hype vor ein paar Monaten aus meiner Sicht überhaupt nicht nachvollziehbar. Denn genau betrachtet deuteten die vom Unternehmen zuletzt gelieferten Zahlen wohl eher drauf hin, dass man dem Teufel gerade noch einmal von der Gabel gesprungen ist, und weniger auf eine nachhaltige Trendwende. Zumindest sollte aus meiner Sicht der mögliche Turnarround durch das ein oder andere positive Quartal in naher Zukunft untermauert werden, bevor man hier von einer echten Trendwende sprechen kann.

Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Absatzproblemen und möchte gerne wieder an die guten alten Zeiten anknüpfen, doch diese Zeiten sind wohl unwiederbringlich vorbei. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich Rede, da ich früher einmal sehr intensiv mit der Druckbranche zusammen gearbeitet habe und auch heute noch Kontakte dorthin pflege. Die gesamte Industrie leidet seit mindestens einem Jahrzehnt unter dem deutlichen Preisverfall für Druckerzeugnisse, Überkapazitäten am Markt und teilweise auch deutlich Rückläufiger Nachfrage. Neue Investitionen werden zwar auch hier in gewissen Zyklen getätigt, aber diese sind heute deutlich länger als früher. Dementsprechend schlecht geht es auch den Druckmaschinen-Herstellern und das nicht nur hierzulande sondern offensichtlich weltweit.

Warum sollte man also in eine vor sich hindümpelnde Industrie investieren, wenn es so viele spannendere Börsenstorys gibt? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Heidelberger Druckmaschinen sind mit das Beste was man am Mark für Geld kaufen kann, und ich gehe davon aus dass das Unternehmen auch weiterhin sein Produkte in alle möglichen Regionen dieser Welt verkaufen wird. Aber man muss sich wohl von dem Gedanken verabschieden, dass man es hier mit einer „echten“ Turanarround-Story zu tun hat. Ein Kursanstieg bis in den Bereich um 4,- Euro halte ich grundsätzlich für möglich, wenn man die nötige Geduld aufbringen kann. Die alten Hochstände bei 26,- Euro werden wir aber wohl so schnell nicht mehr sehen!

Chart Aktie Heidelberger Druck AG

Die nächsten belastbaren Fakten über die aktuelle Entwicklung bei HeidelDruck gibt es erst wieder im Juni. Trotz einer unterstellten, deutlichen Profitabilitätssteigerung liegt das geschätzte KGV für das Geschäftsjahr 2014 immer noch bei stolzen 70. So mancher Analyst geht davon aus das sich dieser Wert im laufenden Jahr deutlich nach unten entwickeln sollte. Wie dies angesichts einer Nettomarge von mickrigen 1,5 Prozent gelingen kann, bleibt aber noch abzuwarten. Der Buchwert der Aktie hat sich in den letzten Jahren ebenfalls stetig abwärts entwickelt. Alles in allem also kein Grund für übertriebene Euphorie. 

Dennoch scheint sich die Aktie nun wieder einem interessanten Bereich zu nähern und verdient kurzfristig etwas mehr Aufmerksamkeit. Denn ein Trade könnte sich hier demnächst durchaus lohnen. Die Aktie befindet sich immer noch in einem mittelfristigen Aufwärtstrend, hat aber zuletzt wieder deutlich nachgegeben und notierte am Dienstag kurzzeitig unter der unteren Begrenzung des Trends. Bereits gestern haben erste Käufer darauf gesetzt, dass dieser Trend verteidigt werden kann, was etwas zu früh gewesen sein könnte. Denn bei 1,97 Euro liegt noch ein offenes Gap 😉 und es macht aus charttechnischer Sicht wenig Sinn dies nun nicht auch noch zu schließen, bevor die Aktie dann möglicherweise wieder nach oben dreht.

Alibaba – Der größte Börsengang aller Zeiten?

Der Börsengang des chinesischen Internet-Giganten Alibaba soll das größte IPO aller Zeiten werden. Jack Ma, der Gründer und CEO von Alibaba plant sein Unternehmen in Kürze an der Wall Street zu platzieren und erhofft sich einen Unternehmenswert von knapp 150 Milliarden Dollar, bei einem Platzierungsvolumen von zunächst 15 Milliarden Dollar. Der ehemalige English Lehrer hat das Unternehmen, das heute mehr Waren über das Internet vertreibt als Amazon und Ebay zusammen, einst in seiner Ein-Zimmer-Wohnung gegründet. Soweit zu einer wirklich beindruckenden Lebensgeschichte eines einzelnen Mannes, dem es sicherlich vergönnt ist nun die Früchte seiner Arbeit zu ernten. Ob Alibaba allerdings wirklich den oben genannten Betrag wert ist darf zumindest angezweifelt werden. Goldman wachs taxiert den fairen Wert gar auf 153 Milliarden Dollar und die Schätzungen der Macquarie Group liegen bei 200 Milliarden Dollar.

Grundsätzlich muss man sich auch die Frage stellen warum der Internet-Riese gerade jetzt an die Börse strebt. Die knappe Antwort darauf dürfte lauten: Weil das Umfeld für Internet Börsengänge gerade sehr günstig ist. Facebook und Twitter haben es vorgemacht. Ab Mittwoch wird die Firma King Digital an der Börse zu handeln sein. Der Spieleentwickler des Spieles Candy Crush konnte zuletzt die Gewinne deutlich steigern ist aber aus Anlegersicht dennoch etwas problembehaftet. Ebenso wie bei so manch anderem Branchenvertreter besteht die große Gefahr, dass nach der ersten Euphorie hier schnell Ernüchterung einkehrt, was sich dann auch entsprechend im Aktienkurs abbilden würde.

Eine ähnlich schwierige Situation finden wir unter Umständen bei Alibaba wieder. Denn zuletzt schien das chinesische Unternehmen zum einen an seine Wachstumsgrenzen zu stoßen und zum anderen unter der stärker werdenden Konkurrenz zu leiden. Der Marktanteil im Jahr 2013 war rückläufig, lag aber immer noch bei stolzen 45 Prozent. Konkurrent JD.com holt mit großen Schritten immer weiter auf, während sich Google, Yahoo, Ebay und Amazon nach wie vor schwer tun in dieser Region der Welt Fuß zu fassen. Die spannende Frage ist also wie groß das Stück vom Kuchen dauerhaft für Alibaba sein wird? Ungeachtet dessen verspricht das IPO eines der spannendsten der letzten Jahre zu werden und ich gehe davon aus, dass man hier in den ersten Tagen durchaus Geld verdienen kann.

Wer bereits im Vorfeld auf den Erfolg oder Misserfolg des Börsengangs setzen möchte findet u.a. bei Animation die Möglichkeit darauf zu wetten, was das Unternehmen am Ende des ersten Handelstages wert sein wird. Man kann hier bis zum Börsengang Wetten zwischen 162 Milliarden Dollar und 200 Milliarden Dollar auf der Oberseite oder zwischen 108 und 60 Milliarden Dollar auf der Unterseite platzieren wobei die Unterseite bei der zu erwartenden Euphorie etwas riskant erscheint. Umgekehrtes gilt aus meiner Sicht für den Börsengang von King Digital/Candy Crush morgen…!

Porsche und VW – Da geht noch was (nach unten)!

Die Porsche Aktie ist ebenfalls so ein Kandidat, bei dem man im Moment etwas Vorsicht walten lassen muss. Denn die charttechnische Situation ist durchaus angespannt und wie ich hier mehrfach berichtet habe wartet auch in diesem Chart noch eine Kurslücke darauf geschlossen zu werden. Wie gestern schon erwähnt treten die Aktien der meisten Autobauer seit Wochen auf der Stelle und können sich nicht klar für eine Richtung entscheiden. Bis auf die BMW Aktie, die inzwischen für meinen Geschmack etwas viele Vorschusslorbeeren erhalten hat, befinden sich alle anderen Automobil- und Zulieferer-Aktien in einer Warteposition.

Warten darauf dass sich die Krim-Krise in Wohlgefallen auflöst und der Euro endlich wieder etwas Schwäche zeigt. Denn sowohl die Situation in der Ukraine/Russland als auch die unterschiedlichen Währungsturbulenzen haben durchaus das Zeug dazu die positiven Effekte der mühsam erarbeitete Erholung im europäischen Automarkt schnell wieder zu zerstören. Ein Blick in die Bilanzen der nächsten Quartale wird uns mehr Aufschluss darüber geben können…! Dementsprechend verständlich ist auch die Zurückhaltung der Anleger wenn es um die Aktien von VW, Porsche oder Daimler geht. Ein kurzer Blick auf die Charts verrät wie die Situation tatsächlich ist:

Porsche Chart mit offenem Gap

Die Porsche Aktie hat zuletzt deutlich nachgegeben und befindet sich in einem intakten Abwärtstrend, den man übergeordnet durchaus auch als Bullenflagge interpretieren könnte. Je nachdem ob dieser Trend nun weiter anhält oder nicht, besteht somit in beide Richtungen kräftiges Potenzial. Wie man auch deutlich sehen kann befand sich die Aktie heute morgen bereits an der ersten wichtigen Unterstützungslinie bei ca. 70,53 Euro, die schon mehrfach gehalten hat. Danach drehte die Aktie wieder dynamisch nach oben und notiert aktuell mit fast drei Prozent im Plus, um den oberen Bereich des Abwärtstrends erneut zu testen.

Aber auch das negative Szenario sollte nicht vergessen werden, denn erst ab Kursen oberhalb von 74,- Euro kann hier wieder etwas Entwarnung gegeben werden. Ein Unterschreiten der 70,53ger  Marke bringt das letzte Tief bei 70,07 Euro ins Spiel. Kann auch dieses Niveau nicht gehalten werden, sollte die Aktie dann zunächst bis in den Bereich um die 67,95 Euro abtauchen, was bereits unterhalb der 200-Tage Linie liegen würde. Auch das Schließen der offenen Kurslücke bei 64,60 Euro wäre dann durchaus denkbar. Langfristig betrachtet – um einen „sauberen“ Chartverlauf zu hinterlassen – würde ich dieses Szenario bevorzugen.

VW Vz Chart langfristig mit Trendlinien

Bei aller Freude über heute wieder leicht steigende Aktienkurse bei den Autobauern und Porsche im Speziellen, bleibe ich somit skeptisch was den kurzfristigen Anstieg der Aktien betrifft. Für heute hat ein Analystenkommentar den weiteren Abverkauf bei Porsche vorerst verhindert. Die Privatbank Berenberg hebt das Kursziel für die Porsche Aktie leicht von 100,- auf 104,- Euro an, was zugegebener Maßen ein ordentlicher Schluck aus der Pulle wäre, und wohl nur gelingen kann wenn auch die VW Stammaktie irgendwann über 200,- Euro notiert. Die VW Vorzugsaktie (siehe Chart2) ist inzwischen deutlich unter den seit Anfang 2013 bestehenden Aufwärtstrend gefallen und hat ebenfalls weiters Abwärtspotenzial bis in den Bereich 165 – 170,- Euro. Aus charttechnischer Sicht ist das prognostizierte Porsche-Kursziel aber keinesfalls in Stein gemeißelt…!

Nordex – Kein Grund zur Euphorie…

Der Windanlagenbauer Nordex hat wie erwartet die Ertragswende geschafft. Nach drei Jahren mit Verlusten konnte gestern erstmals wieder Gewinne ausweisen. Zwar fiel dieser Gewinn mit 10,3 Millionen Euro nicht gerade üppig aus, Anleger jedoch hoffen auf eine Fortsetzung der Trendwende. Auch das Unternehmen selber geht angesichts prall gefüllter Orderbücher für die kommenden Monate davon aus, dass das Ergebnis weiter gesteigert werden kann. Im laufenden Geschäftsjahr will man 1,5 Milliarden Euro umsetzen und dabei eine Ebit-Marge zwischen 3,5 und 4,5 Prozent erwirtschaften. Unterm Strich werden dann am Ende des Jahres also ca. 67 Millionen Euro als operativer Gewinn ausgewiesen werden.

Sicherlich sind die jüngsten Zahlen bei Nordex ein Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten. Allerdings muss man sich schon die Frage stellen, ob eine möglicher operativer Gewinn in Höhe von 67 Millionen Euro ohne Kenntnis des tatsächlichen Reingewinns bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und einer Marktkapitalisierung von 920 Millionen Euro ein grundsätzlich guter Wert sind. Die Sparbemühungen haben gefruchtet und auch die Refinanzierung wird Ihren dauerhaften Beitrag zu diesem Ergebnis leisten. Rein operativ betrachtet hat sich aber offensichtlich gar nicht mal so viel zum Positiven gewendet, wie es die Zahlen vielleicht vermuten lassen.

Nordex Chart Analyse

Positiv ist sicherlich zu bemerken, dass die in Aussicht gestellten Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 bereits durch den aktuellen Auftragsbestand weitestgehend abgesichert sind. Zudem ist es Nordex gelungen wieder Marktanteile zurück zu gewinnen. Vorstandschef Jürgen Zeschky zeigte ebenfalls optimistisch für die Zukunft, hält aber eine Dividendenzahlung erst frühestens im Jahr 2016 für möglich. Alles in allem ist die Gemengelage hier durchaus gemischt und gibt aus meiner persönlichen Warte nicht unbedingt Anlass zu übertriebener Euphorie. Ganz im Gegenteil, wurde die Nachricht gestern im Markt verkauft und die Aktie befindet sich kurzfristig in einem Verkaufssignal.

Angesichts der in Aussicht gestellten Zahlen besteht also kein aktueller Handlungsbedarf, solange die Aktie die Hürde beim 23,60er Fibonacci Retracement. Zunächst müsste der hier eingezeichnete kurzfristige Abwärtstrend (grün) geknackt werden, was in dem momentanen Börsenumfeld schwer werden könnte. Hier also bereits jetzt auf ein Gap Close der offenen Kurslücke zu spekulieren, ist aus meiner Sicht zu früh. Einen erneuten Test des unteren Bereiches (rote Linie oder 50er Retracement) würde ich für wahrscheinlicher halten. Kurse zwischen 9,35 und 10,20 kann man aus meiner Sicht wieder zum Einstig nutzen.

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